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Transsexuelle Frauen im Sperrfeuer der Ignoranz

Transsexuell zu sein, also im falschen Geschlecht geboren zu leben, ist wohl eine der grössten Herausforderung, die das Schicksal einem Menschen in die Wiege legen kann. Die ganze Kindheit, die ganze Jugendzeit und oft auch das halbe Erwachsenenleben im falschen Geschlecht leben zu müssen, stets eine nicht dem Selbst entsprechende Geschlechterrolle einnehmen zu müssen, sich selber ständig verleugnen und konditionieren zu müssen, all das ist unvorstellbar schmerzhaft, viele gehen daran zugrunde.

Aber das ist nur ein Teil des Leids, es ist der Teil, der ein Stück weit unumgänglich ist – anders als die gesellschaftliche Stigmatisierung, das ständige Missverstandensein, das aus Unwissen und Falschvorstellungen geborene Belächeln, das transsexuelle Menschen in eine Rolle treibt, in der sie nichts zu suchen hätten. Und so bleibt auch im Leben einer Frau mit transsexueller Vergangenheit ein Schatten, der sie immer verfolgen wird – ein Schatten der aus dem Feuer des Missverstandenseins geworfen wird.

Selbst wenn man soviel Glück hat wie ich und in ein verlässliches soziales Gefüge eingebettet ist, viele Menschen hat die zu einem halten und ein zufriedenes und freies Leben führen kann, so stösst man doch immer wieder auf diese dunklen Seiten, die einem wieder ins Bewusstsein rufen, dass man zwar vielleicht respektiert, vielleicht sogar geliebt, aber nur in seltensten Fällen verstanden wird.

Gute Tage – instabile Tage

Es gibt Tage, an denen ich fit bin, an denen ich einfach mein Leben geniesse. An solchen Tagen kann mich nichts erschüttern, egal ob mich in der Öffentlichkeit gelegentlich jemand blöd anschaut, nicht mal wenn ich bemerke, dass mich jemand belächelt, es geht mir völlig am Hintern vorbei. Denn erstens habe ich gelernt, meinen Wert nicht von Fremden bemessen zu lassen und zweitens bin ich dank meiner neuen Freiheit so erfüllt von Lebensfreude und Lebenslust, dass mich kein Schatten trüben kann.

Aber es gibt auch Tage, an denen ich nicht so stabil bin, wer ist schon immer und jederzeit stark genug für die Widrigkeiten des Lebens. an solchen Tagen können Ereignisse, die ansonsten nur an der Oberfläche schürfen, sich plötzlich wie Rasierklingen ins Fleisch schneiden. Und an manchen Tagen kommen solche Schnitte sogar von mehreren Seiten und man findet sich selbst wieder im Sperrfeuer der Ignoranz. Manchmal sind es ganz harmlose Dinge die so einen Tsunami auslösen können, manchmal reicht eine fiktive TV-Serie um die Klingen bis zum Herz eindringen lassen.

Eine verpasste PipeNight

Heute ist so ein Tag. Seit Wochen freue ich mich auf heute Abend, weil in einem Zürcher Pub mal wieder die PipeNight stattfindet, an der ganz viele wirklich tolle Piper mit ihren schottischen Bagpipes auftreten. Es scheint mir Ewigkeiten her, dass ich zum letzten Mal eine dieser so geliebten Schallkanonen erlebt habe und seit über einem Jahr spiele ich ja selber nicht mehr (auch wenn ich vorhabe, irgendwann wieder zu beginnen). Ich freute mich auch, einige Leute die ich super mag dort wieder zu sehen, Leute aus “meiner Pipe-Band” vorallem. Aber ich musste absagen, eben weil heute so ein Tag ist.

Eine desinformierende Informationssendung

Angerissen wurde das Ganze gestern schon, als ich eine Ankündigung auf dem Schweizer Fernsehen las über eine “Dok Sendung” die im Mai ausgestrahlt wird, die von einer transsexuellen Frau handelt. Der Ankündigungstext war von der üblen Sorte, wie man es sich von Medien gewohnt ist. Meisterleistung war die Formulierung: “…. dokumentiert sie ihren Weg vom transsexuellen Mann zur Frau”. Ärgerlich daran war vorallem, dass Dok ansonsten gut recherchiert ist, gerade von so einem Format hätte ich mehr erwartet als das Rezitieren einer längst hinfälligen Psychopathologisierung. Ich nahm mir vor, dieses Wochenende die Redaktion zu kontaktieren, vielleicht ist es ja noch nicht zu spät um da noch etwas Information einzubringen. Jedenfalls legte diese Sache ein Fundament für das was dann kam.

