Politically incorrect since 1966

Gesundheitsrausch im Jahresanfang

Schon sind die ersten zwei Woche des Jahres um und ich hab nix gebloggt – shame on me – aber ich bin halt grad etwas schreibfaul und deshalb fass ich mal wieder zusammen resp. mache drei Blogbeiträge draus…….

Zahn mit Guckloch

Während der Weihnachtsferien ist mir ja ein Stück eines Schaufelzahns rausgebrochen, was nicht nur bekloppt aussieht sondern auch das Essen mühsam macht, denn neben dem herausgebrochenen Stück tummelt sich noch ein weiteres, noch grösseres Stück, das nur darauf wartet, ebenfalls n’Abgang zu machen. Deshalb hoffte ich auf einen baldigen Zahnarzttermin, aber weil Murphys Gesetz bekanntlich immer zuschlägt, hatte mein Zahnarzt natürlich die erste Woche Ferien und in der zweiten Woche war er ausgebucht. So kommt es, dass ich nachwievor mit eingeschränkter Bissfähigkeit das Leben bestreite, bis nächsten Mittwoch, dann wird endlich aufgeräumt.

Gesund essen für Ernährungslegastenikerinnen

Womit wir fliesssend zum Essen kämen. Meine Ernährungsideale sind ja bekanntlich ein Graus für sich, abgesehen davon, dass ich jeden Mittag ein Fertig-Menü esse und so wenigstens ein Minimum an geordneten Mahlzeiten zu mir nehme, esse ich abends und an Wochenenden nicht grad so, dass Ernährungsberater Freudentränen weinen würden. Entweder gibts gar nix oder dann so mit Wasser übergossene Fertignudeln, garniert mit Würsten, oder es gibt Fertigpizza, natürlich mit Salami oder Speck……. ansonsten wird mein Körper durch den Zucker in Betrieb gehalten, den ich eimerweise in den Kaffee schütte. Gut wär anders.

Nun hat ja meine Endokrinologin beim letzten Bluttest entdeckt, dass mein Zucker- und Cholesterinwert ein klein wenig erhöht ist, nicht dramatisch, aber doch genug um mir eine dringend notwendige Erhöhung der Östrogene zu verweigern. Zuerst müssten diese Werte etwas runter kommen, bis dahin bin ich zu chronischer Müdigkeit verdammt. Deshalb hab ich mir ausnahmsweise mal gute Vorsätze gemacht und bisher halte ich die auch überraschend gut ein. Einerseits trinke ich den Kaffee nur noch schwarz und spare damit mindestens ein dutzend Zuckerwürfel pro Tag ein, anderseits habe ich von Cola auf Mineralwasser umgestellt und auch beim Essen hat sich einiges geändert, so gibt’s neuerdings mindestens einmal pro Woche eine richtig deftige Zwiebel-Lauch-Suppe, an anderen Abenden gibts vermehrt Gurkensalat mit ganz viel Zwiebel und Tomaten-Mozzarella-Salat. All das tue ich im Dienste eines reduzierten Thromboserisikos.

Obwohl ich eigentlich keine Lust hab, abends nach der Arbeit noch allein in der Küche rumzustehen, habe ich doch ein gewisses Mass an Spass dabei. Ich denke, dass ich mich an diese neuen Gepflogenheiten gewöhnen kann.

Weiter mit den nächsten zwei Blogbeiträgen

Und weil der Blogbeitrag sonst zu gross würde und sich die Themen einigermassen abtrennen lassen, mache ich hier Schluss und dann geht’s gleich weiter mit zwei ergänzenden Blogbeiträgen:

- Dampfen ist besser als Rauchen
- Hormontherapie und Thromboserisiko – gut gemeint ist halb tödlich

Frohe Festtage 2011

Eigentlich wollte ich noch einen kleinen Jahresrückblick schreiben, aber irgendwie kam ich nicht dazu. Die letzten Tage hatte ich viel Arbeit, kam entsprechend eher müde nachhause, dort gab’s auch noch einiges zu tun und so war die Zeit dann plötzlich um. Denn jetzt reicht’s eh nicht mehr, ich muss noch packen, dann mit Juliet blabla machen, schlafen, nochmal ackern und schon flieg ich wieder nach Hamburg und bleib dort bis Anfang Jahr.

Anfang Jahr wiederum dürfte auch anstrengend sein, nebst vielem Anderen möchte ich die Blogbeiträge 2011 aufarbeiten um den dritten Buchband meines Tagebuchs zu veröffentlichen, was erfahrungsgemäss saumässig viel Arbeit gibt. Für schlussendlich ein paar dutzend verkaufter Exemplare zwar ein völliger Verhältnisblödsinn, aber was tut man nicht alles, wenn man mal n’Floh im Ohr hat ;-)

Auf die vor uns liegende Woche freuen wir uns natürlich wie doof, erstens können wir zusammen Weihnachten und Neujahr feiern, zweitens können wir eine Woche lang rumknuddeln, drittens sehe ich meine Schwiegermama und ihren Mann Lars wieder, viertens kann ich wieder mal Gruselfilme auf Silverline kuckn, fünftens sind wir bei Lars Mama zum Essen eingeladen, sechstens hat Schatzi schon ganz viel leckeres Futter eingekauft wie beispielsweise die von mir achso gelieben Chilli-Peitschen (lange scharfe Würste), siebtens hat mir “unsere Mama” wieder eine von mir noch mehr geliebte Gyros-Suppe versprochen, achtens werden wir sicher noch eine Shoppingtour einlegen…..

…….und neuntens werden wir die ganze Woche Vanille, Caramell oder Cappucino rauchen – höhö – äh dampfen…….. denn mein Papa hat mich kürrzlich auf die Existenz von sogenannten e-Zigaretten aufmerksam gemacht, das sind so elektronische Zigis, bei denen man nicht Tabak verbrennt und sich damit die Lunge zuteert sondern flüssige Substanzen verdampft, die es in allen Geschmacksrichtungen gibt. Und so ein Ding hab ich nun im letzten Moment noch an Juliets Adresse bestellt, ergo werden wir nächste Woche mal ausprobieren, ob das Zeug wirklich brauchbar ist. Falls dem so ist, könnte das eine gute Unterstützung zu sein um wenigstens weniger zu rauchen oder längerfristig sogar ganz auszusteigen. Mehr darüber dann nach den Ferien.

