Tagebuch einer Frau mit transsexueller Vergangenheit

Von Xenophobie über Homophobie zur Transphobie

In meinen Blogs taucht ja öfters mal der Ausdruck “Transphobie” auf und so manche LeserInnen dürften dabei zuerst mal etwas ratlos sein – hört man ja kaum sowas. Etwas bekannter ist der Ausdruck “Homophobie”, das kennt man doch schon eher, meist jedoch ohne zu verstehen was genau damit gemeint ist. Kaum jemand wird wissen, dass sowohl Transphobie als auch Homophobie eigentlich Unterarten von “Xenophobie” sind, der Angst vor dem Fremden.

Ich möchte diese Begriffe mal etwas beleuchten und vorallem mal der Frage nachgehen, woher all das kommt, wie wir als Gesellschaft damit umgehen müssten und nicht zuletzt, was für einen katastrophalen Schaden es bei “den Fremden” anrichtet.

Das wird mal wieder einer jener Blogbeiträge von mir, bei denen ich einer Frage nachgehe, die ich selber noch nicht beantworten kann, von der ich hoffe, dass ich während dem Schreiben der Antwort etwas näher kommen kann. Also mal alles der Reihe nach, das wird eine komplexe Geschichte…….

Des Menschen Umgang mit der Angst

Der Mensch reagiert auf Angst (Phobie) eigentlich wie alle anderen Lebewesen. Die Entstehung von Angst bewirkt sofort ein Mobilisieren aller Resourcen und es stellt sich nur eine Frage: Kämpfen oder Fliehen? Die Entscheidung fällt in Sekundenbruchteilen und man rennt – oder macht das Ding platt. Diese Angst müsste sich aber spätestens dann auflösen, wenn man erlebt, dass die Angst unbegründet ist. Von Phobie redet die Psychologie dann, wenn so eine Angst sich nicht auflöst und zu Leiden führt – für sich selbst oder für Andere.

Xenophobie – die Angst vor dem Fremden

Xenophobie ist die Angst vor allem Fremden, vor dem Unbekannten. Diese Angst die in der ältesten unserer Hirnschichten beheimatet ist, macht an sich Sinn. Wenn Du zum ersten Mal durch einen Dschungel läufst und plötzlich eine Schlange vor Dir über den Boden kriecht und Du noch nie eine Schlange gesehen hast, wirst Du mit Recht in Alarmbereitschaft versetzt. Was in aller Welt ist das denn, ein Lebewesen ohne Beine, mit einer Haut wie ein aufgespannter Regenschirm? Ist es gefährlich? Kann ich es essen?

Die erste Reaktion beim Erscheinen von Unbekanntem ist mit Recht Vorsicht. Zuerst wird man wohl weichen, wird den Rest des Abends ratlos darüber nachdenken, was das wohl für ein komisches Ding war. Und je nach Charaktertyp wird die Angst sich mit jedem Gedanken potentieren oder man wird neugierig und interessiert.

Das Problem bei rassistischen Menschen liegt scheinbar darin, dass sie diese Angststufe nie überschreiten, sie wagen nicht, sich wirklich mal mit diesem Unbekannten auseinanderzusetzen. Und da man in unserer Gesellschaft kaum noch ausweichen kann, verspüren sie den Drang zu kämpfen, dieses Unbekannte zu be-kämpfen.

Das Dilemma bei der Xenophobie ist vorallem, dass diese Prozesse unbewusst ablaufen. Xenophobe reagieren in der Regel empört, wenn man ihnen beispielsweise Rassismus vorwirft. Das macht Xenophobe therapieresistenter als die meisten anderen Phobiker – vorallem deshalb, weil viele Rassisten ideologisch konditioniert sind und deshalb wie alle ideologisch Eingeschworenen kaum noch für Argumente empfänglich sind.

Homophobie

Homophobie hat wie mir scheint mehrere Ursprungsformen. Einerseits eben diese xenophobe Komponente, weil es einfach nicht normal ist, dass ein Lebewesen keine Beine hat und auf dem Bauch kriecht. Diese Leute können oft “geheilt” werden, wenn sie beispielsweise in ihrem persönlichen Umfeld einen Freund haben, der sich plötzlich als schwul outet. Wie jeder andere Phobiker lernen sie so, dass die ja gar nicht böse sind, dass die eigentlich genau wie sie selbst sind, das Unbekannte wird bekannt und die Angst löst sich auf.

Religiöse Homophobie

Ein weiterer möglicher Ursprung für Homophobie ist Religion. Vorallem die drei semitischen Religionen (Judentum, Christentum, Moslem) lesen aus ihren heiligen Schriften heraus, dass Homosexualität Sünde sei. Das hält zwar wie andersweitig schonmal aufgezeigt einer genaueren Überprüfung nicht stand, trotzdem hält sich diese Vorstellung vorallem bei Fundamentalisten hartnäckig – so hartnäckig, dass sie locker das Gebot der Nächstenliebe über Bord schmeissen und von Hass getrieben gegen Homosexuelle vorgehen.

Dabei handelt es sich so gesehen weniger um echte Xenophobie sondern eher um religiösen Wahn – auch der kann therapiert werden – und es gäbe einen wirklich spirituellen Umgang damit, indem diejenigen lernen würden, sich auf ihre persönliche Beziehung zu Gott und ihren persönlichen Glauben zu konzentrieren, anstatt über Andere herzufallen, weil sie sich einreden, sie würden religiösen Ruhm ernten, wenn sie “die Bösen” niedermachen.

Verdrängungs-Homophobie

Während Xenophobie und herkömmliche Homophobie sowohl Angst vor dem Fremden als auch religiös motivierte Ursprünge haben können, gibt es bei der Homophobie noch eine zusätzliche Ursprungsform, die Psychologen Verdrängung und Projektion nennen. Entgegen der weit verbreiteten Irrmeinung, es gäbe bei der sexuellen Ausrichtung nur schwarz und weiss, ist es in Wirklichkeit so, dass kaum jemand 100% einzuordnen ist, die meisten haben eine Komponente in sich, die sie auch zum eigenen Geschlecht zieht. Ist diese sehr klein, spürt man davon gar nichts und hat auch kein Problem damit. Ist sie grösser, anerkennt man sich früher oder später als bisexuell oder homosexuell – oder man verdrängt diese Gefühle, weil man sehr früh wahrnimmt, dass wir in einer homophoben Gesellschaft leben und dass man sich einer Menge Ärger aussetzt, wenn man nicht in der Spur läuft.

Doch alles was man verdrängt, bohrt in einem rum. Verdrängung funktioniert nicht nachhaltig, es kommt früher oder später immer wieder hoch. Und das wiederum löst eine noch grössere Abwehr aus, die dann darin mündet, dass man den Ekel vor sich selbst auf Andere projeziert – eben die, die so sind, wie man selber auch wäre, wenn man sich denn lassen würde. Und das löst noch viel mehr Agression aus als herkömmliche Xenophobie oder Homophobie, weil in diesem Verdrängungszustand jeder Homosexuelle eine ernsthafte Bedrohung ist für die eigene psycho-emotionale Abwehr.

Man darf davon ausgehen, dass diese Menschen zu den renitentesten Bekämpfern von Homosexuellen zählen, weil es bei ihnen nicht mehr uns Fremdsein oder um Fanatismus geht, bei ihnen geht es um den Schutz ihres konstruierten Ichs, das zusammenzufallen droht, wenn sie hier Risse zulassen. Dass solche Prozesse noch viel unbewusster ablaufen als alles bisher hier geschriebene, dürfte jedem einleuchten.

Transphobie

So wie Homophobie eine “erweiterte Form” von Xenophobie ist und zusätzliche Auslöser haben kann, genauso ist Transphobie eine Erweiterung der Homophobie. Da gemäss offiziellen Zahlen angeblich nur jeder zehntausendste Mensch transsexuell ist, sind transsexuelle Menschen natürlich noch viel seltener als bi-/homosexuelle Menschen, die immerhin etwa 10% der Bevölkerung ausmachen dürften. Umso heftiger ist dann die Reaktion, wenn man so einem ungewöhnlichen Exemplar der menschlichen Spezies begegnet.

Genauso wie Homophobie kann auch Transphobie Folge von religiösem Fanatismus sein, was eigentlich skurril ist in Anbetracht davon, dass dieses Thema in keiner der heiligen Schriften der Religionen angesprochen wird. Und genauso wie Homophobie kann Transphobie auch eine Folge eigener Verdrängung sein.

Wenn die Geschlechtsbinarität zusammenbricht

Bei der geschlechtlichen Identität gibt es jedoch noch viel mehr Diskrepanzen als bei der sexuellen Orientierung, das gesellschaftliche Schwarz-Weiss-Bild der Geschlechter ist weitaus fundamentalistischer, es ist so ausgeprägt, dass es sich kein Mann leisten kann, “weibische Allüren” zu haben und keine Frau kann sich “burschikoses Verhalten” leisten. Die Geschlechterstereotypen sind so unbarmherzig radikal, dass wir schon fast Amok laufen, wenn ein Junge mal mit einem Barbie spielt. Infolgedessen muss eigentlich jeder Mensch gewisse Wesensanteile unterdrücken, weil es sich für einen Mann einfach nicht gehört, verzückt an Blumen zu schnüffeln und eine Frau die flucht ist eh des Teufels.

So verdrängen alle einen Teil Ihrerselbst und dann kommt jemand, der all das über den Haufen wirft? Zum Einen ist das nur schon deshalb blanke Provokation, weil es einem spüren lässt, dass in einem selbst eigentlich auch Sehnsüchte schlummern und dass man selber eigentlich auch nicht voll und ganz sich selbst ist. Zum Anderen wird einem so vor Augen gehalten, dass man selbst eigentlich auch die Wahl hätte, dieses Verhaltensgefängnis zu verlassen, wenn man denn stark genug wäre, diese gesellschaftliche Spannung auszuhalten. Und das nervt total, wenn auch nur unbewusst.

Der kleine Unterschied bei der Transphobie

Aber erst jetzt wird es so richtig spannend, denn nun wird’s echt obskur. Während bisher alles rational einigermassen gut nachvollziehbar ist, gibt es bei der Transphobie ein Phänomen, das dem Verstand nur noch schwer zugänglich ist, nämlich die Tatsache, dass Transphobie gegenüber transsexuellen Frauen um ein Vielfaches heftiger ist als gegenüber transsexuellen Männern.

Es ist nicht zu übersehen, dass Medien beispielsweise von transsexuellen Frauen viel respektloser schreiben als von Männern, es gibt kein Pendant zum Wort “Transe” und bei trans*Männern wird auch fast ausnahmslos in der männlichen Form gesprochen, ganz im Gegensatz zu trans*Frauen, über die man in vielen Medien gern ebenfalls in männlicher Form schreibt – warum dieser Unterschied? Es ist beispielsweise auch so, dass in Komödien “der Mann in Frauenkleidern” der grösste Lacher ist, während “die Frau in Männerkleidern” kaum jemanden vom Hocker reisst.

Gemäss den bisherigen Gedanken ist diese plötzliche Unterscheidung nicht nachvollziehbar. Ich bin jetzt einfach mal so frech und frage nach dem Warum – und fieserweise habe ich zwei Verdachtspunkte, die schmerzlich sein könnten, aber heut wollen wir mal nicht feige sein und blicken den Abgründen der Menschheit einfach mal frech ins Gesicht ;-)

Transphobie im patriarchalen/phallozentrischen Weltbild

Irgendwie ist es doch verdächtig, wir leben in einer patriarchalen und phallozentrischen Welt, in der der Mann als Geschöpf Gottes gilt und die Frau ein aus einem Rippenknochen geschnitztes Objekt ist – und wir haben Verständnis, wenn “eine Frau ein Mann sein will”, lachen uns aber kaputt, wenn “ein Mann eine Frau sein will” – klingelts?

Natürlich stimmen diese Zuweisungen nicht, eine trans*Frau ist kein Mann der eine Frau sein will sondern eine Frau, deren sichtbarer Körper sich grösstenteils männlich entwickelt hat und umgekehrt. Aber dank der hier schon oft kritisierten Psychopathologisierung von transsexuellen Menschen steckt das vorläufig noch so in den Köpfen dieser Welt.

Wenn wir also aus dem Blickwinkel dieser Gesellschaft schauen und diesen Irrtum annehmen, warum sollten wir dann transsexuelle Frauen so lächerlich finden, während wir für transsexuelle Männer doch überraschend viel Verständnis aufbringen? Warum sollten wir so unterscheiden, wenn nicht, weil wir den Mann als Mass aller Dinge verstehen?

Gäbe es in unseren Köpfen keinen Wertunterschied zwischen Mann und Frau, wäre eine transsexuelle Frau genauso lustig oder nicht lustig wie ein transsexueller Mann – dem ist aber nicht so. Und das sollte eigentlich nicht nur uns trans*Frauen zu denken geben, viel mehr müsste das allen Frauen zu denken geben. Denn interessanterweise haben Frauen mit transsexuellen Menschen generell viel weniger Probleme, sie reagieren oft mehr mit Mitgefühl als mit Amusement. Aber für Jungs scheint es nichts Lustigeres zu geben als ein vermeintlicher Mann, der sich vermeintlich zur Frau macht. Es scheint mir offenslichtlich, dass vorallem Männer die Transition von transsexuellen Frauen als Wertverminderung betrachten – Downgrade nennt man das in der Informatik.

Transsexuelle Frauen als trojanische Pferde

Doch so logisch wie es auch scheint, dass Männer in einem patriarchalen Denkgefängnis glauben, eine transsexuelle Frau sei das lächerlichste auf Erden, mir persönlich reicht das noch nicht als Erklärung. Es erklärt vielleicht das Gelächter der Herren, erklärt aber nicht die Gehässigkeit, die man uns manchmal entgegenbringt. Seit drei Jahren beschäftige ich mich mit diesem Phänomen und bis heute ist mir nur eine Erklärung einleuchtend. Gehässigkeit ist Gewalt und Gewalt ist immer Reaktion auf vermeintliche Bedrohung. Doch was zum Kuckuck soll an einer trans*Frau bedrohlich sein? Durch die Hormontherapie reduziert sich ja sogar die Muskelmasse und die Agressionsbereitschaqft, es wird wohl kaum ein echter Kerl Angst davor haben, dass ein transMädel über ihn herfällt. Was also haben transsexuelle Frauen, was sie für Männer zur Bedrohung machen könnte – was ausser ihrem Insiderwissen?

Ooooops, Volltreffer? Ja wir haben Insiderwissen, ich habe vier Jahrzehnte auf der anderen Seite des Zauns gegrast, ich habe erlebt wie Männer unter sich sind, wie sie über Frauen denken und reden, ich habe genug Männer erlebt, die glaubten unter sich zu sein und dann aussprachen, was sie sonst nur denken, dann, wenn Frauen anwesend sind. Ich weiss, wie leicht so manche Männer eine Frau in ihrem Kopf zu einem Objekt machen können. Was, wenn ich all das ausplaudere, wie jetzt grad?

Die Whistleblowerinnen des patriarchalen Grauens

Ich habe genug Männerabende und Frauenabende erlebt um zu wissen, dass Männer unter sich einiges despektierlicher über Frauen herziehen als Frauen über Männer. Klar, wir Mädels lästern auch gern, sehr gern sogar, aber es hat selten etwas wirklich abschätziges, es ist eher so, dass wir Jungs manchmal einfach drollig finden und uns dann darüber etwas amüsieren. Aber ich habe noch nie erlebt, dass Frauen unter sich beispielsweise über Männer so reden, als ob diese nur ein Objekt wären – die Tussi möcht ich mal flachlegen – und ich glaube, dass so manche Frau entsetzt wäre, wenn sie hören würde, was ich schon gehört habe.

Um jetzt hier nicht eine männerfeindliche Stimmung aufzubauen, möchte ich wirklich betonen, dass selbstverständlich nicht alle Männer gleich sind, genauso wie nicht alle Frauen gleich sind. Aber die Tendenz im Sinn einer klaren Mehrheit ist verblüffend und gerade für uns Frauen wie ich meine auch erschreckend.

Transphobie? Die Frage bleibt unbeantwortet

Und so beende ich nun mit dieser Frage, die ich im Raum stehen lassen muss, weil ich sie nicht abschliessend beantworten kann. Sind transsexuelle Frauen vorallem deshalb eine solche Bedrohung für Männer, weil sie wissen, wie Jungs ticken, weil sie wissen, wie sie über nicht anwesende Frauen reden und weil wir wissen, wie Jungs die Mädels zwecks flachlegen erobern? Oder spinne ich mir da in diesem letzten Punkt etwas zusammen? Das zu entscheiden überlasse ich Euch, ich bin nicht zur Richterin berufen in dieser Frage – einzig im Rahmen dieses Themas zur Whistleblowerin – mea culpa ;-)

Transphobie – Exempel aus dem Sumpf der Boulevardmedien

Ein “schönes” Beispiel über Transphobie findet man grad dieser Tage beim Boulevard-Blatt 20-Minuten. Bemerkenswert ist einerseits die gezielt falsch formulierte Ansprache im Titel, noch bemerkenswerter sind jedoch die Kommentare. Wenn man die Kommentare genau durchliest, findet der aufmerksame Leser sogar ein Paradebeispiel, ich nenne jetzt keine Namen, aber es gibt da jemanden, der in vielen Kommentarsträngen seinen Senf dazu gab und jedes Argument argumentslos niederplättet – was mag der Grund sein für seine überbordende Abwehr? ;-)
20minuten: Er kann Kanadas schönste Frau werden

EUCH kann geholfen werden ;-)

Nur eines kann ich zu den Transphoben abschliessend sagen: Transphobie ist nicht unser Problem, es ist Euer Problem, Ihr könnt uns zwar das Leben schwer machen und Euer Problem damit zu Unserem machen, aber es ändert nichts daran, dass Ihr diejenigen seid, die ein Problem habt und dass Ihr diejenigen seid, die Hilfe brauchen würdet.

Endlich zusammen – Juliet zieht in die Schweiz

Irgendwann wird es geschehen, das Wunder hier auf dieser Erde…
und eine Stimme sagt: Es werde ein neuer Tag.
(Illuminate – ein neuer Tag)

Seit über 2 Jahren führen Juliet und ich eine Fernbeziehung und sehen uns nur etwa 4-5 Tage pro Monat, viele Male haben wir vorgeschwärmt wie schön unsere lang ersehnten Wochenenden waren und genauso oft jammerte ich über die dazwischenliegende Zeit der Sehnsucht und Entbehrung. Die ganze Zeit gab es vorallem eines, das uns Kraft gab und das war die Gewissheit, dass wir irgendwann zusammenziehen würden. Nun erfüllt sich dieser Traum resp. wir erfüllen ihn, Anfang August zieht Juliet samt ihrer zwei Katzen zu mir – es ist vollbracht :-)

Geplant war es eigentlich ganz anders. Da Juliet aus mehreren Gründen viel mehr mit Hamburg verbunden ist als ich mit meiner Heimat, war der Plan ursprünglich, dass ich irgendwann nach Hamburg ziehe. Ein Szenario war, dass ich übergangsweise hinundher pendle, weil ich an meinem jetzigen Job sehr hänge. Juliet hat in einem eigenen Blogbeitrag darüber ja schon genug geschrieben, jedenfalls gab es da mehr Hindernisse als uns lieb waren, nicht zuletzt die Hamburger Wohnungssituation. So drängte sich dann immer mehr die Frage auf, ob wir fürs Erste nicht das Gegenteil tun, Juliet also hierher kommt. Nach über zwei Jahren unausgeglichenen Sehnsucht-Kuschel-Verhältnisses war der Druck dann doch gross genug und nach einem letzten Stubs meines Vaters kamen wir dann zum Schluss, dass wir nun wirklich des Sehnens müde sind und halt den Plan ändern – wir sind ja schliesslich flexibel genug um den Bedürfnissen des Schicksals nachzukommen.

Nun wird sie also im August hierher kommen und hier auf Jobsuche gehen. Wenn das soweit klappt, werden wir sicher mal die nächsten paar Jahre hier bleiben und dann nochmal über die Bücher gehen. Vielleicht gefällt es ihr ja bis dahin so gut, dass sie gar nicht mehr zurück will oder wir wollen zurück oder wir gehen nach Irland oder Grönland oder auf den Mond, wir sind ja wie gesagt flexibel ;-)

Die Zukunft ist mir persönlich momentan grad sowas von egal. Ich bin im siebten Himmel, weil ich weiss, dass ich bald tatsächlich im 7. Himmel sein werde. Noch gute zwei Monate und die Zeiten sind vorbei, in denen ich tagtäglich allein ins Bett gehe, allein dort wieder aufwache, mich allein am morgen in den Tag tüdle, am Abend wieder in eine leere Wohnung gehe – vorbei sind die Zeiten, in denen ich zwanzig Tage am Stück weder geknutscht noch geknuddelt werde, vorbei die Zeiten, in denen mein Badetuch das Einzige ist was mich streichelt :-)

Boah was werden wir uns geniessen, meine Güte :-) Und wir haben schon tausend Pläne, angefangen von der Einrichtung der Wohnung bis zu dem was wir unternehmen wollen, von Pubbesuch über Unternehmungen mit FreundInnen bis hin zu Ausflügen. Endlich werden wir genug Zeit haben um all das zu machen, was man eigentlich machen würde, was wir aber nur selten taten, weil die paar kurzen Tage die wir einander hatten einfach zu wertvoll waren, weil wir nicht anders konnten als einfach auf dem Sofa aneinander zu kleben. Es beginnt ein ganz normales Beziehungsleben – naja – so normal wie ein DuoInfernale sein kann.

Das Duo Infernale zusammen? Tagtäglich? Uiuiuiuiuiuiui das kommt gut, meine Nerven. Das Bild zu diesem Blogbeitrag passt wie Arsch auf Eimer, würde meine Hamburgerin da sagen, das wird wirklich ein Feuerwerk des Verrücktseins.

Nun bleibt nur noch zu empfehlen, das Zürcher Oberland die nächsten paar Jahre grossräumig zu umfahren. Die zwei verrücktesten Mädels der Welt sind nun an einem Ort vereint – der Wahnsinn hat eine neue Dimension :D

Langer Rede, dummer Sinn……. ich bin sowas von glücklich :-)

Zähne sind auch nur Idioten

Glaubt mir, auch wenn Zähne noch so hilfreich sind, schick aussehen können und geradezu nicht wezudenken wären, so ändert all das nichts daran, dass Zähne auch nur Idioten sind wie alle anderen Körperteile auch – man darf wie mir scheint sogar soweit gehen zu postulieren, dass Zähne eigentlich die Volldeppen im Reich der Körperteile sind, sozusagen die Turnbeutelvergesser des Körpers. Ich weiss, wovon ich rede, denn gerade dieser Tage macht einer dieser kleinen Idioten den Kasper mit mir, dass es ein Graus ist.

Anfang Jahr musste ich mal wieder zwei Zähne richten lassen resp aufbohren und auffüllen und so Quatsch. Bei einem davon, einer der Idioten die eine Wurzelbehandlung beanspruchen um sich artgerecht gehalten zu fühlen, warnte der Zahnarzt schon, dass es unklar ist, ob der das mitmacht. Die Chance ist 50/50, dass der wurzelbehandelte Zahn überlebt, andernfalls war die ganze teure Renovation für n’Arsch äh für die Katz. Blöderweise musste genau an derselben Stelle oben ebenfalls ein Zahn geflickt werden – oder ist der Wurzelbehandelte oben? Na wie auch immer, da sind nun halt zwei so frisch zertrümmertundwiederzusammengepeppte Zähne und einer davon lässt nun eben die Sau raus – und zwar sowas von sag ich Euch.

Fast den ganzen Tag spüre ich eigentlich nichts, jedenfalls nichts was die Aufmerksamkeit meines Bewusstseins erregt. Ausser zwischendurch und vorallem am Abend wenn ich auf dem Sofa rumliege oder in der Nacht wenn ich schlafen würde, wenn der Depp mich denn liesse……… dann schwillt geisterhaft aus dem Nichts der Schmerz an und erreicht innert etwa einer Minute eine unglaubliche Stärke, so dass man sich am liebsten mal schnell den Kiefer aus dem Schädel reissen möchte……….. und meist nach wenigen Minuten schwillt er genauso schnell wieder ab und eine Minute später ist Ruhe im Irrenhaus. Häääää? Was zum Kuckuck soll das denn?

Ich habe leider wirklich ein übles Zahnwerk, also sozusagen nur Idioten im Mund, dementsprechend habe ich schon so einiges an Schmerzerfahrungen durchlebt. Aber so n’Scheiss ist mir noch nie passiert, echt. Eine normale Entzündung – sofern man bei Zähnen überhaupt von einem Normalzustand ausgehen darf – hat eigentlich immer eine gewisse Konstanz. Das tut nicht einfach den ganzen Tag nicht weh und plötzlich sprengt es einem fast die Birne weg, das tun nicht mal die Beklopptesten unter den Zahnidioten – ausser eben Meiner, das kleine Arschloch……. *hüstel*……….. ‘tschuldigung…….. aber echt, wenn sich ein Zahn wie ein Huhu-Gespenst aufführt, kann man echt aus der Haut fahren.

Und das Bescheuertste ist, dass dieser Schmerz so ausstrahlt, dass ich nicht mal sicher sagen kann, welcher dieser zwei Knalltüten grad am durchdrehen ist, es tut einfach alles weh. Ich glaub, es ist der Untere, aber sicher kann ich mir nicht sein, die schreien im Chor, das ganze Pack der rechten Seite.

