Politically incorrect since 1966

Ohne Juliet ist alles doof ;-)

Seit drei Monaten wohnen wir nun zusammen und genauso lange waren wir eigentlich ständig zusammen, ausser wenn ich unseligerweise ackern musste. Dieses Weekend flog Juliet mal wieder nach Germanien um ein Wochenende bei ihrer besten Freundin zu verbringen………. und ich komme definitiv zum Schluss: Ohne Schatzi ist alles doof!

Und das erstaunt mich doch a bisserl, denn irgendwas in mir freute sich auch ein wenig darauf, mal wieder ein Game-Weekend abzuhalten. Wir sind ja echt ein symbiotisches Paar, es gibt kaum etwas bei dem wir nicht genau gleich ticken. Wir tun dasselbe gern, hören die gleiche Musik, sehen denselben Quatsch im TV, eigentlich laufen unsere Interessen Handinhand, bis auf die Sache mit den Computerspielen. Juiliet spielt selten und wenn, dann höchsten so langweilige Kartenspiele. Ich wiederum mag Fantasy-Rollenspiele und renne fürs Leben gern feuerballschmeissend und blitzewerfend durch Monsterhorden, um eine Welt zu retten, die ich nicht nur nicht kenne sondern auch nicht mal wirklich existent ist. Nun wäre das ja eigentlich kein Problem, wir müssen ja nicht immer alles zusammen machen, ich könnte jederzeit einen Gameabend einlegen – aber warum in aller Welt sollte ich das wollen? Wenn ich die Wahl habe, mich an Juliet oder meine Computermaus zu klammern, müsste ich schon etwas schräg drauf sein, wenn ich mich für den Computer entscheiden würde. So kommt es halt, dass ich kaum noch spiele – mit dem Computer ;-)

Also lag es auf der Hand, dass ich dieses Weekend mal wieder Diablo 3 oder Kingdoms of Amalur oder sowas in der Art zocke – und dass ich mal wieder ein paar Horrorfilme schaue, die nicht nach Juliets Geschmack sind. Eigentlich mag sie Horror auch, aber sie ist da doch wählerischer als ich.

So begann der Freitag Abend erst mal vor dem TV, so richtig schön gruselig, wie es sich gehört. Dort schlief ich dann auch ein, was unsere Katzen doch arg verwirrte, sie taten’s mir dann aber gleich und schliefen wenn auch widerwillig halt auch auf dem Sofa.

Der Samstag begann wieder mit einem Horrorfilm, man soll den Tag ja ruhig angehen lassen – dann trat ich mal wieder ein in eine dieser nicht-existierenden Welten, Kingdoms of Amalur sollte es diesmal sein, weil ich bei Diablo 3 schon auf einem so hohen Schwierigkeitsgrad bin, dass es einfach keinen Spass mehr macht für ein Gelegenheits-Zockerweibchen wie mich. Also ballerte mich mich halt stundenlang durch Amalur, die Katzen lagen um mich herum verstreut und konnten nicht so recht begreifen, was ich da tat – vorallem Tequila war etwas angepisst, weil der Notebook auf IHREM Plätzen lag, mein Bauch ist schliesslich ihr Thron.

Am Abend war dann die obligate Sonntagsbadewanne angesagt, weil ich am Sonntag Abend Juliet vom Flughafen abholen würde und keine Lust hatte auf Haare trocken und so. Der Badewannenspass mit “Within Temptation” im Ohr und einer Buddel Cider in Griffnähe, war mal wieder so wie früher, als ich mein wöchentliches Bad allein vollzog – man hat mehr Platz, hat mehr Ruhe……… und doch, so angenehm es war, irgendwie war es doof, so wie alles doof war an diesem Wochenende.

Denn mittlerweile habe ich mich so an unsere Gemeinsamkeit gewöhnt, dass es geradezu surreal wirkt, wenn sie nicht da ist. TV kucken ohne mein Köpfchen an ihre Schulter zu legen? Doooooof! Allein in der Badewanne liegen, doooooof! Durch Amalur rennen und Monster plätten, ok spassig, amüsant, aber trotzdem irgendwie dooooooof! Und am morgen aufwachen ohne dass Juliet neben mir liegt, doooooooohooooooooof! Und ohne Juliet schmeckt der Kaffee nicht so richtig, auch beim Caramell-Macchiato fehlt das gewisse Etwas, vom Essen ganz zu schweigen, da schmeckt einfach gar nix, da verkommt das Essen wieder zur pragmatischen Energiezufuhr, muss einfach gemacht werden, wenn auch ohne Begeisterung.

Natürlich war das Wochenende trotzdem auch angenehm, eben weil ich mal wieder gamen konnte oder Horrorfilme sehen konnte, die sogar für meine süsse Bekloppte zu bekloppt sind, hatte mal wieder allen Platz für mich allein in der Badewanne, aber all das Gute hatte immer auch etwas bescheidenes – ohne Schatzi ist halt wirklich alles doof.

Aber es ist gut so, solche Weekends sind für Beide eine tolle Sache, sie kann wieder mal etwas Zeit mit ihren Freundinnen oder Verwandten verbringen, ich kann mal wieder etwas allein sein, was ich ja an sich mag – und wir beide erleben mal wieder, wieviel fehlt, wenn wir nicht zusammen sind. Ich freu mich jedenfalls schon schaurig, so gegen Acht an den Flughafen zu fahren und Juliet abzuholen, heimzuschleppen und zu bekuscheln als gäbe es kein morgen mehr :-)

Copyright © 2017 by: A girl called Diana • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.