Aber es soll Euch ja unterdessen nicht langweilig werden, deshalb hier ein kleiner Hinweis. Wie einige von Euch vielleicht, kann man au youTube eigene Playlists machen, also so Listen von Videos, die man dann im Endlosdurchlauf ansehen oder anhören kann. Ich habe kürzlich damit begonnen, dort einige solcher Playlists aufzubauen, einerseits für mich selbst (z.B. für meine sonntäglichen Badewannengänge) und anderseits um Euch ein paar meiner Lieblingslieder oder Comedies zu zeigen. Diese Playlisten sind zwar noch unvollständig, aber falls Ihr mögt, könnt Ihr ja schonmal reinschauen. In nachfolgendem Link findet Ihr eine Reihe von solchen Playlists, wählt eine an um eine dieser Kollektionen aufzurufen und drückt dann oben links den Knopf “alle ansehen” und schon geht’s los. Enjoy……
Dianas youTube Video Playlists

Und weil in fünf Minuten unser tägliches Blabla beginnt, hör ich jetzt hier auf und verabschiede mich für dieses Jahr von Euch.

Ich wünsche Euch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr – wir lesen uns 2012 wieder :-)

PS: und wenn ich’s schon grad von meinen Playlists hatte, dieses hier ist auch dort zu finden und irgendwie passt’s hier grad rein, so ähnlich bewege ich mich nämlich morgen wenn ich Juliet entgegenhüpfe ;-)

Semper Fi – Sich selbst treu sein

Aber Sie selber müssen eben auch kein Moralist sein!
Sie dürfen sich nicht mit anderen vergleichen,
und wenn die Natur Sie zur Fledermaus geschaffen hat,
dürfen Sie sich nicht zum Vogel Strauss machen wollen.
Sie halten sich manchmal für sonderbar,
Sie werfen sich vor, dass Sie andere Wege gehen als die meisten.
Das müssen Sie verlernen. Blicken Sie ins Feuer, blicken Sie in die Wolken,
und sobald die Ahnungen kommen und die Stimmen in Ihrer Seele anfangen zu sprechen,
dann überlassen Sie sich ihnen und fragen Sie ja nicht erst,
ob das wohl auch dem Herrn Lehrer oder dem Herrn Papa
oder irgendeinem lieben Gott passe oder lieb sei!
Damit verdirbt man sich!

(Hermann Hesse, Demian)

Als ich heute ein paar aufgenommene Teile der TV-Serie “Navy CIS” sah, wurde ich wieder mal mit dem Motto der US-Marines konfrontiert, das mich seit einiger Zeit fasziniert. Ihr Motto lautet “Semper Fi” und ist abgeleitet vom lateinischen “semper fidelis”, was zu gut deutsch “für immer treu” heisst. Für die US-Marines bedeutet das: “einmal Marine, immer Marine”, es ist ein Kodex der für immer bindend ist, der kompromissloses treu sein verlangt.

Dieses “treu sein” bedeutet mir sehr viel, ich sehe darin sogar den Schlüssel zu wahrhaftem Leben. Denn treu sein kann man nicht nur einer Organisation, einem geliebten Menschen, einer Überzeugung oder Ideologie, mehr als das kann man sich selbst treu sein, wenn man dieses Wagnis denn einzugehen bereit ist.

Von diesem Tag an – bis ans Ende meiner Zeit
gelobe ich, mir selbst treu zu sein,
in guten wie in schlechten Tagen,
unter Erduldung sämtlicher Konsequenzen,
verpflichtet einzig der Entfaltung meinerselbst,
selbst wenn es das Letzte ist, das ich tue.

So oder ähnlich hätte der Schwur lauten müssen, wenn ich vor drei Jahren einen geleistet hätte, als ich begann, mir selbst entsprechend zu leben, als ich aufhörte, mein wahres Geschlecht zu verbergen. Aber so dramatisch und heroisch war es nicht. Dieser Moment vor bald drei Jahren, als ich alle Ängste überwand und mich aus diesem falschen Leben entfernte, war viel mehr ein Akt totaler Verzweiflung, ich wusste noch nicht annähernd, dass mir soviel Treue abverlangt würde, ich wusste nur, dass es so nicht mehr weiter gehen kann, dass ich kaputt gehe, wenn ich mich weiterhin weigere, mich selbst zuzulassen.

Heute an diesem gemütlichen Sonntag habe ich das nachgeholt, heute da ich mich an einem Punkt angelangt sehe, an dem ich mir im Klaren bin, was in diesen drei Jahren alles geschehen ist und welche Bedeutung all das hat. Damals wusste ich nicht, ob ich all das durchstehe, ich wusste nicht mal, ob ich so glücklich werden würde, ich wusste rein gar nichts. Heute weiss ich nicht nur all das, ich weiss vorallem auch, dass ich eher sterben würde als dieses erkämpfte Ich-sein aufzugeben. Keine Macht dieser Welt würde mich davon abbringen, mir selbst treu zu sein und mich selbst zuzulassen, so wie es meiner Seele bedarf. Heute weiss ich, wie essentiell Treue ist, vorallem wenn es darum geht, sich selbst treu zu sein – weil ich erleben durfte, um wieviel wertvoller das Leben ist, wenn man sich selbst wirklich zulässt.

Dieses “Semper Fi” wurde für mich zu einer Art Schlachtruf, ein Kodex der mich durch die letzten drei Jahre getragen hat, auch wenn ich diese lateinische Formulierung noch nicht sooooo lange kenne. Damals war es mehr eine Ahnung, heute eine Gewissheit – nichts auf dieser Welt ist auch nur annähernd so wichtig wie sich selbst treu zu sein.

In gewissen Belangen habe ich das schon immer so gehandhabt, wenn es beispielsweise um Überzeugungen geht, dann stand ich schon immer für meinen Standpunkt ein, liess mich beispielsweise im Rahmen meiner damaligen Greenpeace Aktivitäten beschimpfen und vor Gericht zerren, erduldete beispielsweise auf Eisenbahngeleisen angekettet Schmerzen, nahm in Kauf, dass ich infolge von Leserbriefen Morddrohungen erhielt – aber ich habe nie begriffen, dass meine Loyalität viel mehr als allem Anderen mir selbst hätte gelten müsste – was für ein fataler Kapitalfehler.

Das ist eine der grössten Weisheiten, die ich in meinem Leben erarbeiten konnte, es ist der grösste Schatz, den ich besitze und den ich mit meinen LeserInnen teilen möchte.

Wie oft habe ich von Mitmenschen resignierte Worte gehört im Stil von: das darf man doch nicht machen – was denken dann die Leute über mich – mein Mann mag nicht wenn ich das tue…….. und niemand fragt, wer zum Teufel ist dieses “man” das bestimmt was ich tun darf? Und wie denke ich selbst über mich? Und was möchte ich tun, wer bin ich wirklich und wie lebe ich mich selbst? Ich befürchte, dass die meisten Menschen viel zu oft sich selbst behindern, weil sie nicht fragen, was sie möchten oder brauchen sondern fragen, was Andere von ihnen erwarten.