Grad vorhin lag ich entspannt in der Badewanne, hörte kuschlig-lauschige Musik und plötzlich geht’s los und innert einer Minute ist mir die Lust am Baden vergangen und ich trapse entnervt zurück ins Wohnzimmer – um zu bloggen – und zu tratschen, was für ein Beisshooligan mir grad das Leben zum Irrenhaus macht.

Naja, ich werd dann wohl bald mal beim Zahnarzt vorbeischauen, aber ich befürchte, dass ich schon weiss, was los ist. Der Deppzahn hat offenbar noch einen Nerv drin oder zumindest einen Teil davon. Und der spielt Irrlicht im Dunkel des Gaumens. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich das legen, der reagiert einfach noch mit so Ausbrüchen auf die Zahnreizung. Wenn das so ist, dann kann man vermutlich einfach gar nix machen als den ganzen Quatsch durchzuleben und darauf zu warten, dass dem Knallkopf die Puste ausgeht. Oder da ist wirklich eine Entzündung, dann wird’s wohl mal wieder teuer, aber das glaube ich eher nicht, eben weil eine Entzündung nicht einfach stundenlang nicht weh tut.

Auf jeden Fall bin ich mal wieder um einiges schlauer geworden durch diese Episode. Nun weiss ich aus Erfahrung: Auch Zähne sind nur Idioten, da können die nix dafür, die sind einfach so. Sie meinen’s eigentlich gut mit uns, wollen nur das Beste wie beispielsweise dem Hirn durch Schmerzsignale klarzumachen, dass da etwas nicht gut ist am Zahn. Der Zahn hat ja keinen blassen Schimmer, dass das Hirn das längst weiss, weil es die Bezahlung der Rechnung organisiert hat und jetzt noch unter Schock steht deswegen. Klar weiss das Hirn, dass da gebohrt wurde, aber der Zahn ist nunmal unwissend wie das in Hosen gehaltene Knie das sich ständig wundert weil es eins auf den Deckel kriegt ohne je die Ecke gesehen zu haben in die es geknallt ist.

Aber sie meinen’s gut, ich schwör’s, auch wenn sich das manchmal nicht so anfühlt ;-)

Schmetterlinge, Feuerbälle, Muskelkater und so Kram

Ja hallo mal wieder :-) Nach längerer Pause sollte ich mich hier wohl mal wieder melden, auch wenn es nicht allzuviel zu erzählen gibt. Das ist das Schöne daran, wenn man endlich glücklich sein kann und der Alltag weder Überlebenskampf noch euphorisierendes Neuland. Da ist nicht mehr viel Spektakuläres und gerade das ist das Spektakuläre. So ist das Gute in meinem Leben gleichzeitig auch ein wenig das Schlechte im Blog, es drängen sich kaum noch Themen auf und das macht das Blog still. Um meinen Vater zu zitieren: Wenn es hier ruhig ist, können sie davon ausgehen, dass es mir super geht – stimmt :-) Zwar gibt es eine Reihe von Themen über die ich schreiben möchte, aber all das sind entweder Themen die viel Zeit verlangen (die ich mir momentan nicht nehmen möchte) oder sie sind zu ärgerlich (was ich mir momentan nicht zumuten möchte. Trotzdem gab’s da natürlich…………

Diana im Reich der Schmetterlinge

Das Erst-Mai Wochenende verbrachte ich von Mittwoch Abend bis Mittwoch Morgen in Hamburg – so wie immer, mit Juliet herumliegend – und doch nicht ganz wie immer, denn ausnahmsweise verliessen wir das Sofa mal einen Tag lang und gingen in den lang ersehnten “Garten der Schmetterlinge” (siehe auch dieses Video). Wow war das schön, sag ich Euch. Seit Jahren möchte ich mal hier in der Schweiz den Schmetterlingspark “Papiliorama” anschauen aber weil der eine mehrstündige Zugfahrt entfernt ist, kam es nie dazu. Und da der Hamberger nur eine Stunde von Juliet entfernt ist, gingen wir also dahin – und Diana stand strahlend inmitten von rudelweise herumflatternden Schmetterlingen und gab sich der totalen Verzückung hin. Das muss man einfach mal erlebt haben, diese teils recht grossen Schmetterlinge umswirren einem wie zauberhafte Elfen, da ist man wie in einer anderen Welt.

Schmetterlinge verursachen höllischen Muskelkater

Der Weg dahin bestand aus einer Zugfahrt und einem eineinhalb Kilometer langen Spaziergang durch einen Wald zum Schmetterlingshaus. Zusammen mit der Fussstrecke zuhause zum Bahnhof und dem herumlaufen im Park waren das an die fünf Kilometer – teilweise über holprige Waldwege. Schlau wie ich bin, kaufte ich mir im Vorfeld extra dazu ein paar neue Schuhe – ohne Absätze *schauder* – und ich glaubte, ich würde so die Wegstrecke gut überstehen – denkste – die nächsten Tage stolperte ich in der Wohnung herum wie ein angefahrener Kranich und jede Bewegung war von schauerlichem Gejammer begleitet, das wieder begleitet war durch Gekicher von Juliet und Mama – diese Biester – boah ich hatte einen Muskelkater in den Waden wie noch nie in meinem Leben – und nun weiss ich definitiv, absatzlose Schuhe sind des Teufels, aber sowas von ;-)

Feuerbälle schmeissen in Amalur

Ansonsten liege ich gern rum und geniesse das Nichtstun – oder spiele ein paar Stunden pro Woche das neue Fantasyspiel “Kingdoms of Amalur“, in dem ich mal wieder als feuerballschmeissende und mitblitzenumsichwerfende Elfe unbekannte Welten rette. Uiiiiii macht das Spass :-) Unterdessen hat sich meine Spielfigur (also ich selber) von einer Zauberanfängerin zu einer richtig mächtigen Zaubererin gemausert und wenn mir dort zuviele Blickredakteure äh Kobolde auf die Pelle rücken, kann ich mit einem einzelnen Tastendruck einen riesigen Feuerregen auslösen der alles was um mich rumsteht in Schutt und Asche legt – girls power vom Feinsten :-) Ich muss mich da aber jetzt wirklich beeilen, um diese Welt dort zu retten, denn am 15. Mai kommt nach jahrelanger Warterei endlich “Diablo 3” heraus, auf das ich und ein paar zigtausend Milliarden ComputerspielerInnen weltweit mit mir – und dann dürfte ich mal für ein paar Wochen relativ häufig nicht in dieser Welt hier zu finden sein, denn dieses Spiel müsste der Hammer werden :-)

Die Forentrolle können mich mal

Was meine alltäglichen Ärgernisse in den Medien und noch mehr in deren Kommentarspalten anbelangt, ist überraschend viel Ruhe eingekehrt in meinem Inneren. Ich lese zwar so Einiges nachwievor und staune täglich wieder Bauklötze ob der menschlichen Unvernunft die mir im Speziellen in Boulevard-Kreisen entgegenkichert, aber ich reg mich kaum noch darüber auf, der einstigen Wut ist eine Art mitleiderfülltes Staunen gewichen. Irgendwie kann ich den ganzen Quatsch der sich aus dieser Gesellschaft heraus über die Welt ergiesst einfach nicht mehr ernst nehmen – und das nimmt mir den Druck weg, der mich glauben macht, ich müsste mich überall einmischen und belehren – und so bleibt mir endlich wieder vermehrt Zeit um gemütlich und unbeschwert herumzuliegen oder eben mal ein paar Feuerbälle um mich zu schmeissen :-)

In stiller Erwartung einer zauberhaften Zukunft

Ansonsten führen Juliet und ich unsere täglichen 2 Stunden Videogespräche und träumen und planen vor uns hin – wenn wir denn nicht grad wie meist am Rumblödeln sind. Doch zu Träumen und zu Planen gibt es derzeit mehr als genug, denn bei uns tut sich was in absehbarer Zeit, etwas schaurig Beglückendes – ne wir sind nicht schwanger und im Lotto haben wir auch nicht gewonnen – besser, viel besser :-) Aber was wie wo und warum behalten wir noch für uns, Ihr dürft gespannt sein, da kommt Licht in die Welt, gaaaaanz viel Licht :-)

So und jetzt geh ich in die Badewanne, ist ja wieder sonntäglicher Ruhetag, man gönnt sich ja sonst nix ;-)

Dianas Hirnzerfall beim Schuhkauf

Wir sollten uns mal wieder über die wirklich wichtigen Dinge ein paar Gedanken machen, beispielsweise das Mysteriums des weiblichen Schuhladenbesuchs und im speziellen der merkwürdigen Tatsache Aufmerksamkeit schenken, dass bei mir beim Schuhkauf regelmässig und mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit der Verstand komplett aussetzt…….. denn das hat sehr sehr seltsame Konsequenzen……..

Ich bin ja eigentlich keine Schuhfetischistin im herkömmlichen Sinn, ich hab kaum wirklich exklusive Schuhe sondern stehe im wahrsten Sinn des Wortes vorallem auf so klassische Pumps – idealerweise mit gut gangbarer Absatzhöhe von 6-8cm für den Alltag und höchstens 10cm für besondere Anlässe. Mein Problem kommt eher daher, dass ich einfach sehr klare Vorstellungen habe von einem guten und schönen Schuh. Ist er zu hoch, tun die Füsse weh, zu tief hab ich immer das Gefühl hinten rauszukippen, ist er zu eng, tun die Füsse wieder weh, ist er zuwenig eng, hat man damit keinen Halt und stöckelt wie eine sturzbetrunkene Giraffe, er darf nicht zu spitz sein, bei den Fussballen nicht zu eng und und und…… und dann braucht man sowas in schwarz für dunkle Kleider, in beige für helle Kleider, in braun und in grau und in weiss und und und……… und dann kommt der Winter und der ganze Quatsch geht mit Stiefeln wieder von vorne los *seufz*

Des Mädels heiliger Gral

So kommt es, dass die Jagd auf “den richtigen Schuh” Formen angenommen hat, die vergleichbar sind mit der einstigen Suche der Kreuzritter nach dem heiligen Gral – auch sie haben ihn nie gefunden – ich aber bleibe dran ;-) Aber es ist schon auch so, dass ich so Pumps wirklich schön finde und sie in meinen Augen das Gesamtbild eines elegant-berockten Mädels abrunden wie ein Diamant einen Ring *malscheinbarzufälligzuschatzirüberguckt*. Soviel mal als Voraberklärung, damit man sich die dahinterliegende Dramatik etwas vorstellen kann. Nun zum eigentlichen Thema, was diese wie ferngesteuert wirkende Suche nach dem heiligen Schuh für Auswirkungen hat.

Wer sucht, der findet, das sagte schon Jesus und die Kreuzritter glaubten es auch, ich auch – und ich kann sogar bestätigen, dass das wirklich stimmt. Fast immer, wenn ich einen bestimmten Schuh suche, finde ich auch innert kürzester Zeit einen bestimmten Schuh, echt wahr! Ok es ist nie der, den ich gesucht habe, aber es ist garantiert ein Schuh, den ich unbedingt noch brauchte. Juliet meckert dann zwar meist rum, ich hätte genau so einen doch schon, aber mir gehen dann die Argumente nie aus um einleuchtend zu erklären, weshalb dieser Schuh was völlig Anderes sei, weil er vielleicht 0.5cm höher oder tiefer ist, etwas weniger spitz, ein etwas helleres beige als der hellbeige Schuh den ich schon hab. Naja, so richtig begreifen tut sie’s meist nicht, aber das ändert in der Regel nichts daran, dass ich hinausziehe um ein paar Schuhe zu kaufen und dann mit zwei paar Schuhen wieder heimkomme – ohne die wirklich gesuchten Schuhe gefunden zu haben – worauf ich natürlich beim nächsten Schuhladen gleich wieder einen Ausfallschritt mache und mit quieckenden Geräuschen durch die Regale stöckle…………

Das hat nur noch wenig mit Vernunft zu tun, ich geb’s zu, eigentlich hat es gar nichts mit Vernunft zu tun, genau genommen isses sogar total bekloppt. Und so mag es erstaunen, dass das eigentlich erst die Spitze des Eisbergs ist, denn wie ausgeklinkt mein Verstand ist, zeigt etwas ganz Anderes, etwas das sogar mir ein wenig unheimlich ist.

Wissen schützt vor Torheit nicht

Wenn ich wie so oft “die Schuhe meines Lebens” gefunden habe, eben die, die nicht die sind, die ich gesucht habe, dann gerät Dian’chen in eine beängstigende Euphorie. Wie das Kleinkind vor dem Weihnachtsbaum, aufgeregt, für keine logischen Gedanken mehr zu haben……… und dann läuft das immer, ich betone, immer, genau so ab. Ich schnapp mir Grösse 40, schlüpfe mit dem rechten Fuss rein, stelle fest, dass mein Fuss da drin sitzt wie angegossen und weiss dann mit absoluter Sicherheit, dass der Schuh perfekt ist. Ich weiss mit derselben Bestimmtheit, dass mein linker Fuss verblödeterweise ein klein wenig grösser ist als der Rechte. Aber diese Information wird von meinem Restverstand in so einem Moment nicht mehr korrekt verwertet.

  • Linker Fuss an Grosshirn: “ich bin grösser als der rechte Fuss, wenn’s rechts korrekt sitzt, ist es links viel zu eng”
  • Grosshirn an Fuss: “Klappe, der Schuh passt, wir brauchen Grösse 40, das kommt schon gut”
  • Linker Fuss an Grosshirn: “mach kein Scheiss, wir kennen das zu Genüge, ich leide dann wieder den ganzen Tag”
  • Grosshirn an Fuss: “schweig und stirb wie ein Mann äh ein Fuss, ich weiss genau dass wir Grösse 40 haben und Du hast da gefälligst reinzupassen”

Und am anderen Tag steh ich auf, freu mich auf meinen ersten Auslauf mit den neuen Schuhe, schlüpfe rechts rein und erfreue mich an einem perfekten Sitz, schlüpfe links rein…….. öööööhhhhmmmmm……. versuche links reinzuschlüpfen…….. *hüstel*…….. zwänge und würge diesen verfluchten Fuss in diesen noch verfluchteren Schuh……… verdrehe dabei die Augen, gebe Grunz- und Pfeifflaute von mir, stehe wacklig auf, stöckle wie auf rohen Eiern zur Arbeit…….. und verfluchte den Tag an dem ich schon wieder zu kleine Schuhe gekauft habe und nehme mir vor, nie wieder Schuhe zu kaufen ohne Beide anzuprobieren………. und ich Idiotin glaub mir das dann auch noch.

Und so kommt der Tag, an dem ich wieder an einem Schuhladen vorbeikomme, allem Gezetter von Juliet zum Trotz hineinstürme und………….. *seufz*

Unbeantwortet bleibt das Mysterium um das “Warum”

Ich weiss nicht, warum ich das tue, echt nicht. Aber ich tu’s, immer wieder von Neuem. So wie ich öfters mal mitten in der Nacht eine Tafel Schokolade aus dem Kühlschrank hole und sie neben mir ins Bett lege – nur um ein paar kleine Stückchen zu naschen – um dann am nächsten Morgen neben einer leeren Packung aufzuwachen, ohne n’blassen Schimmer zu haben, wohin zum Kuckuck diese Schokolade verschwunden ist.

Nun wird es wohl wenig überraschen, wenn ich abschiessend noch erwähne, dass es mir bei Kleidern eigentlich ähnlich geht. Ich probier aus Prinzip nie etwas an in Läden, weil ich ja nicht blöd bin und genau, auf den ersten Blick und untrüglich sehe, ob mir etwas passt und selbstverständlich auch, ob es mir steht. Naja, zumindest rede ich mir das jedes Mal von Neuem ein, glaube mir jedes Mal wieder als hätte es all die tausend vorhergehenden Male nicht gegeben. Aber im Gegensatz zu den linken Schuhen habe ich bei Kleidern wenigstens meistens Recht. Ich hab da wirklich ein Auge dafür und so sind meine Kleider-Einkäufe meist auch erfolgreich. Aber das hat vielleicht auch mehr damit zu tun, dass Kleider etwas flexibler sind im wahrsten Sinn des Wortes. Wenn ein Shirt oder noch mehr ein Stretchkleid halt etwas eng ist, dann dehnt sich der Stoff einfach noch etwas mehr. Bei Schuhen funktioniert das nicht, deshalb weiss auch jedes Mädel, dass man immer Beide anprobiert und mindestens einen kleinen Catwalk quer durch den Schuhladen macht. Jedes Mädel weiss das, sogar ich………. nur hilft’s mir irgendwie nicht.

Und so kam es, dass ich auch heute wieder am Arbeitsplatz sass, während mein linker Fuss stundenlang vor sich hinmeckerte, weil ich ebendiese neuen Schuhe wieder trug – zum vierten Mal glaubs – und ich schwöre, auch wenn der linke Fuss jammernderweise anderer Ansicht ist – er passt bereits besser rein, es tut nur noch ein wenig weh – noch ein paar Mal tragen und beide Schuhe passen wie angegossen, sofern der linke Fuss bis dahin noch lebt :-)

Spass reloaded – Wider aller Ernsthaftigkeit

Die letzten Woche war hier Funkstille, einerseits weil wir Ferien hatten und gleich anschliessend nochmal ein gemeinsames Oster-Wochenende (wie hier berichtet), anderseits war ich sehr mit mir selbst beschäftigt. In letzter Zeit habe ich ja oft davon erzählt, dass mich die “Öffentlichkeitsarbeit” mehr aufreibt als gesund wäre und dass ich Wege finden muss, mich von all dem Kram etwas zu distanzieren.

Mein tiefsitzendes Gefühl, die Welt aufklären und aufrütteln zu müssen, drängt mich ständig dazu, die Welt mit Argusaugen zu beobachten und mich überall zu Wort zu melden und dabei verheize ich mich innerlich komplett. Das war früher schon immer so, damals als ich nicht mich selbst leben durfte, damals war die Energie so auch gut eingesetzt, ich hatte ja eh kein eigenes Leben das zu leben es wert gewesen wäre. Die letzten Wochen dachte ich über all das oft nach und verschiedene Impulse drängen mich nun in eine ganz neue Richtung, wie ich meine eine wirklich Gute.

Zeit um zu leben

Es gibt Zeiten zu kämpfen und es gibt Zeiten zu leben und zu geniessen. Ersteres habe ich lange genug getan, Zweiteres wäre gerade in Anbetracht meiner endlich durchkämpften Freiheit mehr als angebracht. Deshalb scheint es mir das einzig Richtige zu sein, dass ich mich bewusst etwas von der Welt da draussen abwende und meinen Fokus wieder viel mehr mir und meinem eigenen Leben zuwende. Ich möchte versuchen, meine Nase für eine längere Weile aus den Medien herauszuhalten und wie schon früher mal vorgenommen, nun wirklich mehr agiere als reagiere.

Eine andere Sichtweise

Nachdem ich mich in den letzten Monaten enorm aufgerieben habe wegen tausend Themen, die mir nahe gehen, in denen ich immer wieder mit Dummheit oder Grausamkeit konfrontiert wurde, wurde mir immer mehr klar, dass es so nicht gehen kann, ich kann nicht die ganze Welt “verbessern”. Genau in dieser Zeit bekam ich von einer lieben Freundin einen Buch-Tipp, ich sollte “Eine neue Erde: Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung” von Eckhart Tolle lesen, das könne meinen Blick in eine etwas bessere Richtung lenken. Und in der Tat, dieses Buch spricht viel von dem an, worüber ich mir in letzter Zeit Gedanken gemacht habe. Zusammen mit anderen Impulsen die alle in dieselbe Richtung drängten, landete ich durch ebendieses Buch vor eine Frage, die mir zu denken gab: Ich kämpfe die ganze Zeit, mal siege und mal verliere ich, falle nieder, steh wieder auf, kämpfe weiter……… aber wo ist eigentlich der Krieg?

Die Unbewusstheit als Schlüssel zum Verständnis

Diese Gedanken sind noch nicht zuende gedacht, aber es zeichnet sich immer mehr ab, dass das einzige Problem das es gibt, die Unbewusstheit der Menschen ist. Aber wenn das was ich an vielen Menschen so kritisiere und die daraus resultierenden Gedanken, die ich bekämpfe, wenn all das eigentlich nur eine Folge von der Unbewusstheit so vieler Menschen, dann gibt es keine Gegner und keine Feinde, es gibt nur Opfer, die ihr Umfeld mitbelasten – sofern man sich davon belasten lässt.

Das mit der Unbewusstheit muss ich in einem späteren Beitrag detailiert beschreiben, wichtig ist momentan nur, dass mich diese Sichtweise in die Lage versetzt, diesen kollektiven Irrsinn der mir aus dieser Gesellschaft immer wieder ins Genick springt, nicht mehr so ernst zu nehmen wie ich es bisher getan habe. Es macht keinen Sinn, auf Menschen wütend zu sein, nur weil sie sich nicht bewusst sind, was für ein Leben sie führen und wiesehr sie Sklaven ihrer ego-zentrierten Denkweise sind.

Das Leben ist zu wertvoll um es nicht wirklich zu leben

Über all das möchte ich weiter nachdenken, es scheint mir der Schlüssel zu Vielem zu sein. Aber ich möchte mich davon nicht mehr kontrollieren lassen, dazu muss ich es loslassen, diesen Drang, die Welt zu verbessern und aufzurütteln – und vorallem muss ich die Illusion loslassen, ich könnte dabei auch noch erfolgreich sein. Und mehr als all das, bin ich es meinem Leben wirklich schuldig, dass es in vollen Zügen gelebt wird, was inmitten von Schlachtfeldern nicht möglich ist.

Und so entsteht jetzt gerade ein neuer Vorsatz in meinem Leben, eine neue Zielrichtung, eine die ich während der ersten zwei Jahre meiner “Transition” eigentlich verinnerlicht hatte, die ich erst wieder verliess, als ich ganz in meinem Leben ankam und wieder Zeit hatte, die Welt da draussen zu beobachten.

Dem Lachen wieder Raum geben

Gestern kamen Juliet und ich telefonierenderweise auf ein Thema aus der Vergangenheit und dabei blätterten wir im alten Tagebuch herum und Juliet las mir kichernd einzelne Teile davon vor – und mir wurde wieder bewusst, wie sehr ich mich von meiner damaligen Lebenslust und Lebensfreude entfernt habe, wie ernsthaft und kämpferisch mein Leben doch wieder geworden ist.

Und mich überkam eine unbändige Sehnsucht, mich wieder von diesem Gefühl und dieser Zielsetzung beflügeln zu lassen, den Blick wieder in mein eigenes kleines Leben zu verschieben und wieder zu tun, was ich doch so sehr geniesse.

Wider der Ernsthaftigkeit

Das soll nicht heissen, dass mir jetzt alles da draussen egal ist und ich mich nirgends mehr einsetze, keine Sorge. Aber es soll wieder Nebenschauplatz in meinem Leben sein. Es gilt nun die beengende Ernsthaftigkeit wieder aus meinem Denken zu verbannen und wieder vermehrt in die Unbeschwertheit einzutauchen, wieder häufiger das Lachen in meinem Gesicht verweilen lassen ohne dass es von hinter mir lauernden Sorgen weggefegt wird.

Also versuche ich es, mich der Ernsthaftigkeit des Lebens wieder etwas zu entziehen und mich wieder treiben zu lassen. Das wird sich wohl auch auf dieses Tagebuch auswirken, weil es ja immer Spiegelbild meines Lebens ist. Somit lade ich Euch mit ein, der Ernsthaftigkeit etwas abzuschwören, wir sollten uns echt wieder mal über die Komplexität des weiblichen Schuhkaufs Gedanken machen, darüber habe ich nämlich grad aktuell was zu erzählen ;-)

So und jetzt geh ich in die Badewanne, mit nem kühlen Bierchen und verträumter Musik – man gönnt sich ja sonst nix :-)

Reportage: Transsexualität – Gefangen im falschen Geschlecht

Vor über einem Jahr wurde ich mal für das zu T-Online gehörende deutsche Internetportal perlfrech.de zum Thema Transsexualität interviewt, was Vielen gefallen hat. Im Rahmen einer Umstellung der Internetpräsenz wurden dort aber leider alle alten Beiträge gelöscht und so verschwand zum Bedauern meiner LeserInnen auch diese Reportage in den ewigen Jagdgründen des Webs. Aber bekanntlich stirbt nichts was mal im Internet war und wenn doch, lässt man es auferstehen. Und da ich glücklicherweise den Text noch von Korrekturlesen her habe, erlaube ich mir nun, diesen wieder zu re-posten. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal herzlich bei Tanja für die wirklich einfühlsame und gelungene Reportage bedanken :-)

Diana ist eine ganz normale Frau. Heute. Ihr Weg dahin war jedoch lang und steinig: Auf die Welt gekommen ist sie vor 44 Jahren mit männlichen Geschlechtsmerkmalen.

Weibliches Hirn, männlicher Körper

Für die meisten von uns ist es schwer zu verstehen, dass es Menschen gibt, die „im falschen Körper“ stecken. Frau ist Frau und Mann ist Mann. Punkt. Vielleicht lassen wir noch gelten, dass es Männer gibt, die einfach gerne hin und wieder Frauenkleidung tragen – und belächeln es ein wenig. „Transen“ eben. Dabei hat die reine Vorliebe für „Mädchenkleider“ überhaupt nichts mit Transsexualität zu tun – das ist eher Transvestitismus oder einfach ein Fetisch. Transsexualität jedoch ist weder ein Fetisch noch hat es mit der sexuellen Ausrichtung zu tun, sondern mit einem „falschen Körper“, in dem die andersgeschlechtliche Seele gefangen ist. Transsexuell zu sein bedeutet, dass sich das Gehirn nicht demselben Geschlecht entsprechend entwickelt hat wie der Rest des Körpers.

