Politically incorrect since 1966

Badewannen-Blues – ich bin des Streitens müde

Seit über zwei Wochen komme ich jeden Abend nachhause, fühle mich wie unter Strom und kann nicht anders als erst mal ein bis zwei Stunden in die Badewanne zu liegen, mich dahin treiben lassen an den Ort, an dem die Welt noch in Ordnung ist, weit weg von der Welt. Diese unfreiwillig-freiwillig genommenen Auszeiten zeigen mir in aller Deutlichkeit, dass etwas nicht in Ordnung ist und dass ich nun wirklich über die Bücher muss. Diese Welt da draussen zerreibt mich wie ein Mühlstein und wenn ich nicht bald einen konstruktiveren Umgang damit finde, wird sie mich zermahlen. Viel mehr weiss ich noch nicht, aber es ist immerhin mal eine Richtung………..

Die letzten drei Jahre war ich so sehr mit mir selbst beschäftigt und der Alltag war derart fordernd, dass ich kaum noch Energie hatte um mich mit dem “Weltgeschehen” auseinanderzusetzen. Aber nun, da ich in meinem Leben angekommen bin und eigentlich ein lebenswertes Leben führen darf, wird wieder Raum frei und wie ein pawlow’scher Köter tue ich das was ich schon immer tat, in einer Zeit, in der ich kein eigenes Leben hatte sondern mich nur mit der “Rettung der Welt” beschäftigen konnte.

Es vergeht kein Tag ohne dass ich irgendwo in den News etwas lese, das mich interessiert – oft zermürbt mich bereits das was ich da lese genug, aber spätestens wenn mich meine Neugier dazu treibt, zu lesen, was die LeserInnen darüber denken, weil ich wissen möchte, was “die Volksseele” darüber denkt, finde ich mich in einem Morast wieder, der mich zu ersticken droht. In der Regel finde ich da auf Anhieb mindestens ein dutzend von “Ansichten”, die der Realität derart spotten, dass ich diese Desinformation berichtigen müsste. Wo in aller Welt soll ich da anfangen? Und wie soll ich mir erhoffen, aufzuklären, wenn die Verblendung oft so tief verwurzelt ist und so Manche nicht mal elementarste Gedankengänge vollziehen?

Und da beginnt eine unerträgliche Zerrissenheit. Je notwendiger eine Intervention wäre, umso mehr verspüre ich den Drang, “die Wahrheit” zu retten und aufzuklären – aber gerade dann, je notwendiger es ist, desto offensichtlicher ist meist auch die Sinnlosigkeit dieser Bemühung. Schon wieder ein Krieg der nicht gewonnen werden kann, schon wieder eine Wand, in die ich ungebremst hineinrenne.

Es gibt soviel Unwahrheit die verbreitet wird, sei es ob man auch ohne AKWs Strom produzieren kann oder ob sogenannt “bürgerliche Politik” dem Bürger dient bis hin zur Lüge, transsexuelle Frauen seien trotz weiblicher Hirnanatomie “biologisch männlich” als würde das Hirn nicht zum Körper gehören. Wo ich hinsehe, überall wird so Blödsinn verbreitet und eine Heerschar von Denkanalphabeten plappern den ganzen Quatsch hinterher ohne diese aufgeschnappten Ergüsse zu hinterfragen.

Ich müsste bei jedem Thema dem ich mich widme gleich mal ein dreibändiges Buch schreiben, für Leser, die meist schon bei Dreizeilern überfordert sind. Es tut mir leid, wenn ich hier und jetzt unfreundlich wirke, aber das ist nunmal die Realität die sich mir zeigt. Beim Diskutieren halte ich es wie bei Abstimmungen, wenn ich mich mit etwas ernsthaft auseinandergesetzt habe, dann rede ich darüber resp. stimme ab, aber wenn ich mich nicht damit beschäftigt habe, egal wieviel Propaganda mir vor Augen geführt wurde, dann halte ich die Klappe und überlass die Diskussion oder den Entscheid denen, die wissen, wovon sie reden – aber scheinbar gehöre ich diesbezüglich zu einer Minderheit. Gerade in Kommentarspalten von Onlinemedien tummeln sich offenbar mehrheitlich Solche, die ihr Unwissen als Wissen verpackt ausspeien und damit Andere, Unschlüssige, sogar von diesem Quatsch überzeugen.

Dieser ganze Blödsinn reibt mich wie eh und je auf und es gelingt mir bisher einfach nicht, einen einigermassen gesunden Umgang damit zu finden. Ich bin der festen Überzeugung, dass man widersprechen muss, wenn einem der Unsinn entgegen galoppiert. Und ich bin genauso der Überzeugung, dass es viel zu Wenige gibt, die gegen diesen kollektiven Stumpfsinn ankämpfen. Aber ich spüre genauso, wie mich dieser nie endende und selten zu gewinnende Krieg ausbrennt – und ehrlich gesagt, mein endlich erkämpftes Leben ist mir zu wertvoll, als dass ich mich bis zum bitteren Ende verheize.

Meine täglichen Badeattacken zeigen in aller Deutlichkeit, was meine Seele mir sagen will. Ich versuche auf diese Stimme zu hören, gönne mir diese Auszeiten und versuche mich zurückzuhalten so gut es geht. Ich brauche jetzt wirklich mal Ruhe und muss in mich gehen und einen konstruktiven Weg finden, mit diesem Schlamassel umzugehen. Zu versuchen, die Welt zu verbessern, ist eine erstrebenswerte Tugend – aber dabei selber zugrunde zu gehen, geht zu weit, definitiv.

Also versuche ich auch hier, mich zurückzuhalten. Versucht habe ich es ja schon öfters, wie Ihr wisst, geschafft habe ich es bisher nie – aber das soll mich nicht davon abhalten, es erneut zu versuchen – ich geb wie immer mein Bestes ;-)

Dein Leben wird dadurch nicht flach und dumm,
wenn du weißt, dass dein Kampf erfolglos sein wird.
Es ist viel flacher, wenn du für etwas Gutes und Ideales kämpfst
und nun meinst, du müsstest es auch erreichen.

(Hermann Hesse – Steppenwolf)

Der Frühling ist eingeleutet

Jauh, endlich wieder, diese Woche war der Frühlings-Anfang – naja nicht nach Kalender, aber was wissen die schon. Ne echt, diese Woche hat das Frühjahr offiziell begonnen und wisst Ihr woran man das merkt? Ich war erstmals wieder mit anständigem Schuhwerk unterwegs, also mit Pumps :-) Und das ist bekanntlich die verlässlichste Bauernregel die es gibt: wenn Dianchen zur Arbeit stöckelt, hat der Frühling begonnen.

