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Namaste – Ich grüsse das Göttliche in Dir

Vor vielen Jahren führte ich mal ein Gespräch mit dem Dorfparrer, in dem ich ihm meine Glaubensansichten erklärte. Ich schloss mit der Aussage, dass ich gläubig aber nicht religiös bin. Er lächelte mich an und sagte zur mir: “Glaub mir, Du bist um einiges religiöser als die Meisten, die jeden Sonntag zu mir in die Kirche kommen”.

Hier im Blog habe ich mich schon öfters über religiöse Fundamentalisten ereifert. Es macht mich einfach rasend, wenn jemand sich die Liebe auf die Fahnen schreibt und mit ebendiesen Fahnen dann Leute erschlägt. Oder anders formuliert, wenn beispielsweise Evangelikale sich der christlichen Nächstenliebe verpflichten, aber Homosexuelle, Transsexuelle, Masturbierende oder Unkeusche ausgrenzen und verteufeln, dann kommt mir die Galle hoch. Einerseits weil so eine Haltung menschenverachtend ist, anderseits, weil es Verrat ist an ihrer eigenen Religion und damit Verrat an Gott selbst.

Wahrheitsanspruch verhindert Spiritualität
Ich widerspreche jeder Religion, die einen alleinigen Wahrheitsanspruch aufstellt, jeder Religion die Dogmatismus predigt und jeder Religion, die eine persönliche Spiritualität durch wörtlich genommene Texte und menschgemachte Regeln ersetzt. Aber all mein Engagement gegen solche Gruppierungen ändern nichts daran, dass ich schon immer gläubig war und Spiritualität für mich der Kern des Lebens ist. Und daran wird sich auch nie etwas ändern.

Glauben und Spiritualität machen den Menschen zu einem besseren Menschen, zumindest, wenn es nicht von Fundamentalismus zerfleischt wird. Glauben kann einem helfen, sich selbst anzunehmen, sich zu lieben, weil man sich geliebt fühlt, von einer Macht die über allem steht. Das ist pure Medizin, es ist mehr als das, es ist Erlösung. Und darüber wollen wir jetzt mal ein wenig nachdenken.

Ehrfurcht vor dem Göttlichen in uns Allen
In der hinduistischen Sprache gibt es ein Begrüssungswort, das “Namaste” heisst. Sinngemäss übersetzt heisst das: “Ich ehre in dir den göttlichen Geist, den ich auch in mir selbst ehre – und ich weiß, dass wir somit eins sind.“. Diese Aussage und die dahinterliegende Denkwelt ist atemberaubend. Alles was lebt, alles was kreucht und fleucht, ist von Gott geschaffen, geht von Gott aus und trägt den Funken Gottes in sich. Das fordert uns so einiges ab, denn mit dieser Denkhaltung muss ich jeden Menschen nicht nur respektieren sondern auch ehren, weil jeder mein Bruder oder meine Schwester ist, weil wir alle das Göttliche in uns tragen, weil wir alle eins sind.

Schöpfung oder Entfaltung Gottes?
Die hebräische Torah, die wir als das Alte Testament kennen, beginnt mit dem Satz: “Bereshit bara jah elohim eth ha schamajim ve eth ha eretz”. Übersetzt wird das im christlichen Abendland mit “Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde”. Aber das Verb “bara” bedeutet kein “schaffen” im Sinne eines Lehmkneters, es ist eher als Entfaltung zu verstehen. Inhaltlich korrekt müsste man es eher übersetzen mit “Am Anfang ging Himmel und Erde aus Gott hervor“. Nimmt man den Text ernst, muss man es so verstehen, dass Gott oder das Göttliche sich entfaltete, so wie es moderne Astronomen auch als erwiesen sehen. Am Anfang war ein Urknall, das ganze Universum entstand aus einem einzigen kleinen Punkt und entfaltete sich daraus.

Was bedeutet das nun für uns, für jedes Lebewesen, für jede Form der Andersartigkeit? Es bedeutet, dass Gott oder das Göttliche, wie auch immer man sich das vorstellen mag, sich entfaltet hat und Leben angenommen hat, in mir, in Dir, in uns allen.

