Politically incorrect since 1966

Man hat nie genug Schuhe äh Instrumente

Schon oft musste ich energisch betonen, dass eine Frau NIE genug Schuhe hat, das ist für Euch ja nichts Neues. Aber Schuhe sind nicht die einzigen Dingens, von denen man nie genug haben kann, dasselbe gilt nämlich auch für Musikinstrumente. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an meine Euphorie letztes Jahr, als ich mir ein elektronisches Cello kaufte, in der wirren Hoffnung, ich könnte das lernen? Naja, konnte ich nicht, aber das soll heute nicht das Thema sein, denn heute möchte ich mein neustes Lieblings-Dingens vorstellen, eine elektrische Gitarre, die ich vorerst mal liebevoll “Fury” (Furie) nenne……. und das kam so……..

….. das wär ein guter Zeitpunkt, Bier und Popcorn zu holen, das dürfte sich mal wieder hinziehen ;-)

Wer mich gut genug kennt, ist bezüglich meiner Schuhleidenschaft äh Musikleidenschaft ja schon öfters verwirrt worden, denn im Laufe meines Lebens habe ich eine beachtliche Anzahl an Instrumenten gekauft, mit mehr oder weniger Erfolg gelernt und dann irgendwann zur Seite gestellt. Das klingt etwas sinnbefreit, aber ich würde nicht einen dieser Käufe bereuen, denn all diese Instrumente bescherten mir unzählige Stunden Lebensfreude und das Musizieren war in vielen Lebensphasen ein unglaublich befreiendes Ventil, durch das ich meine Gefühle umsetzen konnt – selten gut, aber oft mit viel Spass.

Eine zwanzigjährige Reise durch die Welt der Instrumente

Es begann vor einem Vierteljahrhundert mit meiner ersten elektrischen Gitarre, die ich im Alleingang lernte – oder eben auch nicht – und die dann irgendwann abgelöst wurde durch Blues-Harps (Mundharmonika). Diese spielte ich mehrere Jahre, diesmal sogar recht erfolgreich, hatte in dieser Zeit ständig welche in der Jacke und trötete mir bei jeder sich bietenden Gelgenheit das Herz aus dem Leib. Aber irgendwie waren die BluesHarps nicht so ganz das Richtige und so kam dann halt doch irgendwann wieder das Gitarren-Fieber.

Elektrische Gitarren sind abgesehen von aus meiner Sicht nahezu unspielbaren Streichinstrumenten die Königinnen unter den Musikinstrumenten, also kaufte ich mir dann halt eine richtig gute Gitarre, eine königsblaue Levinson Blade. Mit der ging’s dann erstmals so richtig los, ein paar Jahre lang begleitete sie mich, ich nahm sogar lange Zeit Gitarrenunterricht, lernte dabei viel und kam doch irgendwie nie auf einen grünen Zweig. Das Problem dabei war, dass ich – um meinen damaligen Lehrer zu zitieren – die Gitarre in der Hand hielt wie eine Axt. Sei lockerer, ermahnte er mich Woche für Woche, nur um mitzuerleben, wie sich meine Finger noch mehr ins Griffbrett bohrten. Schlussendlich kam es wie es kommen musste, da meine Lernkurve eben aufgrund dieser Verkrampftheit stagnierte, verlor ich die Freude und hatte nun einen weiteren Gegenstand der herumstand.

Während einer Amerikareise kam dann mal noch eine indiansche Flöte dazu (eine red-cedar flute), die aber auch nicht so ganz das Richtige war.

Und dann kam diese ominöse Schottlandreise, die mich mit dem Pipe-Fieber infizierte und so gings dann halt weiter mit einer Great Highland Bagpipe, einem schottischen Dudelsack. Etwa zwei Jahre nahm ich Unterricht in einer Pipes and Drums Band, übte so um die zehn Stunden pro Woche, wurde immer besser und war schlussendlich schon fast Band-tauglich – und dann ging’s mit “meinen Weg” los, der soviel Energie, Zeit und Aufmerksamkeit absorbierte, dass ich die Pipes niederlegen musste – und da liegen sie nun seit diesem Tag.

Tja und dann war eben letztes Jahr das eCello an der Reihe, aber wie befürchtet habe ich mich damit total übernommen, es machte zwar Spass, aber mir fehlt das Talent und die Geduld dazu und ein in der Kindheit gebrochener linker Ringfinger verunmöglichte präzises Spielen, also war wieder ein Instrument bereit für die Ruhmeshalle.

Die eGitarre, die Königin unter den Instrumenten

Aber so ganz ohne Instrument geht es bei mir einfach nicht. Musik ist mein halbes Leben, sei es mit Hören oder sei es eben mit Spielen. Und Letzteres fehlte mir halt einfach schaurig. Und so kam es dann halt, dass es mich wieder packte und diesmal zog es mich nicht zu neuen Ufern sondern wieder back to the roots, zurück zur Gitarre. Nun muss ich kurz erklären, was mich an Gitarren immer so fasziniert hat. Einerseits liebe ich Gitarren, wenn sie so richtig schreien, also im Stil eines Carlos Santana und ähnlichem. Eine Gitarre muss schreien und jaulen, muss weinen und jammern, dann berührt sie mein Herz wie kaum etwas Anderes. Auf der anderen Seite liebe ich Rock-Musik und im speziellen alten Heavy-Metal und im noch spezielleren sogenannten Neoclassical-Metal, das ist eine Art Metal (Hardrock) der sich an klassischer Musik orientiert. Klingt wirr? Isses auch – aber es ist coooooooool und zwar sowas von :-)

Yngwie Malmsteen – der Gitarren-Gott des Neo-Classical

Schon seit einer Ewigkeit bin ich total Fan von einem Schweden namens “Yngwie J. Malmsteen“. Er war zumindest in meiner Wahrnehmung der Erste, der harten Heavy-Metal in perfekter Weise mit Klassik verschmolz. Yngwie spielte schon als Kind täglich stundenlang auf der eGitarre Metal, Bach- und Paganini-Stücke, die selbst für Violinisten eine Herausforderung wären und er spielt diese unglaublich schnellen und schwierigen Songs mit einer noch unglaublicheren Leichtigkeit, die einem einfach in Verzückung geraten lässt. Durch ihn lernte ich eben dieses Neo-Classical kennen und lieben. Wenn jemand ein mir bekanntes und von mir geliebtes Bach-Stück, das eigentlich für Violinen geschrieben wurde, auf einer elektrischen Gitarre hinbrettert, dann krieg ich vor lauter Verzückung Augen wie ein Kleinkind beim ersten Zoobesuch. Tja und ebendieser Malmsteen hat’s mir in letzter Zeit wieder schaurig angetan und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Diana kriegt Yngwie’s Gitarre :-)

Nun ist es so, dass es viele Gitarrenhersteller gibt, aber vorallem zwei Hersteller schwimmen oben auf, einerseits Gibson und anderseits Fender. Zweitere hat seit Urzeiten ein Klassiker-Modell das sich Stratocaster nennt. Diese von Fans liebevoll “Strat” genannte Gitarre ist sehr verbreitet, wegen ihres relativ zarten Klangs aber weniger bei Hardrockern – es sei denn in überarbeiteter Form. Man findet öfters Rock-Gitarristen die eine Strat spielen, die aber andere Tonabnehmer (Pickups) drin hat, eben solche die so richtig kreischen können – oder sie ergänzen den Klang mit Effektgeräten und kräftigen Verstärkern um den für Rock nötigen Donner hinzukriegen. Auch Yngwie spielt meist auf einer Strat und natürlich hat auch er das Teil umgebaut. Und jetzt kommt’s :-)

Die Firma Fender hat schon ein paar mal sogenannte “Signature Series” herausgegeben. Das Prinzip läuft so, dass sie Top-Gitarristen wie beispielsweise Eric Clapton fragen, wie eine gute Strat in seinen Augen sein muss, dann bauen sie genau so ein Modell, pressen sein Autogramm auf die Gitarre und geben sie dann als “Clapton-Strat” oder was auch immer heraus. Und genau das haben sie schon vor einigen Jahren mit Malmsteen gemacht. So entstand die Malmsteen-Stratocaster, die nicht nur ultra-krasse Tonabnehmer drin hat (früher DiMarzio und neuerdings Seymour Duncan) sondern nebst kleinen Veränderungen vorallem ein sogenannt “scalloped” Griffbrett, bei dem die einzelnen Bünde sozusagen ausgefräst wurden. Der Effekt dabei ist, dass man beim Spielen die Finger nicht mehr bis aufs Griffbrett durchdrückt sondern die Finger samt Saite sozusagen in der Luft schweben. Das hat zur Folge, dass man viel weniger drücken muss, eigentlich reicht eine sanfte Berührung und schon geht die Post ab – es bedeutet aber auch, dass der Ton sich grässlich verzieht, wenn man auch nur ein klein wenig zuviel drückt.

Und als ich das kürzlich diesen Bericht sah, wurde mir schlagartig klar, dass genau so eine Gitarre das ist, was ich brauche – eine Gitarre die mich zwingt, sanft zu drücken. Das Problem früher war eben, dass ich es zwar immer versuchte, nach wenigen Tönen aber wieder im alten Muster herumquetschte und es erst merkte, wenn mir die Finger weh taten. Aber eine Gitarre, die mich anmeckert sobald ich was falsch mache, das klingt geradezu perfekt für mich – und wenn ich dadurch auch noch deutlich schneller werden kann……… und so träumte Diana halt wieder los.

Diana im Malmsteen-Fieber

Tja, nun hab ich sie seit ein paar Wochen – und bin sowas von glücklich, das kann man sich nicht vorstellen. Diese Strat klingt dank der ultra-krassen Tonabnehmer wirklich genial und das Griffbrett hält genau das was ich mir versprochen habe. Schon jetzt, nach einem knappen Monat üben, spiele ich bereits viel lockerer und schneller als damals und das trotz jahrelanger Pause. Das Ding ist echt Wahnsinn, ein Traum von einer Gitarre :-) und das Geniale ist so ganz nebenbei, dass ich eine eGitarre mit Kopfhörer spielen kann, was gerade in Anbetracht meiner aktuellen täglichen Fingerübungen Juliet seeeeehr entgegenkommt ;-)

Warum meine Strat eine Furie ist

Wer sich am Beginn dieses Beitrags verwirrt gefragt hat, warum ich eine Gitarre Fury nenne, der kriegt jetzt eine Antwort darauf, denn jetzt wird’s Zeit für den technischen Quatsch, der vermutlich nur noch Gitarristen interessiert. Denn diese zauberhaften Tonabnehmer die der Gitarre den typischen Malmsteen-Sound geben, sind von der Firma Seymour Duncan und sie sind ebenfalls Sonderanfertigungen für den Gitarrengott Malmsteen. Und weil eine seiner bekanntesten Platten “Fury” hiess und er so furios spielt, haben sie einen der drei Humbucker-Tonabnehmer eben Fury getauft. Zusammen mit zwei ebenfalls für Yngwie entwickelten YJM-Singlecoils hat man die perfekte Sound-Basis.

malmifret1Am Aussergewöhnlichsten ist wie bereits erwähnt das scallopte Griffbrett und als ob das noch nicht genug wäre, wurde das Griffbrett auch mit richtig fetten (dick und hoch) Bünden (Dunlop super jumbo frets) ausgestattet. Auch Ritchie Blackmore spielt übrigens auf scallpotem Griffbrett, aber in seiner Version sind nur die hohen Tone scalloped, der Rest normal. Jedenfalls ist diese Kombination aus vertieftem Griffbrett und erhöhten Bünden einfach genial zum spielen, die Seiten berühren so nie mehr das Griffbrett sondern liegen schon bei sanftestem Druck auf den Bünden auf.