Seit ich aus Hamburg zurück bin, finde ich mich hier plötzlich in kuschligen 14 Grad bei teils strahlendem Sonnenschein, hach……….. schon am Mittwoch war’s so warm, dass ich bereits im kurzärmligen Kleid zur Arbeit ging, aber am Donnerstag wurde erstmals wieder von Stiefeln auf Pumps umgestellt und das ist ein untrügerisches Zeichen für den Jahreszeitenwechsel ;-)

Und entsprechend habe ich es genossen. In der Stiefel-Zeit kann ich mich einfach nicht so richtig entfalten, die Dinge die mir am meisten gefallen, sind halt alles eher warmwetter-orientierte Kleidungsstile. Und so gab’s zur Feier des Tages gleich noch ein neues Oberteil, das ich seit einiger Zeit habe und noch nie tragen konnte. Uiiiiiii, dieses rote Wickel-Top-Dingens gefällt mir ja sowas von, sowas in dem Stil muss ich noch mehr finden, vorallem in Kombination mit eher elegantem schwarz fühl ich mich darin so richtig wohl – hmmmmm, ich hab eben doch Recht, da kann Juliet jetzt meckern wie sie will – aber ich hab echt nix anzuziehen *unschuldigguckt*

Ansonsten verbringe ich die letzten Tage meist im Wasser, bin da glaub irgendwie zur Ente mutiert übers Wochenende. Eigentlich bade ich meist nur Sonntags, aber diese Woche war ich jeden Abend irgendwie so unter Spannung (vermutlich vorallem wegen dem Thema des letzten Blogbeitrags), dass ich mich für fast zwei Sunden in die Badewanne legte und ständig diese Playlist hörte und nachdachte und entspannte. Tut guuuuuuuuut, so eine ausgedehntes Wasserrumliegwoche.

Joh und die Bloggerei wird auch immer mehr zum Abenteuer, ich komme nachwievor noch nicht von zuhause aus auf meine Webseiten inklusive meiner Mails, haha. Nun habe ich zur Nothilfe gegriffen und den PC in der Firma laufen gelassen. So schreibe ich nun hier auf meinem Notbook und wenn alles fertig ist, kopier ich den Text via Remote-Kontrolle auf meinen Firmen-PC, geh dann dort in den Browser und veröffentliche den Text. Wie bekloppt ist das denn?

Nachtrag: diesen Beitrag habe ich vorgestern geschrieben, aufgrund der technischen Probleme blieb er aber liegen. Und heut bin ich wieder am Ackern, hab schlau wie ich bin den Blogbeitrag übermittelt und kann ihn nun veröffentlichen. Nebenbei sei gleich noch erwähnt, dass ich mich nun für einen Umzug entschieden habe, es kann also gut sein, dass in den nächsten Tagen die Blogs mal ausfallen.

Buntgemischtes aus dem Februar

Jauh da wär ich mal wieder, seit einiger Zeit gibt’s hier bei mir ja kaum noch was zu Lesen, aber wie bereits kürzlich mal erklärt, habe ich einerseits nichts zu erzählen, was so dringend ist, dass es mich zu Schreiben antreiben würde und auf der anderen Seite gibt es soviele kleine Dinge und ganz viele hässliche kleine Dinge, dass ich mich zu keinem Thema entscheiden kann. Deshalb mal wieder eine Zusammenfassung, ich hoffe, dass ich bald wieder in normalem Rhythmus bloggen kann.

Das Blog, das Komatöse

Den StammleserInnen dürfte augefallen sein, dass meine Blogs in letzter Zeit häufig nicht funktionieren. Weiss der Geier warum, aber offenbar ist meine Hosting-Firma, also die Firma, auf deren Server meine Webseiten eingemietet sind, chronisch überlastet und so kommt’s zu diesen hässlichen Timeout-Fehlern. Ich kämpfe seit längerer Zeit mit dem Gedanken, meine Blogs umzuziehen auf einen neuen Server, der zuverlässiger ist. Aber weil das saumässig viel Arbeit gibt, schiebe ich das ständig vor mir her. Wenn das jedoch so weiter geht wie in den letzten Tagen, werde ich mich da wohl oder übel mal reinknien müssen, Gründe dazu hätte ich nämlich weitere…………

Die kriminellen Internet-Parasiten

Denn ein weiteres Problem nervt total. Schon X-mal wurde ich von Google darüber informiert, dass auf einer meiner Webseiten eine sogenannte Phising-Seite installiert ist. Das sind Webseiten von kriminellen Drecksäcken, die Webseiten wie Meine hacken und ihren Dreck dort verstecken. Diese Internetseiten, die sie beispielsweise bei mir irgendwo in einem Unterverzeichnis verstecken, sind so aufgebaut, dass sie aussehen, als wäre man bei eBay, PayPal oder sonst einer Seite, die Kreditkartenabfragen macht. Die Leute landen dort, denken sie seien auf ebendieser Seite, geben ihre Kreditkarte an und schon sind sie ausgeräubert. Ich lösch den Scheiss dann jeweils, aber die knacken meine Seiten immer wieder von Neuem, Meine und tausend Andere. Und weil die Idioten immer raffinierter werden, schaffen sie es unterdessen sogar, ihren Dreck so zu installieren, dass ich deren Müll selbst als Administratorin meiner eigenen Website nicht löschen kann. Dazu muss ich dann ständig den Support der Hostingfirma anbaggern und da die nicht grad allzu zuverlässig sind, naja, so ganz sauber werden meine Seiten wohl nie mehr. Da ich die Passwörter oft ändere und nahezu unknackbare Passwörter verwende, habe ich langsam den Verdacht, dass die direkt den Server angreifen und gar nicht über meinen Zugang reinkommen. Langer Rede kurzer Sinn, so macht das echt kein Spass, ein Grund mehr, meine Seiten endlich umzuziehen.

Kreislaufkollaps in der Badewanne

Ne ganz so schlimm war’s nicht, ein Kollaps wär was Anderes, aber weit davon entfernt war ich nicht. Gestern nahm ich wieder mein obligates sonntägliches Bad, füllte aber etwas zu heisses Wasser ein. Da ich heisse Bäder an sich mag, legte ich mich trotzdem rein. Aber nach ner Weile wurde es mir dann doch zu heftig und ich wollte wieder raus….. wollte ist gut……. denn als ich aufstand und mich abtrocknen wollte, spielte irgend ein bekloppter Geist mit dem Lichtdimmer und es wurde um mich rum langsam dunkler. Bevor es mich hinknallte, setzte ich mich wieder in die Badewanne, staunte Bauklötze, wartete kurz und versuchte es von Neuem. Nach etwa drei Versuchen war ich draussen, musste mich dann aber erst mal auf den Boden legen und abkühlen. Aber ich fühlte mich sowas von unwohl, also nahm ich einen neuen Anlauf und ging ins Schlafzimmer, wweil das näher ist als das Wohnzimmer und da lag ich dann erst mal eine halbe Stunde, bis die Systeme wieder runtergekühlt waren. Issja krass! Sowas hab ich echt noch nie erlebt. Ich kenn das zwar, dass ein zu heisses Bad den Kreislauf ganz schön belasten kann, aber dass ich fast nur noch kriechen kann, sowas gab’s noch nie. Naja, einmal mehr etwas, das mir hoffentlich eine Lehre ist.

