Politically incorrect since 1966

Blutverschmierte Stimmzettel

Mit dem Risiko, dass ich heute ein paar LeserInnen oder Freunde verliere, muss ich heute mal wieder Klartext reden. Offenheit ist mir wichtiger als falsche Rücksichtnahme und wer Kritik nicht hören kann, muss halt weghören.

Vor einer Woche ist Christina B. gestorben, sie wurde von ihrem Ex-Freund Anthony A. mit seinem Armee-Sturmgewehr erschossen. Nach der Tat rannte der Täter weinend und schreiend ins nächstliegende Bistro, nachdem er seiner Ex-Freundin in den Kopf geschossen hat. Angeblich sei es ein Unfall gewesen, aber in Anbetracht früherer Gewaltübergriffe auf seine Freundin und der eher geringen Wahrscheinlichkeit, dass sich aus einem Gewehr, das nicht geladen sein dürfte, ein Schuss löst, der zufällig genau den Kopf trifft – naja, für Christina spielt das keine Rolle, ob es ein Unfall war weil diese idiotische Knarre zuhause herumlag oder ob er einfach getan hat, was ihm im Militär gelernt wurde, Konfiktlösung mit Schwarzpulver.

Auch wenn ich die Betroffenen nicht kenne, macht mich das mal wieder schaurig wütend, weil dieser Tod nicht nur unnötig war sondern vom Schweizer Volk demokratisch in die Wege geleitet. Schon nach der Ablehnung der Volksinitiative, die Armeewaffen in Zeughäuser verbannt hätte, habe ich gepoltert und gesagt, dass alle die gegen diese Initiative stimmten nun mitverantwortlich sind für alle Toten, die zukünftig mit Armeewaffen niedergeknallt werden – dieses Wochenende begann der Bodycount, das erste Blut tropft über die Stimmzettel und beginnt die Hände Hunderttausender zu beflecken. Diejenigen, die jetzt schon an der Decke kleben und aufschreien, das sei doch nicht ihre Schuld, sollten mal die Füsse stillhalten und zuhören, ich mein das nämlich verdammt ernst.

Wer abstimmt, bestimmt – wer bestimmt, trägt Verantwortung

Abstimmungen sind kein Gesellschaftsspiel, Demokratie bedeutet, dass alle mitbestimmen dürfen, dass sich die Verantwortung über die Zukunft eines Landes auf alle Mitbestimmenden verteilt. Wer daran teilnimmt, hat seinen Teil dazu getan, die Zukunft aufzugleisen und das bleibt an einem kleben, im Guten wie im Schlechten.

Wenn ich für einen Atomausstieg stimme und dank dessen eines Tages die ganze Schweiz aus erneuerbaren Energien Strom bezieht, dann darf ich mit Recht stolz sein und von mir behaupten, dass dieses Land mit meiner Hilfe dahin gelangt ist. Und falls wie von Atomlobbyisten schwarzgemalt wird, infolge des Atomausstiegs der Strompreis massiv höher wird, dann werde ich mir auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass ich daran mitschuld bin. Ich kann und würde dann zwar argumentieren, dass es mir dieser Mehrpreis wert ist und dass ein Super-GAU teurer geworden wäre, aber die Verantwortung über den höheren Strompreis habe ich mitzuverantworten.

Vor über einem Jahrzehnt stimmte ich für die Abschaffung der Armee. Wäre das angenommen worden und eines Tages wäre eine Armee hier eingerückt und hätte und besetzt, müsste ich mir auch diesen Vorwurf gefallen lassen, ich wäre mitschuldig an der Wehrlosigkeit dieses Landes. Dasselbe natürlich umgekehrt, die Armeebefürworter sind mitschuldig daran, dass wir alle mehr Steuern zahlen um die Armee zu finanzieren.

Wer entscheidet, bleibt in der Verantwortung

In all diesen Themen kann und darf man jeden Standpunkt einnehmen, wir sind ja ein freies Land. Aber es geht nicht an, dass man sich dann aus der Verantwortung zu schleichen versucht.

Wer “nur ein paar” erschossene Hausfrauen als Kollateralschaden betrachtet, darf in einem demokratischen Land natürlich dafür eintreten, dass die Freiheit, vollautomatische Schusswaffen im Kleiderschrank zu haben, wichtiger ist als ein paar abgeknallte Menschen. Man darf auch der Meinung sein, das verfassungsmässige Recht auf Gleichheit und Religionsfreiheit müssten nicht mehr für Muslime gelten und ein Minarettverbot annehmen. Man darf auch wie bei der 5. IV-Revision 80’000 Schwerstinvaliden die eh schon mickrige Rente kürzen und gleichzeitig ein paar Milliarden Steuergeschenke an die Wirtschaft verteilen – wir dürfen das alles, wir sind eine Demokratie…….. Aber es ist scheinheilig, dann zu behaupten, man hätte damit gar nichts zu tun. Wer dafür abstimmt, dass ein paar hunderttausend vollautomatische Gewehre in Privatwohnungen herumliegen, im Wissen, dass nunmal einzelne Zeitgenossen früher oder später durchdrehen und diese Waffen einsetzen, der ist genauso Mittäter wie derjenige, der mit einem Minarettverbot die Rechtsgleichheit aus unserer Verfassung kippt oder auf dem Buckel der Schwächsten Geld umverteilt. Man darf in einer Demokratie all das tun, aber es ist eines stimmenden Bürgers unwürdig, wenn man dann behauptet, die Folgen der Abstimmung hätten nichts mit einem selbst zu tun.

Wer Waffen erlaubt, erlaubt auch die Tötung

Gerade das mit den Waffen führt zu bizarrsten Ausflüchten.

Sofort wird betont, dass ja nicht Waffen Menschen töten, ein Mord geschieht durch den Menschen hinter der Waffen. Klar ist der hinter der Waffe der Mörder, aber wenn ich einem Kleinkind eine geladene Waffe in die Hand drücke, dann bin ich ja wohl auch mitverantwortlich. Und wenn ich hundertausend Gewehre verteile, obwohl bei so einer grossen Zahl von Leuten zwangsläufig auch Gestörte dabei sind, dann bewaffne ich indirekt Psychopathen – dann bin ich für jeden einzelnen Schuss mitverantwortlich.

Weiters wird betont, der Täter hätte sie ja sowieso getötet, wenn nicht mit dem Gewehr, dann halt mit dem Messer oder von Hand. Was für ein Quatsch. Gerade Gewaltdelikte infolge eskalierender Gefühlsausbrüche sind dafür bekannt, dass die Verfügbarkeit einer schnell einzusetzenden Waffe das Risiko massiv erhöht. Ausserdem ist das Schiessen mit einer Schusswaffe ein indirektes Töten, es braucht um ein Vielfaches mehr um jemanden mit einer Kontaktwaffe zu töten, geschweige denn mit blossen Händen. Hinzu kommt, dass man sich gegen fast jede Waffe wehren kann, einer Kugel entkommt niemand.

Fazit: Steht zu Eurer Verantwortung

Ihr habt das Recht, Waffen zu erlauben oder zu verbieten, Ihr könnt Menschenrechtskonventionen ratifizieren oder kündigen, Ihr könnt sogar einen zweiten Hitler wählen, könnt Kriege beginnen, in einer Demokratie dürfen wir bestimmen was die Schweiz tun wird – aber egal wie Ihr Euch entscheidet, denkt wenigstens vor der Entscheidung darüber nach, was für Konsequenzen Euer Mitentscheid haben kann, überlegt genau, ob es das wirklich wert ist und wenn Ihr entschieden habt, dann steht wenigstens dazu, wenn Ihr damit kleine oder grosse Katastrophen auslöst.

