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Das Kapitel Philosphisches

Und wenn ihr redet, wessen Geist ist eurer vielen Worte Inhalt?
Wart ihr jemals an dem Abgrund zwischen Herz und dem Verstand?
Könnt ihr sagen: Ich erlerne mich?
Eure schreckliche Einfältigkeit, zu glauben was man euch erzählt:
Natürlichkeit und Selbstbestimmung,
Aber bitte nur im Rahmen des Systems dieser Gesellschaft
(Lacrimosa – Fassade 1. Satz)

Ich war schon als Kind von Herzen Philosophin. Keine Frage, die ich nicht zu beantworten suchte und keine Antwort, die nicht eine Unzahl an Folgefragen hervorbrachte. Vielleicht hat das mit der Unzumutbarkeit eines transsexuellen Lebens zu tun, dass ich von klein an Antworten suchte, deren Frage vielen nicht mal einfallen würde, vielleicht ist es auch einfach meine Wesensart. Auf jeden Fall beobachte ich seit Jahrzehnten diese Welt mit neugierigen Augen, habe unzählige Bücher gelesen von Philosophen, Theosophen, Lebenskünstlern und vieles mehr. Ich frage, also bin ich – das ist der Kern meines Wesens.

Die Gesellschaft löst in mir immer wieder grosse Irritationen aus und ich glaube, vieles wahrnehmen zu können, das so Manchen entgeht. Solche Fragen möchte ich hier aufwerfen und nach Antworten suchen.

Meine Vergangenheit, die mich zwang, in der falschen Geschlechterrolle zu leben, nötigte mich dazu, die Welt immer wieder mit fremden Augen zu betrachten. Ich war eine Frau, musste aber wie ein Mann leben und im Leben agieren. Um das zu können, musste ich häufig Perspektivenwechsel machen. Das hat in mir eine Fähigkeit gefördert, auch Dinge zu verstehen, die jenseits meines Verständnisses liegen. Und genau diese Fähigkeit ist ein gutes Fundament für philosophische Fragestellungen. Denn Philosophie erfordert, dass man über sich hinaus geht, dass man die Welt nicht nur aus dem eigenen Blickwinkel betrachtet sondern alles von allen Seiten her anschaut.

Zu meinen Lieblingsphilosophen gehören Mahatma Gandhi, Sokrates, Epiktet, Hermann Hesse und viele mehr, diese werden immer mal wieder hier auftauchen.

Wenn ich hier herum philosophiere, dann geht es mir nicht primär darum, Andere von meiner Meinung zu überzeugen. Das Ziel ist dann erreicht, wenn LeserInnen denken: “Von dieser Seite her habe ich mir das nie überlegt”. Ich möchte hier keine Antworten geben sondern Fragen aufwerfen – denn nur der fragende Mensch ist wahrer Mensch ;-)

Vielleicht bin ich nur ein Mensch
Und vielleicht bin ich auch nur ein Argument
Vielleicht bin ich letztlich einer dieser Fragen
Deren Antwort sich die Blösse gibt ein fragend Mensch zu sein
(Lacrimosa – Fassade 3. Satz)

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