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Zwangspsychiatrie gegen 11-jähriges transsexuelles Mädchen

Die 11-jährige “Alexandra” soll zwangsweise in eine psychiatrische Klinik gesperrt werden, zwecks Umprogrammierung, um ihre Persönlichkeit zu brechen……. denn Alexandra ist transsexuell und das darf nicht sein, in den Köpfen einiger Ewiggestriger.

Gedanken über gelebte und institutionaliserte Menschenrechtsverletzungen an transsexuellen Kindern – oder etwas bissiger formuliert: wie man die Persönlichkeit eines kleinen Mädchens erfolgreich in Schutt und Asche legt.

Nein, nichts weist auf einen Jungen hin. Und doch ist Alex Geschlecht zum Kampffeld geworden. Alex ist transsexuell. Ein Mädchen mit den Geschlechtsmerkmalen eines Jungen.

Und deshalb droht dem Kind jetzt die geschlossene Psychiatrie.
Das Jugendamt möchte es einweisen.

(TAZ)

Ehrlich gesagt, mir wird grad wieder speiübel, wenn ich mit diesem Thema anfange. Vor einer guten Woche berichtete die deutsche TAZ von einem Fall eines transsexuellen Mädchens, das zwar erst 11 Jahre alt ist, aber offensichtlich mehr Grösse hat als so manche Erwachsene. Denn dieses kleine Mädel hat trotz ihres zierlichen Alters bereits genug Selbstbewusstsein um für sich einzustehen und ihr Recht auf Selbstbestimmung einzufordern. Seit mehreren Jahren lebt sie in ihrem wirklichen Geschlecht, ungeachtet ihres Geburtsgeschlechts und irgendwelcher anatomischen “Anomalien”, allem Spott und allen Druckverseuchen zum Trotz. Und sie hat offenbar eine wundervolle Mutter, die ihr beiseite steht und sich für sie einsetzt – das klingt alles zu gut um wahr zu sein – und das Verrückte ist, es wäre tatsächlich so gut, gäbe es da nicht……..

…… gäbe es da nicht die Anderen wie ihren Vater, der scheinbar nicht mit der Transsexualität seiner Tochter klar kommt, der sie entgegen ihrer klaren Selbstdeklaration ignorant mit dem männlichen Namen anspricht und der nun wie man liest alle Register zieht, um das Kind zu re-konditionieren. Mir als Aussenstehende bleibt unbeantwortet, ob dieser Vater einen Scheidungskrieg auf dem Buckel seines Kindes ausführt oder ob er einfach nicht weiss, was Transsexualität wirklich bedeutet und was er mit seinem Entgegensteuern für einen Totalschaden produziert. Er ist emotional beteiligt und damit spreche ich ihm auch “achtenswerte Beweggründe” zu – ganz im Gegensatz zu den restlichen Beteiligten.

Wirklich abgründig wird diese Geschichte wenn man erfährt, dass dieser Vater gegenüber dem Jugendamt behauptete, die Mutter würde das Kind “zum Mädchen erziehen” und das Jugendamt war offenbar naiv genug um diesem Schluss unkontrolliert zu folgen. Das Kind wurde vom Jugendamt nie seriös befragt, eine Diagnose wurde nie gestellt, trotzdem erdreistet sich das Jugendamt, der väterlichen Unterstellung zu folgen und will nun das Kind der Mutter entreissen und es zwangsweise in eine psychiatrische Klinik zu sperren – offiziell um einer angeblichen Suizidgefahr vorzubeugen – inoffiziell jedoch mehr um dieses Mädchen psychiatrisch zu brechen – Verhaltenstherapie nennt man diese Hirnwäsche beschönigend.

Wenn ich bedenke, wie schwer es für ein transsexuelles Mädchen ist, zu sein was man ist und wenn ich bedenke, dass dieses mutige Mädel das Glück hat, eine Mutter zu haben, die sie trägt, dann kommt mir das kalte Kotzen beim Gedanken, dass dieses Kind, das wirklich eine Chance hätte, nun vom Jugendamt und von der als Kavallerie aufgebotenen Psychiatrie kaputt therapiert werden soll.