UPDATE 14.11.2011: aus aktuellem Anlass grad noch ein Nachtrag, nicht nur wegen potentiellen Amokläufern gehören Armeewaffen ins Zeughaus sondern auch weil immer mal wieder so Deppen mit Schusswaffen rumspielen und dabei Unfälle passieren – soviel zum Thema “Verantwortungsbewusstsein des Schweizer Soldaten”
Junge Frau erschiesst Mann mit Armeepistole
Somit: Bodycount+2

Weiterführendes zum Thema:

Diana: Die Schweiz und das Recht aufs Töten
Blick: Anthony A. schoss seiner Freundin Christina B. in den Kopf
Jedes vierte Familiendrama passiert mit Armeewaffe
Gesucht: 30’000 Munitionsdosen der Armee
Mit Armeewaffe angeschossen
90 Tote durch Suizid mit Sturmgewehr

Streubomben wählen SVP

Streubomben gehören zu den perversesten Waffen die es gibt, man wirft eine Bombe ab, die dann in eine Unzahl von Minibomben zerfällt und ganze Landstriche für eine kleine Ewigkeit zum Minenfeld macht.

Von den geschätzten hunderttausend Toten, die auf das Konto von Streubomben gehen, sind sagenhafte 98% davon Zivilisten!

Deshalb wird diese Waffe international immer mehr geächtet, eine Mehrheit der Länder hat 2008 ein internationales Abkommen unterzeichnet, das Streumunition verbietet – auch die Schweiz hat beschlossen, dieses Abkommen zu ratifizieren – der Bundesrat war dafür, das Parlament war dafür……….

…… aber die SVP, die sich selbst zynischerweise Volkspartei nennt, hat einen Rückweisungsantrag gestellt und man glaubt es kaum, eine knappe Mehrheit der Sicherheitskommission des Nationalrats hat den Antrag nun angenommen und damit das Munitionsverbot blockiert.

Wir brauchen Streumunition, sie ist ein hocheffizientes Verteidigungsmittel“, sagte SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer…… Streubomben? Verteidigung? 98% der Toten sind Zivilisten? Was in aller Welt haben die geraucht?
Tagesanzeiger: Wir brauchen Streumunition”

Also jetzt mal langsam. Verteidigung findet statt, wenn man angegriffen wird, was in der Regel im eigenen Land geschieht, wir sind ja selten alle zusammen im Ausland und können dort angegriffen werden. Wenn wir also hier angegriffen werden, inwiefern dienen uns dann Streubomben, mit denen wir ganze Landstriche in Minenfelder verwandeln können? Umwieviel besser wird unsere Landesverteidigung, wenn wir auch nach einem allfälligen Krieg noch Jahrzehntelang immer mal wieder Einzelteile von Kindern einsammeln müssen, die beim Spielen auf dem Feld von einer Streubombe zerfetzt wurden?

Wen wollen die verarschen? Um Landesverteidigung geht es garantiert nicht, Streubomben sind Angriffswaffen und keine Verteidigungswaffen, sie .treffen zu 98% nicht militärische Ziele sondern legen einfach die Zivilbevölkerung in Schutt und Asche und sie machen ganze Gebiete für lange Zeit zu Todeszonen. Wem dient das, dem Volk? Oder geht es da nicht eher einmal mehr um die Interessen von finanzstarken Firmen, diesmal aus der Rüstungsindustrie?
Tagesspiegel: Streumunition – Investitionen in den Tod

Bedenklicherweise ist es nichts Neues, dass die SVP im Dunstkreis von Tötungsgerät anzutreffen ist. Dass sie einen Hang hat zum freien Waffenerwerb, ist soweit ja allen klar. Weniger bewusst dürfte es den Leuten sein, dass SVP-Guru Christoph Blocher vor einigen Jahren im Scheinwerferlicht stand, weil er Teilhaber war an der “Ems-Patvag”, die seiner “Ems-Holding” unterstellt war. Die Patvag stellte Zünder für “Airbags” her – im weitesten Sinn – ein Teil davon wurde nach Singapur verschachert und dort zum Bau von Personenminen verwendet:
NZZ: Du sollst nicht verstümmeln
Da wundert es einem nicht so wirklich, dass die SVP chronisch gegen Einschränkungen der Waffenexporte ist – ein Schelm wer da Böses denkt.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Partei, die sich Volkspartei nennt und ständig eine allesvernichtende Bedrohung durch böse böse Ausländer an die Wand malt, das Ausländerproblem im Ausland mit Personenminen löst und im Inland mit Streubomben – sowas nennt man dann wohl Realsatire.

Aber wir kennen das ja, früh übt sich wer gross werden will. Bekanntlich verfolgt die SVP ja ihre “Strategie 51 Prozent“, die das Ziel hat, mindestens 51% des Parlements zu beanspruchen. Denn wenn es die SVP dank dem millionenschweren Propaganda-Budget wirklich schafft, dann können sie ihre parteiinterne Diktatur landesweit betreiben – spätestens dann brauchen sie vielleicht wirklich Streubomben – eine rechte Diktatur muss schliesslich gegen die Feinde im Volk gewappnet sein.

Dieses Wochenende sind Wahlen, bleibt zu hoffen, dass das VOLK diesen Gesellen nicht schon wieder noch mehr Macht verleiht. Andernfalls – kauft’s Regenschirme – da kommt wohl noch einiges auf uns zu.

Himmel, SVP!!!! Was heisst “WIR brauchen Streubomben”? Wir, das Volk, brauchen DAS nicht, echt nicht!!!
YouTube: Streubomben – Krieg nach dem Krieg 1/2
YouTube: Streubomben – Krieg nach dem Krieg 2/2

UPDATE: gemäss Facebook-Seite “Streumunition Schweiz” haben folgende Nationalräte gegen die Ratifizierung und damit für eine Schweiz mit Streubomben gestimmt – man darf das ruhig als Nicht-Wahlempfehlung verstehen:

SVP
Roland Borer SO
Toni Bortoluzzi ZH
Thomas Hurter SH
Christian Miesch BL
Yvan Perrin NE
Ulrich Schluer ZH
Bruno Zuppiger ZH

FDP
Edi Engelberger NW
Sylvie Perrinjaquet NE
Peter Malama BS
Walter Müller AG
Corina Eichenberger-Walther AG

CVP
Jakob Buechler SG
Arthur Loepfe AI
Pius Segmüller LU

“Geschlechtsumwandlungen” bleiben im Leistungskatalog

“Unnötige medizinische Massnahmen” wie “Geschlechtsumwandlungen” und Abtreibungen sollen aus dem Leistungskatalog gestrichen werden, forderte SVP-Nationalrat Peter Föhn in einer Motion, gefolgt von einer Meute “christlich-konservativer Politiker”, die das gleich mit einer Volksabstimmung durchsetzen wollen. Während Zweiteres noch aussteht, wurde Ersteres nun im Nationalrat mit 81 zu 67 Stimmen bei 6 Enthaltungen abgelehnt, nicht zuletzt weil es ein Verstoss gegen die europäische Menschenrechtskonvention wäre. Soweit gute Neuigkeiten für Betroffene, für die geschlechtsangleichende Massnahmen die einzige Überlebenschance sind. Trotzdem hinterlässt diese Episode einen bitteren Nachgeschmack, in Anbetracht davon, dass unsere sogenannt bürgerlichen Politiker überhaupt auf diese menschenverachtende Idee kamen und wie sie dabei argumentierten. Und es ist eindrücklich, dass einzig die SVP kollektiv dafür war, dass man transsexuellen Menschen zukünftig notwendige medizinische Leistungen verweigert.