Eine unerklärliche Sehnsucht

Als Kind konnte Diana nicht genau definieren, was an ihr falsch war, doch dass etwas nicht stimmte, stand bereits damals für sie fest: „Meine früheste Erinnerung ist, dass ich schon als Kind – vielleicht auch unbewusst – Theater gespielt habe. Ich habe schnell gemerkt, dass es für andere albern und teilweise befremdlich wirkte, mich als vermeintlichen Jungen mit Puppen spielen oder gar im Kleidchen tanzen zu sehen“, erzählt sie. „Also habe ich mir die Jungs ganz genau angeschaut, sie imitiert und mir alles Mädchenhafte abtrainiert.“ Mit 23 hat Diana schließlich eine Dokumentation über Transsexualität gesehen, danach konnte sie einordnen, was „mit ihr los war“. „Endlich hatte ich einen Namen für die bis dahin unerklärliche Sehnsucht, die all die Jahre in mir war“, erinnert sie sich.

Jahrzehnte langes Leiden

Die Sehnsucht und ihr wirkliches Wesen hat Diana auch danach verdrängt, ist eher in ein männliches Extrem verfallen. „Ich war der knallharte Rockertyp mit Harley Davidson, habe sozusagen jedem Macho-Klischee entsprochen – zumindest optisch. Meine wahre weibliche Persönlichkeit war tief in mir eingeschlossen, musste sich vor der Welt verstecken.“ Für die 44-Jährige folgten Jahre der Selbstverleugnung, Zerrissenheit und des inneren Leidens. „Mein einstudiertes maskulines Verhaltensmuster habe ich über die Jahre perfektioniert, habe quasi immer eine Maske getragen. Ich war nicht wirklich ich selbst, konnte mich nie zulassen.“

Erstes Outing mit 44

Mit 44 outete Diana sich zum ersten Mal gegenüber einem anderen Menschen: Sie gesteht ihre Transsexualität ihrer damaligen Lebenspartnerin. Diese reagierte verständnisvoll. In den eigenen vier Wänden konnte Diana nun also auch äußerlich eine Frau sein, Kleider und Make up tragen. Musste sich nicht mehr verstellen. Doch der Druck, in der Öffentlichkeit eine Maske aufsetzen zu müssen, blieb. Als die Beziehung nach einigen Jahren auseinander ging, nahm Diana sich Zeit zum Nachdenken. Nach etwa einem halben Jahr machte es eines Abends „Klick“ in ihrem Kopf und sie entschied: Schluss mit Maskerade und aufgesetzter Männlichkeit – sie konnte einfach nicht mehr weiter diese Lüge leben.

Verständnis bei Familie, Freunden und Kollegen

Diana beschloss, nun auch öffentlich zu ihrer Weiblichkeit zu stehen – mit allen Konsequenzen. Sie wollte endlich ihr Leben leben, endlich ganz und gar Frau sein – und war bereit, den schweren Weg, der vor ihr lag, zu gehen. Als erstes outete sie sich bei Freunden und Familie, dann in der Firma, in der sie seit einigen Jahren als Programmiererin arbeitete. Sie traf auf weit mehr Verständnis als erhofft. Kollegen, Freunde und Familie hatten überwiegend keine Probleme mit ihrer Offenbarung. Die erste Hürde war genommen.

Extrembelastung Alltagstest

Um am Ende die Zulassung und Kostenübernahme zu einer genitalangleichenden Operation zu bekommen, musste Diana mindestens ein Jahr lang öffentlich als Frau leben – der sogenannte Alltagstest. Dieser Alltagstest ist gerade für transsexuellen Frauen sehr belastend. Der durch jahrelange Testosteronproduktion extrem männliche Körper wirkt in weiblicher Kleidung auf die Umwelt meist etwas befremdlich und teilweise recht belustigend. Bartschatten und andere markante Merkmale verschwinden schließlich nicht über Nacht. Nicht selten wird jeder Gang vor die Haustür so zum Spießrutenlauf. Kommen Optik und Auftreten möglichst perfekt an das wahre Geschlecht heran – in Dianas Fall also weiblich – nennt man das „ein gutes Passing“. Um eben diese gute Passing zu erlangen, begann Diana sofort, Bart- und einige Körperhaare weglasern zu lassen. „Die Angst, plötzlich unfreiwillig als vermeintlicher Mann „geoutet“ oder verspottet zu werden, war immer da“, erinnert sie sich an die Anfangszeit zurück.

Psychische oder biologische Ursachen?

Auch zu einem Therapeuten ging Diana regelmäßig, das ist ebenfalls Pflicht: „Das Entwürdigende ist, dass du dich als gestörten Mann diagnostizieren lassen musst, um als die Frau anerkannt zu werden, die du schon immer warst“, erzählt sie. „Dabei gibt es mittlerweile viele Untersuchungen, die beweisen, dass Transsexualität eben keine Wunschfrage und keine psychische Störung ist, sondern biologische Ursachen hat. Die maßgeblich geschlechtsbestimmenden Hirnregionen einer transsexuellen Frau entsprechen der weiblichen Anatomie“, weiß sie. Um ihr Passing noch weiter zu verbessern, kamen Besuche bei einer Logopädin hinzu. „Die tiefe, testosterongeprägte Stimme und auch die eher männliche Sprechweise, die ich mir in all den Jahren antrainiert hatte, gaben doch immer wieder meine Vergangenheit preis“, ärgert sie sich ein wenig.

Endlich angekommen!

Mittlerweile ist Diana ihren Weg unbeirrbar gegangen – egal, welche Schwierigkeiten ihr auch begegneten. Die genitalangleichende Operation hat sie hinter sich gebracht und ist nun nicht nur mit Seele, sondern endlich auch mit dem Körper ganz Frau. „Jetzt kann ich mich annehmen, wenn ich vor dem Spiegel stehe. Das bin einfach ich! Mein erster Gedanke nach der OP war: Endlich ist es vorbei!“. Sie lebt nun das richtige Leben im richtigen Körper. Sie ist eine attraktive Frau mit viel Stil, Charme, Humor – und Kraft. Mit 44 Jahren endlich angekommen.

Ein vergnügter Sommeranfang samt Stressresistenz

Es gibt Leute, die sagen, ich sei verrückt, andere halten mich für irre – wisst Ihr was? Sie haben alle Recht und das ist auch gut so – nicht, dass sie Recht haben sondern dass ich verrückt genug bin um mein Leben zu leben, auch wenn’s manchmal etwas bekloppt ist.

Und so kam heute mal wieder einer dieser Tage, an dem ich unerklärlich vergnügt aufstand, mich antüdelte, vor den Kleiderschrank in Achtungsstellung ging und weiss der Kuckuck was in meinem Kopf vorging……..

……. und meine biologische Uhr schaltete auf Sommer, meine Laune auf Sommerlaune, mein Übermut näherte sich dem eines Fohlens das zum ersten Mal auf der Weide rumhopsen kann……..

…….. und schon hatte ich es an, dieses schulterlose Stretchkleid – zum ersten Mal in meinem Leben trug ich schulterfrei – ich blickte ein letztes Mal in den Spiegel, attestierte mir uneingeschränktes Beklopptsein und stöckelte zur Arbeit. Hach ist das schön, jung und verrückt zu sein.

Naja, jung……. beschränken wir uns auf verrückt, das reicht auch für einen guten Tag.

Offenbar hat mir meine zweiwöchige Badewannenphase gut getan. Nicht nur, dass ich mir dabei bewusst werden konnte, wo der Schuh drückt, es zeichnen sich auch neue Strategien ab, mit all dem klar zu kommen. Und das wiederum führte zu einer Art Befreiung, ich konnte wieder etwas loslassen und das wiederum bringt mich langsam auf Kurs, scheint es jedenfalls. Die letzten paar Kommentare die ich gestern und heute irgendwo deponierte, waren entweder ganz einfach sachliche Informationen, die ich deponierte und es damit beliess, dass gesagt wurde was gesagt werden muss – oder ich entlarvte den zu kritisierenden Text mit zuckersüsser Ironie, so dass er eigentlich auch vom Tisch war und ich dabei auch noch eine schelmische Freude erleben durfte….. Ich sollte mal wieder Epiktet lesen, der Kerl hatte es echt drauf ;-)

Dass ich seit gestern wieder steil aufwärts schwebe, erstaunt vorallem auch deshalb, weil gerade dieser Tage ein paar sowas von hässliche Dinger auf meinem Monitor landeten, dass ich eigentlich mit der virtuellen Kettensäge hätte bloggen müssen. Das Gröbste war ein Beitrag im Magazin einer “Homosexuellenorganisation”, in dem der Standpunkt vertreten wurde, dass man transsexuellen Mädchen nicht helfen solle, weil die in Wirklichkeit homosexuelle Jungs seien die ihre Sexualität verdrängen würden. Öhm, Transphobie in einem “Homosexuellenmagazin”? Sorry, aber diese Trans=Homo Theorie ist längst widerlegt und stammt aus einer Zeit, in der dieselben Sexologen die uns Transsexuelle psychopathologisieren, auch Homosexuelle als psychisch gestört klassifizierten. Der Autor sollte sich also hüten, dieses Denken wieder aufzuerwecken. Jedenfalls ärgerte ich mich zwar kurz mal heftig darüber und werde vermutlich in einer Form darauf reagieren, aber dieser Blödsinn haute mich nicht um. Da war einfach sowas in mir, etwas das sagte: lass den Troll Troll sein, lass Dir Deine Vergnügtheit nicht verderben, heute ist ein guter Tag……

Und ich ging in mein Raucherräumchen eine rauchen, schaute in den strahlend blauen Himmel, blickte an mir runter und sah, was ich verrücktes Huhn heute wieder angezogen habe – und bei all dem fühlte ich mich einfach glücklich und zufrieden und irgendwie begann mich diese Episode sogar zu amüsieren. Dass jemand solchen Unsinn erzählen kann ohne auf der Stelle vom Blitz getroffen zu werden, hat was von Comedy, wär’s nicht wahr, könnte man sich darüber kaputtlachen.

Und so verging der Tag wie im Flug und meine Laune blieb bis jetzt so vergnügt, wie Schmetterlinge im Frühling nunmal sind………. achja, ging’s nicht mal noch ums Kleid?`Also mal so ganz unter uns, wenn ich mir das Foto so anschaue, dann beschleicht mich schon auch das Gefühl, dass ich zumindest an gewissen Tagen ein ziemlich verrücktes Weibchen bin. Aber diese äusserliche Selbstentfaltung, die mir nach so langer Entbehrung endlich möglich ist, dieses ständige sich neu suchen und neu finden und neu erfinden, all das ist nachwievor etwas Berauschendes.

Das wirkt auf mich wie jemand der ein Leben lang in Ketten eingekerkert war, eines Tages raus kann und dann ständig an Ort in die Luft hüpft wie bekloppt. Da fragt einer, sach mal, was zum Geier hüpfst Du da rum wie blöd? Keine Ahnung, antwortet der Hüpfmensch, ich hab einfach so n’Bewegungsdrang in mir, es fühlt sich einfach so ungewohnt schön und befreiend an, immer wieder zu spüren, dass ich mich wirklich jederzeit und in jede Richtung bewegen kann wie mir danach ist. Und wenn er nicht gestorben ist, dann hüpft er vielleicht heute noch ;-)

Und doch habe auch ich manchmal diese Stimme in mir, wie heute morgen, die mir energisch zuzischt: Haste jetzt n’Totalschaden, Du kannst doch nicht in dem Fummel zur Arbeit……….. naja, was soll ich sagen, offensichtlich konnte ich doch, Theorie widerlegt, ich kann sehr wohl :-)

Und falls doch noch jemand unter den Mitlesenden denkt, ich würde es übertreiben – tragt mal vier Jahrzehnte lang die Kleider des anderen Geschlechts und dann reden wir nochmal darüber ;-)

In dem Sinn – mögen wir unser Verrücktsein nie verlieren, denn gerade dieses Verrücktsein kann manchmal der Quell wahrer Lebenslust sein – Carpe Diem!

Nachtrag: ATME hat soeben zu diesem obgenannten Magazinbeitrag Stellung genommen:
Einer von der taz schreibt und ATME schweigt immer noch

Badewannen-Blues – ich bin des Streitens müde

Seit über zwei Wochen komme ich jeden Abend nachhause, fühle mich wie unter Strom und kann nicht anders als erst mal ein bis zwei Stunden in die Badewanne zu liegen, mich dahin treiben lassen an den Ort, an dem die Welt noch in Ordnung ist, weit weg von der Welt. Diese unfreiwillig-freiwillig genommenen Auszeiten zeigen mir in aller Deutlichkeit, dass etwas nicht in Ordnung ist und dass ich nun wirklich über die Bücher muss. Diese Welt da draussen zerreibt mich wie ein Mühlstein und wenn ich nicht bald einen konstruktiveren Umgang damit finde, wird sie mich zermahlen. Viel mehr weiss ich noch nicht, aber es ist immerhin mal eine Richtung………..

Die letzten drei Jahre war ich so sehr mit mir selbst beschäftigt und der Alltag war derart fordernd, dass ich kaum noch Energie hatte um mich mit dem “Weltgeschehen” auseinanderzusetzen. Aber nun, da ich in meinem Leben angekommen bin und eigentlich ein lebenswertes Leben führen darf, wird wieder Raum frei und wie ein pawlow’scher Köter tue ich das was ich schon immer tat, in einer Zeit, in der ich kein eigenes Leben hatte sondern mich nur mit der “Rettung der Welt” beschäftigen konnte.

Es vergeht kein Tag ohne dass ich irgendwo in den News etwas lese, das mich interessiert – oft zermürbt mich bereits das was ich da lese genug, aber spätestens wenn mich meine Neugier dazu treibt, zu lesen, was die LeserInnen darüber denken, weil ich wissen möchte, was “die Volksseele” darüber denkt, finde ich mich in einem Morast wieder, der mich zu ersticken droht. In der Regel finde ich da auf Anhieb mindestens ein dutzend von “Ansichten”, die der Realität derart spotten, dass ich diese Desinformation berichtigen müsste. Wo in aller Welt soll ich da anfangen? Und wie soll ich mir erhoffen, aufzuklären, wenn die Verblendung oft so tief verwurzelt ist und so Manche nicht mal elementarste Gedankengänge vollziehen?

Und da beginnt eine unerträgliche Zerrissenheit. Je notwendiger eine Intervention wäre, umso mehr verspüre ich den Drang, “die Wahrheit” zu retten und aufzuklären – aber gerade dann, je notwendiger es ist, desto offensichtlicher ist meist auch die Sinnlosigkeit dieser Bemühung. Schon wieder ein Krieg der nicht gewonnen werden kann, schon wieder eine Wand, in die ich ungebremst hineinrenne.

Es gibt soviel Unwahrheit die verbreitet wird, sei es ob man auch ohne AKWs Strom produzieren kann oder ob sogenannt “bürgerliche Politik” dem Bürger dient bis hin zur Lüge, transsexuelle Frauen seien trotz weiblicher Hirnanatomie “biologisch männlich” als würde das Hirn nicht zum Körper gehören. Wo ich hinsehe, überall wird so Blödsinn verbreitet und eine Heerschar von Denkanalphabeten plappern den ganzen Quatsch hinterher ohne diese aufgeschnappten Ergüsse zu hinterfragen.

Ich müsste bei jedem Thema dem ich mich widme gleich mal ein dreibändiges Buch schreiben, für Leser, die meist schon bei Dreizeilern überfordert sind. Es tut mir leid, wenn ich hier und jetzt unfreundlich wirke, aber das ist nunmal die Realität die sich mir zeigt. Beim Diskutieren halte ich es wie bei Abstimmungen, wenn ich mich mit etwas ernsthaft auseinandergesetzt habe, dann rede ich darüber resp. stimme ab, aber wenn ich mich nicht damit beschäftigt habe, egal wieviel Propaganda mir vor Augen geführt wurde, dann halte ich die Klappe und überlass die Diskussion oder den Entscheid denen, die wissen, wovon sie reden – aber scheinbar gehöre ich diesbezüglich zu einer Minderheit. Gerade in Kommentarspalten von Onlinemedien tummeln sich offenbar mehrheitlich Solche, die ihr Unwissen als Wissen verpackt ausspeien und damit Andere, Unschlüssige, sogar von diesem Quatsch überzeugen.

Dieser ganze Blödsinn reibt mich wie eh und je auf und es gelingt mir bisher einfach nicht, einen einigermassen gesunden Umgang damit zu finden. Ich bin der festen Überzeugung, dass man widersprechen muss, wenn einem der Unsinn entgegen galoppiert. Und ich bin genauso der Überzeugung, dass es viel zu Wenige gibt, die gegen diesen kollektiven Stumpfsinn ankämpfen. Aber ich spüre genauso, wie mich dieser nie endende und selten zu gewinnende Krieg ausbrennt – und ehrlich gesagt, mein endlich erkämpftes Leben ist mir zu wertvoll, als dass ich mich bis zum bitteren Ende verheize.

Meine täglichen Badeattacken zeigen in aller Deutlichkeit, was meine Seele mir sagen will. Ich versuche auf diese Stimme zu hören, gönne mir diese Auszeiten und versuche mich zurückzuhalten so gut es geht. Ich brauche jetzt wirklich mal Ruhe und muss in mich gehen und einen konstruktiven Weg finden, mit diesem Schlamassel umzugehen. Zu versuchen, die Welt zu verbessern, ist eine erstrebenswerte Tugend – aber dabei selber zugrunde zu gehen, geht zu weit, definitiv.

Also versuche ich auch hier, mich zurückzuhalten. Versucht habe ich es ja schon öfters, wie Ihr wisst, geschafft habe ich es bisher nie – aber das soll mich nicht davon abhalten, es erneut zu versuchen – ich geb wie immer mein Bestes ;-)

Dein Leben wird dadurch nicht flach und dumm,
wenn du weißt, dass dein Kampf erfolglos sein wird.
Es ist viel flacher, wenn du für etwas Gutes und Ideales kämpfst
und nun meinst, du müsstest es auch erreichen.

(Hermann Hesse – Steppenwolf)

Entpathologisierung beginnt bei uns selbst

Schmerzlich wird mir immer mehr bewusst, wie aussichtslos der Kampf gegen Sexologen und Medien ist, solange viele Betroffene sich selbst die Narrenkappe der “Geschlechtsidentitätsstörung” anziehen und die zugegebenermassen nett klingende “Mär der Identitässtörung” inszenieren. Wenn nicht mal die “eigenen Leute” zu sich selbst stehen können, wie wollen wir da je etwas verändern in der öffentlichen Wahrnehmung von transsexuellen Menschen? ………. Ich nähere mich bedenklich dem Punkt an dem mir alle den Buckel runter rutschen können.

Diesen Text schleuderte ich letzte Woche wütend in mein Facebook-Profil, nachdem ich die Internetseite einer “Selbsthilfegruppe” fand, die sich als Interessenvertretung für transsexuelle Menschen versteht. Was ich dort zu lesen bekam, war wie die Quadratur dessen, was ich seit Längerem in zunehmendem Mass feststelle – dass die Zahl derer zunimmt, die im Guten versuchen, die Interessen von transsexuellen Menschen zu vertreten, dabei aber ohne es zu merken einen wie ich meine radikalen Totalschaden anrichten, indem sie willig die Mär der Geschlechtsidentitässtörung übernehmen und vertreten.

Ein herausgerissener Satz aus der Website dieser “Selbsthilfegruppe” soll dies verdeutlichen:

Zusammenschluss von Selbsthilfegruppen für Menschen mit transidentischem Empfinden, also Menschen, die körperlich entweder dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht angehören, sich jedoch als Angehörige des anderen Geschlechts empfinden

(Zitat einer Selbsthilfegruppe für transsexuelle Menschen)

Mit Verlaub, aber wenn “wir” uns so deklarieren, brauchen wir keine Psychiater und Sexologen, die uns zu gestörten Männern erklärt, die gnädigerweise und von uns dankbarerweise angenommen nun so leben dürften als seien sie weiblich.

In einer Zeit, in der alle wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür sprechen, dass Transsexualität biologische Ursachen hat, dass Transsexualität vermutlich durch Hormonstörungen im Embryonalstadium ausgelöst wird, dass transsexuelle Frauen eine weibliche “Hirnanatomie” haben (und transMänner umgekehrt), in so einer Zeit ist es einfach absurd, wenn transsexuelle Frauen hinstehen und sagen, sie seien körperlich männlich (als wär das weibliche Hirn kein Teil des Körpers) und hätten “den Wunsch” dem “anderen Geschlecht” anzugehören (als wäre das tief verankerte Wissen um das eigene Geschlecht eine Wunschfrage)……….. da bleibt mir irgendwie die Luft weg ob soviel Selbstverleugnung.

“Einfach” geht die Welt zugrunde

Wenn man solche “Öffentlichkeitsarbeit” kritisiert, wird oft argumentiert, man wolle es eben ganz einfach und leicht verständlich halten, damit “Otto Normalverbraucher” das verstehen kann. Ja dieser Wunsch in Ehren, aber die Vereinfachung sollte nicht die Wahrheit dabei verlieren und genau das geschieht öfters als uns lieb sein sollte. Klar dürfte es schwer werden, nichtbetroffenen Menschen einen Vortrag zu halten über neurologische Forschungen und Hirnstrukturen und Hormonstörungen im Mutterleib und so weiter. Das vereinfacht zusammenzufassen und nebenbei noch klarstellen, dass Transsexualität nichts mit Sexualität zu tun hat, obwohl es *sexuell heisst, ja das ist eine Herausforderung.

Da wirkt solch “weichgespülte” Information verständlicher, das klingt dann wie ein Gemisch aus Platzangst und einer Kolibriphobie, irgendwie harmlos……. aber was genau haben die Leute dann so einfach verstanden? Biologisch männlich, fühlt sich weiblich………… also nochmal vereinfach: Mann will Frau sein? ………… toll, und was genau haben wir jetzt da gewonnen? Und wie glauben wir, könnten wir unser Recht auf Selbstbestimmung einfordern, wenn wir der Welt vorlügen, wir seien Jungs, die Mädels sein wollten, nur weil wir uns einreden, sie würden wenigstens das eher verstehen? Und so ein Scheiss soll eine FRAU machen, nur weil sie nicht erklären kann oder will, warum genau ihr Körper nicht die Geschlechtsmerkmale bildete, die ihrem Geschlecht entsprechen?

Menschenrechte sind radikal

Besonders stossend empfinde ich, dass ausgerechnet diejenigen, die auf diese Weise ohne es zu merken zu Helfershelfern einer Psychopathologisierungs-Maschinerie werden, diejenigen ständig kritisieren, die sich ernsthaft und ehrlich für echte Selbstbestimmung einsetzen, die sich nicht zufrieden geben mit der Verlängerung einer Kette sondern wirkliche Freiheit einfordern.

Menschenrechte sind radikal, da gibt es keinen Ermessensspielraum. Entweder ich kann ein selbstbestimmtes Leben führen oder ich kann es nicht. Es bringt uns nur oberflächlich etwas, wenn wir uns freuen über eine netter klingende Diagnosebezeichnung, wenn wir durch das Annehmen dieses Etiketts bestätigen, dass wir jetzt nett formulierte Gestörte sind.

Natürlich soll man sich über Teilerfolge freuen wie beispielsweise den Fall des deutschen Transsexuellengesetzes, aber man darf dabei nicht vergessen, dass transsexuelle Menschen solange nicht verstanden und respektiert werden, bis man sie endlich ohne diese Zerrbrille der Identitätsstörung darstellt – und das beginnt bei uns!

Die unbedeutende Frage, wer ICH bin?

Oft werden “wir Radikalen” kritisiert, man hätte doch ernsthaftere Probleme als so kleinkarierte Formulierungsgeschichten. NEIN – es geht eben nicht um Kleinigkeiten, es geht um die fundamentale Frage, wer ICH bin, die nur ich selbst beantworten kann und es geht um die Frage, ob ich mein ICH selbstbestimmt entfalten kann oder ob die Welt um mich herum entscheiden darf wer ich bin. Alles Andere sind Kleinigkeiten! Ob ich nun 3 oder 6 oder 12 Monate Alltagstest mache, es nimmt mir in jedem Fall für diese Zeit die Entscheidungsgewalt über diese zwei Fragen. Weder wer ich bin wird anerkannt noch wie ich mich entfalte. Solange ich irgend jemanden fragen muss, ob ich sein kann, wer ich bin, solange bin ich nicht selbstbestimmt, so lange bin ich nicht frei.

Eine kleine Metapher aus der Sklavenwelt

Versuchen wir ein Gedankenexperiment, Metaphern sind ja gute Inhaltsvermittler ;-) Stell Dir vor, Du seist ein Sklave, bist angekettet, musst den ganzen Tag ackern, wirst geschlagen, bist kein Mensch, nur ein Sklave……….. und eines Tages kommt der Massa und sagt, ey von heute an bist Du nicht mehr Sklave, Du bist jetzt “mein Leibeigener”. Du darfst auch das Haus verlassen, wenn Du mich um Erlaubnis gefragt hast…………. bist Du nun ein freier Mensch oder bist Du es nicht?

Transidentität – die lieblich klingende Selbstverleugnung

Als ich zum ersten Mal das Wort “transident” las, war ich hell begeistert. Das klang soviel angenehmer und weitaus weniger anrüchig als dieses eklige “transsexuell”. Also zog ich dieses Mäntelchen an und begann so auch mein erstes Blog unter dem Motto “Tagebuch einer transidenten Frau”. Erst Monate später und um eine Unzahl an Blogtexten und Buchinhalten schlauer begann mir einzuleuchten, dass da eigentlich etwas überhaupt nicht stimmt.

