Tagebuch einer Frau mit transsexueller Vergangenheit

Rückblickende Zusammenfassung des Jahresanfangs

Heieiei wie die Zeit vergeht, kaum im neuen Jahr angekommen und schon ist der erste Monat fast vorüber – und ich hab kaum was gebloggt – Schande über mich ;-) Aber abgesehen davon, dass ich einiges zu tun hatte, bin ich einfach in letzter Zeit schreibfaul. Es gäb zwar vieles, worüber ich schreiben möchte, aber nichts ist so drängend, dass ich mich zum Schreiben überreden könnte. Deshalb hier wenigstens mal eine kleine Zusammenfassung von all dem, was ich versäumte zu schreiben – das eine oder andere wird demnächst noch etwas detailierter erzählt.

Das dritte Tagebuch wird zum Buch

Einer der Gründe, warum mir die Zeit etwas knapp ist, ist meine Arbeit am dritten Buch, das meine Blogtagebücher 2011 zusammenfassen soll. Es werden wieder um die dreihundert Seiten und diesmal sind Beiträge aus drei Blogs da drin, vorallem das alte Blogtagebuch, dieses neue Tagebuch, das GaOp-Tagebuch und erstmals auch ein paar Beiträge aus unserem gemeinsamen Blog. Unterdessen habe ich alle Beiträge zeitlich zusammengemixt und muss nun die ganzen Formatierungen überarbeiten. Schreibfehler werde ich drin lassen, einerseits weil die zu meiner Schreiberei dazugehören und anderseits, weil es sich einfach nicht lohnt, bei den 20-30 Stück die dann am Schluss verkauft werden. Überhaupt frage ich mich einmal mehr, warum in aller Welt ich so n’Quatsch mache, der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, aber irgendwie isses einfach cool, eigene Bücher zu haben und mehr als das gibt es ein paar internet-lose Leute in meinem Umfeld, die das alles auch lesen möchten. Auf jeden Fall bin ich zuversichtlich, dass es dieses Jahr nicht mehr sooooo lange geht, bis das Buch in Druck geht.

Wachzustand dank Estradiol

Wie hier berichtet, habe ich ja einen neuen Doktor der meine Hormontherapie betreut und der hat wie ebenfalls hier berichtet nun die Dosierung verdoppelt, weil meine Östrogene vom Unispital viel zu tief dosiert waren. Und siehe da, seit einer Woche bin ich wieder hellwach. Entweder, ich war wirklich auf Halbstrom infolge einer an Kriminalität grenzenden Dosierung oder das ist der geilste Placebo-Effekt des Jahres. Spass beiseite, es ist wirklich krass, seit einem Jahr bin ich jeden Abend total erschöpft, schlafe ständig vor dem TV ein und bin völlig antriebslos. Und seit einer Woche bin ich wieder wach, es ist offensichtlich, dass ich mit dieser spärlichen Hormondosierung am Rand des Existerens lebte. Voraussichtlich nächste Woche werde ich dann mal die Bluttests machen und dann sehen wir einerseits, wie es mit meinem Hormonpegel aussieht und anderseits wird sich zeigen, ob meine vom Unispital bemängelten erhöhten Zucker/Cholesterinwerte nicht doch nur eine Folge der falschen Hormontherapie waren.