Es gibt keine Geschlechtsumwandlungen

Beginnen wir kurz mit der Terminologie: Niemand wandelt sein Geschlecht um, das ist nicht möglich und wird auch kaum von jemanden gewollt. Es zeigt sich bereits in dieser Wortwahl, dass die Initiatoren sich nie ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt haben. Transsexuelle Menschen ändern nicht das Geschlecht sondern passen das Äussere dem eigenen Geschlecht an. Die Gewissheit um das eigene Geschlecht ist unumstösslich und in der Hirnanatomie unveränderbar festgelegt, aber der Rest des Körpers hat sich nicht in dasselbe Geschlecht entwickelt wie “das Ich”.

Unnötige medizinische Leistung?

Transsexualität führt zu einem unvorstellbaren Leidensdruck, Betroffene gehen psychisch und emotional zugrunde und überdurchschnittlich viele begehen früher oder später Suizid. Transsexuellen Menschen kann nur auf eine Weise geholfen werden, mittels Hormontherapie und genitalangleichender Operation. Deshalb wurde “Transsexualismus” auch von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit eingestuft und ist infolgedessen im Leistungskatalog der Grundversicherung eingeschlossen. Entgegen weit verbreiteter Vorstellung ist Transsexualität kein selbst gewählter Lifestyle sondern ein Leben mit unerträglichem Leidensdruck. Durch diese geschlechtsangleichenden Massnahmen stabilisiert sich der Gesundheitszustand der Meisten erheblich, was längerfristig zu Kostenmilderung führt, weil deutlich weniger Folgekrankheiten entstehen.

Kostenübernahme durch Krankenkasse?

Dabei werden gerne wirrste Zahlen herumgereicht, 80-100’000 Franken soll eine “Geschlechtsumwandlung” kosten. In Wirklichkeit belaufen sich die Kosten der genitalangleichenden Operation beispielsweise am Zürcher Universitätsspital auf weniger als 20’000 Franken inklusive dem zweiwöchigen Spitalaufenthalt. Darauf folgt noch eine kleine Operation und ein paar Nachuntersuchungen, insgesamt dürfte es um die 30’000 Franken sein für die gesamte Behandlung. Die Hormone die dann zeitlebens noch gebraucht werden, sind so günstig, dass man damit nicht mal die Franchise überschreitet, fallen also nicht mehr ins Gewicht. In Anbetracht davon, dass nicht behandelte Transsexualität zu umfangreichen Folgeerkrankungen und damit hohen Kosten führt, ist eine Nichtbehandlung deutlich kostspieliger. Wenn ich mich selber als Fallbeispiel nehme, dann hatte ich vorher fast ein Jahrzehnt wöchentlich eine Psychotherapiestunde zu 160 Franken. Seit Abschluss meiner “Transition” gehe ich noch alle 2 Monate einmal, weil’s mir einfach gut geht im Gegensatz zu den vier vorherigen Jahrzehnten.

Sexuelle Verstümmlung und Suizid?

Bei Geschlechtsumwandlungen würden Menschen sexuell verstümmelt,
und viele nähmen sich später das Leben.
(Doris Fiala)

Erschreckende Unwissenheit demonstrierte FDP-Nationalrätin Doris Fiala mit obigem Zitat. Wenn Menschen nach jahrzehntelangem Leiden dank genitalangleichener Operation leidensfrei sein können – und das geschieht in der Regel – dann ist es einfach zynisch, da von sexueller Verstümmlung zu reden, das ist einfach absurd in Anbetracht der Lebensrealität transsexueller Menschen. Dr. Udo Rauchfleisch, der am Basler Universitätsspital über hundert Transsexualitätsbetroffene behandelt hat, schreibt in seinem Buch “Transsexualität – Transidentität“, dass von all denen nur eine Betroffene diese Behandlung bereut hat, allen Anderen würde es bedeutend besser gehen. Dasselbe gilt für den Suizid-Mythos. Das Suizidrisiko nimmt in der Regel deutlich ab, weil Betroffene erstmals mit sich im Reinen sind und eine “Behinderung” weggefallen ist. Um es deutlicher zu sagen: Wäre diese unsägliche Motion angenommen worden, wäre die Suizidrate in Zukunft garantiert deutlich höher – eine Annahme hätte Menschen in den Tod getrieben!

Aber immerhin gibt es auch im Parlament ein wenig Restvernunft, wie aus dem Einspruch von Margret Kiener-Nellen zu entnehmen ist:

Als Anwältin begleite ich, mit den entsprechenden rechtlichen Massnahmen und Verfahren, seit fast dreissig Jahren solche Geschlechtsumwandlungen. Ich kann bestätigen, dass diese Klientinnen und Klienten mit den Operationen alle sehr glücklich und zufrieden sind. Den Tatbestand, den Frau Fiala angesprochen hat, kenne ich nicht. Meine Frage haben Sie vielleicht schon beantwortet: Gibt es dazu Langzeitstatistiken? Meines Erachtens gibt es das nicht. Ich wüsste auch nichts von einer erhöhten Suizidrate bei diesen Personen.

(Margret Kiener-Nellen)

Wer bestimmt den Krankheitswert?

Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, dass Politiker sich plötzlich Rosinen aus dem Leistungskatalog picken und bestimmen wollen, welches Leiden Krankheitswert hat, was behandlungswürdig ist und überhaupt, was Krankheit ist. Aber ist es Aufgabe der Politiker, Diagnosen zu stellen und Behandlungen festzuschreiben oder ist es nicht Aufgabe von Wissenschaft und Medizin, das festzulegen? Die Weltgesundheitsorganisation WHO bestimmt, was als Krankheit gilt und was für Behandlungen angebracht sind. Dabei stützen sie sich auf medizinisches Wissen. Was als Krankheit gilt, ist vorallem vom Leidensdruck abhängig, der ist bei Transsexualität gegeben.

Schwarzpeter-Spiele der Bürgerlichen?

Wenn man bedenkt, dass mit dieser geplanten Hilfeverweigerung in Anbetracht der wenigen Fälle nicht mal ein Promille der Krankenkassenprämien eingespart würden, fragt man sich schon, was für Schwarzpeterspiele da gespielt werden in Bundesbern. Parallelimporte, die zu tieferen Medikamentepreisen geführt hätten und ein riesiges Sparpotential im Milliardenhöhe gewesen wäre, wurde von den sogenannt Bürgerlichen lange bekämpft. Muss man hier wieder mal ein schwarzes Schaf postulieren und schlachten um zu zeigen, dass man doch irgend etwas tut für tiefere Krankenkassenprämien? Wenn ich dann noch erlebe, dass die Initiatoren dieser Alibiübung auf Kosten Anderer nicht mal wissen worum es eigentlich geht und was sie da fordern – und warum – dann gibt mir das schon arg zu denken. In beispielhafter Weise demonstrierte das Peter Föhn anlässlich eines Rundschau-Interviews, als er den Grund für seine Motion wiefolgt zu erklären versuchte……. o-Ton, kann hier auf 6:00 Minuten mitgehört werden……..