Der Haken an dieser hübschen Falle liegt eben darin, dass das Wort “transident” eine Ableitung der offiziellen englischen Diagnose ist, die “gender identity disorder” heisst, zu gut deutsch “Geschlechtsidentitätsstörung”. Auf der anderen Seite, Transsexualität hat ja nichts mit Sexualität zu tun, das Wort ist vom Englischen “sex” abgeleitet und steht im Gegensatz zum “gender”, das eher das sogenannt soziale Geschlecht meint. Also was nun, egal wie ich mich deklariere, ich zieh so oder so die Arschkarte.

Doch wenn man nun die Erkenntnisse der Wissenschaft ernst nimmt, dann ist “transsexuell” nunmal richtig, meine “Geschlechtsidentität” ist das Mass aller Dinge, nur der Restkörper hat sich irgendwie verirrt. Ich stehe also nun vor der Wahl, ob ich mich als gestörten Mann ausgeben soll um damit ein Minimum an Scheinverständnis zu sichern oder ob ich mich als die Frau ausgebe die ich bin, die nunmal einfach nicht dem eigenen Geschlecht entsprechende Geschlechtsmerkmale aufwies – und riskiere, dass man gar nix versteht – würde aber immerhin wenigstens mir selbst treu bleiben.

Entpathologisierung gibt’s nicht in Raten

Viele scheinen sich nicht wirklich bewusst zu sein, worum es hier wirklich geht. Solange man uns für gestört erklärt, braucht es auch Psychiater, die diese “Diagnose” stellen, dazu braucht es Begutachtungen, Tests, dazu braucht es all die Entmündigung, die eine Gesellschaft eigentlich nur bei “psychisch gestörten Menschen” rechtfertigen kann. Aber daran wird sich nicht viel ändern ausser den Parametern – die Ketten werden sicher mit der Zeit länger – aber die Ketten bleiben und damit bleibt die Unfreiheit……. Zumindest dann wird sich nichts ändern, wenn wir selber dem Stockholm-Syndrom gleich internalisierte Transphobie betreiben uns selbst als Geschlechtsidentitätsgestörte ausgeben.

Nur Authentizität vermittelt Wahrheit

Wahrheit wird durch Wahrhaftigkeit vermittelt und diese wiederum ist vorallem Folge von Authentizität. Wenn ich mir irgend ein hübsches Uniförmchen anzieh und mich hinter netten Formulierungen verstecke, bin und wirke ich nicht authentisch. Wie soll eine Frau authentisch sein, wenn sie erklären soll, sie sei ein Mann der eine Frau sein will, obwohl sie und nur sie genau weiss, dass sie eine Frau ist? Authentisch bin ich dann, wenn ich mich als das ausgebe was ich bin, eine Frau wie alle Anderen, die wie so mache Anderen ein körperliches Leiden hatte, das medizinisch behandelt werden konnte – denn das ist die Wahrheit, alles Andere sind faule Kompromisse.

Es geht auch anders, ich weiss wovon ich rede.

Ich spreche aus Erfahrung, ich habe Beides schon versucht. Und ich weiss, dass man schon mit einem kurzen Gespräch so einiges erklären kann, das den Blickwinkel deutlich verändern. Jemandem zu erklären, dass sich mein Körper halt leider schon im Mutterbauch nicht in dasselbe Geschlecht entwickelt hat wie das zentrale Gehirn, ist nicht sooooo eine Wahnsinnsgeschichte, ein dahergeflogenes Einhorn wäre weitaus schwerer zu vermitteln ;-) Und das wirklich Verrückte daran: nach meiner Erfahrung sind die Leute meistens nicht verwirrter als wenn ich mit diesem Geschlechtsidentitätsstörungsquatsch aufwartete – und zusätzlich erfahren sie sogar die Wahrheit, was will man mehr?

Schluss und so

Abschliessend möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich mit dieser ganzen Predigt niemanden angreifen will. Ich drücke hiermit meine Besorgnis aus und versuche, auf Gefahren hinzuweisen und ich versuche allen die es angeht ins Gewissen zu reden, dass sie nochmal genauer darüber nachdenken, als wen oder was sie sich und damit ein Stück weit uns alle repräsentieren wollen.

Auf in eine atomfreie Blog-Zukunft


Nun hab ich’s endlich geschafft und meine Blogs sind umgezogen – und das Genialste daran ist, dass meine Webseiten ab sofort auf einem Server laufen, der nur Ökostrom verwendet, genaugenommen Wasserkraft, meine Blogs sind also ab sofort atomfrei betrieben, cool was?

Möglich macht dies die Firma Unaxus, die ihr Datencenter mit Strom der TÜV-zertifizierten NaturEnergie AG betreibt, womit der gesamte Betrieb nicht nur atomfrei ist sondern auch eine recht gute CO2-Bilanz hat. Wie gut Unaxus ansonsten ist, kann ich natürlich noch nicht abschliessend beurteilen. Die Server scheinen stabil und schnell zu laufen, die Administration ist etwas gewöhnungsbedürftig aber ok und der Support reagiert schnell und kompetent. Einziger Haken ist, dass der Support übers Wochenende weg ist, aber dafür ist er ansonsten mit deutsch sprechenden Supportern besetzt, die auf Anfragen nicht nur mit ja/nein antworten sondern wie richtige Menschen schreiben ;-) Ne ernst, ich hab ein gutes Gefühl und fühl mich fürs Erste gut aufgehoben dort – und eben, atomfrei *megasmile*

Ich war nun etwa ein Jahrzehnt bei einer amerikanischen Firma eingemietet, aber ich war nie wirklich glücklich dort. Ursprünglich landete ich dort, weil die damals die Einzigen waren, die ein Angebot hatten, das meinen Bedürfnissen entspricht. Unterdessen bieten alle das an was ich brauche, aber ein Umzug schien mir immer zu mühsam. Aber in den letzten Monaten artete es immer mehr aus, einerseits wurden die dortigen Server immer wieder durch Hacker verseucht und ich hatte regelmässig Phishing-Webseiten in meinen Blogs, dann happerte es mit dem englisch-sprachigen Support und zuguterletzt kam ich plötzlich nicht mehr auf meine Blogs, weil ihre Server irgendwo im Hinterland der Tschechei rumliegen und mein Internetanbieter irgendwo auf dem Weg dahin ins Niemandsland verschwand. Somit hatte ich endlich keine andere Wahl und begann den Umzug.

Die ganze Umstellung war ziemlich stressig, weil man sowas von viel Tüdelkram machen muss und ja nichts vergessen darf, damit am Schluss nicht alles in den Sand gesetzt wird. Das Problem hierbei ist, dass ich zuerst alles von den alten Servern runterkopieren und auf die neuen Server verteilen muss, hinzu kommen alle Mailadressen, die ebenfalls umziehen müssen. Wenn man glaubt, man hätte alles, kann man bei der zentralen Domainverwaltung (hierzulande switch.ch) den Server umleiten lassen, was dann im Verlauf der folgenden Stunden geschieht. Irgendwann ist es umgestellt und wenn man was falsch gemacht hat, läuft plötzlich gar nix mehr und Zugriff auf den alten Server hat man dann auch nicht mehr (jedenfalls bei meiner alten Hostingfirma).

Aber alles lief prima bisher, alle Blogs von agirl.ch und tgirl.ch sind umgestellt und laufen wie ich meine deutlich schneller und wie ich hoffe auch stabiler als früher, als die Seiten immer mal wieder abgesoffen sind.

Da ich nun eh alles rumkopieren musste, habe ich die letztes Jahr freiwillig-unfreiwillig gelöschten Fotos gleich wieder mit reingepackt und so sind nun die Lücken in den alten Blogs wieder geschlossen. Vorallem diana.tgirl.ch sah ja teilweise aus wie in Stücke geschossen, nun ist wieder alles wie auf dem Ponyhof :-)

Nachdem ich in den letzten Monaten soviel Ärger hatte mit dem alten Server, eben grad wegen dieser nervigen Phishing-Attacken, war mein Begeisterung arg beschränkt, irgendwas mit meinen Webseiten zu machen. Nun bin ich wieder voller Begeisterung und hab meine Blogs wieder so richtig doll lieb ;-) Und so hoffe ich, dass ich auch wieder vermehrt zum Bloggen komme, ist ja echt schlimm wie wenig ich in letzter Zeit hier schreibe. Nun denn, hoffen wir mal das Beste für die Zukunft dieses Blogs, die Zeichen stehen gut.

So und wer nun wie ich auch auf ökostrom-betriebene Server umsteigen möchte, meldet sich einfach hier bei Unaxus – hier werden Sie geholfen ;-)

Der Frühling ist eingeleutet

Jauh, endlich wieder, diese Woche war der Frühlings-Anfang – naja nicht nach Kalender, aber was wissen die schon. Ne echt, diese Woche hat das Frühjahr offiziell begonnen und wisst Ihr woran man das merkt? Ich war erstmals wieder mit anständigem Schuhwerk unterwegs, also mit Pumps :-) Und das ist bekanntlich die verlässlichste Bauernregel die es gibt: wenn Dianchen zur Arbeit stöckelt, hat der Frühling begonnen.

Seit ich aus Hamburg zurück bin, finde ich mich hier plötzlich in kuschligen 14 Grad bei teils strahlendem Sonnenschein, hach……….. schon am Mittwoch war’s so warm, dass ich bereits im kurzärmligen Kleid zur Arbeit ging, aber am Donnerstag wurde erstmals wieder von Stiefeln auf Pumps umgestellt und das ist ein untrügerisches Zeichen für den Jahreszeitenwechsel ;-)

Und entsprechend habe ich es genossen. In der Stiefel-Zeit kann ich mich einfach nicht so richtig entfalten, die Dinge die mir am meisten gefallen, sind halt alles eher warmwetter-orientierte Kleidungsstile. Und so gab’s zur Feier des Tages gleich noch ein neues Oberteil, das ich seit einiger Zeit habe und noch nie tragen konnte. Uiiiiiii, dieses rote Wickel-Top-Dingens gefällt mir ja sowas von, sowas in dem Stil muss ich noch mehr finden, vorallem in Kombination mit eher elegantem schwarz fühl ich mich darin so richtig wohl – hmmmmm, ich hab eben doch Recht, da kann Juliet jetzt meckern wie sie will – aber ich hab echt nix anzuziehen *unschuldigguckt*

Ansonsten verbringe ich die letzten Tage meist im Wasser, bin da glaub irgendwie zur Ente mutiert übers Wochenende. Eigentlich bade ich meist nur Sonntags, aber diese Woche war ich jeden Abend irgendwie so unter Spannung (vermutlich vorallem wegen dem Thema des letzten Blogbeitrags), dass ich mich für fast zwei Sunden in die Badewanne legte und ständig diese Playlist hörte und nachdachte und entspannte. Tut guuuuuuuuut, so eine ausgedehntes Wasserrumliegwoche.

Joh und die Bloggerei wird auch immer mehr zum Abenteuer, ich komme nachwievor noch nicht von zuhause aus auf meine Webseiten inklusive meiner Mails, haha. Nun habe ich zur Nothilfe gegriffen und den PC in der Firma laufen gelassen. So schreibe ich nun hier auf meinem Notbook und wenn alles fertig ist, kopier ich den Text via Remote-Kontrolle auf meinen Firmen-PC, geh dann dort in den Browser und veröffentliche den Text. Wie bekloppt ist das denn?

Nachtrag: diesen Beitrag habe ich vorgestern geschrieben, aufgrund der technischen Probleme blieb er aber liegen. Und heut bin ich wieder am Ackern, hab schlau wie ich bin den Blogbeitrag übermittelt und kann ihn nun veröffentlichen. Nebenbei sei gleich noch erwähnt, dass ich mich nun für einen Umzug entschieden habe, es kann also gut sein, dass in den nächsten Tagen die Blogs mal ausfallen.

Catwalk am Gate – Freiheit ist nicht selbstverständlich

Manchmal geschehen Dinge, die eigentlich total schön sind aber trotzdem in der Lage sind, Wunden aufzureissen und Stürme zu entfachen. So ein Exemplar ist mir diesen Dienstag mal wieder begegnet und es lehrte mich mal wieder, wie nah sich doch Freude und Leid sein können. Das Gute daran war, dass mir dramatisch vor Augen gehalten wurde, wie frei und mit mir ganzheitlich im Reinen ich bin – das Unangenehme war, dass mir genauso dramatisch in Erinnerung rief, dass es eigentlich ein Armutszeugnis für diese Welt ist, dass diese Freiheit überhaupt gefeiert werden muss und nicht selbstverständlich ist………….. ach kommt einfach mal mit, nach vorgestern…………….

Es ist diesen Dienstag Morgen so um Acht in Hamburg, ich sitze am Gate, lese ein eBuch, in dem es gerade um die Stigmatisierung von transsexuellen Menschen geht. Um mich herum um an die hundert Leute, die alle gelangweilt in Richtung Gateeingang gucken. Da erklingt eine Stimme über Lautsprecher: “Frau Diana …….., bitte am Gate-Schalter C05 melden”. Diana? Ja hallo, das bin ich *staun* – ich steh auf, stöckle wie auf dem roten Teppich quer durch die Gatehalle, ziehe dabei die Aufmerksamkeit des halben Gates auf mich. Mit jedem Schritt wird mir bewusster, wie sehr ich doch angekommen bin im Leben, wie sorgenfrei doch selbst so eine skurile Situation ist, in der ich unversehens im Mittelpunkt der globalen Aufmerksamkeit lande. Es stellte sich raus, dass ich doppelt im Computer drin war (VIP und so), das klärte sich schnell und ich stöckelte wieder rückwärts. Ich setzte mich hin, genoss dieses Bewusstwerden eines Wunders, das ich so lange für eine Utopie hielt. Ich war einfach ich selbst, Frau Diana…….

….. und immer mehr wurde mir bewusst, was ich nur zu oft vergesse: das war nicht immer so!

Noch vor weniger als einem Jahr hätte ich bei dieser Gelegenheit Blut geschwitzt. Diese Vorstellung muss man wirklich mal etwas wirken lassen, das ist Grusel pur. Eine Halle mit hundert Leuten, die gelangweilt an einen Schalter starren – ein “Herr” wird aufgerufen an ebendiesen Schalter zu gehen – und ich, und zwar nur ich, stehe auf und stöckle an den Schalter? Mir wurde echt anders bei dieser Vorstellung und es erinnerte mich an nicht ganz so wilde aber dennoch genug schmerzliche Erlebnisse wie beispielsweise damals, als ich am Unispital im vollen Wartezimmer mit männlichem Namen aufgerufen wurde…….

….. und immer drängender und quälender wurde die Frage, warum in aller Welt die Welt von uns so einen Spiessrutenlauf abverlangt. Die Autorin des obgenannten Buches hat Recht wenn sie schreibt, dass es wohl nur wenige Minderheiten gäbe, die derart entrechtet und damit entmenschlicht werden. Ich übertreibe? Achja? Na dann kommt nochmal mit, ins Kino des Lebens……..

Da geht eine Frau zum Arzt, die nicht ihrem Geschlecht entsprechenden Geschlechtsmerkmale hat und bittet darum, dass ihr Körper wenigstens so gut es geht ihrem Geschlecht angeglichen wird. Obwohl man weiss, dass Transsexualität biologische Ursachen hat, erklärt man diese Frau zuerst zum persönlichkeitsgestörten Mann, der eine Frau sein wolle und sagt dieser zum Mann erklärten Frau, sie solle jetzt erst mal ein Jahr lang so tun als ob sie eine Frau wäre – erst dann würde man medizinische Hilfe gewähren, die ebendieses “Leben als Frau” auch erst möglich
macht.

Und als Tüpfchen auf dem I wird die Vornamens- und Personenstandsänderung erst nach Abschluss aller medizinischen Massnahmen ermöglicht. Lebe unter dem Namen Diana, aber behalte Ausweispapiere die auf einen männlichen Namen lauten? Wie bekloppt ist das denn? Da muss man eine Frau wirklich erst zum gestörten Mann erklären bevor man so einen Quatsch mit einem mündigen Menschen machen kann.

Wie in aller Welt kommt das System einer Gesellschaft dazu, darüber entscheiden zu wollen, wer oder was ich bin? Wenn ich die tiefsitzende Gewissheit um mein Geschlecht habe, dann hat doch nicht sonst jemand darüber zu entscheiden, ob ich nun wisse wer ich sei – was soll der Scheiss? Warum sind transsexuelle Menschen die Einzigen, die sich selbst erst beweisen müssen, bevor man sie ernst nimmt?

Und wem – frage ich mich da – dient es, wenn man transsexuellen Menschen den eh schon schier unbegehbaren Weg noch mehr mit Scherben bedeckt? Was genau will eine Gesellschaft schützen, die einer Frau 2-3 Jahre lang die Identität verweigert, ihr aber vorschreibt, sie müsse zum Erhalt dieser Identität zuerst in eben dieser nicht gewährten Identität leben? Was für eine gagaistische Logik ist das denn?

Und wie kann man sich einreden, ein Mensch sei frei und selbstbestimmt, wenn man einem die Entscheidung über die Frage wer man selbst ist verweigert?

Ich bin sowas von froh, dass ich diesen ganzen Irrsinn hinter mir habe, das wurde mir bei dieser Gelegenheit wieder mal extrem bewusst. Und doch erschreckt mich das Ausmass an Abscheu die in mir aufkommt, wenn ich an diese Zeit zurück denke, in der man mir das Leben um soviel schwerer gemacht hat – um mir zu helfen – weil sie ja nicht wüssten, ob ich wirklich weiss, wer ich bin.

Ganz schön schräg, nicht?

Buntgemischtes aus dem Februar

Jauh da wär ich mal wieder, seit einiger Zeit gibt’s hier bei mir ja kaum noch was zu Lesen, aber wie bereits kürzlich mal erklärt, habe ich einerseits nichts zu erzählen, was so dringend ist, dass es mich zu Schreiben antreiben würde und auf der anderen Seite gibt es soviele kleine Dinge und ganz viele hässliche kleine Dinge, dass ich mich zu keinem Thema entscheiden kann. Deshalb mal wieder eine Zusammenfassung, ich hoffe, dass ich bald wieder in normalem Rhythmus bloggen kann.

Das Blog, das Komatöse

Den StammleserInnen dürfte augefallen sein, dass meine Blogs in letzter Zeit häufig nicht funktionieren. Weiss der Geier warum, aber offenbar ist meine Hosting-Firma, also die Firma, auf deren Server meine Webseiten eingemietet sind, chronisch überlastet und so kommt’s zu diesen hässlichen Timeout-Fehlern. Ich kämpfe seit längerer Zeit mit dem Gedanken, meine Blogs umzuziehen auf einen neuen Server, der zuverlässiger ist. Aber weil das saumässig viel Arbeit gibt, schiebe ich das ständig vor mir her. Wenn das jedoch so weiter geht wie in den letzten Tagen, werde ich mich da wohl oder übel mal reinknien müssen, Gründe dazu hätte ich nämlich weitere…………

Die kriminellen Internet-Parasiten

Denn ein weiteres Problem nervt total. Schon X-mal wurde ich von Google darüber informiert, dass auf einer meiner Webseiten eine sogenannte Phising-Seite installiert ist. Das sind Webseiten von kriminellen Drecksäcken, die Webseiten wie Meine hacken und ihren Dreck dort verstecken. Diese Internetseiten, die sie beispielsweise bei mir irgendwo in einem Unterverzeichnis verstecken, sind so aufgebaut, dass sie aussehen, als wäre man bei eBay, PayPal oder sonst einer Seite, die Kreditkartenabfragen macht. Die Leute landen dort, denken sie seien auf ebendieser Seite, geben ihre Kreditkarte an und schon sind sie ausgeräubert. Ich lösch den Scheiss dann jeweils, aber die knacken meine Seiten immer wieder von Neuem, Meine und tausend Andere. Und weil die Idioten immer raffinierter werden, schaffen sie es unterdessen sogar, ihren Dreck so zu installieren, dass ich deren Müll selbst als Administratorin meiner eigenen Website nicht löschen kann. Dazu muss ich dann ständig den Support der Hostingfirma anbaggern und da die nicht grad allzu zuverlässig sind, naja, so ganz sauber werden meine Seiten wohl nie mehr. Da ich die Passwörter oft ändere und nahezu unknackbare Passwörter verwende, habe ich langsam den Verdacht, dass die direkt den Server angreifen und gar nicht über meinen Zugang reinkommen. Langer Rede kurzer Sinn, so macht das echt kein Spass, ein Grund mehr, meine Seiten endlich umzuziehen.

Kreislaufkollaps in der Badewanne

Ne ganz so schlimm war’s nicht, ein Kollaps wär was Anderes, aber weit davon entfernt war ich nicht. Gestern nahm ich wieder mein obligates sonntägliches Bad, füllte aber etwas zu heisses Wasser ein. Da ich heisse Bäder an sich mag, legte ich mich trotzdem rein. Aber nach ner Weile wurde es mir dann doch zu heftig und ich wollte wieder raus….. wollte ist gut……. denn als ich aufstand und mich abtrocknen wollte, spielte irgend ein bekloppter Geist mit dem Lichtdimmer und es wurde um mich rum langsam dunkler. Bevor es mich hinknallte, setzte ich mich wieder in die Badewanne, staunte Bauklötze, wartete kurz und versuchte es von Neuem. Nach etwa drei Versuchen war ich draussen, musste mich dann aber erst mal auf den Boden legen und abkühlen. Aber ich fühlte mich sowas von unwohl, also nahm ich einen neuen Anlauf und ging ins Schlafzimmer, wweil das näher ist als das Wohnzimmer und da lag ich dann erst mal eine halbe Stunde, bis die Systeme wieder runtergekühlt waren. Issja krass! Sowas hab ich echt noch nie erlebt. Ich kenn das zwar, dass ein zu heisses Bad den Kreislauf ganz schön belasten kann, aber dass ich fast nur noch kriechen kann, sowas gab’s noch nie. Naja, einmal mehr etwas, das mir hoffentlich eine Lehre ist.

Aber sonst geht’s mir gut

Abgesehen davon läuft bei mir persönlich alles super. Die Op ist schon so lange her und körperlich läuft alles so einwandfrei, dass ich kaum glauben kann, was hinter mir liegt. Auch hormonell bin ich dank meines neuen Arztes jetzt guter Dinge. Sowohl Östrogen- als auch Progesteron-Pegel scheinen in einem gesunden Bereich zu liegen. Da ich weiterhin meinen Zuckerkonsum einschränke, ist auch der Zuckerspiegel ok, einzig das Cholesterin ist noch etwas neben den Schuhen, aber irgendwas muss man ja haben ;-) Dafür habe ich mich allgemein ernährungstechnisch verbessert, es gibt öfters am Abend Salate oder Suppen anstatt wie früher Wurstkram oder Pizzas. Hinzu kommt, dass mein Nikotinkonsum weiterhin deutlich reduzierter ist. Etwa die Hälfte meiner Raucherei wird nun nikotinfrei gedampft und die Zigis habe ich ebenfalls gewechselt auf eine leichtere Version. Unter dem Strich dürfte mein Nikotinkonsum schon fast auf einem Viertel unten sein :-)

Ehemalige SchulfreundInnen irritieren?

Durch einen Zufall stolperte ich dieses Wochenende über das Portal “StayFriends”, das dazu dient, dass sich Leute aus der Schulzeit wieder finden resp. nicht verlieren. Natürlich suchte ich gleich mal meine früheren Schulen ab und fand tatsächlich Leute aus meiner Kindheit. Also hab ich mich da jetzt mal angemeldet und bin gespannt, ob sich daraus Kontakte reanimieren lassen. Unter Anderem fand ich ein Foto einer Schulklasse, auf dem ich auf drauf war und jemand hat dort alle Köpfe markiert und mit den Namen versehen. Höhö, hab Meinen nun mal auf “Diana” korrigiert und warte nun gespannt auf Reaktionen. Da dürften Einige Bauklötze staunen, wenn sie ihre Klasse finden und dort eine Diana drin ist, an die sie sich nicht mehr erinnern können ;-)

Die mediale Apokalypse?

Seit ich vor drei Wochen aus Hamburg zurück bin, erlebe ich ein mediales Dauerfeuer, das echt an die Substanz geht. Unterdessen sind mindestens ein dutzend Beiträge erschienen, TV-Sendungen und Zeitungsberichte, mal mehr oder mal weniger schlecht, aber garantiert nie gut. Es wäre mir wirklich ein grosses Anliegen, in Sachen “Transsexualität” wieder vermehrt Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Aber wenn wie in diesen Wochen soviel Scheiss über den Äther tropft, vergeht mir langsam aber sicher die Lust daran. Mehr denn je bin ich hinundher gerissen zwischen der offensichtlichen Notwendigkeit, die Desinformation seitens der Medien und gewisser Sexologen bis hin zu religiös Verblendeten zu korrigieren, Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und so weiter. Genauso habe ich aber mehr denn je die Schnauze voll von diesem ganzen idiotischen Scheiss. Und wenn ich dann noch wie leider oft erleben muss, dass Betroffene solche medialen Ergüsse auch noch toll finden, nur weil man etwas freundlicher über uns berichtet, dabei aber nicht merken, dass man uns wie eh und je als Gestörte hinstellt, dann frage ich mich wirklich, für wen ich ich da noch einsetzen soll. All das ist ein riesiger Themenkomplex, der ein dutzend Blogbeiträge bräuchte um all meine Gedanken dazu abzuarbeiten. Aber wie lange will ich mich noch verrückt machen mit dem ganzen Quatsch? Ich weiss es echt nicht, ich weiss nur, dass mir dieser ganze Mist nicht gut tut und ich zweifle immer mehr daran, dass ich in Anbetracht dieser Umstände überhaupt etwas wirklich bewegen kann. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich beim Bloggen in einen Stillstand geraten bin. Das worüber ich am ehsten schreiben möchte, ist genau in dieser Thematik angesiedelt………. aber irgendwie fühl ich mich wie jemand, der versucht, mit dem Kopf eine Panzertür einzuschlagen – so wirklich sinnig ist das nun wirklich nicht.

