Politically incorrect since 1966

A Rainbow Warrior called Diana

There will come a time when the Earth grows sick
and when it does a tribe will gather from all the cultures of the World
who believe in deeds and not words.
They will work to heal it…
they will be known as the “Warriors of the Rainbow”

(Hopi-Legend of Rainbow Warriors)

Es ist bald 15 Jahre her, wir hatten uns dazu entschlossen, einem Kind das Leben zu schenken, als ich vor dem TV sass und hörte, dass der damalige französische Präsident Chirac auf der Insel Moruroa Atombombentests machte. Die ganze Welt schaute hin, niemand unternahm etwas dagegen, nur eine kleine Schar Greenpeace Aktivisten stürmten mit ihren Booten dahin, im Wissen, dass sie es nicht aufhalten können, aber mit der Kraft im Herzen, sich trotz aller Hoffnungslosigkeit gegen diesen Irrsinn zu stellen. Ich erinnerte mich an meine Kindheit, wie ich geweint habe als ich im TV sah, wie Robbenbabys zutode geprügelt wurden und Wale mit Sprengharpunen gejagt wurden und auch damals waren Greenpeace Aktivisten die Einzigen, die versuchten dagegen anzukämpfen.

Kann ich es wirklich verantworten, ein Kind in diese grausam destruktive Welt zu setzen? Eigentlich nicht, und doch wollte ich, was nun? Wenn ich einem Kind schon so eine Welt zumute, dann bin ich in der Verantwortung, dann muss ich mit allen Mitteln versuchen, diesem Kind eine möglichst gute Zukunft zu ermöglichen – ich muss zur Kriegerin werden, zur Kriegerin des Regenbogens. Am anderen Tag kontaktierte ich Greenpeace Schweiz und meldete mich als Aktivistin. Das blonde Ding hinten in diesem Schlauchboot bin übrigens ich. Bei der Kaperung des Gentech-Schiffs im nächsten Bild war ich ebenfalls an Bord.

Es war etwa zwei Jahre später, viele Stunden an Eisenbahngeleise gekettet, ein Schiff gekapert, ein paar Gerichtsurteile wegen Nötigung und Hausfriedensbruch, als ich an einem Philosophiekurs von Greenpeace war und mit Erstaunen erfuhr, was der Name des legendären Greenpeace Schiffs “Rainbow Warrior” wirklich bedeutet. Der Name entstand in Anlehnung an uralte Prophezeiungen der Hopi- und/oder Cree-Indianer, die von der Zerstörung der Natur handelten und das Erscheinen der Regenbogen-Krieger ankündigten, die Mutter Erde wieder heilen würden. Ein paar Jahre nachdem die Rainbow Warrior erstmals in See stach um gegen Atombombentests auf dem Meer zu protestieren, erkannte eine Cree Indianerin in diesen Aktivisten die Erfüllung dieser Legende und der Stamm der Cree bestimmte, dass alle Regenbogen-Krieger sozusagen Ehrenmitglieder ihres Stammes würden. Wow, ich sass da und erfuhr voller Stolz, dass ich damit Cree Indianerin bin.

Es folgten viele Kämpfe als Regenbogenkriegerin, eine Hundertschaft an Leserbriefen, politische Aktionen und schlussendlich schuf ich mein “RainbowNet-Blog“, auf dem ich ursprünglich meine ökologischen Anliegen teilen wollte, doch aufgrund der politischen Lage in der Schweiz leider schnell in politische Themen abgleitete. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich völlig ausgepowert war. Viele Kämpfe hatte ich gekämpft, fast alle hatte ich verloren. Resignation! Ich liess meine Waffen fallen und zog mich gebeugten Hauptes zurück.

Später kam dann die Phase meiner “Geschlechts-Transition“, die mich zwei Jahre lang total absorbierte und nach der GaOp erwachte ich mit neuem, gereinigtem Geist und schnell hörte ich wieder den sanften Klang der Spiritualität, den Atem Gottes und schlussendlich wieder die Trommeln in meinem Herzen, die mich eigentlich nie mehr verlassen haben, seit ich auf meiner Hochzeitsreise im Pine Ridge Reservat bei den Oglala-Sioux an einem PowWow war, dort in den heiligen Bergen der Black Hills, da wo mein Geist berührt wurde wie nie zuvor.