Aber sonst geht’s mir gut

Abgesehen davon läuft bei mir persönlich alles super. Die Op ist schon so lange her und körperlich läuft alles so einwandfrei, dass ich kaum glauben kann, was hinter mir liegt. Auch hormonell bin ich dank meines neuen Arztes jetzt guter Dinge. Sowohl Östrogen- als auch Progesteron-Pegel scheinen in einem gesunden Bereich zu liegen. Da ich weiterhin meinen Zuckerkonsum einschränke, ist auch der Zuckerspiegel ok, einzig das Cholesterin ist noch etwas neben den Schuhen, aber irgendwas muss man ja haben ;-) Dafür habe ich mich allgemein ernährungstechnisch verbessert, es gibt öfters am Abend Salate oder Suppen anstatt wie früher Wurstkram oder Pizzas. Hinzu kommt, dass mein Nikotinkonsum weiterhin deutlich reduzierter ist. Etwa die Hälfte meiner Raucherei wird nun nikotinfrei gedampft und die Zigis habe ich ebenfalls gewechselt auf eine leichtere Version. Unter dem Strich dürfte mein Nikotinkonsum schon fast auf einem Viertel unten sein :-)

Ehemalige SchulfreundInnen irritieren?

Durch einen Zufall stolperte ich dieses Wochenende über das Portal “StayFriends”, das dazu dient, dass sich Leute aus der Schulzeit wieder finden resp. nicht verlieren. Natürlich suchte ich gleich mal meine früheren Schulen ab und fand tatsächlich Leute aus meiner Kindheit. Also hab ich mich da jetzt mal angemeldet und bin gespannt, ob sich daraus Kontakte reanimieren lassen. Unter Anderem fand ich ein Foto einer Schulklasse, auf dem ich auf drauf war und jemand hat dort alle Köpfe markiert und mit den Namen versehen. Höhö, hab Meinen nun mal auf “Diana” korrigiert und warte nun gespannt auf Reaktionen. Da dürften Einige Bauklötze staunen, wenn sie ihre Klasse finden und dort eine Diana drin ist, an die sie sich nicht mehr erinnern können ;-)

Die mediale Apokalypse?

Seit ich vor drei Wochen aus Hamburg zurück bin, erlebe ich ein mediales Dauerfeuer, das echt an die Substanz geht. Unterdessen sind mindestens ein dutzend Beiträge erschienen, TV-Sendungen und Zeitungsberichte, mal mehr oder mal weniger schlecht, aber garantiert nie gut. Es wäre mir wirklich ein grosses Anliegen, in Sachen “Transsexualität” wieder vermehrt Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Aber wenn wie in diesen Wochen soviel Scheiss über den Äther tropft, vergeht mir langsam aber sicher die Lust daran. Mehr denn je bin ich hinundher gerissen zwischen der offensichtlichen Notwendigkeit, die Desinformation seitens der Medien und gewisser Sexologen bis hin zu religiös Verblendeten zu korrigieren, Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und so weiter. Genauso habe ich aber mehr denn je die Schnauze voll von diesem ganzen idiotischen Scheiss. Und wenn ich dann noch wie leider oft erleben muss, dass Betroffene solche medialen Ergüsse auch noch toll finden, nur weil man etwas freundlicher über uns berichtet, dabei aber nicht merken, dass man uns wie eh und je als Gestörte hinstellt, dann frage ich mich wirklich, für wen ich ich da noch einsetzen soll. All das ist ein riesiger Themenkomplex, der ein dutzend Blogbeiträge bräuchte um all meine Gedanken dazu abzuarbeiten. Aber wie lange will ich mich noch verrückt machen mit dem ganzen Quatsch? Ich weiss es echt nicht, ich weiss nur, dass mir dieser ganze Mist nicht gut tut und ich zweifle immer mehr daran, dass ich in Anbetracht dieser Umstände überhaupt etwas wirklich bewegen kann. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich beim Bloggen in einen Stillstand geraten bin. Das worüber ich am ehsten schreiben möchte, ist genau in dieser Thematik angesiedelt………. aber irgendwie fühl ich mich wie jemand, der versucht, mit dem Kopf eine Panzertür einzuschlagen – so wirklich sinnig ist das nun wirklich nicht.

Feuerbälle und sonstiger Zauberkram

Und gerade weil ich mich so schwer tue in der Frage, was ich tun soll und womit ich die Zeit todschlagen soll, ob ich weiterhin Öffentlichkeitsarbeit leisten soll oder einfach die Schoten schliessen soll und ein heiteres “Rutscht mir doch den Buckel runter” in die grosse weite Welt hinausschreien soll, gerade deshalb ist es erfreulich, dass vor einer Woche ein neues Computerspiel rausgekommen ist, das mir glaub mal wieder so richtig liegt, zumindest sieht es danach aus, nach den ersten 20-30 Stunden in “Kingdoms of Amalur”. Dort bin ich – man ahnt’s – mal wieder als feuerballschmeissende Elfe unterwegs, rette Welten, lerne neue Zauberkunststücke, sammle Schätze……. und eben das Wichtigste, alles was sich mir in den Weg stellt, wird mit einem kräftigen Feuerball weggebrutzelt, jauh :-) Man man einwänden, dass es doch ein verblödeter Zeitvertreib ist, durch eine nicht wirklich existierende Welt zu rennen und nicht wirklich existierende Monster zu plätten um nicht wirklich existierende Königreiche zu retten und dabei nicht wirklich existierende Zauberkräfte zu erlernen…………. aber wenn man das aus Sicht der Psychohygiene betrachtet, ist es eben doch sinnvoll. Denn glaubt mir, in dem was man allgemein so leichtsinnig “Realität” nennt, gäbe es unzählige Momente, in denen mir genau diese Feuerbälle fehlen. Das kompensiere ich halt jetzt in Amalur, dem Reich, in dem Journalisten und Quaksalber noch mit einer lässigen Handbewegung zu Staub verarbeitet werden dürfen ;-)

Bald wieder kuscheln

Noch viel tröstender und wohl auch für jedermann nachvollziehbar ist jedoch die Tatsache, dass diesen Donnerstag endlich wieder Hamburg angesagt ist, dann wird mich Juliet um 16 Uhr wieder am Flughafen abholen, heimschleppen und dann können wir wieder bis Dienstag Morgen aneinander kleben :-) Und in einem Monat haben wir eine Woche Ferien, jajajaja, dann ist die Welt mal wieder so richtig in Ordnung :-)

So und damit käme ich zum Schluss und würde den Blogbeitrag publizieren, kann ich aber nicht, weil meine Webseiten mal wieder am Boden liegen, haha. Also speichere ich diesen Text und hoffe, dass meine Websites innert nützlicher Frist mal wieder hallo sagen und ich den Beitrag veröffentlichen kann. Bis dahin geh ich mal wieder nach Amalur und fackle ein paar Systemadministratoren äh Journalisten äh Sexologen äh Rechtspolitiker äh Trolle ab – man gönnt sich ja sonst nix ;-)

