Politically incorrect since 1966

Ferien, Hörbücher, Gitarren und die olle Bloggerei

Ja hallo da draussen, uns gibt’s imfall immer noch, nur geht’s uns halt einfach zu gut um unsere Zeit mit Bloggen zu vertrödeln – naja das stimmt nicht so ganz, denn ich plane mal wieder ein neues Blog, aber mal alles der Reihe nach……

Diana im Gitarren-Rausch

Hier begann eine “kurze” Schilderung der neusten Neuigkeiten aus unserer Gitarren-Welt, aber weil das “kurz” halt irgendwie doch nicht so kurz geraten ist, habe ich das in einen eigenen Blogbeitrag verschoben, den ich demnächst nachliefere – nur soviel in Kürze: Ich bin echt im 7. Himmel was die Gitarren-Zupferei anbelangt, wir haben mittlerweile eine fast perfekte Ausstattung und dank regelmässigen wenn auch jeweils kurzen Übungseinsätzen geht’s mit meinen Fähigkeiten aufwärts wie eine Rakete. Man kann’s zwar nachwievor noch nicht Anderen zumuten, aber es kommt guuuuut – und wir wissen ja, der Weg ist das Ziel und wenn der Weg soviel Spass macht, ist das Ziel längst erreicht :-)

Richtige Ferien finden in der Horizontalen statt

Vor zwei Wochen begann unsere letzte Ferienwoche dieses Jahres, die war eigentlich nicht spektakulär, wir lagen da nur so rum und so, aber trotzdem wollen wir das ja nicht verschweigen, gelle ;-) Begonnen hat diese Ferienwoche mit einem Sturmfrei-Weekend für mich. Juliet war von Freitag bis Montag in Deutschland um dort ihr Patenkind mal wieder zu besuchen und so war ich mal wieder ein Wochenende lang allein und konnte tun und lassen was ich will – und das hat echt gut getan. Auch wenn das Leben zu zweit tausend mal schöner ist als alleine, so macht es trotzdem Spass, zwischendurch mal wieder für kurze Zeit allein zu sein. Konkret bedeutete das, viel Gitarre spielen, Monster kloppen in Computerspielen und gaaaaaanz gruselige Horrorfilme kuckn :-)

Als Juliet wieder zurück war, gönnten wir uns mehr oder weniger eine grosse Ruhepause. Nach monatelanger Ackerei tut es einfach gut, mal ein paar Tage nichts Anderes zu tun als blöd rumzuliegen, zu plaudern, TV zu kuckn, Musik zu hören und einfach die Welt um uns rum mal ein wenig zu vergessen. Am Donnerstag waren wir noch mit meinen Eltern auswärts essen, ansonsten war eben Herumliegen angesagt – sehr zur Freude unserer Katzen, die unsere ständige Anwesenheit mehr als nur beglückte.

Man kann imfall auch mit geschlossenen Augen lesen

Ja, das kann man wirklich, sofern man anstelle eines Buches ein Hörbuch kauft – und das macht saumässig Spass, wie ich feststellen musste. Obwohl ich eigentlich gern lese, mach ich das eher selten, weil mir halt einfach die Zeit dazu fehlt. Nur in der Mittagspause lese ich meist während dem Mampfen vor mich hin, meistens Gruselkram von Stephen King. Kürzlich stolperte ich über das Stichwort “Hörbuch” und dachte mir, ich müsste das doch mal probieren. Als Testprojekt wählte ich ein Hörspiel von Horror-Gott “Clive Barker” namens “Moloch Angst” aus seiner Mystery-Serie “Hörspiele des Blutes”. Wer gut aufgepasst hat, hat’s bereits gemerkt, das war kein Hörbuch sondern ein Hörspiel. Der Unterschied liegt darin, dass ein Hörbuch einfach von jemandem vorgelesen wird, während ein Hörspiel von mehreren Lesern vorgelesen wird und das Ganze mit Hintergrundgeräuschen und Musik untermalt ist – das ist etwa so wie wenn man ohne Bild TV kuckt. Und das hat’s echt in sich, es war zwar nur eine Kurzgeschichte von einer Stunde Dauer, aber es ist echt cool. Abgesehen davon ist es gerade während dem Mittagessen einfach praktisch, wenn ich den Blick in meinen Futternapf gerichtet lassen kann, während ich “lese”. Das Ganze hat soviel Spass gemacht, dass ich den soeben neu erschienene Roman “Doctor Sleep” von “Stephen King” gleich als Hörbuch kaufte (ein Hörspiel gibt’s davon leider nicht). Dieses Hörbuch dauert dann auch gute 20 Stunden, womit meine Mittagspausen für die nächsten paar Wochen aufgepeppt sein dürften. Ich kann Euch das nur empfehlen, wer ein eBook oder Kindle oder sowas hat, soll sich mal so ein Hörbuch kaufen ;-)

Schon wieder die bekloppten Iren

Jauh und morgen geht’s wieder mal ins Pub, weil unsere Lieblings-Irish-Band “No Crows” zum dritten Mal dort auftritt und ich alles verpassen könnte ausser dieser Band. Abgesehen davon, dass deren Musik einfach der Kracher ist und sie Stimmung aufkommen lassen, die einem einfach mitreisst, ist da auch ein Geigenspieler mit von Partie, der mindestens so gestört spielt, wie wir zwei sind. Spasseshalber nenne ich ihn den Teufelsgeiger, in Anlehnung an den klassischen Komponisten und Geigen-Virtuosen Niccolo Paganini, der den Übernamen “Teufelsgeiger” bekam, weil er so irrsinniges Zeuchs spielte, das kaum jemand nachspielen konnte. Von diesem Geiger namens Oleg Ponomarev bin ich seit dem ersten Auftritt geradezu Fan, warum kann in diesem Video nachvollzogen werden, Oleg ist der rechts auf der Bühne.