Die Erinnerung kam wieder auf, dass ich eine Regenbogen-Kriegerin bin und dass meine Berufung nie geendet hat, dass es da eine Prophezeiung gibt, die mich meint, mich und unzählige Andere und dass sie sich nur erfüllt, wenn wir nicht aufgeben, das Unmögliche zu wagen. Deshalb möchte ich jetzt diese Prophezeiung mit Euch teilen, in der Hoffnung, dass sie sich weiter ausbreitet und dass ich so einen weiteren kleinen Teil dazu beitragen kann, dass Mutter Erde irgendwann doch wieder geheilt wird.

Prophezeiung der Cree – Warriors of the Rainbow

Es war im letzten Jahrhundert, als eine alte weise Cree Indianerin namens “Eyes of Fire” eine Vision hatte. Sie prohezeite folgendes (im Rahmen meiner bescheidenen Fähigkeiten aus diesem Text übersetzt):

Es wird eine Zeit kommen, wenn die Erde ausgebeutet und verschmutzt ist, die Bäume zerstört sind, die Vögel vom Himmel fallen, die Gewässer sich verdunkeln, Fische in den Strömen vergiftet sind und die Wälder nicht mehr länger sein werden. Menschen wie wir sie kennen werden aufhören zu existieren.

Es wird die Zeit kommen, wenn die Erhalter der Legenden, Geschichten, kulturellen Rituale, Mythen und aller alten Stammesangelegenheiten gebraucht werden um unsere Gesundheit wieder instandzustelolen und die Erde wieder grün zu machen. Sie werden des Menschen Schlüssel zum Überleben sein, sie werden die “Krieger des Regenbogens” sein. Es wird der Tag des Erwachens kommen, wenn alle Menschen aller Stämme (Staaten) eine neue Welt aus Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit formen und den Grossen Geist (Gott) anerkennen.

Die “Krieger des Regenbogens” werden diese Prophezeiungen verbreiten und allen Menschen dieser Erde lernen. Sie werden sie lehren wie man “den Weg des Grossen Geistes” lebt. Sie werden ihnen erzählen, wie die Welt von heute sich vom Grossen Geist entfernt hat und dass die Erde deshalb “krank” ist.

Die “Krieger des Regenbogens” werden den Menschen zeigen, dass der Grosse Geist voll ist von Liebe und Verständnis und sie werden sie lehren, die Erde wieder schön zu machen. Diese Krieger werden den Menschen Prinzipien und Regeln lernen ihnen nachzufolgen um die Erde wieder mit Licht zu erfüllen. Diese Prinzipen werden diejenigen sein der alten Stämme. Die Regenbogenkrieger werden die Menschen die alten Praktiken von Einheit, Liebe und Verständnis lehren. Sie werden Harmonie lehren unter den Menschen in allen vier Ecken der Erde.

Sie die alten Stämme werden sie die Menschen lehren zum Grossen Geist zu beten, mit Liebe die fliesst wie ein schöner Bergbach und den Weg entlang fliesst bis in den Ozean des Lebens. Und sie werden wieder fähig, Glück zu empfinden für sich selbst und in der Gemeinschaft. Sie werden frei von Eifersucht und werden alle Menschen als ihre Geschwister lieben, ungeachtet deren Hautfarbe, Rasse oder Religion. Sie werden Glück empfinden dabei, in deren Herzen einzudringen und eins zu sein mit der gesamten menschlichen Rasse. Ihre Herzen werden rein sein und Wärme, Verständnis und Respekt ausstrahlen für alle Menschen, die Natur und den Grossen Geist.

Sie werden ihr Denken, ihre Herzen und ihre Seelen wieder mit reinsten Gedanken füllen. Sie werden die Schönheit des Schöpfers suchen – des Grossen Geistes. Sie werden Stärke und Schönheit finden im Gebet und der Einsamkeit des Lebens.

