Politically incorrect since 1966

Noch eine Wochenzusammenfassung

Jaaahaaaa, ich weiss, ich sollte auf Fotos mehr lächeln, aber ernsthaft, versucht mal den Fotoapparat aufs Fenstersims zu legen, den Auslöser zu drücken und innert ein paar Sekunden durch den Raum zu stöckeln ohne auf der anderen Seite mit Schwung in die Wand zu klatschen, dann umdrehen, schick hinstellen, hübsch lächeln……….. glaubt mir, ich bin froh, wenn ich nur schon auf der anderen Seite bin, wenn das Foto geknipst wird, ich kann da echt nicht noch mehr rausholen ;-) Aber bald ist ja Juliet hier, vielleicht gibt’s dann endlich bessere Bilder. Aber worum ging’s eigentlich? Achja……….

Im letzten Blogbeitrag erzählte ich ja von meinem Entschluss, wieder vermehrt “Tagebuch” zu schreiben anstatt an grösseren Beiträgen zu arbeiten, die dann nie fertig werden. Das bedeutet vorallem, dass ich wieder vermehrt aus dem Tag heraus schreiben möchte, also nicht so wie jetzt hier grad eine Wochenzusammenfassung sozusagen nacherzähle, sondern wieder wie früher dann schreibe wenn die Gefühle auftauchen, sprich, wieder aktueller zu werden. Ich werde demnächst mal mehr über all das plaudern. Gerade diese Woche wäre gut gewesen, da war wirklich viel Positives, das unter die Haut geht. Aber weil ich grad so unter Druck bin, fehlt mir einfach grad die Energie oder Zeit und so bleibt halt nur, nochmal eine Zusammenfassung zu machen – jä dänn, here we go…….

Zwei mega schöne Weiberabende ;-)

Ich geh ja eigentlich eher selten aus, ich war schon immer ein Gernzuhausrumliegtier – ausserdem komm ich ja auch nie zu was, weil ich ständig mit Juliet am videophonieren bin ;-) Aber gerade weil ich nicht ständig im Ausgang bin, ist es dafür auch immer ein besonderer Genuss, vorallem wenn ich wie diese Woche mit so liebenswerten Menschen zusammen bin.

Anfang Woche war ich an die Geburtstagsparty meiner Freundin eingeladen (meine ex-Logopädigin) und verbrachte glaub etwa fünf Stunden zusammen mit ihr und ihrem Mann und enem dutzend coolen Mädels auf deren Gartensitzplatz – mit lecker Bole und Essen und Wein und gaaaanz viel Gespräch und Gelächter. Ein Wahnsinnsabend, echt, danke Euch Mädels ;-)

Am übernächsten Tag gings dann wieder los, diesmal zum Nachtessen mit meiner ehemaligen Lebenspartnerin, die seit da zu meinen besten Freundinnen gehört. Wie wir es nicht anders kennen, wurde es ein toller Abend mit sehr vielen Gesprächen – halt so ne Plauderorgie wie es unter BestFriends vorkommt ;-) Und da wir uns recht lange nicht mehr gesehen hatten, war’s natürlich eine besondere Freude.

Eine kleine Verschwörung zum Mitmachen

Zu erwähnen wäre höchstens noch …… *verschwörerischguckt*…….. Juliet ist ja grad nicht da……. *irrkichert*…….. na so unter uns, beim ersten Ausflug, als ich über Zürich fuhr, naja dann halt dort auch zuuuuuufällig an dem Chicoree-Laden vorbei kam, in dem ich erst grad dieses geniale Kleid kaufte………. *hüstel*……….. naja, ich mein, die waren runtergesetzt, es war ja schon günstig, diese 40 Franken für dieses Kleid……. und nun nur noch dreissig……….. naja, was soll ich sagen, ich hab’s halt jetzt auch noch in lila :D ………. aber ey, psssst, nicht Juliet weitersagen, von wegen ich hätt genug anzuziehen, also echt, die hat ja sowas von keine Ahnung *augenverdreht*…………. aber hab ich nicht Recht? DIESES Kleid? In lila? Für 30? ………… Du hast schon so eins, würd sie jetzt rumzicken *seufz*, ja, hab ich, aber ich hab nicht das in lila, was ist daran so schwer zu begreifen? *entnervtdenkopfschüttelt*

Uiiiiiiii, apropos Juliet, in 12 Tagen und 2 Stunden bin ich bei ihr in Hamburg, knappe 2 Tage später sind wir hier, isssssja Wahnsinn, aber sowas von Wahnsinn. Langsam aber sicher werde ich auch hibbelig, das hab ich normalerweise etwa drei Tage vor Abflug. Aber diesmal nehm ich sie ja mit nachhause, jajajasjaja, das ist so eine beglückende Erwartung, dass ich jetzt schon merke, wie ich aufgedrehter werde, da kommen harte Tage auf meine Arbeitskollegen zu ;-)

Wenn die Sonne strahlt, dann wärmt’s das Herz :-)

Wie in jedem guten Text kommt das Beste natürlich zum Schluss – und das ist sowas von das Beste :-) Denn am Sonntag besuchte mich nach längerer Zeit zum ersten Mal meine Tochter wieder. Ich versuch schon gar nicht, Worte zu finden für das Gefühl das ich hatte, als sie mit strahlendem Lächeln in meine Wohnung eintrat und wir drei Stunden zusammen waren, zusammen mit ihrer Mutter. Wir plauderten über viele Themen, unter Anderem auch über mich und das Thema Transsexualität. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl, dass uns allen wohl war, klar ist die Situation nachwievor nicht einfach, aber ich glaub, an diesem Sonntag ist eine Tür aufgegangen – ich glaub, wir haben einen grossen Schritt aufeinander zu gemacht, in eine wirklich gute Richtung………… ich freu mich so, so, so…….. kann man nicht erklären, einfach so, so, so……………….. :-)

Dianas Tagebuch sinnt über den Lebenssinn eines Blogs

Letztes Wochenende in der Badewanne – wo auch sonst sollte einem die Weisheit wie ein Blitz treffen – fand ich endlich die Antwort auf die Frage, die mich seit Monaten beschäftigt – was ist der Sinn meines Blogtagebuchs? In der Tat ist mein Blogtagebuch resp. meine Tätigkeit dahinter arg ins Stocken geraten, seit ich vom alten Tagebuch aufs Neue gewechselt habe. Was zu dieser “Schaffenskrise” führte, wurde mir soeben klar – der unsinnige Versuch, mehr Sinn in den Unsinn zu bringen, bewirkte eine Sinnentleerung – oder so – mündete jedenfalls in diesem Lösungsvorschlag: Bloggen wider aller Ernsthaftigkeit……..