Gitarren-Interessierten empfehle ich diesen Review, der gab mir persönlich auch den letzten Schubs ;-)
YouTube: Fender Yngwie Malmsteen Stratocaster MN VWT Upgrade

Übung macht die Meisterin

Entgegen meinen früheren Gewohnheiten mache ich jedoch jetzt den fatalsten Fehler nicht mehr. Ich übe seit Wochen die wildesten Dinge, aber ich spiele nicht ein einziges Lied. Alles was ich tue sind Fingerübungen und Techniken in Zeitlupe durchspielen um das “Fingergedächtnis” zu trainieren und mir die nötige Sanftheit anzueignen. Früher spielte ich einfach drauf los ohne eine richtige Basis zu schaffen, nun läuft es umgekehrt, ich spiele nicht sondern erarbeite mir ein anständiges technisches Fundament – und dann wird erst losgespielt, dann aber richtig :-)

So und jetzt muss ich wieder üben gehen – und da ich noch ein paar Jahre brauche bis man mein Gequietsche hören kann, stelle ich “meine Fury” mit diesem Video vor, denn hier spielt der Gitarrengott wie mir scheint genau dieses Modell in genau meiner Farbe…. enjoy ;-)

und weil’s so schön ist, hier noch ein Video aus der guten alten Zeit, als er und ich noch jung und knackig waren und er mit seinen coolen Outfits so richtig den Bach raushängen liess :-)

und wer jetzt immer noch nicht genug hat und Yngwie mal etwas auf die Finger sehen möchte, der soll hier reinschauen – aber Vorsicht, da herrscht akute Schwindelgefahr ;-)

Glücklichsein ist lernbar (Buchempfehlung Lebenshilfe)

buchempfehlung-lebenshilfe-sich-wohlfuehlen Unzählig sind die Menschen, die mir bisher begegneten, die sich in ihrem Leben nicht wohlfühlen. Entweder sie werden von Schicksalsschlägen gepeinigt oder sind einfach aus Prinzip unzufrieden. Auch ich gehörte lange Zeit zu denen, die von der Kunst des Lebens zuwenig verstanden um wirklich glücklich zu werden und meist gab ich allem die Schuld, nur nicht mir selbst. Doch ausnahmslos alle, die sich über das Leben beklagten, hätten es besser haben können, wenn sie die richtige Lebenseinstellung gehabt hätten – so auch ich. Deshalb möchte ich Euch heute ein Buch ans Herz legen, das so Manchem die Lebensfreude erhöhen kann und ich sage nicht ohne Stolz, dass der Autor mein Pate ist :-)

Ein Buch, das helfen kann…

Die Wichtigkeit eines Problems ist diejenige, die wir ihm gewähren
(Buchzitat)

Auch mein Pate gehört zu den Menschen, die schier unerträgliche schwere Schicksalsschläge durchlebt haben, der “Höhepunkt” war die jahrelange und tödlich endende Krankheit seiner Frau. Doch irgendwie schaffte er das Unmögliche, er lernte, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen und er lernte vorallem eines: Ich habe vielleicht nur begrenzten Einfluss darauf, was um mich herum und mit mir geschieht, aber ich habe sehr wohl grossen Einfluss darauf, was ich damit anfange. Es liegt an mir, ob ich mich in die negativen Aspekte meines Lebens verbeisse, mich wie eine irrsinnige Tanzmaus im Kreis um diese Probleme drehe und mich dabei immer mehr in Trauer, Verzweiflung, Wut und Verbitterung steigere – oder ob ich neben den nicht lösbaren Aspekten meines Lebens auch die guten Seiten betrachte und geniesse.

Mein Pate gehört zu den Menschen, die es schafften, mit ihrem Problemen zu wachsen, die nicht resignierten sondern an sich arbeiteten und das allein durch die richtige Einstellung. Diese Lebenserfahrung wollte er mit seinen Mitmenschen teilen, also begann er seine Erfahrungen aufzuschreiben und vollendete schlussendlich vor fast zwei Jahren ein kleines Buch mit dem Titel “Etre bien“…….. und das war der Beginn einer ziemlich verrückten Geschichte.

… und eine äusserst selbstlose und nicht weniger verrückte Idee

Wahre Liebe ist die kraftvollste erneuerbare Energie, die es überhaupt gibt.
(Buchzitat)

Denn anstatt das Buch einfach zu veröffentlichen wie es Andere tun würden, liess er sagenhafte 100’000 Exemplare auf eigene Kosten drucken und verschickte diese an ebensoviele Haushalte in der französischen Schweiz. Dieses Frühjahr wurde das Buch dann auf deutsch übersetzt und unter dem Titel ‘Sich Wohlfühlen‘ publiziert – und so geschah das Wunder erneut und weitere 150’000 Exemplare wurden an Haushalte in der deutschsprachigen Schweiz verschickt – erneut gratis, einzig mit dem Hinweis, man könne bei Wohlgefallen eine kleine Spende an “Le Cube de Verre” zukommen lassen, eine Stiftung für autistische Kinder, die auch von ihm betreut wird.

Ganz ehrlich, bei soviel Selbstlosigkeit fehlen mir irgendwie die Worte und es macht mich richtiggehend stolz, so einen Paten zu haben :-)

Über das Buch, das einem helfen kann, sein Glück zu finden

Aber nun zum Buch……

Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden

Ich weiss nicht mit Sicherheit, woher dieses kluge Gebet oder Sprichwort ist, ich hörte mal, es sei indianischen Ursprungs, aber es spielt eigentlich keine Rolle, wichtig ist nur, dass man dieses “Mantra” verinnerlicht, denn hier liegt das Geheimnis zum wahren Glück des Lebens. Und genau hier setzt dieses wertvolle Buch an.

Jedes Problem und jedes Unwohlsein hat seine Ursache und an diesen Ursachen kann man oft nichts ändern. Wenn jemand im persönlichen Umfeld oder man selbst krank wird, hat man darauf nur bedingten Einfluss und wenn einem jemand oder etwas das Leben schwer macht, hat man oft auch nur beschränkte Möglichkeiten, diese negativen Einflüsse zu verändern. Aber auch wenn diese Faktoren die Ursache des Unwohlseins sind, so sind sie noch lange nicht die Gründe, weshalb man leidet. Denn der Grund, warum jemand leidet, hat viel mehr mit der Nichtakzeptanz solcher Einflüsse zu tun. Es ist nicht die Frage, was passiert ist sondern viel mehr die Frage, wie ich damit umgehe. Deshalb gibt es eigentlich ein einfaches Rezept. Es gilt, die Ursachen solcher “Störfaktoren” zu akzeptieren, sich nicht darin zu verbeissen sondern anstelle dessen die Energie dafür einzusetzen, damit klarzukommen.

Um es mit einem überspitzt vereinfachten Beispiel aufzuzeigen: Wenn es regnet, kann ich mich stundenlang über das Wetter aufregen, ändern werde ich dadurch nichts und mein Wohlbefinden wird mit zunehmendem Mass schlechter. Wäre es da nicht schlauer, das Wetter zu akzeptieren so wie es ist und anstelle dessen lieber einen Schirm aufzuspannen?

Auf solche Fragen geht dieses Buch ein und bietet Antworten und Strategien und es illustriert solche Fragestellungen mit vielen teils ans Herz gehenden Fallbeispielen aus dem Leben des Autors und seines Umfelds. Und es geht offenbar nicht nur mir so, dass man beim Lesen immer mal wieder staunend innehält und denkt: “Meine Güte, wie einfach könnte das Leben doch sein, wenn man es zulässt”. Ich habe mich in diesem Buch oft wiedergefunden, sei es, dass ich dachte: “Ja, dieser Gedanke hat mich auch schon oft aus dem Elend gezogen” – oder dass ich dachte: “Oops, da sollte ich wohl auch dringend mal wieder über die Bücher gehen, ich mache mich hier oder dort ja völlig unnötig verrückt”.

Beim Lesen des Buches musste ich immer wieder an ein Wortspiel denken, das mich schon vor längerer Zeit mal amüsierte. Wie oft sagt man Dinge im Stil von: “Ich rege mich so auf über Wasauchimmer”………. und ist sich dabei nicht bewusst, wie Recht man doch hat mit dieser Aussage, weil “ICH MICH aufrege”. Es sind nicht die Anderen, die mich aufregen, ICH selbst bin es. Die Anderen sind zwar Ursache meiner Aufregung, sie bieten den Anlass, aber der Grund für meine Aufregung ist, das ich blöd genug bin, mich da reinziehen zu lassen. Beim Lesen dachte ich immer wieder kopfschüttelnd an all die Momente, in denen ich fast Tobsuchtsanfälle bekam bei Diskussionen in öffentlichen Foren und ich erschauerte immer wieder von Neuem beim Gedanken, wieviel Unwohlsein ich mir auferlegt habe, nur weil ICH mich über nervende Menschen ärgerte. Diese Erkenntnis ist für mich nicht neu, aber ich muss mir nachwievor immer wieder vor Augen halten, was ich da tue und in was ich mich da reinreissen lasse – und muss mir immer wieder von Neuem bewusst machen, dass es an mir liegt, wie sehr ich mich reinziehen lasse und wie nah ich mir etwas gehen lassen will – und dazu ist dieses Buch eine wertvolle Hilfe.

Über den Wert eines Buches kann man immer streiten und man kann mich als Patenkind auch der Subjektivität bezichtigen, aber abgesehen davon, dass auch Juliet das Buch super fand, sprechen eine grosse Zahl an dankbaren LeserInnen Bände. Seit der Veröffentlichung bekommt mein Pate fast täglich Dankesbriefe oder Mails und wenn man auf seiner Website mal ein paar dieser “Leserkommentare zum Buch ‘Sich wohlfühlen’” liest, kann man erahnen, wie wertvoll dieses kleine Büchlein sein kann.

Fallbeispiele aus meinem Leben

Man wird nicht glücklich durch Erfolg.
Erfolg ist, wenn man glücklich ist.
(Buchzitat)

Da ich nicht einfach Teile seines Buches hier veröffentlichen möchte, nehme ich ein paar Aspekte aus meiner eigenen Lebensgeschichte, die dieses Thema beispielhaft veranschaulichen können. Das scheint mir passend, weil gerade das Leben “transsexuell-gebrandmarkte Frau” eine ziemliche Herausforderung ist, wenn man unter solchen Umständen glücklich sein möchte.

Fakt ist, dass ich für viele Menschen so eine Art “Kuriosum” bin. Daran kann ich wenig ändern, damit muss ich leben und deshalb bleibt mir nichts Anderes als dies zu akzeptieren. Fakt ist aber auch, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt, die mich so sehen wie ich bin, die mich respektieren und mögen, ja sogar lieben. Nun liegt es an mir, worauf ich mehr Energie verwende. Ärgere ich mich über primitive Kommentare in Boulevardmedien oder erfreue ich mich über herzliche Begrüssungen in meinem Stammpub? Es liegt an mir, ob ich mein Selbstbild von Anderen übernehme und mich auch als “Kuriosum” betrachte oder ob ich stolz darauf bin, dass ich etwas geschafft habe, das kaum jemand überwinden könnte.

Ein weiteres Beispiel drängt sich mir auf: Als Frau mit transsexueller Vergangenheit habe ich nunmal nicht grad das Aussehen eines Supermodels. Ich kann und will mich zwar nicht beklagen, aber dieses Thema ist schon eine gewisse Herausforderung für mich. Nun, ich kann mich jetzt täglich vor dem Spiegel verfluchen, weil ich etwas schmale Hüften habe oder meine Stimme nicht grad prickelnd ist und und und und…… oder ich freue mich tagtäglich vor demselben Spiegel darüber, dass mein Äusseres um soviel mehr zu meinem Inneren passt als es früher der Fall war und dass der Anblick meines Spiegelbilds, mag ich auch noch soviel zu kritisieren finden, nun endlich mir entspricht und ein stetes Mahnmal ist, dafür, dass ich es endlich geschafft habe.

Aber auch jenseits des Transsexualitäts-Themas gibt es viele Aspekte meines Lebens, in denen ich mein Leben von zwei Seiten betrachten kann, ein Ausserordentliches drängt sich mir gerade auf: Ich hatte vor Jahren einen Burnout, der mich ein Jahr lang in einen zombie-ähnlichen Zustand versetzte, mich meinen Traumjob kostete, mein Bankkonto um 50’000 Franken erleichterte, mein ganzes Ego in Schutt und Asche legte – darüber könnte ich verzweifeln – oder mich darüber freuen, dass ich damals soviel Zeit für mich bekam in der ich nur mit leerem Blick vor mich hinstarrte und nachdachte – und mich darüber freuen, dass genau diese damalige Leere und Sinnfrage mich an den Punkt brachte, dass ich Jahre später den Mut fand, zu mir selbst zu stehen und meinen Weg gehen konnte. Um es noch deutlicher zu sagen: Wäre ich damals nicht derart zertrümmert worden, hätte ich nie die Reife erlangt, die ich benötigte, um später endlich meinen Weg zu gehen. Dieser Burnout – so brutal er auch war – wurde zum Fundament meiner Selbstbefreiung.