Dampfen statt Rauchen

Ebenfalls erfreulich ist mein neustes Dampf-statt-Rauch Experiment. Seit Anfang Jahr habe ich nun diese e-Zigaretten und experimentiere eifrig damit rum. Die Anzahl gerauchter Zigaretten ist ohne nennenswerte Anstrengung auf die Hälfte reduziert, das nenn ich doch mal n’Achtungserfolg. Ich schlepp nun immer drei e-Zigis mit mir rum, zwei davon sind mit leckerem Geschmackskram gefüllt (momentan eins mit Banane/Vanille und eins mit Kaffee/Vanille) und eine e-Zigi ist mit Tabakgeschmack gefüllt und hat im Gegensatz zu den andern Zwei Nikotin drin. Wenn ich nun meine Nuckelattacken habe, die vorallem abends im Viertelstundentakt kommen, dann nuckle ich ein paar mal an den nikotinfreien Zigis rum. Wenn der Nikotindrang kommt, gönn ich mir ein paar Züge mit Nikotin und wenns dann ganz chribbelig wird, gibt’s wieder eine gerauchte Zigi. Klingt kompliziert, isses aber nicht. Wenn es so weiter geht, werde ich vermutlich die ganze Pafferei stark umlagern können und das ohne dass ich dabei fast Stücke vom Tisch abbeisse. Bin gespannt wie es weiter geht.

Videos, Bücher, Shopping

Rechts im Menü hat’s drei neue Seiten, in denen aber noch fast nix drin ist. Wie bereits erwähnt, bin ich am Aufbau einer Reihe von Youtube-Playlisten, in denen ich ein paar Leckerbissen aus meiner Musikwelt präsentiere bis hin zu Videos mit lustigen Tieren oder depperten Leuten. Ausserdem gibt es dort bald einen kleinen Bücherladen in dem ich Bücher vorstelle und des Weiteren gibt es bald eine Shopping-Seite mit Shopping-Tipps, die nicht nur Euren Kleiderschrank bereichern sollen sondern auch mich selbst, denn die dort bald erscheinenden Links sind sogenannte “Affiliate-Links”, was bedeutet, dass ich immer ein klein wenig mitverdiene, wenn Ihr über die dortigen Links einkauft. Mehr über all das, wenn es fertig ist, wer mag, darf aber gerne jetzt schon zwischendurch reinschauen.

Weekend in Hamburg

Und weil der Monat so schnell rum ist, geht’s nun auch schon bald wieder Richtung Hamburg. Diesen Donnerstag werde ich in der Mittagspause abrauschen, nach Hamburg flattern, dort von Schatzi am Flughafen abgeholt, dann gehn wir mal kurz shoppen (weil ich ja nix anzuziehen hab *jammer*) und dann geht’s nachhause und dort werden wir dann bis Dienstag morgen rumliegen. Oder gehn wir noch an diese Hochzeit? Oder ist die ein Monat später? Ach was weiss ich, ich lass mich überraschen, hauptsache ich werd wieder kräftig durchgeknuddelt, hab nämlich arge Entzugserscheinungen ;-)

Der wissenschaftliche Beweis: Jung sind bekloppt :D

Und nun noch das Lustige zum Schluss – muss ja auch mal wieder sein ;-) Ich hab mich ja schon des Öfteren hier darüber amüsiert, dass Jungs halt schon a bisserl bekloppt sind. Klar mögen wir sie trotzdem, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass Jungs in gewissen Belangen schon gehörig einen am Keks haben. Wenn ich beispielsweise beobachte, was Testosteron und Alkohol gemeinsam bewirken oder wenn ich Jungs erlebe, die in ihrem testosterongeschwängerten Zustand nichts blöderes zu tun haben als wildfremden Mädels an den Hintern zu fassen, dann braucht es kaum noch eines Beweises dafür, dass Jungs etwas schräg drauf sind. Aber für diejenigen, die trotz aller Beweislast immer noch daran zweifeln, denen möchte ich diese wissenschaftliche Tatsache präsentieren, die wie ich hoffe nun auch letzte Zweifel beseitigen müsste. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der “Borstenwurm” eine sehr bizarre Eigenschaft zu Tage fördert. Wenn man einem weiblichen Borstenwurm das Hirn entfernt………… wird daraus ein männlicher Borstenwurm *vomstuhlfallvorlachen*……… echt kein Scheiss, ich schwör’s, das ist wirklich so. Und damit betrachte ich meine Beweiskette als vollständig, Jungs sind einfach bekloppte Mädchen oder so :D Uns Mädels dürfte das nicht gross wundern und die Jungs verstehen wohl den Witz dahinter nicht, aber macht nix, für den Lacher des Monats wäre damit gesorgt ;-)