Natürlich heisst das nicht, dass man nicht auch mal Kompromisse eingehen soll, dass man auf Andere Rücksicht nimmt oder wenn nötig sogar mal eine Maske trägt – solange man sich dabei bewusst ist, dass man sie trägt oder dass man sich hier gerade beschränkt – und solange dieser Zustand nicht Gewohnheit wird.

Selbstverleugnung ist Selbstverhinderung – ist Lebensverweigerung – wie könnten wir mehr versagen in der Aufgabe, unser Leben zu leben als wenn wir etwas Anderes sind als das, was in uns ist und was sich aus unserem Innersten heraus entfalten will? Wie könnten wir den Sinn des Lebens mehr verfehlen als wenn wir unser Selbst einschränken und versuchen so zu sein, wie wir eigentlich gar nicht sind?

Es ist nicht einfach, sich selbst treu zu sein, es kann manchmal wirklich weh tun. Wer für sich selbst kämpft, wird auch verletzt. Wer das nicht tut, erspart sich brutale Kämpfe und schmerzhafte Wunden – aber ich versichere Euch, ich weiss aus Erfahrung – kein Schmerz und keine Verletzung sind so traurig wie der Zustand, wenn man sich selbst verleugnet – es sind schlussendlich ausgerechnet die nicht gekämpften Kämpfe, die uns am meisten verletzen, weil es einer Totalkapitulation vor dem Leben voraussetzt.

Deshalb: Schaut in den Spiegel. blickt Euch tief in die Augen – und tut was ich getan habe, schwört Euch selbst bei Allem was Euch heilig ist die Treue – Semper Fi !!!

….dann weisst du aber auch,
dass du nie ganz das gelebt hast, was du dachtest,
und das ist nicht gut.
Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert.
Du hast gewusst, dass deine ‘erlaubte Welt’ bloss die Hälfte der Welt war,
und du hast versucht, die zweite Hälfte dir zu unterschlagen…..
Es wird dir nicht glücken!
Es glückt keinem, wenn er einmal das Denken angefangen hat.
….Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben.
Darum leben die meisten Menschen so unwirklich,
weil sie die Bilder ausserhalb für das Wirkliche halten
und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Wort kommen lassen.

(Hermann Hesse, Demian)

Badewannenblues, LadiesNight, Herbstferien + doofe Blutwerte

Ich hab’s echt probiert, ich schwör’s, fast eine Stunde lang lag ich in der heissen Badewanne, mit einer kühlen Buddel irischem Cider, einem Aschenbecher samt Zubehör, einer youTube-Playlist auf dem Notebook abspielend – ich hab echt alle Register gezogen, wie es sich für ein Sabbath-Bad gehört – aber es hat nicht funktioniert, da fehlte was, was Süsses, das mir ständig dummes Zeug an den Kopf knallt und uns in Gelächter versetzt – Sabbath-Bad mit Schatzi ist und bleibt unerreichbar *seufz*

Ladies-Night vor den Ferien

Leider kam ich vor den Ferien nicht mehr dazu, zu berichten, es wurde mal wieder kurzfristig eine Ladies-Night einberufen und da ich die letzten Male ständig das Pech hatte, ausgerechnet an dem Tag weg zu sein, konnte ich nicht nein sagen – zum Glück – denn es wurde ein todlachenswerter Abend mit acht Mädels, die schon zu Beginn in einer mordsmässigen Laune waren und mit zunehmender innerer Befeuchtung dann komplett durchdrehten – mittendrin ich, jauh………

……ich wachte dann am andern Morgen auf – um Elf – guckte verwirrt in die Runde, stand auf und schwebte aus dem Gasthaus, Richtung Arbeitsplatz, gefühlte tausend Kilometer entfernt. Wie ich dann am andern Tag erfahren konnte, hat mich der Hund ins Bett gebracht – irgendwie – fragt mich nicht, fragt den Hund :-)

Aber abgesehen davon, dass ich es ein klein wenig übertrieben habe, war’s eine super tolle Nacht, bis etwa um fünf Uhr in der Früh – angeblich – wird so gemunkelt ;-)

Am anderen Tag kam von der Gastgeberin folgendes SMS – ich glaub fast, ich bin nicht die Einzige, die so gut drauf war in dieser Nacht :D


Ey Ey Ey….
H Girls, hab mal kurz gewagt die Fotos anzuschauen…….
WAS im Gottes Willen haben wir gemacht????!!!!
Wieso hab ich all jene Ohren Bilder, Riesen staun!!!
Eins sag ich Euch:
normal ist DEFINITIV ganz was Anderes!!!
Danke Euch für eine unvergessliche Hammer-Nacht!!!
Big hug & regeneriert Euch gut!!! Kiss

Öhm, ich glaub, das kann ich Dir erklären, DU hast plötzlich das Ohr von der neben Dir Sitzenden fotografiert und dann die Kamera rumgereicht und so haben wir all unsere Ohren in Grossaufnahme abfotografiert – aber frag mich bitte nicht, warum wir das getan haben, normal ist glaub definitiv was Anderes :D

 

Schatziferien

Zwei Tage später kam sie dann an, meine Süsse, huiiiiiiiiii, und da lagen wir zwei Wochen lang, kuschelten und kicherten rum wie die völllig Bekloppten – wir berichteten in diesen zwei Beiträgen darüber:
Herbstferien 1. Woche
Herbstferien 2. Woche
Dass ich immer noch empört bin darüber, dass wir im Pub gefragt wurden, ob wir Mutter und Tochter seien, muss ich wohl nicht mehr speziell betonen, das versteht sich von selbst ;-)

Hormone, Cholesterin und sonstige Thrombose-Schleudern

Wie ich hier ja schon mehrmals gejammert habe, werde ich mit der Hormondosierung seit der GaOp zu tief gehalten, was zu langsam nervender chronischer Müdigkeit führt. Als ich die Dosierung erhöhen lassen wollte, meinte die Endokrinologin, dass meine Zucker- und Cholesterinwerte etwas zu hoch sind – nicht viel – aber da beides wie auch die Hormone Thrombose-fördernd sind, wollte sie das Risiko nicht eingehen. Sie trug mir auf, gelegentlich die Werte nochmal zu prüfen und mich zu melden, wenn die Werte besser sind. Naja, während der Ferien gingen wir dann mal kurz zur Ärztin, sie entblutete und analysierte mich – aber zu mehr kam’s nicht, weil die Werte nachwievor zu hoch sind. Nun muss ich erst mal schauen, wie ich die zwei Werte runter kriege. Beim Zucker sehe ich es positiv, ich trink täglich ein dutzend Kaffees mit Zucker, wenn ich nur schon da den Zucker aufgebe, dürfte der Wert einiges absinken. Beim Cholesterin bin ich eher ratlos – also falls jemand Tipps hat betreffend Reduzierung von Zucker und Cholesterin oder sonst Kenntnisse hat betreffend Thromboserisiko bei Östrogen und Konsorten……….. oder wenn jemand Pumps in Grösse 40 zu verschenken hat – dann meldet Euch doch einfach ;-)