PS: diesen Beitrag wollte ich gestern veröffentlichen, aber es artete in eine Odyssee aus. Wie ich nach stundenlangem Herumpröbeln herausfand, habe ich bei mir zuhause keinen Zugriff mehr auf all meine Webseiten. Keine Ahnung was da los ist. Dank dem Tipp einer Freundin weiss ich nun, dass mein Router irgendwie nicht auf dem neusten Stand ist. Ich hoffe, dass ich das bald wieder hinkriege, so oder so ist jedoch klar, dass ich meine Webseiten raschmöglichst umziehen werde auf einen Server, der nicht ständig rumzickt. Falls also demnächst all meine Seiten weg sind, keine Sorge, die kommen wieder ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=_H_wPrlBgKQ

Badewannenblues, LadiesNight, Herbstferien + doofe Blutwerte

Ich hab’s echt probiert, ich schwör’s, fast eine Stunde lang lag ich in der heissen Badewanne, mit einer kühlen Buddel irischem Cider, einem Aschenbecher samt Zubehör, einer youTube-Playlist auf dem Notebook abspielend – ich hab echt alle Register gezogen, wie es sich für ein Sabbath-Bad gehört – aber es hat nicht funktioniert, da fehlte was, was Süsses, das mir ständig dummes Zeug an den Kopf knallt und uns in Gelächter versetzt – Sabbath-Bad mit Schatzi ist und bleibt unerreichbar *seufz*

Ladies-Night vor den Ferien

Leider kam ich vor den Ferien nicht mehr dazu, zu berichten, es wurde mal wieder kurzfristig eine Ladies-Night einberufen und da ich die letzten Male ständig das Pech hatte, ausgerechnet an dem Tag weg zu sein, konnte ich nicht nein sagen – zum Glück – denn es wurde ein todlachenswerter Abend mit acht Mädels, die schon zu Beginn in einer mordsmässigen Laune waren und mit zunehmender innerer Befeuchtung dann komplett durchdrehten – mittendrin ich, jauh………

……ich wachte dann am andern Morgen auf – um Elf – guckte verwirrt in die Runde, stand auf und schwebte aus dem Gasthaus, Richtung Arbeitsplatz, gefühlte tausend Kilometer entfernt. Wie ich dann am andern Tag erfahren konnte, hat mich der Hund ins Bett gebracht – irgendwie – fragt mich nicht, fragt den Hund :-)

Aber abgesehen davon, dass ich es ein klein wenig übertrieben habe, war’s eine super tolle Nacht, bis etwa um fünf Uhr in der Früh – angeblich – wird so gemunkelt ;-)

Am anderen Tag kam von der Gastgeberin folgendes SMS – ich glaub fast, ich bin nicht die Einzige, die so gut drauf war in dieser Nacht :D


Ey Ey Ey….
H Girls, hab mal kurz gewagt die Fotos anzuschauen…….
WAS im Gottes Willen haben wir gemacht????!!!!
Wieso hab ich all jene Ohren Bilder, Riesen staun!!!
Eins sag ich Euch:
normal ist DEFINITIV ganz was Anderes!!!
Danke Euch für eine unvergessliche Hammer-Nacht!!!
Big hug & regeneriert Euch gut!!! Kiss

Öhm, ich glaub, das kann ich Dir erklären, DU hast plötzlich das Ohr von der neben Dir Sitzenden fotografiert und dann die Kamera rumgereicht und so haben wir all unsere Ohren in Grossaufnahme abfotografiert – aber frag mich bitte nicht, warum wir das getan haben, normal ist glaub definitiv was Anderes :D

 

Schatziferien

Zwei Tage später kam sie dann an, meine Süsse, huiiiiiiiiii, und da lagen wir zwei Wochen lang, kuschelten und kicherten rum wie die völllig Bekloppten – wir berichteten in diesen zwei Beiträgen darüber:
Herbstferien 1. Woche
Herbstferien 2. Woche
Dass ich immer noch empört bin darüber, dass wir im Pub gefragt wurden, ob wir Mutter und Tochter seien, muss ich wohl nicht mehr speziell betonen, das versteht sich von selbst ;-)

Hormone, Cholesterin und sonstige Thrombose-Schleudern

Wie ich hier ja schon mehrmals gejammert habe, werde ich mit der Hormondosierung seit der GaOp zu tief gehalten, was zu langsam nervender chronischer Müdigkeit führt. Als ich die Dosierung erhöhen lassen wollte, meinte die Endokrinologin, dass meine Zucker- und Cholesterinwerte etwas zu hoch sind – nicht viel – aber da beides wie auch die Hormone Thrombose-fördernd sind, wollte sie das Risiko nicht eingehen. Sie trug mir auf, gelegentlich die Werte nochmal zu prüfen und mich zu melden, wenn die Werte besser sind. Naja, während der Ferien gingen wir dann mal kurz zur Ärztin, sie entblutete und analysierte mich – aber zu mehr kam’s nicht, weil die Werte nachwievor zu hoch sind. Nun muss ich erst mal schauen, wie ich die zwei Werte runter kriege. Beim Zucker sehe ich es positiv, ich trink täglich ein dutzend Kaffees mit Zucker, wenn ich nur schon da den Zucker aufgebe, dürfte der Wert einiges absinken. Beim Cholesterin bin ich eher ratlos – also falls jemand Tipps hat betreffend Reduzierung von Zucker und Cholesterin oder sonst Kenntnisse hat betreffend Thromboserisiko bei Östrogen und Konsorten……….. oder wenn jemand Pumps in Grösse 40 zu verschenken hat – dann meldet Euch doch einfach ;-)

Mal kurz arbeiten und dann wieder Ferien

Morgen geht’s nochmal los mit zwei Arbeitswochen und auch wenn ich Juliet schon wieder grausig vermisse (wie in unserem gemeinsamen Blog erzählt), freue ich mich doch auch wieder auf die Arbeit, die mir auch nach drei Jahrzehnten Programmiererei immer noch schaurig Spass macht und natürlich auch auf mein Team und den Rest der Firma :-) Und nach diesen zwei Wochen ist Weihnachten und dann geht’s wieder nach Hambuisch, meine SCHWIEGERMUTTER ärgern – muah muah muah – hach das hat gut getan, das musste einfach mal raus, Juliets Mama hat mir mit körperlicher Züchtigung und Liebesentzug gedroht, falls ich sie je mal so nenne (Schwiegermama ist ok, nur SchwiegerMUTTER darf ich nicht) – und weil ich sie soooooo gern necke, kann ich einfach nicht anders, höhö :D

Badewannenpredigt: Verantwortung und Kritikfähigkeit

Hier stehe ich, ich kann nicht anders,
Gott helfe mir, Amen
(Martin Luther)

Über Offenheit und Kritikfähigkeit

Wenn man der Wahrheit und Offenheit verbunden ist, muss man gezwungenermassen auch ab und zu Andere vor den Kopf stossen. So komme auch ich nicht umhin, gelegentlich Standpunkte zu vertreten oder Kritik zu üben, die so Manchen beim Zuhören weh tut, die Angesprochene ärgert. Aber was wären wir für eine Welt, wenn es nicht erlaubt wäre, Kritik zu üben? Es ist meine Pflicht, Ansichten und Taten Anderer zu respektieren, das tue ich auch. Das kann und darf mich aber nicht davon abhalten, Kritik zu üben. Ich bin ja nicht Päpstin, Unfehlbarkeit beanspruche ich nicht, meine Ansicht ist nie eine allgemeingültige und unumstössliche Tatsache, es sind ganz einfach meine persönlichen Gedanken und Wertungen, die ich zum Nachdenken mitgebe.