Indentitätsnachweise des Nachts

Es folgte eine Nacht in der ich schlecht schlief und ständig so Quatsch träumte, der irgendwie mit meinem noch alten Ausweis zu tun hat, man sprach mir mein Geschlecht ab weil in meinem Ausweis ja noch das falsche Geschlecht steht. Um sieben Uhr weckte mich mein Futterlieferant, ich wachte mit Kopfschmerzen auf und fühlte mich schon ziemlich durch den Fleischwolf gedreht. Dass ich meine ebenfalls mitgelieferte neue Kaffeemaschine ausgiebig ausprobieren konnte, tröstete ein wenig, so lag ich dann eine Weile vor dem TV und guckte aufgenommene Krimis, schlussendlich einen von “Special victim unit”. Den hätte ich besser ausgelassen, denn der versaute mir dann als letzte Instanz die PipeNight.

Fiktion am TV als Projektion der Wirklichkeit

Es begann harmlos. Eine Frau erschlug einen Mann mit einer Vase und machte geltend, dass er sie vergewaltigen wollte und sie in Notwehr handelte. Bald kam ihr Freund unter Verdacht. Eine Blutuntersuchung brachte dann zutage, dass die Täterin transsexuell ist – oder wie die Polizisten so nett formulierten: “sie ist ein Mann” – auch das Wort “Transe” fiel natürlich. Da ihr Freund unter Verdacht war, sprachen sie ihn darauf an und offenbar wusste er noch nichts davon, drehte völlig durch, beschimpfte sie als “Freak” und tötete sich selbst. Das einzig positive an diesem Film war, dass während der Gerichtsverhandlung ein Psychiater auftrat, der genau das erklärte was ich ständig vorbete. Er erklärte, dass eine transsexuelle Frau eine weibliche Hirnanatomie hat, dass die geschlechtsbestimmende Region “BSTc” im Hypothalamus eine weibliche Struktur hat, er zeigte sogar dieselben Fotos auf die ich selber immer verweise. Das war das erste Mal, dass ich im TV diese Fakten präsentiert bekam, aber das war’s dann auch schon. Im weiteren Verlauf wurde sie von der Richterin in männlicher Form angesprochen oder eine Polizistin sagte mal sinngemäss, dass diese Frau von der Jury nicht wegen der Tat sondern wegen ihrem Geschlecht beurteilt würde. Schlussendlich wurde sie verurteilt und kam in ein Männergefängnis, weil ihr genitaler Geschlechtsstatus noch nicht stimmte. Es kam wie es kommen musste, keine 24 Stunden später wurde sie in den Spital eingewiesen, mit blutiggeschlagenem Gesicht, nachdem sie mehrfach vergewaltigt wurde.

Das reichte, um wieder mal alles hervorzuholen, was ich so gerne vergesse, wenn ich der Süsse des Lebens nachfolge. Ich bin eine Frau in einer Gesellschaft, die mich als Mann betrachtet, egal welchen offiziellen Geschlechtsstatus ich habe, da ändert auch eine Personenstandsänderung nicht viel. Ich lebe in einer Welt, in der nonkonforme Menschen belächelt, verhöhnt, angepöbelt oder getötet werden. Auch wenn Letzteres hierzulande noch nicht geschehen ist, der Rest reicht um einem das Leben schwer genug zu machen.

Natürlich war das nur ein Film, pure Fiktion, all das ist nie geschehen. Aber Filme sind eine Projektion der Realität, das was hier erfunderweise zu sehen war, geschieht auch im realen Leben – tagtäglich. Es sind Geschichten die das Leben schrieben, in denen eine transsexuelle Frau in einem Männerknast vergewaltigt wird oder ins Gefängnis muss, weil sie ein Damenklo benützt hat oder grundlos verprügelt oder gefoltert und todgeschlagen wird nur weil sie das Leben führt, das ihr in die Wiege gelegt wurde, nur weil sie ist, wer und was sie ist.