Ich kenne diese Familie nicht und kann mir deshalb noch kein abschliessendes Urteil erlauben. Aber der Bericht der TAZ spricht für sich und die Tatsache, dass ein Jugendamt aus diesen Gründen eine psychiatrische Zwangseinweisung anordnet, entbehrt jeglichem minimalen Verstand. Mehr als das stütze ich mich in meinem “Urteil” auf Inka, die Erfahrung hat in der Betreuung von transsexuellen Menschen und die persönliche Erfahrung im “Transsexuellsein” hat, die über dieses Thema wohl mehr Fachkenntnisse hat als so manche sogenannten Fachleute. Sie bestätigt, dass sie das transsexuelle Mädchen als authentisch erlebte und dass sie eine harmonische Mutter-Kind Beziehung erlebte. Mehr brauche ich nicht zu wissen um zum vorläufigen Urteil zu kommen, dass hier ein paar transphobe Zeitgenossen gerade drauf und dran sind, ein kleines Mädchen komplett kaputt zu machen, nur weil sie erstens keine Ahnung haben womit sie es hier zu tun haben und weil sie zweitens eine indoktrinierende Weltanschauung haben, die sie glauben macht, sie hätten das Recht dazu, über einen anderen Menschen zu bestimmen und diesen anderen Menschen bei Nichtgefallen mit psychiatrischer Hirnwäsche umzuprogrammieren.

Dieser “Fall” macht mich traurig und er macht mich wütend, auf eine Gesellschaft, die wider wissenschaftlichen Erkenntnissen eine binäre Geschlechtsideologie predigt, auf deren Grund alle nicht der gerade postulierten Norm entsprechenden Menschen auf der Strecke bleiben.

Und dieser “Fall” stürzt mich in Verzweiflung, weil ich einmal mehr erlebe, wie Menschen demoliert werden, nur weil sie sind, wie sie sind. Diese “Alexandra” ist mehr als ein Mädchen oder ein vermeintlicher Junge, sie ist mehr als eine Tochter, mehr als eine Schutzbefohlene – sie ist ein fühlendes Individuum, das allein aufgrund ihrer Wesensart psychiatrisiert werden soll, von einer schwarz-weiss denkenden Gesellschaft, die im Zuge ihrer Selbstreinhaltung über Leichen geht. Man möge mir die Deutlichkeit meiner Worte verzeihen, ich bin bei diesem Thema persönlich betroffen, aber mir kommt wirklich das kalte Kotzen ob dieser perversen und sinnentleerten “Zurechtbiegung” eines Wesens.

Zusätzlich beängstigend ist, dass dieser “Fall” – der schlussendlich doch einen Menschen beinhaltet – vermutlich in der Berliner Charietè landet und dass gerade diese Berliner Charieté sich einen Namen damit gemacht hat, dass sie transsexuelle Menschen umzuprogrammieren versucht. Wenn der Sexualmediziner Klaus Beier von der Berliner Charieté beispielsweise sagt: “Wenn wir Kriterien hätten, die uns sicher sagen könnten, dass eine Geschlechtsidentitätsproblematik im Kindesalter später in eine Transsexualität übergeht, wäre die Gabe von pubertätsblockierenden Medikamenten verantwortbar. Diese Kriterien haben wir aber nicht, sodass stets der denkbare Fall zugrunde gelegt werden muss, dass sich das Unbehagen im biologischen Geschlecht im Laufe der weiteren Entwicklung verlieren könnte”, dann demonstriert er damit ein antiquiertes Denken, dass allen Fakten spottet. Die “Geschlechtsidentität” ist nichts, was einfach mal entsteht, vielleicht einfach wieder verschwindet oder mal eben schnell korrigiert werden kann. Die “Gewissheit um das eigene Geschlecht” ist etwas ureigenes, etwas unumstössliches. Wer dieses einem Menschen austreiben möchte, muss ihn umprogrammieren, muss ihn zu globaler Selbstverleugnung verführen. Dass all das mit diesem Mädchen geschehen soll, übersteigt die Grenzen des Erträglichen bei Weitem.