Die Art wie ich das (beispielsweise gestern) tue, mag den Einen oder Anderen stören, aber ich sah es nie als meine Aufgabe an, leichtverdauliche und weichgespülte Texte zu schreiben. Ich will zum Nachdenken anregen und manchmal auch aufrütteln, das hat es an sich, dass es auch mal weh tun kann.

Wenn ich Kritik übe, dann tue ich das nicht, weil ich Andere verteufeln will, meine Kritik ist Ausdruck meiner Liebe zu meinen Mitmenschen. Ich will damit niemanden verdammen sondern nur “ihre Werke” in Frage stellen. Ich tue das auch im Bewusstsein, dass ich selber tausend Fehler gemacht habe in meinem Leben und noch tausend Fehler vor mir liegen, für die man mich kritisieren darf und soll, damit auch ich dazu lernen kann. Doch gerade das Bewusstsein um meine eigene Fehlbarkeit drängt mich dazu, Missstände aufzuzeigen und falsche Vorstellungen zu korrigieren.

Über Verantwortung

Alles was wir tun, hinterlässt Spuren und formt die Zukunft, es gibt nichts, was wir tun, das nicht Konsequenzen hat. Deshalb laufen die Meisten ja auch nicht durchs Leben wie ein Elefant im Porzellanladen, wir wissen das eigentlich und versuchen es mehr oder weniger zu berücksichtigen. Aber viel zu oft hinterfragen wir zu wenig, urteilen zu vorschnell und lösen damit manchmal sogar eine Lawine aus.

Vorallem jene, die Kinder haben, wissen genau was ich meine. Man gibt einem kleinen Kleinkind weder eine Schere noch ein scharfes Messer zum Spielen, weil man sich der möglichen Konsequenzen bewusst ist. Eltern bekommen ein gutes Gespür für die Konsequenzen ihrer Entscheidungen, sie müssen tagtäglich Dinge entscheiden, deren Fehlentscheid fatalste Folgen haben könnte. Aber so wie es im Grossen ist, ist es auch im Kleinen. Und in so manchen Bereichen scheint es mir, dass Viele sich nicht bewusst sind, mit was für einem Feuer sie gerade spielen, dass beispielsweise dieser harmlos aussehende Wahlzettel Welten verändern oder gar vernichten kann.

Über den Baum der Erkenntnis

Die biblische Geschichte vom Sündenfall und dem Baum der Erkenntnis birgt eine interessante Bildwelt zu diesem Thema. Die Geschichte besagt, dass Adam und Eva den Baum der Erkenntnis fanden, von dort den verbotenen Apfel assen und damit den Hinauswurf aus dem Paradies bewirkten. Abgesehen davon, dass es eine beachtliche Metapher ist zum Thema “Entscheid und Konsequenz”, fasziniert mich vorallem die Frage um den Baum der Erkenntnis. Durch das Essen von diesem Baum gelangte die Menschheit zur Fähigkeit, über gut und böse zu urteilen und zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Diese Fähigkeit ist uns Pflicht geworden, wir dürfen nicht nur eintscheiden sondern müssen das auch und mit dem Entscheid müssen wir auch die Folgen tragen, wir müssen selber Verantwortung übernehmen und besitzen so eine Macht, die nur zu oft mehr Fluch als Segen ist. Die Zeit ist vorbei, in der wir achtlos mit Banenen um uns schmeissen, wir sind in der Lage zu beurteilen, ob wir jemanden verletzen, wenn wir dasselbe mit Steinen tun.

Über die Macht der Demokratie

Wer entscheidet übt Macht aus, wer Macht ausübt übernimmt Verantwortung, wer Verantwortung übernimmt haftet für die Konsquenzen – das gilt mehr denn sonstwo in einer Demokratie, weil Mitbestimmende einer Demokratie über eine ganze Nation entscheiden. Wer sich dieser Verantwortung nicht bewusst ist, ist eine Gefahr für die Zukunft eines Landes, weil er nicht die Sorgfalt walten lässt, die solche Macht verlangen würde. Wenn ich über die Zukunft dieses Landes mitentscheide, dann ist es meine Pflicht, mich ernsthaft damit auseinander zu setzen, die Konsequenzen meines Entscheides genau zu prüfen. Wenn mir dazu die Zeit fehlt, dann sollte ich mich auch aus diesem Entscheidungsprozess raushalten und es denen überlassen, die sich ernsthaft damit beschäftigen können. Bei etwa der Hälfte der Abstimmungen enthalte ich mich aus eben diesen Gründen der Teilnahme – diese Nichtteilnahme ist ein Akt der Demokratie, das ist Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein, das von mir verlangt, nicht über Dinge zu entscheiden über die ich nicht Bescheid weiss. Wer anstelle dessen gedreschten Parolen oder Stammtischsprüchen folgend mitentscheidet, verrät die Demokratie und verrät damit das Land, das er zu vertreten glaubt.

Über Fehlbarkeit und Rechtschaffenheit

Niemand ist unfehlbar, nicht mal der Papst, selbst das liesse sich an vielen Beispielen beweisen. Diesen Anspruch kann und darf man nicht stellen, weder an sich noch an Andere. Jeder Entscheid, sei er noch so gründlich hinterdacht, kann sich als falsch erweisen und kann fatale Folgen haben. So zu irren ist legitim und das darf uns auch nicht von Entscheidungen abhalten. Aber das Bewusstsein um möglichen Irrtum und dessen Konsequenzen nötigt uns einen Respekt ab und erfordert eine Gewissenhaftigkeit. Wer nach reiflicher Überlegung zu einem Entscheid kommt, der sich dann als falsch herausstellt, hat seine Sorgfaltspflicht erfüllt und darf auch dazu stehen, halt leider Gottes einen Fehler begangen zu haben. Und man kann daraus lernen, kann daraus wachsen, all das ist gut und gehört zum Lauf menschlicher Entwicklung und Spiritualität. Aber es wäre eines denkfähigen Menschen unwürdig, die Augen zu verschliessen und so zu tun, als hätten die Konsequenzen des Entscheids nichts mit einem zu tun, das habe ich gestern deutlich genug ausgedrückt.