Mal kurz arbeiten und dann wieder Ferien

Morgen geht’s nochmal los mit zwei Arbeitswochen und auch wenn ich Juliet schon wieder grausig vermisse (wie in unserem gemeinsamen Blog erzählt), freue ich mich doch auch wieder auf die Arbeit, die mir auch nach drei Jahrzehnten Programmiererei immer noch schaurig Spass macht und natürlich auch auf mein Team und den Rest der Firma :-) Und nach diesen zwei Wochen ist Weihnachten und dann geht’s wieder nach Hambuisch, meine SCHWIEGERMUTTER ärgern – muah muah muah – hach das hat gut getan, das musste einfach mal raus, Juliets Mama hat mir mit körperlicher Züchtigung und Liebesentzug gedroht, falls ich sie je mal so nenne (Schwiegermama ist ok, nur SchwiegerMUTTER darf ich nicht) – und weil ich sie soooooo gern necke, kann ich einfach nicht anders, höhö :D

SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern

Soeben habe ich “Ich bin Gwen – Steven war gestern“, die Dok-Sendung auf SF1 über die transsexuelle Filmautorin Gwen Haworth gesehen und bin tief berührt. Zum ersten Mal sah ich eine Dokumentation über das Thema Transsexualität, in dem ich mich und vorallem mein Leben und Werdegang repräsentiert fühle.

Umsetzung mal wieder in den Sand gesetzt

Ich fang mit dem Negativen an, nicht weil es wichtiger ist sondern weil es kürzer ausfällt. Wie ich befürchtet habe, war die Umsetzung einmal mehr daneben. Die glücklicherweise kurz gehaltene Einleitung desinformierte wie gewohnt im Stil von “sie ist als Junge geboren”, stellte gleich mal die Blickwinkel falsch und die Übersetzung der englischen Dokumentation hatte einige essentielle Fehler, die sich wie ein roter Faden durch die Doku zogen. Im Speziellen ärgerte mich, dass das Wort “Transition”, was ein Übergang ist und sinngemäss übersetzt werden müsste mit “Angleichung”, einmal mehr in boulevardeskem Stil als “Umwandlung” übersetzt wurde. Aber damit hat sich meine Kritik schon, denn alles Andere war einfach der Hammer.

Licht in der transsexuellen Seele

Am Eindrücklichsten war, wie gut Gwen als begleitende Hintergrundstimme immer wieder Gefühle und Erlebnisse schildern konnte, in denen ich mich wieder fand. Die Gewissheit in frühem Kindheitsalter, dass man dem falschen Geschlecht zugewiesen ist, die Verzweifelung und Ratlosigkeit die damit einhergeht, all das war durch ihre Worte spürbar. Eindrücklich beschreibt Gwen, wie sie ihre “Andersartigkeit” zu verstecken suchte, wie sie sich für ihr “Anderssein” schämte, wie sie sich selbst verleugnete, ich fühlte mich wie im Kino meines eigenen Lebens.

Die Herausforderung für das Umfeld

Auch wenn es für meine Ohren schmerzhaft war, entspricht es halt doch der Realität, dass der Weg eines transsexuellen Menschen für das Umfeld eine ungeheure Herausforderung ist, die von so Manchen nicht bewältigt werden kann. Ein Vater, der stolz auf seinen vermeintlichen Stammhalter ist und sich fühlt als hätte er einen Sohn verloren, eine Mutter die sich vor der Stigmatisierung der Homosexualität fürchtet, Geschwister die verständlicherweise Angst haben, dass Gwen am Schluss ihres Weges bemerken könnte, dass sie so ihr Glück nicht gefunden hat, eine Lebenspartnerin, die einst “ihn” liebte und nun plötzlich mit Gwen verheiratet ist bis hin zum Vorwurf, dass Gwen diese für sie so essentielle Tatsache so lange verschwiegen hat……. All das gehört zur Realität transsexueller Menschen und ihrer Angehörigen. Zuerst leidet die betroffene Person ein Leben lang unter der Selbstverleugnung im falschen Geschlecht und dann, wenn sie endlich wagt, sich selbst zu sein, erlebt sie im besten Fall gehörige Irritationen, im schlechtesten Fall völliges Unverständnis bis hin zu Ablehnung. Auch wenn dieser Aspekt für mich schmerzhaft war, so gehört es halt doch in die Lebensrealität transsexueller Menschen. Diese Spannung auszuhalten, zwischen Gwens Glücklichwerden und der Zerrissenheit die dieser Prozess in geliebten Mitmenschen auslöst, ist kaum auszuhalten. Und gerade um das nachfühlbar zu machen, war es wenn auch für mich schmerzlich so doch realitätsnah, dass man auch mitfühlen konnte, wie die Einen bis zuletzt überfordert blieben und beispielsweise die Eltern recht deutlich durchblicken liessen, dass sie in Gwen nachwievor Steven sehen.

Information versus Empathie

Diese Doku war keine Informationssendung im herkömmlichen Sinn, man erfuhr wenig über das Phänomen Transsexualität. Aber es war auch keine Boulevard-Sauce und es war auch keine Schönschwätzerei. Die Doku zeigte das, was die Lebensrealität transsexueller Menschen ist. Man kämpft ein Leben lang gegen sich selbst, bis zur totalen Erschöpfung, dann, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht und nicht mehr anders kann und jeden Schmerz und jeden Hohn zu ertragen bereit ist, geht man endlich den Weg den einem die Seele vorschreibt, man durchquert in einer langen Reise eine Odyssee von Gefühlen, im Guten wie im Schlechten, man stürzt Nahestehende in Verzweiflung, man muss im Bewusstsein um eine gesellschaftliche Stigmatisierung als “identitätsgestörter Mann” ein Selbstbewusstsein aufbauen, als die Frau, die man nie sein durfte und die von Vielen nie wirklich anerkannt wird…….

Nichts ist unmöglich, denen, die das Unmögliche wagen – und denen, die es zulassen

Die Doku gab den Blick frei in die Gefühlswelt einer transsexuellen Frau und ihrer Angehöriger, er zeigte viele der Probleme die sich stellen, liess viel von dem Schmerz und der Verzweiflung mitfühlen, die uns vorbestimmt sind……….. und er endete in der spürbaren Erlösung, wenn am Schluss nicht nur deutlich wird, dass Gwen zu ihrem Glück finden konnte sondern auch Angehörige einräumen, dass Gwen irgendwie die bessere Steven ist.