Und NEIN, damit hat sich dieses Thema noch lange nicht erledigt, noch lange nicht, DAZU gibt es noch viel zu sagen, viel anzuprangern – die Zeiten sind vorbei, in denen wir ob all der Menschenrechtsverletzungen schweigen!

Mehr zu diesen Fall
TAZ: Transsexualität im Kindesalter – Wer wollte das rosa Einhorn?
DuoInferale: Sorry, ich muss mich mal kurz übergeben
ATME: Die taz schreibt und ATME schweigt. Eine Geschichte
Inka: Wegen Transsexualität in die Psychiatrie
Inka: Die Politik ist gefordert
Inka: Zwei bewegende Anrufe
Inka: Offener Brief an Klaus Wowereit
Mädchenblog: Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.
The Sweet Brain: Nur mal eben Luft raus lassen…!

Mehr über Fremdbestimmung und Verhaltenstherapien bei transsexuellen Kindern
Diana: Verhaltenstherapie bei transsexuellen Kindern?
Diana: Entrechtete Transsexuelle – wer bestimmt das Geschlecht?
Diana: Was bestimmt das Geschlecht – Körper oder Geist?
ATME: Transsexuelle und Intersexuelle – Opfer derselben Ideologie
Mut23: Der Fall Reimer
Mut23: Das Gehirn bestimmt das Geschlecht

UPDATE:
TAZ: MEDIZINERIN ÜBER TRANSSEXUALITÄT “Viele erleben die Pubertät als Qual”

UPDATE:
ATME: Berlin ist kein Einzelfall

UPDATE:
Berliner Zeitung: Im Zweifel gegen das Kind

Rückblickende Zusammenfassung des Jahresanfangs

Heieiei wie die Zeit vergeht, kaum im neuen Jahr angekommen und schon ist der erste Monat fast vorüber – und ich hab kaum was gebloggt – Schande über mich ;-) Aber abgesehen davon, dass ich einiges zu tun hatte, bin ich einfach in letzter Zeit schreibfaul. Es gäb zwar vieles, worüber ich schreiben möchte, aber nichts ist so drängend, dass ich mich zum Schreiben überreden könnte. Deshalb hier wenigstens mal eine kleine Zusammenfassung von all dem, was ich versäumte zu schreiben – das eine oder andere wird demnächst noch etwas detailierter erzählt.

Das dritte Tagebuch wird zum Buch

Einer der Gründe, warum mir die Zeit etwas knapp ist, ist meine Arbeit am dritten Buch, das meine Blogtagebücher 2011 zusammenfassen soll. Es werden wieder um die dreihundert Seiten und diesmal sind Beiträge aus drei Blogs da drin, vorallem das alte Blogtagebuch, dieses neue Tagebuch, das GaOp-Tagebuch und erstmals auch ein paar Beiträge aus unserem gemeinsamen Blog. Unterdessen habe ich alle Beiträge zeitlich zusammengemixt und muss nun die ganzen Formatierungen überarbeiten. Schreibfehler werde ich drin lassen, einerseits weil die zu meiner Schreiberei dazugehören und anderseits, weil es sich einfach nicht lohnt, bei den 20-30 Stück die dann am Schluss verkauft werden. Überhaupt frage ich mich einmal mehr, warum in aller Welt ich so n’Quatsch mache, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, aber irgendwie isses einfach cool, eigene Bücher zu haben und mehr als das gibt es ein paar internet-lose Leute in meinem Umfeld, die das alles auch lesen möchten. Auf jeden Fall bin ich zuversichtlich, dass es dieses Jahr nicht mehr sooooo lange geht, bis das Buch in Druck geht.