Und die olle Bloggerei

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass meine Bloggerei zumindest in dieser Form am verebben ist. Gründe dafür habe ich ja schon öfters anklingen lassen, kurz zusammengefasst ist es einfach so, dass aus meinem persönlichen Leben einfach nicht viel zu berichten ist, weil mein Leben so schön unspektakular und ruhig geworden ist. Das ist das Beste was mir passieren konnte, aber es ist für die Bloggerei halt nicht förderlich. Aus meinem Leben gibt’s also nur noch wenig zu erzählen und alle Themen die mich sonst interessieren (so öko-politisches Zeuchs) ist fast ausnahmslos mit Ärger verbunden und darauf hab ich einfach kein Bock mehr. Ich will mein neues Leben geniessen und das kann ich nicht in gebührendem Mass, wenn ich mich ständig mit Politik und so Müll beschäftige. Ich brauchte lange, bis ich an diesem Punkt war, viel zu lange konnte ich es einfach nicht lassen. Aber langsam funktioniert mein mir neu verordneter Egalismus und dabei soll es bleiben. Mein Alltag besteht nun vorallem aus dem Leben selbst, der Liebe (und davon haben wir ne ganz schöne Menge füreinander) und der Musik. Da liegt der Sinn meines Lebens! Ergo wird es hier im Blog vermutlich weiterhin so spärlich zuundhergehen wie die letzten Monate. Aber Euch allen sei gesagt: Je weniger Ihr hier von mir hört, umso besser geht es mir ;-)

Aber bekanntlich kann man das, was einem von innen her antreibt, ja nicht so ganz lassen und das Schreiben gehört halt nunmal zu den Dingen, die in mir drin sind und aus mir raus wollen. Und da es eigentlich nur ein Thema gibt, worüber ich schreiben möchte und das mich gleichzeitig nicht aufreibt – die Musik – bin ich ernsthaft am überlegen, ein neues Blog zu eröffnen, das sich mit dem Gitarre-Spielen beschäftigt. Es war mir immer ein Anliegen, mein Wissen oder meine Erkenntnisse mit Anderen zu teilen, also warum nicht so etwas? Der Weg von der Gitarren-Amateuse hin zu einer richtigen Gitarristin ist weit und schwer und es juckt mich schaurig, diesen Weg den ich da beschreite, mit der Welt zu teilen, um Anderen Impulse geben zu können, die ihnen auf ihrem Weg auch helfen. Hatten wir ja glaubs schon, gäll ;-)

Mit anderen Worten, hier in diesem Blog werde ich wie in letzter Zeit nur noch spärlich zusammenfassend aus meinem Leben berichten oder wenn etwas schaurig Wichtiges geschieht, natürlich entsprechend aktuell und umfangreich und falls mich in der Welt da draussen sonst was genug berührt, dass ich mich zum Schreiben genötigt fühle, werde ich auch hie und da mal wieder meinen Senf zu sonderlichen Dingen abgeben, aber ansonsten halte ich mich zurück – zugunsten meines Privatlebens – und vielleicht zugunsten einer neuen Mission, dem Tagebuch einer werdenden Gitarristin oder so :-)

Glücklichsein ist lernbar (Buchempfehlung Lebenshilfe)

buchempfehlung-lebenshilfe-sich-wohlfuehlen Unzählig sind die Menschen, die mir bisher begegneten, die sich in ihrem Leben nicht wohlfühlen. Entweder sie werden von Schicksalsschlägen gepeinigt oder sind einfach aus Prinzip unzufrieden. Auch ich gehörte lange Zeit zu denen, die von der Kunst des Lebens zuwenig verstanden um wirklich glücklich zu werden und meist gab ich allem die Schuld, nur nicht mir selbst. Doch ausnahmslos alle, die sich über das Leben beklagten, hätten es besser haben können, wenn sie die richtige Lebenseinstellung gehabt hätten – so auch ich. Deshalb möchte ich Euch heute ein Buch ans Herz legen, das so Manchem die Lebensfreude erhöhen kann und ich sage nicht ohne Stolz, dass der Autor mein Pate ist :-)

Ein Buch, das helfen kann…

Die Wichtigkeit eines Problems ist diejenige, die wir ihm gewähren
(Buchzitat)

Auch mein Pate gehört zu den Menschen, die schier unerträgliche schwere Schicksalsschläge durchlebt haben, der “Höhepunkt” war die jahrelange und tödlich endende Krankheit seiner Frau. Doch irgendwie schaffte er das Unmögliche, er lernte, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen und er lernte vorallem eines: Ich habe vielleicht nur begrenzten Einfluss darauf, was um mich herum und mit mir geschieht, aber ich habe sehr wohl grossen Einfluss darauf, was ich damit anfange. Es liegt an mir, ob ich mich in die negativen Aspekte meines Lebens verbeisse, mich wie eine irrsinnige Tanzmaus im Kreis um diese Probleme drehe und mich dabei immer mehr in Trauer, Verzweiflung, Wut und Verbitterung steigere – oder ob ich neben den nicht lösbaren Aspekten meines Lebens auch die guten Seiten betrachte und geniesse.

Mein Pate gehört zu den Menschen, die es schafften, mit ihrem Problemen zu wachsen, die nicht resignierten sondern an sich arbeiteten und das allein durch die richtige Einstellung. Diese Lebenserfahrung wollte er mit seinen Mitmenschen teilen, also begann er seine Erfahrungen aufzuschreiben und vollendete schlussendlich vor fast zwei Jahren ein kleines Buch mit dem Titel “Etre bien“…….. und das war der Beginn einer ziemlich verrückten Geschichte.

… und eine äusserst selbstlose und nicht weniger verrückte Idee

Wahre Liebe ist die kraftvollste erneuerbare Energie, die es überhaupt gibt.
(Buchzitat)

Denn anstatt das Buch einfach zu veröffentlichen wie es Andere tun würden, liess er sagenhafte 100’000 Exemplare auf eigene Kosten drucken und verschickte diese an ebensoviele Haushalte in der französischen Schweiz. Dieses Frühjahr wurde das Buch dann auf deutsch übersetzt und unter dem Titel ‘Sich Wohlfühlen‘ publiziert – und so geschah das Wunder erneut und weitere 150’000 Exemplare wurden an Haushalte in der deutschsprachigen Schweiz verschickt – erneut gratis, einzig mit dem Hinweis, man könne bei Wohlgefallen eine kleine Spende an “Le Cube de Verre” zukommen lassen, eine Stiftung für autistische Kinder, die auch von ihm betreut wird.