Feuerbälle und sonstiger Zauberkram

Und gerade weil ich mich so schwer tue in der Frage, was ich tun soll und womit ich die Zeit todschlagen soll, ob ich weiterhin Öffentlichkeitsarbeit leisten soll oder einfach die Schoten schliessen soll und ein heiteres “Rutscht mir doch den Buckel runter” in die grosse weite Welt hinausschreien soll, gerade deshalb ist es erfreulich, dass vor einer Woche ein neues Computerspiel rausgekommen ist, das mir glaub mal wieder so richtig liegt, zumindest sieht es danach aus, nach den ersten 20-30 Stunden in “Kingdoms of Amalur”. Dort bin ich – man ahnt’s – mal wieder als feuerballschmeissende Elfe unterwegs, rette Welten, lerne neue Zauberkunststücke, sammle Schätze……. und eben das Wichtigste, alles was sich mir in den Weg stellt, wird mit einem kräftigen Feuerball weggebrutzelt, jauh :-) Man man einwänden, dass es doch ein verblödeter Zeitvertreib ist, durch eine nicht wirklich existierende Welt zu rennen und nicht wirklich existierende Monster zu plätten um nicht wirklich existierende Königreiche zu retten und dabei nicht wirklich existierende Zauberkräfte zu erlernen…………. aber wenn man das aus Sicht der Psychohygiene betrachtet, ist es eben doch sinnvoll. Denn glaubt mir, in dem was man allgemein so leichtsinnig “Realität” nennt, gäbe es unzählige Momente, in denen mir genau diese Feuerbälle fehlen. Das kompensiere ich halt jetzt in Amalur, dem Reich, in dem Journalisten und Quaksalber noch mit einer lässigen Handbewegung zu Staub verarbeitet werden dürfen ;-)

Bald wieder kuscheln

Noch viel tröstender und wohl auch für jedermann nachvollziehbar ist jedoch die Tatsache, dass diesen Donnerstag endlich wieder Hamburg angesagt ist, dann wird mich Juliet um 16 Uhr wieder am Flughafen abholen, heimschleppen und dann können wir wieder bis Dienstag Morgen aneinander kleben :-) Und in einem Monat haben wir eine Woche Ferien, jajajaja, dann ist die Welt mal wieder so richtig in Ordnung :-)

So und damit käme ich zum Schluss und würde den Blogbeitrag publizieren, kann ich aber nicht, weil meine Webseiten mal wieder am Boden liegen, haha. Also speichere ich diesen Text und hoffe, dass meine Websites innert nützlicher Frist mal wieder hallo sagen und ich den Beitrag veröffentlichen kann. Bis dahin geh ich mal wieder nach Amalur und fackle ein paar Systemadministratoren äh Journalisten äh Sexologen äh Rechtspolitiker äh Trolle ab – man gönnt sich ja sonst nix ;-)

PS: diesen Beitrag wollte ich gestern veröffentlichen, aber es artete in eine Odyssee aus. Wie ich nach stundenlangem Herumpröbeln herausfand, habe ich bei mir zuhause keinen Zugriff mehr auf all meine Webseiten. Keine Ahnung was da los ist. Dank dem Tipp einer Freundin weiss ich nun, dass mein Router irgendwie nicht auf dem neusten Stand ist. Ich hoffe, dass ich das bald wieder hinkriege, so oder so ist jedoch klar, dass ich meine Webseiten raschmöglichst umziehen werde auf einen Server, der nicht ständig rumzickt. Falls also demnächst all meine Seiten weg sind, keine Sorge, die kommen wieder ;-)

Im Abgrund zwischen Gut und Böse

Manchmal frag ich mich ja schon, was für ein Volldepp die Regie meines Lebens führt, nicht mal ich hab so einen bekloppten Humor und das will was heissen. Ums vorwegzunehmen, ich will mich nicht wirklich beklagen, mir ging’s noch nie so gut wie in diesen letzten Jahren – und doch wirkt mein Leben manchmal auf mich als hätte der Regisseur diese seltsame Art von morbidem Humor, die das Gute nie wirklich gut sein lassen will und selbst die beste Suppe zu versalzen versucht.

Beziehungs-Jubiläum allein feiern?

Ausgelöst wurden diese mich grad beschäftigenden Gefühle durch unseren Jubiläumstag. Heute ist es zwei Jahre her, dass Juliet und ich uns das Ja-Wort gegeben haben, seit diesem Tag sind wir ein Paar – das Duo Infernale :-) Einst war sie einfach eine Blogleserin, dann Blogkommentatorin, dann wurde sie Kollegin, dann Freundin, dann beste Freundin, dann kam sie mal zu nem Kaffee in die Schweiz und irgendwann wurden wir zum verrücktesten Paar dieser Welt.

Ich erinnere mich an Zeiten, als ich nicht mehr daran glaubte, dass mich jemand lieben könnte und dann sowas, da lerne ich endlich eine Frau kennen, die nicht nur so verschmust ist wie ich sondern auch noch so einen schrägen Humor hat wie ich, eine Frau, mit der ich alles teilen kann, die einfach alles abdeckt, die mir alles geben kann was ich zum Glücklichsein brauche……….. und dann wohnt die in Hamburg, was soll denn der Scheiss?

Aber trotz dieser unmenschlichen Distanz wurden die Gefühle immer mehr, das Zusammengehörigkeitsgefühl nimmt immer mehr zu und so sehnen wir uns nur noch nach einer Zukunft, in der wir einander mehr sehen werden. Mit all dem haben wir gelernt umzugehen, nicht zuletzt, weil wir ja wissen, dass unsere gemeinsame Zeit in Zukunft zunehmen wird, auf die eine oder andere Art. Aber an einem Tag wie heute ist selbst dieses Wunderschöne irgendwie traurig. Zwei Jahre sind wir zusammen, mir wäre so danach, Juliet wund zu kuscheln. Aber ich lieg hier allein im Dunkeln meiner Wohnung, hör traurige Musik und bin betrübt, weil ich diesen grossartigen Tag nicht bei ihr sein kann.

11. Gebot: Du darfst nicht glücklich sein

Gestern in der Badewanne hatte ich mal wieder so einen Moment, in dem ich hätte heulen können vor lauter Glück. Es gibt immer wieder Momente in denen ich es kaum fassen kann, um wieviel glücklicher ich nun sein darf im Vergleich zu diesen vier Jahrzehnten vorher. Ich bin sowas von im Reinen mit mir selbst, ich fühle mich so uneingeschränkt als mich-selbst, kann mich so frei entfalten wie ich es mir nie erträumt hätte, da stimmt einfach alles. Ich könnte wirklich definitiv sagen, dass ich es geschafft habe und einfach nur noch blödsinnig glücklich bin – wäre da nicht die Welt und der ganze verdammte Scheiss, der da noch aussendran klebt und einem immer und immer wieder die Lebensfreude zu stehlen versucht.

Da ist diese nicht enden wollende Faktenresistenz einer Medizinwelt, die trotz wissenschaftlichem Beweis um die biologischen Ursachen von Transsexualität aus (transsexuellen) Frauen weiterhin “gestörte Männer” bastelt, da ist dieser unerträgliche und scheinbar nie endende Dauerdurchfall der Boulevardmedien, die Menschen wie mich, die nie jemandem etwas zuleide tun und nur einfach leben wollen, immer und immer wieder zum Gespött machen. Da ist dieses Gesellschaftskollektiv, das infolge dieser menschenunwürdigen Psychopathologisierung und dieser das Wort “Anstand” spottenden medialen Verseuchung bestenfalls ein müdes Lächeln übrig hat für diese Gestörterklärten – und in all diesem Wirrwarr von Realitätsverleugnung und Respektlosigkeit sitz ich mittendrin, guck ratlos in die Runde und zermartere mir das Hirn an der Frage, warum all diese Pappnasen um mich rum nicht einfach akzeptieren können, dass ich jetzt nichts mehr anderes bin als eine glückliche Frau.

All das hinterlässt in mir das Gefühl, gefangen zu sein in einer Welt, die mir mein Leben “umsverreckä” nicht gönnen mag. Klar ist der moderne Mensch liberal und tolerant, aber meine Fähigkeit, hinter die Fassaden zu schauen, entlarvt diese Toleranz des dritten Jahrtausends öfters als mir lieb ist als Lippenbekenntnis und das tut immer mal wieder weh, mal mehr, mal weniger, aber auf jeden Fall ist und bleibt immer mindestens etwas zuviel Salz in der Suppe und selbst das Beste verbleibt einem nie so gut, wie es eigentlich wäre.

Geteiltes Leid ist zusätzliches Leid

Verschärfend kommt hinzu, dass ich an tausend Ecken zusätzlich belastet werde. Einerseits kontaktieren mich immer wieder andere Transsexualitätsbetroffene und klagen mir ihr Leid und suchen Rat und ich würde so gerne allen helfen, aber das übersteigt einfach meine Kapazität. Und so schön es auch ist, immer mal wieder jemandem ein wenig zu helfen, so macht es doch auch immer wieder traurig, zu erleben, wieviele Menschen an dieser schwarz-weiss-denkenden Welt kaputt gehen und wieviel Leid unter den Menschen ist, das gar nicht nötig wäre, wenn die Einen die Anderen ganz einfach leben liessen als das was sie sind.

Anderseits stolpere ich ständig über Presseberichte, die mir das Herz aufreissen, sei es wenn wie hier berichtet ein 11-jähriges transsexuelles Mädchen in der Klapse umprogrammiert werden soll oder wenn ein 14-jähriger Junge sich das Leben nimmt, weil er wegen seiner Homosexualität gemobbt wird. Es gibt Leid, das unumgänglich ist, aber es gibt noch viel mehr Leid, das völlig unnötig wäre, das nur deshalb existiert, weil so manche Zeitgenossen einfach null Einfühlungsvermögen haben oder ganz einfach Soziopathen sind.

Die Renitenz der Kriegerin

Auch wenn sich vieles in meinem Leben zum Guten verändert hat und meine Lebensqualität sich vervielfacht hat, auch wenn ich heute im Gegensatz zu früher jeden Morgen aufstehe und mich auf den kommenden Tag freue, auch wenn ich mit mir im Reinen bin, mich annehmen und sogar lieben kann, ja selbst jetzt, da ich so ganzheitlich geliebt werde von Juliet…….. selbst da kann ich eigentlich nur deshalb überleben, weil ich diese unerhörte Renitenz in mir trage, diese Widerspenstigkeit, die allen Widrigkeiten des Lebens trotzt. Da mag man mir die Suppe noch so versalzen, notfalls verdünne ich sie oder schmeiss soviel Chili rein, bis ich das Salz nicht mehr schmecke, aber ich lasse mir den Genuss meines Lebens nicht mehr nehmen.

Wer zuletzt lacht, muss das Echo seines Gelächters nicht fürchten

Ich kann und darf mir nichts vormachen, dieses Schicksal werde ich genauso wenig los wie meinen eigenen Schatten. Ich habe eine transsexuelle Vergangenheit und werde es kaum je erleben, dass ich von dieser Welt als das wahrgenommen werde, das ich bin, diese Stigmatisierung als “gestörter Mann” wird an mir haften bleiben. Ich werde auch nie meinen Hang zum Hinterfragen loswerden, ich bin zur Philosophin geboren und werde kaum je in der Lage sein, diesen ganzen Irrsinn, der so Manchen entgeht, zu ignorieren. Dieser Schmerz wird nie von mir gehen und diese Verzweiflung wird mich immer wieder überfallen, es wäre törricht mir einzureden, dass damit irgendwann Schluss ist.

Aber ich habe viel zu viel erreicht, habe viel zu tief aus der Nektarschalte des Glücklichseins genascht als dass ich je wieder wirklich bedauern könnte, wer oder was ich bin. Ich bin frei, wie noch nie zuvor – und ich liebe und werde geliebt – deshalb bin ich bereit, alles, wirklich alles zu erdulden. Solange ich mich selbst sein kann (was nur noch der Tod verhindern könnte) und solange ich diese wundervolle Frau an meiner Seite habe (sei sie auch noch so weit entfernt)……….. solange ertrage ich es auch, immer mal wieder Blut und Wasser zu weinen und solange werde ich auch das dämliche Grinsen in der Fratze dieser Gesellschaft erdulden……….. und die Lebensfreude geniessen, wann auch immer ich dazu in der Lage bin.

Und das ist das Schöne an dieser ganzen Sache, ich werde von einer Gewissheit getragen, die wohl nur Wenigen zuteil wird. Was auch immer in Zukunft noch geschehen mag, was auch immer für Schmerz und Leid auf mich wartet, es wird nichts, aber auch überhaupt nichts daran ändern, dass ich am Ende meines Lebens zurückblicken werde und mit dankbarem Lächeln sagen werde: Ja, das war mein Leben, ich habe wirklich geliebt und gelebt………. und ich bin mir bis zum Schluss treu geblieben………… semper fi ;-)

Und jetzt naht das Ende, also beginnt die finale Szene
Mein Freund, ich sage klar, ich lege meinen Fall, dessen ich mir sicher bin, dar
Ich habe ein reiches Leben gelebt, ich habe jede einzelne Straße bereist
Und viel mehr, viel mehr als das, ich hab’s auf meine Weise getan

Bereut habe ich einiges, aber dennoch zu wenig, um es zu erwähnen
Ich tat, was ich tun musste und habe alles ohne Ausnahme erlebt
Ich habe jeden Charterflug geplant, jeden einzelnen Schritt auf meinem Weg
Und viel mehr, viel mehr als das – Ich hab’s auf meine Weise getan

Ja, es gab Zeiten – Ich bin sicher, das wusstest du
Als ich mehr abbiss, als ich kauen konnte
Aber dennoch, auch wenn ich zweifelte, habe ich es zerkaut und ausgespuckt
ich habe mich allem gestellt – Und ich stand aufrecht – Und ich tat es auf meine Weise

Ich habe geliebt, ich habe gelacht und geweint, ich hatte meine Fülle, meinen Anteil am Verlust
Und nun, da Tränen aufsteigen, finde ich alles so amüsant, zu denken,
dass ich all das getan habe – Und, erlauben Sie mir zu sagen, nicht auf schüchterne Weise
Oh, nein, oh, nein, nicht ich – Ich habe es auf meine Weise getan

Denn was ist eine Frau, was hat sie denn schon, außer sich selbst,
sonst hat sie nichts als zu sagen, was sie wirklich fühlt
Und nicht die Worte einer, die kniet
Die Akte zeigt, ich habe Rückschläge hingenommen

……. und ich hab es auf meine Weise getan!

(Frank Sinatry – My Way – Mein Weg)

Ein wenig bekloppt in Hamburg

Unser letztes Wochenende gestaltete sich wieder wie gewohnt und geliebt, wir lagen aneinandergeklebt auf dem Sofa, hach :-) Einzig am Samstag gingen wir in eine Konzerthalle um den Comedian Kaya Yanar zu kucken. Zuerst ging’s bei Schweinste lecker futtern und dann ab in die Konzerthalle – und da wurd’s dann irgendwie gruselig, echt.

Nach langem Ghetto und Rumwarterei. Wir hatten drei Tickets für unten und eins für oben *urks* und Lars wollte früh anstehen um gute Plätze zu haben. Wir hofften, dass wir ein Ticket umtauschen können, hofften, hmmmmm. Die zwei Erwachsenen gingen also mal unten anstehen und wir standen draussen vor der Kasse und warteten eine halbe Stunde bis die öffneten, ums uns dann sagen zu lassen, das ginge nicht. Cool. Aber schlau wie wir sind, haben wir dann halt einfach noch eine Karte für oben dazugekauft und standen dann dort in die Warteschlange. Und ich war langsam völlig entnervt, frohr mir meinen Hintern ab – jaja, selber Schuld, Rock und Strümpfe, haha *gacker* – aber irgendwie schafften wir es rein und dann gings aufwärts – bis es dann abwärts ging – oder so.

Freudig bestürmten wir die Bar, die sogar Longdrings anbot und gönnten uns gleich mal einen Vodka Lemon resp. Orange. Und weil wir ja so bekloppt früh dahin gehen mussten, um Sechs anstatt um Acht, mussten wir da halt blöd rumsitzen und der Drink ging aus, also gab’s noch einen – und dann ging die Show los. Für die, die nicht aufgepasst haben, wir sind erst bei zwei Drinks!

Die Show war an sich cool, aber schon gegen die Pause hin begann ich leicht wegzudämmern. Da wir beide aufs Klo mussten, gingen wir kurz vor Pause raus, klo-ten oder so. gingen eine rauchen, holten uns noch einen dritten Vodka Orange und wollten wieder rein. Durften wir aber mit Getränken nicht mehr *staun*, also setzen wir uns bei der Bar hin und warteten etwas. Nach der Pause gingen wir dann wieder an unseren Platz zurück – angeblich – fragt mich nicht *urks*

Ich betone, wir hatten drei Vodka Orange, also drei mal etwa 4cl, insgesamt nicht viel mehr als 1dl Vodka – aber meinem Hirn reichte es, es klinkte sich aus – Scheiss Vitamine im Orangensaft ;-)

Weiss der Geier, was da abgegangen ist, aber ich war völlig betrunken, von einer Menge, die Juliet grad mal etwas angeheitert hat. Ich weiss nicht, ob das wegen der Hormone ist oder wie unsere Mama dann fieserweise sagte, altersbedingt *empörtguckt* – jedenfalls stand mein Zustand in keinem Verhältnis zum getrunken Alkohol.

Tja und damit nahm das Schicksal seinen Lauf – behauptet man – jedenfalls habe ich dann erst mal ein Nickerchen gemacht…… die ganze zweite Hälfte lang……. mit dem Becher in der Hand *staun*.

Auf dem Rausweg fiel ich mal noch auf den Hintern, weil ich an etwas anlehnte, das sich nicht anlehnen lassen wollte oder so – und als ich einen Stand fand der so Gummifutter anbot, füllte ich eine 10-Euro schwere Tüte voll quer durchs Sortiment – wofür auch immer, wir hatten welche zuhause, aber ich muss in Bombenstimmung gewesen sein ;-)

Anschliessend gingen wir nach draussen und warteten vor dem Eingang auf die anderen Zwei………. und mir gings so gut, dass ich mit Glubschaugen in die herausströmende Menge kuckte und immer wieder Leute mit einem Blick wie das Schweinchen namens Babe fragte: “Hast Du meine Mama gesehen?”………. und der zwangsläufig daraus resultierende Blick liess mich dann auch jedes Mal in erfreutes Gelächter ausbrechen………. *hüstel*……… ey echt, nochmal, sorry Juliet ;-)

Auf dem Heimweg hätte ich mich angeblich auch prächtig amüsiert und hätte bei der Durchsage: “Haltestelle XY, Ausstieg in Fahrtrichtung links” die Leute rundum klugscheissernd darüber informiert, dass sie links aussteigen müssten……….. *erröt*……….. ey echt, nochmal………….

Dass Juliet und ihre Mama im Chor “Nein Diana!” riefen, als ich zuhause angekommen die glorreiche Idee hatte, ob wir noch eine Kanne Glühwein brauen sollten, wird da niemanden mehr verwundern…………. aber glücklicherweise bin ich in so einem Zustand zwar doof wie nur etwas sondern auch lieb – im Fall – denn ich befolgte jedes Kommando, zog mich aus auf Befehl (und verstreute die Kleider auf Mamas Bett) und während sich Juliet umzog, baute ich das Sofa zum Bett um und bezog es – keine Ahnung wie ich das geschafft habe – aber sonst gabs keine Beklopptheiten mehr meinerseits.

Dafür wachte ich um Sechs auf, fühlte mich als hätte ich eine Flasche Vodka getrunken, erinnerte mich nur noch bis zur Pause, bangte bei der Frage, was in aller Welt ich in der folgenden Zeit alles angestellt habe, bangte ob mich Juliet noch lieb hat *seufz*, bis Neun lag ich dann besorgt wach……..

Aber zum Glück bin ich dort von Bekloppten umgeben, die fanden das Ganze sogar lustig :-) So lustig, dass ich mir nun ständig anhören muss, dass ich zu alt sei für alkoholische Getränke, haha ;-)

Das einzig Gute daran – mal abgesehen davon, dass es meine Mitmenschen offenbar erheitert hat – ist, dass mir diese Episode arg zu denken gab. So ein Blackout will ich echt nicht mehr haben, erst Recht nicht wenn ich mich gar nicht wirklich betrunken habe, was soll denn der Quatsch. Ab sofort habe ich mir ein Drink-Verbot auferlegt. Eins zu Beginn ist erlaubt aber dann gibts höchstens noch Bier – in Massen. Denn sowas will ich wirklich nicht nochmal erleben.

Am meisten beschäftigt mich aber nachwievor die Frage, was zum Kuckuck da passiert ist. Ich hab zwar die Hormondosis erhöht, aber sie ist immer noch weit tiefer als während meiner “grossen Hormonbehandlung”. Oder weil die Medis über die Haut eingenommen werden? Oder weil ich keinen Zucker mehr in den Kaffee schütte? Oder weil ich alt werde? Haha! *schmoll*

Aber wisst Ihr was? *verschwörerischguckt*

Vielleicht war das nur eine Nebenwirkung von Kaya Yanars Humor? Weil der hat ja echt einen an der Waffel – so wie wir Zwei – wir Vier – so gesehen – Glaubstdu nich’? Guckstdu hie’!

Zwangspsychiatrie gegen 11-jähriges transsexuelles Mädchen

Die 11-jährige “Alexandra” soll zwangsweise in eine psychiatrische Klinik gesperrt werden, zwecks Umprogrammierung, um ihre Persönlichkeit zu brechen……. denn Alexandra ist transsexuell und das darf nicht sein, in den Köpfen einiger Ewiggestriger.

Gedanken über gelebte und institutionaliserte Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Kindern – oder etwas bissiger formuliert: wie man die Persönlichkeit eines kleinen Mädchens erfolgreich in Schutt und Asche legt.

Nein, nichts weist auf einen Jungen hin. Und doch ist Alex Geschlecht zum Kampffeld geworden. Alex ist transsexuell. Ein Mädchen mit den Geschlechtsmerkmalen eines Jungen.

Und deshalb droht dem Kind jetzt die geschlossene Psychiatrie.
Das Jugendamt möchte es einweisen.

(TAZ)

Ehrlich gesagt, mir wird grad wieder speiübel, wenn ich mit diesem Thema anfange. Vor einer guten Woche berichtete die deutsche TAZ von einem Fall eines transsexuellen Mädchens, das zwar erst 11 Jahre alt ist, aber offensichtlich mehr Grösse hat als so manche Erwachsene. Denn dieses kleine Mädel hat trotz ihres zierlichen Alters bereits genug Selbstbewusstsein um für sich einzustehen und ihr Recht auf Selbstbestimmung einzufordern. Seit mehreren Jahren lebt sie in ihrem wirklichen Geschlecht, ungeachtet ihres Geburtsgeschlechts und irgendwelcher anatomischen “Anomalien”, allem Spott und allen Druckverseuchen zum Trotz. Und sie hat offenbar eine wundervolle Mutter, die ihr beiseite steht und sich für sie einsetzt – das klingt alles zu gut um wahr zu sein – und das Verrückte ist, es wäre tatsächlich so gut, gäbe es da nicht……..

…… gäbe es da nicht die Anderen wie ihren Vater, der scheinbar nicht mit der Transsexualität seiner Tochter klar kommt, der sie entgegen ihrer klaren Selbstdeklaration ignorant mit dem männlichen Namen anspricht und der nun wie man liest alle Register zieht, um das Kind zu re-konditionieren. Mir als Aussenstehende bleibt unbeantwortet, ob dieser Vater einen Scheidungskrieg auf dem Buckel seines Kindes ausführt oder ob er einfach nicht weiss, was Transsexualität wirklich bedeutet und was er mit seinem Entgegensteuern für einen Totalschaden produziert. Er ist emotional beteiligt und damit spreche ich ihm auch “achtenswerte Beweggründe” zu – ganz im Gegensatz zu den restlichen Beteiligten.

Wirklich abgründig wird diese Geschichte wenn man erfährt, dass dieser Vater gegenüber dem Jugendamt behauptete, die Mutter würde das Kind “zum Mädchen erziehen” und das Jugendamt war offenbar naiv genug um diesem Schluss unkontrolliert zu folgen. Das Kind wurde vom Jugendamt nie seriös befragt, eine Diagnose wurde nie gestellt, trotzdem erdreistet sich das Jugendamt, der väterlichen Unterstellung zu folgen und will nun das Kind der Mutter entreissen und es zwangsweise in eine psychiatrische Klinik zu sperren – offiziell um einer angeblichen Suizidgefahr vorzubeugen – inoffiziell jedoch mehr um dieses Mädchen psychiatrisch zu brechen – Verhaltenstherapie nennt man diese Hirnwäsche beschönigend.

Wenn ich bedenke, wie schwer es für ein transsexuelles Mädchen ist, zu sein was man ist und wenn ich bedenke, dass dieses mutige Mädel das Glück hat, eine Mutter zu haben, die sie trägt, dann kommt mir das kalte Kotzen beim Gedanken, dass dieses Kind, das wirklich eine Chance hätte, nun vom Jugendamt und von der als Kavallerie aufgebotenen Psychiatrie kaputt therapiert werden soll.