Lebenslust nicht wegen sondern trotz des Lebens

Es macht mir mal wieder bewusst, dass Blicke eben doch weh tun, ich bin nur stark genug sie zu ertragen. Und auch ich habe Angst in den Ausgang zu gehen, weil meine Wesensart mir ein höheres Risiko von Übergriffen beschert, ich bin nur renitent und mutig genug, mich nicht vom Leben abhalten zu lassen. Und auch mich schmerzt es zu wissen, dass ich von vielen Menschen für immer als Mann betrachtet werde, also nie wirklich wahr!genommen werde, ich bin nur selbstbewusst genug um meinen Selbstwert nicht von Anderen zuweisen zu lassen. Es macht mir wieder bewusst, dass ich das Sperrfeuer der Transphobie nie verlassen werde – ein Leben lang………… und es macht mir wieder bewusst, wie wichtig es ist, dass ich die guten Tage geniesse, dass ich mir meine Lebenslust nicht nehmen lasse, dass ich mich bei Schussgeräuschen zwar in Deckung werfe aber nie liegen bleibe sondern weiter gehe, der Sonne entgegen, die nie aufhört zu scheinen, auch wenn man grad im Schatten liegt.

Heute ist mir jedenfalls nicht mehr nach schottischer Pipe-Musik, heute finde ich mich eher in der Musik einer Anne Clark, die in ihrem Lied “Wallies” sinngemäss singt:

Die Nacht ist für die Jäger – und die Gejagten sind Du und ich.
Gejagt nur weil wir eine eigene Art der Identität haben.
Die Nacht ist für die Jäger – und die Gejagten sind Du und ich.
Gejagt nur weil wir eine eigene Art der Individualität haben.
…..
Sie spühlen ihre Aggression aus – und schlagen das was sie nicht verstehen.
……
Wir müssen lernen, gegen die Macht der Irreführung zu kämpfen,
nur um sein wie wir sein wollen.

Ja, wir müssen wirklich kämpfen, gegen ein Barbie+Ken Geschlechterbild, das die Lebensrealität transsexueller Menschen ausblendet, nur um das eigene schwarz-weiss Denken nicht aufgeben zu müssen. Und wir werden kämpfen, zumindest ich werde kämpfen – weil wir sonst ewig die Gejagten bleiben werden.

“Geschlechtsumwandlungen” bleiben im Leistungskatalog

“Unnötige medizinische Massnahmen” wie “Geschlechtsumwandlungen” und Abtreibungen sollen aus dem Leistungskatalog gestrichen werden, forderte SVP-Nationalrat Peter Föhn in einer Motion, gefolgt von einer Meute “christlich-konservativer Politiker”, die das gleich mit einer Volksabstimmung durchsetzen wollen. Während Zweiteres noch aussteht, wurde Ersteres nun im Nationalrat mit 81 zu 67 Stimmen bei 6 Enthaltungen abgelehnt, nicht zuletzt weil es ein Verstoss gegen die europäische Menschenrechtskonvention wäre. Soweit gute Neuigkeiten für Betroffene, für die geschlechtsangleichende Massnahmen die einzige Überlebenschance sind. Trotzdem hinterlässt diese Episode einen bitteren Nachgeschmack, in Anbetracht davon, dass unsere sogenannt bürgerlichen Politiker überhaupt auf diese menschenverachtende Idee kamen und wie sie dabei argumentierten. Und es ist eindrücklich, dass einzig die SVP kollektiv dafür war, dass man transsexuellen Menschen zukünftig notwendige medizinische Leistungen verweigert.

Es gibt keine Geschlechtsumwandlungen

Beginnen wir kurz mit der Terminologie: Niemand wandelt sein Geschlecht um, das ist nicht möglich und wird auch kaum von jemanden gewollt. Es zeigt sich bereits in dieser Wortwahl, dass die Initiatoren sich nie ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt haben. Transsexuelle Menschen ändern nicht das Geschlecht sondern passen das Äussere dem eigenen Geschlecht an. Die Gewissheit um das eigene Geschlecht ist unumstösslich und in der Hirnanatomie unveränderbar festgelegt, aber der Rest des Körpers hat sich nicht in dasselbe Geschlecht entwickelt wie “das Ich”.