Ich teile Ihre Meinung nicht,
ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen,
daß Sie Ihre Meinung frei äußern können.
(Voltaire)

Über die Pflicht zum Protest

Doch sowohl das Bewusstsein um die eigene Fehlbarkeit als auch das Respektieren der Fehlbarkeit Anderer darf uns nicht davon abhalten, Kritik zu üben, gegebenenfalls auch mal lautstark und vehement. Wenn ich mich mit etwas vertieft auseinandergesetzt habe und aufgrund meiner Erkenntnisse zu einem klaren Entscheid komme, dann muss ich zwar anders Entscheidende respektieren, muss aber nichtsdestotrotz meinen Standpunkt darlegen und gegebenenfalls lautstark widersprechen. Einer der Grundgedanken der Greenpeace-Bewegung war die von den “Quakern” übernommene Vorstellung, dass man verpflichtet ist, “Zeugnis abzulegen” über das was man weiss oder glaubt. Dieses Zeugnis ablegen geht zurück bis auf Jesus, der seine Predigt nach Jerusalem trug, im Wissen, dass man ihn in Konsequenz dessen töten wird. Er hatte ein Leben lang nicht mit Samthandschuhen gepredigt, er verwendete klare Worte und gewaltige Metaphern um seine Vorstellungen auszudrücken. In dieser Tradition “predige” auch ich – es steht mir fern, Anderen hinterherzurennen und ihnen zu sagen, was sie tun und lassen sollen, das steht mir nicht zu. Meine Aufgabe sehe ich darin, Zeugnis abzulegen über das woran ich glaube und das was ich zu wussen glaube. Wer zuhören will, ist dazu herzlich eingeladen, wer das nicht hören will, darf es lassen. Wer jedoch zuhört, muss auch damit leben können, dass ich keine Rücksicht darauf nehmen darf, ob mein Gesagtes gern gehört wird. Ich stehe ein für meine Überzeugung und ich wünsche mir nichts mehr, als dass Ihr alle das tut, ungeachtet davon, ob Eure Überzeugung mit Meiner übereinstimmt.

Über Kritik als Ausdruck von Liebe

Deshalb sage ich es in aller Klarheit: Wenn ich jemanden von Euch mit meinem Gesagten oder Geschriebenen kritisiere, dann ist das Ausdruck meiner Liebe zu Euch und selbst wenn ich die ganze Nation kollektiv anklage, so ist auch das Ausdruck meiner Liebe zu meinen Landsgenossinnen. So wie ich gegenenfalls bei der Erziehung eines Kindes mal “schimpfen” muss, so muss ich das manchmal auch gegenüber einer Gesellschaftsmehrheit. Ihr alle seid mir zu wichtig, als dass ich schweigen würde, wenn ich zum Schluss komme, dass Ihr manipuliert werdet oder dass sich eine geistige Verrohung breit macht. Wenn Euch das unter Umständen mal verletzt, dann dürft Ihr Euch ungeniert über mich ärgern, so wie ich mich vielleicht auch über Euch geärgert habe. Aber ich wünschte mir, dass uns das nicht davon abhält, einander weiterhin zu schätzen – so werden wir einer Gesellschaft wahrhaft würdig ;-)

Ich fühle mich an nichts von dem gebunden, was ich geschrieben habe.
Ich nehme aber auch kein Wort davon zurück
(Jean Paul Sartre)

Badewannenpredigt: Freiheit, Vernunft und Gerechtigkeit

Letztes Wochenende habe ich ja eine neue Serie gestartet namens “Gedanken auis der Badewanne“. Idee dahinter war, dass ich oft unter der Woche zu müde bin um zu bloggen und sich so Gedanken ansammeln, die dann meist in meiner sonntäglichen Badewannenmuse wieder auftauchen und da ich am Sonntag meist die Ruhe geniesse, habe ich dann Zeit, diese Gedanken einzusammeln und in Worte zu kleiden.

Heute beginne ich eine weitere Serie, ich nenne sie “Badewannenpredigt”. Grundidee davon ist, dass ich eben oft am Sonntag eher in Gedanken schwelge und dabei manchmal philosophische oder religiöse Gedankengänge mache, die dann meist in der Badewanne zur Vollendung finden. Diese Beiträge erheben in der Regel nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sie wollen keine Antworten geben sondern eher Fragen aufwerfen – damit möchte ich Euch dazu motivieren, selber ein warmes Bad zu nehmen und dort diese Gedanken weitertreiben zu lassen.

Erste Badewannenpredigt: Drei Aspekte, ein Ziel

Diese Woche gab es drei Aspekte, die in diesen Beitrag einfliessen. Das Erste war das Treffen mit Claudia, das mich darüber nachdenken liess, wieviel Freiheit wir uns zugestehen resp. wieviel unserer Freiheit wir aufgeben, nur weil sie irgend jemandem nicht in den Kram passen könnten. Das Zweite war wie immer der alltägliche politische und gesellschaftliche Irrsinn, der einem aus Zeitungsblättern entgegenstarrt und einem daran zweifeln lässt, dass der Mensch je Vernunft gelernt hätte. Das Dritte war der Auslöser für diesen Beitrag, es war eine TV-Sendung “Sternstunde Philosophie” mit der ich meist meinen sonntäglichen Ruhetag beginne, diesmal über Immanuel Kant und seine Kritik an der praktischen Vernunft. Diese drei Gedanken sind ein guter Badewannenzusatz, darin lässt sich prima schwimmen…….

Die Freiheit des Menschen

Kant, Claudia und ich dürften uns einig sein, dass es kaum etwas Elementareres gibt im Menschsein als das Recht, ja gar die Pflicht, ein freier Mensch zu sein, selbstbestimmend sein Leben zu gestalten und wie ich es gerne zu sagen pflege, der Spur des eigenen Herzens zu folgen und sein Innerstes zu entfalten.

Gerade für stigmatisierte Wesensarten wie transsexuelle Menschen wird das zu einer ungeheuren Herausforderung, denn wenn ich der Spur meines Herzens folge und meine Freiheit des Ichseins beanspruche, löse ich damit nicht nur grosse Irritationen aus sondern belaste so Manche die mir lieb sind, mehr als mir lieb ist. Der Grundsatz einer “ethischen Freiheit” besagt, dass alle so frei sind, dass sie tun können was sie wollen, solange sie damit nicht die Freiheit Anderer einschränken.

In unserem Fall ist das nicht ganz so einfach, weil beispielsweise meine Freiheit des Ichseins ein Stück weit die Freiheit meines Kindes einschränkt, das sich plötzlich nicht mehr getraut zu mir zu stehen, weil es andernfalls von ihrem Umfeld gemobbt würde.

Aber das ethische Verbrechen wird nicht durch meinen Freiheitsanspruch begangen sondern durch eine Gesellschaft, die nicht diesem Grundsatz folgt. Müsste ich nun auf meine Freiheit verzichten, weil durch meine Freiheit die Freiheit Anderer beeinträchtigt würde durch eine freiheitsfeindliche Gesellschaft? Oder müsste ich nicht gerade deshalb meine Freiheit beanspruchen, ja geradezu zur Schau stellen, um der Welt ein Mahnmal zu sein das sie erinnert, dass die Freiheit des Seins doch möglich ist?

Eine grosse Herausforderung ist die Inanspruchnahme der persönlichen Freiheit jedoch für alle Menschen. Wie oft tun wir nicht was wir wollen, weil wir uns Gedanken machen im Stil von “das kann ich doch nicht, was denken dann…..”. Natürlich ist es unabdingbar, dass wir uns die Folgen unserer beanspruchten Freiheit im Klaren sind und prüfen, ob wir damit jemandem schaden. Aber es spottet dem Wort “Individuum”, wenn wir unsere Freiheit einschränken, nur weil wir denken, es könnte irgend jemanden stören oder es würde unser Ansehen beeinträchtigen.