Wachzustand dank Estradiol

Wie hier berichtet, habe ich ja einen neuen Doktor der meine Hormontherapie betreut und der hat wie ebenfalls hier berichtet nun die Dosierung verdoppelt, weil meine Östrogene vom Unispital viel zu tief dosiert waren. Und siehe da, seit einer Woche bin ich wieder hellwach. Entweder, ich war wirklich auf Halbstrom infolge einer an Kriminalität grenzenden Dosierung oder das ist der geilste Placebo-Effekt des Jahres. Spass beiseite, es ist wirklich krass, seit einem Jahr bin ich jeden Abend total erschöpft, schlafe ständig vor dem TV ein und bin völlig antriebslos. Und seit einer Woche bin ich wieder wach, es ist offensichtlich, dass ich mit dieser spärlichen Hormondosierung am Rand des Existerens lebte. Voraussichtlich nächste Woche werde ich dann mal die Bluttests machen und dann sehen wir einerseits, wie es mit meinem Hormonpegel aussieht und anderseits wird sich zeigen, ob meine vom Unispital bemängelten erhöhten Zucker/Cholesterinwerte nicht doch nur eine Folge der falschen Hormontherapie waren.

Dampfen statt Rauchen

Ebenfalls erfreulich ist mein neustes Dampf-statt-Rauch Experiment. Seit Anfang Jahr habe ich nun diese e-Zigaretten und experimentiere eifrig damit rum. Die Anzahl gerauchter Zigaretten ist ohne nennenswerte Anstrengung auf die Hälfte reduziert, das nenn ich doch mal n’Achtungserfolg. Ich schlepp nun immer drei e-Zigis mit mir rum, zwei davon sind mit leckerem Geschmackskram gefüllt (momentan eins mit Banane/Vanille und eins mit Kaffee/Vanille) und eine e-Zigi ist mit Tabakgeschmack gefüllt und hat im Gegensatz zu den andern Zwei Nikotin drin. Wenn ich nun meine Nuckelattacken habe, die vorallem abends im Viertelstundentakt kommen, dann nuckle ich ein paar mal an den nikotinfreien Zigis rum. Wenn der Nikotindrang kommt, gönn ich mir ein paar Züge mit Nikotin und wenns dann ganz chribbelig wird, gibt’s wieder eine gerauchte Zigi. Klingt kompliziert, isses aber nicht. Wenn es so weiter geht, werde ich vermutlich die ganze Pafferei stark umlagern können und das ohne dass ich dabei fast Stücke vom Tisch abbeisse. Bin gespannt wie es weiter geht.

Videos, Bücher, Shopping

Rechts im Menü hat’s drei neue Seiten, in denen aber noch fast nix drin ist. Wie bereits erwähnt, bin ich am Aufbau einer Reihe von Youtube-Playlisten, in denen ich ein paar Leckerbissen aus meiner Musikwelt präsentiere bis hin zu Videos mit lustigen Tieren oder depperten Leuten. Ausserdem gibt es dort bald einen kleinen Bücherladen in dem ich Bücher vorstelle und des Weiteren gibt es bald eine Shopping-Seite mit Shopping-Tipps, die nicht nur Euren Kleiderschrank bereichern sollen sondern auch mich selbst, denn die dort bald erscheinenden Links sind sogenannte “Affiliate-Links”, was bedeutet, dass ich immer ein klein wenig mitverdiene, wenn Ihr über die dortigen Links einkauft. Mehr über all das, wenn es fertig ist, wer mag, darf aber gerne jetzt schon zwischendurch reinschauen.

Weekend in Hamburg

Und weil der Monat so schnell rum ist, geht’s nun auch schon bald wieder Richtung Hamburg. Diesen Donnerstag werde ich in der Mittagspause abrauschen, nach Hamburg flattern, dort von Schatzi am Flughafen abgeholt, dann gehn wir mal kurz shoppen (weil ich ja nix anzuziehen hab *jammer*) und dann geht’s nachhause und dort werden wir dann bis Dienstag morgen rumliegen. Oder gehn wir noch an diese Hochzeit? Oder ist die ein Monat später? Ach was weiss ich, ich lass mich überraschen, hauptsache ich werd wieder kräftig durchgeknuddelt, hab nämlich arge Entzugserscheinungen ;-)