Unnötige medizinische Leistung?

Transsexualität führt zu einem unvorstellbaren Leidensdruck, Betroffene gehen psychisch und emotional zugrunde und überdurchschnittlich viele begehen früher oder später Suizid. Transsexuellen Menschen kann nur auf eine Weise geholfen werden, mittels Hormontherapie und genitalangleichender Operation. Deshalb wurde “Transsexualismus” auch von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit eingestuft und ist infolgedessen im Leistungskatalog der Grundversicherung eingeschlossen. Entgegen weit verbreiteter Vorstellung ist Transsexualität kein selbst gewählter Lifestyle sondern ein Leben mit unerträglichem Leidensdruck. Durch diese geschlechtsangleichenden Massnahmen stabilisiert sich der Gesundheitszustand der Meisten erheblich, was längerfristig zu Kostenmilderung führt, weil deutlich weniger Folgekrankheiten entstehen.

Kostenübernahme durch Krankenkasse?

Dabei werden gerne wirrste Zahlen herumgereicht, 80-100’000 Franken soll eine “Geschlechtsumwandlung” kosten. In Wirklichkeit belaufen sich die Kosten der genitalangleichenden Operation beispielsweise am Zürcher Universitätsspital auf weniger als 20’000 Franken inklusive dem zweiwöchigen Spitalaufenthalt. Darauf folgt noch eine kleine Operation und ein paar Nachuntersuchungen, insgesamt dürfte es um die 30’000 Franken sein für die gesamte Behandlung. Die Hormone die dann zeitlebens noch gebraucht werden, sind so günstig, dass man damit nicht mal die Franchise überschreitet, fallen also nicht mehr ins Gewicht. In Anbetracht davon, dass nicht behandelte Transsexualität zu umfangreichen Folgeerkrankungen und damit hohen Kosten führt, ist eine Nichtbehandlung deutlich kostspieliger. Wenn ich mich selber als Fallbeispiel nehme, dann hatte ich vorher fast ein Jahrzehnt wöchentlich eine Psychotherapiestunde zu 160 Franken. Seit Abschluss meiner “Transition” gehe ich noch alle 2 Monate einmal, weil’s mir einfach gut geht im Gegensatz zu den vier vorherigen Jahrzehnten.

Sexuelle Verstümmlung und Suizid?

Bei Geschlechtsumwandlungen würden Menschen sexuell verstümmelt,
und viele nähmen sich später das Leben.
(Doris Fiala)

Erschreckende Unwissenheit demonstrierte FDP-Nationalrätin Doris Fiala mit obigem Zitat. Wenn Menschen nach jahrzehntelangem Leiden dank genitalangleichener Operation leidensfrei sein können – und das geschieht in der Regel – dann ist es einfach zynisch, da von sexueller Verstümmlung zu reden, das ist einfach absurd in Anbetracht der Lebensrealität transsexueller Menschen. Dr. Udo Rauchfleisch, der am Basler Universitätsspital über hundert Transsexualitätsbetroffene behandelt hat, schreibt in seinem Buch “Transsexualität – Transidentität“, dass von all denen nur eine Betroffene diese Behandlung bereut hat, allen Anderen würde es bedeutend besser gehen. Dasselbe gilt für den Suizid-Mythos. Das Suizidrisiko nimmt in der Regel deutlich ab, weil Betroffene erstmals mit sich im Reinen sind und eine “Behinderung” weggefallen ist. Um es deutlicher zu sagen: Wäre diese unsägliche Motion angenommen worden, wäre die Suizidrate in Zukunft garantiert deutlich höher – eine Annahme hätte Menschen in den Tod getrieben!