Das alte Tagebuch – eine persönliche Lebensgeschichte

Mein altes “Tagebuch einer transsexuellen Frau” sollte vorallem eine Chronik bilden, ein Tagebuch das einen Menschen von A bis Z durch einen sehr ungewöhnlichen Lebensprozess hindurch begleitet und Einblicke gibt in das, was für Andere unvorstellbar ist. Dabei ging es zwar auch um Information, mehr jedoch um Authentizität. Der Sinn des Blogs stand und fiel mit der Frage der Offenheit. Nur wenn ich kompromisslos offen über alles was mich berührt erzähle, ist ein wirklicher Einblick möglich. Ich glaube, dass mir das einigermassen gelungen ist. Doch diese “Geschichte einer Transition” war zuende erzählt, es war Zeit für den Neubeginn.
Die Eröffnung dieses neuen Blogs war einerseits ein bewusstes Grenzenziehen zu meiner transsexuellen Vergangenheit, anderseits auch der Versuch, mehr Ernsthaftigkeit und Tiefe in meine Schreiberei zu bringen.

Dianas Blogs – wie alles begann

Im Web zu schreiben ist für mich eine uralte Technik um zu informieren und aufzuklären, das, was ich gern mal etwas zynisch “Information-Warfare” nenne, also Informationskriegsführung. Meine ersten Webseiten waren nichts Anderes als Informationsbehältnisse, in denen ich auf Dinge hinwies, die der Allgemeinheit nicht so bekannt waren. So war es kein Wunder, dass mich das Bloggen natürlich auch von der Seite her gewinnen konnte und so wurde mein erstes Blog auch ein typisches thematisch-orientiertes Polit- resp. Öko-Blog, das RainbowNet.

Das erste Blogtagebuch – wenn man selbst im Mittelpunkt steht

Mein “Tagebuch einer transsexuellen Frau” war jedoch etwas ganz Neues, da standen meine ganz persönlichen Erfahrungen und Empfindungen im Mittelpunkt, es ging weniger um ein Thema als um mich und meine Person resp. den Weg den ich gehe. Diese Art von Bloggen ist natürlich viel näher an einem selbst als ein rein “technisches” Informationsblogging. Es ist sehr befreiend, so ein Tagebuch zu führen und man muss nicht mal ständig Recht haben, ich darf mich auch irren, ich bin keine Information sondern ein Mensch.

Dieses neue Blogtagebuch – zurück zum “Themen-Blog”

Beim diesem neuen Blog hier hatte ich das Bedürfnis, mich wieder in diese Richtung zu verändern und vermehrt Themenbeiträge mit Tiefgang zu schreiben. Infolgedessen wurden die Beiträge auch öfters mal länger und eben auch vertiefter und das machte auch Spass………. aber es verlor diese persönliche Note, die Verbindung zwischen mir und meinem Blog wurde irgendwie platonischer. Mit der Anforderung an mich selbst, vermehrt ernsthafte Artikel mit Tiefgang zu schreiben, wuchs auch der Grad meines Kritischseins. Mein Anspruch auf “vollendete Beweisführung” und “abschliessende Information” führte dazu, dass ich nun 88 unvollendete Entwürfe in meinem Blogsystem habe und niemand was zu Lesen kriegt – toll, nicht?

Warum blogge ich eigentlich?

Und warum genau tu ich das? Ich mein, sorry, aber auch wenn es toll ist, dass hier schon Tausende gelesen haben und wohl Hunderte öfters hierher kommen, dann ändert das nicht viel mehr als nichts in der Gesamtheit der Gesellschaft. Mein altes Weltrettungsbedürfnis narrt mich hier doch einmal mehr.

Klar ist es gut und soll auch in Zukunft so sein, dass hier auch Informationsbeiträge mit Biss erscheinen, aber wenn ich mir und wie ich vermute auch den meisten von Euch einen Dienst tuen will, dann sollte ich wieder ein Tagebuch aus diesen Blog machen – also meine persönlichen Gefühle und Erfahrungen wieder vermehrt einbringen und mich nicht mehr durch die Anforderung von “Sachlichkeit” einzuschränken.

Ist das Unspektakuläre erzählenswert?

Ein Grund, der für eine Veränderung in ein primär als Informationsblog funktionierendes Blog, war unter Anderem auch, dass mein Alltag unterdessen glücklicherweise so wenig Spektakuläres bietet, dass von der Seite auch nicht mehr soviel zu berichten ist. Wenn ich da an gewissen Schuhkäufe der Anfangszeit zurück denke, all den Quatsch den ich erlebt habe, dann ist das wirklich irgendwie grosses Kino im Vergleich zu meinem heutigen Alltag, eben gerade weil alles so gut gekommen ist. Da war es auch ein Gebot der Vernunft, mich eben mehr ins “Themenblogging” zu begeben.

Wer nicht lacht, lebt auch nicht

Aber offenbar habe ich mich auch diesbezüglich in den letzten Jahren verändert, dieser ganze Infoscheiss kekst mich immer mehr an. Ich halte solches Engagement zwar für notwendig, aber ich sollte das nicht zum Kern meines Lebens werden lassen, egal ob es um Transsexuellenrechte oder Atomkraftwerke geht. Zuviel Ernsthaftigkeit verhärtet den Menschen, echt, ohne Lachen gibt es kein wirkliches Leben!

Mal wieder Vorsätze – back to myself

Hmmmmm, hatten wir all diese Erkenntnisse nicht schon oft? Aber das macht nichts, Erkenntnisse dürfen sich gern wiederholen und ergänzen, sie werden immer ein wenig vertiefter und irgendwann kapiert’s sogar eine Blondine wie ich ;-)

Immerhin habe ich einen neuen Vorsatz: meine Anforderungen an mich selbst müssen wieder herunter geschraubt werden. Wir sind hier nicht bei Wikipedia, das hier ist nur mein eigenes ganz persönliches Leben und all das was ich schreibe ist mehr als alles Andere einfach meine ganz persönliche Sichtweise.

in dem Sinn…….. Back to myself – oder so – wir lesen uns ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=2_FYq-TqP34

Transsexuelle Menschen – Doch, es gibt uns wirklich!

Ein wichtiges Anliegen sollte es doch sein, transsexuelle Menschen endlich davon zu befreien, dass gesellschaftlich immer noch allzu häufig so getan wird, als gebe es eine (womöglich auch noch als “biologisch” behauptete) Realität einerseits und das Geschlecht transsexueller Menschen andererseits nur als “Phantasie”, “Empfindung” oder “Wunsch”.

Transsexuelle Menschen sind Teil dieser Welt und keine Phantasie.

So emanzipiert wollen wir sein, dass transsexuelle Menschen als existent angesehen werden können, ohne sich gefallen lassen zu müssen als die “Anderen” – ganz im Sinne Simone de Beauvoirs – angesehen zu werden.

Emanzipation fängt da an, wo Menschen sich als selbstständig begreifen.
Es gibt transsexuelle Menschen die das tun.

(ATME e.V.)