Diana die digitale Bücherwürmin

Früher war ich eine echt angefressene Bücherwürmin. Ja ich weiss, man sagt nicht “Würmin”, aber ich find’s süss ;-) Ich weiss nicht wieviele hundert Bücher ich in meinem Leben gelesen habe, es sind Unzählige. Romane waren selten dabei, abgesehen von einem gelegentlichen Stephen King für die Ferien. Meist las ich “schlaue Bücher”, die grossen und kleinen Philosophen, relgiöse Meister, spirituelle Themen und so Kram. Zu Lesen war für mich weniger Unterhaltung als mehr Lernvorgang, Bücher eröffnen neue Horizonte, davon konnte ich nie genug kriegen.

Aber in den letzten Jahren habe ich soviel um die Ohren, dass ich dafür einfach keine Zeit mehr finde. Wenn ich zuhause bin, habe ich meist Anderes zu tun wie bloggen und so Kram oder ich bin schlicht zu müde um noch was Schlaues zu machen. Am Ehesten würde ich unterwegs lesen, aber da hab ich meist kein Buch dabei oder wenn, dann das Falsche.

Es ist so eine Unart von mir, dass ich immer etwa ein dutzend Bücher aktiv habe und immer grad das lese was mich grad in diese Minute anspricht, diese Methodik versagt unterwegs völlig, weil ich ja nicht ein dutzend Bücher in meine Handtasche packen kann. Höhö, die Zeiten ändern sich, denn seit dieser Woche kann ich das tatsächlich, rund fünfzig Bücher schleppe ich nun in meiner Handtasche rum, macht total gute 200 Gramm – da staunste, was?

Mein eBook-Reader, der Amazon Kindle

Die Lösung für dieses Problem heisst eBook-Reader oder in meinem Fall ist es der “Amazon Kindle“. Das ist ein kleines flaches Computerding, auf dem man Bücher runterladen und die dann dort lesen kann. Das Teil merkt sich nicht nur wo man grad am Lesen ist und schlägt automatisch dort auf, man kann auch Notizen und Markierungen anbringen. Und das Genialste speziell am AmazonKindle ist, dass man eine Unzahl an Klassikern gratis runterladen kann.

Meine erste mobile Bibliothek

So einen Kindle habe ich nun diese Woche bestellt und ihn gleich mal mit 50 Büchern gefüttert. Einerseits sind es viele Gratis-Klassiker, mit dabei sind Philosophen wie Sokrates, Platon, Epiktet aber auch bekannte Schreiber wie Oscar Wilde, Arthur Schoppenhauer, Martin Luther King oder Mahatma Gandhi. Weiters habe ich Lyriker wie Novalis oder Rainer-Maria Rilke geschenkt gekriegt, Beide kenne ich nur von Hörensagen. Dann habe ich noch ein paar Bücher gekauft, unter Anderem die Fortsetzung meines achsogeliebten “Pfad des Friedvollen Kriegers” von Dan Millman, der letzte Teil heisst nun “Sokrates, der friedvolle Krieger” und erzählt die Geschichte des Mentors im ersten Teil. Ausserdem habe ich noch ein Buch des Comedians Dieter Nuhr und ein witziges Buch der Ulknudel Sonja Krause und selbstverständlich musste da auch noch was von Paulo Coelho mit drauf. Und das Beste, endlich hab ich mal wieder einen Gruselroman “Zwischen Nacht und Dunkel” mit Kurzgeschichten von Stephen King. Ausserdem habe ich noch eine Reihe von religiösen Schriften draufgepackt, unter Anderem fand ich sogar ein Neues Testament deutsch/griechisch, das ich bereits in Buchform habe.