Ganz ehrlich, bei soviel Selbstlosigkeit fehlen mir irgendwie die Worte und es macht mich richtiggehend stolz, so einen Paten zu haben :-)

Über das Buch, das einem helfen kann, sein Glück zu finden

Aber nun zum Buch……

Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden

Ich weiss nicht mit Sicherheit, woher dieses kluge Gebet oder Sprichwort ist, ich hörte mal, es sei indianischen Ursprungs, aber es spielt eigentlich keine Rolle, wichtig ist nur, dass man dieses “Mantra” verinnerlicht, denn hier liegt das Geheimnis zum wahren Glück des Lebens. Und genau hier setzt dieses wertvolle Buch an.

Jedes Problem und jedes Unwohlsein hat seine Ursache und an diesen Ursachen kann man oft nichts ändern. Wenn jemand im persönlichen Umfeld oder man selbst krank wird, hat man darauf nur bedingten Einfluss und wenn einem jemand oder etwas das Leben schwer macht, hat man oft auch nur beschränkte Möglichkeiten, diese negativen Einflüsse zu verändern. Aber auch wenn diese Faktoren die Ursache des Unwohlseins sind, so sind sie noch lange nicht die Gründe, weshalb man leidet. Denn der Grund, warum jemand leidet, hat viel mehr mit der Nichtakzeptanz solcher Einflüsse zu tun. Es ist nicht die Frage, was passiert ist sondern viel mehr die Frage, wie ich damit umgehe. Deshalb gibt es eigentlich ein einfaches Rezept. Es gilt, die Ursachen solcher “Störfaktoren” zu akzeptieren, sich nicht darin zu verbeissen sondern anstelle dessen die Energie dafür einzusetzen, damit klarzukommen.

Um es mit einem überspitzt vereinfachten Beispiel aufzuzeigen: Wenn es regnet, kann ich mich stundenlang über das Wetter aufregen, ändern werde ich dadurch nichts und mein Wohlbefinden wird mit zunehmendem Mass schlechter. Wäre es da nicht schlauer, das Wetter zu akzeptieren so wie es ist und anstelle dessen lieber einen Schirm aufzuspannen?

Auf solche Fragen geht dieses Buch ein und bietet Antworten und Strategien und es illustriert solche Fragestellungen mit vielen teils ans Herz gehenden Fallbeispielen aus dem Leben des Autors und seines Umfelds. Und es geht offenbar nicht nur mir so, dass man beim Lesen immer mal wieder staunend innehält und denkt: “Meine Güte, wie einfach könnte das Leben doch sein, wenn man es zulässt”. Ich habe mich in diesem Buch oft wiedergefunden, sei es, dass ich dachte: “Ja, dieser Gedanke hat mich auch schon oft aus dem Elend gezogen” – oder dass ich dachte: “Oops, da sollte ich wohl auch dringend mal wieder über die Bücher gehen, ich mache mich hier oder dort ja völlig unnötig verrückt”.

Beim Lesen des Buches musste ich immer wieder an ein Wortspiel denken, das mich schon vor längerer Zeit mal amüsierte. Wie oft sagt man Dinge im Stil von: “Ich rege mich so auf über Wasauchimmer”………. und ist sich dabei nicht bewusst, wie Recht man doch hat mit dieser Aussage, weil “ICH MICH aufrege”. Es sind nicht die Anderen, die mich aufregen, ICH selbst bin es. Die Anderen sind zwar Ursache meiner Aufregung, sie bieten den Anlass, aber der Grund für meine Aufregung ist, das ich blöd genug bin, mich da reinziehen zu lassen. Beim Lesen dachte ich immer wieder kopfschüttelnd an all die Momente, in denen ich fast Tobsuchtsanfälle bekam bei Diskussionen in öffentlichen Foren und ich erschauerte immer wieder von Neuem beim Gedanken, wieviel Unwohlsein ich mir auferlegt habe, nur weil ICH mich über nervende Menschen ärgerte. Diese Erkenntnis ist für mich nicht neu, aber ich muss mir nachwievor immer wieder vor Augen halten, was ich da tue und in was ich mich da reinreissen lasse – und muss mir immer wieder von Neuem bewusst machen, dass es an mir liegt, wie sehr ich mich reinziehen lasse und wie nah ich mir etwas gehen lassen will – und dazu ist dieses Buch eine wertvolle Hilfe.

Über den Wert eines Buches kann man immer streiten und man kann mich als Patenkind auch der Subjektivität bezichtigen, aber abgesehen davon, dass auch Juliet das Buch super fand, sprechen eine grosse Zahl an dankbaren LeserInnen Bände. Seit der Veröffentlichung bekommt mein Pate fast täglich Dankesbriefe oder Mails und wenn man auf seiner Website mal ein paar dieser “Leserkommentare zum Buch ‘Sich wohlfühlen’” liest, kann man erahnen, wie wertvoll dieses kleine Büchlein sein kann.

Fallbeispiele aus meinem Leben

Man wird nicht glücklich durch Erfolg.
Erfolg ist, wenn man glücklich ist.
(Buchzitat)

Da ich nicht einfach Teile seines Buches hier veröffentlichen möchte, nehme ich ein paar Aspekte aus meiner eigenen Lebensgeschichte, die dieses Thema beispielhaft veranschaulichen können. Das scheint mir passend, weil gerade das Leben “transsexuell-gebrandmarkte Frau” eine ziemliche Herausforderung ist, wenn man unter solchen Umständen glücklich sein möchte.

Fakt ist, dass ich für viele Menschen so eine Art “Kuriosum” bin. Daran kann ich wenig ändern, damit muss ich leben und deshalb bleibt mir nichts Anderes als dies zu akzeptieren. Fakt ist aber auch, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt, die mich so sehen wie ich bin, die mich respektieren und mögen, ja sogar lieben. Nun liegt es an mir, worauf ich mehr Energie verwende. Ärgere ich mich über primitive Kommentare in Boulevardmedien oder erfreue ich mich über herzliche Begrüssungen in meinem Stammpub? Es liegt an mir, ob ich mein Selbstbild von Anderen übernehme und mich auch als “Kuriosum” betrachte oder ob ich stolz darauf bin, dass ich etwas geschafft habe, das kaum jemand überwinden könnte.