Ich kenne diese Familie nicht und kann mir deshalb noch kein abschliessendes Urteil erlauben. Aber der Bericht der TAZ spricht für sich und die Tatsache, dass ein Jugendamt aus diesen Gründen eine psychiatrische Zwangseinweisung anordnet, entbehrt jeglichem minimalen Verstand. Mehr als das stütze ich mich in meinem “Urteil” auf Inka, die Erfahrung hat in der Betreuung von transsexuellen Menschen und die persönliche Erfahrung im “Transsexuellsein” hat, die über dieses Thema wohl mehr Fachkenntnisse hat als so manche sogenannten Fachleute. Sie bestätigt, dass sie das transsexuelle Mädchen als authentisch erlebte und dass sie eine harmonische Mutter-Kind Beziehung erlebte. Mehr brauche ich nicht zu wissen um zum vorläufigen Urteil zu kommen, dass hier ein paar transphobe Zeitgenossen gerade drauf und dran sind, ein kleines Mädchen komplett kaputt zu machen, nur weil sie erstens keine Ahnung haben womit sie es hier zu tun haben und weil sie zweitens eine indoktrinierende Weltanschauung haben, die sie glauben macht, sie hätten das Recht dazu, über einen anderen Menschen zu bestimmen und diesen anderen Menschen bei Nichtgefallen mit psychiatrischer Hirnwäsche umzuprogrammieren.

Dieser “Fall” macht mich traurig und er macht mich wütend, auf eine Gesellschaft, die wider wissenschaftlichen Erkenntnissen eine binäre Geschlechtsideologie predigt, auf deren Grund alle nicht der gerade postulierten Norm entsprechenden Menschen auf der Strecke bleiben.

Und dieser “Fall” stürzt mich in Verzweiflung, weil ich einmal mehr erlebe, wie Menschen demoliert werden, nur weil sie sind, wie sie sind. Diese “Alexandra” ist mehr als ein Mädchen oder ein vermeintlicher Junge, sie ist mehr als eine Tochter, mehr als eine Schutzbefohlene – sie ist ein fühlendes Individuum, das allein aufgrund ihrer Wesensart psychiatrisiert werden soll, von einer schwarz-weiss denkenden Gesellschaft, die im Zuge ihrer Selbstreinhaltung über Leichen geht. Man möge mir die Deutlichkeit meiner Worte verzeihen, ich bin bei diesem Thema persönlich betroffen, aber mir kommt wirklich das kalte Kotzen ob dieser perversen und sinnentleerten “Zurechtbiegung” eines Wesens.

Zusätzlich beängstigend ist, dass dieser “Fall” – der schlussendlich doch einen Menschen beinhaltet – vermutlich in der Berliner Charietè landet und dass gerade diese Berliner Charieté sich einen Namen damit gemacht hat, dass sie transsexuelle Menschen umzuprogrammieren versucht. Wenn der Sexualmediziner Klaus Beier von der Berliner Charieté beispielsweise sagt: “Wenn wir Kriterien hätten, die uns sicher sagen könnten, dass eine Geschlechtsidentitätsproblematik im Kindesalter später in eine Transsexualität übergeht, wäre die Gabe von pubertätsblockierenden Medikamenten verantwortbar. Diese Kriterien haben wir aber nicht, sodass stets der denkbare Fall zugrunde gelegt werden muss, dass sich das Unbehagen im biologischen Geschlecht im Laufe der weiteren Entwicklung verlieren könnte”, dann demonstriert er damit ein antiquiertes Denken, dass allen Fakten spottet. Die “Geschlechtsidentität” ist nichts, was einfach mal entsteht, vielleicht einfach wieder verschwindet oder mal eben schnell korrigiert werden kann. Die “Gewissheit um das eigene Geschlecht” ist etwas ureigenes, etwas unumstössliches. Wer dieses einem Menschen austreiben möchte, muss ihn umprogrammieren, muss ihn zu globaler Selbstverleugnung verführen. Dass all das mit diesem Mädchen geschehen soll, übersteigt die Grenzen des Erträglichen bei Weitem.

Und NEIN, damit hat sich dieses Thema noch lange nicht erledigt, noch lange nicht, DAZU gibt es noch viel zu sagen, viel anzuprangern – die Zeiten sind vorbei, in denen wir ob all der Menschenrechtsverletzungen schweigen!

Mehr zu diesen Fall
TAZ: Transsexualität im Kindesalter – Wer wollte das rosa Einhorn?
DuoInferale: Sorry, ich muss mich mal kurz übergeben
ATME: Die taz schreibt und ATME schweigt. Eine Geschichte
Inka: Wegen Transsexualität in die Psychiatrie
Inka: Die Politik ist gefordert
Inka: Zwei bewegende Anrufe
Inka: Offener Brief an Klaus Wowereit
Mädchenblog: Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.
The Sweet Brain: Nur mal eben Luft raus lassen…!

Mehr über Fremdbestimmung und Verhaltenstherapien bei transsexuellen Kindern
Diana: Verhaltenstherapie bei transsexuellen Kindern?
Diana: Entrechtete Transsexuelle – wer bestimmt das Geschlecht?
Diana: Was bestimmt das Geschlecht – Körper oder Geist?
ATME: Transsexuelle und Intersexuelle – Opfer derselben Ideologie
Mut23: Der Fall Reimer
Mut23: Das Gehirn bestimmt das Geschlecht

UPDATE:
TAZ: MEDIZINERIN ÜBER TRANSSEXUALITÄT “Viele erleben die Pubertät als Qual”

UPDATE:
ATME: Berlin ist kein Einzelfall

Rückblickende Zusammenfassung des Jahresanfangs

Heieiei wie die Zeit vergeht, kaum im neuen Jahr angekommen und schon ist der erste Monat fast vorüber – und ich hab kaum was gebloggt – Schande über mich ;-) Aber abgesehen davon, dass ich einiges zu tun hatte, bin ich einfach in letzter Zeit schreibfaul. Es gäb zwar vieles, worüber ich schreiben möchte, aber nichts ist so drängend, dass ich mich zum Schreiben überreden könnte. Deshalb hier wenigstens mal eine kleine Zusammenfassung von all dem, was ich versäumte zu schreiben – das eine oder andere wird demnächst noch etwas detailierter erzählt.

Das dritte Tagebuch wird zum Buch

Einer der Gründe, warum mir die Zeit etwas knapp ist, ist meine Arbeit am dritten Buch, das meine Blogtagebücher 2011 zusammenfassen soll. Es werden wieder um die dreihundert Seiten und diesmal sind Beiträge aus drei Blogs da drin, vorallem das alte Blogtagebuch, dieses neue Tagebuch, das GaOp-Tagebuch und erstmals auch ein paar Beiträge aus unserem gemeinsamen Blog. Unterdessen habe ich alle Beiträge zeitlich zusammengemixt und muss nun die ganzen Formatierungen überarbeiten. Schreibfehler werde ich drin lassen, einerseits weil die zu meiner Schreiberei dazugehören und anderseits, weil es sich einfach nicht lohnt, bei den 20-30 Stück die dann am Schluss verkauft werden. Überhaupt frage ich mich einmal mehr, warum in aller Welt ich so n’Quatsch mache, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, aber irgendwie isses einfach cool, eigene Bücher zu haben und mehr als das gibt es ein paar internet-lose Leute in meinem Umfeld, die das alles auch lesen möchten. Auf jeden Fall bin ich zuversichtlich, dass es dieses Jahr nicht mehr sooooo lange geht, bis das Buch in Druck geht.

Wachzustand dank Estradiol

Wie hier berichtet, habe ich ja einen neuen Doktor der meine Hormontherapie betreut und der hat wie ebenfalls hier berichtet nun die Dosierung verdoppelt, weil meine Östrogene vom Unispital viel zu tief dosiert waren. Und siehe da, seit einer Woche bin ich wieder hellwach. Entweder, ich war wirklich auf Halbstrom infolge einer an Kriminalität grenzenden Dosierung oder das ist der geilste Placebo-Effekt des Jahres. Spass beiseite, es ist wirklich krass, seit einem Jahr bin ich jeden Abend total erschöpft, schlafe ständig vor dem TV ein und bin völlig antriebslos. Und seit einer Woche bin ich wieder wach, es ist offensichtlich, dass ich mit dieser spärlichen Hormondosierung am Rand des Existerens lebte. Voraussichtlich nächste Woche werde ich dann mal die Bluttests machen und dann sehen wir einerseits, wie es mit meinem Hormonpegel aussieht und anderseits wird sich zeigen, ob meine vom Unispital bemängelten erhöhten Zucker/Cholesterinwerte nicht doch nur eine Folge der falschen Hormontherapie waren.

Dampfen statt Rauchen

Ebenfalls erfreulich ist mein neustes Dampf-statt-Rauch Experiment. Seit Anfang Jahr habe ich nun diese e-Zigaretten und experimentiere eifrig damit rum. Die Anzahl gerauchter Zigaretten ist ohne nennenswerte Anstrengung auf die Hälfte reduziert, das nenn ich doch mal n’Achtungserfolg. Ich schlepp nun immer drei e-Zigis mit mir rum, zwei davon sind mit leckerem Geschmackskram gefüllt (momentan eins mit Banane/Vanille und eins mit Kaffee/Vanille) und eine e-Zigi ist mit Tabakgeschmack gefüllt und hat im Gegensatz zu den andern Zwei Nikotin drin. Wenn ich nun meine Nuckelattacken habe, die vorallem abends im Viertelstundentakt kommen, dann nuckle ich ein paar mal an den nikotinfreien Zigis rum. Wenn der Nikotindrang kommt, gönn ich mir ein paar Züge mit Nikotin und wenns dann ganz chribbelig wird, gibt’s wieder eine gerauchte Zigi. Klingt kompliziert, isses aber nicht. Wenn es so weiter geht, werde ich vermutlich die ganze Pafferei stark umlagern können und das ohne dass ich dabei fast Stücke vom Tisch abbeisse. Bin gespannt wie es weiter geht.

Videos, Bücher, Shopping

Rechts im Menü hat’s drei neue Seiten, in denen aber noch fast nix drin ist. Wie bereits erwähnt, bin ich am Aufbau einer Reihe von Youtube-Playlisten, in denen ich ein paar Leckerbissen aus meiner Musikwelt präsentiere bis hin zu Videos mit lustigen Tieren oder depperten Leuten. Ausserdem gibt es dort bald einen kleinen Bücherladen in dem ich Bücher vorstelle und des Weiteren gibt es bald eine Shopping-Seite mit Shopping-Tipps, die nicht nur Euren Kleiderschrank bereichern sollen sondern auch mich selbst, denn die dort bald erscheinenden Links sind sogenannte “Affiliate-Links”, was bedeutet, dass ich immer ein klein wenig mitverdiene, wenn Ihr über die dortigen Links einkauft. Mehr über all das, wenn es fertig ist, wer mag, darf aber gerne jetzt schon zwischendurch reinschauen.

Weekend in Hamburg

Und weil der Monat so schnell rum ist, geht’s nun auch schon bald wieder Richtung Hamburg. Diesen Donnerstag werde ich in der Mittagspause abrauschen, nach Hamburg flattern, dort von Schatzi am Flughafen abgeholt, dann gehn wir mal kurz shoppen (weil ich ja nix anzuziehen hab *jammer*) und dann geht’s nachhause und dort werden wir dann bis Dienstag morgen rumliegen. Oder gehn wir noch an diese Hochzeit? Oder ist die ein Monat später? Ach was weiss ich, ich lass mich überraschen, hauptsache ich werd wieder kräftig durchgeknuddelt, hab nämlich arge Entzugserscheinungen ;-)

Der wissenschaftliche Beweis: Jung sind bekloppt :D

Und nun noch das Lustige zum Schluss – muss ja auch mal wieder sein ;-) Ich hab mich ja schon des Öfteren hier darüber amüsiert, dass Jungs halt schon a bisserl bekloppt sind. Klar mögen wir sie trotzdem, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass Jungs in gewissen Belangen schon gehörig einen am Keks haben. Wenn ich beispielsweise beobachte, was Testosteron und Alkohol gemeinsam bewirken oder wenn ich Jungs erlebe, die in ihrem testosterongeschwängerten Zustand nichts blöderes zu tun haben als wildfremden Mädels an den Hintern zu fassen, dann braucht es kaum noch eines Beweises dafür, dass Jungs etwas schräg drauf sind. Aber für diejenigen, die trotz aller Beweislast immer noch daran zweifeln, denen möchte ich diese wissenschaftliche Tatsache präsentieren, die wie ich hoffe nun auch letzte Zweifel beseitigen müsste. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der “Borstenwurm” eine sehr bizarre Eigenschaft zu Tage fördert. Wenn man einem weiblichen Borstenwurm das Hirn entfernt………… wird daraus ein männlicher Borstenwurm *vomstuhlfallvorlachen*……… echt kein Scheiss, ich schwör’s, das ist wirklich so. Und damit betrachte ich meine Beweiskette als vollständig, Jungs sind einfach bekloppte Mädchen oder so :D Uns Mädels dürfte das nicht gross wundern und die Jungs verstehen wohl den Witz dahinter nicht, aber macht nix, für den Lacher des Monats wäre damit gesorgt ;-)

Hormontherapie und Thrombose – gut gemeint ist halb tödlich

Dieser in meinen letzten zwei Blogbeiträgen (Teil 1 / Teil 2) beschriebene Gesundheitsrausch steht wie erwähnt im Dienst einer Reduzierung des Zucker- und Cholesterinpegels resp. einer Reduktion des Nikotinpegels – all das um das Thromboserisiko möglichst gering zu halten, weil meine Endokrinologin meinen Östrogenpegel zu tief hält, weil sie eben das Thromboserisiko möglichst tief halten möchte. Ihre Devise ist: wegen dem Rauchen hab ich eh schon ein massiv erhöhtes Risiko, die Östrogene die ich bekomme erhöhen das Risiko ebenfalls und sowohl ein erhöhter Zuckerpegel als auch erhöhte Cholesterinwerte erhöhen das Thromboserisiko grad nochmal. Das alles war ihr zuviel des Guten und deshalb lautete der Plan: mehr Östrogene gibt’s erst wenn Zucker/Cholesterin tiefer liegen. Klingt logisch, klingt vernünftig, ist aber wie ich diese Woche rausfand alles kompletter Blödsinn. Es ist zwar sicher gut, wenn ich Zucker, Cholesterin und Nikotin möglichst tief halte, daran will ich auch weiter arbeiten, aber ihre Logik beisst sich in den Hintern, weil sie offenbar einmal mehr von falschen Annahmen ausgeht…….. und jetzt wirds wirklich real-satirisch……..

Zu tiefer Östrogenpegel ist massiv gesundheitsgefährdend

Halten wir uns als Erstes vor Augen, dass ein zu tiefer Östrogenpegel längerfristig zu Oestoporose führt, also die Knochen brüchig werden. Weiters führt eine Unterdosierung zu Haarausfall, schädigt die Schilddrüse und vieles mehr. Und es macht chronisch müde, was die Lebensqualität auch nicht rad fördert. Diese Woche habe ich mich mal wieder schlau gemacht und mich durch diverse neuere Studien zu dem Thema gewühlt – was ich fand, liess mir das Blut in den Adern gefrieren, echt. Folgende Erkenntnisse kamen auf den Tisch:

Hormontherapie mit Östrogenen bewirkt vierfaches Thromboserisiko – oder auch nicht

Östrogene die bewirken ein vierfaches Thromboserisiko, stimmt, aber nur, wenn es oral eingenommen wird, wenn man es über die Haut aufnimmt, erhöht sich das Risiko nicht auf 400% sondern auf 120%, also nahezu gar nicht. Bizarr daran ist, dass die meisten Ärzte Frauen in der Menopause Pillen verschreiben, somit also ein 4-faches Thromboserisiko in Kauf nehmen, obwohl das nicht nötig wäre. Noch bizarrer ist, dass ich mehrmals insistieren musste, bis mir meine Endokrinologin endlich Hormonpflaster gab. Sie wusste zwar, dass Pflaster die Leber im Gegensatz zu Pillen nicht belasten, dass sich damit auch das Thromboserisiko reduziert, wusste sie nicht. Ich hab ihr das damals gesagt, sie konnte es kaum glauben, aber selbst ich wusste nicht, dass Pflaster nicht nur ein geringeres Risiko sind sondern nahezu gar keins.

Zu tiefes Östrogen erhöht Zucker- und Cholesterinwerte

Der Oberhammer kommt aber noch. Wie ich herausfand, bewirkt ein zu tiefer Östrogenpegel unter Anderem einen Anstieg des Blutzuckers und des Cholesterins. Wie bitte? Halllllooooooooooo? Ein zu tiefer Östrogenpegel bewirkt einen Anstieg von Zucker/Cholesterin und meine Endokrinologin will meinen zu tiefen Östrogenwert nicht erhöhen solange diese Werte zu hoch sind? Das kann nicht wirklich ernst gemeint sein, ich fass es nicht.

Progesteron ist ein wichtiger Partner fürs Östrogen

Nächster Quatsch: Seit langer Zeit raten mir diverse andere transFrauen aus Erfahrung, dass ich nebst Östrogen auch Progesteron brauche, weil diese zwei Hormone zusammen arbeiten und ein einseitiger Anstieg wie in meinem Fall zu einer “Östrogendominanz” führt. In der offiziellen Arztliteratur heisst es aber, dass Östrogen/Progesteron Kombitherapien das Thromboserrisiko zusätzlich erhöhen. Am Unispital heisst es, wir transFrauen würden das nicht brauchen, Progesteron sei nur für die Schwangerschaft. Joh klar, kifft weiter! Ein kurzer Blick ins Web zeigt, dass Progesteron etwa ein Dutzend Veränderungen bewirkt, es regelt eine Vielzahl von körperlichen Komponenten bis hin zur einer positiven Beeinflussung des Cholesterins. Und wenn der weibliche Hormonhaushalt primär durch zwei Hormone geregelt wird, ist es ein Gebot der Vernunft, dass man nicht nur eins davon hochschraubt. Der Witz am Ganzen ist aber nun, dass dieses erhöhte Thromboserisiko nur dann eintritt, wenn man die weit verbreiteten synthetischen Progestine nimmt, nicht jedoch wenn man sogenannt bio-identisches Progesteron nimmt.

Fazit: kaum ein thromboserisiko wenn Endokrinologen ihren Job richtig machen

Lediglich als Beispiel hier drei der neusten Studien, die sich mit dem Risikopotential von Hormontherapien beschäftigten, es gäbe noch eine Reihe mehr in dem Stil, aber als erste “Beweisführung” dürfte das mal reichen:

Transdermal estrogens may be safe when they are administrated alone or along with micronized progesterone but not with norpregnane derivatives. By contrast, oral estrogens are associated with an increased thrombotic risk irrespective of the presence of concomitant progestogens.
http://atvb.ahajournals.org/content/30/2/340.long

Our data confirm that oral but not transdermal estrogen increases VTE risk among postmenopausal women. In addition, these data show that micronized progesterone and pregnane derivatives may be safe with respect to thrombotic risk. Furthermore, our results suggest that norpregnane derivatives are thrombogenic.
http://circ.ahajournals.org/content/115/7/840.long

Recent data confirmed the safety of the transdermal route of estrogens administration in postmenopausal women requiring treatment. In addition, epidemiological data showed that use of concomitant progestins could increase VTE risk compared with progesterone use. Finally, results of a meta-analysis showed that the VTE risk increased with doses of oral estrogens.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0049384811700081

Fazit: Östrogen erhöht das Risiko, ausser man nimmt es über die Haut ein. Progestine erhöhen das Risiko, nicht jedoch Progesteron. Grob nach Adam Riese heisst das, wenn ich Östrogenpflaster und richtiges Progesteron nehme, gehe ich keine nennenswerten zusätzlichen Risiken ein, habe dafür dann aber einen Hormonhaushalt, der im Wesentlichen dem entspricht, was er haben soll.

Neuer Arzt – neue Hoffnung

All das hat mich dazu bewogen, nun definitiv meinen Arzt zu wechseln und dort wurde mir das Meiste von dem was ich grad beschrieben habe bestätigt. Er war auch der Ansicht, dass meine Hormone deutlich zu tief dosiert sindd (ich krieg nun das Doppelte), ausserdem stand er Kopf als ich sagte, am Unispital hätte man nie gemessen, wieviel Hormone ich im Blut habe, er war genauso fassungslos wie ich. Nicht einig wurden wir was Progesteron anbelangt, aber vielleicht finden wir da doch noch einen gemeinsamen Nenner. Nun läuft es so, dass ich per sofort die doppelte Östrogendosis habe und in 2 Wochen machen ich nochmal einen Bluttest, diesmal aber richtig. Dann werden wir aufgrund dieser Daten entscheiden, wie es weiter geht. Auf jeden Fall fühle ich mich erstmals von einem Arzt ernst genommen und bin zuversichtlich, dass das Ganze längerfristig gut kommt. Wenn ich genug Erfahrungen gesammelt habe, werde ich zum Thema Hormontherapie mal was Grösseres schreiben, das scheint überfällig zu sein.

Dampfen ist besser als Rauchen

Wie im letzten Blogbeitrag geschrieben, arbeite ich grad an meiner Gesundheit, im Speziellen geht es um die Reduzierung des bei mir umstandsbedingt leider deutlich erhöhten Thromboserisikos………

Hauptrisiko in Sachen Thrombosen ist ja das Rauchen und da ich diesbezüglich einfach nicht aus dieser Suchtfalle komme, versuche ich immer mal wieder Neues, sei es um wirklich aufhören zu können oder um wenigstens die Menge zu reduzieren. Ende letzten Jahres hat mir mein Papa einen coolen Tipp gegeben, neuerdings gibt’s elektronische Zigaretten. Also habe ich mich da mal reingekniet, zuerst ein Billigprodukt ohne Begeisterung probiert und dann gleich mal ein Profi-Gerät geordert, inklusive ein paar leckere Geschmacksrichtungen, von Tabak-Geschmack über Caramell und Cappuccino bis zu Vanille.

Während der Weihnachtsferien wurde das dann mal ausgiebig getestet und diese Joyetech eGo-T ist nun mein steter Begleiter – genaugenommen sind es deren zwei, beide in hübsch-weibischem Dunkelrot :-) Geschmacklich hat sich gezeigt, dass nix so gut ist wie Vanille und es zeigte sich, dass Menthol im Hals eher ein Rauchgefühl produziert. So steige ich nun in die Profi-Liga auf und bestelle vermutlich morgen eine Reihe von Geschmackliquids, die ich dann zusammen mit einem Grundliquid zu einem eigenen Rauchding mixen kann.

Bei diesen eZigaretten kann man sowohl Liquid ohne Nikotin dampfen als auch Liquids mit Nikotin. Bisher habe ich nur solches ohne Nikotin benützt und bin unterdessen soweit, dass im Schnitt jede zweite Zigi ausfällt, weil ich die Zeit dazwischen etwas ausfüllen kann mit gelegentlichem Nuckeln an meiner eZigi. Als Nächstes werde ich auch solche mit Nikotin ausprobieren und mal schauen, wie ich mich von möglichst schädlich auf möglichst unschädlich bewegen kann.

Klar ist schonmal soviel: Es ist ohne Anstrengungen möglich, den Nikotinkonsum zu halbieren mit so Vanille-Dampfereien, es ist sogar fast eine Bereicherung, weil die süssliche Dampferei einfach leckerer schneckt. Ebenfalls klar ist, dass ich so auch noch Geld spare, weil dampfen günstiger ist als rauchen. Wie sich das Ganze entwickelt, wird sich zeigen, aber ich bin zuversichtlich, dass ich zumindest die Gesamtbelastung deutlich reduzieren kann und werde – ich halt Euch auf dem Laufenden.

PS: und hier geht’s weiter mit dem Thema “Hormontherapie

Gesundheitsrausch im Jahresanfang

Schon sind die ersten zwei Woche des Jahres um und ich hab nix gebloggt – shame on me – aber ich bin halt grad etwas schreibfaul und deshalb fass ich mal wieder zusammen resp. mache drei Blogbeiträge draus…….

Zahn mit Guckloch

Während der Weihnachtsferien ist mir ja ein Stück eines Schaufelzahns rausgebrochen, was nicht nur bekloppt aussieht sondern auch das Essen mühsam macht, denn neben dem herausgebrochenen Stück tummelt sich noch ein weiteres, noch grösseres Stück, das nur darauf wartet, ebenfalls n’Abgang zu machen. Deshalb hoffte ich auf einen baldigen Zahnarzttermin, aber weil Murphys Gesetz bekanntlich immer zuschlägt, hatte mein Zahnarzt natürlich die erste Woche Ferien und in der zweiten Woche war er ausgebucht. So kommt es, dass ich nachwievor mit eingeschränkter Bissfähigkeit das Leben bestreite, bis nächsten Mittwoch, dann wird endlich aufgeräumt.

Gesund essen für Ernährungslegastenikerinnen

Womit wir fliesssend zum Essen kämen. Meine Ernährungsideale sind ja bekanntlich ein Graus für sich, abgesehen davon, dass ich jeden Mittag ein Fertig-Menü esse und so wenigstens ein Minimum an geordneten Mahlzeiten zu mir nehme, esse ich abends und an Wochenenden nicht grad so, dass Ernährungsberater Freudentränen weinen würden. Entweder gibts gar nix oder dann so mit Wasser übergossene Fertignudeln, garniert mit Würsten, oder es gibt Fertigpizza, natürlich mit Salami oder Speck……. ansonsten wird mein Körper durch den Zucker in Betrieb gehalten, den ich eimerweise in den Kaffee schütte. Gut wär anders.