Und diese ganze Bibliothek schlepp ich nun mit mir rum und kann jederzeit lesen was ich Lust hab, sei es unterwegs, während dem Mittagessen, auf dem Klo oder in der Badewanne. Ne Quatsch, in der Badewanne muss ich meinen Gedanken nachgehen, aber es ginge, rein theoretisch ;-)

Eine erste Beurteilung

Da ich bisher noch nicht gross zum Lesen kam, kann ich das Produkt noch nicht abschliessend beurteilen, das hole ich zu gegebener Zeit nach. Was ich fürs Erste sagen kann sind drei Dinge:

  1. Die Möglichkeit, soviele Bücher stets dabei zu haben und jederzeit das Buch auf Tastendruck zu wechseln, ist einfach grandios. Und da der Kindle immer gleich an der zuletzt aufgeschlagenen Stelle aufschlägt, kann man die Bücher wirklich einfach wechseln – ideal für unstete Personen wie mich ;-)
  2. Die Bildqualität ist ebenfalls genial, der AmazonKindle hat ein spezielles Darstellungsverfahren (eInk), das nicht nur kaum Strom braucht sondern auch ein klares Schriftbild hinterlässt. Man braucht dafür zwar aktives Licht, dafür ist es komplett spiegelfrei und kann somit auch an geissender Sonne gebraucht werden.
  3. Das deutschsprachige Sortiment für eBooks ist noch etwas spärlich, man findet nicht alles was man sucht. Aber in Anbetracht von über 5’000 Gratisklassikern und über 40’000 deutschen Büchern ist man fürs Erste gut bedient.
  4. In der Entwicklerabteilung von Amazon arbeiten nur Männer, anders lässt sich nicht erklären, warum die Bedienung des Kindles derart benutzerfeindlich ist. Echt, die Art wie man das Teil bedient, erinnert an die Steinzeit des Computers.
  5. Ebenfalls typisch Jungs: es ist zwar toll, dass der Kindle auch MP3 aufnimmt und man so während dem Lesen Musik hören kann, aber es käme keiner Frau in den Sinn, sowas zu programmieren, ohne dass man Playlisten verwalten kann. Ein MP3-Player der nur stupide alles der Reihe nach vorspielt, ist einfach Quatsch.

Auf jeden Fall habe ich ne Menge Spass daran und bin gespannt, ob die Begeisterung anhält wenn ich es vermehrt benutze – ich halt Euch auf dem Laufenden ;-)

Selbstbetrachtung über zwei Tagebücher

Nachdem ich schon das erste Jahr meines alten Blogtagebuchs in Buchform herausgebracht habe, mache ich das natürlich auch mit dem Jahr 2010. Ursprünglich wollte ich Anfang 2011 auch noch reinpacken und damit das “Werk” abschliessen, aber irgendwie hab ich einfach zuviel gebloggt, schon bis Ende 2010 sind 300 Buchseiten zusammen gekommen, wenn ich den Rest noch reinpacke, wird das Buch sauteuer (das letzte Buch hatte 224 Seiten für 15 Euro). Deshalb habe ich mich entschlossen, ein dreiteiliges Werk zu machen. Das Tagebuch 2010 endet also Ende 2010 und dafür gibt’s einen dritten Teil in dem dann auch noch einiges aus meinem neuen Tagebuch hier veröffentlicht wird. Irgendwie macht das auch Sinn, dieses Tagebuch sollte ja den Prozess einer “Geschlechts-Transition” beschreiben und da gehört auch die Zeit danach noch ein Stück weit mit dazu.

Die grobe Korrekturlesung ist nun abgeschlossen und als Nächstes werde ich einen Probedruck machen, diesen nochmal durchlesen und anschliessend das Buch in Druck geben, Ihr erfahrt dann wenn es im Handel ist. Wie letztes Mal wird das Probelesen sicher wieder ein psycho-emotionales Abenteuer der besonderen Art, wenn das ganze Jahr nochmal wie im Film an mir vorbei läuft. Wie letztes Mal werde ich hier dann darüber berichten. Der Vollständigkeit halber füge ich nachfolgend den dreiteiligen Blogbeitrag, den ich damals beim Lesen des ersten Tagebuch-Jahres geschrieben habe.