Ein weiteres Beispiel drängt sich mir auf: Als Frau mit transsexueller Vergangenheit habe ich nunmal nicht grad das Aussehen eines Supermodels. Ich kann und will mich zwar nicht beklagen, aber dieses Thema ist schon eine gewisse Herausforderung für mich. Nun, ich kann mich jetzt täglich vor dem Spiegel verfluchen, weil ich etwas schmale Hüften habe oder meine Stimme nicht grad prickelnd ist und und und und…… oder ich freue mich tagtäglich vor demselben Spiegel darüber, dass mein Äusseres um soviel mehr zu meinem Inneren passt als es früher der Fall war und dass der Anblick meines Spiegelbilds, mag ich auch noch soviel zu kritisieren finden, nun endlich mir entspricht und ein stetes Mahnmal ist, dafür, dass ich es endlich geschafft habe.

Aber auch jenseits des Transsexualitäts-Themas gibt es viele Aspekte meines Lebens, in denen ich mein Leben von zwei Seiten betrachten kann, ein Ausserordentliches drängt sich mir gerade auf: Ich hatte vor Jahren einen Burnout, der mich ein Jahr lang in einen zombie-ähnlichen Zustand versetzte, mich meinen Traumjob kostete, mein Bankkonto um 50’000 Franken erleichterte, mein ganzes Ego in Schutt und Asche legte – darüber könnte ich verzweifeln – oder mich darüber freuen, dass ich damals soviel Zeit für mich bekam in der ich nur mit leerem Blick vor mich hinstarrte und nachdachte – und mich darüber freuen, dass genau diese damalige Leere und Sinnfrage mich an den Punkt brachte, dass ich Jahre später den Mut fand, zu mir selbst zu stehen und meinen Weg gehen konnte. Um es noch deutlicher zu sagen: Wäre ich damals nicht derart zertrümmert worden, hätte ich nie die Reife erlangt, die ich benötigte, um später endlich meinen Weg zu gehen. Dieser Burnout – so brutal er auch war – wurde zum Fundament meiner Selbstbefreiung.

Zurück zum Buch

Der wahre Erfolg, jener der dem Leben einen Sinn gibt, ist meines Erachtens nach die Fähigkeit, sein Leben ständig bewusst oder unbewusst gelassen nehmen zu können, egal in welcher Situation, um alle Probleme des Alltags ruhig, ohne Schmerzen und emotionale Sorgen zu meistern und so glücklich zu sein.
(Buchzitat)

Deshalb, weil ich aus Erfahrung weiss, dass Glücklichsein selbst unter widrigsten Umständen lernbar ist, möchte ich Euch allen dieses Buch ans Herz legen. Man kann natürlich einwänden, dass der Büchermarkt voll ist von Büchern, die über solche Themen schreiben – das stimmt, auch ich kenne enige Bücher in dieser Art – trotzdem empfehle ich dieses Buch, weil es nicht episch ausschweifend und nicht esoterisch angehaucht ist sondern kurz und bündig die Fakten anschaulich auf den Tisch legt – und weil es nebenbei noch einem guten Zweck dient, denn sämtliche Einnahmen aus den verkauften Büchern gehen vollumfänglich an obengenannte Stiftung für autistische Kinder.

Also helft Euch selber, etwas glücklicher und zufriedener zu werden und falls Ihr bereits wunschlos glücklich seid, so lade ich Euch hiermit ein, Euer Glück ein klein wenig zu teilen und der Stiftung “Le Cube de Verre” eine kleine Spende zukommen zu lassen – denn geteiltes Glück ist bekanntlich doppeltes Glück ;-)

Buch ‘Sich wohlfühlen’ bestellen

Das Buch kann entweder via Kontaktformular auf der offiziellen Website des Buches, bei verschiedenen Online-Buchhändlern oder bei einem beliebigen Buchhändler unter ISBN 978-2-940468-02-7 bestellt werden. Nachfolgend ein paar Bestell-Adressen:

Website des Buches ‘Sich Wohlfühlen’
ExLibris.ch
Books.ch
CeDe.ch
Exsila.ch
Amazon.de (noch nicht verfügbar)

Rückblickende Zusammenfassung des Jahresanfangs

Heieiei wie die Zeit vergeht, kaum im neuen Jahr angekommen und schon ist der erste Monat fast vorüber – und ich hab kaum was gebloggt – Schande über mich ;-) Aber abgesehen davon, dass ich einiges zu tun hatte, bin ich einfach in letzter Zeit schreibfaul. Es gäb zwar vieles, worüber ich schreiben möchte, aber nichts ist so drängend, dass ich mich zum Schreiben überreden könnte. Deshalb hier wenigstens mal eine kleine Zusammenfassung von all dem, was ich versäumte zu schreiben – das eine oder andere wird demnächst noch etwas detailierter erzählt.

Das dritte Tagebuch wird zum Buch

Einer der Gründe, warum mir die Zeit etwas knapp ist, ist meine Arbeit am dritten Buch, das meine Blogtagebücher 2011 zusammenfassen soll. Es werden wieder um die dreihundert Seiten und diesmal sind Beiträge aus drei Blogs da drin, vorallem das alte Blogtagebuch, dieses neue Tagebuch, das GaOp-Tagebuch und erstmals auch ein paar Beiträge aus unserem gemeinsamen Blog. Unterdessen habe ich alle Beiträge zeitlich zusammengemixt und muss nun die ganzen Formatierungen überarbeiten. Schreibfehler werde ich drin lassen, einerseits weil die zu meiner Schreiberei dazugehören und anderseits, weil es sich einfach nicht lohnt, bei den 20-30 Stück die dann am Schluss verkauft werden. Überhaupt frage ich mich einmal mehr, warum in aller Welt ich so n’Quatsch mache, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, aber irgendwie isses einfach cool, eigene Bücher zu haben und mehr als das gibt es ein paar internet-lose Leute in meinem Umfeld, die das alles auch lesen möchten. Auf jeden Fall bin ich zuversichtlich, dass es dieses Jahr nicht mehr sooooo lange geht, bis das Buch in Druck geht.