Ich bin es so leid, diesen nie endenden Strom aus Geschlechtswechsler-Stories zu lesen, Woche für Woche findet sich erneut in Medium das diese Mär verbreitet und Woche für Woche finden sich transsexuelle Menschen, die die Aufrechterhaltung dieser Lüge bedienen als gäbe es sie selbst nicht – das macht mich immer mal wieder ratlos und traurig, es ist höchste Zeit, hier mal Klartext zu reden………

Es gibt keine Geschlechtswechsler

Niemand kann sein Geschlecht wechseln und ich kenne auch niemanden, der das will. Es gibt vielleicht Menschen, die das andere Geschlecht beneiden und lieber dem anderen Geschlecht angehören, aber mit so einem unerfüllten Wunsch kann man leben, dafür legt man nicht das ganze soziale Leben in Schutt und Asche. Etwas ganz Anderes sind transsexuelle Menschen, sie wären nicht einfach lieber dem anderen Geschlecht zugehörig sondern sie sind diesem (anderen) Geschlecht zugehörig. Die Frage ist für transsexuelle Menschen nicht “wie möchte ich sein” sondern “wie bin ich”. Jeder Mensch kann dies zweifellos für in Anspruch nehmen, aber wenn äussere Geschlechtsmerkmale dieses Selbst-Wissen in Frage stellen, wird einem dieser Anspruch verweigert – die eigene Gewissheit, wer man ist, wird zum Wunsch erklärt, man wird zum Geschlechtswechsler ernannt – und damit faktisch als Inexistent klassifiziert.

Mann, Frau und schweigende Mehrheit dazwischen

Wir wissen längst, dass ein Y-Chromosom nicht der heilige Gral der Geschlechtsbestimmung ist, weil der Mythos XY = Mann, XX = Frau hinfällig ist in Anbetracht von mittlerweile mindestens fünf Chromosomenvariationen bis hin zu XXY und X. Wir wissen ebenfalls, dass das Hormonsystem vorallem während der Embryonalphase die Geschlechtsentwicklung in jede erdenkliche Richtung leiten können und wir wissen, dass es genetische Variationen gibt, die in all diesen Bereichen dazwischenfunken können. Und nicht zuletzt wissen wir, dass es eine Vielzahl an unterschiedlichen Selbstwahrnehmungen gibt bei Menschen, von 100% Männern zu 100% Frauen über feminime Männer oder burschikose Frauen über verschiedenste Zwischenstufen zwischen Minipenis und vergrösster Klitoris bis hin zu transsexuellen Menschen, die sozusagen ein weibliches Hirn in männlichem Restkörper sind oder umgekehrt. All das hat eine klare Konsequenz: Wir können aufhören mit dem Irrglauben, wir hätten ein binäres Geschlechtssystem, es gäbe nur Mann und Frau und nichts dazwischen – wir sind Individuen, nicht Barbie und Ken Puppen.

Psychopathologisierung = Aberkennung der Existenz

In der Psychologie hat es ja Tradition, dass alles was nicht der Mehrheit entspricht erst mal als gestört klassifiziert wird. Wer vom postulierten Normalfall abweicht, ist irgendwie krank, da braucht es ein schickes Etikett namens Diagnose und im Idealfall Heilungsmöglichkeiten, notfalls um jeden Preis, ungeachtet den Bedürfnissen der Betroffenen. So ist es auch kein Wunder, dass man transsexuelle Menschen wie vorher “frigide Frauen” oder später homosexuelle Menschen als abnormal klassifiziert.

Da konnte eine transsexuelle Frau noch so darauf bestehen, dass sie eine Frau ist und nur die Geschlechtsmerkmale sich nicht ihrem Geschlecht entsprechend entwickelt haben, man klassifizierte diese Frau als gestörten Mann. Der Penis ist schliesslich das Mass aller Dinge und wenn jemand mit Penis behauptet, eine Frau zu sein, dann muss “er” ja schliesslich komplett einen an der Waffel haben. Damit aberkennt man faktisch die Existenz von transsexuellen Frauen, weil man sie zu gestörten Männern ernennt – und umgekehrt werden transsexuelle Männer zu gestörten Frauen erklärt – ich überlasse es den nicht-transsexuellen LeserInnen zu versuchen, sich sowas vorzustellen.

Existenzklosigkeit tut weh

Mit diesem normierungswütigen Gleichschaltungswahn, mit dem man eine Frau zu einem gestörten Mann erklärt, beginnt einer der lebenserschwerendsten und schmerzhaftesten Aspekte von transsexuellen Menschen. Wenn diese Gesellschaft mich zu einem “gestörten Mann” erklärt, streitet sie mir damit mein Frausein komplett ab. Aber ich, also die einzige die wirklich ihr Geschlecht beurteilen kann, bin von klein an bis heute absolut davon überzeugt, eine Frau zu sein, mein gesamtes Selbstverständnis ist weiblich. Wenn man mich zum Mann ernennt, verweigert man mir die Existenz als das was ich in Wirklichkeit bin – und das tut unglaublich weh, echt, daran kann man sich glaub nie gewöhnen.

Die Existenz als Existenzlose

Keine Woche vergeht ohne dass ich wieder irgendwo in den Medien etwas lese oder höre, das mir in dieser Weise die Existenz aberkennt. Transsexuelle Frauen sind persönlichkeitsgestörte Männer die lieber eine Frau wären – die ihr Geschlecht wechseln – die früher mal Männer waren…….. so und ähnlich prügelt es Woche um Woche auf uns nieder, begleitet vom Chor intoleranter Forentrolle, die mit Weisheiten wie “XY=Mann, wird nie eine Frau” über “dem Schöpfer ins Werk pfuschen” bis hin zu “wäh Transe” dieser ganzheitlichen Ignoranz noch die Krone aufsetzen.

Keine Woche die vergeht in der mir diese Welt nicht mit grossen Lettern meine angebliche Nichtexistenz um die Ohren haut. Und ich sitz da, guck verwirrt um mich, weiss mehr denn je wie sehr ich lebe und existiere……. und das trotz angeblicher Inexistenz – erstaunlich, nicht? Glaubt mir, das ist unglaublich surreal und dieses absurde Theater stösst mich immer wieder vor den Kopf und schlägt mir an manchen Tagen fast den Schädel ein.

Gebt uns unsere Existenz zurück

Eine Gesellschaft die behauptet, transsexuelle Frauen seien Männer die Frauen sein wollten und die ihr Geschlecht umwandeln lassen würden, leugnen damit, dass es transsexuelle Menschen gibt, sie leugnen damit, dass ich existiere – und das ist ein Menschenrechtsverbrechen – weil man mir und Meinesgleichen das Recht aberkennt, zu wissen, wer wir sind. Wir haben mehr als genug wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Transsexualität eine biologische Variation ist, dass ob wir’s wollen oder nicht auch Menschen zur Welt kommen, deren sichtbares Geschlecht nicht eindeutig oder irreführend erscheint. In Anbetracht davon, dass wir wissen, dass das Geschlecht nicht fremdzugewiesen werden kann, sollten wir endlich aufhören damit zu behaupten, transsexuelle Frauen seinen Männer.