Die Geschlechts…….äh…. Umwandlungen streiche ich vorallem auch….. dann…….. nach ähmä???…… pffff, ja vielleicht….. ein ethischer Hintergrund….. ein…… religiöser Hintergrund für mich haben…… bei dem ich sage: ist das wirklich notwendig……. und ich stelle als Politiker jetzt einfach diese Frage laut in den Raum.
(Nationalrat Peter Föhn)

Ich war echt erschüttert, als ich dieses Interview sah, dieser Mann erklärt, warum er Menschen wie mir das Leben verweigert und hat so eine unbeholfene Erklärung dafür – ethischer Hintergrund – ja, das Überleben Betroffener steht auf dem Spiel………. danke an die Parlamentsmehrheit, dass sie dieses Spiel nicht mitgespielt haben.

Diskussion im Parlament: Wortmeldungen

AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby

Wer bei der Sicherheit von Atomkraftwerken keine Kompromisse machen will,
darf Kernenergie gar nicht erst nutzen.
Wer sie doch betreibt,
ignoriert ihr Risiko für uns und Zehntausende weitere Generationen.
Financial Times

Erst vor wenigen Wochen habe ich anlässlich der Mühleberg Abstimmung hier die Frage gestellt und wie ich hoffe beantwortet: Braucht die Schweiz ein neues AKW und verwies dort unter Anderem auf einen alten Blogbeitrag der eine Reihe von AKW-Störfällen auflistete – und nun, wenige Wochen später, ist es wieder soweit – einmal mehr.

Grund genug, nochmal auf die Frage einzugehen, ob Atomkraftwerke wirklich so sicher sind, wie uns die Heerscharen an Lobbyisten der Atomindustrie ständig einzureden versuchen. Betrachten wir mal, wie die Atomindustrie und ihre AKW-Lobbyisten uns jahrzehntelang systematisch belogen wurden………

AKW sind sicher, ein Reaktorunfall ist nur alle 10’000 Jahre möglich, hiess es zu Beginn des Atom-Desasters – doch es kam anders – immer wieder.

  • Am 21. Januar 1969 kam es im schweizerischen Versuchsatomkraftwerk Lucens zu einer partiellen Kernschmelze. Ach das ist nur ein Versuchsreaktor, bei richtigen AKWs kann das nicht geschehen.
  • Am 17. Oktober 1969 kam es im französischen AKW in Saint-Laurent zu einer partiellen Kernschmelze, der Reaktor wurde im gleichen Jahr stillgelegt. Ach aller Anfang ist schwer, hiess es da wohl.
  • Am 22. Februar 1977 kam es im slowakischen Kernkraftwerk Bohunice zu einer Kernschmelze. Ach wen interessiert schon was in der Slowakei geschieht, dachte man da wohl.
  • Am 28. März 1979 kam es im Kernkraftwerks Three Mile Island im amerikanischen Harrisburg zu einer totalen Kernschmelze, weil zu spät bemerkt wurde, dass das Notkühlsystem nicht funktionierte. Die Kernschmelze stoppte jedoch während dem Durchfressen des Reaktorkernmantels, was man ja als Erfolg verbuchen kann, sogar Kernschmelzen haben wir im Griff, cool was?
  • Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk in Tschernobyl zur totalen Kernschmelze samt Wasserstoffexplosion, die ganze Umgebung wurde kilometerweise totalverseucht, radioaktive Strahlung verteilte sich über ganz Europa (und ist heute noch beispielsweise in hiesigen Pilzen messbar), zehntausende von Menschen starben in den Folgejahren an Krebs. Ach diese russischen AKWs sind halt nicht so gut wie unsere, wir haben viel bessere Sicherheitsmassnahmen, es war menschliches Versagen, bei uns könnte das nie geschehen.
  • Am 12. März 2010 kam es in mehreren Reaktorblöcken im japanischen AKW Fukushima-Daiichi zu einer Reihe von unkontrollierbaren Reaktorkatastrophen. Ausgelöst wurden die Katastrophen durch ein Erdbeben gefolgt von einem Tsunami, infolgedessen es so wie es momentan gerade aussieht in mehreren Atomkraftwerken zu Kernschmelzen kam. Das Ausmass ist noch nicht abzuschätzen, weil die betroffenen Reaktoren nachwievor ausser Kontrolle sind. Dies obwohl gerade japanische AKWs den höchsten Sicherheitsstandard haben für Erdbebenfolgen.

Achja, da waren ja noch ein paar “kleine Kernschmelzen”

  • Am 12. Dezember 1952 im NRX-Reaktor in Ontario, Kanada
  • Im Jahr 1955 in Idaho, USA, im Experimental Breeder Reactor I (EBR-I)
  • Am 10. Oktober 1957 in Windscale (siehe Windscale-Brand)
  • Im Juli 1959 im Santa Susana Field Laboratory, Kalifornien, USA
  • Am 3. Januar 1961 beim militärischen Forschungsreaktor SL-1 (Stationary Low-Power Reactor Number One), Idaho Falls,
  • Am 5. Oktober 1966 im Prototyp des Schnellen Brüters ‘Enrico Fermi 1′ in Michigan, USA

Und wer immer noch nicht genug hat, findet hier noch weitere Störfälle in Atomkraftwerken.

Drei totale Kernschmelzen, drei partielle Kernschmelzen und ein ganzes Rudel von Störfällen, die mit etwas Glück doch nicht zum AKW-Unfall wurden? Alle 10’000 Jahre ein AKW-Unfall? Drei und Drei und ein Rudel in einem halben Jahrzehnt – irgendwie kapier ich diese Rechnung nicht.

Atomkraftwerke sind sicher, wir können den Super-GAU ausschliessen, das verspricht man uns seit Beginn bis heute. Obwohl ja angeblich alles im Griff ist, sind Atomkraftwerke seltsamerweise nicht mal zu 1% versichert. Ein Schadenfall in der Schweiz wird auf 4’000 Milliarden geschätzt, 1,8 Milliarden sind versichert, der Rest des angeblich nicht existierenden Risikos werden gegebenenfalls wir bezahlen, was pro Kopf rund eine halbe Million Franken ausmachen wird. Soviel ist sicher – immerhin da bietet Atomenergie Sicherheit.

Gesamthaft gesehen erleben wir seit Jahrzehnten immer dasselbe Muster. Man behauptet, Atomkraftwerke seien kontrollierbar, Risiken könnten nahezu ausgeschlossen werden, man hätte höchste Sicherheitsmassnahmen ergriffen. Und immer wieder kracht es, immer findet man neue Ausreden, warum es ausgerechnet dort gekracht hat und versichert, dass das bei uns natürlich nicht passieren kann…….. Warum nicht? Erdbeben gibt es auch bei uns, selten aber unter Umständen nicht weniger heftig. Menschliches Versagen gibt es auch bei uns, wir sind ja nicht unfehlbar. Und Systemfehler kann ebenfalls niemand mit Sicherheit verhindern. Auch hier gibt es Überschwemmungen die Notstromaggregate ersäufen können. Auch hier können Terroristen zuschlagen und auch hier stürzen ab und zu mal Flugzeuge ab. Die Risiken waren seit je her da und sie werden für immer bleiben, solange bis wir mit diesem grössenwahnsinnigen Irrsinn aufhören.