Blog-Tagebuch 2009 – 1. Teil

hmmmmmm, wie erklär ich jetzt sowas……. stellt Euch vor, Ihr wacht eines morgens auf und rund um Euch wuseln ein dutzend Elfen rum, die Euch den Kaffee ans Bett bringen, lustige Lieder singen, kreischend auf der aufgescheuchten Katze reiten, eine spielt schottischen Dudelsack…….. hat was surreales, nicht?

Etwa so fühle ich mich jetzt grad, nur wuselt und singt niemand, dafür habe ich ein Buch in der Hand, auf dem Cover lächle ich mir entgegen, darunter steht

T-Girl Diana
Blogtagebuch 2009
das erste Lebensjahr einer transsexuellen Frau

Das bin ich…….. in einem Buch……….. das kann nicht sein! Wenn man Bücher liest, dann begegnet man anderen Menschen, aber sich darin zu sehen, ist echt schräg.

Das Gefühl in mir ist irgendwie euphorisch, andächtig, verzückt, erschüttert……. als ob die Welt eine fünfte Dimension bekommen hätte, mein Leben auf Papier. Ich hab da das wichtigste, spannendste und schönste Jahr meines Lebens in den Händen. Und dann hats auch noch acht Bilder drin, das ist ja vielleicht ein Gefühl, wenn man umblättert und glaubt man würde in den Spiegel gucken.

Irgendwie ist es erschütternd zu lesen, was für eine Entwicklung ich da durchgemacht habe, was für Gefühlswelten sich da auftaten und wie sich alles in so wundersamer Weise veränderte, sich von Monat zu Monat verschönerte. Da ist wirklich aus einer Raupe ein Schmetterling geworden, aber es war ein harter Kampf durch diesen Cocoon. Beim Lesen flattere ich manchmal mit den Flügeln und es wird mir wieder klar, wie erbärmlich das Leben doch einst war.

Durch all das bin ich hindurch gegangen, geht mir durch den Kopf, wenn ich das Buch in den Händen halte. Das war die Entscheidung meines Lebens und der Befreiungsschlag für meine Seele. Dieses Jahr hier in meinen Händen hat meinem Leben Sinn gegeben und hat Glück in mein Leben gebracht. In diesem Jahr habe ich mir dieses Leben, das ich nun so geniesse, hart erkämpft…… und ich habe gesiegt – ich bin jetzt Ich.

Ich bin gespannt, was nun auf mich zu kommt, wenn ich im Kino meines Lebens sitze und den Film meiner Selbstentfaltung betrachte. Wer wird mir da begegnen – und wie wird sie sich entwickeln? Ich glaub, mir stehen ein paar sehr sentimentale Stunden bevor.

Blog-Tagebuch 2009 – 2. Teil

Den ersten Drittel meines Buches habe ich nun gelesen und bin damit in der Mitte des letzten Jahres gelandet – was mal wieder zeigt, dass Mathematik nix mit dem realen Leben zu tun hat. Aber was ich dabei durchlebt habe, ist wirklich dicke Post. Wenn ich Blogbeiträge schreibe, dann sind es Momentaufnahmen, die ich so aus mir heraus spucke und dann hinter mir lasse. Diese schwierige Anfangszeit in diesem papierenen Kino meines Lebens nochmals zu durchleben, ist wirklich erschütternd. Weil das was mir da begegnet, so fern ist von dem, was ich heute im Alltag erlebe.