Zurück zum Buch

Der wahre Erfolg, jener der dem Leben einen Sinn gibt, ist meines Erachtens nach die Fähigkeit, sein Leben ständig bewusst oder unbewusst gelassen nehmen zu können, egal in welcher Situation, um alle Probleme des Alltags ruhig, ohne Schmerzen und emotionale Sorgen zu meistern und so glücklich zu sein.
(Buchzitat)

Deshalb, weil ich aus Erfahrung weiss, dass Glücklichsein selbst unter widrigsten Umständen lernbar ist, möchte ich Euch allen dieses Buch ans Herz legen. Man kann natürlich einwänden, dass der Büchermarkt voll ist von Büchern, die über solche Themen schreiben – das stimmt, auch ich kenne enige Bücher in dieser Art – trotzdem empfehle ich dieses Buch, weil es nicht episch ausschweifend und nicht esoterisch angehaucht ist sondern kurz und bündig die Fakten anschaulich auf den Tisch legt – und weil es nebenbei noch einem guten Zweck dient, denn sämtliche Einnahmen aus den verkauften Büchern gehen vollumfänglich an obengenannte Stiftung für autistische Kinder.

Also helft Euch selber, etwas glücklicher und zufriedener zu werden und falls Ihr bereits wunschlos glücklich seid, so lade ich Euch hiermit ein, Euer Glück ein klein wenig zu teilen und der Stiftung “Le Cube de Verre” eine kleine Spende zukommen zu lassen – denn geteiltes Glück ist bekanntlich doppeltes Glück ;-)

Buch ‘Sich wohlfühlen’ bestellen

Das Buch kann entweder via Kontaktformular auf der offiziellen Website des Buches, bei verschiedenen Online-Buchhändlern oder bei einem beliebigen Buchhändler unter ISBN 978-2-940468-02-7 bestellt werden. Nachfolgend ein paar Bestell-Adressen:

Website des Buches ‘Sich Wohlfühlen’
ExLibris.ch
Books.ch
CeDe.ch
Exsila.ch
Amazon.de (noch nicht verfügbar)

Zusammenfassung eines Monats

Ui wie die Zeit vergeht, eben habe ich hier noch gebloggt, dann mal kurz das neue Leben zu zweit genossen und schon ist ein Monat um. Wer mich kennt, kennt die Regel: Wenn ich hier nix schreibe, dann muss es mir saugut gehen, so gut, dass ich keine Zeit zum Schreiben finde :-) Und es ist zu befürchten, dass es in nächster Zeit nicht viel besser wird, denn das Leben zu zweit ist einfach zu schön als dass ich meine Arme frei hätte um bis zur Tastatur zu gelangen. Nun denn, wenigstens eine kleine Zusammenfassung der vergangenen Wochen ist jetzt wirklich überfällig – here we go……

Mode-Sensation des Jahres: Diana trägt Hosen

Beginnen wir doch bei der grössten Sensation: Ja, Ihr habt richtig gesehen, das auf dem Foto bin wirklich ich und man glaubt es kaum, ich trage Hosen, krass, nicht? Noch sensationeller ist, dass mir dieses Outfit sogar gefällt. Nach vier Jahrzehnten Hosenzwang waren Hosen für mich die letzten Jahre kein Thema, denn erstens habe ich eben vier Jahrzehnte Beinfreiheit zu kompensieren und zweitens sind Röcke und Kleider – im Speziellen so Stretchfummel – einfach total bequem. Aber gerade wenn’s gegen Winter geht, drängen sich diese Dinger halt schon auf und so kam es, dass mich die Vernunft nun doch übermannt hat, nicht zuletzt weil Juliet mir ständig einreden wollte, ich würd auch in Jeans gut aussehen. Recht hat’se, die Bekloppte. Es ist zwar definitiv weniger bequem, aber es gefällt mir, vorallem zusammen mit meinen neuen Stiefeln und so schicken Longpullovern. Klar, ich werde weiterhin vorallem beinfrei rumlaufen, ist halt einfach mehr mein Ding, aber Jeans gehören ab sofort trotzdem zum Standard-Repertoire.

Hochzeit von Juliets Eltern

Wie in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, flog ich also in aller Herrgottsfrühe nach Hamburg, um dort am Abend an der Hochzeitsfeier von Juliets Mama und ihrem Lars teilzunehmen. Den Flug erwischte ich tatsächlich noch, womit bewiesen wäre, dass Einstein doch nicht Recht hatte und ich Überschall erreichen kann wenn ich nur will. Ich kam wie geplant mit dem ersten Zug am Flughafen an, eine Minute NACHDEM ich am Gate stehen müsste um einzusteigen. Schlau wie ich bin, habe ich ausnahmsweise mal Flachtreter gewählt und so huschte ich mehr als zu stöckeln und war dann “pünktlich” am Gate, eine Viertelstunde NACHDEM ich hätte dort sein müssen – stieg ein und flog davon. Muss man nicht verstehen, hat was mit Quantenphysik zu tun oder so. Jedenfalls klappte soweit alles und wir verbrachten einen super tollen Abend an ebendieser Feier, an der auch meine Eltern teilnahmen. Sonntag war dann Ausschlafen angesagt und am Montag gings zurück in unser Zuhause. Die Katzen waren nach diesen zwei Tagen Alleinsein glaubs ziemlich entnervt, aber sie verziehen uns sogar das……..

Erstmals Ferien im gemeinsamen Zuhause

……. nicht zuletzt weil wir darauf gleich zwei Wochen Ferien hatten und in dieser Zeit nicht viel mehr machten als zuhause rumzuliegen und uns alle Vier gegenseitig zu bekuscheln. Was unsere Ferien anbelangt, fasse ich mich kurz, denn darüber haben wir bereits in unserem gemeinsamen Blog berichtet – guckst Du hier: Erholsame Ferien im gemeinsamen Zuhause

Das DuoInfernale heiratet

Und wie in meinem letzten Beitrag erwähnt, war dann eine Woche nach den Ferien unser Termin beim Standesamt :-) Leider nicht in weiss, leider nicht in der Kirche, aber zum Glück mit der richtigen Frau, was will man mehr ;-) An dieser Stelle nochmal der Hinweis für allfällig Enttäuschte: Wir haben zwar klammheimlich auf dem Standesamt geheiratet resp. uns vergeeingetragenepartnerschaftert, aber wir werden voraussichtlich nächsten Sommer eine richtige Hochzeitsfeier nachholen, resp. deren Zwei, weil wir einmal hier mit unseren Schweizer Freunden und Verwandten feiern und einmal in Deutschland mit unserem Anhang dort. Es macht wenig Sinn, wenn alle von hier nach dort oder von dort nach hier reisen, also feiern wir halt doppelt – spät aber dafür international ;-) Auch über unseren Standesamt-Tag haben wir im gemeinsamen Blog berichtet, auch da heisst es mal wieder – guckst Du hier: Duo Infernale – just married

Wie weiter mit den Blogs?

Wie sich in den letzten Wochen gezeigt hat, haben wir zumindest momentan nur beschränkt Lust zum bloggen, weil das Leben zu Zweit einfach zu schön ist, als dass man noch Hände frei hätte für sowas. Und weil meine Süsse sowas von süss ist, nehme ich auch nicht an, dass sich das in absehbarer Zeit gross ändern wird. Ergo wird es hier vermutlich vorläufig einiges ruhiger werden – und wenn es was zu bloggen gibt, dann wohl eher über uns, ergo wird man von uns eher im gemeinsamen Blog was zu Lesen kriegen als hier. Das kann sich zwar jederzeit ändern, falls mich irgendwelche Themen in rabiater Weise anspringen, aber wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass in nächster Zeit nicht viel läuft hier. Deshalb verweise ich nochmal auf unser gemeinsames Blog, wer über uns oder mich auf dem Laufenden sein möchte, sollte dort auch gelegentlich reinschauen. Mit “dort” meine ich dort: Duo Infernale Blog

Dokumentations-Androhung auf RTL

Manchmal ist es ja schon zum davonlaufen, es vergeht kaum eine Woche, ohne dass ich irgendwo in den Medien etwas zum Thema Transsexualität finde, das mir in der Regel schaurig auf den Keks geht. Unterdessen bin ich längst soweit, dass sich mir die Nackenhaare aufstellen, wenn ich nur schon das Stichwort lese. Wenn die Chance auf einen negativ gefärbten Inhalt bei 90% liegt, fällt es schwer, positive Erwartungen zu haben. Und wenn dann auch noch ein Privatsender wie RTL die Fäden zieht, fühlt sich das an wie die Ankündigung der Apokalypse. Ich hoffe sehr, dass meine Befürchtungen diesmal unbegründet sind, denn RTL2 beginnt am 31. Oktober um 22:10 Uhr ein Dauerfeuer äh eine Serie mit dem Titel “Transgender: Mein Weg in den richtigen Körper“, in der sieben “Kandidaten” portraitiert werden. Ein Doku-Marathon über Transsexualität und das auf RTL, das klingt wirklich nach Apokalypse – trotzdem wage ich ein wenig Zuversicht.

Diese närrisch wirkende Hoffnung begründet sich einerseits darauf, dass RTL2 auf der Website eine “Begriffserklärung” bietet, die um ein Vielfaches besser ist als alles Andere, was man sonst in solchen Medien eingeflösst bekommt. Im Speziellen dieser Satz hat es mir angetan, so in der Art wurde das von so Boulevard-Medien noch nie formuliert: “Laut aktuellem Forschungsstand ‘entsteht’ unser Geschlecht in etwa der siebten Schwangerschaftswoche. Läuft hier etwas nicht genau nach Plan, so kann es sein, dass ein Mann mit weiblichem Aussehen oder eine Frau mit männlichen Aussehen geboren wird.“. Ganz ehrlich, für RTL-Verhältnisse kommt das einem 8. Weltwunder gleich, da kann ich sogar darüber hinwegsehen, dass ich den Ausdruck “Transgender” gar nicht schätze. Ebenfalls optimistisch stimmt mich, dass Sam in einer dieser Dokus vorkommt und ich von ihm sehr viel halte und ihm zutraue, für uns Sympathiepunkte zu sammeln. Auch sonst sind teils sympathische Menschen in den Trailern, auch das gibt Mut. Anderseits scheint es, dass in einigen dieser Dokus auch Geschichten präsentiert werden, die alles Andere als positive Aufklärungsarbeit sind. Nun denn, hoffen wir einfach mal das Beste. In nachfolgendem Link findet Ihr die sieben Trailer für die einzelnen “Kandidaten”, dort rechts neben dem Video kann man die “Kandidaten” anwählen.
Trailer: Transgender – Mein Weg in den richtigen Körper

Entpathologisierung von transsexuellen Menschen: Bitte unterschreiben!

Und wenn wir schon beim Thema sind, möchte ich Euch anschliessend noch inständig bitten, nachfolgende Online-Petition zu unterschreiben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist momentan mitten in der Überarbeitung der Diagnose-Bibel ICD, in der transsexuelle Menschen wie einst Schwule und Lesben als “persönlichkeitsgestört” klassifiziert werden. In dieser Petition apellieren unterdessen bald 50’000 Menschen dafür, dass die WHO transsexuelle Menschen aus dem Kapitel für psychische Krankheiten entfernt resp. umklassifiziert. Eine Umklassifizierung wäre das Fundament, auf dem die Stigmatisierung von transsexuellen Menschen beendet werden könnte: Online-Petition

Vier Miezen für ein Halleluja

Es tut mir echt leid, dass ich so lange nichts mehr gebloggt habe, aber ey, ich leb mit drei Miezen zusammen, woher soll ich da noch Zeit nehmen? ;-) Und weil wir heute ja noch das sonntägliche Bad vor uns haben und so, fass ich mich etwas kurz, so gut es geht, hab ja viel zu erzählen…….

