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Das Kapitel Indigenes

Seit meiner Jugendzeit faszinieren mich indigene Völker, hierzulande Indianer genannt. Einerseits faszinierte mich der Mut und die Tapferkeit indigener Krieger, anderseits berührte mich die Ehrfurcht vor allen Lebewesen, die indigene Völker wie alle Naturreligionen haben. So ist es auch kein Wunder, dass die ersten zwei Bücher die ich in der Jugendzeit nach “Paddington” las, Indianerbücher waren. Das Eine war eine Biographie über den berühtem Medizinmann Sitting Bull (Tatanka Yotanka), der als Kriegshäuptling verschiedene Stämme an der Schlacht am Little Bighorn koordinierte und dem weissen Pack einen einmaligen Sieg bescherte und die stärkste damalige Macht, das 7. US-Kavallerieregiment des berüchtigten Indianermörders General Custer bis auf den letzten Mann aufrieb. Das zweite Buch war “Die Stunde des roten Mannes”, das ebendiese Schlacht beschrieb.

Während in der Jugendzeit vorallem eben diese Krieger Mythen mein Interesse weckte und fast das einzige männliche Ideal boten, an dem ich mich orientieren mochte, war später vorallem die indigene Spiritualität, die mich zutiefst berührte, weil alles was ich darüber las meinem eigenen Empfinden entsprach. Für meine Lieblinge, die Prärieindianer (im speziellen die Sioux), war das was wir Gott nennen “Wakan Tanka“, meist mit “Grosser Geist” übersetzt. Aber Wakan Tanka war kein Huhu-Gespenst, es heisst eher sinngemäss: “Das Wesen / die Kraft, die in allen Dingen liegt”.

Indigene Völker haben eine ganz eigene Weltanschauung, für sie ist nicht nur jedes Tier und jede Pflanze beseelt resp. wesenhaft sondern auch ein Berg oder ein Fluss. Diese Denkweise fand ich total faszinierend, sie steht in totalem Widerspruch zu unserer dekadenten Sichtweise, in der selbst Tiere nur eine Sache sind (Tiertötung gilt in der Schweiz als Sachbeschädigung).

Diese Denkweise hat mich wohl mehr geprägt als alles Andere, sowohl was meine Spiritualität anbelangt als auch bezüglich meinem Hang, für meine Werte einzustehen, zu kämpfen und wenn nötig dafür zu sterben.

Beginnen wir dieses Kapitel mit meinem liebsten Musiker Bill Miller, halb Cherokee, halb Deutscher (echt wahr). Er gilt als einer der besten Flötenspieler (so eine Red-Cedar-Flöte habe ich übrigens auch).

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