Aber immerhin gibt es auch im Parlament ein wenig Restvernunft, wie aus dem Einspruch von Margret Kiener-Nellen zu entnehmen ist:

Als Anwältin begleite ich, mit den entsprechenden rechtlichen Massnahmen und Verfahren, seit fast dreissig Jahren solche Geschlechtsumwandlungen. Ich kann bestätigen, dass diese Klientinnen und Klienten mit den Operationen alle sehr glücklich und zufrieden sind. Den Tatbestand, den Frau Fiala angesprochen hat, kenne ich nicht. Meine Frage haben Sie vielleicht schon beantwortet: Gibt es dazu Langzeitstatistiken? Meines Erachtens gibt es das nicht. Ich wüsste auch nichts von einer erhöhten Suizidrate bei diesen Personen.

(Margret Kiener-Nellen)

Wer bestimmt den Krankheitswert?

Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, dass Politiker sich plötzlich Rosinen aus dem Leistungskatalog picken und bestimmen wollen, welches Leiden Krankheitswert hat, was behandlungswürdig ist und überhaupt, was Krankheit ist. Aber ist es Aufgabe der Politiker, Diagnosen zu stellen und Behandlungen festzuschreiben oder ist es nicht Aufgabe von Wissenschaft und Medizin, das festzulegen? Die Weltgesundheitsorganisation WHO bestimmt, was als Krankheit gilt und was für Behandlungen angebracht sind. Dabei stützen sie sich auf medizinisches Wissen. Was als Krankheit gilt, ist vorallem vom Leidensdruck abhängig, der ist bei Transsexualität gegeben.

Schwarzpeter-Spiele der Bürgerlichen?

Wenn man bedenkt, dass mit dieser geplanten Hilfeverweigerung in Anbetracht der wenigen Fälle nicht mal ein Promille der Krankenkassenprämien eingespart würden, fragt man sich schon, was für Schwarzpeterspiele da gespielt werden in Bundesbern. Parallelimporte, die zu tieferen Medikamentepreisen geführt hätten und ein riesiges Sparpotential im Milliardenhöhe gewesen wäre, wurde von den sogenannt Bürgerlichen lange bekämpft. Muss man hier wieder mal ein schwarzes Schaf postulieren und schlachten um zu zeigen, dass man doch irgend etwas tut für tiefere Krankenkassenprämien? Wenn ich dann noch erlebe, dass die Initiatoren dieser Alibiübung auf Kosten Anderer nicht mal wissen worum es eigentlich geht und was sie da fordern – und warum – dann gibt mir das schon arg zu denken. In beispielhafter Weise demonstrierte das Peter Föhn anlässlich eines Rundschau-Interviews, als er den Grund für seine Motion wiefolgt zu erklären versuchte……. o-Ton, kann hier auf 6:00 Minuten mitgehört werden……..

Die Geschlechts…….äh…. Umwandlungen streiche ich vorallem auch….. dann…….. nach ähmä???…… pffff, ja vielleicht….. ein ethischer Hintergrund….. ein…… religiöser Hintergrund für mich haben…… bei dem ich sage: ist das wirklich notwendig……. und ich stelle als Politiker jetzt einfach diese Frage laut in den Raum.
(Nationalrat Peter Föhn)

Ich war echt erschüttert, als ich dieses Interview sah, dieser Mann erklärt, warum er Menschen wie mir das Leben verweigert und hat so eine unbeholfene Erklärung dafür – ethischer Hintergrund – ja, das Überleben Betroffener steht auf dem Spiel………. danke an die Parlamentsmehrheit, dass sie dieses Spiel nicht mitgespielt haben.

Diskussion im Parlament: Wortmeldungen

Diana im TV-Serien Fieber

Früher konnte ich mit TV-Serien gar nix anfangen, für mich muss TV entweder gruselig, spannend, lustig oder informativ sein, Serien im Stil von Derick und Konsorten boten nicht annähernd das, was mich unterhalten kann. Aber spätestens mit “Akte X” begann eine ganz neue Aera von Serien, zuerst kam eine grosse Mystery-Welle und dann kam eine Crime-Welle im Stil von CSI und Konsorten. Nun hatte mich das Serien-Fieber gepackt und unterdessen gibt es einige, die ich regelmässig schaue. Dank meinem Harddisc-Recorder werden die automatisch aufgenommen und immer wenn’s mir langweilig ist, wühle ich da drin und grabsch mir etwas worauf ich grad Lust hab. Ich möchte heute mal meine Lieblingsserien vorstellen – here we go…….