Nun hat ja meine Endokrinologin beim letzten Bluttest entdeckt, dass mein Zucker- und Cholesterinwert ein klein wenig erhöht ist, nicht dramatisch, aber doch genug um mir eine dringend notwendige Erhöhung der Östrogene zu verweigern. Zuerst müssten diese Werte etwas runter kommen, bis dahin bin ich zu chronischer Müdigkeit verdammt. Deshalb hab ich mir ausnahmsweise mal gute Vorsätze gemacht und bisher halte ich die auch überraschend gut ein. Einerseits trinke ich den Kaffee nur noch schwarz und spare damit mindestens ein dutzend Zuckerwürfel pro Tag ein, anderseits habe ich von Cola auf Mineralwasser umgestellt und auch beim Essen hat sich einiges geändert, so gibt’s neuerdings mindestens einmal pro Woche eine richtig deftige Zwiebel-Lauch-Suppe, an anderen Abenden gibts vermehrt Gurkensalat mit ganz viel Zwiebel und Tomaten-Mozzarella-Salat. All das tue ich im Dienste eines reduzierten Thromboserisikos.

Obwohl ich eigentlich keine Lust hab, abends nach der Arbeit noch allein in der Küche rumzustehen, habe ich doch ein gewisses Mass an Spass dabei. Ich denke, dass ich mich an diese neuen Gepflogenheiten gewöhnen kann.

Weiter mit den nächsten zwei Blogbeiträgen

Und weil der Blogbeitrag sonst zu gross würde und sich die Themen einigermassen abtrennen lassen, mache ich hier Schluss und dann geht’s gleich weiter mit zwei ergänzenden Blogbeiträgen:

- Dampfen ist besser als Rauchen
- Hormontherapie und Thromboserisiko – gut gemeint ist halb tödlich

Frohe Festtage 2011

Eigentlich wollte ich noch einen kleinen Jahresrückblick schreiben, aber irgendwie kam ich nicht dazu. Die letzten Tage hatte ich viel Arbeit, kam entsprechend eher müde nachhause, dort gab’s auch noch einiges zu tun und so war die Zeit dann plötzlich um. Denn jetzt reicht’s eh nicht mehr, ich muss noch packen, dann mit Juliet blabla machen, schlafen, nochmal ackern und schon flieg ich wieder nach Hamburg und bleib dort bis Anfang Jahr.

Anfang Jahr wiederum dürfte auch anstrengend sein, nebst vielem Anderen möchte ich die Blogbeiträge 2011 aufarbeiten um den dritten Buchband meines Tagebuchs zu veröffentlichen, was erfahrungsgemäss saumässig viel Arbeit gibt. Für schlussendlich ein paar dutzend verkaufter Exemplare zwar ein völliger Verhältnisblödsinn, aber was tut man nicht alles, wenn man mal n’Floh im Ohr hat ;-)

Auf die vor uns liegende Woche freuen wir uns natürlich wie doof, erstens können wir zusammen Weihnachten und Neujahr feiern, zweitens können wir eine Woche lang rumknuddeln, drittens sehe ich meine Schwiegermama und ihren Mann Lars wieder, viertens kann ich wieder mal Gruselfilme auf Silverline kuckn, fünftens sind wir bei Lars Mama zum Essen eingeladen, sechstens hat Schatzi schon ganz viel leckeres Futter eingekauft wie beispielsweise die von mir achso gelieben Chilli-Peitschen (lange scharfe Würste), siebtens hat mir “unsere Mama” wieder eine von mir noch mehr geliebte Gyros-Suppe versprochen, achtens werden wir sicher noch eine Shoppingtour einlegen…..

…….und neuntens werden wir die ganze Woche Vanille, Caramell oder Cappucino rauchen – höhö – äh dampfen…….. denn mein Papa hat mich kürrzlich auf die Existenz von sogenannten e-Zigaretten aufmerksam gemacht, das sind so elektronische Zigis, bei denen man nicht Tabak verbrennt und sich damit die Lunge zuteert sondern flüssige Substanzen verdampft, die es in allen Geschmacksrichtungen gibt. Und so ein Ding hab ich nun im letzten Moment noch an Juliets Adresse bestellt, ergo werden wir nächste Woche mal ausprobieren, ob das Zeug wirklich brauchbar ist. Falls dem so ist, könnte das eine gute Unterstützung zu sein um wenigstens weniger zu rauchen oder längerfristig sogar ganz auszusteigen. Mehr darüber dann nach den Ferien.

Aber es soll Euch ja unterdessen nicht langweilig werden, deshalb hier ein kleiner Hinweis. Wie einige von Euch vielleicht, kann man au youTube eigene Playlists machen, also so Listen von Videos, die man dann im Endlosdurchlauf ansehen oder anhören kann. Ich habe kürzlich damit begonnen, dort einige solcher Playlists aufzubauen, einerseits für mich selbst (z.B. für meine sonntäglichen Badewannengänge) und anderseits um Euch ein paar meiner Lieblingslieder oder Comedies zu zeigen. Diese Playlisten sind zwar noch unvollständig, aber falls Ihr mögt, könnt Ihr ja schonmal reinschauen. In nachfolgendem Link findet Ihr eine Reihe von solchen Playlists, wählt eine an um eine dieser Kollektionen aufzurufen und drückt dann oben links den Knopf “alle ansehen” und schon geht’s los. Enjoy……
Dianas youTube Video Playlists

Und weil in fünf Minuten unser tägliches Blabla beginnt, hör ich jetzt hier auf und verabschiede mich für dieses Jahr von Euch.

Ich wünsche Euch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr – wir lesen uns 2012 wieder :-)

PS: und wenn ich’s schon grad von meinen Playlists hatte, dieses hier ist auch dort zu finden und irgendwie passt’s hier grad rein, so ähnlich bewege ich mich nämlich morgen wenn ich Juliet entgegenhüpfe ;-)

Semper Fi – Sich selbst treu sein

Aber Sie selber müssen eben auch kein Moralist sein!
Sie dürfen sich nicht mit anderen vergleichen,
und wenn die Natur Sie zur Fledermaus geschaffen hat,
dürfen Sie sich nicht zum Vogel Strauss machen wollen.
Sie halten sich manchmal für sonderbar,
Sie werfen sich vor, dass Sie andere Wege gehen als die meisten.
Das müssen Sie verlernen. Blicken Sie ins Feuer, blicken Sie in die Wolken,
und sobald die Ahnungen kommen und die Stimmen in Ihrer Seele anfangen zu sprechen,
dann überlassen Sie sich ihnen und fragen Sie ja nicht erst,
ob das wohl auch dem Herrn Lehrer oder dem Herrn Papa
oder irgendeinem lieben Gott passe oder lieb sei!
Damit verdirbt man sich!

(Hermann Hesse, Demian)

Als ich heute ein paar aufgenommene Teile der TV-Serie “Navy CIS” sah, wurde ich wieder mal mit dem Motto der US-Marines konfrontiert, das mich seit einiger Zeit fasziniert. Ihr Motto lautet “Semper Fi” und ist abgeleitet vom lateinischen “semper fidelis”, was zu gut deutsch “für immer treu” heisst. Für die US-Marines bedeutet das: “einmal Marine, immer Marine”, es ist ein Kodex der für immer bindend ist, der kompromissloses treu sein verlangt.

Dieses “treu sein” bedeutet mir sehr viel, ich sehe darin sogar den Schlüssel zu wahrhaftem Leben. Denn treu sein kann man nicht nur einer Organisation, einem geliebten Menschen, einer Überzeugung oder Ideologie, mehr als das kann man sich selbst treu sein, wenn man dieses Wagnis denn einzugehen bereit ist.

Von diesem Tag an – bis ans Ende meiner Zeit
gelobe ich, mir selbst treu zu sein,
in guten wie in schlechten Tagen,
unter Erduldung sämtlicher Konsequenzen,
verpflichtet einzig der Entfaltung meinerselbst,
selbst wenn es das Letzte ist, das ich tue.

So oder ähnlich hätte der Schwur lauten müssen, wenn ich vor drei Jahren einen geleistet hätte, als ich begann, mir selbst entsprechend zu leben, als ich aufhörte, mein wahres Geschlecht zu verbergen. Aber so dramatisch und heroisch war es nicht. Dieser Moment vor bald drei Jahren, als ich alle Ängste überwand und mich aus diesem falschen Leben entfernte, war viel mehr ein Akt totaler Verzweiflung, ich wusste noch nicht annähernd, dass mir soviel Treue abverlangt würde, ich wusste nur, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, dass ich kaputt gehe, wenn ich mich weiterhin weigere, mich selbst zuzulassen.

Heute an diesem gemütlichen Sonntag habe ich das nachgeholt, heute da ich mich an einem Punkt angelangt sehe, an dem ich mir im Klaren bin, was in diesen drei Jahren alles geschehen ist und welche Bedeutung all das hat. Damals wusste ich nicht, ob ich all das durchstehe, ich wusste nicht mal, ob ich so glücklich werden würde, ich wusste rein gar nichts. Heute weiss ich nicht nur all das, ich weiss vorallem auch, dass ich eher sterben würde als dieses erkämpfte Ich-sein aufzugeben. Keine Macht dieser Welt würde mich davon abbringen, mir selbst treu zu sein und mich selbst zuzulassen, so wie es meiner Seele bedarf. Heute weiss ich, wie essentiell Treue ist, vorallem wenn es darum geht, sich selbst treu zu sein – weil ich erleben durfte, um wieviel wertvoller das Leben ist, wenn man sich selbst wirklich zulässt.

Dieses “Semper Fi” wurde für mich zu einer Art Schlachtruf, ein Kodex der mich durch die letzten drei Jahre getragen hat, auch wenn ich diese lateinische Formulierung noch nicht sooooo lange kenne. Damals war es mehr eine Ahnung, heute eine Gewissheit – nichts auf dieser Welt ist auch nur annähernd so wichtig wie sich selbst treu zu sein.

In gewissen Belangen habe ich das schon immer so gehandhabt, wenn es beispielsweise um Überzeugungen geht, dann stand ich schon immer für meinen Standpunkt ein, liess mich beispielsweise im Rahmen meiner damaligen Greenpeace Aktivitäten beschimpfen und vor Gericht zerren, erduldete beispielsweise auf Eisenbahngeleisen angekettet Schmerzen, nahm in Kauf, dass ich infolge von Leserbriefen Morddrohungen erhielt – aber ich habe nie begriffen, dass meine Loyalität viel mehr als allem Anderen mir selbst hätte gelten müsste – was für ein fataler Kapitalfehler.

Das ist eine der grössten Weisheiten, die ich in meinem Leben erarbeiten konnte, es ist der grösste Schatz, den ich besitze und den ich mit meinen LeserInnen teilen möchte.

Wie oft habe ich von Mitmenschen resignierte Worte gehört im Stil von: das darf man doch nicht machen – was denken dann die Leute über mich – mein Mann mag nicht wenn ich das tue…….. und niemand fragt, wer zum Teufel ist dieses “man” das bestimmt was ich tun darf? Und wie denke ich selbst über mich? Und was möchte ich tun, wer bin ich wirklich und wie lebe ich mich selbst? Ich befürchte, dass die meisten Menschen viel zu oft sich selbst behindern, weil sie nicht fragen, was sie möchten oder brauchen sondern fragen, was Andere von ihnen erwarten.

Natürlich heisst das nicht, dass man nicht auch mal Kompromisse eingehen soll, dass man auf Andere Rücksicht nimmt oder wenn nötig sogar mal eine Maske trägt – solange man sich dabei bewusst ist, dass man sie trägt oder dass man sich hier gerade beschränkt – und solange dieser Zustand nicht Gewohnheit wird.

Selbstverleugnung ist Selbstverhinderung – ist Lebensverweigerung – wie könnten wir mehr versagen in der Aufgabe, unser Leben zu leben als wenn wir etwas Anderes sind als das, was in uns ist und was sich aus unserem Innersten heraus entfalten will? Wie könnten wir den Sinn des Lebens mehr verfehlen als wenn wir unser Selbst einschränken und versuchen so zu sein, wie wir eigentlich gar nicht sind?

Es ist nicht einfach, sich selbst treu zu sein, es kann manchmal wirklich weh tun. Wer für sich selbst kämpft, wird auch verletzt. Wer das nicht tut, erspart sich brutale Kämpfe und schmerzhafte Wunden – aber ich versichere Euch, ich weiss aus Erfahrung – kein Schmerz und keine Verletzung sind so traurig wie der Zustand, wenn man sich selbst verleugnet – es sind schlussendlich ausgerechnet die nicht gekämpften Kämpfe, die uns am meisten verletzen, weil es einer Totalkapitulation vor dem Leben voraussetzt.

Deshalb: Schaut in den Spiegel. blickt Euch tief in die Augen – und tut was ich getan habe, schwört Euch selbst bei Allem was Euch heilig ist die Treue – Semper Fi !!!

….dann weisst du aber auch,
dass du nie ganz das gelebt hast, was du dachtest,
und das ist nicht gut.
Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.
Du hast gewusst, dass deine ‘erlaubte Welt’ bloss die Hälfte der Welt war,
und du hast versucht, die zweite Hälfte dir zu unterschlagen…..
Es wird dir nicht glücken!
Es glückt keinem, wenn er einmal das Denken angefangen hat.
….Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben.
Darum leben die meisten Menschen so unwirklich,
weil sie die Bilder ausserhalb für das Wirkliche halten
und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen.

(Hermann Hesse, Demian)

Badewannenblues, LadiesNight, Herbstferien + doofe Blutwerte

Ich hab’s echt probiert, ich schwör’s, fast eine Stunde lang lag ich in der heissen Badewanne, mit einer kühlen Buddel irischem Cider, einem Aschenbecher samt Zubehör, einer youTube-Playlist auf dem Notebook abspielend – ich hab echt alle Register gezogen, wie es sich für ein Sabbath-Bad gehört – aber es hat nicht funktioniert, da fehlte was, was Süsses, das mir ständig dummes Zeug an den Kopf knallt und uns in Gelächter versetzt – Sabbath-Bad mit Schatzi ist und bleibt unerreichbar *seufz*

Ladies-Night vor den Ferien

Leider kam ich vor den Ferien nicht mehr dazu, zu berichten, es wurde mal wieder kurzfristig eine Ladies-Night einberufen und da ich die letzten Male ständig das Pech hatte, ausgerechnet an dem Tag weg zu sein, konnte ich nicht nein sagen – zum Glück – denn es wurde ein todlachenswerter Abend mit acht Mädels, die schon zu Beginn in einer mordsmässigen Laune waren und mit zunehmender innerer Befeuchtung dann komplett durchdrehten – mittendrin ich, jauh………

……ich wachte dann am andern Morgen auf – um Elf – guckte verwirrt in die Runde, stand auf und schwebte aus dem Gasthaus, Richtung Arbeitsplatz, gefühlte tausend Kilometer entfernt. Wie ich dann am andern Tag erfahren konnte, hat mich der Hund ins Bett gebracht – irgendwie – fragt mich nicht, fragt den Hund :-)

Aber abgesehen davon, dass ich es ein klein wenig übertrieben habe, war’s eine super tolle Nacht, bis etwa um fünf Uhr in der Früh – angeblich – wird so gemunkelt ;-)

Am anderen Tag kam von der Gastgeberin folgendes SMS – ich glaub fast, ich bin nicht die Einzige, die so gut drauf war in dieser Nacht :D


Ey Ey Ey….
H Girls, hab mal kurz gewagt die Fotos anzuschauen…….
WAS im Gottes Willen haben wir gemacht????!!!!
Wieso hab ich all jene Ohren Bilder, Riesen staun!!!
Eins sag ich Euch:
normal ist DEFINITIV ganz was Anderes!!!
Danke Euch für eine unvergessliche Hammer-Nacht!!!
Big hug & regeneriert Euch gut!!! Kiss

Öhm, ich glaub, das kann ich Dir erklären, DU hast plötzlich das Ohr von der neben Dir Sitzenden fotografiert und dann die Kamera rumgereicht und so haben wir all unsere Ohren in Grossaufnahme abfotografiert – aber frag mich bitte nicht, warum wir das getan haben, normal ist glaub definitiv was Anderes :D

 

Schatziferien

Zwei Tage später kam sie dann an, meine Süsse, huiiiiiiiiii, und da lagen wir zwei Wochen lang, kuschelten und kicherten rum wie die völllig Bekloppten – wir berichteten in diesen zwei Beiträgen darüber:
Herbstferien 1. Woche
Herbstferien 2. Woche
Dass ich immer noch empört bin darüber, dass wir im Pub gefragt wurden, ob wir Mutter und Tochter seien, muss ich wohl nicht mehr speziell betonen, das versteht sich von selbst ;-)

Hormone, Cholesterin und sonstige Thrombose-Schleudern

Wie ich hier ja schon mehrmals gejammert habe, werde ich mit der Hormondosierung seit der GaOp zu tief gehalten, was zu langsam nervender chronischer Müdigkeit führt. Als ich die Dosierung erhöhen lassen wollte, meinte die Endokrinologin, dass meine Zucker- und Cholesterinwerte etwas zu hoch sind – nicht viel – aber da beides wie auch die Hormone Thrombose-fördernd sind, wollte sie das Risiko nicht eingehen. Sie trug mir auf, gelegentlich die Werte nochmal zu prüfen und mich zu melden, wenn die Werte besser sind. Naja, während der Ferien gingen wir dann mal kurz zur Ärztin, sie entblutete und analysierte mich – aber zu mehr kam’s nicht, weil die Werte nachwievor zu hoch sind. Nun muss ich erst mal schauen, wie ich die zwei Werte runter kriege. Beim Zucker sehe ich es positiv, ich trink täglich ein dutzend Kaffees mit Zucker, wenn ich nur schon da den Zucker aufgebe, dürfte der Wert einiges absinken. Beim Cholesterin bin ich eher ratlos – also falls jemand Tipps hat betreffend Reduzierung von Zucker und Cholesterin oder sonst Kenntnisse hat betreffend Thromboserisiko bei Östrogen und Konsorten……….. oder wenn jemand Pumps in Grösse 40 zu verschenken hat – dann meldet Euch doch einfach ;-)

Mal kurz arbeiten und dann wieder Ferien

Morgen geht’s nochmal los mit zwei Arbeitswochen und auch wenn ich Juliet schon wieder grausig vermisse (wie in unserem gemeinsamen Blog erzählt), freue ich mich doch auch wieder auf die Arbeit, die mir auch nach drei Jahrzehnten Programmiererei immer noch schaurig Spass macht und natürlich auch auf mein Team und den Rest der Firma :-) Und nach diesen zwei Wochen ist Weihnachten und dann geht’s wieder nach Hambuisch, meine SCHWIEGERMUTTER ärgern – muah muah muah – hach das hat gut getan, das musste einfach mal raus, Juliets Mama hat mir mit körperlicher Züchtigung und Liebesentzug gedroht, falls ich sie je mal so nenne (Schwiegermama ist ok, nur SchwiegerMUTTER darf ich nicht) – und weil ich sie soooooo gern necke, kann ich einfach nicht anders, höhö :D

SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern

Soeben habe ich “Ich bin Gwen – Steven war gestern“, die Dok-Sendung auf SF1 über die transsexuelle Filmautorin Gwen Haworth gesehen und bin tief berührt. Zum ersten Mal sah ich eine Dokumentation über das Thema Transsexualität, in dem ich mich und vorallem mein Leben und Werdegang repräsentiert fühle.

Umsetzung mal wieder in den Sand gesetzt

Ich fang mit dem Negativen an, nicht weil es wichtiger ist sondern weil es kürzer ausfällt. Wie ich befürchtet habe, war die Umsetzung einmal mehr daneben. Die glücklicherweise kurz gehaltene Einleitung desinformierte wie gewohnt im Stil von “sie ist als Junge geboren”, stellte gleich mal die Blickwinkel falsch und die Übersetzung der englischen Dokumentation hatte einige essentielle Fehler, die sich wie ein roter Faden durch die Doku zogen. Im Speziellen ärgerte mich, dass das Wort “Transition”, was ein Übergang ist und sinngemäss übersetzt werden müsste mit “Angleichung”, einmal mehr in boulevardeskem Stil als “Umwandlung” übersetzt wurde. Aber damit hat sich meine Kritik schon, denn alles Andere war einfach der Hammer.

Licht in der transsexuellen Seele

Am Eindrücklichsten war, wie gut Gwen als begleitende Hintergrundstimme immer wieder Gefühle und Erlebnisse schildern konnte, in denen ich mich wieder fand. Die Gewissheit in frühem Kindheitsalter, dass man dem falschen Geschlecht zugewiesen ist, die Verzweifelung und Ratlosigkeit die damit einhergeht, all das war durch ihre Worte spürbar. Eindrücklich beschreibt Gwen, wie sie ihre “Andersartigkeit” zu verstecken suchte, wie sie sich für ihr “Anderssein” schämte, wie sie sich selbst verleugnete, ich fühlte mich wie im Kino meines eigenen Lebens.

Die Herausforderung für das Umfeld

Auch wenn es für meine Ohren schmerzhaft war, entspricht es halt doch der Realität, dass der Weg eines transsexuellen Menschen für das Umfeld eine ungeheure Herausforderung ist, die von so Manchen nicht bewältigt werden kann. Ein Vater, der stolz auf seinen vermeintlichen Stammhalter ist und sich fühlt als hätte er einen Sohn verloren, eine Mutter die sich vor der Stigmatisierung der Homosexualität fürchtet, Geschwister die verständlicherweise Angst haben, dass Gwen am Schluss ihres Weges bemerken könnte, dass sie so ihr Glück nicht gefunden hat, eine Lebenspartnerin, die einst “ihn” liebte und nun plötzlich mit Gwen verheiratet ist bis hin zum Vorwurf, dass Gwen diese für sie so essentielle Tatsache so lange verschwiegen hat……. All das gehört zur Realität transsexueller Menschen und ihrer Angehörigen. Zuerst leidet die betroffene Person ein Leben lang unter der Selbstverleugnung im falschen Geschlecht und dann, wenn sie endlich wagt, sich selbst zu sein, erlebt sie im besten Fall gehörige Irritationen, im schlechtesten Fall völliges Unverständnis bis hin zu Ablehnung. Auch wenn dieser Aspekt für mich schmerzhaft war, so gehört es halt doch in die Lebensrealität transsexueller Menschen. Diese Spannung auszuhalten, zwischen Gwens Glücklichwerden und der Zerrissenheit die dieser Prozess in geliebten Mitmenschen auslöst, ist kaum auszuhalten. Und gerade um das nachfühlbar zu machen, war es wenn auch für mich schmerzlich so doch realitätsnah, dass man auch mitfühlen konnte, wie die Einen bis zuletzt überfordert blieben und beispielsweise die Eltern recht deutlich durchblicken liessen, dass sie in Gwen nachwievor Steven sehen.

Information versus Empathie

Diese Doku war keine Informationssendung im herkömmlichen Sinn, man erfuhr wenig über das Phänomen Transsexualität. Aber es war auch keine Boulevard-Sauce und es war auch keine Schönschwätzerei. Die Doku zeigte das, was die Lebensrealität transsexueller Menschen ist. Man kämpft ein Leben lang gegen sich selbst, bis zur totalen Erschöpfung, dann, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht und nicht mehr anders kann und jeden Schmerz und jeden Hohn zu ertragen bereit ist, geht man endlich den Weg den einem die Seele vorschreibt, man durchquert in einer langen Reise eine Odyssee von Gefühlen, im Guten wie im Schlechten, man stürzt Nahestehende in Verzweiflung, man muss im Bewusstsein um eine gesellschaftliche Stigmatisierung als “identitätsgestörter Mann” ein Selbstbewusstsein aufbauen, als die Frau, die man nie sein durfte und die von Vielen nie wirklich anerkannt wird…….

Nichts ist unmöglich, denen, die das Unmögliche wagen – und denen, die es zulassen

Die Doku gab den Blick frei in die Gefühlswelt einer transsexuellen Frau und ihrer Angehöriger, er zeigte viele der Probleme die sich stellen, liess viel von dem Schmerz und der Verzweiflung mitfühlen, die uns vorbestimmt sind……….. und er endete in der spürbaren Erlösung, wenn am Schluss nicht nur deutlich wird, dass Gwen zu ihrem Glück finden konnte sondern auch Angehörige einräumen, dass Gwen irgendwie die bessere Steven ist.

Ich danke Gwen und ihren Angehörigen für diesen eindrücklichen Einblick…….. und empfehle den Übersetzern, sich baldmöglichst einen geeigneteren Job zu suchen ;-)

Leider ist das SF1-Videoportal nur von der Schweiz aus verfügbar, wer das nicht sehen kann, muss mit dem Trailer auf youTube Vorlieb nehmen oder kann den englischen Film bei Amazon.com downloaden oder bestellen.
DOK vom 23.11.2011

Fundstücke – Wenn Frauen betrunken heimkommen

Im Internet begegnet man immer wieder total lustigen Texten oder Bildern und immer wieder denke ich mir dabei, dass ich das mit Euch teilen müsste. Grund genug, ein neues Kapitel zu eröffnen, das ich “Fundstücke” nenne. Hier werden zukünftig ab und zu solche Texte/Bilder veröffentlicht, die nicht von mir sind, die ich einfach zur Einverleibung weiter empfehle. Beginnen wir dieses Kapitel mit einem Witz den ich diese Woche bei einer Facebook-Freundin antraf – enjoy ;-)

Wenn Frauen betrinken heimkommen

Letztens habe ich mich mal wieder mit meinen Freundinnen getroffen. Ich versprach meinem Mann, dass ich um Punkt 24 h wieder zu Hause sein würde. Aber wie das so ist, zwischen Cocktails, Tanz und Flirt vergaß ich die Zeit. Ich kam erst um 3 Uhr morgens zu Hause an – und das komplett betrunken!