Wir müssten mit dem Restrisiko leben – sagt man uns lapidar – das Restrisiko, das beispielsweise hier in der Schweiz das halbe Land mit einem Schlag unbewohnbar machen kann (wir rutschen gern alle noch etwas zusammen), tausende von Toten, tausende von Milliarden Kosten……….. da ist das Wort “Restrisiko” schon etwas zynisch.

Nein, wir müssen nicht mit dem Restrisiko leben – aber wir müssen mit dem Restrisiko sterben, falls sich auch bei uns einer dieser Schrott-Reaktoren nicht an die lustigen Wahrscheinlichkeitsberechnungen der Atomindustrie hält.

Alternativen gibt es zu Genüge, die Frage ist nicht ob wir ohne Atomstrom leben können sondern ob wir es tun. Und das schaffen wir nicht, indem wir erst mal noch zwei Stück bauen und damit diese rund zwanzig Milliarden wieder in diese unkontrollierbare Technik stecken. Die ältesten AKWs können schnell abgeschaltet werden, dann haben wir noch einiges an Zeit bis die “neueren AKWs” auch vom Netz müssen. Bis dahin können wir umgestellt haben, das belegen eine grosse Zahl an Studien wie beispielsweise die “drei Energieszenarien” des Bundes aufzeigen.

Es ist unser Land, über das wir bestimmen können und es ist die Zukunft unserer Kinder, die wir allenfalls gefährden. Wir haben ihnen schon das ganze Desaster der nicht wirklich lösbaren Endlagerung radioaktiver Abfälle hinterlassen, auf Generationen hinaus, wir sollten endlich Verantwortung übernehmen und eine Zukunft bauen, in der wir nicht mehr unsere Kinder töten um selber vermeintlich etwas besser zu leben.

Noch ein wenig Realsatire zum Schluss: Gestern wurde ich um 17 Uhr auf einen Textblock einer berüchtigten Schweizer Atomlobby Website aufmerksam gemacht, in der stand:

“Durch sicheres Bauen und die sorgfältige Wahl des Baugrunds können Kernkraftwerke auch sehr starke Beben ohne wesentliche Schäden überstehen. Das belegen die Erfahrungen aus Japan und Kalifornien, wo vergleichsweise oft schwere Erdbeben auftreten”

Drei Stunden später war der Text gelöscht. Das war dann wohl auch für die Atomindustrie ein Schuss zuviel an Surrealismus. Aber es stellt sich schon die Frage: Wenn die Atomlobby bisher behauptete, die Erfahrungen mit Japan seien ein Beleg für die Sicherheit von Atomanlagen, dann darf fortan auch analog dazu das Umgekehrte als belegt betrachtet werden. In diesem Fall ist es sogar mehr als Theorie, es ist geschehen, im Hier und Heute.

Aber man versichert uns weiterhin, die Schweizer Atomkraftwerke seien sicher. Die sind sowas von sicher, dass sie sogar mit 225 Mängeln noch als sicher eingestuft werden. Mit so einer Mängelliste müsste man mal ein Auto beim Strassenverkehrsamt vorführen, die würden einem für völlig gestört erklären.
225 Mängel! Wie sicher sind Schweizer AKW?

Lesenswerter Artikel über die Lügen der Atomlobby in der FAZ:
Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds

Zuguterletzt noch ein guter Kommentar der Financial Times:
Unkalkulierbares Risiko – Super-GAU der Kernenergie

Und zur Frage ob es Alternativen gibt für diese Grossrisikotechnologie:
Beobachter: So schaffen wirs ohne AKWs
Jetzt zählen nur noch erneuerbare Energien

Nachtrag: Diesen Blogbeitrag empfehle ich dringend zum Lesen und vorallem zum Nachdenken – und zum Umdenken:
Weiter, weiter!

Braucht die Schweiz ein neues AKW?

Nachdem die Städte St.Gallen und Bern sich vergangenen November für einen Ausstieg aus der Atomenergie geäussert hat, kam es im Kanton Bern bei der Mühleberg Abstimmung zu einem knappen Ja für ein neues AKW.

Wer sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigt, dem fällt auf, dass der relativ hohe Ja-Stimmen Anteil in all diesen Abstimmungen meist auf Unwissenheit beruhgt und Folge einer grossflächigen Desinformationspropaganda und Angstmacherei ist. Die Atomlobbyisten arbeiten seit Jahren an einer kollektiven Hirnwäsche und hämmern uns mit Lug und Trug ein, dass AKWs sauber seien und ohne AKWs die Lichter ausgehen.

Das ist absoluter Quatsch, warum, möchte ich mal kurz erläutern und vorallem aufzeigen, mit welchen Lügen uns die Atomindustrie diese Hochrisikotechnologie erneut schmackhaft machen will.

1. Lüge: Versorgungssicherheit und Stromlücke
Die beliebteste Lüge der Atomlobby ist die Mär der Stromlücke. Keine Diskussion, in der die AKW-Befürworter immer und immer wieder behaupten, ohne AKWs würden wir eines Morgens aufstehen und die Kaffeemaschine läuft nicht mehr, weil kein Strom mehr da ist. Tatsache ist jedoch, dass es kein autonomes Schweizer Stromnetz gibt, dieser Mythos ist so falsch wie er alt ist. Seit je her findet ein Stromaustausch mit dem Ausland statt. Wir holen billigen Strom aus französischen AKW und deutschen oder italienischen Kohlekraftwerken, füllen damit unsere Stauseen und verkaufen dann zu Hochpreiszeiten den Strom wieder ins Ausland.

Eine Autonomie gab es da nie und wird es nie geben. Wir sind in das europäische Stromnetz eingebunden, der produzierte Strom in ganz Europa wird ins europäische Netz eingespiesen und der benötigte Strom wird dort wieder herausgeholt. In diesem europäischen Stromnetz ist vorläufig mehr als genug Strom vorhanden und viele Länder investieren massiv in erneuerbare Energien, das heisst, der europäische Strommix wird von Jahr zu Jahr sauberer. Selbst wenn der Strom irgendwann knapper werden sollte, wovon in Anbetracht des Investitionsvolumens nicht ausgegangen werden muss, würde der Strom nicht einfach ausgehen sondern lediglich teurer werden. Und die Schweiz wäre garantiert nicht das erste Land, dass es sich leisten könnte. Die Mär, uns würde der Strom ausgehen, ist also eine brandschwarze Lüge, mit der man irrationale Angst schürt und uns damit weichkochen will.