Ihre Kinder werden wieder fähig sein sich zu befreien und die Geheimnisse der Natur und von Mutter Erde zu geniessen. Frei von der Angst vor Gift und Zerstörung die der weisse Mann durch seine praktizierte Gier gebracht hat. Die Flüsse werden wieder klar, die Bäume wieder reichhaltig und schön, die Tiere und Vögel wieder vollzählig. Die Kraft der Pflanzen und Tiere wird wieder respektiert und die Erhaltung von allem was schön ist, wird wieder zum Weg des Lebens.

Die Armen, Kranken und Hilfsbedürftigen werden wieder gepflegt von ihren Brüdern und Schwestern der Erde. Diese Praktiken werden wieder Teil von ihrem täglichen Leben.

Die Anführer der Menschen werden in der alten Tradition gewählt – nicht durch politische Parteien und nicht diejenigen, die am lautesten brüllen oder durch Dreckschleudern sondern diejenigen, deren Taten die lauteste Sprache sprechen. Diejenigen, die Liebe, Weisheit und Mut zeigten und diejenigen die zeigen, dass sie für das Allgemeinwohl arbeiten können und wollen, werden zu Anführern gewählt. Sie werden aufgrund ihrer “Qualität” gewählt und nicht wegen des Geldes das sie besitzen. Wie die nachdenklichen und demütigen “alten Häuptlinge” werden sie die Menschen mit Liebe verstehen und dafür sorgen, dass ihre Jungen von ihrer Umgebung mit Liebe und Weisheit gelehrt werden. Sie werden ihnen die Wunder zeigen mit denen die Erde von ihren Wunden geheilt werden kann und Gesundheit und Schönheit wiederherstellen.

Die Aufgaben dieser “Krieger des Regenbogens” sind zahlreich und gross. Es werden erschreckende Berge von Unwissenheit zu besiegen sein und sie werden Vorurteile und Hass zu finden. Sie müssen gewidmet werden, unerschütterlich in ihrer Kraft und stark in ihrem Herz. Sie werden Herzen und Köpfe finden die gewillt sind ihnen zu folgen auf diesem Weg, auf dem Mutter Erde wieder zu ihrer Schönheit und Vielfalt zurückkehrt – einmal mehr.

Der Tag wird kommen, er ist nicht mehr weit entfernt.

Der Tag an dem wir erleben werden, wie wir dankbar sind für die Existenz der Menschen aller Stämme, die ihre Kultur und ihr Erbe gepflegt haben. Diejenigen, die Rituale, Geschichten, Legenden und Mythen lebendig gehalten haben. Es wird dieses Wissen sein, das Wissen das sie erhalten haben, das uns ermöglicht, wieder zurückzukehren zu einer Harmonie mit der Natur, Mutter Erde und der Menschheit. Es wird dieses Wissen sein, in dem wir den Schlüssel zum Überleben finden werden.

Ist diese Zeit wirklich so nah? Den Eindruck habe ich nicht, wenn ich das Verhalten der Menschen beobachte. Wird diese Zeit wirklich kommen? Es fällt mir schwer das noch zu glauben, nach all der Ignoranz die ich in den letzten Zwanzig Jahren erlebt habe. Aber ich erinnere mich immer wieder an die Worte von Carl Jaspers, der sagte: “Hoffnungslosigkeit ist die vorweggenommene Niederlage”. Egal wieviel Hoffnung besteht, wenn wir diese Zeit nicht anstreben, wird sie garantiert nicht kommen, sie kann nicht kommen, weil wir der Weg sind, auf dem sie kommen könnte, wenn wir es zulassen würden.

So mag man mich weiterhin für eine Närrin halten, dass ich auch in diesem Thema das Unmögliche anstrebe, ich bin nicht allein mit meiner Narrerei. Gandhi war so närrisch zu glauben, er könne mit Gewaltlosigkeit einen Krieg gegen einen übermächtigen Feind gewinnen. Martin Luther King war so närrisch wie Nelson Mandela, dass sie glaubten, sie könnten Gleichberechtigung durchsetzen in Kontinenten, die Apartheit und Sklaverei praktizierten. Die Geschichte kennt viele Narren und Närrinnen, die sich erdreisteten, das Unmögliche zu wagen – so Manche haben es wider aller Erwartung doch geschafft. Also will ich weiterhin eine Närrin bleiben – man weiss ja nie ;-)

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