Lie to me
Mein absoluter Favorit ist Lie to me, da krieg ich Spannung, Humor und auch noch Information. Dr. Cal Lightman ist ein Experte in Sachen Körpersprache und Mikroausdrücke ist Gründer der Lightman Group, die für private Unternehmen und staatliche Behörden Menschen analysiert um herauszufinden, ob jemand die Wahrheit sagt. Die Serie ist deshalb informativ, weil die Macher die dargebotenen Techniken zur Analyse der Körpersprache von einem der bekanntesten Fachmann in diesem Thema haben, Paul Ekman, der in einem Blog Filmausschnitte von Lie to Me kommentiert. Lightman ist eigentlich ein ziemlich arrogantes Arsch, aber irgendwie ist er auch total cool und es ist faszinierend, wie er Menschen ständig entlarvt und ihnen auch aufs Gesicht zu sagt, warum sie sich verraten haben. Oft schauen sie sich Videos in Zeitlupe an oder vergleichen Fotos und dabei erfährt man immer wieder spannende Dinge über Gesichtsausdrücke und nonverbale Gesten. Ich habe selber dieses seltsame Talent, dass ich in Gesichtern lesen kann, aber bei mir läuft das intuitiv ab, als eine Art erweiterte Form von Empathie. Zu sehen wie so Spezialisten das rational hinkriegen, ist total faszinierend. So faszinierend, dass ich mir nun ein paar Bücher zu dem Thema gekauft habe, unter Anderem von Paul Ekman, ich bin gespannt ob ich mein Bauchgefühl rational erweitern kann.
Video-Trailer Lie to me

Mentalist
Patrick Jane ist der Mentalist, ein Mann mit spitzbübischem Humor und einem unglaublichen Talent, Details zu erkennen, er spürt sozusagen die Wahrheit heraus. Ähnlich wie in “Lie to me”, aber bei ihm ist es mehr Intuition und Beobachtungsgabe, weniger wissenschaftlich wie bei “Lie to me”. Bei ihm muss man ständig schmunzeln, weil er in seiner kindlich-verspielten Art oft rumblödelt und sein Team fast irre wird wegen seiner unorthodoxen Art. Seine Fähigkeit hat er deshalb, weil sein Vater ihn schon als Kind darauf trainiert hat um mit ihm als “Hellseher” Leute auszunehmen. Sein Talent, Gefühle in Menschen zu erfühlen, machte ihn zu einer Goldgrube. Aber damit ist jetzt schluss, nun arbeitet er für die Polizei. Aber die Serie hat auch eine dunkle Seite, denn vor vielen Jahren als er auf der Jagd nach dem Serienmörder “Red John” war, ermordete dieser seine Familie. Seit da jagt er einerseits diesen Red John oder irgendwie auch umgekehrt und so hat er auch düstere Momente. Das macht diese Figur sehr spannend, einerseits dieser kindlich-verspielte Scherzkecks, der immer lächelt, immer Blödsinn im Kopf hat und doch in wenigen Momenten taucht Schmerz in seinem Gesicht auf, dass man die Luft anhält.
Video-Trailer Mentalist

Life
In der Serie Life geht es um den Polizisten Charlie Crews, der wegen dreifachem Mord zwölf Jahre im Gefängnis war, dort unzählige Male von Gefangenen angegriffen wurde und dutzende von Stichverletzungen davon trug. Aber er war unschuldig, Leute aus dem eigenen Umfeld hatten ihn reingelegt. Dort im Knast wurde er ziemlich seltsam, schützte sich mit Zen Buddhismus und gewann eine sehr unorthodoxe Denkweise. Nach seiner Rehabilitation bekam er nicht nur eine millionenschwere Abfindung sondern auch seinen Job zurück. Einerseits recherchiert er heimlich an der Frage, wer ihn reingelegt hat, anderseits löst er mit einem faszinierenden Spürsinn Kriminalfälle. Vorallem aber hat er einen total schrägen Humor, eben gerade wegen seiner Zen Sache und stösst er seine Partnerin und den Rest des Departements immer wieder vor den Kopf. Und doch ist er sowas von gut, dass sie nicht ohne ihn sein können.
Musikvideo zu Life