2. Lüge: Sicherheit von AKW
Atomenergie ist eine Hochrisikotechnologie. Die Eintretenswahrscheinlichkeit eines atomaren Super-GAU ist zwar relativ gering, bisher kam es erst in zwei Fällen zu einem Super-GAU, in Tschernobyl und in Harrisburg. Aber die Folgen eines solchen Unfalls sind derart gravierend, dass auch mit kleiner Eintretenswahrscheinlichkeit von einem Hochrisiko gesprochen werden muss. Noch heute sind in Europa erhöhte radioaktive Werte messbar, beispielsweise in Pilzen, die wir dem Reaktorunfall von Tschernobyl verdanken. Die Atomlobby versucht uns weiszumachen, dass so ein Reaktorunfall bei uns niemals möglich wäre, aber das ist blanker Unsinn, weil kein Mensch und kein technisches System auf dieser Welt unfehlbar ist. Menschliches Versagen kann niemals ausgeschlossen werden und technisches Versagen sowieso nicht. Egal wie hoch die Sicherheit angestrebt wird, es kann nie hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass uns nicht doch eines Tages so ein Reaktor um die Ohren fliegt. Sollte das der Fall sein, wäre eine Grossteil der Schweiz auf undenkbar lange Zeiten hinaus unbewohnbar. Gerade in einem kleinen Land wie der Schweiz wäre das fatal, weil wir nicht einfach die Hälfte der Bevölkerung in andere Regionen umsiedeln können – es wäre das Ende der Schweiz. Die Atomlobby versucht dieses Risiko zu leugnen, aber die Realität entlarvt ihre Lügerei.

Die Liste von Beinahe-Unfällen in Atomkraftwerken ist so lang, dass sie den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde, deshalb verweise ich auf einen alten Blogbeitrag von mir, der zwar auch nur eine kleine Liste von Zwischenfällen aufzeigt, aber es sollte deutlich machen, dass es keine Sicherheit in Atomkraftwerken gibt. Die Frage ist nicht, ob es zu einem Super-GAU kommt, die Frage ist nur wann und wo: AKW Unfälle – AKW Störfälle

Zur Sicherheit/Sauberkeit von Atomreaktoren sei auch noch diese Beiträge und Studien erwähnt:
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby
Erhöhtes Krebsrisiko in der Umgebung von AKW
Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke
AKW Haftpflicht – nicht einmal 1 Prozent versichert
Der vergessene Schweizer Atom-GAU

3. Lüge: CO2-freier Atomstrom
Da man uns mit neuen AKW faktisch ein nicht vertretbares Risiko andrehen will, muss man sich ein grünes Kleid anziehen, Greenwashing nennt man das in Fachkreisen. So versucht die Atomlobby seit Jahren die Mär zu verbreiten, Atomenergie sei CO2-frei. So vergleicht man dann gern die CO2-Bilanz mit den schlimmsten Stromproduktionen, den Kohlekraftwerken. Das ist Sand in die Augen gestreut, denn niemand redet heute noch davon, dass wir Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzen, dieser Vergleich ist völlig weltfremd und zeigt wie unlauter die AKW-Propaganda abläuft. Zum Einen wollen AKW-Gegner eben keine Kohlekraftwerke sondern erneuerbare Energien, die dann wirklich sauber und nachhaltig sind und zum Anderen ist Atomstrom eben nicht CO2-frei. Der Betrieb eines Reaktors selbst fördert tatsächlich wenig CO2, aber damit hat es sich eben nicht. Der Uranabbau, Transport der Brennstäbe, Bau und Abbau von Reaktoren bis hin zur noch ungelösten Endlagerung, produzieren eifrig CO2, so dass die Gesamtbilanz alles andere als grün ist. Unter dem Strich produziert Atomstrom doppelt soviel CO2 wie Wasserkraft, wie in nachfolgenenden Links nachzulesen ist. Merkt Euch also, wenn wieder mal ein AKW-Lobbyist sagt, Atomstrom sei CO2-frei, dann belügt er Euch brühwarm.
Neue Studie belegt: Atomkraft ist nicht CO2-frei
Wie CO2-frei sind die AKWs wirklich?

4. Lüge: Erneuerbare Energien sind zu kostspielig
Atomstrom sei ja so günstig, lügt uns die Atomindustrie seit je her vor, was sie uns verschweigt ist unter Anderem, dass der noch relativ tiefe Preis nur deshalb zustande kommt, weil AKW ihre Risiken nicht versichern müssen. Ein Schweizer AKW muss weniger als 1% der Schadenssumme eines Reaktorunfalls versichern! Müsste die Atomindustrie ihre Reaktoren so versichern, wie jeder Schweizer sein Auto, also den Worst-Case Fall abdecken, wäre Atomstrom die mit Abstand teuerste Energieform der Welt. Atomstrom ist faktisch nur deshalb bezahlbar, weil das Risiko ausgelagert wird.
Tagi – AKW-Unfall könnte über 4000 Milliarden kosten
NZZ – Pandoras Atomkraftwerke

Aber es kommt noch dicker, denn einerseits wird erneuerbare Energie aufgrund des Investitionsvolumens von Jahr zu Jahr günstiger, während auf der anderen Seite aufgrund der zuneige gehenden Uranvorräte die Brennelemente für AKW jährlich teurer werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bilanz kippt und so wären wir gut beraten, in die Zukunft zu schauen wenn es darum geht, in welche Technologie wir diese Milliarden stecken, die wir in den nächsten Jahrzehnten investieren müssen.
UNEP-Bericht: Investitionsboom in Erneuerbare Energien – Alternative zu Atomenergie

5. Lüge: Erneuerbare Energien sind nicht effizient genug
Um uns diese Risikotechnologie wider aller Vernunft doch noch anzudrehen, wird nach üblich politischem Muster vorgegangen, man diffamiert den Gegner resp. in diesem Fall die konkurierende Technologie. Erneuerbare Energie sei nicht effizient genug, wird uns gebetsmühlenartig vorgepredigt. Auch da zeigt sich die Rückwärtsgewandtheit der Stromindustrie, denn die Effizienz von erneuerbaren Energien nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Wirksamkeit von Solarstrom hat sich beispielsweise im Vergleich zur Anfangszeit verzehnfacht und neue Technologieformen werden erfunden, eine nach der Anderen. Solarenergie, Windenergie, Biomasse, Geothermie, Gezeitenkraftwerke, herkömmliche Wasserkraft, die Liste von Technologien ist riesig und die Effizienz nimmt von Generation zu Generation zu. Es ist eine Frage der Investitionen, je mehr wir in diese Technologien investieren, umso effizientere Methoden werden gefunden. Aber solange wir die ganzen Entwicklungsgelder weiterhin in Atomenergie stecken, werden wir die Ziele nicht erreichen, hier braucht es den Willen zur Veränderung. Die Technologien sind da, es liegt an uns, in diese zu investieren.
Effizient Strom produzieren
Jetzt zählen nur noch erneuerbare Energien

6. Lüge: Wiederaufarbeitung = Recycling?
Die Atombefürworter behaupten gerne, sie würden Recycling betreiben mit der sogenannten Wiederaufarbeitung von Brennstäben. Was sie dabei verschweigen ist einerseits, dass sie zwar tatsächlich ein wenig Material wiederverwenden können, dass aber das Volumen des Abfalls dabei massiv vergrössert wird und mit den Castor-Transporten nach LaHague und Sellafield weitere Risiken eingegangen werden. Viel schlimmer ist jedoch die gern verschwiegene Tatsache, dass diese sogenannten Wiederaufbereitungsanlagen sowohl in LaHague als auch in Sellafield die Umwelt massiv verseuchen. Infolgedessen ist beispielsweise in der Umgebung von Sellafield die Kinderleukämierate zehn mal höher als im Landesdurchschnitt und in ganz England konnte in Milchzähnen von Kindern Plutonium nachgewiesen werden, das nur in der Wiederaufarbeitung entsteht. Diese sogenannte Wiederarbereitung diente nie dem Recycling sondern militärischen Zwecken, weil man nur so waffenfähiges Plutonium herstellen kann. Wer also im Zusammenhang mit Atomenergie von Recycling spricht, ist ein brutaler Zyniker, weil er die Verseuchung und Krankmachung von Mensch und Umwelt als ökologisch sinnvoll darstellt.
Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke

