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Diana eröffnet den Sommer – Zelebrierung der Weiblichkeit

Zugegeben, manchmal übertreib ich’s ja schon ein wenig und bin ein bisschen oversexed unterwegs, Tendenz steigend. Aber kann man mir das verübeln? Und wenn ja, warum müsste mich das interessieren? Vier Jahrzehnte musste ich diese ollen Jeans tragen, musste die anderen Mädels beneiden, weil sie im Gegensatz zu mir bunt rumstöckeln durften. Mal Hand aufs Herz Mädels, wenn Ihr vier Jahrzehnte nur Jungskram hättet tragen dürfen, würdet Ihr nun nicht auch total ausbrechen und die neue Freiheit geniessen auf Teufel komm raus? Ich tu’s und ich hab ne Menge Spass dabei :-)

Gerade heute ist mal wieder so ein Tag. In Anbetracht der heute angesagten 19 Grad, des blauen Himmels und der strahlenden Sonne und nicht zuletzt des soeben von Bonprix erworbenen Sommerkleids konnte ich einfach nicht anders als jegliche Vernunft abschalten und offiziell den Sommer zu verkünden. Es sei März, sagt man, der Frühling würde beginnen, wird behauptet – ach was, die haben einfach alle keine Ahnung, heute hat der Sommer angefangen, ich muss das wissen, Diana ist schliesslich eine Naturgöttin ;-)

Und so hab ich halt aller Vernunft zum Trotz heute dieses sooooooo hübsche und bunte Kleid aus dem Schrank geholt, dieses mit leicht glänzenden Feinstrumpfhosen garniert und mit grauen Pumps veredelt. In der Firma kam dann auch prompt die Bemerkung, meine Kleider würden immer kürzer. Stimmt gar nicht, kürzer wie heute geht nämlich gar nicht mehr, ätsch :D Aber immer wenn ich auf die Spiegeltür zulaufe muss ich doch gestehen, dass es etwas arg kurz ist, eigentlich zu kurz, aber ey, es ist Sommer, 19 Grad und das Kleid ist neu, noch nie getragen, wie könnte ich da anders.

Schon gestern als ich mir vornahm, heute den Sommer zu eröffnen, war ich den ganzen Tag total aufgedreht. Es ist erstaunlich, was das in mir auslösen kann. Einmal mehr wird mir klar, wie sehr ich die Weiblichkeit zelebriere. Ich habe da so ein enormes Nachhol-Bedürfnis, dass ich total aufblühe, wenn ich mal wieder einen draufsetzen kann. Ich glaub es dürfte schwer werden, Frauen zu finden, die so Mädelskram so sehr lieben wie ich. Für die Meisten ist das alles völlig normales Zeugs, halt einfach Klamotten, mal schöner, mal weniger schön, aber schlussendlich doch Klamotten. Bei mir ist das anders, für mich ist jeder Tag an dem ich mich so auftüdle ein Triumph über das Schicksal, da werde ich zum lebenden Beweis dafür, dass ich nun wirklich frei bin und mich selbst sein und entfalten kann.

Das mag manchmal etwas überbordende Auswüchse annehmen, das gebe ich zu. Aber diese neuen Ausdrucksmöglichkeiten geben mir soviel Lebenslust, dass die neu entdeckte Lebensfreude oft grösser ist als jegliche Vernunft. Vernünftig war ich vier Jahrzehnte lang – naja mehr oder weniger – aber nun habe ich endlich die Möglichkeit, darf endlich so aussehen wie es mir gefällt – ich müsste völlig verblödet sein, wenn ich mir das jetzt nicht gönnen würde. Klar werden irgendwann auch wieder Zeiten kommen, in denen ich die Vorzüge von Jeans und T-Shirt neu entdecke, aber vorerst ist das Vakuum in mir viel zu gross, als dass ich mich da reinzwängen könnte.

Und wer nun all meiner Begeisterung zum Trotz behaupten will, dieses Kleid sei zu kurz, dem kann ich nur eines entgegenen:

Nein, das Kleid ist nicht zu kurz,
nur die Beine sind etwas zu lang ;-)

PS: bei dieser Gelegenheit habe ich heute den Sitzring in die Ferien geschickt, der resp. die daraus resultierende Sitzhaltung passt nun wirklich nicht zu so schönen Kleidern. Und mit Freude durfte ich feststellen, ich brauch den tatsächlich nicht mehr, auch stundenlanges Sitzen ist kein Problem mehr, langsam aber sicher bin ich wirklich ganz :-)

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