Wachzustand dank Estradiol

Wie hier berichtet, habe ich ja einen neuen Doktor der meine Hormontherapie betreut und der hat wie ebenfalls hier berichtet nun die Dosierung verdoppelt, weil meine Östrogene vom Unispital viel zu tief dosiert waren. Und siehe da, seit einer Woche bin ich wieder hellwach. Entweder, ich war wirklich auf Halbstrom infolge einer an Kriminalität grenzenden Dosierung oder das ist der geilste Placebo-Effekt des Jahres. Spass beiseite, es ist wirklich krass, seit einem Jahr bin ich jeden Abend total erschöpft, schlafe ständig vor dem TV ein und bin völlig antriebslos. Und seit einer Woche bin ich wieder wach, es ist offensichtlich, dass ich mit dieser spärlichen Hormondosierung am Rand des Existerens lebte. Voraussichtlich nächste Woche werde ich dann mal die Bluttests machen und dann sehen wir einerseits, wie es mit meinem Hormonpegel aussieht und anderseits wird sich zeigen, ob meine vom Unispital bemängelten erhöhten Zucker/Cholesterinwerte nicht doch nur eine Folge der falschen Hormontherapie waren.

Dampfen statt Rauchen

Ebenfalls erfreulich ist mein neustes Dampf-statt-Rauch Experiment. Seit Anfang Jahr habe ich nun diese e-Zigaretten und experimentiere eifrig damit rum. Die Anzahl gerauchter Zigaretten ist ohne nennenswerte Anstrengung auf die Hälfte reduziert, das nenn ich doch mal n’Achtungserfolg. Ich schlepp nun immer drei e-Zigis mit mir rum, zwei davon sind mit leckerem Geschmackskram gefüllt (momentan eins mit Banane/Vanille und eins mit Kaffee/Vanille) und eine e-Zigi ist mit Tabakgeschmack gefüllt und hat im Gegensatz zu den andern Zwei Nikotin drin. Wenn ich nun meine Nuckelattacken habe, die vorallem abends im Viertelstundentakt kommen, dann nuckle ich ein paar mal an den nikotinfreien Zigis rum. Wenn der Nikotindrang kommt, gönn ich mir ein paar Züge mit Nikotin und wenns dann ganz chribbelig wird, gibt’s wieder eine gerauchte Zigi. Klingt kompliziert, isses aber nicht. Wenn es so weiter geht, werde ich vermutlich die ganze Pafferei stark umlagern können und das ohne dass ich dabei fast Stücke vom Tisch abbeisse. Bin gespannt wie es weiter geht.

Videos, Bücher, Shopping

Rechts im Menü hat’s drei neue Seiten, in denen aber noch fast nix drin ist. Wie bereits erwähnt, bin ich am Aufbau einer Reihe von Youtube-Playlisten, in denen ich ein paar Leckerbissen aus meiner Musikwelt präsentiere bis hin zu Videos mit lustigen Tieren oder depperten Leuten. Ausserdem gibt es dort bald einen kleinen Bücherladen in dem ich Bücher vorstelle und des Weiteren gibt es bald eine Shopping-Seite mit Shopping-Tipps, die nicht nur Euren Kleiderschrank bereichern sollen sondern auch mich selbst, denn die dort bald erscheinenden Links sind sogenannte “Affiliate-Links”, was bedeutet, dass ich immer ein klein wenig mitverdiene, wenn Ihr über die dortigen Links einkauft. Mehr über all das, wenn es fertig ist, wer mag, darf aber gerne jetzt schon zwischendurch reinschauen.

Weekend in Hamburg

Und weil der Monat so schnell rum ist, geht’s nun auch schon bald wieder Richtung Hamburg. Diesen Donnerstag werde ich in der Mittagspause abrauschen, nach Hamburg flattern, dort von Schatzi am Flughafen abgeholt, dann gehn wir mal kurz shoppen (weil ich ja nix anzuziehen hab *jammer*) und dann geht’s nachhause und dort werden wir dann bis Dienstag morgen rumliegen. Oder gehn wir noch an diese Hochzeit? Oder ist die ein Monat später? Ach was weiss ich, ich lass mich überraschen, hauptsache ich werd wieder kräftig durchgeknuddelt, hab nämlich arge Entzugserscheinungen ;-)

Der wissenschaftliche Beweis: Jung sind bekloppt :D

Und nun noch das Lustige zum Schluss – muss ja auch mal wieder sein ;-) Ich hab mich ja schon des Öfteren hier darüber amüsiert, dass Jungs halt schon a bisserl bekloppt sind. Klar mögen wir sie trotzdem, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass Jungs in gewissen Belangen schon gehörig einen am Keks haben. Wenn ich beispielsweise beobachte, was Testosteron und Alkohol gemeinsam bewirken oder wenn ich Jungs erlebe, die in ihrem testosterongeschwängerten Zustand nichts blöderes zu tun haben als wildfremden Mädels an den Hintern zu fassen, dann braucht es kaum noch eines Beweises dafür, dass Jungs etwas schräg drauf sind. Aber für diejenigen, die trotz aller Beweislast immer noch daran zweifeln, denen möchte ich diese wissenschaftliche Tatsache präsentieren, die wie ich hoffe nun auch letzte Zweifel beseitigen müsste. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der “Borstenwurm” eine sehr bizarre Eigenschaft zu Tage fördert. Wenn man einem weiblichen Borstenwurm das Hirn entfernt………… wird daraus ein männlicher Borstenwurm *vomstuhlfallvorlachen*……… echt kein Scheiss, ich schwör’s, das ist wirklich so. Und damit betrachte ich meine Beweiskette als vollständig, Jungs sind einfach bekloppte Mädchen oder so :D Uns Mädels dürfte das nicht gross wundern und die Jungs verstehen wohl den Witz dahinter nicht, aber macht nix, für den Lacher des Monats wäre damit gesorgt ;-)

Diana die digitale Bücherwürmin

Früher war ich eine echt angefressene Bücherwürmin. Ja ich weiss, man sagt nicht “Würmin”, aber ich find’s süss ;-) Ich weiss nicht wieviele hundert Bücher ich in meinem Leben gelesen habe, es sind Unzählige. Romane waren selten dabei, abgesehen von einem gelegentlichen Stephen King für die Ferien. Meist las ich “schlaue Bücher”, die grossen und kleinen Philosophen, relgiöse Meister, spirituelle Themen und so Kram. Zu Lesen war für mich weniger Unterhaltung als mehr Lernvorgang, Bücher eröffnen neue Horizonte, davon konnte ich nie genug kriegen.