Der wissenschaftliche Beweis: Jung sind bekloppt :D

Und nun noch das Lustige zum Schluss – muss ja auch mal wieder sein ;-) Ich hab mich ja schon des Öfteren hier darüber amüsiert, dass Jungs halt schon a bisserl bekloppt sind. Klar mögen wir sie trotzdem, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass Jungs in gewissen Belangen schon gehörig einen am Keks haben. Wenn ich beispielsweise beobachte, was Testosteron und Alkohol gemeinsam bewirken oder wenn ich Jungs erlebe, die in ihrem testosterongeschwängerten Zustand nichts blöderes zu tun haben als wildfremden Mädels an den Hintern zu fassen, dann braucht es kaum noch eines Beweises dafür, dass Jungs etwas schräg drauf sind. Aber für diejenigen, die trotz aller Beweislast immer noch daran zweifeln, denen möchte ich diese wissenschaftliche Tatsache präsentieren, die wie ich hoffe nun auch letzte Zweifel beseitigen müsste. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der “Borstenwurm” eine sehr bizarre Eigenschaft zu Tage fördert. Wenn man einem weiblichen Borstenwurm das Hirn entfernt………… wird daraus ein männlicher Borstenwurm *vomstuhlfallvorlachen*……… echt kein Scheiss, ich schwör’s, das ist wirklich so. Und damit betrachte ich meine Beweiskette als vollständig, Jungs sind einfach bekloppte Mädchen oder so :D Uns Mädels dürfte das nicht gross wundern und die Jungs verstehen wohl den Witz dahinter nicht, aber macht nix, für den Lacher des Monats wäre damit gesorgt ;-)

Hormontherapie und Thrombose – gut gemeint ist halb tödlich

Dieser in meinen letzten zwei Blogbeiträgen (Teil 1 / Teil 2) beschriebene Gesundheitsrausch steht wie erwähnt im Dienst einer Reduzierung des Zucker- und Cholesterinpegels resp. einer Reduktion des Nikotinpegels – all das um das Thromboserisiko möglichst gering zu halten, weil meine Endokrinologin meinen Östrogenpegel zu tief hält, weil sie eben das Thromboserisiko möglichst tief halten möchte. Ihre Devise ist: wegen dem Rauchen hab ich eh schon ein massiv erhöhtes Risiko, die Östrogene die ich bekomme erhöhen das Risiko ebenfalls und sowohl ein erhöhter Zuckerpegel als auch erhöhte Cholesterinwerte erhöhen das Thromboserisiko grad nochmal. Das alles war ihr zuviel des Guten und deshalb lautete der Plan: mehr Östrogene gibt’s erst wenn Zucker/Cholesterin tiefer liegen. Klingt logisch, klingt vernünftig, ist aber wie ich diese Woche rausfand alles kompletter Blödsinn. Es ist zwar sicher gut, wenn ich Zucker, Cholesterin und Nikotin möglichst tief halte, daran will ich auch weiter arbeiten, aber ihre Logik beisst sich in den Hintern, weil sie offenbar einmal mehr von falschen Annahmen ausgeht…….. und jetzt wirds wirklich real-satirisch……..

Zu tiefer Östrogenpegel ist massiv gesundheitsgefährdend

Halten wir uns als Erstes vor Augen, dass ein zu tiefer Östrogenpegel längerfristig zu Oestoporose führt, also die Knochen brüchig werden. Weiters führt eine Unterdosierung zu Haarausfall, schädigt die Schilddrüse und vieles mehr. Und es macht chronisch müde, was die Lebensqualität auch nicht rad fördert. Diese Woche habe ich mich mal wieder schlau gemacht und mich durch diverse neuere Studien zu dem Thema gewühlt – was ich fand, liess mir das Blut in den Adern gefrieren, echt. Folgende Erkenntnisse kamen auf den Tisch:

Hormontherapie mit Östrogenen bewirkt vierfaches Thromboserisiko – oder auch nicht