Das grosse Krabbeln

Das Wichtigste zuerst, ich bin sowas von glücklich – nein, wir sind sowas von glücklich, alle Viere, ich schwörs :-) Aber vorallem für mich ist es zusätzlich auch eine enorme Veränderung des Alltags, weil ich wie im letzten Blogbeitrag beschrieben lange alleine lebte und der tägliche Abend sich anfühlte als lebe man in einer Höhle. Und das hat sich gewaltig geändert, auf so schöne Weise. Es vergeht keine Minute ohne dass sich irgendwas um mich herum bewegt oder die Stille durch ein Mauzen oder Brabbeln unterbrochen wird. Da ist ständig was los und alles was los ist hat etwas vergnügtes oder etwas kuschliges oder etwas familiäres oder was weiss ich. Es ist einfach mega schön und dementsprechend geniesse ich das Leben in vollen Zügen.

Des Lebens zahlreiche Fascetten

Auch sonst hat sich vieles verändert, beispielsweise Essgewohnheiten und so Kram. Zu zweit nimmt man sich gerne Zeit um in der Küche runzustehen – geht auch prima kuschelnderweise, wenn beispielsweise Juliet Kartoffeln schält, löffle ich mich hinten an sie ran, umklammere sie und unterstütze sie so energetisch :-) Und öfters werde ich sogar bekocht, wenn ich von der Arbeit komme. Auch die Abendgestaltung ist natürlich anders, früher sass ich fast ausnahmslos vor dem Computer oder TV, heute verbringen wir ganze Abende nur mit Musik hören oder plaudern oder besser beides zusammen und schon öfters machten wir youTube-Abende bis in die tiefe Nacht hinein, schauen uns ein Musikvideo nach dem Anderen an und erzählen uns Geschichten aus Zeiten, die wir mit diesen Liedern verbinden. Alles in Allem ist das Leben einfach viel fascettenreicher geworden – geblieben ist jedoch eines, wir lachen eimerweise und knuddeln kilometerweit – oder so – und sind einfach glücklich wie bekloppt :-)

Der Griff ins Leere :-)

Tagsüber, während ich am ackern bin, beackert Juliet emsig die Wohnung und ich meinerseits erlebe dann mein tägliches Wunder, wenn ich heimkomme und nicht weiss, was mich heute wieder Neues erwartet. Juliet sucht noch immer nach den idealen Plätzen für all die Dinge des Lebens und das hat zur Folge, dass tagtäglich Dinge von hier nach da wandern. Meist tun sie das auf wirklich sinnreiche Art, wirklich, aber wenn ich frühmorgends völlig verpennt vor dem Spiegel stehe, ist mir nicht nach viel Sinn zumute, da strecke ich einfach den Arm aus und der findet wie gewohnt das was ich zu so unheiliger Stunde brauche……. oder greift ins Leere. Und dann guck ich erst mal blöd, zu so unheiliger Stunde, und dann geht die Suche los. Meist finde ich das Gesuchte natürlich schnell, eben weil es sinnig einsortiert wurde. Aber diese morgendliche Irritation ist schon etwas verwirrend, zu so unheiliger Stunde ;-) Schlimmer ist es in der Küche, da wanderte anfangs auch alles in der Gegend rum, da will ich eine Tasse rausnehmen und halte einen Teller in der Hand, haha. Und so erklingt halt seit zwei Wochen täglich der mittlerweile berüchtigte Ruf durch die Wohnung: “Schatziiiiiiii??????? Wo in aller Welt ist die Schere??????”. Worauf dann etwas im Stil von “Na in der Schublade rechts vom Kochherd, da wo sie hingehört”. Aha! Das muss natürlich nicht heissen, dass die auch morgen noch dahin gehört, so selbstverständlich mein ich, die kann dann auch gut plötzlich sonstwohin gehören, selbstverständlich ;-) Aber Spass beiseite, es ist schon erstaunlich, wieviel Logik man in so einen Haushalt bringen kann und ich fühl mich überraschenderweise wohl in dieser Ordnung.

Juliets Gestaltungseuphorie

Weiters zeigt sich Juliet von einer euphorischen Gestaltungsfreude. Ihr neuster Streich hat im wahrsten Sinn des Wortes mit Streichen zu tun, sie streicht nämlich grad die ganze Wohnung. Also, streichen, naja, ich würd da andere Begriffe wählen um das zu umschreiben, aber wie auch immer, nennen wir es mal streichen *grins*. Alle Zimmer sollen ihr ödes weiss verlieren indem sie in allen Zimmern einzelne Wände oder Teile davon mit einem sanften Farbton streicht. Ich konnte mir sowas gut vorstellen, also legte sie los. Vorstellen konnte ich es mir, joh, aber ich hätte mir nicht vorgestellt, dass es so aussieht :-) Der genialste Streich erfolgte im Schlafzimmer, wie man auf dem Bild sehen kann. Zuerst guckte ich ins Schlafzimmer wie ein Auto, mit weit aufgerissenen Augen. Der erste Kommentar war: “Wenn Kinder sowas tun, legt man sie übers Knie”. Aber wenige Sekunden später kam ein “Ist ja geniaaaaaaal”. Nächste Woche kommt das Wohnzimmer, der wichtigste Teil der Wohnung, weil wir ja 99% des wachen Zustands dort verbringen. Ich weiss noch nicht so Recht, ob ich mich freuen soll oder fürchten, aber ich glaub das kommt gut, die Gute hat wirklich ein Händchen für die verrückte Dimension des Schönseins :-)

Das grosse Kuscheln

Ebenfalls ganz toll ist die Sache mit unseren Pelzgesichtern. Ey ich liebe Katzen ja so und diese Zwei kenne ich ja nun schon lange genug um sie erst Recht zu lieben. Und so wie die sich hier eingelebt haben, ist eine wahre Freude. Wir sind wirklich zu einer Viererfamilie geworden, war ich früher noch Gast, bin ich heute Frauchen. Sei es, dass ich am Morgen zuerst aufstehe und natürlich gleich in die Küche begleitet werde, wo ich nebst meinen Kaffee gefälligst auch das Katzenfrühstück anrichten soll oder sei es beim abendlichen Fell-bürsten oder beim Streicheln während dem gemeinsamen TV-kucken, wir sind einfach eine Familie.

Geld sparen dank Shoppingtour

Anlässlich der Anmeldung in der Gemeinde und einem kleinen Rundgang durch die Gemeinde entdeckten wir zufällig, dass der Chicoree Totalausverkauf oder sowas hatte. Man glaubt’s nicht, für 42 Franken kauften wir sieben Kleidungsstücke, issja Wahnsinn. Dadurch haben wir soviel Geld gespart, dass wir eigentlich gleich nochmal shoppen gehen müssten :D

Endlich – wir haben “die Zwei” :-)

Apropos shoppen, vor einer Woche war hier ein Jahrmarkt und da er keine 5 Minuten von unserem Zuhause entfernt war, gingen wir da natürlich mal hin und durchstöberten die Stände. Ich meinerseits fand zuuuufällig zwei Kleider, die ich unbedingt haben musste und trotz massivem Widerstand von Juliet auch kaufte, höhö, dann fand ich noch ein Whiskey-Bier mit satten elf Umdrehungen, was bei der Scheisshitze dringend nötig war…………. und dann fanden wir sie, die Zwei die wir schon seit einiger Zeit suchen, die Zwei die zum Symbol werden sollen für das Glücklichste in unserem Leben……….. unsere Eheringe :-) Nun, es mag etwas verwunderlich sein, dass ein Paar die Eheringe auf dem Jahrmarkt kauft, Ringe aus Titan anstatt Gold, aber ey, wir sind das DuoInfernale, bei uns wird man sich doch nicht wirklich noch wundern ;-) Aber ernsthaft, das war nicht so ein Billigjahrmarktstand sondern ein richtiger Schmuckdesigndingensmacher. Der Ärmste wird wohl ein paar verwirrte Tage hinter sich haben seit damals, denn es dürfte nicht alltäglich sein, dass zwei Mädels bei ihm Eheringe kaufen und er dürfte vorallem auch Bauklötze gestaunt haben, wenn er herausfindet, was die Gravur heisst, die er uns in die Ringe gravieren musste: Semper Fi :D

Ein letzter Hauch von Einsamkeit

Als ich gestern von der Arbeit zurückkam und meine Wohnung betrat, besprang mich ein wirklich surreales Gefühl, mir wurde schlagartig klar, dass ich soeben das letzte Mal meine Single-Wohnung betrete. Wenn ich das nächste Mal durch diese Tür schreiten werde, ist es nicht mehr meine Single-Wohnung sondern unsere gemeinsame Wohnung und ich trete nicht mehr allein hinein sondern zusammen mit meiner Herzallerliebsten – samt zwei Taschen voll Katzen – krass.

So ging es mir den ganzen Abend und auch heute seit wach bin, ich videophonierte gestern zum letzten Mal mit ihr, guckte zum letzten Mal allein TV und schlief zum letzten Mal allein vor dem TV ein, weil ich es wie so oft nicht ins Bett schaffe – und mir wird immer bewusster, dass mein TV-Schlafen auch genau damit zu tun hat, dass es einfach schmerzhaft ist, allein ins Bett zu gehen, da bleibe ich doch lieber vor dem TV, habe die Stimmen im Ohr die mir vorgaukeln, nicht allein zu sein…….. und heute um Zehn wachte ich zum letzten Mal allein auf, guckte wie jeden Sonntag allein Sternstunde Philosophie……. all diese letzten Male sind unglaublich berührend, weil sie mir noch viel mehr bewusst machen, was bis heute hier fehlte. Die Trostlosigkeit des Alleinwohnens ist gerade jetzt so spürbar, vielleicht weil ich dieses Gefühl ausnahmsweise zulassen darf, weil ich weiss, dass es zuende ist.

Das erinnert mich auf verrückte Art an den Tag vor meiner GaOp, als es auch all diese letzten Male gab, als ich die Tür hinter mir schloss und wusste, dass ich das nächste Mal als glücklicher Mensch in diese Wohnung treten werde – so wie ich übermorgen nun als wahrhaft glücklicher Mensch erneut hierher komme um noch einmal zu erleben, um wieviel schöner das eh schon schöne Leben sein kann.

Und wie damals freue ich mich unglaublich auf all die ersten Male die vor uns liegen. Nie wieder allein aufwachen oder ungeküsst zur Arbeit gehen, nie wieder den Abend unbekuschelt herumliegen und mich vor der Stille des trostlosen Schlafzimmers fürchten……. an Juliet geklammert einschlafen, neben ihr aufwachen, mit ihr essen, kuscheln, plaudern, zusammen etwas unternehmen……. es war damals schon ein riesiges Wunder, das mich unvorstellbar beglückte, nun geschieht schon wieder so ein Wunder und meine Vorfreude ist von ähnlichem Ausmass wie damals – es ist vollbracht, geht mir einmal mehr durch den Kopf – verdammt, wir haben’s wirklich geschafft :-)

Es ist still um mich herum, doch ausnahmsweise geniesse ich diese Stille heute sehr, sie ist der letzte Hauch einer Einsamkeit, die mich seit vielen Jahren einhüllte. Eigentlich mag ich Stille und Einsamkeit sehr, für eine kurze Zeit, wenn sie gewünscht ist und jederzeit aufgelöst werden kann. Aber die erzwungene Einsamkeit und die Unmöglichkeit, zwischendurch mal wieder einen grossen Eimer voll Zärtlichkeit zu tanken, diese Form von Einsamkeit ist alles andere als schön. Und gerade deshalb ist diese Stille heute so ein Genuss, weil sie sich vor meinen Augen auflöst und mir durch ihre Anwesenheit ein letztes Mal vor Augen hält, was gefehlt hat und was diese Leere nun auffüllen wird.