Tränen der Stille – Masken im Gesicht
Lichter werfen Schatten und halten es im Licht
Verführt sich zu erklären, während es zerbricht
Tränen der Sehnsucht – Masken im Gesicht
Und es steht hier – das Kind
Mit Tränen im Gesicht
(Lacrimosa – Tränen der Sehnsucht)

Trans*Menschen und der Mut zu sich selbst zu stehen

Dieser Blogbeitrag ist nicht nur an die Gesellschaft gerichtet, sie richtet sich auch und vorallem an transsexuelle Menschen. Seid mutig genug und steht zu Euch selbst, erklärt Euch so wie Ihr wirklich seid und nicht so wie eine unsichtbare Gesellschaftsnorm Euch einstuft. Hört auf, immer wieder diesen Quatsch mit “ich war früher….. und wollte schon immer lieber…..”, nur weil Ihr glaubt, man würde Euch so besser verstehen. Verständnis nützt nichts, wenn das Verstandene falsch ist, damit sollten wir uns nicht zufrieden geben. Und hört auch auf mit diesem Geschlechtsumwandlungsquatsch. Die Welt wird diesen Lernprozess nie durchlaufen, wenn wir nicht endlich den Mut haben und uns als das definieren, was wir sind. Wenn eine Frau von sich selbst sagt, sie sei ein Mann der lieber eine Frau wäre, nur weil sie denkt, der Andere würde ihr sonst verbieten, als Frau zu leben, dann ist das einfach nur noch absurd – damit entwürdigt man sich selbst mehr als es die Gesellschaft je tun könnte.

Mut oder Leben!

Ich weiss, es braucht ungeheuren Mut um dafür einzustehen, wer man ist, wenn man doch weiss, dass die Meisten einem anders (un)wahrnehmen. Es ist für Andere einfacher zu verstehen, dass ein Mann eine Frau sein will als dass eine Frau mit männlichen Geschlechtsmerkmalen existieren soll – aber so leid es mir tut – es ist nicht wahr – und wenn wir uns selbst als das verleugnen, dann leugnen wir damit unsere Existenz als das was wir sind – dann gibt es uns nicht wirklich, dann können wir nur noch ein Leben als wandelndes Trugbild führen, dann sind wir irgendwie einfach nur noch tot.

Klartext von Mut23.de

Letzten Monat ist ein guter Artikel auf Mut23.de publiziert worden, das war einer der Funken die in letzter Zeit übersprangen und mich drängten, diesen längst geplanten und doch nie geschriebenen Beitrag zu schreiben. Ich empfehle dringend, hier weiterzulesen, der Text hat es in sich und bringt Vieles sehr prägnant auf den Punkt:
Kritische Gedanken zum 17. Mai, dem Tag auch gegen Transphobie, oder, warum ich die “Transgender”-Ideologie selbst für transphob halte

Dazu passend hielt Kim anlässlich des “Jahrestag des Stonewall Riots” im Regierungspräsidum in Stuttgert im Namen von ATME eine Rede zu genau diesem Thema gehalten, ebenfalls sehr sehr empfehlenswert:
Die Zeit ist reif: Rede zum CSD-Empfang im Staatsministerium Ba-Wü

Gefühle und so

Auch wenn ich mir die Lebensfreude durch dieses leide Thema nicht nehmen lasse und die meiste Zeit meines Alltags quietschvergnügt bin, so stürzt dieses Thema doch immer mal wieder über mich wie ein Tsunami und macht mich traurig und noch mehr als das ratlos. In so Momenten fühle ich mich unglaublich schwach und hilflos, wage kaum zu glauben, dass dieser Irrsinn irgendwann ein Ende nehmen kann, dass mir jemand zuhört, dass man wahr!nimmt, versteht…. und so schwach ich mich in so Momenten fühle, so laut möchte ich auch aufbegehren und aufrütteln und es hinausschreien – irgendwie so………

Und dort liege ich immer noch,
bereit zu sterben, bereit zu verfallen
Bereit mich selbst zu vergessen
So wird keine Träne fliessen
So wird keine Seele trauern
So hat es mich nie gegeben !
(Lacrimosa – Tränen der Existenzlosigkeit)

Unter Druck läuft die Zeit schneller

Ne, Quatsch, die Zeit läuft immer gleich schnell, das hatten wir ja erst grad, aber es scheint als würde die Zeit in Siebenmeilenstiefeln rennen, wenn man viel um die Ohren hat und das habe ich grad mehr als genug. Deshalb komme ich auch nicht mehr zum bloggen und das wird sich in den nächsten Wochen kaum bessern – aber alles mal der Reihe nach

Darf man? Ich schon :-)

Zuerst das Erfreuliche, ich hab ein neues Lieblingskleid, dieses schulterfreie Stretchdingens, erst grad vor einer Woche zufällig auf dem Vorbeiweg beim Chicoree eingesammelt. Als ich meine neuste Errungenschaft diese Woche erstmals zur Arbeit trug, fragte mich mein Boss mit frechem Grinsen im Gesicht, ob man mit 45 Jahren denn überhaupt noch so schulterfreies Zeug tragen dürfe. Natürlich reagierte ich wie es sich gehört mit gespielter Empörtheit, erst im Nachhinein kam mir die Antwort, die ich hätte geben müssen: “Wenn man so toll aussieht wie ich, dann darf man das” :-) Aber Spass beiseite, ne eigentlich trägt man mit 45 Jahren keine solchen Fummel und geht erst Recht nicht so zur Arbeit. Doch glücklicherweise bin ich nicht “man”, ich bin “ich” und wenn es etwas gibt, das mich auszeichnet und auf das ich stolz bin, dann ist es meine Renitenz, mich nicht mit “man” zu identifizieren und mich so entfalte, wie ich bin. Das mag manchmal übertrieben sein, manchmal unpassend, manchmal sonstwie unkorrekt – aber das bin ich und ich mag mich so – und ob die Welt dafür Verständnis hat oder nicht, ich gefalle mir so und ich fühle mich gut darin – auch deshalb kann ich nur sagen: Ich darf :-)

Weil wir es uns wert sind

So doof und manipulierend dieser Werbespruch auch ist, er spricht etwas an, das jetzt grad zum Thema passt. Diese Woche tauchte sonstwo die Frage auf, warum wir Mädels uns so rausputzen und die Vorstellung lag im Raum, dass wir das tun um den Jungs zu gefallen. Da musste ich widersprechen – das mag vielleicht stimmen, wenn wir auf der Jagd nach Lebenspartnern sind, dann wollen wir natürlich gefallen und nutzen die Möglichkeiten um uns in einem möglichst guten Bild zu präsentieren – aber im Normalfall tun wir das nicht für Andere, wir machen das hauptsächlich für uns selbst. Sich zu Kleiden ist immer auch Selbstentfaltung und diese dient immer auch dazu, dass wir uns in uns selbst heimisch fühlen – mehr als Anderen wollen wir uns selbst gefallen. Ich bin ein gutes Beispiel dafür, ich bin in einer festen Beziehung, habe also kein Interesse daran, Interesse zu wecken und meine Liebste wiederum liebt mich so wie ich bin, egal was ich anziehe. Trotzdem ist es mir wichtig, dass ich am morgen in den Spiegel sehen kann und ein gewisses Mass an Zufriedenheit ernte. Dieses Foto entstand beispielsweise gestern als ich zur Arbeit ging und den ganzen Tag allein dort war, ich wusste, dass mich niemand sieht, aber es tat einfach gut, mich so anzutüdeln – eben weil ich es mir wert bin :-)