Östrogene die bewirken ein vierfaches Thromboserisiko, stimmt, aber nur, wenn es oral eingenommen wird, wenn man es über die Haut aufnimmt, erhöht sich das Risiko nicht auf 400% sondern auf 120%, also nahezu gar nicht. Bizarr daran ist, dass die meisten Ärzte Frauen in der Menopause Pillen verschreiben, somit also ein 4-faches Thromboserisiko in Kauf nehmen, obwohl das nicht nötig wäre. Noch bizarrer ist, dass ich mehrmals insistieren musste, bis mir meine Endokrinologin endlich Hormonpflaster gab. Sie wusste zwar, dass Pflaster die Leber im Gegensatz zu Pillen nicht belasten, dass sich damit auch das Thromboserisiko reduziert, wusste sie nicht. Ich hab ihr das damals gesagt, sie konnte es kaum glauben, aber selbst ich wusste nicht, dass Pflaster nicht nur ein geringeres Risiko sind sondern nahezu gar keins.

Zu tiefes Östrogen erhöht Zucker- und Cholesterinwerte

Der Oberhammer kommt aber noch. Wie ich herausfand, bewirkt ein zu tiefer Östrogenpegel unter Anderem einen Anstieg des Blutzuckers und des Cholesterins. Wie bitte? Halllllooooooooooo? Ein zu tiefer Östrogenpegel bewirkt einen Anstieg von Zucker/Cholesterin und meine Endokrinologin will meinen zu tiefen Östrogenwert nicht erhöhen solange diese Werte zu hoch sind? Das kann nicht wirklich ernst gemeint sein, ich fass es nicht.

Progesteron ist ein wichtiger Partner fürs Östrogen

Nächster Quatsch: Seit langer Zeit raten mir diverse andere transFrauen aus Erfahrung, dass ich nebst Östrogen auch Progesteron brauche, weil diese zwei Hormone zusammen arbeiten und ein einseitiger Anstieg wie in meinem Fall zu einer “Östrogendominanz” führt. In der offiziellen Arztliteratur heisst es aber, dass Östrogen/Progesteron Kombitherapien das Thromboserrisiko zusätzlich erhöhen. Am Unispital heisst es, wir transFrauen würden das nicht brauchen, Progesteron sei nur für die Schwangerschaft. Joh klar, kifft weiter! Ein kurzer Blick ins Web zeigt, dass Progesteron etwa ein Dutzend Veränderungen bewirkt, es regelt eine Vielzahl von körperlichen Komponenten bis hin zur einer positiven Beeinflussung des Cholesterins. Und wenn der weibliche Hormonhaushalt primär durch zwei Hormone geregelt wird, ist es ein Gebot der Vernunft, dass man nicht nur eins davon hochschraubt. Der Witz am Ganzen ist aber nun, dass dieses erhöhte Thromboserisiko nur dann eintritt, wenn man die weit verbreiteten synthetischen Progestine nimmt, nicht jedoch wenn man sogenannt bio-identisches Progesteron nimmt.

Fazit: kaum ein thromboserisiko wenn Endokrinologen ihren Job richtig machen

Lediglich als Beispiel hier drei der neusten Studien, die sich mit dem Risikopotential von Hormontherapien beschäftigten, es gäbe noch eine Reihe mehr in dem Stil, aber als erste “Beweisführung” dürfte das mal reichen:

Transdermal estrogens may be safe when they are administrated alone or along with micronized progesterone but not with norpregnane derivatives. By contrast, oral estrogens are associated with an increased thrombotic risk irrespective of the presence of concomitant progestogens.
http://atvb.ahajournals.org/content/30/2/340.long

Our data confirm that oral but not transdermal estrogen increases VTE risk among postmenopausal women. In addition, these data show that micronized progesterone and pregnane derivatives may be safe with respect to thrombotic risk. Furthermore, our results suggest that norpregnane derivatives are thrombogenic.
http://circ.ahajournals.org/content/115/7/840.long

Recent data confirmed the safety of the transdermal route of estrogens administration in postmenopausal women requiring treatment. In addition, epidemiological data showed that use of concomitant progestins could increase VTE risk compared with progesterone use. Finally, results of a meta-analysis showed that the VTE risk increased with doses of oral estrogens.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0049384811700081

Fazit: Östrogen erhöht das Risiko, ausser man nimmt es über die Haut ein. Progestine erhöhen das Risiko, nicht jedoch Progesteron. Grob nach Adam Riese heisst das, wenn ich Östrogenpflaster und richtiges Progesteron nehme, gehe ich keine nennenswerten zusätzlichen Risiken ein, habe dafür dann aber einen Hormonhaushalt, der im Wesentlichen dem entspricht, was er haben soll.