Sie, dieses bezaubernde süsse Ding, das mindestens so zärtlichkeitsbedürftig ist wie ich, das vermutlich noch viel verrückter ist als ich, dieses süsse Ding das ich so sehr liebe……….. in wenigen Stunden bin ich in Hamburg, noch heute Abend endet die Distanz zwischen uns, von heute Abend an sind wir wahrlich vereint………. und übermorgen beginnt diese neue Epoche in unserem gemeinsamen Leben, die Epoche der uneingeschränkten Zweisamkeit.

Ein Lied von Celine Dion durchdringt meine Hirnwindungen, ein Lied das mir in diesen zweieinhalb Jahren Fernbeziehung immer wieder Kraft und Zuversicht gab. “Wenn ich Dich brauche, dann schliesse ich einfach meine Augen und dann bin ich bei Dir”, singt sie und tröstet mich mit diesen Worten – “Meilen von leerem Raum stehen zwischen uns, ein Telefon kann Dein Lächeln nicht ersetzen, aber ich weiss, ich werde nicht ewig herumreisen, es ist kalt da draussen, aber halte es aus und mach’s wie ich”………… ja, tausend Meilen waren zwischen uns und es war kalt da draussen, aber wir wussten, dass wir diese Distanz irgendwann auflösen, daran glaubten wir und das gab uns Zuversicht…….. wir hatten Recht, wir haben’s geschafft…………. I love you, Darling……….. bis gleich am Hamburger Flughafen :-)

Noch eine Wochenzusammenfassung

Jaaahaaaa, ich weiss, ich sollte auf Fotos mehr lächeln, aber ernsthaft, versucht mal den Fotoapparat aufs Fenstersims zu legen, den Auslöser zu drücken und innert ein paar Sekunden durch den Raum zu stöckeln ohne auf der anderen Seite mit Schwung in die Wand zu klatschen, dann umdrehen, schick hinstellen, hübsch lächeln……….. glaubt mir, ich bin froh, wenn ich nur schon auf der anderen Seite bin, wenn das Foto geknipst wird, ich kann da echt nicht noch mehr rausholen ;-) Aber bald ist ja Juliet hier, vielleicht gibt’s dann endlich bessere Bilder. Aber worum ging’s eigentlich? Achja……….

Im letzten Blogbeitrag erzählte ich ja von meinem Entschluss, wieder vermehrt “Tagebuch” zu schreiben anstatt an grösseren Beiträgen zu arbeiten, die dann nie fertig werden. Das bedeutet vorallem, dass ich wieder vermehrt aus dem Tag heraus schreiben möchte, also nicht so wie jetzt hier grad eine Wochenzusammenfassung sozusagen nacherzähle, sondern wieder wie früher dann schreibe wenn die Gefühle auftauchen, sprich, wieder aktueller zu werden. Ich werde demnächst mal mehr über all das plaudern. Gerade diese Woche wäre gut gewesen, da war wirklich viel Positives, das unter die Haut geht. Aber weil ich grad so unter Druck bin, fehlt mir einfach grad die Energie oder Zeit und so bleibt halt nur, nochmal eine Zusammenfassung zu machen – jä dänn, here we go…….

Zwei mega schöne Weiberabende ;-)

Ich geh ja eigentlich eher selten aus, ich war schon immer ein Gernzuhausrumliegtier – ausserdem komm ich ja auch nie zu was, weil ich ständig mit Juliet am videophonieren bin ;-) Aber gerade weil ich nicht ständig im Ausgang bin, ist es dafür auch immer ein besonderer Genuss, vorallem wenn ich wie diese Woche mit so liebenswerten Menschen zusammen bin.

Anfang Woche war ich an die Geburtstagsparty meiner Freundin eingeladen (meine ex-Logopädigin) und verbrachte glaub etwa fünf Stunden zusammen mit ihr und ihrem Mann und enem dutzend coolen Mädels auf deren Gartensitzplatz – mit lecker Bole und Essen und Wein und gaaaanz viel Gespräch und Gelächter. Ein Wahnsinnsabend, echt, danke Euch Mädels ;-)

Am übernächsten Tag gings dann wieder los, diesmal zum Nachtessen mit meiner ehemaligen Lebenspartnerin, die seit da zu meinen besten Freundinnen gehört. Wie wir es nicht anders kennen, wurde es ein toller Abend mit sehr vielen Gesprächen – halt so ne Plauderorgie wie es unter BestFriends vorkommt ;-) Und da wir uns recht lange nicht mehr gesehen hatten, war’s natürlich eine besondere Freude.

Eine kleine Verschwörung zum Mitmachen

Zu erwähnen wäre höchstens noch …… *verschwörerischguckt*…….. Juliet ist ja grad nicht da……. *irrkichert*…….. na so unter uns, beim ersten Ausflug, als ich über Zürich fuhr, naja dann halt dort auch zuuuuuufällig an dem Chicoree-Laden vorbei kam, in dem ich erst grad dieses geniale Kleid kaufte………. *hüstel*……….. naja, ich mein, die waren runtergesetzt, es war ja schon günstig, diese 40 Franken für dieses Kleid……. und nun nur noch dreissig……….. naja, was soll ich sagen, ich hab’s halt jetzt auch noch in lila :D ………. aber ey, psssst, nicht Juliet weitersagen, von wegen ich hätt genug anzuziehen, also echt, die hat ja sowas von keine Ahnung *augenverdreht*…………. aber hab ich nicht Recht? DIESES Kleid? In lila? Für 30? ………… Du hast schon so eins, würd sie jetzt rumzicken *seufz*, ja, hab ich, aber ich hab nicht das in lila, was ist daran so schwer zu begreifen? *entnervtdenkopfschüttelt*

Uiiiiiiii, apropos Juliet, in 12 Tagen und 2 Stunden bin ich bei ihr in Hamburg, knappe 2 Tage später sind wir hier, isssssja Wahnsinn, aber sowas von Wahnsinn. Langsam aber sicher werde ich auch hibbelig, das hab ich normalerweise etwa drei Tage vor Abflug. Aber diesmal nehm ich sie ja mit nachhause, jajajasjaja, das ist so eine beglückende Erwartung, dass ich jetzt schon merke, wie ich aufgedrehter werde, da kommen harte Tage auf meine Arbeitskollegen zu ;-)

Wenn die Sonne strahlt, dann wärmt’s das Herz :-)

Wie in jedem guten Text kommt das Beste natürlich zum Schluss – und das ist sowas von das Beste :-) Denn am Sonntag besuchte mich nach längerer Zeit zum ersten Mal meine Tochter wieder. Ich versuch schon gar nicht, Worte zu finden für das Gefühl das ich hatte, als sie mit strahlendem Lächeln in meine Wohnung eintrat und wir drei Stunden zusammen waren, zusammen mit ihrer Mutter. Wir plauderten über viele Themen, unter Anderem auch über mich und das Thema Transsexualität. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl, dass uns allen wohl war, klar ist die Situation nachwievor nicht einfach, aber ich glaub, an diesem Sonntag ist eine Tür aufgegangen – ich glaub, wir haben einen grossen Schritt aufeinander zu gemacht, in eine wirklich gute Richtung………… ich freu mich so, so, so…….. kann man nicht erklären, einfach so, so, so……………….. :-)

Transsexuelle Menschen – Doch, es gibt uns wirklich!

Ein wichtiges Anliegen sollte es doch sein, transsexuelle Menschen endlich davon zu befreien, dass gesellschaftlich immer noch allzu häufig so getan wird, als gebe es eine (womöglich auch noch als “biologisch” behauptete) Realität einerseits und das Geschlecht transsexueller Menschen andererseits nur als “Phantasie”, “Empfindung” oder “Wunsch”.

Transsexuelle Menschen sind Teil dieser Welt und keine Phantasie.

So emanzipiert wollen wir sein, dass transsexuelle Menschen als existent angesehen werden können, ohne sich gefallen lassen zu müssen als die “Anderen” – ganz im Sinne Simone de Beauvoirs – angesehen zu werden.

Emanzipation fängt da an, wo Menschen sich als selbstständig begreifen.
Es gibt transsexuelle Menschen die das tun.

(ATME e.V.)

Ich bin es so leid, diesen nie endenden Strom aus Geschlechtswechsler-Stories zu lesen, Woche für Woche findet sich erneut in Medium das diese Mär verbreitet und Woche für Woche finden sich transsexuelle Menschen, die die Aufrechterhaltung dieser Lüge bedienen als gäbe es sie selbst nicht – das macht mich immer mal wieder ratlos und traurig, es ist höchste Zeit, hier mal Klartext zu reden………

Es gibt keine Geschlechtswechsler

Niemand kann sein Geschlecht wechseln und ich kenne auch niemanden, der das will. Es gibt vielleicht Menschen, die das andere Geschlecht beneiden und lieber dem anderen Geschlecht angehören, aber mit so einem unerfüllten Wunsch kann man leben, dafür legt man nicht das ganze soziale Leben in Schutt und Asche. Etwas ganz Anderes sind transsexuelle Menschen, sie wären nicht einfach lieber dem anderen Geschlecht zugehörig sondern sie sind diesem (anderen) Geschlecht zugehörig. Die Frage ist für transsexuelle Menschen nicht “wie möchte ich sein” sondern “wie bin ich”. Jeder Mensch kann dies zweifellos für in Anspruch nehmen, aber wenn äussere Geschlechtsmerkmale dieses Selbst-Wissen in Frage stellen, wird einem dieser Anspruch verweigert – die eigene Gewissheit, wer man ist, wird zum Wunsch erklärt, man wird zum Geschlechtswechsler ernannt – und damit faktisch als Inexistent klassifiziert.

Mann, Frau und schweigende Mehrheit dazwischen

Wir wissen längst, dass ein Y-Chromosom nicht der heilige Gral der Geschlechtsbestimmung ist, weil der Mythos XY = Mann, XX = Frau hinfällig ist in Anbetracht von mittlerweile mindestens fünf Chromosomenvariationen bis hin zu XXY und X. Wir wissen ebenfalls, dass das Hormonsystem vorallem während der Embryonalphase die Geschlechtsentwicklung in jede erdenkliche Richtung leiten können und wir wissen, dass es genetische Variationen gibt, die in all diesen Bereichen dazwischenfunken können. Und nicht zuletzt wissen wir, dass es eine Vielzahl an unterschiedlichen Selbstwahrnehmungen gibt bei Menschen, von 100% Männern zu 100% Frauen über feminime Männer oder burschikose Frauen über verschiedenste Zwischenstufen zwischen Minipenis und vergrösster Klitoris bis hin zu transsexuellen Menschen, die sozusagen ein weibliches Hirn in männlichem Restkörper sind oder umgekehrt. All das hat eine klare Konsequenz: Wir können aufhören mit dem Irrglauben, wir hätten ein binäres Geschlechtssystem, es gäbe nur Mann und Frau und nichts dazwischen – wir sind Individuen, nicht Barbie und Ken Puppen.

Psychopathologisierung = Aberkennung der Existenz

In der Psychologie hat es ja Tradition, dass alles was nicht der Mehrheit entspricht erst mal als gestört klassifiziert wird. Wer vom postulierten Normalfall abweicht, ist irgendwie krank, da braucht es ein schickes Etikett namens Diagnose und im Idealfall Heilungsmöglichkeiten, notfalls um jeden Preis, ungeachtet den Bedürfnissen der Betroffenen. So ist es auch kein Wunder, dass man transsexuelle Menschen wie vorher “frigide Frauen” oder später homosexuelle Menschen als abnormal klassifiziert.

Da konnte eine transsexuelle Frau noch so darauf bestehen, dass sie eine Frau ist und nur die Geschlechtsmerkmale sich nicht ihrem Geschlecht entsprechend entwickelt haben, man klassifizierte diese Frau als gestörten Mann. Der Penis ist schliesslich das Mass aller Dinge und wenn jemand mit Penis behauptet, eine Frau zu sein, dann muss “er” ja schliesslich komplett einen an der Waffel haben. Damit aberkennt man faktisch die Existenz von transsexuellen Frauen, weil man sie zu gestörten Männern ernennt – und umgekehrt werden transsexuelle Männer zu gestörten Frauen erklärt – ich überlasse es den nicht-transsexuellen LeserInnen zu versuchen, sich sowas vorzustellen.