Ich danke Gwen und ihren Angehörigen für diesen eindrücklichen Einblick…….. und empfehle den Übersetzern, sich baldmöglichst einen geeigneteren Job zu suchen ;-)

Leider ist das SF1-Videoportal nur von der Schweiz aus verfügbar, wer das nicht sehen kann, muss mit dem Trailer auf youTube Vorlieb nehmen oder kann den englischen Film bei Amazon.com downloaden oder bestellen.
DOK vom 23.11.2011

Fundstücke – Wenn Frauen betrunken heimkommen

Im Internet begegnet man immer wieder total lustigen Texten oder Bildern und immer wieder denke ich mir dabei, dass ich das mit Euch teilen müsste. Grund genug, ein neues Kapitel zu eröffnen, das ich “Fundstücke” nenne. Hier werden zukünftig ab und zu solche Texte/Bilder veröffentlicht, die nicht von mir sind, die ich einfach zur Einverleibung weiter empfehle. Beginnen wir dieses Kapitel mit einem Witz den ich diese Woche bei einer Facebook-Freundin antraf – enjoy ;-)

Wenn Frauen betrinken heimkommen

Letztens habe ich mich mal wieder mit meinen Freundinnen getroffen. Ich versprach meinem Mann, dass ich um Punkt 24 h wieder zu Hause sein würde. Aber wie das so ist, zwischen Cocktails, Tanz und Flirt vergaß ich die Zeit. Ich kam erst um 3 Uhr morgens zu Hause an – und das komplett betrunken!

Als ich zur Tür hereinkam, fing gerade die Kuckucksuhr an, dreimal “Kuckuck” zu rufen. Erschrocken stellte ich fest, dass der Kuckuck meinen Mann aufwecken könnte, und dieser dann wüsste, dass es schon 3 Uhr ist! Also fing ich an, neun weitere Male “Kuckuck” zu rufen. Zufrieden und stolz, in meinem Zustand noch einen so guten Einfall gehabt zu haben, begab ich mich ins Schlafzimmer. Ich legte mich beruhigt ins Bett und war beruhigt dank meines schlauen Einfalls.

Am nächsten Morgen beim Frühstück fragte mich mein Mann, wann ich denn letzte Nacht zu Hause angekommen sei. Ich sagte: “Um Mitternacht, wie ich es dir versprochen hatte!” Er sagte nichts weiter und wirkte auch nicht weiter misstrauisch “Jaaa”, dachte ich mir, “gerettet!”

Aber dann sagte er plötzlich: “Ach übrigens, ich denke, mit der Kuckucksuhr stimmt etwas nicht!”……. “Ach so? Wie kommst Du drauf, mein Schatz?” Und er antwortete: “Nun ja, gestern Nacht rief der Kuckuck dreimal “Kuckuck”, dann – ich kann es mir gar nicht erklären – schrie er auf einmal “Scheiße!” und dann rief er noch viermal “Kuckuck”. Dann übergab er sich im Flur, rief weitere dreimal “Kuckuck”, lachte sich kaputt, rief erneut “Kuckuck”, rannte den Flur hinauf, trat dabei der Katze auf den Schwanz, stolperte über den Couchtisch, der unter dem Gewicht zerbrach, legte sich schließlich an meiner Seite ins Bett, und – begleitet von einem Furz – stöhnte er den letzten “Kuckuck”.

Doofe Sprüche für radikal-philosophische Menschen

Und wenn wir grad dran sind, hier noch eine Auflistung von wirklich saublöden Sprüchen, die mir ebenfalls diese Woche auf Facebook zugelaufen ist……..

  1. Ich lese keine Anleitungen… Ich drücke Knöpfe bis es klappt.
  2. Komm wir machen Teamwork…Ich Team, Du Work
  3. Mein Schienbein hilft mir, im Dunkeln Möbel zu finden.
  4. Ich brauch keinen Alkohol um peinlich zu sein… Das krieg ich auch so hin!
  5. “Wie spät ist es?” – “Da oben hängt eine Uhr.” – “HAB ICH DICH GEFRAGT, WO DIE UHR HÄNGT??!!??!!?”
  6. Wenn ich ein Vogel wäre, wüsste ich ganz genau, wen ich als Erstes anscheißen würde!
  7. Toll wie ich immer meine Sachen vor mir selbst verstecken kann!
  8. Es ist nicht so, dass ich Dich hasse! Es ist nur … nehmen wir mal an Du würdest brennen, und ich hätte Wasser… ich würde es trinken.
  9. Die 3 schönsten Worte der Welt? Essen ist fertig!
  10. Ich habe keine Macken! Das sind Special Effects !!!
  11. Frauen müssen wie FRAUEN aussehen und nicht wie tapezierte Knochen!!!
  12. Vergeben und vergessen? Ich bin weder Jesus, noch habe ich Alzheimer !!!
  13. Meine Motivation und ich haben Beziehungsprobleme und leben gerade getrennt.
  14. Wir Frauen sind Engel…und wenn man uns die Flügel bricht, fliegen wir weiter…auf einem Besen! Wir sind ja schließlich flexibel
  15. Guter Sex ist, wenn selbst die Nachbarn danach eine rauchen.
  16. Je mehr Männer ich kennenlerne, desto netter finde ich Hunde!
  17. Das ist kein Speck! Das ist erotische Nutzfläche!
  18. Wenn ich das nächste mal Schmetterlinge im Bauch habe, sauf` ich gleich Insektengift!
  19. Warum darf man Tiere töten und sie essen, aber nicht Pflanzen pflücken und sie rauchen?!
  20. Auf meinem Grabstein soll stehen:“Guck nicht so doof, ich läge jetzt auch lieber am Strand!“

Nervige Telefonwerbung – Svenja hat die Lösung

Wer jetzt noch mehr zum Schmunzeln möchte oder einfach Nachhilfe in Sachen Notwehr-Exzess gegen nervige Telefonwerbungen sucht, der sollte schleunigst bei Svenja reinschauen, denn die hat die ultimative Lösung gefunden, wie man diese Nervensägen der Werbeindustrie los wird und dabei auch noch ne Menge Spass hat – zur Nachahmung empfohlen: Svenja and the City – Aufgelegt :o )

TV-Tipp: SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern

Diesen Mittwoch (23.11.2011) kommt auf dem Schweizer Fernsehen SF1 um 22.50 Uhr eine Dok-Sendung mit dem Titel “Ich bin Gwen – Steven war gestern “. Diese Dokumentation über Gwen Haworth ist von ihr selber produziert, sie filmte sich und Angehörige während ihrer “Transition” und wurde für diese Dokumentation sogar mit Preisen bedacht. Der Film soll nicht nur einen Einblick in das Thema Transsexualität geben sondern auch Einblick gewähren in die Gefühlswelt von Betroffenen und Angehörigen. Ob der Film hält was er verspricht, kann ich noch nicht beurteilen, weil ich ihn noch nicht gesehen habe. Aber gerade weil wir uns immer darüber beklagen, dass ständig über uns berichtet wird anstatt mit uns oder durch uns, weckt diese Dokumentation schon Hoffnungen.