Neuer Arzt – neue Hoffnung

All das hat mich dazu bewogen, nun definitiv meinen Arzt zu wechseln und dort wurde mir das Meiste von dem was ich grad beschrieben habe bestätigt. Er war auch der Ansicht, dass meine Hormone deutlich zu tief dosiert sindd (ich krieg nun das Doppelte), ausserdem stand er Kopf als ich sagte, am Unispital hätte man nie gemessen, wieviel Hormone ich im Blut habe, er war genauso fassungslos wie ich. Nicht einig wurden wir was Progesteron anbelangt, aber vielleicht finden wir da doch noch einen gemeinsamen Nenner. Nun läuft es so, dass ich per sofort die doppelte Östrogendosis habe und in 2 Wochen machen ich nochmal einen Bluttest, diesmal aber richtig. Dann werden wir aufgrund dieser Daten entscheiden, wie es weiter geht. Auf jeden Fall fühle ich mich erstmals von einem Arzt ernst genommen und bin zuversichtlich, dass das Ganze längerfristig gut kommt. Wenn ich genug Erfahrungen gesammelt habe, werde ich zum Thema Hormontherapie mal was Grösseres schreiben, das scheint überfällig zu sein.

Dampfen ist besser als Rauchen

Wie im letzten Blogbeitrag geschrieben, arbeite ich grad an meiner Gesundheit, im Speziellen geht es um die Reduzierung des bei mir umstandsbedingt leider deutlich erhöhten Thromboserisikos………

Hauptrisiko in Sachen Thrombosen ist ja das Rauchen und da ich diesbezüglich einfach nicht aus dieser Suchtfalle komme, versuche ich immer mal wieder Neues, sei es um wirklich aufhören zu können oder um wenigstens die Menge zu reduzieren. Ende letzten Jahres hat mir mein Papa einen coolen Tipp gegeben, neuerdings gibt’s elektronische Zigaretten. Also habe ich mich da mal reingekniet, zuerst ein Billigprodukt ohne Begeisterung probiert und dann gleich mal ein Profi-Gerät geordert, inklusive ein paar leckere Geschmacksrichtungen, von Tabak-Geschmack über Caramell und Cappuccino bis zu Vanille.

Während der Weihnachtsferien wurde das dann mal ausgiebig getestet und diese Joyetech eGo-T ist nun mein steter Begleiter – genaugenommen sind es deren zwei, beide in hübsch-weibischem Dunkelrot :-) Geschmacklich hat sich gezeigt, dass nix so gut ist wie Vanille und es zeigte sich, dass Menthol im Hals eher ein Rauchgefühl produziert. So steige ich nun in die Profi-Liga auf und bestelle vermutlich morgen eine Reihe von Geschmackliquids, die ich dann zusammen mit einem Grundliquid zu einem eigenen Rauchding mixen kann.

Bei diesen eZigaretten kann man sowohl Liquid ohne Nikotin dampfen als auch Liquids mit Nikotin. Bisher habe ich nur solches ohne Nikotin benützt und bin unterdessen soweit, dass im Schnitt jede zweite Zigi ausfällt, weil ich die Zeit dazwischen etwas ausfüllen kann mit gelegentlichem Nuckeln an meiner eZigi. Als Nächstes werde ich auch solche mit Nikotin ausprobieren und mal schauen, wie ich mich von möglichst schädlich auf möglichst unschädlich bewegen kann.