Zurück zum Thema, das keines ist

Aber darüber wollte ich ja eigentlich gar nicht schreiben, das ist halt das Problem beim Brainstorm-Blogging, so wie ich das oft mache. Ich habe zwar meist eine Motivation zum Schreiben und damit ein angepeiltes Thema, aber wenn ich dann lostippe, dann sprudelts halt einfach aus meinem Kopf raus und was da raus kommt erstaunt öfters auch mal mich selbst. Trotzdem versuch ich jetzt wieder das Thema zu finden, jenes das eigentlich keines ist, ich will ja nur über die letzten zwei Wochen berichten und erklären, warum man von mir so nix liest. Neuer Versuch…….

Diablo, der kleine tote Drecksack

Seit ich Diablo 3 habe, spiele ich es auch täglich stundenlang. Unterdessen spiele ich das Spiel mit meiner Lieblingsfigur, der Zaubererin, bereits zum dritten Mal komplett durch, diesmal im dritten von vier Schwierigkeitsgraden, was mir ein grässliches Ableben im 5-Minutentakt einbringt. Doch langsam nimmt die Begeisterung ab, einerseits weil ich bald jeden Busch in Diablos Lande mit Namen kenne, anderseits auch weil so ein hoher Schwierigkeitsgrad auf mich mehr nervig als herausfordernd wirkt. Ich spiele so Spiele um Spass zu haben und nicht um etwas zu erreichen. Und wenn’s dann so schwierig wird, dann wird der Spass irgendwann zur Arbeit und das ist nicht mehr das, was ich unter Freizeitgestaltung verstehe. Wie auch immer, es war eine super spannende Zeit in der ich mehr Adrenalin in mir hatte als ein NavySeal während einem Kampfeinsatz. Aber die Begeisterung nimmt langsam ab und das ist gut so, so cool diese Zeit war, ich hab auch noch Wichtigeres zu tun als sowas………

Die NavySeals unter den Programmierern

…….. beispielsweise ackern, denn in meiner Firma brennt grad das Dach als hätte meine Zaubererin mal wieder Feuerbälle geschmissen. In einem Monat muss ein neuer Programmteil für eine Demo fertig sein auf Teufel komm raus und obwohl ich den Teufel resp. Diablo nun schon etwa 5 mal gekillt hab…… ähm, ne, anderes Thema……. jedenfalls sind wir noch weit entfernt von diesem Ziel und es ist realistisch gesehen unmöglich, dass wir bis dahin fertig werden. Das bedeutet einerseits, dass wir uns auf das Wichtigste konzentrieren müssen und es heisst auch, dass wir eine Zeit lang weit über unsere Kräfte hinausragen müssen – und das geht tatsächlich, zumindest eine gewisse Zeit lang. Ich mag so Druck, das Unmögliche zu erreichen wirkt auf mich immer belebend und motivierend und so weckt auch diese Phase in mir den Drang, über mich selbst hinauszuwachsen. Ich habe diese Fähigkeit, dass ich wenn nötig meine Leistung hochzuschrauben. Keine Ahnung wie genau ich das mache, es passiert einfach mit mir, wenn es sich aufdrängt. Doch so Hochleistungsphasen kann ich nur eine gewisse Zeit aufrecht halten, wenn in meinem Hirn der Turbo anläuft, dann bin ich zu enormer Leistung fähig, bin dafür aber am Abend ziemlich ausgebrannt und wenn ich das zu lange mache, brenne ich total aus. Mit sowas ist nicht zu Spassen, aber manchmal muss und darf es sein, solange man’s nicht übertreibt. Jetzt ist wieder so eine Zeit und ich gebe gerne ein paar Wochen lang all meine Energie in dieses Projekt, weil mir das Ganze wichtig genug ist. Aber es ist anzunehmen, dass ich dafür sonst kaum noch zu was komme, eben weil ich in der Regel am Abend einfach ausgebrannt bin. Dementsprechend dürfte die Diablo-Ära sich dem Ende neigen und auch sonst die nächsten Wochen nicht viel Kreatives von mir zu erwarten sein. Aber wir werden das Ziel erreichen, hol mich der Teufel wenn nicht ;-)

Diana als Korrektorin oder so

Vor einer guten Woche telefonierte ich nach etwa 20 Jahren erstmals wieder mit meinem Paten. Auslöser war eigentlich, dass er mir etwas Geld überwiesen hat, weil er von meinem Vater hörte, dass wir durch den Umzug und die Ungewissheit, bis wann Juliet einen Job findet, eine eher kritische Finanzsituation vor uns haben. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank, sowohl an meinen Götti (Pate) als auch Paps und Maya, die uns ebenfalls den Rücken stärken. Bei diesem Telefon kam etwas was mich echt aus den Schuhen gehauen hat. Mein Pate hat ein Buch geschrieben, etwas eher philosophisches im Themenbereich Lebenshilfe, wenn ich das richtig verstanden habe. Richtig verstehen kann ich das nämlich nicht, weil es französisch ist und ich damit überaupt nicht klar komme. Da sein Buch recht grossen Erfolg hat, wird es nun auf deutsch übersetzt und hier hängt der Hammer: Mein Pate fragte mich, ob ich diesen übersetzten Text nicht überarbeiten könne, weil ich doch so gut schreiben würde. Wow, was für ein Kompliment. Der Text wird von Profi-Übersetzern übersetzt und ich soll dem Text den letzten Schliff geben? Ich bin echt stolz darauf, dass er mich so einschätzt und mir sein Buch in die Hände drückt und ich bin auch stolz darauf, dass ich zur Veröffentlichung dieses Buches beitragen darf. Darüber wird es zu gegebener Zeit mehr zu lesen geben.