Von Pilzen lernen
Es bedeutet, dass jede Entfaltung von Leben, sei es Mensch, Tier oder Pflanze, ein Aspekt ist des grossen Geistes ist, wie es indigene Völker zu nennen pflegen. Du, ich und alle Anderen, sind eine Entfaltung unseres göttlichen Ursprungs. Ein Pilz wirkt wie ein eigenständiges Geschöpf, aber er ist in Wirklichkeit nur eine Emanation eines Pilzgeflechts unter der Erde, das möglicherweise quadratkilometergross ist, er ist ein kleiner Teil eines grossen Ganzen und doch repräsentiert er das Ganze.

Geh mal in den Wald und such einen Hexenring, so nennt man eine kreisförmige Pilzsiedling. Betrachte die einzelnen Pilze. Da gibt es Wohlgeformte, da gibt es Verkümmerte, da gibt es Grossprotzige, da gibt es Deformierte, jeder Pilz unterscheidet sich von allen Anderen und doch ist es ein und dasselbe Lebewesen, diese grossköpfigen Wesen sind nur Entfaltungen eines einzigen Pilzgeflechts, das unsichtbar unter dem Boden lebt.

So ist es auch mit uns Menschen. Es gibt Grosse, Kleine, Dicke, Dünne, solche die als schön deklariert werden, andere die von Vielen als hässlich betrachtet werden, und doch sind wir alle aus einem Ursprung, wir sind alle gleich – Entfaltung dessen, was unsichtbar unter uns, um uns und in uns ist.

Das möchte ich DIR zum nachdenken mitgeben. DU bist ein Teil eines grossen Ganzen, bist einzigartig unter Vielen und doch eins mit allem. Egal ob Du gross, klein, dick oder dünn bist, Du bist eine Entfaltung Gottes, Teil einer Schöpfung, die nur in ihrer Gesamtheit vollkommen ist.

DU bist gemeint
Dir, liebe(r) Leser(in) möchte ich zurufen: Namaste! Ich grüsse und ehre Dich, als eine Entfaltung dessen, was mein eigener Ursprung ist, ich ehre Dich als Emanation unseres gemeinsamen Ursprungs. Du bist anders als alles Andere, Du bist einzigartig, bist besser und schlechter, schöner und hässlicher, grösser und kleiner, als andere Teiles dieses ganzheitlichen Gemeinsamen.

DU bist achtenswert und liebenswert, weil Du bist, wie Du bist, weil Du bist was Du bist, weil Du anders und damit einzigartig bist, weil Du Deiner Natur folgend und damit dem göttlichen Willen folgend Dich selbst entfaltest und damit das unfassbar Grosse repräsentierst, das zu gross ist um es je sehen zu können – das, das nur im Kleinen sichtbar ist, das die Summe aller Kleinen ist.

Jesus und das Reich Gottes

Als er gefragt wurde wann das Reich Gottes kommen würde, antwortete er ihnen und sagte: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte und man wird nicht sagen: “Sieh hier!” oder: “Sieh dort!” Denn siehe, das Reich Gottes ist in euch
(Logenquelle Q 17,20)

Wer genau hinschaut, findet in Bibelübersetzungen viele Fehler, teils lustige, teils kuriose, teils fatale Fehlübersetzungen. Im Lukas Evangelium 17,20 steht fast in allen Übersetzungen, “das Reich Gottes ist mitten unter Euch” oder Vergleichbares. Aber im griechischen “Urtext” steht “entos”, was “innerhalb” heisst. Hier geht es nicht um Spitzfindigkeiten, es ist eine radikal andere Aussage. Während Übersetzungen den Anschein machen, Jesus würde sich selbst damit meinen, sagt der griechische Text das, was ich oben beschrieben habe, das was Kern fast aller Religionen ist. Die Überzeugung, dass Gott oder das Reich Gottes oder der Funken Gottes in unserem Inneren zu finden ist. Und wenn er in mir ist, ist er auch in Dir. Diese Denkweise oder mehr dieser Glaubenssatz fordert von uns, alle Anderen zu respektieren, auch uns selbst.

Denkt darüber nach, meine lieben LeserInnen, denkt nach und beginnt zu lieben, Andere so sehr wie Euch selbst, Euch selbst so sehr wie Andere…………. Namaste!