Aber in den letzten Jahren habe ich soviel um die Ohren, dass ich dafür einfach keine Zeit mehr finde. Wenn ich zuhause bin, habe ich meist Anderes zu tun wie bloggen und so Kram oder ich bin schlicht zu müde um noch was Schlaues zu machen. Am Ehesten würde ich unterwegs lesen, aber da hab ich meist kein Buch dabei oder wenn, dann das Falsche.

Es ist so eine Unart von mir, dass ich immer etwa ein dutzend Bücher aktiv habe und immer grad das lese was mich grad in diese Minute anspricht, diese Methodik versagt unterwegs völlig, weil ich ja nicht ein dutzend Bücher in meine Handtasche packen kann. Höhö, die Zeiten ändern sich, denn seit dieser Woche kann ich das tatsächlich, rund fünfzig Bücher schleppe ich nun in meiner Handtasche rum, macht total gute 200 Gramm – da staunste, was?

Mein eBook-Reader, der Amazon Kindle

Die Lösung für dieses Problem heisst eBook-Reader oder in meinem Fall ist es der “Amazon Kindle“. Das ist ein kleines flaches Computerding, auf dem man Bücher runterladen und die dann dort lesen kann. Das Teil merkt sich nicht nur wo man grad am Lesen ist und schlägt automatisch dort auf, man kann auch Notizen und Markierungen anbringen. Und das Genialste speziell am AmazonKindle ist, dass man eine Unzahl an Klassikern gratis runterladen kann.

Meine erste mobile Bibliothek

So einen Kindle habe ich nun diese Woche bestellt und ihn gleich mal mit 50 Büchern gefüttert. Einerseits sind es viele Gratis-Klassiker, mit dabei sind Philosophen wie Sokrates, Platon, Epiktet aber auch bekannte Schreiber wie Oscar Wilde, Arthur Schoppenhauer, Martin Luther King oder Mahatma Gandhi. Weiters habe ich Lyriker wie Novalis oder Rainer-Maria Rilke geschenkt gekriegt, Beide kenne ich nur von Hörensagen. Dann habe ich noch ein paar Bücher gekauft, unter Anderem die Fortsetzung meines achsogeliebten “Pfad des Friedvollen Kriegers” von Dan Millman, der letzte Teil heisst nun “Sokrates, der friedvolle Krieger” und erzählt die Geschichte des Mentors im ersten Teil. Ausserdem habe ich noch ein Buch des Comedians Dieter Nuhr und ein witziges Buch der Ulknudel Sonja Krause und selbstverständlich musste da auch noch was von Paulo Coelho mit drauf. Und das Beste, endlich hab ich mal wieder einen Gruselroman “Zwischen Nacht und Dunkel” mit Kurzgeschichten von Stephen King. Ausserdem habe ich noch eine Reihe von religiösen Schriften draufgepackt, unter Anderem fand ich sogar ein Neues Testament deutsch/griechisch, das ich bereits in Buchform habe.

Und diese ganze Bibliothek schlepp ich nun mit mir rum und kann jederzeit lesen was ich Lust hab, sei es unterwegs, während dem Mittagessen, auf dem Klo oder in der Badewanne. Ne Quatsch, in der Badewanne muss ich meinen Gedanken nachgehen, aber es ginge, rein theoretisch ;-)

Eine erste Beurteilung

Da ich bisher noch nicht gross zum Lesen kam, kann ich das Produkt noch nicht abschliessend beurteilen, das hole ich zu gegebener Zeit nach. Was ich fürs Erste sagen kann sind drei Dinge:

  1. Die Möglichkeit, soviele Bücher stets dabei zu haben und jederzeit das Buch auf Tastendruck zu wechseln, ist einfach grandios. Und da der Kindle immer gleich an der zuletzt aufgeschlagenen Stelle aufschlägt, kann man die Bücher wirklich einfach wechseln – ideal für unstete Personen wie mich ;-)
  2. Die Bildqualität ist ebenfalls genial, der AmazonKindle hat ein spezielles Darstellungsverfahren (eInk), das nicht nur kaum Strom braucht sondern auch ein klares Schriftbild hinterlässt. Man braucht dafür zwar aktives Licht, dafür ist es komplett spiegelfrei und kann somit auch an geissender Sonne gebraucht werden.
  3. Das deutschsprachige Sortiment für eBooks ist noch etwas spärlich, man findet nicht alles was man sucht. Aber in Anbetracht von über 5’000 Gratisklassikern und über 40’000 deutschen Büchern ist man fürs Erste gut bedient.
  4. In der Entwicklerabteilung von Amazon arbeiten nur Männer, anders lässt sich nicht erklären, warum die Bedienung des Kindles derart benutzerfeindlich ist. Echt, die Art wie man das Teil bedient, erinnert an die Steinzeit des Computers.
  5. Ebenfalls typisch Jungs: es ist zwar toll, dass der Kindle auch MP3 aufnimmt und man so während dem Lesen Musik hören kann, aber es käme keiner Frau in den Sinn, sowas zu programmieren, ohne dass man Playlisten verwalten kann. Ein MP3-Player der nur stupide alles der Reihe nach vorspielt, ist einfach Quatsch.

Auf jeden Fall habe ich ne Menge Spass daran und bin gespannt, ob die Begeisterung anhält wenn ich es vermehrt benutze – ich halt Euch auf dem Laufenden ;-)

Selbstbetrachtung über zwei Tagebücher

Nachdem ich schon das erste Jahr meines alten Blogtagebuchs in Buchform herausgebracht habe, mache ich das natürlich auch mit dem Jahr 2010. Ursprünglich wollte ich Anfang 2011 auch noch reinpacken und damit das “Werk” abschliessen, aber irgendwie hab ich einfach zuviel gebloggt, schon bis Ende 2010 sind 300 Buchseiten zusammen gekommen, wenn ich den Rest noch reinpacke, wird das Buch sauteuer (das letzte Buch hatte 224 Seiten für 15 Euro). Deshalb habe ich mich entschlossen, ein dreiteiliges Werk zu machen. Das Tagebuch 2010 endet also Ende 2010 und dafür gibt’s einen dritten Teil in dem dann auch noch einiges aus meinem neuen Tagebuch hier veröffentlicht wird. Irgendwie macht das auch Sinn, dieses Tagebuch sollte ja den Prozess einer “Geschlechts-Transition” beschreiben und da gehört auch die Zeit danach noch ein Stück weit mit dazu.