Als ich zur Tür hereinkam, fing gerade die Kuckucksuhr an, dreimal “Kuckuck” zu rufen. Erschrocken stellte ich fest, dass der Kuckuck meinen Mann aufwecken könnte, und dieser dann wüsste, dass es schon 3 Uhr ist! Also fing ich an, neun weitere Male “Kuckuck” zu rufen. Zufrieden und stolz, in meinem Zustand noch einen so guten Einfall gehabt zu haben, begab ich mich ins Schlafzimmer. Ich legte mich beruhigt ins Bett und war beruhigt dank meines schlauen Einfalls.

Am nächsten Morgen beim Frühstück fragte mich mein Mann, wann ich denn letzte Nacht zu Hause angekommen sei. Ich sagte: “Um Mitternacht, wie ich es dir versprochen hatte!” Er sagte nichts weiter und wirkte auch nicht weiter misstrauisch “Jaaa”, dachte ich mir, “gerettet!”

Aber dann sagte er plötzlich: “Ach übrigens, ich denke, mit der Kuckucksuhr stimmt etwas nicht!”……. “Ach so? Wie kommst Du drauf, mein Schatz?” Und er antwortete: “Nun ja, gestern Nacht rief der Kuckuck dreimal “Kuckuck”, dann – ich kann es mir gar nicht erklären – schrie er auf einmal “Scheiße!” und dann rief er noch viermal “Kuckuck”. Dann übergab er sich im Flur, rief weitere dreimal “Kuckuck”, lachte sich kaputt, rief erneut “Kuckuck”, rannte den Flur hinauf, trat dabei der Katze auf den Schwanz, stolperte über den Couchtisch, der unter dem Gewicht zerbrach, legte sich schließlich an meiner Seite ins Bett, und – begleitet von einem Furz – stöhnte er den letzten “Kuckuck”.

Doofe Sprüche für radikal-philosophische Menschen

Und wenn wir grad dran sind, hier noch eine Auflistung von wirklich saublöden Sprüchen, die mir ebenfalls diese Woche auf Facebook zugelaufen ist……..

  1. Ich lese keine Anleitungen… Ich drücke Knöpfe bis es klappt.
  2. Komm wir machen Teamwork…Ich Team, Du Work
  3. Mein Schienbein hilft mir, im Dunkeln Möbel zu finden.
  4. Ich brauch keinen Alkohol um peinlich zu sein… Das krieg ich auch so hin!
  5. “Wie spät ist es?” – “Da oben hängt eine Uhr.” – “HAB ICH DICH GEFRAGT, WO DIE UHR HÄNGT??!!??!!?”
  6. Wenn ich ein Vogel wäre, wüsste ich ganz genau, wen ich als Erstes anscheißen würde!
  7. Toll wie ich immer meine Sachen vor mir selbst verstecken kann!
  8. Es ist nicht so, dass ich Dich hasse! Es ist nur … nehmen wir mal an Du würdest brennen, und ich hätte Wasser… ich würde es trinken.
  9. Die 3 schönsten Worte der Welt? Essen ist fertig!
  10. Ich habe keine Macken! Das sind Special Effects !!!
  11. Frauen müssen wie FRAUEN aussehen und nicht wie tapezierte Knochen!!!
  12. Vergeben und vergessen? Ich bin weder Jesus, noch habe ich Alzheimer !!!
  13. Meine Motivation und ich haben Beziehungsprobleme und leben gerade getrennt.
  14. Wir Frauen sind Engel…und wenn man uns die Flügel bricht, fliegen wir weiter…auf einem Besen! Wir sind ja schließlich flexibel
  15. Guter Sex ist, wenn selbst die Nachbarn danach eine rauchen.
  16. Je mehr Männer ich kennenlerne, desto netter finde ich Hunde!
  17. Das ist kein Speck! Das ist erotische Nutzfläche!
  18. Wenn ich das nächste mal Schmetterlinge im Bauch habe, sauf` ich gleich Insektengift!
  19. Warum darf man Tiere töten und sie essen, aber nicht Pflanzen pflücken und sie rauchen?!
  20. Auf meinem Grabstein soll stehen:“Guck nicht so doof, ich läge jetzt auch lieber am Strand!“

Nervige Telefonwerbung – Svenja hat die Lösung

Wer jetzt noch mehr zum Schmunzeln möchte oder einfach Nachhilfe in Sachen Notwehr-Exzess gegen nervige Telefonwerbungen sucht, der sollte schleunigst bei Svenja reinschauen, denn die hat die ultimative Lösung gefunden, wie man diese Nervensägen der Werbeindustrie los wird und dabei auch noch ne Menge Spass hat – zur Nachahmung empfohlen: Svenja and the City – Aufgelegt :o )

TV-Tipp: SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern

Diesen Mittwoch (23.11.2011) kommt auf dem Schweizer Fernsehen SF1 um 22.50 Uhr eine Dok-Sendung mit dem Titel “Ich bin Gwen – Steven war gestern “. Diese Dokumentation über Gwen Haworth ist von ihr selber produziert, sie filmte sich und Angehörige während ihrer “Transition” und wurde für diese Dokumentation sogar mit Preisen bedacht. Der Film soll nicht nur einen Einblick in das Thema Transsexualität geben sondern auch Einblick gewähren in die Gefühlswelt von Betroffenen und Angehörigen. Ob der Film hält was er verspricht, kann ich noch nicht beurteilen, weil ich ihn noch nicht gesehen habe. Aber gerade weil wir uns immer darüber beklagen, dass ständig über uns berichtet wird anstatt mit uns oder durch uns, weckt diese Dokumentation schon Hoffnungen.

Die Sendung “Dok” ist an sich dafür bekannt, dass sie oft gute Dokumentationen zeigt, insofern darf man optimistisch sein. Anderseits macht mich der Ankündigungstext auf SF1 skeptisch, wenn ich dort lese, dass SF1 einmal mehr das Zerrbild des “geschlechtsumgewandelten Mannes” präsentiert. Wenn die Dokumentation mit dem Untertitel “Die Geschichte einer Geschlechtsumwandlung” daher kommt, ist das schon übel genug, da wundert es kaum noch, dass im weiteren Text oft in der männlichen Form von Gwen gesprochen wird. Es erstaunt dann auch nicht, dass von “sein Verlangen, eine Frau zu sein” die Rede ist, als wäre Transsexualität eine sexuelle Obsession. Doch spätestens bei der Formulierung “…..dokumentiert sie ihren Weg vom transsexuellen Mann zur Frau” krieg ich n’Knoten im Hirn.

Einmal mehr frage ich mich, was für Schnapsnasen bei SF1 diese Ankündigungstexte schreiben, noch verdrehter ginge es kaum noch. Ein “transsexueller Mann” ist ein Mann der mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kam, das hier ist eine Frau, deren Hirn in einem männlichen Restkörper zur Welt kam, somit eine “transsexuelle Frau”. Wenn man eine Dokumentation präsentiert und nicht mal diese elementaren Unterschiede begreift, wird aus dem Versuch zu informieren pure Desinformation – und das in einer Dokumentationsreihe. Fünf Minuten Recherche hätte so ein Text nicht überstanden, offenbar wissen sie einmal mehr nicht was sie tun.

Aber eben, der Ankündigungstext ist eine Sache, die Doku eine Andere. Es kann gut sein, dass die Doku super ist und nur der Schreiberling dieses Ankündigungstextes über Themen schreibt ohne sich damit zu beschäftigen. So bleibe ich mal in der Hoffnung, dass ich positiv überrascht werde – so naiv bin ich dann doch wieder……….. mehr darüber dann evtl nach der Ausstrahlung, entweder als Ergänzung in diesem Beitrag oder als eigener Folgebeitrag.

SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern
Outcast Films: She’s a Boy I Knew

Nachtrag: nachdem ich die Doku gesehen habe, hier noch mein Kommentar dazu
SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern

Zen und die Kunst des Sabbath Haltens

Zen-Buddhismus hat mit dem jüdisch/christlichen Sabbath/Sonntag eigentlich nichts zu tun – könnte man meinen – ich meine, doch, sehr sogar. Das scheint mir ein guter Auftakt für eine Serie die ich in Zukunft hier machen möchte, Zen und die Kunst des Gummibärchenkauens oder so…..

Zen und die Kunst des……..

Es gibt eine Reihe von Büchern, teils Klassikern, die sich mit dem Zen-Gedanken beschäftigen und ihn als Weg zur “Vervollkommnung” von was weiss ich beatrachten. So gibt es “Zen und die Kunst des Bogenschiessens” genauso wie “Zen und die Kunst des Motorradfahrens”. Teils ernsthaft, teils esoterisch, teils humorvoll, aber alle haben einen gemeinsamen Kern, den Zen-Gedanken. In diese Tradition möchte ich einsteigen, denn es gibt meines Erachtens so Vieles, was die Würdigung dieser Denkweise rechtfertigen würde.

Zen findet im Hier und Jetzt statt

Zentrum des Zen-Buddhismus ist das “Sein im Jetzt”. Klingt banal, isses aber nicht. Seien wir ehrlich, wenn wir essen, denken wir an das TV-Programm, gucken wir TV, denken wir an die Arbeit von morgen und sind wir am Arbeiten, denken wir an sonst etwas. Im Hier und Jetzt sind wir selten, das bedürfte unserer uneingeschränkten Aufmerksamkeit – und genau das fehlt dem modernen westlichen Menschen, der im Alltag ständig von Einem zum Anderen hetzt. Zen fordert genau das Gegenteil, es gibt keine Vergangenheit, keine Zukunft, es gibt nur das hier und jetzt und das ist einmalig, Du kannst es nur einmal in Deinem Leben durchleben, denn gleich ist es weg, Vergangenheit, für immer und ewig.

Sabbath – die Ruhe

Was hat das nun mit dem jüdischen Sabbath zu tun resp. dem christlichen Sonntag? Da muss ich etwas ausholen….. Nach der jüdischen Schöpfungsmythologie hat Gott das Universum und alles Leben in 6 Tagen erschaffen resp. genaugenommen ist alles aus “ihm” hervorgegangen (halt Urknall und so, diese Diskussion verschieben wir aber auf ein anderes Mal) jedenfalls ruhte Gott am siebten Tag (weil so ein Urknall echt anstrengend ist) und ernannte diesen Tag zum Ruhetag, eben zum Sabbath. So kam dann auch das Sabbath-Gebot in die zehn Gebote (Steintafel und so) und seit da ist der Samstag im Jüdischen resp. Sonntag im Christlichen zum Ruhetag geworden. Aber irgendwie auf eine bekloppte Weise, wenn ich das mal so sagen darf. Zuerst wurde man selbst fürs Holzsammeln am Sabbath gesteinigt, später war er nur noch Pflichtprogramm für religiöse Riten, aber der Grundgedanke scheint mir verloren gegangen zu sein – obwohl uns Jesus eigentlich überdeutlich daran erinnern müsste.

Als seine Jungs mal an einem Sabbath durch die Felder hüpften und Ähren abzupften (klingt nach Hippie-Kult), kamen ein paar Stänkerer daher und meckerten Jesus an, weil seine Jungs da so vergnügt Ähren zupften an einem Sabbath. Denen entgegnete Jesus dann das legendäre: “Der Sabbath ist um des Menschen Willen geschaffen und nicht der Mensch um des Sabbaths Willen”. Was er damit sagen wollte ist, dass Sabbath keine Pflicht sondern eine Gunst ist, es ist die Aufforderung an uns, uns wenigstens einen Tag in einer anstrengenden Woche der Ruhe hinzugeben, ganz bei uns sein und damit ganz bei Gott. Das ist Zen, echt wahr :-)

Zen und die Kunst des Sabbath Haltens

Damit kommen wir zum eigentlichen Thema. Auch wenn ich keiner Religion angehöre und mich nicht mal konfessionell einordnen könnte, berührt mich dieser Sabbath Gedanke und ich versuche wenn immer es geht, mir den auch zu gönnen. Für mich bedeutet das, dass ich am Sonntag (oder einem “Ersatztag”) bewusst Ruhe verordne. Am Sonntag gibt es nichts was ich tun muss, der Tag gehört ganz mir. Da gibt es keine vergangene und keine bevorliegende Woche, es gibt nur das Hier und Jetzt. Dabei ist es egal, ob man im Wald unter einem Baum sitzt und die Natur in sich aufsaugt, ob jemand in die Kirche geht, ein Puzzle zusammensetzt, in einem Computerspiel ganz versinkt, in der Badewanne philosophiert oder einfach nur blödsinnig rumliegt. Wahrer Sabbath ist dann, wenn ich ganz bei mir bin, mich mit mir auseinandersetze oder in Dingen versinke die mir grad naheliegen, wenn mein Leben oder etwas in meinem Leben meine ungeteilte Aufmerksamkeit hat – wie beim Knutschen beispielsweise ;-)

Sabbath schenkt Ruhe

Das hebräische Wort “Sabbath” meint ja eben nicht einfach Samstag oder Sonntag, das Wort beinhaltet riesige Bildwelten und im Zentrum davon steht die Ruhe, Stille und Harmonie. Wenn wir es schaffen, uns wenigstens einmal in der Woche aus dieser hecktischen Welt auszuklinken und einen Tag lang ganz im Hier und Jetzt sind, dann versinken wir in einer Ruhe, die unglaublich wohltuend ist. Probiert’s aus, gönnt Euch bewusst diesen Tag, es lohnt sich wirklich ;-)

Und beim nächsten Zen-Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema:
Zen und die Kunst des Badewanne-Liegens ;-)

Jubiläum – ein Jahr nach der GaOp

Irgendwann wird es geschehen, das Wunder hier auf dieser Erde…
und eine Stimme sagt: Es werde ein neuer Tag.
(Illuminate – ein neuer Tag)

Heute vor einem Jahr wachte ich auf im Aufwachraum des Zürcher Universitätsspital, ein selten dümmliches Grinsen überzog mein ganzes Gesicht, die Hand suchte ihren Weg nach unten, das Grinsen wurde noch dämlicher…….. es ist vollbracht, säuselte es mir ins Ohr, verdammt, es ist wirklich geschafft, ich bin ganz.

Keine Worte dieser Welt könnten das Glück beschreiben, das man empfindet, wenn man vierundvierzig Jahre in einem Kerker begraben war, gefangen “im falschen Körper” und dann wacht man auf und dieser ganze lebenslange Albtraum ist vorbei. Es war als letzter Schritt gedacht, als eine Art Vollendung, aber es war soviel mehr als das.

Schon krass, ich hätte es echt beinahe vergessen, eher zufällig kamen Juliet und ich gestern während dem täglich-Blablah auf die GaOp und ich erschrak, weil ich zuerst dachte, ich hätte das Jubiläum verpasst. Dass mich der Termin so überrascht hat, zeigt vorallem eins: wie fern mir dieses für mich so phänomenale Ereignis doch ist, es fühlt sich an als wäre es Jahre her, als gäbe es kaum mehr von der Zeit davor als ein alter Schwarz-Weiss Film. Und das ist unglaublich schön :-)

Ich lag dann gestern nach dem Telefon noch eine Weile auf dem Sofa rum und schwebte über der Vergangenheit, an eben diesem Abend vor der Vollendung, als ich entgegen aller Logik alles andere aus ängstlich oder aufgedreht war, ganz im Gegenteil, mich erfüllte eine sanfte Ruhe, die Gewissheit, in eine gute Zukunft eingebettet zu sein. Gerade wenn ich im Nachhinein zurückdenke, verblüfft mich das enorm. Ich hätte wirklich erwartet, dass ich am Abend vor der Op völlig durch den Wind bin und garantiert Schlafmittel brauche, weil die Aufregung mich nicht schlafen lässt. Es wäre nur vernünftig, dass ich mir Sorgen machen müsste um all die möglichen Komplikationen und vor mir liegenden Beschwerden. Aber da war nichts mehr an diesem Abend, da war nur noch diese Stille, auf Wolken schwebend, voll von Vertrauen, dass morgen alles gut wird.

Und der Morgen kam, ich schlief schon bevor man mich in den Op-Raum karrte und als ich aufwachte war wirklich alles vorbei, vier verfluchte Jahrzehnte in so einem surrealen Film namens Leben, vier unerträgliche Jahrzehnte als Hauptdarstellerin in der männlichen Rolle einer kafkaesken Komödie und dann, platsch, aus und vorbei, das Leben beginnt.

Natürlich folgten in den darauffolgenden Wochen Beschwerden und Schmerzen, aber die waren nichts, überhaupt nichts im Vergleich zu dem Schmerz, den ich ein Leben lang tagtäglich ertragen musste, bei jedem Blick in den Spiegel, bei jedem Mal wenn man mich mit meinem damligen Namen ansprach, bei jeder dieser tausend täglichen Lügen, wenn ich mich als Mann ausgeben musste. Diese lebenslange Selbstverleugnung war um soviel grausamer, dass ich in der ersten Zeit nach der Op die Schmerzen nicht mal richtig wahrnahm, es war einfach ein Klacks im Vergleich zu dem was hinter mir lag.

Heute stehe ich da, in meinem so ganz normalen Leben als die Frau die ich nie sein durfte, obwohl ich sie immer war. Ich stehe hier, denke zurück und kann kaum glauben, dass dieses Leben vor der GaOp mit dem Jetzigen auch nur eine Spur von Verwandtschaft in sich trägt. Alles ist so anders geworden, so gut, da ist soviel Freiheit im Umgang mit mir selbst, soviel Zufriedenheit mit meinem Leben, es wirkt völlig grotesk im Vergleich zu all der Zeit vorher, dass ich kaum glauben kann, dass es wirklich einst ein “früher” gab – es fühlt sich eher an wie ein böser und elend langer Albtraum, der an diesem Tag, heute vor einem Jahr endete.

Es gibt Albträume, die enden wenn man aufwacht, es gibt Albträume, die beginnen erst dann. Meiner begann jeden Morgen mit dem Aufwachen von Neuem, vier Jahrzehnte lang, bis zum Erwachen heute vor einem Jahr, Nachmittags um etwa zwei Uhr – es fällt mir schwer, die Tränen zurückzuhalten, wenn ich an diesen wunderschönen Tag zurückdenke.

Nie hätte ich geglaubt, dass mein Leben jemals so wird wie es jetzt ist, wirklich nie, selbst dann nicht, als ich begann es anzustreben. Mich trieb einzig der Mut einer Verzweifelten an, das Unmögliche wenigstens zu versuchen. Heute vor einem Jahr durfte ich das erleben, was zum Motto meines Lebens wurde, was zum Kern meiner “Predigt” wurde…….

Nichts ist unmöglich, denen, die das Unmögliche wagen :-)

Und zur Feier des Tages kommt nochmal mein Lieblingslied, das seit Beginn meines “neuen Lebens” zu meiner Befreiungs-Hymne geworden ist – danke Euch allen, die mir beigestanden sind und zu mir gehalten haben……

Software entwickeln kann auch spassig sein

….. oder: die Sache mit den Büudläni :-)

Zugegeben, ich bin schon ein verrücktes Huhn, da verrate ich kein grosses Geheimnis. Schon als Kind sagte man mir, ich sei eine Fabrik für Unsinn, weil ich so oft spontan auf die blödsten Ideen komme und im speziellen einen Hang dazu habe, Leute auf humorvolle Weise zu irritieren, indem ich etwas tue, womit man nicht rechnet – mehr darüber dann ein anders Mal. Da ich den ganzen Tag wie wild vor mich hinprogramiere, drückt das natürlich auch dort ab und zu durch, so wie letzte Woche, während ich an meinem neusten Meisterstück herumprogrammierte – und das kam so……..

Unser Teamchef ist Berner, Bärner würde er sagen und hier in der Schweiz haben wir eine Menge Spass daran, dass jeder Dialekt anders klingt und nur zu oft klingt es für die Ohren “Aussenstehender” saulustig. Ich liebe diese sprachliche Vielfalt, es macht die Gespräche so vielfältig und lebendig und so machmal ist es halt eben auch lustig…… Das Berndeutsch ist zumindest für uns in Zürich in vielfacher Weise ulkig, am meisten amüsiert jedoch, dass Berner oft aus einem ‘l’ ein ‘u’ machen, wenn das ‘l’ nicht am Anfang steht. Ein ‘Löffel’ wird so zu einem ‘Löffu’ oder ein aus dem hündischen ‘bellen’, das wir in Zürich ‘bällä’ nennen, wird dort natürlich ein ‘bäuä’ und einem Jungen, in Zürich ‘Bueb’ genannt, wird dann ein ‘Büubu’, cool hä? Kürzlich amüsierten wir uns köstlich über eine spezielle Formulierung, die einfach prächtig ist. In der Schweiz wird ja gern verniedlicht, indem man ein ‘li’ hintenan stellt, man macht alles etwas kleiner, wohl weil unser Land so klein ist. So wird aus einem ‘Bild’ halt ein ‘Bildli’ oder in Bern eben ein ‘Büudli’. Das allein wär für uns schon lustig genug, aber der Hammer kam, als unser Chef das mal in der Mehrzahl verwendete, denn dann wurde daraus ein ‘Büudläni’…….. und Dianchen schmiss sich fast weg deswegen, es lief ihr tagelang nach, dieses ‘Büudläni’ und so kam irgendwann, was kommen musste……..

Nun muss ich noch einschieben, dass ich seit je her eine Leidenschaft habe, ich bringe Computer gern dazu, idiotische Dinge zu tun. Im Speziellen mag ich es, wenn Programme bedeppte Meldungen von sich geben. Dieser Hang zur Realsatire brachte mich früher mal dazu, sämtliche Texte meines Betriebssystems zu hacken, so dass dann beispielsweise bei einem Halt nicht stand: “Bitte eine Taste drücken”, nein, mein Computer meldete bei der Gelegenheit: “Bitte kräftig furzen”. Das mag doof sein, sogar saudoof, aber ich hab unglaublich Spass dabei, vorallem wenn Andere nichts davon wissen und das dann zum ersten Mal lesen :-)

Für mein neues Programm musste ich jetzt ein sogenanntes Context-Menü einbauen, das erscheint, wenn man eine Zeile markiert und die rechte Maustaste drückt, es listet dann eine Reihe von Funktionen auf, die man aufrufen kann wie ‘Zeile löschen’ und so Kram. Naja, da war dann halt noch ein Menüpunkt dabei um Bilder einzufügen und zu löschen – Büudläni eben……. *unschuldigguckt*…….. tja, dann ging’s halt los mit meinem Übermut und mein Chef bekam dann das Programm in dieser Form zu sehen:

Damit meine germanischen LeserInnen verstehen, was da auf breitestem ‘bärntütsch’ steht, übersetz ich das mal, wobei ich bei der Formulierung zugegebenermassen sehr sehr freizügig war…… zuerst auf berndeutsch, dann was der Satz zu gut deutsch etwa heisst und dann, was eigentlich wirklich da stehen sollte……

Gäng no ä Position inä tue
Ständig noch eine Position hinein tun (gäng ist nur unvollkommen übersetzbar mit ‘ständig’)
Position einfügen

U dä no ä Varuablä derzuä, gäu
Und dann noch eine Variable dazu, gäll (gäll = stimmt’s)
Variable hinzufügen

I Chübu mit däm Löu
In den Kübel mit diesem Depp (Löu = Löli = Depp oder so)
Zeile löschen

Dr Unternähmer dörf d’Variablä gäng wächslä
Der Unternehmer darf die Variable ständig wechseln
Unternehmer darf Variable wechseln

Dr Unternähmer söu sine Füdlefinger loh vo dere Variablä
Der Unternehmer soll seine “Popofinger” lassen von dieser Variable
Unternehmer darf Variable nicht wechseln

…… und jetzt kommt’s, jauh :-)

Es Büudläni inä näh
Ein “Bilder” hinein nehmen
Bild hinzufügen

Tuä das Büudläni i Chübu
Tu das “Bilder” in den Kübel
Bild löschen

Ich denke, damit wäre der Beweis erbracht, dass Softwareentwicklung gar keine so trockene Angelegenheit ist, da leuchtet soviel Heiterkeit und Menschlichkeit auf – wie im wahren Leben ;-)

So kommt es dann auch, dass man im Programmcode Bemerkungszeilen von mir findet, die den Alltag etwas aufheitern. Bei einem Programmkonstrukt, das so verworren war, dass ich selbst nach mehrmaligem Lesen nicht kapierte, was es eigentlich tut, steht nun neckisch: “gaht’s no komplizierter?”. Oder wenn ich selber mal etwas umstandsbedingt unschön programmieren musste, weil es beispielsweise der Performance dienlich war, steht dann beispielsweise dort: “ja ich weiss, isch grusig programmiert, aber es lauft, das isch d’Hauptsach”……….. und um der Frage zuvor zukommen, nein, wir dokumentieren unseren Programmcode nicht in Schweizerdeutsch – meistens jedenfalls – ausser eben an so Tagen, wenn mir grad mal wieder sauwohl ist :-)

Achja, über meine früheren Sitzungsprotokolle muss ich unbedingt auch mal schreiben……… und was ich als Kind mit Gartentürchen angestellt hab, wär auch mal noch erwähnenswert *hüstel*…….. :o )

Nachtrag: apropos bärndeutsch, hier eine ganz urchige Variante :-)

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