Die Sendung “Dok” ist an sich dafür bekannt, dass sie oft gute Dokumentationen zeigt, insofern darf man optimistisch sein. Anderseits macht mich der Ankündigungstext auf SF1 skeptisch, wenn ich dort lese, dass SF1 einmal mehr das Zerrbild des “geschlechtsumgewandelten Mannes” präsentiert. Wenn die Dokumentation mit dem Untertitel “Die Geschichte einer Geschlechtsumwandlung” daher kommt, ist das schon übel genug, da wundert es kaum noch, dass im weiteren Text oft in der männlichen Form von Gwen gesprochen wird. Es erstaunt dann auch nicht, dass von “sein Verlangen, eine Frau zu sein” die Rede ist, als wäre Transsexualität eine sexuelle Obsession. Doch spätestens bei der Formulierung “…..dokumentiert sie ihren Weg vom transsexuellen Mann zur Frau” krieg ich n’Knoten im Hirn.

Einmal mehr frage ich mich, was für Schnapsnasen bei SF1 diese Ankündigungstexte schreiben, noch verdrehter ginge es kaum noch. Ein “transsexueller Mann” ist ein Mann der mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kam, das hier ist eine Frau, deren Hirn in einem männlichen Restkörper zur Welt kam, somit eine “transsexuelle Frau”. Wenn man eine Dokumentation präsentiert und nicht mal diese elementaren Unterschiede begreift, wird aus dem Versuch zu informieren pure Desinformation – und das in einer Dokumentationsreihe. Fünf Minuten Recherche hätte so ein Text nicht überstanden, offenbar wissen sie einmal mehr nicht was sie tun.

Aber eben, der Ankündigungstext ist eine Sache, die Doku eine Andere. Es kann gut sein, dass die Doku super ist und nur der Schreiberling dieses Ankündigungstextes über Themen schreibt ohne sich damit zu beschäftigen. So bleibe ich mal in der Hoffnung, dass ich positiv überrascht werde – so naiv bin ich dann doch wieder……….. mehr darüber dann evtl nach der Ausstrahlung, entweder als Ergänzung in diesem Beitrag oder als eigener Folgebeitrag.

SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern
Outcast Films: She’s a Boy I Knew

Nachtrag: nachdem ich die Doku gesehen habe, hier noch mein Kommentar dazu
SF1 Dok – Ich bin Gwen – Steven war gestern

Zen und die Kunst des Sabbath Haltens

Zen-Buddhismus hat mit dem jüdisch/christlichen Sabbath/Sonntag eigentlich nichts zu tun – könnte man meinen – ich meine, doch, sehr sogar. Das scheint mir ein guter Auftakt für eine Serie die ich in Zukunft hier machen möchte, Zen und die Kunst des Gummibärchenkauens oder so…..

Zen und die Kunst des……..

Es gibt eine Reihe von Büchern, teils Klassikern, die sich mit dem Zen-Gedanken beschäftigen und ihn als Weg zur “Vervollkommnung” von was weiss ich beatrachten. So gibt es “Zen und die Kunst des Bogenschiessens” genauso wie “Zen und die Kunst des Motorradfahrens”. Teils ernsthaft, teils esoterisch, teils humorvoll, aber alle haben einen gemeinsamen Kern, den Zen-Gedanken. In diese Tradition möchte ich einsteigen, denn es gibt meines Erachtens so Vieles, was die Würdigung dieser Denkweise rechtfertigen würde.

Zen findet im Hier und Jetzt statt

Zentrum des Zen-Buddhismus ist das “Sein im Jetzt”. Klingt banal, isses aber nicht. Seien wir ehrlich, wenn wir essen, denken wir an das TV-Programm, gucken wir TV, denken wir an die Arbeit von morgen und sind wir am Arbeiten, denken wir an sonst etwas. Im Hier und Jetzt sind wir selten, das bedürfte unserer uneingeschränkten Aufmerksamkeit – und genau das fehlt dem modernen westlichen Menschen, der im Alltag ständig von Einem zum Anderen hetzt. Zen fordert genau das Gegenteil, es gibt keine Vergangenheit, keine Zukunft, es gibt nur das hier und jetzt und das ist einmalig, Du kannst es nur einmal in Deinem Leben durchleben, denn gleich ist es weg, Vergangenheit, für immer und ewig.

Sabbath – die Ruhe

Was hat das nun mit dem jüdischen Sabbath zu tun resp. dem christlichen Sonntag? Da muss ich etwas ausholen….. Nach der jüdischen Schöpfungsmythologie hat Gott das Universum und alles Leben in 6 Tagen erschaffen resp. genaugenommen ist alles aus “ihm” hervorgegangen (halt Urknall und so, diese Diskussion verschieben wir aber auf ein anderes Mal) jedenfalls ruhte Gott am siebten Tag (weil so ein Urknall echt anstrengend ist) und ernannte diesen Tag zum Ruhetag, eben zum Sabbath. So kam dann auch das Sabbath-Gebot in die zehn Gebote (Steintafel und so) und seit da ist der Samstag im Jüdischen resp. Sonntag im Christlichen zum Ruhetag geworden. Aber irgendwie auf eine bekloppte Weise, wenn ich das mal so sagen darf. Zuerst wurde man selbst fürs Holzsammeln am Sabbath gesteinigt, später war er nur noch Pflichtprogramm für religiöse Riten, aber der Grundgedanke scheint mir verloren gegangen zu sein – obwohl uns Jesus eigentlich überdeutlich daran erinnern müsste.

Als seine Jungs mal an einem Sabbath durch die Felder hüpften und Ähren abzupften (klingt nach Hippie-Kult), kamen ein paar Stänkerer daher und meckerten Jesus an, weil seine Jungs da so vergnügt Ähren zupften an einem Sabbath. Denen entgegnete Jesus dann das legendäre: “Der Sabbath ist um des Menschen Willen geschaffen und nicht der Mensch um des Sabbaths Willen”. Was er damit sagen wollte ist, dass Sabbath keine Pflicht sondern eine Gunst ist, es ist die Aufforderung an uns, uns wenigstens einen Tag in einer anstrengenden Woche der Ruhe hinzugeben, ganz bei uns sein und damit ganz bei Gott. Das ist Zen, echt wahr :-)