7. Lüge: Es gibt kein sowohl-als-auch
Die scheniheiligste Lüge ist jedoch die sowohl-als-auch Lüge. Kein Atomlobbyist der nicht blauäugig behauptet, er sei ja total für erneuerbare Energien, er wolle nur neue Atomkraftwerke als Übergangslösung, in der Zwischenzeit könnten wir dann die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien aufbauen. Joh ist klaaaaaar, wir sind ja blöd genug das zu glauben. Wenn wir neue Atomreaktoren hinklotzen, haben wir soviel Strom, dass schlicht und ergreifend kein Bedarf mehr da ist für erneuerbare Energien, das heisst, es gibt keinen Anreiz mehr, in diese zu investieren. Hinzu kommt, dass der Bau eines neuen AKWs je nach Schätzung oder Lügerei zwischen 5 und 10 Milliarden kostet, dieses Geld ist dann weg, es steht nicht mehr zur Verfügung für Investitionen in erneuerbare Energien. Es gibt eben kein sowohl als auch, es gibt nur ein entweder oder, weil wir dasselbe Geld nicht zweimal zur Verfügung haben. Die Atomlobbyisten wissen das ganz genau, aber sie halten uns für naiv genug, dass wir ihnen diese Mär abkaufen. Schlussendlich hat das Stimmvolk die Entscheidungsmacht. Entweder wir geben ihnen einen Freibrief für eine Wiederholung des AKW-Risikos oder wir zwingen sie, ihre Milliarden andersweitig zu investieren. Beides können wir nicht haben. Wenn das Volk Ja sagt zu einem neuen AKW, dann wird die nächsten 50-60 Jahre kein Geld mehr in erneuerbare Energie investiert……… und in 50 Jahren werden sie uns dann wieder sagen, wir bräuchten ein neues AKW als Übergangslösung.

Die Propaganda-Heuschrecken der Atom-Lobby
Wie systematisch die Hirnwäsche der Stromproduzenten ist, zeigt sich, wenn man ihren Lobbyisten mal auf die Finger schaut. Einerseits ist etwa ein Drittel unseres Parlaments mit der Atomindustrie verbunden, keine Industrie in der Schweiz hat soviele Lobbyisten und Lakaien in der Regierung wie die Atomindustrie. Ausserdem verfügt die Atomindustrie über ein riesiges Netzwerk von Propaganda-Organisationen wie beispielsweise die AVES, die sich ironischerweise “Aktion vernünftige Energiepolitik Schweiz” nennt und sich den Anschein geben möchte, ein neutrales Forum zu sein – wie auch das Nuklearforum und wie sie alle heissen. Finanziert werden diese Organisationen von der Atomindustrie. Wer wie ich jahrelang Leserbriefspalten im Auge hat, staunt Bauklötze, wieviele Leserbriefe von angeblich privaten Leuten da auftauchen, die nach kurzer Recherche als Handlanger ebendieser Organisationen erkennbar werden. Ich könnte hier eine ganze Reihe von Lobbyisten aufzählen, die ich mittlerweile namentlich kenne, die jahrein jahraus Leserbriefspalten und Diskussionsforen mit ihrem Gewäsch fluten, ohne je zuzugeben, dass sie im Dienste dieser Organisationen schreiben. Auch die Gentech-Industrie verfügt über solche Netzwerke, auch bei diesen kenne ich eine Reihe von Namen, die immer wieder auftauchen. Aber was die Atomindustrie hier abzieht, ist einmalig in diesem Land und es zeigt, mit welch unlauteren Mitteln sie agieren.
Schwarze Liste von Energieorganisationen in der Schweiz
Beobacher: Die Atomlobby macht Dampf
Tagi – Die Atomlobby hat das Parlament fest im Griff

Lesenswerter Artikel über die Lügen der Atomlobby in der FAZ:
Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds

Und das Wichtigste zum Schluss, ein Ausstieg resp. Umstieg auf erneuerbare Energien ist möglich, wie beschreibt der Beobachter:
Beobachter: So schaffen wirs ohne AKWs

So, damit schliesse ich für heute und warte nun gespannt auf die Heuschrecken, die hier ihre Standard-Textchen deponieren ;-)

Nachtrag: Fortsetzung dieses Themas hier:
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby

Die Schweiz und das Recht aufs Töten

Abstimmungen haben für mich immer zwei Seiten. Das Negative ist, dass ich fast ausnahmslos auf der Verliererseite stehe, weil ich – wie mir scheint – zu den Wenigen gehöre, die sich auch ernsthaft Gedanken darüber machen und die gedreschten Parolen hinterfrage. Aber das Positive daran ist, dass mir stets eine Form von Realsatire geboten wird, die – wenn man es schafft, die dahinterliegende Ernsthaftigkeit zu vergessen – doch irgendwie zum todlachen ist. Diesmal sogar wortwörtlich – Zeit für ein kleines bisschen Zynismus.

Es vergeht ja kaum ein Monat, ohne dass hierzulande irgendjemand sich selbst, seine Familie oder jemand der grad so blöd an der Bushaltestelle steht, mit einem Armee-Sturmgewehr abknallt. Wir sind dann immer ein wenig entsetzt, nehmen das aber hin, wir sind ja neutral hier in der Schweiz. Und wenn dann halt mal wie im Fall Hönggerberg eine 16-Jährige zum Bauernopfer eines Miliz-Armee Mythos wird, dann dient das ja irgendwie auch der Landesverteidigung – im weitesten Sinne.

Wenn sich jemand selber das Hirn aus dem Schädel ballert, mag das ja Privatsache sein, jeder kann selber über sein Leben entscheiden und ein wirklich gewollter Suizid ist auch ohne Sturmgewehr möglich. Aber wenn’s darum geht, dass mal wieder ein jähzorniger Familienvater in seiner Ehre gekränkt ist oder sonst einfach irgendwie mies drauf ist, dann ist der Finger einfach schneller gekrümmt als dass jemand mit einem Küchenmesser in Gedärmen rumwühlt. Das mein ich jetzt nicht satirisch, das ist wirklich so. Mit einer Schusswaffe hat man keinen direkten Körperkontakt, die Hemmschwelle ist viel tiefer als wenn man “Hand anlegen muss”. Und dann sind eben solche Amokläufer und sonstwie Durchgeknallte, die mit so einer Waffe nunmal mehr Schaden anrichten können als wenn sie mit dem Dosenöffner rumrennen.

Das Schweizer Volk konnte jetzt abstimmen, ob das Waffengesetz verschärft wird, im Wesentlichen wäre es darum gegangen, ob die gefühlten zehntausend Milliarden Sturmgewehre griffbereit in Wohnungen oder eingeschlossen in Zeughäusern rumstehen. Militärisch machen die ja eh keinen Sinn, wer glaubt, im Kriegsfall würde jeder sein Gewehr nehmen und wie Rambo allein durch Strassenschluchten rennen und den Feind niedermachen, der hat echt die falschen Filme gesehen. Aber es ist eben Tradition hierzulande und für etwas Tradition opfern wir gern mal ein paar niedergeschossene Familien. Und wer wie im Fall Hönggerberg an der Bushaltestelle niedergeschossen wird, weil ein psychisch gestörter Soldat private Schiess-Weiterbildung betreibt, darf sich ja dann immerhin als Märtyrerin einer schweizerischen Tradition wissen. Ihr wisst schon, Landesverteidigung und so.