Existenzklosigkeit tut weh

Mit diesem normierungswütigen Gleichschaltungswahn, mit dem man eine Frau zu einem gestörten Mann erklärt, beginnt einer der lebenserschwerendsten und schmerzhaftesten Aspekte von transsexuellen Menschen. Wenn diese Gesellschaft mich zu einem “gestörten Mann” erklärt, streitet sie mir damit mein Frausein komplett ab. Aber ich, also die einzige die wirklich ihr Geschlecht beurteilen kann, bin von klein an bis heute absolut davon überzeugt, eine Frau zu sein, mein gesamtes Selbstverständnis ist weiblich. Wenn man mich zum Mann ernennt, verweigert man mir die Existenz als das was ich in Wirklichkeit bin – und das tut unglaublich weh, echt, daran kann man sich glaub nie gewöhnen.

Die Existenz als Existenzlose

Keine Woche vergeht ohne dass ich wieder irgendwo in den Medien etwas lese oder höre, das mir in dieser Weise die Existenz aberkennt. Transsexuelle Frauen sind persönlichkeitsgestörte Männer die lieber eine Frau wären – die ihr Geschlecht wechseln – die früher mal Männer waren…….. so und ähnlich prügelt es Woche um Woche auf uns nieder, begleitet vom Chor intoleranter Forentrolle, die mit Weisheiten wie “XY=Mann, wird nie eine Frau” über “dem Schöpfer ins Werk pfuschen” bis hin zu “wäh Transe” dieser ganzheitlichen Ignoranz noch die Krone aufsetzen.

Keine Woche die vergeht in der mir diese Welt nicht mit grossen Lettern meine angebliche Nichtexistenz um die Ohren haut. Und ich sitz da, guck verwirrt um mich, weiss mehr denn je wie sehr ich lebe und existiere……. und das trotz angeblicher Inexistenz – erstaunlich, nicht? Glaubt mir, das ist unglaublich surreal und dieses absurde Theater stösst mich immer wieder vor den Kopf und schlägt mir an manchen Tagen fast den Schädel ein.

Gebt uns unsere Existenz zurück

Eine Gesellschaft die behauptet, transsexuelle Frauen seien Männer die Frauen sein wollten und die ihr Geschlecht umwandeln lassen würden, leugnen damit, dass es transsexuelle Menschen gibt, sie leugnen damit, dass ich existiere – und das ist ein Menschenrechtsverbrechen – weil man mir und Meinesgleichen das Recht aberkennt, zu wissen, wer wir sind. Wir haben mehr als genug wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass Transsexualität eine biologische Variation ist, dass ob wir’s wollen oder nicht auch Menschen zur Welt kommen, deren sichtbares Geschlecht nicht eindeutig oder irreführend erscheint. In Anbetracht davon, dass wir wissen, dass das Geschlecht nicht fremdzugewiesen werden kann, sollten wir endlich aufhören damit zu behaupten, transsexuelle Frauen seinen Männer.

Tränen der Stille – Masken im Gesicht
Lichter werfen Schatten und halten es im Licht
Verführt sich zu erklären, während es zerbricht
Tränen der Sehnsucht – Masken im Gesicht
Und es steht hier – das Kind
Mit Tränen im Gesicht
(Lacrimosa – Tränen der Sehnsucht)

Trans*Menschen und der Mut zu sich selbst zu stehen

Dieser Blogbeitrag ist nicht nur an die Gesellschaft gerichtet, sie richtet sich auch und vorallem an transsexuelle Menschen. Seid mutig genug und steht zu Euch selbst, erklärt Euch so wie Ihr wirklich seid und nicht so wie eine unsichtbare Gesellschaftsnorm Euch einstuft. Hört auf, immer wieder diesen Quatsch mit “ich war früher….. und wollte schon immer lieber…..”, nur weil Ihr glaubt, man würde Euch so besser verstehen. Verständnis nützt nichts, wenn das Verstandene falsch ist, damit sollten wir uns nicht zufrieden geben. Und hört auch auf mit diesem Geschlechtsumwandlungsquatsch. Die Welt wird diesen Lernprozess nie durchlaufen, wenn wir nicht endlich den Mut haben und uns als das definieren, was wir sind. Wenn eine Frau von sich selbst sagt, sie sei ein Mann der lieber eine Frau wäre, nur weil sie denkt, der Andere würde ihr sonst verbieten, als Frau zu leben, dann ist das einfach nur noch absurd – damit entwürdigt man sich selbst mehr als es die Gesellschaft je tun könnte.

Mut oder Leben!

Ich weiss, es braucht ungeheuren Mut um dafür einzustehen, wer man ist, wenn man doch weiss, dass die Meisten einem anders (un)wahrnehmen. Es ist für Andere einfacher zu verstehen, dass ein Mann eine Frau sein will als dass eine Frau mit männlichen Geschlechtsmerkmalen existieren soll – aber so leid es mir tut – es ist nicht wahr – und wenn wir uns selbst als das verleugnen, dann leugnen wir damit unsere Existenz als das was wir sind – dann gibt es uns nicht wirklich, dann können wir nur noch ein Leben als wandelndes Trugbild führen, dann sind wir irgendwie einfach nur noch tot.

Klartext von Mut23.de

Letzten Monat ist ein guter Artikel auf Mut23.de publiziert worden, das war einer der Funken die in letzter Zeit übersprangen und mich drängten, diesen längst geplanten und doch nie geschriebenen Beitrag zu schreiben. Ich empfehle dringend, hier weiterzulesen, der Text hat es in sich und bringt Vieles sehr prägnant auf den Punkt:
Kritische Gedanken zum 17. Mai, dem Tag auch gegen Transphobie, oder, warum ich die “Transgender”-Ideologie selbst für transphob halte

Dazu passend hielt Kim anlässlich des “Jahrestag des Stonewall Riots” im Regierungspräsidum in Stuttgert im Namen von ATME eine Rede zu genau diesem Thema gehalten, ebenfalls sehr sehr empfehlenswert:
Die Zeit ist reif: Rede zum CSD-Empfang im Staatsministerium Ba-Wü

Gefühle und so

Auch wenn ich mir die Lebensfreude durch dieses leide Thema nicht nehmen lasse und die meiste Zeit meines Alltags quietschvergnügt bin, so stürzt dieses Thema doch immer mal wieder über mich wie ein Tsunami und macht mich traurig und noch mehr als das ratlos. In so Momenten fühle ich mich unglaublich schwach und hilflos, wage kaum zu glauben, dass dieser Irrsinn irgendwann ein Ende nehmen kann, dass mir jemand zuhört, dass man wahr!nimmt, versteht…. und so schwach ich mich in so Momenten fühle, so laut möchte ich auch aufbegehren und aufrütteln und es hinausschreien – irgendwie so………

Und dort liege ich immer noch,
bereit zu sterben, bereit zu verfallen
Bereit mich selbst zu vergessen
So wird keine Träne fliessen
So wird keine Seele trauern
So hat es mich nie gegeben !
(Lacrimosa – Tränen der Existenzlosigkeit)

Unter Druck läuft die Zeit schneller

Ne, Quatsch, die Zeit läuft immer gleich schnell, das hatten wir ja erst grad, aber es scheint als würde die Zeit in Siebenmeilenstiefeln rennen, wenn man viel um die Ohren hat und das habe ich grad mehr als genug. Deshalb komme ich auch nicht mehr zum bloggen und das wird sich in den nächsten Wochen kaum bessern – aber alles mal der Reihe nach

Darf man? Ich schon :-)

Zuerst das Erfreuliche, ich hab ein neues Lieblingskleid, dieses schulterfreie Stretchdingens, erst grad vor einer Woche zufällig auf dem Vorbeiweg beim Chicoree eingesammelt. Als ich meine neuste Errungenschaft diese Woche erstmals zur Arbeit trug, fragte mich mein Boss mit frechem Grinsen im Gesicht, ob man mit 45 Jahren denn überhaupt noch so schulterfreies Zeug tragen dürfe. Natürlich reagierte ich wie es sich gehört mit gespielter Empörtheit, erst im Nachhinein kam mir die Antwort, die ich hätte geben müssen: “Wenn man so toll aussieht wie ich, dann darf man das” :-) Aber Spass beiseite, ne eigentlich trägt man mit 45 Jahren keine solchen Fummel und geht erst Recht nicht so zur Arbeit. Doch glücklicherweise bin ich nicht “man”, ich bin “ich” und wenn es etwas gibt, das mich auszeichnet und auf das ich stolz bin, dann ist es meine Renitenz, mich nicht mit “man” zu identifizieren und mich so entfalte, wie ich bin. Das mag manchmal übertrieben sein, manchmal unpassend, manchmal sonstwie unkorrekt – aber das bin ich und ich mag mich so – und ob die Welt dafür Verständnis hat oder nicht, ich gefalle mir so und ich fühle mich gut darin – auch deshalb kann ich nur sagen: Ich darf :-)

Weil wir es uns wert sind

So doof und manipulierend dieser Werbespruch auch ist, er spricht etwas an, das jetzt grad zum Thema passt. Diese Woche tauchte sonstwo die Frage auf, warum wir Mädels uns so rausputzen und die Vorstellung lag im Raum, dass wir das tun um den Jungs zu gefallen. Da musste ich widersprechen – das mag vielleicht stimmen, wenn wir auf der Jagd nach Lebenspartnern sind, dann wollen wir natürlich gefallen und nutzen die Möglichkeiten um uns in einem möglichst guten Bild zu präsentieren – aber im Normalfall tun wir das nicht für Andere, wir machen das hauptsächlich für uns selbst. Sich zu Kleiden ist immer auch Selbstentfaltung und diese dient immer auch dazu, dass wir uns in uns selbst heimisch fühlen – mehr als Anderen wollen wir uns selbst gefallen. Ich bin ein gutes Beispiel dafür, ich bin in einer festen Beziehung, habe also kein Interesse daran, Interesse zu wecken und meine Liebste wiederum liebt mich so wie ich bin, egal was ich anziehe. Trotzdem ist es mir wichtig, dass ich am morgen in den Spiegel sehen kann und ein gewisses Mass an Zufriedenheit ernte. Dieses Foto entstand beispielsweise gestern als ich zur Arbeit ging und den ganzen Tag allein dort war, ich wusste, dass mich niemand sieht, aber es tat einfach gut, mich so anzutüdeln – eben weil ich es mir wert bin :-)

Zurück zum Thema, das keines ist

Aber darüber wollte ich ja eigentlich gar nicht schreiben, das ist halt das Problem beim Brainstorm-Blogging, so wie ich das oft mache. Ich habe zwar meist eine Motivation zum Schreiben und damit ein angepeiltes Thema, aber wenn ich dann lostippe, dann sprudelts halt einfach aus meinem Kopf raus und was da raus kommt erstaunt öfters auch mal mich selbst. Trotzdem versuch ich jetzt wieder das Thema zu finden, jenes das eigentlich keines ist, ich will ja nur über die letzten zwei Wochen berichten und erklären, warum man von mir so nix liest. Neuer Versuch…….