Dexter
Der Spezialist für Blutspuren Dexter Morgan hat noch eine zweite Seite, er ist Serienmörder. Nachdem seine Mutter vor seinen Augen ermordet wurde als er ein kleines Kind war, ist er traumatisiert und ein Drang zum Töten wuchs in ihm. Sein Pflegevater, ein Polizist, erkannte das und weil ihm klar war, dass er Dexter nicht aufhalten könnte, lernte er ihn einen Kodex, dass er nur “böse Menschen” töten darf. Das hat er verinnerlicht und führt so nun ein bizarres Doppelleben. Tagsüber arbeitet er als Polizist in der Spurensicherung und nachts jagt er Mörder, die dem Gesetz durch die Maschen schlüpften und entsorgt sie fein säuberlich zerlegt und verpackt im Meer. Dieses Doppelleben allein hat schon eine enorme Spannung, vorallem bizarr ist es aber, weil man oft seine Gedanken hört und miterlebt, wie er immer mal wieder erfreut fasziniert ist wenn er Tatorte betritt und “die Arbeit” des Täters bewundert, anderseits ist man vor den Kopf gestossen wenn er sich Gedanken darüber macht, wie unverständlich es ihm ist, dass andere Menschen etwas fühlen, denn er fühlt nichts, nie. Die Serie hat neben der Spannung einen ganz skurilen Humor, so dass man zwischen Schaudern und Kichern hinundher gerissen ist.
Video-Trailer Dexter

Navy CIS
Die amerikanische Marine hat eine eigene Polizei, die Navi CIS heisst, so eine Art FBI des Militärs. Eigentlich wärs ja nur eine von vielen Krimiserien im Stil von ermitteln, spurensichern, verhaften, rumballern, aber NCIS wird zum Hochgenuss wegen der genialen Charaktere (wie eigentlich alle Serien die ich so mag) und in dieser Serie sind gleich mehere Hauptdarsteller der Hit. Mein Liebling ist Ziva David, eine ehemalige Mossad Agentin, Verhörspezialistin der grusligen Art und Nahkampfexpertin, sie verklopft immer mal wieder hühnenhafte Marines, amüsiert die Zuschauer mit Sprüchen im Stil von “Chef, Du weisst schon, dass ich noch niemals jemanden verhört habe ohne ihn zu verletzen?” und bietet zusätzliche Kichereien weil sie ständig Worte missversteht oder falsche Worte verwendet, was total ulkig ist. Meine nächste Favoritin ist Abigail „Abby“ Sciuto, eine Computerspezialistin und Laborratte, die vorallem auffällt weil sie ständig im Gothic-Look rumläuft, was in einem Polizeiumfeld schon grad arg lustig ist, ausserdem hat sie so eine lustig-liebesbedürftige und direkte Art, die sie total sympathisch macht. Und dann ist noch der Boss Leroy Jethro Gibbs, der immer alles im Voraus weiss, ein alter hartgesottener Marine, der immer ernst ist und doch meist ein Schmunzeln versteckt. Auch die Anderen vom Team sind spassig, alle blödeln gern rum und verscheissern sich gern gegenseitig. Alles in allem sehr spannend und es gibt viel zu Kichern.
Video-Trailer Tony/Ziva
Video: Sprüche von Abby
Video: Sprüche von Gibbs

Fringe – Grenzfälle des FBI
Eine ganz andere Kategorie ist “Fringe” über eine Sondereinheit, die sich mit Grenzwissenschaften beschäftigt. Die Serie hat einerseits einen roten Faden durch alle Staffeln und entwickelt sich immer weiter und doch taucht fast in jedem Teil ein völlig irres Phänomen auf, das einem Bauklötze staunen lässt. Da gehts um Parallellwelten, Gestaltenwandler und die verrücktesten und undenkbarsten Dinge. Mein Favorit dort ist Walter Bishop, ein Wissenschaftler der genauso genial wie verwirrt und bekloppt ist. Meist unselbstständig wie ein kleines Kind und doch ein Genie. Er bringt den höchsten Humoranteil in diese Serie, aber der grosse Reiz liegt in den verrückten Geschichten und Phänomenen, die einem immer wieder von Neuem überraschen.
Video-Trailer Fringe Trailer