Die grobe Korrekturlesung ist nun abgeschlossen und als Nächstes werde ich einen Probedruck machen, diesen nochmal durchlesen und anschliessend das Buch in Druck geben, Ihr erfahrt dann wenn es im Handel ist. Wie letztes Mal wird das Probelesen sicher wieder ein psycho-emotionales Abenteuer der besonderen Art, wenn das ganze Jahr nochmal wie im Film an mir vorbei läuft. Wie letztes Mal werde ich hier dann darüber berichten. Der Vollständigkeit halber füge ich nachfolgend den dreiteiligen Blogbeitrag, den ich damals beim Lesen des ersten Tagebuch-Jahres geschrieben habe.

Blog-Tagebuch 2009 – 1. Teil

hmmmmmm, wie erklär ich jetzt sowas……. stellt Euch vor, Ihr wacht eines morgens auf und rund um Euch wuseln ein dutzend Elfen rum, die Euch den Kaffee ans Bett bringen, lustige Lieder singen, kreischend auf der aufgescheuchten Katze reiten, eine spielt schottischen Dudelsack…….. hat was surreales, nicht?

Etwa so fühle ich mich jetzt grad, nur wuselt und singt niemand, dafür habe ich ein Buch in der Hand, auf dem Cover lächle ich mir entgegen, darunter steht

T-Girl Diana
Blogtagebuch 2009
das erste Lebensjahr einer transsexuellen Frau

Das bin ich…….. in einem Buch……….. das kann nicht sein! Wenn man Bücher liest, dann begegnet man anderen Menschen, aber sich darin zu sehen, ist echt schräg.

Das Gefühl in mir ist irgendwie euphorisch, andächtig, verzückt, erschüttert……. als ob die Welt eine fünfte Dimension bekommen hätte, mein Leben auf Papier. Ich hab da das wichtigste, spannendste und schönste Jahr meines Lebens in den Händen. Und dann hats auch noch acht Bilder drin, das ist ja vielleicht ein Gefühl, wenn man umblättert und glaubt man würde in den Spiegel gucken.

Irgendwie ist es erschütternd zu lesen, was für eine Entwicklung ich da durchgemacht habe, was für Gefühlswelten sich da auftaten und wie sich alles in so wundersamer Weise veränderte, sich von Monat zu Monat verschönerte. Da ist wirklich aus einer Raupe ein Schmetterling geworden, aber es war ein harter Kampf durch diesen Cocoon. Beim Lesen flattere ich manchmal mit den Flügeln und es wird mir wieder klar, wie erbärmlich das Leben doch einst war.

Durch all das bin ich hindurch gegangen, geht mir durch den Kopf, wenn ich das Buch in den Händen halte. Das war die Entscheidung meines Lebens und der Befreiungsschlag für meine Seele. Dieses Jahr hier in meinen Händen hat meinem Leben Sinn gegeben und hat Glück in mein Leben gebracht. In diesem Jahr habe ich mir dieses Leben, das ich nun so geniesse, hart erkämpft…… und ich habe gesiegt – ich bin jetzt Ich.

Ich bin gespannt, was nun auf mich zu kommt, wenn ich im Kino meines Lebens sitze und den Film meiner Selbstentfaltung betrachte. Wer wird mir da begegnen – und wie wird sie sich entwickeln? Ich glaub, mir stehen ein paar sehr sentimentale Stunden bevor.

Blog-Tagebuch 2009 – 2. Teil

Den ersten Drittel meines Buches habe ich nun gelesen und bin damit in der Mitte des letzten Jahres gelandet – was mal wieder zeigt, dass Mathematik nix mit dem realen Leben zu tun hat. Aber was ich dabei durchlebt habe, ist wirklich dicke Post. Wenn ich Blogbeiträge schreibe, dann sind es Momentaufnahmen, die ich so aus mir heraus spucke und dann hinter mir lasse. Diese schwierige Anfangszeit in diesem papierenen Kino meines Lebens nochmals zu durchleben, ist wirklich erschütternd. Weil das was mir da begegnet, so fern ist von dem, was ich heute im Alltag erlebe.

Ich begegne einer transsexuellen Frau, die traurig und verzweifelt ist, die ungeheure Angst hat vor einer Welt, von der sie erwartet, mit Füssen getreten zu werden weil sie es wagt, sich selbst zu sein. Angst vor der Öffentlichkeit, Unsicherheit, kein Selbstbewusstsein, Zweifel ob sie stark genug sein wird – beim Lesen merke ich, dass sie mir unheimlich leid tut. Das einzige was beim Lesen Hoffnung gibt ist zu spüren, dass dieses ängstliche Wesen vom Mut der Verzweifelten getrieben ist und mit einem renitenten Kampfgeist das Unmögliche schaffen will. Aber ganz ehrlich, wüsste ich den Schluss des Buches nicht, ich wäre sehr skeptisch, dass sie es wirklich schafft.

Doch schon nach 4-5 Monaten kommt Licht in diese Lebensgeschichte, das Mädel erzählt plötzlich davon, wie glücklich sie neuerdings ist. Es fällt einem schwer das zu glauben, kann man glücklich sein, wenn man so von Angst und Verzweiflung getrieben ist? Scheinbar geht das. Man bemerkt, wie langsam Selbstbewusstsein entsteht, das sich dann in einem Akt des Aufbäumens im Kapitel “Der Stolz einer TransFrau” manifestiert.

Immer wieder bin ich fassungslos, kann irgendwie nicht glauben, dass aus diesem Bündel Unsicherheit das geworden ist, was heute dieses Buch liest. Der Unterschied von damals zu heute scheint unüberbrückbar.

Manchmal denke ich noch weiter zurück und stelle fest, dass ich seit Jahren nichts mehr von der Welt wissen wollte, kaum noch Kontakt zur Aussenwelt hatte. Hätte mir vor zwei Jahren jemand erzählt, wie ich mich heute fühle und verhalte, wäre ich in schallendes Gelächter ausgebrochen. FreundInnen, Ausgang, Lebensfreude – so ein Quatsch, ich doch nicht, wozu auch?