Zen und die Kunst des Sabbath Haltens

Damit kommen wir zum eigentlichen Thema. Auch wenn ich keiner Religion angehöre und mich nicht mal konfessionell einordnen könnte, berührt mich dieser Sabbath Gedanke und ich versuche wenn immer es geht, mir den auch zu gönnen. Für mich bedeutet das, dass ich am Sonntag (oder einem “Ersatztag”) bewusst Ruhe verordne. Am Sonntag gibt es nichts was ich tun muss, der Tag gehört ganz mir. Da gibt es keine vergangene und keine bevorliegende Woche, es gibt nur das Hier und Jetzt. Dabei ist es egal, ob man im Wald unter einem Baum sitzt und die Natur in sich aufsaugt, ob jemand in die Kirche geht, ein Puzzle zusammensetzt, in einem Computerspiel ganz versinkt, in der Badewanne philosophiert oder einfach nur blödsinnig rumliegt. Wahrer Sabbath ist dann, wenn ich ganz bei mir bin, mich mit mir auseinandersetze oder in Dingen versinke die mir grad naheliegen, wenn mein Leben oder etwas in meinem Leben meine ungeteilte Aufmerksamkeit hat – wie beim Knutschen beispielsweise ;-)

Sabbath schenkt Ruhe

Das hebräische Wort “Sabbath” meint ja eben nicht einfach Samstag oder Sonntag, das Wort beinhaltet riesige Bildwelten und im Zentrum davon steht die Ruhe, Stille und Harmonie. Wenn wir es schaffen, uns wenigstens einmal in der Woche aus dieser hecktischen Welt auszuklinken und einen Tag lang ganz im Hier und Jetzt sind, dann versinken wir in einer Ruhe, die unglaublich wohltuend ist. Probiert’s aus, gönnt Euch bewusst diesen Tag, es lohnt sich wirklich ;-)

Und beim nächsten Zen-Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema:
Zen und die Kunst des Badewanne-Liegens ;-)

Jubiläum – ein Jahr nach der GaOp

Irgendwann wird es geschehen, das Wunder hier auf dieser Erde…
und eine Stimme sagt: Es werde ein neuer Tag.
(Illuminate – ein neuer Tag)

Heute vor einem Jahr wachte ich auf im Aufwachraum des Zürcher Universitätsspital, ein selten dümmliches Grinsen überzog mein ganzes Gesicht, die Hand suchte ihren Weg nach unten, das Grinsen wurde noch dämlicher…….. es ist vollbracht, säuselte es mir ins Ohr, verdammt, es ist wirklich geschafft, ich bin ganz.

Keine Worte dieser Welt könnten das Glück beschreiben, das man empfindet, wenn man vierundvierzig Jahre in einem Kerker begraben war, gefangen “im falschen Körper” und dann wacht man auf und dieser ganze lebenslange Albtraum ist vorbei. Es war als letzter Schritt gedacht, als eine Art Vollendung, aber es war soviel mehr als das.

Schon krass, ich hätte es echt beinahe vergessen, eher zufällig kamen Juliet und ich gestern während dem täglich-Blablah auf die GaOp und ich erschrak, weil ich zuerst dachte, ich hätte das Jubiläum verpasst. Dass mich der Termin so überrascht hat, zeigt vorallem eins: wie fern mir dieses für mich so phänomenale Ereignis doch ist, es fühlt sich an als wäre es Jahre her, als gäbe es kaum mehr von der Zeit davor als ein alter Schwarz-Weiss Film. Und das ist unglaublich schön :-)

Ich lag dann gestern nach dem Telefon noch eine Weile auf dem Sofa rum und schwebte über der Vergangenheit, an eben diesem Abend vor der Vollendung, als ich entgegen aller Logik alles andere aus ängstlich oder aufgedreht war, ganz im Gegenteil, mich erfüllte eine sanfte Ruhe, die Gewissheit, in eine gute Zukunft eingebettet zu sein. Gerade wenn ich im Nachhinein zurückdenke, verblüfft mich das enorm. Ich hätte wirklich erwartet, dass ich am Abend vor der Op völlig durch den Wind bin und garantiert Schlafmittel brauche, weil die Aufregung mich nicht schlafen lässt. Es wäre nur vernünftig, dass ich mir Sorgen machen müsste um all die möglichen Komplikationen und vor mir liegenden Beschwerden. Aber da war nichts mehr an diesem Abend, da war nur noch diese Stille, auf Wolken schwebend, voll von Vertrauen, dass morgen alles gut wird.

Und der Morgen kam, ich schlief schon bevor man mich in den Op-Raum karrte und als ich aufwachte war wirklich alles vorbei, vier verfluchte Jahrzehnte in so einem surrealen Film namens Leben, vier unerträgliche Jahrzehnte als Hauptdarstellerin in der männlichen Rolle einer kafkaesken Komödie und dann, platsch, aus und vorbei, das Leben beginnt.

Natürlich folgten in den darauffolgenden Wochen Beschwerden und Schmerzen, aber die waren nichts, überhaupt nichts im Vergleich zu dem Schmerz, den ich ein Leben lang tagtäglich ertragen musste, bei jedem Blick in den Spiegel, bei jedem Mal wenn man mich mit meinem damligen Namen ansprach, bei jeder dieser tausend täglichen Lügen, wenn ich mich als Mann ausgeben musste. Diese lebenslange Selbstverleugnung war um soviel grausamer, dass ich in der ersten Zeit nach der Op die Schmerzen nicht mal richtig wahrnahm, es war einfach ein Klacks im Vergleich zu dem was hinter mir lag.

Heute stehe ich da, in meinem so ganz normalen Leben als die Frau die ich nie sein durfte, obwohl ich sie immer war. Ich stehe hier, denke zurück und kann kaum glauben, dass dieses Leben vor der GaOp mit dem Jetzigen auch nur eine Spur von Verwandtschaft in sich trägt. Alles ist so anders geworden, so gut, da ist soviel Freiheit im Umgang mit mir selbst, soviel Zufriedenheit mit meinem Leben, es wirkt völlig grotesk im Vergleich zu all der Zeit vorher, dass ich kaum glauben kann, dass es wirklich einst ein “früher” gab – es fühlt sich eher an wie ein böser und elend langer Albtraum, der an diesem Tag, heute vor einem Jahr endete.

Es gibt Albträume, die enden wenn man aufwacht, es gibt Albträume, die beginnen erst dann. Meiner begann jeden Morgen mit dem Aufwachen von Neuem, vier Jahrzehnte lang, bis zum Erwachen heute vor einem Jahr, Nachmittags um etwa zwei Uhr – es fällt mir schwer, die Tränen zurückzuhalten, wenn ich an diesen wunderschönen Tag zurückdenke.

Nie hätte ich geglaubt, dass mein Leben jemals so wird wie es jetzt ist, wirklich nie, selbst dann nicht, als ich begann es anzustreben. Mich trieb einzig der Mut einer Verzweifelten an, das Unmögliche wenigstens zu versuchen. Heute vor einem Jahr durfte ich das erleben, was zum Motto meines Lebens wurde, was zum Kern meiner “Predigt” wurde…….