Diablo, der kleine tote Drecksack

Seit ich Diablo 3 habe, spiele ich es auch täglich stundenlang. Unterdessen spiele ich das Spiel mit meiner Lieblingsfigur, der Zaubererin, bereits zum dritten Mal komplett durch, diesmal im dritten von vier Schwierigkeitsgraden, was mir ein grässliches Ableben im 5-Minutentakt einbringt. Doch langsam nimmt die Begeisterung ab, einerseits weil ich bald jeden Busch in Diablos Lande mit Namen kenne, anderseits auch weil so ein hoher Schwierigkeitsgrad auf mich mehr nervig als herausfordernd wirkt. Ich spiele so Spiele um Spass zu haben und nicht um etwas zu erreichen. Und wenn’s dann so schwierig wird, dann wird der Spass irgendwann zur Arbeit und das ist nicht mehr das, was ich unter Freizeitgestaltung verstehe. Wie auch immer, es war eine super spannende Zeit in der ich mehr Adrenalin in mir hatte als ein NavySeal während einem Kampfeinsatz. Aber die Begeisterung nimmt langsam ab und das ist gut so, so cool diese Zeit war, ich hab auch noch Wichtigeres zu tun als sowas………

Die NavySeals unter den Programmierern

…….. beispielsweise ackern, denn in meiner Firma brennt grad das Dach als hätte meine Zaubererin mal wieder Feuerbälle geschmissen. In einem Monat muss ein neuer Programmteil für eine Demo fertig sein auf Teufel komm raus und obwohl ich den Teufel resp. Diablo nun schon etwa 5 mal gekillt hab…… ähm, ne, anderes Thema……. jedenfalls sind wir noch weit entfernt von diesem Ziel und es ist realistisch gesehen unmöglich, dass wir bis dahin fertig werden. Das bedeutet einerseits, dass wir uns auf das Wichtigste konzentrieren müssen und es heisst auch, dass wir eine Zeit lang weit über unsere Kräfte hinausragen müssen – und das geht tatsächlich, zumindest eine gewisse Zeit lang. Ich mag so Druck, das Unmögliche zu erreichen wirkt auf mich immer belebend und motivierend und so weckt auch diese Phase in mir den Drang, über mich selbst hinauszuwachsen. Ich habe diese Fähigkeit, dass ich wenn nötig meine Leistung hochzuschrauben. Keine Ahnung wie genau ich das mache, es passiert einfach mit mir, wenn es sich aufdrängt. Doch so Hochleistungsphasen kann ich nur eine gewisse Zeit aufrecht halten, wenn in meinem Hirn der Turbo anläuft, dann bin ich zu enormer Leistung fähig, bin dafür aber am Abend ziemlich ausgebrannt und wenn ich das zu lange mache, brenne ich total aus. Mit sowas ist nicht zu Spassen, aber manchmal muss und darf es sein, solange man’s nicht übertreibt. Jetzt ist wieder so eine Zeit und ich gebe gerne ein paar Wochen lang all meine Energie in dieses Projekt, weil mir das Ganze wichtig genug ist. Aber es ist anzunehmen, dass ich dafür sonst kaum noch zu was komme, eben weil ich in der Regel am Abend einfach ausgebrannt bin. Dementsprechend dürfte die Diablo-Ära sich dem Ende neigen und auch sonst die nächsten Wochen nicht viel Kreatives von mir zu erwarten sein. Aber wir werden das Ziel erreichen, hol mich der Teufel wenn nicht ;-)

Diana als Korrektorin oder so

Vor einer guten Woche telefonierte ich nach etwa 20 Jahren erstmals wieder mit meinem Paten. Auslöser war eigentlich, dass er mir etwas Geld überwiesen hat, weil er von meinem Vater hörte, dass wir durch den Umzug und die Ungewissheit, bis wann Juliet einen Job findet, eine eher kritische Finanzsituation vor uns haben. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank, sowohl an meinen Götti (Pate) als auch Paps und Maya, die uns ebenfalls den Rücken stärken. Bei diesem Telefon kam etwas was mich echt aus den Schuhen gehauen hat. Mein Pate hat ein Buch geschrieben, etwas eher philosophisches im Themenbereich Lebenshilfe, wenn ich das richtig verstanden habe. Richtig verstehen kann ich das nämlich nicht, weil es französisch ist und ich damit überaupt nicht klar komme. Da sein Buch recht grossen Erfolg hat, wird es nun auf deutsch übersetzt und hier hängt der Hammer: Mein Pate fragte mich, ob ich diesen übersetzten Text nicht überarbeiten könne, weil ich doch so gut schreiben würde. Wow, was für ein Kompliment. Der Text wird von Profi-Übersetzern übersetzt und ich soll dem Text den letzten Schliff geben? Ich bin echt stolz darauf, dass er mich so einschätzt und mir sein Buch in die Hände drückt und ich bin auch stolz darauf, dass ich zur Veröffentlichung dieses Buches beitragen darf. Darüber wird es zu gegebener Zeit mehr zu lesen geben.

Besuch bei Papa

Boah hab ich heut Gedankensprünge, zuviel Strom auf der Leitung und so – jedenfalls gehn wir jetzt erst nochmal in die Vergangenheit. Letzten Samstag war ich mal wieder bei meinem Paps und Maya zum Essen eingeladen und wir verbrachten einen wunderschönen Nachmittag auf dem Balkon und schlabberten ein leckeres Fondue Chinoise, das vorallem deshalb so lecker ist, weil mein Paps die beste und brutalste und erbarmungsloseste Koblauchsauce der Welt macht. Ich liebe meines Gevaters Fondue mit seiner Killer-Knofi-Sauce so sehr, dass ich meistens damit verwöhnt werde wenn ich zu Besuch bin. Jedenfalls verbrachten wir einen superschönen Nachmittag und plauderten über sehr viele Dinge, auch über sehr persönliche Sachen. Alles in Allem war es ein super toller Tag und wir waren uns mal wieder viel näher als sonst und das will was heissen, weil wir uns auch sonst sehr sehr nah sind. Und so konnte ich einmal mehr mein Glück geniessen, so einen tollen und einfühlsamen Vater zu haben – und auch wenn ich immer von meinem Paps spreche, so ist damit eigentlich immer auch seine Frau Maya mitgemeint, die ihm in Sachen Verständnis und Liebenswürdigkeit in nichts nachsteht. Ich hab Euch Zwei echt lieb, das muss einfach mal herausposaunt sein :-)

Mal wieder die Süsse der Bedeutungslosigkeit

Überhaupt war dieser ganze Tag ein wahres Meer aus zuckersüssen Gefühlen. Schon der Hinweg war einfach genial. Da ich einiges auf meiner Todo-Liste hatte, das längst überfällig war, kombinierte ich die Reise dahin mit ein paar dieser Pendenzen und so gab es eine grössere Runde. Zuerst ging’s nach Zürich um dort eine Blutentnahme machen zu lassen um die Hormon- und Cholesterinwerte zu prüfen, dann ging’s weiter in meine Apotheke um die bald ausgehenden Hormone zu holen, von da aus dann in meinen Stamm-Makeup-Laden um mich mal wieder mit dem ebenfalls bald ausgehenden Makeup einzudecken, dann weiter an den Hauptbahnhof und weil ich dort noch etwas Zeit todschlagen musste, verirrte ich mich seltsamerweise in einen Chicoree Laden und fand dort ebendieses neue Lieblingskleid – dann holte ich mir ein lecker Strongbow-Cider (irischer Apfelwein), setzte mich in den Zug und versuchte Stephen Kings “Es” weiter zu lesen – erfolglos – weil ich so erfüllt war von Glücksgefühlen, dass ich mich auf nix konzentrieren konnte. Denn bei diesem ganzen Rundgang kam mal wieder das, was eigentlich nicht mehr so oft geschieht, ich war mir immer wieder bewusst, wie gut alles läuft, wie wenig ich auffalle und was für ein natürliches Leben ich unterdessen führen kann. Mein Leben ist unterdessen so selbstverständlich geworden, dass ich nur noch selten darüber nachdenke und gerne vergesse, wie schwer mein “neues Leben” zu Beginn war. Aber an so Tagen wie diesem wird mir das wieder bewusst, wenn ich durch verschiedene Stationen stöckle und überall feststelle, dass ich bei niemandem mehr Fragen aufwerfe, ich bin einfach nur noch eine Frau wie viele Andere. Wenn mir das mal wieder so bewusst wird und ich es so direkt erlebe, erfüllt mich das mit einem so ungeheuren Gefühl von Glück und Dankbarkeit, dass ich heulen konnte vor Freude. Wenn man soviel dunkle Zeiten erlebt hat wie ich und so lange keine Hoffnung hatte, jemals glücklich zu werden, dann ist es einfach umwerfend, wenn man immer mal wieder feststellt, dass das Unmögliche und Unvorstellbare längst Alltag geworden ist.

Zwei Dates nächste Woche

Und nächste Woche läuft’s auch wieder rund, denn abgesehen davon, dass ich wie oben erwähnt eben einen Programmier-Marathon für NavySeals-Programmierer absolvieren werde, bin ich gleich zwei mal eingeladen, zuerst an der Geburtstagsparty meiner ex-Logopädin, die ihre Freundinnen zum Geburtstag eingeladen hat und dann habe ich noch mit meiner ex-Freundin zum Essen abgemacht. Auf Beides freue ich mich enorm, die Geburtstagseinladung ist mir eine grosse Freude, weil ich mich erstens ehrlich gesagt etwas gebauchpinselt fühle, dass sie mich zu ihren Freundinnen zählt und weil sie eine wirklich tolle Frau ist vor der ich eine hohe Achtung habe und auf das Essen mit meiner ex-Freundin freue ich mich deshalb, weil sie eine meiner besten Freundinnen ist und wir uns sehr gut kennen und weil wir uns seit Monaten nicht mehr gesehen haben.

Wenn der Himmel näher rückt

Und über all dem schwebt der Himmel, der von Tag zu Tag näher rückt. Heute in drei Wochen fliege ich nach Hamburg und zwei Tage später fliegen wir zu Viert zurück, zwei Zweibeinkatzen und zwei Vierbeinkatzen – und von da an darf man mich “das glücklichste Mädel der Welt” nennen. Hier wie dort ist eigentlich alles Nennenswerte erledigt. Zweieinhalb Jahre führten wir diese Fernbeziehung und obwohl wir uns so wenig geben konnten in dieser Zeit, war es doch so viel, das wir empfangen durften. Ich kann es nachwievor nicht fassen, dass ich dieses süsse Ding bald jeden Tag für mich habe – inklusive zwei Katzen – ey wenn das kein Schnäppchen ist, was dann? ;-)

Ärger mit Lobbyisten und Psychiatern

Die einzigen Dinge die eigentlich so leckere Suppe des Lebens immer mal wieder versalzen sind Atom-Lobbyisten, die seit einigen Wochen wie Heurschreckenschwärme über Zeitungsartikel herfallen und eine Desinformationskampagne führen, die dem Wort “Hirnwäsche” in nichts nachsteht und auf der anderen Seite der nicht enden wollende Strom aus Medienartikeln über Transsexualität, in der ewiggestrige Psychiater und Sexologen ihre religiös anmutende Faktenresistenz breitwalzen, begleitet von transsexuellen Menschen, die sich nur zu gerne als persönlichkeitsgestörte Geschlechtswandler instrumentalisieren lassen, als hätte Selbstverleugnung und Selbstentwürdigung auch nur im Entferntesten etwas mit Selbstbestimmung zu tun. In beiden Fällen bin ich etwas ratlos. Bei den Atomlobbyisten liegt die Schwierigkeit darin, dass man sie zwar aufgrund ihrer Argumentationsweise erkennt, dass man aber nicht beweisen kann, dass dieser angeblich private Kommentarschreiber in Wirklichkeit ein PR-Profi mit Mandat der Atomindustrie ist. Und beim Trans-Thema ist man nicht weniger hilflos, weil die vermeintlichen Fachleute in der Öffentlichkeit einfach eine höhere Glaubwürdigkeit haben, auch wenn ihre Thesen noch so abstrus sind. Und nicht zuletzt entzieht es einem die Glaubwürdigkeit, wenn Betroffene sich vor den Karren dieser Psychopathologisierungsindustrie spannen lassen. Über all das wird es zu gegebener Zeit noch einiges hier zu lesen geben, ein Artikel über den “Geschlechtswandler-Mythos” ist eigentlich längst fast fertig, aber eben nur fast…………… deshalb, weil ich über all das noch nicht ausreichend schreiben konnte, verweise ich auf einen diese Woche erschienen Artikel, der mich auf 180 brachte. Das Interview mit dieser Psychiatrin zusammen mit meinem Kommentar darunter dürften einen kleinen Einblick geben, mit was für Irrsinn ich mich herumärgern muss:
Bayerische Staatszeitung – Fremde in unserer Gesellschaft

Doch so gross der Ärger über die Desinformation in diesen zwei Themen auch ist, so wenig lasse ich mir meine ansonsten gute Laune vermiesen von so Pappnasen. Denn ey, wer so eine Verlobte hat und solche Freundinnen und so einen spannenden Job und so einen coolen Daddy und so ein tolles Kleid und wer dann auch noch Zaubererin auf Level 46 ist, kann sich nur glücklich schätzen – bekloppt aber glücklich :D

So und jetzt – Ihr ahnt es sicher bereits – geht’s ab in die Badewanne – und während ich dort lieblichem Gesang lausche, überlasse ich Euch diesem Song, ein Oldie aus 1977, der soviel Energie verströmt, wie ich brauche wenn ich eben mal wieder auf Höchstleistung laufen muss – Musik von damals, wie Mick Jagger sagen würde, Musik die noch mit dem Arsch gemacht wurde – enjoy ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=x21uw543HVk

Wahres Glück ist unglaublich still

Während ich die letzten Tage wieder an der Bearbeitung der Druckvorlage für das letztjährige Blogtagebuch war, begann etwas von Seite zu Seite mehr in mir zu schwingen, so ein unbeschreibliches Gefühl von Dankbarkeit, Zufriedenheit und Glück. Irgendwie ist es schon erstaunlich, wenn man unglücklich ist, ist einem das ständig bewusst, es verfolgt einem wie der eigene Schatten und lässt sich nicht abschütteln. Doch wenn man glücklich ist, zumindest diese Art von Glücklichsein von der ich grad rede, merkt man das meist nicht – und genau darin liegt das grosse Glück. Wahres Glück ist ein stilles Wasser, so still, dass man es kaum hört – und erst wann man bewusst nach Geräuschen sucht, wird einem klar, dass da gar keine sind, erst dann wird die Ruhe so richtig spürbar.