10 Reaktionen zu “Namaste – Ich grüsse das Göttliche in Dir”

  1. Frank

    Also Diana: Auch im Christentum gibt es die Vorstellung, dass Christus in uns ist. Die Mystik hat das stark betont. Die Frage ist dann aber, wieso so viele Menschen sich wenig göttlich verhalten und mehr an Macht als an Hingabe Interesse haben, wie Christus es vorlebte…

  2. Diana

    @Frank: Deshalb bin ich auch grosse Anhängerin der christlichen Mystik und der mystischen Strömungen aller Religionen – Stichwort “Unio Mystica”. Aber die offiziellen Kirchen gehen da einen völlig anderen Weg als ihre eigenen Mönchsorden, die diesen Geist noch leben. Es müsste die christlichen Kirchen seit 2000 Jahren beschäftigen, dass Jesus sagte, das Reich Gottes sei innerhalb von uns, aber das steht offenbar der kirchlichen Machterhaltung entgegen – schade.

  3. Frank

    Hallo Diana,
    Auch in der Lutherbibel findet sich bei Lk 17,20 ein Hinweis auf die Übersetzungsmöglichkeit “in euch”, die Luther selber verwendete. Ähnlich macht es die NGÜ. Beide sind kirchlich autorisierte Bibeln und werden über die deutsche Bibelgesellschaft / Genfer Bibelgesellschaft vertrieben. Zumindest in der evang. Kirche gibt es m.W. kaum jemand, der mit diesem Gedanken ein Problem hat – oder hast Du konkret jemanden vor Augen?

  4. Diana

    @Frank: Die Elberfelder Bibel hatte bis zur vorletzten Ausgabe immer “in euch” übersetzt, erst in der neusten Ausgabe wurde der Text theologisch geglättet. Die Elberfelder gilt als eine der ernsthaftesten Übersetzungen, schade, dass sie sich ausgerechnet hier beugten. In den griechischen Texten der damaligen Zeit wird “entos” nie mit “unter” übersetzt, Lk 17,20 ist da die einzige Ausnahme. Der theologische Wille dahinter ist offensichtlich. Und das ist schade, weil es die Lehre von Rabbi Jeshua völlig auf den Kopf stellt. Nicht er ist “Gottes Sohn” sondern jeder Mensch ist Sohn und Tochter Gottes, diese Tragweite wurde verdrängt und damit meines Erachtens die ganze Lehre Jesu ad absurdum geführt. Es hat dazu geführt, dass nicht mehr die Lehre wichtig ist sondern die Person des Überbringers, damit hat das Christentum alles verloren.

  5. Frank

    Hallo Diana,
    Die Elberfelder Bibel ist zwar teilweise sehr wörtlich, deren Herausgeber sind aber mehr dem evangelikalen Lager zuzurechnen, die sich mit bestimmten Themen meist schwer tun.
    Was Jesus anbetrifft: Er wird von vielen nicht nur auf Grund Christen nicht nur auf Grund ein paar weniger einzelner Bibelstellen als Gottes Sohn verehrt, sondern vor allem, weil Christen an die Auferstehung Jesu glauben. Durch sie bestätigte Gott Jesu Botschaft, die er vor Karfreitag predigte und seinen Anspruch, an dem sich seine Gegner störten (vgl. z.B. Mk 2,1ff wo es um das Vergeben von Sünden geht und man indirekt merkt, welchen Anspruch Jesus hatte, und wie ihn seine Gegner deshalb einordneten). Die Osterbotschaft bedeutet aber auch, dass wir alle auferstehen werden und insofern ist die Sohnschaft Jesu nicht exklusiv, sondern er ist der “Erste”, der auferstanden ist. Jesus lehrt ja z.B. im Vater unser, dass wir zu Gott “Papa” sagen können (die wörtliche Übersetzung von “Abba”, das dort steht) und Paulus führt das im Römerbrief so aus, dass wir Kinder Gottes sind und von ihm unendlich geliebt, egal, ob Mann oder Frau… – mal abgesehen davon finde ich, dass Jesus wirklich einzigartig war in der Art, wie er Liebe und Selbsthingabe lebte und wie er tatsächlich Feindesliebe nicht nur predigte, sondern auch praktizierte.