Ich begegne einer transsexuellen Frau, die traurig und verzweifelt ist, die ungeheure Angst hat vor einer Welt, von der sie erwartet, mit Füssen getreten zu werden weil sie es wagt, sich selbst zu sein. Angst vor der Öffentlichkeit, Unsicherheit, kein Selbstbewusstsein, Zweifel ob sie stark genug sein wird – beim Lesen merke ich, dass sie mir unheimlich leid tut. Das einzige was beim Lesen Hoffnung gibt ist zu spüren, dass dieses ängstliche Wesen vom Mut der Verzweifelten getrieben ist und mit einem renitenten Kampfgeist das Unmögliche schaffen will. Aber ganz ehrlich, wüsste ich den Schluss des Buches nicht, ich wäre sehr skeptisch, dass sie es wirklich schafft.

Doch schon nach 4-5 Monaten kommt Licht in diese Lebensgeschichte, das Mädel erzählt plötzlich davon, wie glücklich sie neuerdings ist. Es fällt einem schwer das zu glauben, kann man glücklich sein, wenn man so von Angst und Verzweiflung getrieben ist? Scheinbar geht das. Man bemerkt, wie langsam Selbstbewusstsein entsteht, das sich dann in einem Akt des Aufbäumens im Kapitel “Der Stolz einer TransFrau” manifestiert.

Immer wieder bin ich fassungslos, kann irgendwie nicht glauben, dass aus diesem Bündel Unsicherheit das geworden ist, was heute dieses Buch liest. Der Unterschied von damals zu heute scheint unüberbrückbar.

Manchmal denke ich noch weiter zurück und stelle fest, dass ich seit Jahren nichts mehr von der Welt wissen wollte, kaum noch Kontakt zur Aussenwelt hatte. Hätte mir vor zwei Jahren jemand erzählt, wie ich mich heute fühle und verhalte, wäre ich in schallendes Gelächter ausgebrochen. FreundInnen, Ausgang, Lebensfreude – so ein Quatsch, ich doch nicht, wozu auch?

Und so wende ich mich wieder diesem Buch zu, das die Geschichte meines Lebens erzählt, das mir vor Augen hält, wie ich das Unmögliche geschafft habe. Diese Geschichte meiner Befreiung, die in eine Selbstentfaltung mündet, an die ich nie zu glauben gewagt hätte.

Es werden sich noch viele Tränen in meinen Augen sammeln, während ich hier weiter lese, weil die Schmerzen von damals noch einmal auftauchen um sich zu verabschieden und weil es mir immer wieder vor Augen hält, wie weit ich gekommen bin und wieviel glücklicher ich nun bin. Ein schmerzhafter Akt des Selbststudiums der mich immer wieder in Verzückung versetzt…… ich habe es wirklich geschafft, mir mein Glück zu erkämpfen, dafür werde ich mir ewig dankbar sein.

Blog-Tagebuch 2009 – 3. Teil

Letztes Wochenende habe ich mein Blogtagebuch nun fertig gelesen und war auch am Schluss tief berührt, wenn auch in umgekehrter Richtung als am Anfang des Buches. Als ich die ersten Monate des Tagebuchs las, war ich immer wieder erschüttert zu erleben, wie dieses ängstliche und verzweifelte Mädel ohne Hoffnung einen Kampf führt, von dem man beim lesen glaubte, dass sie ihn kaum je gewinnen wird. Der Mut der Verzweifelten, habe ich glaub mal geschrieben, das hat mich damals über Wasser gehalten.

Aber so erschütternd wie der Anfang war, so wohltuend war der Schluss. Was ich zu lesen bekam, in diesem Kino meines Lebens, entsprach genau dem was ich jetzt fühle – was kein Wunder ist, ich habs ja geschrieben ;-) Noch im Sommer hätte ich nicht gedacht, dass ich ab Herbst so aufblühe und beim Lesen wird einem wirklich klar, dass ich die Grenze zum Glücklichsein definitiv überschritten habe. Es ist ein wunderschönes Happy End – obwohl die Geschichte ja dieses Jahr weiter geht und das grosse Finale erst in der zweiten Jahreshälfte kommen wird. Und doch zeichnet sich der “Sieg” ab.