Besuch bei Papa

Boah hab ich heut Gedankensprünge, zuviel Strom auf der Leitung und so – jedenfalls gehn wir jetzt erst nochmal in die Vergangenheit. Letzten Samstag war ich mal wieder bei meinem Paps und Maya zum Essen eingeladen und wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag auf dem Balkon und schlabberten ein leckeres Fondue Chinoise, das vorallem deshalb so lecker ist, weil mein Paps die beste und brutalste und erbarmungsloseste Koblauchsauce der Welt macht. Ich liebe meines Gevaters Fondue mit seiner Killer-Knofi-Sauce so sehr, dass ich meistens damit verwöhnt werde wenn ich zu Besuch bin. Jedenfalls verbrachten wir einen superschönen Nachmittag und plauderten über sehr viele Dinge, auch über sehr persönliche Sachen. Alles in Allem war es ein super toller Tag und wir waren uns mal wieder viel näher als sonst und das will was heissen, weil wir uns auch sonst sehr sehr nah sind. Und so konnte ich einmal mehr mein Glück geniessen, so einen tollen und einfühlsamen Vater zu haben – und auch wenn ich immer von meinem Paps spreche, so ist damit eigentlich immer auch seine Frau Maya mitgemeint, die ihm in Sachen Verständnis und Liebenswürdigkeit in nichts nachsteht. Ich hab Euch Zwei echt lieb, das muss einfach mal herausposaunt sein :-)

Mal wieder die Süsse der Bedeutungslosigkeit

Überhaupt war dieser ganze Tag ein wahres Meer aus zuckersüssen Gefühlen. Schon der Hinweg war einfach genial. Da ich einiges auf meiner Todo-Liste hatte, das längst überfällig war, kombinierte ich die Reise dahin mit ein paar dieser Pendenzen und so gab es eine grössere Runde. Zuerst ging’s nach Zürich um dort eine Blutentnahme machen zu lassen um die Hormon- und Cholesterinwerte zu prüfen, dann ging’s weiter in meine Apotheke um die bald ausgehenden Hormone zu holen, von da aus dann in meinen Stamm-Makeup-Laden um mich mal wieder mit dem ebenfalls bald ausgehenden Makeup einzudecken, dann weiter an den Hauptbahnhof und weil ich dort noch etwas Zeit todschlagen musste, verirrte ich mich seltsamerweise in einen Chicoree Laden und fand dort ebendieses neue Lieblingskleid – dann holte ich mir ein lecker Strongbow-Cider (irischer Apfelwein), setzte mich in den Zug und versuchte Stephen Kings “Es” weiter zu lesen – erfolglos – weil ich so erfüllt war von Glücksgefühlen, dass ich mich auf nix konzentrieren konnte. Denn bei diesem ganzen Rundgang kam mal wieder das, was eigentlich nicht mehr so oft geschieht, ich war mir immer wieder bewusst, wie gut alles läuft, wie wenig ich auffalle und was für ein natürliches Leben ich unterdessen führen kann. Mein Leben ist unterdessen so selbstverständlich geworden, dass ich nur noch selten darüber nachdenke und gerne vergesse, wie schwer mein “neues Leben” zu Beginn war. Aber an so Tagen wie diesem wird mir das wieder bewusst, wenn ich durch verschiedene Stationen stöckle und überall feststelle, dass ich bei niemandem mehr Fragen aufwerfe, ich bin einfach nur noch eine Frau wie viele Andere. Wenn mir das mal wieder so bewusst wird und ich es so direkt erlebe, erfüllt mich das mit einem so ungeheuren Gefühl von Glück und Dankbarkeit, dass ich heulen konnte vor Freude. Wenn man soviel dunkle Zeiten erlebt hat wie ich und so lange keine Hoffnung hatte, jemals glücklich zu werden, dann ist es einfach umwerfend, wenn man immer mal wieder feststellt, dass das Unmögliche und Unvorstellbare längst Alltag geworden ist.

Zwei Dates nächste Woche

Und nächste Woche läuft’s auch wieder rund, denn abgesehen davon, dass ich wie oben erwähnt eben einen Programmier-Marathon für NavySeals-Programmierer absolvieren werde, bin ich gleich zwei mal eingeladen, zuerst an der Geburtstagsparty meiner ex-Logopädin, die ihre Freundinnen zum Geburtstag eingeladen hat und dann habe ich noch mit meiner ex-Freundin zum Essen abgemacht. Auf Beides freue ich mich enorm, die Geburtstagseinladung ist mir eine grosse Freude, weil ich mich erstens ehrlich gesagt etwas gebauchpinselt fühle, dass sie mich zu ihren Freundinnen zählt und weil sie eine wirklich tolle Frau ist vor der ich eine hohe Achtung habe und auf das Essen mit meiner ex-Freundin freue ich mich deshalb, weil sie eine meiner besten Freundinnen ist und wir uns sehr gut kennen und weil wir uns seit Monaten nicht mehr gesehen haben.

Wenn der Himmel näher rückt

Und über all dem schwebt der Himmel, der von Tag zu Tag näher rückt. Heute in drei Wochen fliege ich nach Hamburg und zwei Tage später fliegen wir zu Viert zurück, zwei Zweibeinkatzen und zwei Vierbeinkatzen – und von da an darf man mich “das glücklichste Mädel der Welt” nennen. Hier wie dort ist eigentlich alles Nennenswerte erledigt. Zweieinhalb Jahre führten wir diese Fernbeziehung und obwohl wir uns so wenig geben konnten in dieser Zeit, war es doch so viel, das wir empfangen durften. Ich kann es nachwievor nicht fassen, dass ich dieses süsse Ding bald jeden Tag für mich habe – inklusive zwei Katzen – ey wenn das kein Schnäppchen ist, was dann? ;-)

Ärger mit Lobbyisten und Psychiatern

Die einzigen Dinge die eigentlich so leckere Suppe des Lebens immer mal wieder versalzen sind Atom-Lobbyisten, die seit einigen Wochen wie Heurschreckenschwärme über Zeitungsartikel herfallen und eine Desinformationskampagne führen, die dem Wort “Hirnwäsche” in nichts nachsteht und auf der anderen Seite der nicht enden wollende Strom aus Medienartikeln über Transsexualität, in der ewiggestrige Psychiater und Sexologen ihre religiös anmutende Faktenresistenz breitwalzen, begleitet von transsexuellen Menschen, die sich nur zu gerne als persönlichkeitsgestörte Geschlechtswandler instrumentalisieren lassen, als hätte Selbstverleugnung und Selbstentwürdigung auch nur im Entferntesten etwas mit Selbstbestimmung zu tun. In beiden Fällen bin ich etwas ratlos. Bei den Atomlobbyisten liegt die Schwierigkeit darin, dass man sie zwar aufgrund ihrer Argumentationsweise erkennt, dass man aber nicht beweisen kann, dass dieser angeblich private Kommentarschreiber in Wirklichkeit ein PR-Profi mit Mandat der Atomindustrie ist. Und beim Trans-Thema ist man nicht weniger hilflos, weil die vermeintlichen Fachleute in der Öffentlichkeit einfach eine höhere Glaubwürdigkeit haben, auch wenn ihre Thesen noch so abstrus sind. Und nicht zuletzt entzieht es einem die Glaubwürdigkeit, wenn Betroffene sich vor den Karren dieser Psychopathologisierungsindustrie spannen lassen. Über all das wird es zu gegebener Zeit noch einiges hier zu lesen geben, ein Artikel über den “Geschlechtswandler-Mythos” ist eigentlich längst fast fertig, aber eben nur fast…………… deshalb, weil ich über all das noch nicht ausreichend schreiben konnte, verweise ich auf einen diese Woche erschienen Artikel, der mich auf 180 brachte. Das Interview mit dieser Psychiatrin zusammen mit meinem Kommentar darunter dürften einen kleinen Einblick geben, mit was für Irrsinn ich mich herumärgern muss:
Bayerische Staatszeitung – Fremde in unserer Gesellschaft