Das mit der Stille ist generell so eine Sache, wenn es still ist, denkt man selten: Oh ist das still hier. Erst wenn es lärmig wird, realisiert man, wie still es war, bevor es wieder laut wurde. So geht es mir wenn ich mich mit alten Blogtexten von mir beschäftige. Ich sitze da, überfliege Texte, Erinnerungen und Gefühle tauchen auf und der Lärm geht los. Das Durchforsten alter Blogtexte wühlt immer auf und holt längst vergessene Momente und längst nicht mehr verspürte Gefühle aus einer Vergangenheit, die mir aus heutiger Sicht unglaublich fremd erscheinen. Kann es wirklich sein, dass es mir einst so schlecht ging? Kann es sein, dass ich durch soviel Elend watete? Und wie genau geschah es, dass ich aus diesem Morast emporkroch und nun hier im Himmel liege und vergnügt vor mich hinträllere?

In so Momenten, wenn ich so alte Blogtexte lese, tauche ich ob ich will oder nicht wieder in diese Zeit ein und ich spüre wieder, wenn auch nur in einer irgendwie projezierten Form, was ich damals fühlte, welche Ängste mich durchdrangen, welche Verzweiflung mich erschütterte, welche Hoffnungslosigkeit mich erfüllte und welch renitenter Überlebenswille mich trotzig alles durchstehen liess, was man niemandem zumuten möchte. Und all das fühlt sich einerseits vertraut an, weil es meine eigene Vergangenheit ist und anderseits fühlt es sich so fremd an als würde ich einen Horrorthriller von Stephen King lesen. Man erlebt das Grauen mit, spürt es in jeder Pore und weiss doch stets, dass es nur Fiktion ist. Doch nicht in diesem Fall, meine Vergangenheit ist keine Fiktion, auch wenn es sich nur zu oft so anfühlt, ich habe das wirklich alles durchlebt – und überlebt.

All das macht mich immer wieder von Neuem fassungslos, ich sehe und fühle all das was war und so vertraut es doch ist, so fremd ist es auch. Heute führe ich ein stinknormales und schon fast langweiliges Leben, ich habe einen coolen Job, habe tolle Freunde, bin in einer wundervollen Beziehung mit dem süssesten Mädel der Welt, die ab August sogar endlich bei mir wohnt, all der Scheiss mit GaOp und Personenstandsänderung ist vorbei, die unerträgliche Diskrepanz zwischen Innen und Aussen hat sich aufgelöst – all das steht in so krassem Kontrast zu dem was war, dass ich das im Kopf kaum auf die Reihe krieg.

Klar habe ich weiterhin meine Probleme, ich ärgere mich regelmässig über Trans/Medien Scheiss, ärgere mich politische Hirnwäsche und ein Volk das sich seiner Manipuliertheit nicht annähernd bewusst ist, finanziell stehen recht wacklige Zeiten vor uns weil der Umzug und all der Kram recht an die Substanz geht und wir nicht viel Reserven haben, das und tausend kleine Dinge und Problemchen begleiten mich im Alltag. Aber all das fühlt sich sowas von unbedeutend an und es gehört halt einfach zum Leben – jeder hat solche Alltagssorgen und Widrigkeiten im Leben, aber ich habe etwas was nur Wenige haben: Egal was grad nicht gut läuft, ein kurzer Blick zurück reicht um mich mit einer ungeheuren Zufriedenheit zu erfüllen. Ich weiss aus Erfahrung, dass das Leben unsäglich grausam sein kann und ich weiss, dass man Dinge durchleben kann, die einem die Seele in tausend Stücke zerfetzen. Diese Erfahrung und die Erinnerung an all das was war schenkt mir eine Dankbarkeit und Zufriedenheit, die wohl eher selten ist.

Wie lange habe ich mein Leben nicht wirklich gelebt, wie oft war ich unsäglich traurig und verzweifelt, wie oft habe ich mir den Tod gewünscht und ihn doch nie erhalten, durch wieviel Irrsinn musste ich waten bis ich im hier und jetzt ankam – unglaublich viel war da, unvorstellbar viel.

Und heute stehe ich am morgen auf, geh ins Badezimmer und mach mich vor dem Spiegel bereit, ohne dass mir ein Drama meinerselbst entgegenglotzt, ohne dass ich bedaure dass schon wieder ein neuer Tag begonnen hat, ohne dieses allumfassende Gefühl totaler Sinnlosigkeit meines Lebens – ich bin einfach ein fast normales Menschlein, das das Leben lebt, zur Arbeit geht und mega viel Spass dabei hat, bald täglich mit der Liebsten rumkuschelt, genug Freiraum im Kopf hat um auch mal wochenlang Diablo-3 zu spielen weil mir grad danach ist…………

Mann, ist das Leben schön, echt. Und so wirklich schön ist es gerade deshalb, weil es so wenig braucht um es schön zu machen. Ich brauche kein Geld, kein Auto, keinen Ruhm, ich brauche eigentlich nichts ausser mir selbst, der Möglichkeit mich selbst anzunehmen und zu lieben und die Frau meines Lebens zu haben, die mich liebt so wie ich bin und die mir tagtäglich zu spüren gibt, dass ich nie allein bin und wirklich geliebt werde.

Ihr fragt Euch nun vielleicht, was dieses ganze Herumgesülze soll……… ehrlich gesagt, ich weiss es auch nicht, mir ist nur einfach grad danach, weil mir mein eigenes Blog mal wieder vor Augen gehalten hat, wie brutal das Leben sein könnte und wie schön es doch ist, jetzt, da es eben nicht mehr ist, wie es einst war.

All das bestätigt mich darin, dass ich Recht habe mit meinem Lieblingsslogan der schon so oft im Blog zu lesen war: “Nichts ist unmöglich, denen, die das Unmögliche wagen”. Ja in der Tat, nichts ist unmöglich, man muss nur mutig und frech und kreativ und unorthodox genug sein und darf sich nicht gefangen nehmen lassen durch Vorstellungen und Einredungen, die einem glauben machen wollen, es gäbe das Unmögliche. Denn wenn man etwas wirklich will und kreativ genug ist um es umzusetzen und hartnäckig genug ist um dieses Ziel zu verfolgen, dann geht es auch – und es führt ans Ziel – und es führt einfach in den Himmel………….. oder wenigstens den Kühlschrank hinunter ;-)

Endlich zusammen – Juliet zieht in die Schweiz

Irgendwann wird es geschehen, das Wunder hier auf dieser Erde…
und eine Stimme sagt: Es werde ein neuer Tag.
(Illuminate – ein neuer Tag)

Seit über 2 Jahren führen Juliet und ich eine Fernbeziehung und sehen uns nur etwa 4-5 Tage pro Monat, viele Male haben wir vorgeschwärmt wie schön unsere lang ersehnten Wochenenden waren und genauso oft jammerte ich über die dazwischenliegende Zeit der Sehnsucht und Entbehrung. Die ganze Zeit gab es vorallem eines, das uns Kraft gab und das war die Gewissheit, dass wir irgendwann zusammenziehen würden. Nun erfüllt sich dieser Traum resp. wir erfüllen ihn, Anfang August zieht Juliet samt ihrer zwei Katzen zu mir – es ist vollbracht :-)

Geplant war es eigentlich ganz anders. Da Juliet aus mehreren Gründen viel mehr mit Hamburg verbunden ist als ich mit meiner Heimat, war der Plan ursprünglich, dass ich irgendwann nach Hamburg ziehe. Ein Szenario war, dass ich übergangsweise hinundher pendle, weil ich an meinem jetzigen Job sehr hänge. Juliet hat in einem eigenen Blogbeitrag darüber ja schon genug geschrieben, jedenfalls gab es da mehr Hindernisse als uns lieb waren, nicht zuletzt die Hamburger Wohnungssituation. So drängte sich dann immer mehr die Frage auf, ob wir fürs Erste nicht das Gegenteil tun, Juliet also hierher kommt. Nach über zwei Jahren unausgeglichenen Sehnsucht-Kuschel-Verhältnisses war der Druck dann doch gross genug und nach einem letzten Stubs meines Vaters kamen wir dann zum Schluss, dass wir nun wirklich des Sehnens müde sind und halt den Plan ändern – wir sind ja schliesslich flexibel genug um den Bedürfnissen des Schicksals nachzukommen.

Nun wird sie also im August hierher kommen und hier auf Jobsuche gehen. Wenn das soweit klappt, werden wir sicher mal die nächsten paar Jahre hier bleiben und dann nochmal über die Bücher gehen. Vielleicht gefällt es ihr ja bis dahin so gut, dass sie gar nicht mehr zurück will oder wir wollen zurück oder wir gehen nach Irland oder Grönland oder auf den Mond, wir sind ja wie gesagt flexibel ;-)

Die Zukunft ist mir persönlich momentan grad sowas von egal. Ich bin im siebten Himmel, weil ich weiss, dass ich bald tatsächlich im 7. Himmel sein werde. Noch gute zwei Monate und die Zeiten sind vorbei, in denen ich tagtäglich allein ins Bett gehe, allein dort wieder aufwache, mich allein am morgen in den Tag tüdle, am Abend wieder in eine leere Wohnung gehe – vorbei sind die Zeiten, in denen ich zwanzig Tage am Stück weder geknutscht noch geknuddelt werde, vorbei die Zeiten, in denen mein Badetuch das Einzige ist was mich streichelt :-)

Boah was werden wir uns geniessen, meine Güte :-) Und wir haben schon tausend Pläne, angefangen von der Einrichtung der Wohnung bis zu dem was wir unternehmen wollen, von Pubbesuch über Unternehmungen mit FreundInnen bis hin zu Ausflügen. Endlich werden wir genug Zeit haben um all das zu machen, was man eigentlich machen würde, was wir aber nur selten taten, weil die paar kurzen Tage die wir einander hatten einfach zu wertvoll waren, weil wir nicht anders konnten als einfach auf dem Sofa aneinander zu kleben. Es beginnt ein ganz normales Beziehungsleben – naja – so normal wie ein DuoInfernale sein kann.

Das Duo Infernale zusammen? Tagtäglich? Uiuiuiuiuiuiui das kommt gut, meine Nerven. Das Bild zu diesem Blogbeitrag passt wie Arsch auf Eimer, würde meine Hamburgerin da sagen, das wird wirklich ein Feuerwerk des Verrücktseins.

Nun bleibt nur noch zu empfehlen, das Zürcher Oberland die nächsten paar Jahre grossräumig zu umfahren. Die zwei verrücktesten Mädels der Welt sind nun an einem Ort vereint – der Wahnsinn hat eine neue Dimension :D

Langer Rede, dummer Sinn……. ich bin sowas von glücklich :-)

http://www.youtube.com/watch?v=0VrxbWp9n3E

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