  6. Maria

    Liebe Diana,
    du schreibst ” jeder Mensch ist Sohn und Tochter Gottes”. Das ist ja an sich schon ein schöner Gedankengang, drückt aber eine hierarchische Wertung aus, weshalb so viele Menschen nicht “glauben” können. Denn nur von einem hierarchisch höher Stehenden erwarten wir Stärke, Schutz, Elterliches (der gute Papa Gott). Ich halte das für wishfullthinking. Auch die Juden, die an einen machtvollen, richtenden, strafenden wenig liebenden Gott glauben, wurden mit ihrem Bevorzugungsgedanken, das “von Gott auserwählte Volk” zu sein, grausam millionenfach von der “Menschheit” abgeschlachtet und liegen vielleicht sowieso nicht richtig. Was wäre nun, wenn es alles noch ganz anders funktionierte? Der Gedanke drängt sich doch förmlich auf, Gott, als Versuch, die Welt zu verkraften, systemisch zu sehen. Stell dir vor, dass wir alle (auch das Nichts und die Materie) “prozessuale Götter” sind (ein prozessuales Netz, sozusagen “Gottesglieder im Mikro- und Makrokosmos”, wie du schon sagst, alles unterschiedliche Kreaturen, belebt, unbelebt, weiblich, männlich, beides (so wie ich), sich in einer ewigen Metamorphose von Lebensphasen und Rollen, wenig Spielraum/Freiheit lassend durch den Körper und sein Alter diktiert werden, sich befindend. Es gäbe darin endliche Spielräume der Entwicklung und des sich Verhaltens (die gesamte Palette von moralisch und amoralisch), je nachdem wie es die Gene mit ihren Modalitäten ermöglichen. Dann wären wir alle in diesem unendlichen Prozess, den wir nur peripher im Rahmen unseres Geistes, der durch den Leib begrenzt wird, beeinflussen könnten. Dann wäre das Prinzip Liebe, ein hilfreicher vergänglicher Glaube, ein schöner, tröstlicher Gedanke, damit wir das Grauen der gewaltigen unerfasslichen Schönheit ertragen und unser Los in Gemeinschaft leben. Eine weitere Form des Prozesses birgt die Chance, unsere Wahrnehmungen und das was wir fühlen und erkennen, zu entäußern und in Kunst umzuwandeln. Ist das vielleicht das eigentliche Geheimnis, das aber so “unmenschlich” ist, das wir uns lieber einen Papa Gott oder Mama Gott wünschen, damit wir nicht alle wahnsinnig werden und uns wie die Lemminge vorlebenszeitg in den Abgrund stürzen? Ich habe, wie du siehst, kaum Worte oder vielleicht nicht die richtigen/korrekten Ausdrücke drauf, weil ich wissenschaftlich nicht so gut gebildet bin, wie du und Frank, aber ich denke über die geisteswissenschaftlich tradierten Dinge halt anders und unabhängiger/unwissender, auch wenn´s weh tut. Beweisen, im Sinne der Wissenschaft, kann ich natürlich nichts. Viele Erkenntnisse habe ich durch meine evolutionären Träume. In meinen Träumen habe ich schon als Kind von Tsunamies, Hurricanes, Urknall, Sog, Ursuppe und all dem geträumt. Ich war in meinen Träumen schon, konnte alles (ohne dass ich jemals davon gehört hätte), habe Bilder gesehen, die unglaublich sind, habe mich z. B. als Wurm in einer warmen Ursuppe befunden unter lauter anderen Würmern (so etwas Schönes habe ich in echt noch nie gefühlt!). oder befand mich in einem Feuersturm. Es ist so unglaublich, was ich träume. Kein Roman, kein Film, , kein TV, kein Internet, kein menschlicher Gedanke, kann wiedergeben wie spannend und aufregend und inspirierend das ist. Es ist ein Extraleben. Ich frage mich oft, ob all das Geträumte in irgendeiner Form in meinen Genen gespeichert ist, die ich von Jahrmillionen vererbt in mir trage. Wenn das so wäre, könnten wir vielleicht alle unsere Gen-Codes anzapfen und noch viel mehr verstehen, als wir ahnen. Die Hirnforschung durchläuft ja zur Zeit auch so eine Art Erkenntnisrevolution, die sich meinen Theorien nähert. Die Frage ist dann wohl auch, wie kann man anzapfen oder entschlüsseln? Könnten wir nicht viel mehr lernen?
    So, jetzt muss ich zu meinem Kunsthanderwerkerclub, “Eier legen” gehen. Würde mich freuen, wenn du meinen krausen Gedankengängen noch folgen konntest oder sie dich inspirieren.
    Ciao und Grüße von Maria

  7. Diana

    @Frank: dass die Elberfelder aus der evangelikalen Ecke kommt, habe ich schon gehört und es erstaunt mich, eben weil die Übersetzung überraschend textkritisch ist. Wenn Jesus eben beispielsweise sagt, das Reich Gottes sei innerhalb von uns, dann braucht es schon eine gehörige Portion theologischer Ignoranz, wenn man es dann als “unter euch” übersetzt und damit den Anschein erweckt, Jesus hätte sich selbst gemeint.