Doch so gross der Ärger über die Desinformation in diesen zwei Themen auch ist, so wenig lasse ich mir meine ansonsten gute Laune vermiesen von so Pappnasen. Denn ey, wer so eine Verlobte hat und solche Freundinnen und so einen spannenden Job und so einen coolen Daddy und so ein tolles Kleid und wer dann auch noch Zaubererin auf Level 46 ist, kann sich nur glücklich schätzen – bekloppt aber glücklich :D

So und jetzt – Ihr ahnt es sicher bereits – geht’s ab in die Badewanne – und während ich dort lieblichem Gesang lausche, überlasse ich Euch diesem Song, ein Oldie aus 1977, der soviel Energie verströmt, wie ich brauche wenn ich eben mal wieder auf Höchstleistung laufen muss – Musik von damals, wie Mick Jagger sagen würde, Musik die noch mit dem Arsch gemacht wurde – enjoy ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=x21uw543HVk

Sonntagspredigt: Über die Tugend der Faulheit

Faulheit oder Müssiggang sei aller Laster Anfang, lernt man uns von klein an, diese Tugend verinnerlichen wir so sehr, dass wir uns irgendwann gar nicht mehr vorstellen können, dass wir das in Frage stellen könnten. Die Arbeitgeber sind dankbar für diese Konditionierung, der Wirtschaftsmotor brummt auf dank der Getriebenheit des modernen Menschen, wir wollen mehr leisten, besser werden, mehr Erfolg haben und wir tun das wenn’s sein muss bis zum Burnout – oder zumindest bis zur Selbstaufgabe, bis zum Vergessen unsererselbst. Und warum genau machen wir das eigentlich?

Die Sternstunden des Sonntags

Wie fast jeden Sonntag klingelte auch heute der Wecker um zehn Uhr, damit ich nicht den ganzen Tag verpenne und wie meistens begann ich den Tag kaffeeschlürfend vor dem TV liegend und sah auf SF1 die Sendungen “Sternstunde Religion” und anschliessend “Sternstunde Philosophie” (siehe SF1 Sternstunden). Bei Ersterer war heute das Thema “Faulheit” im weitesten Sinn, es ging um Menschen, die sich Ruhe gönnen in einer gehetzten Zeit, man interviewte verschiedene Menschen, vom Benediktiner (Anselm Grün) über Zenmeister bis zu ganz durchschnittlichen Menschen, die sich in irgend einer Form etwas Nichtstun gönnen. Ich liebe diese zwei Sendungen und beginne oft meinen sonntäglichen Ruhetag damit, weil ich meistens gute Impulse bekomme und es die Ruhe einläutet, die ich mir am Sonntag in der Regel schenken möchte.

Die zweibeinigen Rädchen der Leistungsgesellschaft

Ehrlich gesagt ist es mir ein Rätsel, wie es soweit kommen konnte und noch mehr ist es mir ein Rätsel, warum wir das nicht mal bemerken und etwas dagegen unternehmen, ich sehe nur, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der fast nur noch Leistung zählt. Der Mensch wird an seinem Erfolg gemessen und um gut bemessen zu werden müssen wir mehr leisten und immer mehr und mehr. Konkurenz heisst der Feind, den wir bekämpfen, ein besserer Job, ein grösseres Auto, ein schöneres Häuschen, eine grössere Anzahl an Freunden, wir hetzten dem Erfolg hinterher wie Mäuse in einem Drehrad – und wie die Maus im Drehrad bemerken wir nicht, dass wir an Ort bleiben und nur das Rad sich schneller dreht, dass es eigentlich kein wirkliches Ziel gibt und was noch schlimmer ist, wir merken nicht, dass wir uns selbst dabei vergessen haben.

Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht

Wie wahr, wie wahr – und auch wenn wir keine Krüge sind und unsere hochgezüchtete Zivilisation kein Brunnen, so hetzen wir doch dahin, bis wir daran zerbrechen. Es ist viele Jahre her, als ich zerbrach, von einer Sekunde zur Anderen. Jahrelang habe ich versucht, alles zu geben und immer besser und effizienter zu werden. Doch dann kam der Bruch, Burnout nennt man ihn heutzutage – und dieser Burnout schenkte mir ein Jahr Ruhe – seltsam, dass man immer erst kaputt gehen muss bevor man merkt, dass man sich überfordert. Ein Jahr lang lief die Zeit in meinem Kopf plötzlich langsamer, nichts hatte mehr eine nennenswerte Bedeutung, nichts was ich hätte tun müssen, nichts was von mir gefordert wurde, ich war einfach völlig abgeslöscht, ärztlich freigestellt und sass so jeden Tag stundenlang in einem Park herum, hörte den Vögeln zu, lauschte dem Wind, staunte über die Stille in mir und suchte nach mir selbst. Was für ein Geschenk! Diese Lebensphase war der lehrreichste Prozess meines Lebens, der Teufelskreis der Leistungsgesellschaft, der kein Entrinnen zulässt, hatte mich verächtlich ausgespuckt und mich damit frei gemacht.

Die Frage nach dem Sinn des Lebens

Die Frage um den Sinn des Lebens dürfte den Meisten vertraut sein, mir scheint jedoch, dass die Meisten diese Frage viel zu schnell beantwortet haben resp. sich die Antwort eintrichtern liessen. Auch ich sah den Sinn des Lebens im “immer mehr” und “immer schneller”, bis zu dem Tag, an dem mich das Schicksal ausknipste die Sicherung eine Stubenlampe die zuviel Energie ansaugt. Plötzlich war all dieser Drang weg, ich sass nur noch rum und tat nichts, einfach nichts – was zur fruchtbarsten Tätigkeit meines Lebens wurde. Was ist mein Ziel, wo liegt mein Weg, wer bin ich, was soll ich sein, wer bestimmt darüber, wer misst – und warum?

Auszeiten für den Seelenfrieden

Zum Glück hatte ich mir schon früher immer mal wieder Auszeiten gegönnt, viel zu selten aber immerhin manchmal. Gerade mit dem Motorrad hatte ich so eine Nische, die mir erlaubte, immer mal wieder abzuschalten, auf den Sattel zu klettern und loszufahren, ohne wirkliches Ziel einfach durch die Welt zu gleiten und einfach zu sein, das war Meditation pur. Auch meine Liebe zur Natur förderte tolle Möglichkeiten für so Auszeiten, so sass ich immer mal wieder ein paar Tage lang irgendwo im tiefen Wald, fern jeglicher Zivilisation, nur mit einem Schlafsack, einem Rucksack voll Essen und Getränken – und mir selbst. Ich stellte immer wieder fasziniert fest, dass mich so Auszeiten in einen völlig neuen Bewusstseinszustand versetzten. Am ersten Tag denkt man noch: was zum Kuckuck tu ich da eigentlich? Am zweiten Tag hört man langsam auf zu denken und spätestens ab dem dritten Tag IST man, man ist einfach nur noch und das ist unbeschreiblich.