Die Verpflichtung zur eigenen Entscheidung

Ich habe Kant bisher noch nicht gelesen, werde das in den nächsten Wochen nachholen, insofern bewege ich mich jetzt auf dünnem Eis, wenn ich über Kants Gedanken zur Vernunft auslasse. Aber das was in dieser TV-Sendung aufleuchtete, scheint mir interessant genug zu sein um es hier einfliessen zu lassen, mit dem Risiko, dass ich ihn missverstanden habe. Die Sendung erweckte in mir den Eindruck, dass Kant nebst dem Recht auf Freiheit vorallem eines forderte, dass der Mensch seine eigene Vernunft walten lässt. Ich nehme mal allein das auf um mir weitere Gedanken zu machen.

Wenn wir uns für oder gegen etwas entscheiden, tun wir das aufgrund irgendwelcher Überlegungen und Überzeugungen, doch woher stammen die Kriterien, mittels derer wir uns entscheiden? Ein Blick in die Medien und noch mehr in die Kommentarspalten lässt mich immer wieder erstaunen, mit welcher Selbstverständlichkeit vernunftbegabte Menschen Dinge tun oder über Dinge schreiben, in einer Art, die dem Wort “Vernunft” spottet. Und oft frage ich mich, wessen Geistes Kind solche Gedanken und Taten sind und meist bleibe ich ratlos, die Frage unbeantwortet. Viel zu oft, scheint es mir, entscheiden sich Menschen aufgrund einer “Wahrheit”, die sie nicht selber ergründet haben, sie plappern einfach etwas nach was ihnen als Wahrheit verkauft wurde.

Ethische und moralische Grundsätze müssen erarbeitet werden, das muss jeder für sich ein Stück weit tun. Wer anstelledessen nur Grundsätze nachbetet die ihm vorgebetet wurden, der vernachlässigt die eigene Begabung zur Vernunft und macht sich so zum Spielball für Andere. Es erstaunt mich immer wieder bei Abstimmungen, dass eine Plakatschwemme in Millionenhöhe meist reicht um die Volksmeinung zu kippen. Und es schockiert mich immer wieder zu erleben, wie vermeintlich vernunftbegabte Menschen beispielsweise wie vor ein paar Jahren eine Unternehmenssteuerreform gutheissen, die ein paar Milliarden von unserem Geld in die Wirtschaft pumpt – und gleichzeitig eine IV-Revision durchwinkt, die invaliden Menschen, also den Schwächsten dieser Gesellschaft, das Wenige reduzieren das sie haben. Was für eine Vernunft, was für eine Ethik oder was für eine Moral lässt uns so entscheiden? Wer von all denen, die das gutgeheissen hat, hat sich wirklich ernsthaft darüber Gedanken gemacht und hat sich gesagt: “Wir wollen die Wirtschaft stützen, aber das kostet Geld, also nehmen wir das Geld der Invaliden und hoffen, dass wir damit unseren gesamtgesellschaftlichen Lebensstandard verbessern können”? Ich glaube und hoffe, dass nur Wenige so dreist sind, die Meisten haben einfach vergessen, ihre eigene Vernunft anzufragen zu diesem Entscheid, sie liessen sich willig einlullen durch eine Kampagne der sogenannt “bürgerlichen Politiker”. Aber wozu braucht der Mensch denn überhaupt eine Vernunft, wenn er das Denken an Plakatwände delegiert?

Die Verantwortung des Einzelnen

Weder das Recht auf persönliche Freiheit eines Individuums noch die Pflicht zur Inanspruchnahme der eigenen Vernunft kann delegiert werden. Es liegt in unserer eigenen Verantwortung, herauszufinden was wir wollen und brauchen und Wege zu finden uns diese Freiheit zu nehmen. Und es liegt genauso in unserer eigenen Verantwortung, ethische und moralische Werte selber aufzustellen, uns selber Gedanken zu machen und Dinge selber rational zu bewerten.

Wer seine Freiheit oder seine Vernunft delegiert, delegiert sein Leben und gibt damit seine Selbstbestimmung auf. Das wäre an sich eine persönliche Sache, wenn sich jemand zum Sklaven berufen fühlt, soll er das tun dürfen. Problematisch ist es, wenn ein Mehrheitskollektiv so mit ihrem Leben verfährt, denn daraus resultiert eine Nation von Marionetten, die von ein paar Mächtigen gesteuert wird. Und das wiederum ist ein Armutszeugnis für eine Spezies, die nicht nur die Fähigkeit zur Vernunft hätte sondern auch das Recht auf Freiheit – so zelebriert man die Kapitulation vor dem Menschsein.

So und jetzt, Leute, ab in die Badewanne mit Euch ;-)

Sternstunde Philosophie vom 16.10.2011

Gedanken aus der Badewanne – Teil 1

Hach, das Leben kann ja so schön sein, wenn man es denn zulässt. Wie fast jeden Sonntag lag ich vorhin grad eine Stunde lang in der warmen Badewanne, mit kühlem Bierchen zum Ausgleich und entgegen sonstiger Gewohnheiten diesmal mit dem Notebook als Begleitung, der mir diese youTube Playlist von meinem “Cellolehrer” Adam Hurst vorspielte. Wie fast immer bei so Badespässchen schwelgte ich in Gedanken und Gefühlen rum. Das “schweben” im Wasser versetzt einem irgendwie in einen Zustand, den man seit dem Verlassen der Fruchtblase nicht mehr erlebt hat. Einer der heute rumschwimmenden Gedanken veranlasste mich, nun hier diesen ersten Beitrag einer neuen Blogserie zu beginnen…….. der wöchentliche Badewannen-Bericht ;-)

Man ist nur so frei wie man sich zulässt

Vielleicht gerade weil in meinem Leben seit Abschluss meiner “Selbstentfaltung” nicht mehr viel Spektakuläres und Forderndes mehr auftaucht, habe ich endlich den psychisch-emotionalen Freiraum, um auch mein “neues Leben” zu gestalten. Es gibt so Vieles, das ich tun möchte und es ist sowenig Zeit um das zu tun.

Einerseits reisst es mich enorm mit dem Cello, ich glaub ich hab da wirklich etwas gefunden, mit dem ich meine in dieser Lebensphase vorherrschenden Gefühle umsetzen kann, ich hab damit eine Menge Spass, aber es ist einmal mehr eine grosse Herausforderung, die sehr viel Raum beansprucht. Dann träume ich weiterhin davon, endlich mal ein richtiges Buch zu schreiben, aber da fühle ich mich total gehindert, solange zuviel Kram sonst in meinem Kopf rumspukt, das würde einfach mehr Raum brauchen. Und dann ist noch das Blog das ich so gerne regelmässig füttern möchte und auch bei der Arbeit läuft es grad sowas von gut, dass ich auch da voller Enthusiasmus Energie versprühe.