Nichts ist unmöglich, denen, die das Unmögliche wagen :-)

Und zur Feier des Tages kommt nochmal mein Lieblingslied, das seit Beginn meines “neuen Lebens” zu meiner Befreiungs-Hymne geworden ist – danke Euch allen, die mir beigestanden sind und zu mir gehalten haben……

Software entwickeln kann auch spassig sein

….. oder: die Sache mit den Büudläni :-)

Zugegeben, ich bin schon ein verrücktes Huhn, da verrate ich kein grosses Geheimnis. Schon als Kind sagte man mir, ich sei eine Fabrik für Unsinn, weil ich so oft spontan auf die blödsten Ideen komme und im speziellen einen Hang dazu habe, Leute auf humorvolle Weise zu irritieren, indem ich etwas tue, womit man nicht rechnet – mehr darüber dann ein anders Mal. Da ich den ganzen Tag wie wild vor mich hinprogramiere, drückt das natürlich auch dort ab und zu durch, so wie letzte Woche, während ich an meinem neusten Meisterstück herumprogrammierte – und das kam so……..

Unser Teamchef ist Berner, Bärner würde er sagen und hier in der Schweiz haben wir eine Menge Spass daran, dass jeder Dialekt anders klingt und nur zu oft klingt es für die Ohren “Aussenstehender” saulustig. Ich liebe diese sprachliche Vielfalt, es macht die Gespräche so vielfältig und lebendig und so machmal ist es halt eben auch lustig…… Das Berndeutsch ist zumindest für uns in Zürich in vielfacher Weise ulkig, am meisten amüsiert jedoch, dass Berner oft aus einem ‘l’ ein ‘u’ machen, wenn das ‘l’ nicht am Anfang steht. Ein ‘Löffel’ wird so zu einem ‘Löffu’ oder ein aus dem hündischen ‘bellen’, das wir in Zürich ‘bällä’ nennen, wird dort natürlich ein ‘bäuä’ und einem Jungen, in Zürich ‘Bueb’ genannt, wird dann ein ‘Büubu’, cool hä? Kürzlich amüsierten wir uns köstlich über eine spezielle Formulierung, die einfach prächtig ist. In der Schweiz wird ja gern verniedlicht, indem man ein ‘li’ hintenan stellt, man macht alles etwas kleiner, wohl weil unser Land so klein ist. So wird aus einem ‘Bild’ halt ein ‘Bildli’ oder in Bern eben ein ‘Büudli’. Das allein wär für uns schon lustig genug, aber der Hammer kam, als unser Chef das mal in der Mehrzahl verwendete, denn dann wurde daraus ein ‘Büudläni’…….. und Dianchen schmiss sich fast weg deswegen, es lief ihr tagelang nach, dieses ‘Büudläni’ und so kam irgendwann, was kommen musste……..

Nun muss ich noch einschieben, dass ich seit je her eine Leidenschaft habe, ich bringe Computer gern dazu, idiotische Dinge zu tun. Im Speziellen mag ich es, wenn Programme bedeppte Meldungen von sich geben. Dieser Hang zur Realsatire brachte mich früher mal dazu, sämtliche Texte meines Betriebssystems zu hacken, so dass dann beispielsweise bei einem Halt nicht stand: “Bitte eine Taste drücken”, nein, mein Computer meldete bei der Gelegenheit: “Bitte kräftig furzen”. Das mag doof sein, sogar saudoof, aber ich hab unglaublich Spass dabei, vorallem wenn Andere nichts davon wissen und das dann zum ersten Mal lesen :-)

Für mein neues Programm musste ich jetzt ein sogenanntes Context-Menü einbauen, das erscheint, wenn man eine Zeile markiert und die rechte Maustaste drückt, es listet dann eine Reihe von Funktionen auf, die man aufrufen kann wie ‘Zeile löschen’ und so Kram. Naja, da war dann halt noch ein Menüpunkt dabei um Bilder einzufügen und zu löschen – Büudläni eben……. *unschuldigguckt*…….. tja, dann ging’s halt los mit meinem Übermut und mein Chef bekam dann das Programm in dieser Form zu sehen:

Damit meine germanischen LeserInnen verstehen, was da auf breitestem ‘bärntütsch’ steht, übersetz ich das mal, wobei ich bei der Formulierung zugegebenermassen sehr sehr freizügig war…… zuerst auf berndeutsch, dann was der Satz zu gut deutsch etwa heisst und dann, was eigentlich wirklich da stehen sollte……

Gäng no ä Position inä tue
Ständig noch eine Position hinein tun (gäng ist nur unvollkommen übersetzbar mit ‘ständig’)
Position einfügen

U dä no ä Varuablä derzuä, gäu
Und dann noch eine Variable dazu, gäll (gäll = stimmt’s)
Variable hinzufügen

I Chübu mit däm Löu
In den Kübel mit diesem Depp (Löu = Löli = Depp oder so)
Zeile löschen

Dr Unternähmer dörf d’Variablä gäng wächslä
Der Unternehmer darf die Variable ständig wechseln
Unternehmer darf Variable wechseln

Dr Unternähmer söu sine Füdlefinger loh vo dere Variablä
Der Unternehmer soll seine “Popofinger” lassen von dieser Variable
Unternehmer darf Variable nicht wechseln

…… und jetzt kommt’s, jauh :-)

Es Büudläni inä näh
Ein “Bilder” hinein nehmen
Bild hinzufügen

Tuä das Büudläni i Chübu
Tu das “Bilder” in den Kübel
Bild löschen

Ich denke, damit wäre der Beweis erbracht, dass Softwareentwicklung gar keine so trockene Angelegenheit ist, da leuchtet soviel Heiterkeit und Menschlichkeit auf – wie im wahren Leben ;-)

So kommt es dann auch, dass man im Programmcode Bemerkungszeilen von mir findet, die den Alltag etwas aufheitern. Bei einem Programmkonstrukt, das so verworren war, dass ich selbst nach mehrmaligem Lesen nicht kapierte, was es eigentlich tut, steht nun neckisch: “gaht’s no komplizierter?”. Oder wenn ich selber mal etwas umstandsbedingt unschön programmieren musste, weil es beispielsweise der Performance dienlich war, steht dann beispielsweise dort: “ja ich weiss, isch grusig programmiert, aber es lauft, das isch d’Hauptsach”……….. und um der Frage zuvor zukommen, nein, wir dokumentieren unseren Programmcode nicht in Schweizerdeutsch – meistens jedenfalls – ausser eben an so Tagen, wenn mir grad mal wieder sauwohl ist :-)

Achja, über meine früheren Sitzungsprotokolle muss ich unbedingt auch mal schreiben……… und was ich als Kind mit Gartentürchen angestellt hab, wär auch mal noch erwähnenswert *hüstel*…….. :o )

Nachtrag: apropos bärndeutsch, hier eine ganz urchige Variante :-)

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