Der Rhythmus der Zeit

Wer würde nicht bestätigend mit dem Kopf nicken, wenn ich sagen würde, dass die Zeit in unserer modernen Welt immer schneller läuft? Soll ich Euch ein Geheimnis verraten? Es ist ein Trugschluss, die Zeit läuft nicht schneller, die Stunde hat auch heute noch 60 Minuten. Was sich geändert hat ist nicht der Rhythmus der Zeit, was sich änderte ist, dass wir immer mehr Tätigkeiten in diese Zeit hineinpferchen und uns dann wundern, wenn wir da drin irgendwann ersticken. Während meinem Burnout war ich mal eine Woche lang bei den Benediktinern im Kloster Einsiedeln. Ich hatte dort mein Zimmer, nahm mit den Mönchen zusammen an den Stundengebeten teil, ass mit ihnen an einem Tisch und den Rest des Tages verbrachte ich mit lesen oder sass irgendwo im Klosterareal rum und tat nichts. Ich staunte Bauklötze, wie langsam an so einem spirituellen Ort die Zeit läuft, an diesem Ort an dem es keine Hektik gibt und keinen Erfolg, an dem alle einfach ihren Weg gehen, in gemächlichem und andächtigem Rhythmus. Es war sowas von wohltuend und es hat mein Denken stark geprägt. Ich kannte die Hektik der Zivilisation, ich kannte die Ruhe der Natur, aber hier erlebte ich erstmals die Ruhe unter Menschen und ich begann den Zauber der Zeit zu begreifen. Ich erkannte, dass die Zeit überall gleich schnell läuft, dass unsere Lebensart jedoch das Empfinden dieser Zeit radikal beeinflusst – dass wir selbst den verspürten Rhythmus der Zeit festlegen.

Des Menschen Angst vor der Erlösung

Ich glaube, dass eigentlich die Meisten spüren, dass in der Ruhe soviel Kraft liegt und dass der gelegentliche Müssiggang wohltuend ist. Aber ich glaube genauso, dass die Meisten diese Form von Erlösung fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Und das ist bemerkenswert. Wer kann nicht erzählen von so Momenten, in denen man mal nichts tut und einfach mal ist, ohne sein zu müssen? Und doch meiden viele diese erlösende Stille, sie fürchten die Ruhe mehr als einen möglicherweise drohenden Zusammenbruch – warum eigentlich? Ich glaube, dass Viele so sehr getrieben sind von dieser Illusion die uns weismacht, dass erst unser Erfolg unser Selbst ausmachen würde, dass sie gar nicht aufhören können und immer weiter rennen müssen. Denn solange wir rennen und solange wir unsere ganze geistige Energie von der Wirtschaft oder Sonstigem auffressen lassen, solange beschäftigen wir uns nicht mit uns selbst und damit ersparen wir uns die Frage, die eigentlich einst am Anfang stand, die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens, die Frage danach wer man ist und was man selbst will. Doch wer diese Frage verdrängt, verdrängt das eigene Ich-sein und damit verkommt das menschliche Leben zum Roboterdasein, in der die Funktionalität alles ist, in der der Mensch entkernt ist wie die Kirsche auf einem Eis – süss, weich aber nicht mehr entfaltungsfähig.

Die Spiritualität des Nichtstuns

Könnte ich allen Menschen drei Ratschläge geben, wäre das einer davon: Lasst die Stille wieder zu, gönnt Euch so oft wie möglich Auszeiten, in denen Ihr bewusst nichts tut und einfach für Euch selbst da seid. Schenkt Euch diese Spiritualität der Stille und gebt Euch Einlass an den einzigen Ort, an dem man sich selbst finden kann. Zu Beginn kann dieses Insichgehen stürmisch oder schmerzhaft sein, aber das ist gut so, es sind die Geburtswehen für ein erwachendes Ich. Solche Auszeiten kann man auf verschiedenste Weise finden, man muss dazu nicht zwingend in der räucherstäbchen-geschwängerten Stube im Yoga-Sitz sitzen und eine Kerze anstarren, man kann sich genauso unter einen Baum setzen und den Vögeln lauschen oder sieht sich einen Sonnenuntergang an, hört sich eine Symphonie an und versinkt ganz hinein – oder spielt Diablo :D ……….. denn immer dann, wenn man etwas tut, weil man Lust hat es zu tun und wenn man es nicht tun muss sondern eben tun will, immer dann ist man ganz bei sich selbst und ist losgelöst von einem antreibenden Druck, der uns hier wie dahin hetzen lässt. Das So-sein, nennen es die Zen-Buddhisten, sich gegenwärtig sein nennen es Andere.

Das Paradoxon der lärmenden Stille

Es mag wie ein Scherz geklungen haben als ich soeben schrieb, man könne auch Diablo spielen. In einem Computerspiel durch die Gegend zu hetzen und feuerballschmeissend Dämonen niederzubretzeln – wenn ich Ruhe und Stille suche und dem Druck der Hektik weichen möchte? Hä? Ne ich scherze nicht, denn auch ein hektisches Computerspiel bietet all das, was eine Auszeit bieten kann. Denn ich spiele ja nicht weil ich unbedingt auf Level 60 kommen muss, ich spiele einfach weil es Spass macht. Und ich tue es auch nicht, weil es mich scheinbar besser machen sollte, ich gönne mir einfach eine Zeit in der ich tun kann ohne tun zu müssen und eine Zeit in der ich mich voll und ganz auf etwas einlasse.

Die Tugend des Nichtstuns

Das Nichtstun ist nichts Schlechtes, da hat man uns n’schönen Käse erzählt. Es ist wie bei allem in der Welt, zuviel ist zuviel, zuwenig ist zuwenig. So schlecht es auch ist, wenn man ständig nichts tut, so schlecht ist es auch, wenn man immer etwas tut. Deshalb halte ich das Nichtstun für eine kostbare Tugend. Wer sich diese nie gönnt, wird vielleicht eines Tages sterben ohne sich selbst jemals kennen gelernt zu haben. Ganz schön blöd, sag ich Euch.

Gebt Euch etwas Zeit und wagt den Blick in den Spiegel Eurer Seele. Auch wenn es sich zu Beginn vielleicht etwas einsam und dunkel anfühlt da drin, früher oder später werdet Ihr dort in diesem Spiegel Euch selbst sehen…….. und werdet sehen können, was für wunderbare Menschen Ihr alle eigendlich seid, einigartig unter Milliarden von Einzigartigen……….. und dann könnt Ihr dieses Selbst freilassen und wahrlich “Ich” werden.

So und jetzt leg ich mich für ne Stunde in die Badewanne, betrachten wir das als Symbolhandlung ;-)

Shalom al echem – Friede sei mit Euch

so und jetzt: Augen zu und Lied hören…… und ganz hineingeben ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=y8Kupc5TtHw

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