    Und hier kommen wir auch an einen Punkt den Du weiter ansprichst, an dem ich die christliche Lehre die daraus “gezimmert” wurde kritisch hinterfrage. In den alten Schichten des NT (also vorallem die Quellen Mk und die Logienquelle), dann erscheint uns Jesus als ein jüdischer Rabbi, der die Menschen direkt zu Gott führen will ohne Umweg über Synagogen und Kirchen. Man findet einen Rabbi, in den manche Zeitgenossen die Messisas-Hoffung legten, die er jedoch ablehnte.

    Erst in den späteren Schichten wurde Jesus zum Gottessohn gemacht, dazu gehört auch die Ostergeschichte und erst Recht das jahrzehnte später erschienen Johannes Evangelium. Traurig daran ist meines Erachtens, dass diese Sündentod Theologie verhindert, was Jesus wollte, die radikale Nachfolge, der Weg hiess bedingungslose Nächstenliebe bis hin zur Feindesliebe. Er wollte kein Bekenntnis sondern Umgekehr die im Inneren geschieht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass man die Pflicht zur Vergebung umso mehr vergisst, als man sich an die Vergebung der eigenen Sünden klammert. Aber das ist eine lange Geschichte über die ich bereits einen Blogbeitrag angefangen habe, ich werde dann mehr über dieses Thema erzählen, vorallem eben auch über das was man Redaktionskritik nennt.

    Übrigens, dass Jesus Gott als Vater (Abba) anspricht, war damals absolut nichts Ungewöhnliches im Judentum. Die Vorstellung von Gott als Vater ist im Judentum etwas Normales. Auch der Gott von Jesus, also JHWH über den wir hier reden, ist ein liebender Gott, aber er kann auch grausam wütend werden ;-)

  8. Diana

    @Maria: ums vorweg zu nehmen, ich bin nicht wissenschaftlich gebildet, ich bin das was man vielleicht Laientheologin nennen könnte. Ich habe mich einfach intensiv mit diesen Themen auseinander gesetzt und masse mir deshalb auch ein gewisses Urteil an, gerade wenn’s um das Verständnis der neutestamentlichen Schrift geht.

    Trotz meinem Interesse an dieser Schrift ist mein Zuhause mehr in der Mystik angesiedelt. Mein Glauben ist – um Sokrates zu bemühen – dass ich nur weiss, dass ich gar nichts weiss. Egal wieviel ich lese und wie intensiv ich mich mit der Gottesfrage beschäftige, ich werde nie auch nur ansatzweise erfassen was “es” wirklich ist. Aber ich kann Gott “wahrnehmen”, das hat nichts mit Wissen zu tun, das ist eine Empfindung und das sollte auch nicht abwertend verstanden sein.

    Deshalb spielt es für mich keine Rolle, welchen Namen oder welche Vorstellung man dem Göttlichen gibt, es reduziert in jedem Fall. Ich spreche meist von “Gott” weil es der Name ist, mit dem ich aufgewachsen bin, ich kann es aber auch gut als Göttin oder Götter und Göttinnen oder eben “das Göttliche” benennen, es meint immer dasselbe, das was wir nicht wirklich verstehen können.

    Die Vorstellung, die ich persönlich hinter “diesem Gott” sehe, lässt sich wirklich am ehsten mit dem indianischen Wakan Tanka erklären, “das Wesen das in allen Dingen ist”. Eben wie auch die Torah schreibt, alles ist aus Gott hervorgegangten, wie die Pilze eines Pilzgeflechts. So ist Gott nichts da oben oder da draussen, oder wie Jesus sagt: es ist nicht hier oder jetzt, es ist in Dir ;-)

    Das was von Vielen persönlich angesprochen wird, stelle ich mir so vor wie der Geist aus dem alles Leben spriesst, so eine Art Urquell eines einzigen sich entfaltenden Göttlichen.

    Namaste allerseits ;-)

  9. Julia

    ein wundervoller Beitrag….

    für den heutigen Morgen…

    Danke~schön….

    Namaste ~ Ich grüsse das Göttliche in Euch….♥

  10. Diana

    @Julia: lieber spät als nie: auch Dir sei gesagt: Namaste! :-)

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