Autopsie – Mysteriöse Todesfälle
Eine ganz andere Sparte ist die Serie “Autopsie“, die eine Art “Aktenzeichen XY” für Hartgesottene ist. Sie zeigen jeweils drei Fälle, die jedoch meist schon geklärt sind. Das Spannende daran ist, dass man die Ermittlung sozusagen mitverfolgen kann und ich meinem Hobby nachgehen kann und bei den gezeigten Verdächtigen versuche herauszufinden, ob die gezeigte Person ins Täterprofil passt. Wie zu Beginn dieses Beitrags erwähnt, habe ich so ein Flair, in Gesichtern zu lesen. Das wird hier sehr spannend, denn jeder Tathergang gibt Rückschlüsse auf das Täterprofil und ich versuch zu erspüren, ob die Leute in dieses Schema passen. Meine Trefferquote verblüfft mich immer wieder und ich hab bis heute nicht rausgefunden, woran ich das erkenne. Aber ich bleib dran, irgendwann find ich’s raus ;-)
Serie-Intro Autopsie

Serien für gelegentliche Unterhaltung
Das wären meine Top-Serien, weiter mag ich noch folgende Serien, sehe die aber nur unregelmässig:

  • The Listener“, von einem telepathisch veranlagten Rettungssanitäter, der versucht, sein telepathisch erlangtes Wissen zum Helfen zu nutzen ohne dass jemand merkt, wie er das gemacht hat.
  • True Calling“, eine Studentin die Teilzeit in einer Pathologie macht und immer wieder wenn neue frisch Verstorbene gebracht werden, öffnen diese plötzlich die Augen (mich trifft jedes Mal fast der Schlag obwohl ich’s schon kenne) und sagen: “Hilf mir” und dann rutscht sie wie durch ein Zeitloch 24 Stunden in die Vergangenheit und versucht, diesen Tod aufzuhalten.
  • Medium” handelt von einer Frau, die immer wieder Visionen hat und mit dieser Fähigkeit die örtliche Polizei unterstützt. Auch ganz schön gruselig und zusätzlich noch eine rührende Familiengeschichte mit drin. Ihr Mann braucht einiges an Nerven um sie rum und ihre Tochter entwickelt ähnliche Fähigkeiten, da geht ganz schön die Post ab, in dieser Familie.
  • Ghost Whisperer” handelt von einer Frau, die Verstorbene sehen kann, die den Weg ins Licht nicht finden, sie versucht diesen zu helfen. Auch ganz schön gruselig mit teils heftigen Schockeffekten, wenn sie beispielsweise am Frühstückstisch sitzt und eine Wasserleiche reinspaziert.
  • 24” ist eignetlich eine moralisch sehr fragwürdige Serie, weil sie auf ziemlich hinterlistige Weise Verhörtechniken bis hin zur Folter “sympathisch” macht. Es geht um eine Regierungsabteilung CTU die Terror abwehren soll und der Hauptdarsteller Jack Bauer geht da auch gern mal zu weit. Das Negative ist, dass man sich selbst dabei ertrappt, dass man das was er tut richtig findet, dieses “ich tue Böses um noch Böseres zu verhindern” kommt so nachvollziehbar rüber, dass man es fast für Kriegspropaganda halten könnte. Anderseits ist die Serie sowas von spannend, dass man wie auf Nadeln sitzt und weil ich Spannung liebe, mag ich auch diese Serie trotz des fragwürdigen Inhalts.
  • Die Serien “Twilight Zone” und “X-Factor – da Unfassbare” bringen jeweils mehrere Kurzgeschichten mit unheimlichem Inhalt, die vorallem bei Twilight Zone oft recht spannend sind. Auch da sind immer wieder Leckerbissen für Gruselfans drin.

Fazit – Schaudern muss es
Ihr seht, mein TV-Programm ist ziemlich einseitig, ich mag’s halt einfach, wenn’s mich gruselt und ich mag’s spannend und ich mag’s lustig – diese Sammlung bietet mehr, als ich Zeit habe um sie zu schauen – das reicht :-)

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