Es wird noch viel auf mich zukommen, auch in Zukunft werde ich manchmal traurig sein, manchmal verzweifelt, manchmal wütend und manchmal unsicher. Aber in diesem Jahr habe ich mir mein Leben erkämpft und ein Selbstbewusstsein entwickelt, dass mich auch durch schwere Zeiten tragen wird – davon bin ich überzeugt.

Und ich bin überzeugt, dass ich mich richtig entschieden habe, dass mich dieser Weg – so verrückt er auch wirken mag – nicht der beste sondern der einzige Weg war, der zu echter Lebensfreude führen konnte. Gegen den Schluss des Buches war ich erfüllt von Dankbarkeit, nicht nur allen gegenüber die mir beigestanden sind sondern auch mir gegenüber, dass ich tatsächlich das Unmögliche wagte und damit das Unmögliche möglich machte. Ich war dankbar, dass ich all diese Ängste ausgestanden habe und Mut aufbrachte, wo kein Mut vorhanden war. Und ich war dankbar, dass ich die Bereitschaft fand, den hohen Preis zu bezahlen – es war jeden Dollar wert.

Und so stehe ich nun hier, blicke in eine Zukunft, vor der ich mich nicht fürchte, auf die ich mich grenzenlos freue. Denn etwas habe ich mir dieses Jahr bewiesen……….. yes, I can!

Nun muss ich noch einiges am Buch korrigieren und formatieren und blabla, aber ich denke es wird nicht mehr lange gehen, bis das Buch publiziert wird, unterdessen gehts mit dem zweiten Teil weiter, hier auf diesem Kanal :-)

Blogtagebuch 2009 veröffentlicht

Seit heute ist mein Blogtagebuch 2009 im Buchhandel erhältlich und ich bin nun ganz aus dem Häuschen deswegen, jetzt bin ich nämlich offizielle Autorin, jawoll. Eigentlich war das ja früher geplant, aber die Überarbeitung dauerte doch ne ganze Weile und da ich von meiner Süssen ständig telefonisch von der Arbeit abgehalten werde ;-)

Aber nun ist es draussen und kann in jedem anständigen Buchladen unter der ISBN-Nummer 978-3-8391-4217-2 oder dem Buchtitel “T-Girl Diana – Blogtagebuch 2009″ bestellt werden. Der offizielle Verkaufspreis ist ungefähr Fr. 26.– oder 15 Euro, im Schweizer Exlibris wird es sogar mit 15% Rabatt für Fr. 22.50 angeboten.

Falls jemand in meinem persönlichen Umfeld ein Exemplar möchte, ich habe ein paar bestellt und kann sie für Fr. 20.– abgeben. Diejenigen, denen ich eines als Geschenk versprochen habe, bekommen es natürlich gratis.

Wer sich ein Exemplar bestellen möchte, kann dies beispielsweise bei diesen Online Bücherläden bestellen:

ExLibris Schweiz für Fr. 22.50
Libri Deutschland für Euro 15.–
Orell Füessli Schweiz für Fr. 27.90

Das Buch beinhaltet auf 224 Seiten alle Blogbeiträge des letzten Jahres, deshalb ist der Untertitel des Buches auch “Das erste Lebensjahr einer transsexuellen Frau”. Die Bilder, mit denen ich meine Blogbeiträge jeweils verziere, sind aus rechtlichen Gründen nicht im Buch. Dafür hat es 8 meist ganzseitige Fotos von mir drin.

Für diejenigen die selber mal sowas machen möchten, das ist ganz einfach. Man eröffnet einen Account bei Books on Demand, wählt dort ein Layout aus, erstellt ein Word-Dokument mit dem entsprechenden Ausmass, exportiert es als PDF, lädt es hoch, bastelt sich online ein Buchcover zusammen und publiziert das Ganze – entweder für sich privat, dann zahlt man nur den Buchpreis oder man veröffentlicht es für Fr. 70.– mit ISBN-Nummer.

So und von nun an möchte ich nur noch mit Frau Autorin oder Frau Schriftstellerin angesprochen werden ;-)

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