Und so wende ich mich wieder diesem Buch zu, das die Geschichte meines Lebens erzählt, das mir vor Augen hält, wie ich das Unmögliche geschafft habe. Diese Geschichte meiner Befreiung, die in eine Selbstentfaltung mündet, an die ich nie zu glauben gewagt hätte.

Es werden sich noch viele Tränen in meinen Augen sammeln, während ich hier weiter lese, weil die Schmerzen von damals noch einmal auftauchen um sich zu verabschieden und weil es mir immer wieder vor Augen hält, wie weit ich gekommen bin und wieviel glücklicher ich nun bin. Ein schmerzhafter Akt des Selbststudiums der mich immer wieder in Verzückung versetzt…… ich habe es wirklich geschafft, mir mein Glück zu erkämpfen, dafür werde ich mir ewig dankbar sein.

Blog-Tagebuch 2009 – 3. Teil

Letztes Wochenende habe ich mein Blogtagebuch nun fertig gelesen und war auch am Schluss tief berührt, wenn auch in umgekehrter Richtung als am Anfang des Buches. Als ich die ersten Monate des Tagebuchs las, war ich immer wieder erschüttert zu erleben, wie dieses ängstliche und verzweifelte Mädel ohne Hoffnung einen Kampf führt, von dem man beim lesen glaubte, dass sie ihn kaum je gewinnen wird. Der Mut der Verzweifelten, habe ich glaub mal geschrieben, das hat mich damals über Wasser gehalten.

Aber so erschütternd wie der Anfang war, so wohltuend war der Schluss. Was ich zu lesen bekam, in diesem Kino meines Lebens, entsprach genau dem was ich jetzt fühle – was kein Wunder ist, ich habs ja geschrieben ;-) Noch im Sommer hätte ich nicht gedacht, dass ich ab Herbst so aufblühe und beim Lesen wird einem wirklich klar, dass ich die Grenze zum Glücklichsein definitiv überschritten habe. Es ist ein wunderschönes Happy End – obwohl die Geschichte ja dieses Jahr weiter geht und das grosse Finale erst in der zweiten Jahreshälfte kommen wird. Und doch zeichnet sich der “Sieg” ab.

Es wird noch viel auf mich zukommen, auch in Zukunft werde ich manchmal traurig sein, manchmal verzweifelt, manchmal wütend und manchmal unsicher. Aber in diesem Jahr habe ich mir mein Leben erkämpft und ein Selbstbewusstsein entwickelt, dass mich auch durch schwere Zeiten tragen wird – davon bin ich überzeugt.

Und ich bin überzeugt, dass ich mich richtig entschieden habe, dass mich dieser Weg – so verrückt er auch wirken mag – nicht der beste sondern der einzige Weg war, der zu echter Lebensfreude führen konnte. Gegen den Schluss des Buches war ich erfüllt von Dankbarkeit, nicht nur allen gegenüber die mir beigestanden sind sondern auch mir gegenüber, dass ich tatsächlich das Unmögliche wagte und damit das Unmögliche möglich machte. Ich war dankbar, dass ich all diese Ängste ausgestanden habe und Mut aufbrachte, wo kein Mut vorhanden war. Und ich war dankbar, dass ich die Bereitschaft fand, den hohen Preis zu bezahlen – es war jeden Dollar wert.

Und so stehe ich nun hier, blicke in eine Zukunft, vor der ich mich nicht fürchte, auf die ich mich grenzenlos freue. Denn etwas habe ich mir dieses Jahr bewiesen……….. yes, I can!

Nun muss ich noch einiges am Buch korrigieren und formatieren und blabla, aber ich denke es wird nicht mehr lange gehen, bis das Buch publiziert wird, unterdessen gehts mit dem zweiten Teil weiter, hier auf diesem Kanal :-)

Blogtagebuch 2009 veröffentlicht

Seit heute ist mein Blogtagebuch 2009 im Buchhandel erhältlich und ich bin nun ganz aus dem Häuschen deswegen, jetzt bin ich nämlich offizielle Autorin, jawoll. Eigentlich war das ja früher geplant, aber die Überarbeitung dauerte doch ne ganze Weile und da ich von meiner Süssen ständig telefonisch von der Arbeit abgehalten werde ;-)

Aber nun ist es draussen und kann in jedem anständigen Buchladen unter der ISBN-Nummer 978-3-8391-4217-2 oder dem Buchtitel “T-Girl Diana – Blogtagebuch 2009″ bestellt werden. Der offizielle Verkaufspreis ist ungefähr Fr. 26.– oder 15 Euro, im Schweizer Exlibris wird es sogar mit 15% Rabatt für Fr. 22.50 angeboten.

Falls jemand in meinem persönlichen Umfeld ein Exemplar möchte, ich habe ein paar bestellt und kann sie für Fr. 20.– abgeben. Diejenigen, denen ich eines als Geschenk versprochen habe, bekommen es natürlich gratis.

Wer sich ein Exemplar bestellen möchte, kann dies beispielsweise bei diesen Online Bücherläden bestellen:

ExLibris Schweiz für Fr. 22.50
Libri Deutschland für Euro 15.–
Orell Füessli Schweiz für Fr. 27.90

Das Buch beinhaltet auf 224 Seiten alle Blogbeiträge des letzten Jahres, deshalb ist der Untertitel des Buches auch “Das erste Lebensjahr einer transsexuellen Frau”. Die Bilder, mit denen ich meine Blogbeiträge jeweils verziere, sind aus rechtlichen Gründen nicht im Buch. Dafür hat es 8 meist ganzseitige Fotos von mir drin.

Für diejenigen die selber mal sowas machen möchten, das ist ganz einfach. Man eröffnet einen Account bei Books on Demand, wählt dort ein Layout aus, erstellt ein Word-Dokument mit dem entsprechenden Ausmass, exportiert es als PDF, lädt es hoch, bastelt sich online ein Buchcover zusammen und publiziert das Ganze – entweder für sich privat, dann zahlt man nur den Buchpreis oder man veröffentlicht es für Fr. 70.– mit ISBN-Nummer.

So und von nun an möchte ich nur noch mit Frau Autorin oder Frau Schriftstellerin angesprochen werden ;-)

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