Klar ist schonmal soviel: Es ist ohne Anstrengungen möglich, den Nikotinkonsum zu halbieren mit so Vanille-Dampfereien, es ist sogar fast eine Bereicherung, weil die süssliche Dampferei einfach leckerer schneckt. Ebenfalls klar ist, dass ich so auch noch Geld spare, weil dampfen günstiger ist als rauchen. Wie sich das Ganze entwickelt, wird sich zeigen, aber ich bin zuversichtlich, dass ich zumindest die Gesamtbelastung deutlich reduzieren kann und werde – ich halt Euch auf dem Laufenden.

PS: und hier geht’s weiter mit dem Thema “Hormontherapie

Gesundheitsrausch im Jahresanfang

Schon sind die ersten zwei Woche des Jahres um und ich hab nix gebloggt – shame on me – aber ich bin halt grad etwas schreibfaul und deshalb fass ich mal wieder zusammen resp. mache drei Blogbeiträge draus…….

Zahn mit Guckloch

Während der Weihnachtsferien ist mir ja ein Stück eines Schaufelzahns rausgebrochen, was nicht nur bekloppt aussieht sondern auch das Essen mühsam macht, denn neben dem herausgebrochenen Stück tummelt sich noch ein weiteres, noch grösseres Stück, das nur darauf wartet, ebenfalls n’Abgang zu machen. Deshalb hoffte ich auf einen baldigen Zahnarzttermin, aber weil Murphys Gesetz bekanntlich immer zuschlägt, hatte mein Zahnarzt natürlich die erste Woche Ferien und in der zweiten Woche war er ausgebucht. So kommt es, dass ich nachwievor mit eingeschränkter Bissfähigkeit das Leben bestreite, bis nächsten Mittwoch, dann wird endlich aufgeräumt.

Gesund essen für Ernährungslegastenikerinnen

Womit wir fliesssend zum Essen kämen. Meine Ernährungsideale sind ja bekanntlich ein Graus für sich, abgesehen davon, dass ich jeden Mittag ein Fertig-Menü esse und so wenigstens ein Minimum an geordneten Mahlzeiten zu mir nehme, esse ich abends und an Wochenenden nicht grad so, dass Ernährungsberater Freudentränen weinen würden. Entweder gibts gar nix oder dann so mit Wasser übergossene Fertignudeln, garniert mit Würsten, oder es gibt Fertigpizza, natürlich mit Salami oder Speck……. ansonsten wird mein Körper durch den Zucker in Betrieb gehalten, den ich eimerweise in den Kaffee schütte. Gut wär anders.

Nun hat ja meine Endokrinologin beim letzten Bluttest entdeckt, dass mein Zucker- und Cholesterinwert ein klein wenig erhöht ist, nicht dramatisch, aber doch genug um mir eine dringend notwendige Erhöhung der Östrogene zu verweigern. Zuerst müssten diese Werte etwas runter kommen, bis dahin bin ich zu chronischer Müdigkeit verdammt. Deshalb hab ich mir ausnahmsweise mal gute Vorsätze gemacht und bisher halte ich die auch überraschend gut ein. Einerseits trinke ich den Kaffee nur noch schwarz und spare damit mindestens ein dutzend Zuckerwürfel pro Tag ein, anderseits habe ich von Cola auf Mineralwasser umgestellt und auch beim Essen hat sich einiges geändert, so gibt’s neuerdings mindestens einmal pro Woche eine richtig deftige Zwiebel-Lauch-Suppe, an anderen Abenden gibts vermehrt Gurkensalat mit ganz viel Zwiebel und Tomaten-Mozzarella-Salat. All das tue ich im Dienste eines reduzierten Thromboserisikos.

Obwohl ich eigentlich keine Lust hab, abends nach der Arbeit noch allein in der Küche rumzustehen, habe ich doch ein gewisses Mass an Spass dabei. Ich denke, dass ich mich an diese neuen Gepflogenheiten gewöhnen kann.

Weiter mit den nächsten zwei Blogbeiträgen

Und weil der Blogbeitrag sonst zu gross würde und sich die Themen einigermassen abtrennen lassen, mache ich hier Schluss und dann geht’s gleich weiter mit zwei ergänzenden Blogbeiträgen:

- Dampfen ist besser als Rauchen
- Hormontherapie und Thromboserisiko – gut gemeint ist halb tödlich

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