Irgendwie muss ich Prioritäten setzen. Einer der Orte an dem ich Raum freischaufeln kann, ist meine Bloggerei, die in letzter Zeit ja an Regelmässigkeit abgenommen hat. Ich denke, das ist gut so, es wird Zeit, mich vermehrt Anderem zu widmen. Das brachte mich auf die Idee, eine sonntägliche Serie zu beginnen, weil ich am Sonntag am ehsten meinen Ruhetag hab und auch da – eben grad in der Badewanne – oft genug Gedanken zusammen kommen um sie hier umzusetzen. Natürlich werde ich weiterhin hier schreiben, wenn mich was speziell bewegt, aber das alltägliche Blabla werde ich wohl in nächster Zeit auf diese Beadewannen-Beiträge reduzieren.

Diana im Computerfreak-Fieber

Erst grad habe hier ja das Klagelied der untergehenden Computer-Freak Generation besungen und rumgejammert, dass ich mich wieder mal mit so modernen Superhyperwollmilchsau-Komponenten rumschlagen muss anstatt dass ich tue was ich am besten kann, den ganzen Kram selber zu programmieren. Nun kam es wie es kommen musste und die hoffnungsgeschwängerte Komponente hat kläglich versagt, sie bringt nicht annähernd die Performance die wir mit unseren riesigen Datenmengen brauchen würden.

So kam es, dass ich nun doch den Job gefasst hab, das ganze Teil komplett selber zu programmieren, sozusagen von null auf. Und das macht sowas von Spass, da kann ich mal wieder ein richtiges Feuerwerk in meinen Hirnsynapsen fabrizieren. Gestern arbeitete ich den ganzen Tag mit Cellobegleitung in der Firma und programmierte mir die Seele aus dem Leib. Gerade weil diese Art von Knochenarbeit heutzutage immer seltener wird, war es umso mehr ein Genuss. Wenn es so weitergeht wie bisher, wird das eins meiner Meisterwerke, bisher läuft es jedenfalls schnell wie die Sau :-)

Das Cello, die Kuh

Mein eCello ist grad meine beste Freundin abgesehen von meiner liebsten Juliet. Obwohl das nicht selbstverständlich ist, denn das Cello gebärdet sich wie ein frischgefangenes Wildpferd, das zu zähmen wird eine anstrengende Sache. Vorallem diese Vibrato-Geschichte kann einem wirr im Kopf machen. Wie kann man die Hand schütteln ohne dass der gehaltene Gegenstand sich mitschüttelt? Vorallem spür ich aber auch, dass ich enorm gehemmt bin, der Kopf mischt noch immer viel zu sehr mit und so bin ich viel zu verkrampft. Trotz der Widerspenstigkeit dieses Instruments bin ich aber von Tag zu Tag zuversichtlicher, dass wir zu einander finden, ich spüre, dass es genau das ist was ich gesucht habe.

Mal wieder im Pöb

Boah es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, seit ich das letzte Mal in meinem Pub war. Juliet und ich hatten ja zwei Wochen Ferien hier und damals sind wir mal ins Pub gegangen, dann war ich im Spital für die Korrektur-Op und anschliessend war ich wochenlang nicht ausgangsfreudig infolge der Op. Darauf hatte das Pub etwa fünf Wochen Sommerpause und dann wiederum hatte ich eine sehr müde Zeit – jedenfalls konnte ich mir diesen Donnerstag mal wieder einen Tritt in den Hintern geben, ging hin und hatte mal wieder einen super Abend. Glücklicherweise arbeitete zufällig meine Lieblingsbarkeeperin und die brachte mich anschliessend nachhause. Diese Woche geh ich vermutlich wieder hin am Donnerstag und eine Woche später kommt ja Juliet in die Schweiz und dann gehen wir zusammen dahin und hören dort ein Konzert einer irischen Band :-)

Mein Buch, Dein Freund und Helfer

Seit langer Zeit spukt mir durch den Kopf, dass ich so gern ein richtiges Buch schreiben möchte. Dabei habe ich aber die Qual der Wahl und das ist alles andere als einfach. Nebst vielen anderen Themen schweben mir vorallem zwei Dinge durch den Kopf.

Das Eine wäre eine Autobiographie, in der ich meine ganze Lebensgeschichte aufarbeiten möchte. Das Buch wird zwei Zeitebenen haben, aus der heutigen Zeit in der Gegenwart geschrieben mit ständigen Rückblicken in die Vergangenheit. Darauf hätte ich mega Lust und ich stell mir das auch sehr spannend vor.

Auf der anderen Seite möchte ich aber auch eine Art Selbsthilfe-Buch schreiben zu dem Thema, bei dem ich Expertin bin, die Selbstentfaltung oder Selbstzulassung. Ich glaube, dass alle Menschen wesentliche Wesensanteile unterdrücken, weil sie sich einfach nicht ganz zulassen können. Man fragt viel mehr danach, wie man sein sollte als danach, wie man ist. Ich glaube, dass ich da sehr viel “Schlaues” vermitteln könnte, gerade weil mein Leben mich dazu gezwungen hat, da Spezialistin zu werden und in Sachen Ich-sein die Königsdisziplin durchlaufen musste.

Heute im Bad wurde das Gefühl sehr stark, dass ich Zweiteres zuerst machen möchte und dass ich eigentlich jetzt damit anfangen möchte. Sowas lässt sich zwar nicht auf Knopfdruck auslösen, aber ich denke, ich werde mich innerlich mal in diese Richtung bewegen, mal schauen was dabei herauskommt.

Entschuldigung an alle “Liegengelassenen”

An dieser Stelle noch eine kleine Entschuldigung an all diejenigen, die auf was weiss ich von mir warten. Ich hab wie immer noch eimerweise Mails in der Mailbox rumliegen, die teilweise schon seit Monaten auf Abarbeitung warten und vorallem im alten Blogtagebuch hat es bereits eine Reihe von Kommentaren, die ich noch beantworten möchte und werte. Aber wie oben erwähnt, habe ich momentan eine recht egoistische Prioritätensetzung. Aber man darf gewiss sein, dass ich all dem noch nachkommen – versprochen ;-)

Noch mehr unterschätzte Supertalente

Erst grad habe ich ja vorgeschwärmt, was für tolle Supertalente man in so Castingshows findet und wie oft man dort lernen kann, dass man Leute nicht aufgrund von Äusserlichkeiten unterschätzen sollte. Diesbezüglich habe ich ein neues Prachtstück entdeckt. Lukas Mattioli wirkt alles andere als selbstbewusst, in der Schule wird er gemobbt und wegen seiner Musik ausgelacht. Er ging vorallem deshalb in die Castingshow, weil er wissen wollte, ob er nun singen kann oder nicht, ob er mit Recht ausgelacht würde oder………… und eine Halle von 10000 Leuten bestätigten ihm, dass die ihn Mobbenden einfach Deppen sind. Eine traumhafte Stimme und ein Gesang der soviel Gefühlstiefe offenbart, dass mir zumindest die Tränen zuforderst standen…… enjoy……

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