Eigentlich braucht niemand ein vollautomatisches Sturmgewehr bei sich zuhause, ausser potentielle Amokläufer und Männer, die ihre Familie nicht im Griff haben. Aber soviele von denen wird es ja wohl hoffentlich nicht geben, also wer in aller Welt hat dann Ja gestimmt, wer wollte dass diese gefühlten hunderttausend Milliarden Gewehre hier rumstehen – und wozu?

Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, mit welch diebischer Freude ich mit dem Karabiner meines Vaters auf dem Dachstock rumspielte, mit etwas Übung konnte ich sie sogar durchladen. Zum Glück war keine Munition drin, sonst könntet Ihr das hier jetzt wohl nicht lesen. Aber echte Schweizer brauchen sowas, ein Mann ist erst ein Mann, wenn er eine Flinte hat, stimmts? Ok, zugegeben, ich habe selber eine Pistole zuhause, aus alten Zeiten als ich noch jung und verrückt war. Aber ich würde jederzeit Ja sagen zu einer gesamtschweizerischen Entwaffnung und würde Meine mit Freude abgeben.

Witzig daran ist, dass wir Mädels die Jungs hätten überstimmen können. Aber scheinbar gabs da keine Mehrheiten. Wer von uns als Nächstes erschossen wird, wissen wir ja nicht, jede von uns könnte es sein – wir wissen nur, dass sich Schweizer Armeewaffen häufiger gegen Frauen richten als gegen Kriegsfeinde. Ok ich bin da weniger in Gefahr, ich bin mit nem Mädel zusammen und Mädels erschiessen in der Regel niemanden und ausserdem ist sie ja Deutsche und die wurden vor fünfzig Jahren entwaffnet. Naja, wenn ich an Bushaltestellen stehe trifft’s vielleicht doch mich oder wenn ich mal wieder von SVP-Sympathisanten Morddrohungen bekomme, muss ich mir da doch etwas Sorgen machen.

Aber mich triffts eh nicht – denken wir ja alle – auch die, die bereits erschossen wurden – und auch die, die als Nächstes dran sind.

Ich frage mich was für ein Gefühl das ist für die Ja-Stimmer, wenn die nächste Familie mit einer Schweizer Armeewaffe erschossen wird. Ob da sowas wie Schuldgefühl aufkommt? Naja, man findet ja eh immer Ausreden, den Leuten wird da schon was einfallen. Abgesehen von den Opfern, denen fällt dann nix mehr ein, die liegen dann nur noch blöd rum und bluten die ganze Wohnung voll.

Direkte Demokratie ist schon was Seltsames, man kann sich damit sogar sein eigenes Grab schaufeln und merkt es nicht mal. Seltsam, nicht?

Zum Nachdenken – wenigstens im Nachhinein:
Jedes vierte Familiendrama passiert mit Armeewaffe
Gesucht: 30’000 Munitionsdosen der Armee
Mit Armeewaffe angeschossen
90 Tote durch Suizid mit Sturmgewehr

Und hier noch ein paar Beispiele zum heiteren Umgang mit Schweizer Armeewaffen…….

23. Nov. 2007: Ein 21-jähriger Soldat erschiesst in Zürich-Höngg mit seinem Armee-Sturmgewehr eine 16-Jährige. Am 27. wird er verhaftet.

13. Aug. 2007: Im neuenburgischen Montmollin erschiesst ein 67- jähriger Mann seine 52-jährige Ehefrau und dann sich selbst mit einer Militärpistole.

12. April 2007: In einem Hotel in Baden schiesst ein Mann mit seinem Armee-Sturmgewehr und seiner Taschenmunition um sich und tötet dabei einen Mann. Drei weitere Personen wurden verletzt. Der Täter kann festgenommen werden.

21. März 2007: In Chur erschiesst ein 29-Jähriger eine 21- jährige Frau mit einem Sturmgewehr. Danach wird er fest genommen.

30. April 2006: Die ehemalige Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet und ihr jüngerer Bruder Alain werden in Les Crosets VS vom getrennt lebenden Ehemann mit dessen Dienstpistole erschossen. Anschliessend begeht der Täter Selbstmord.

5. Juli 2004: Ein Kadermann der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erschiesst nach einem Konflikt am Arbeitsplatz in Zürich zwei Vorgesetzte mit seiner Armeepistole und richtet sich selber.

25. April 2003: In Buchillon VD erschiesst ein 27-jähriger Mann mit einem Armee-Sturmgewehr 90 seinen Vater.

4. Jan. 2003: Ein Jugendlicher erschiesst mit einem Sturmgewehr in Courtemautruy JU versehentlich einen Kollegen. Der junge Sportschütze hatte die Armeewaffe vom lokalen Schützenverein erhalten, die Munition hatte er entwendet.

19. April 2002: In St. Gallen erschiesst ein 21-jähriger Mann seine Mutter und seine Grossmutter mit dem Sturmgewehr.

19. Feb. 2002: In einem Pornokino in Lausanne schiesst ein arbeitsloser Mann mit seinem Sturmgewehr um sich, tötet einen Mann und verletzt zwei weitere, bevor er sich erschiesst. Unklar bleibt, ob es sich um eine private oder um eine Armeewaffe handelte.

Beim Amoklauf im Kantonsparlament in Zug am 27. September 2001, bei dem 14 Menschen starben, verwendete der Amokschütze Leibacher zwar Armeewaffen, die er aber persönlich erworben hatte. Er hatte keinen Militärdienst geleistet.

Das Kapitel Politisches

Ich durchwanderte die Kriege, sah die Angst und das Verderben.
Und ganz gleich ob Krieg – ob Frieden,
Egoismus – blinder Hass, war doch immer hier zu gegen.
(Lacrimosa – Strasse der Zeit)

Menschen werden manipuliert, Tag für Tag, von Medien, von Mitmenschen und mehr als alles Andere von der Politik. Mein Hang, alles zu hinterfragen, hat mein Auge geschärft und meine Menschenkenntnisse, die nicht zuletzt Folge meiner durch meine transsexuelle Vergangenheit erforderte Beobachtungsgabe ist, verhilft mir hie und da einen Blick hinter die Kulissen. Da scheint mir ein grosser Bedarf an Aufklärung zu sein.

Unzählige Male habe ich erlebt, wie Menschen ihr Recht auf Demokratie wahrnehmen, ohne dazu fähig zu sein. Unzählige Male erlebte ich, wie ein ganzes Volk vom Bauch her wusste wo es lang geht, sich aber schlussendlich doch durch die Hirnwäsche der Lobbyisten und Propagandisten über den Tisch ziehen liess.

Im Speziellen darf davon ausgegangen werden, dass sogenannt bürgerliche Politiker und Rechtspopulisten im Stil von SVP und EDU hier ab und zu mal auf die Ohren bekommen. Die politische Rechte hat in der Schweiz bereits einen Drittel des Volkes vergiftet und so halte ich es für dringend notwendig, hier mit dem mahnenden Finger aufzutreten.

In diesem Kapitel wird mit harten Bandagen gekämpft, hier werden Masken vom Gesicht gerissen, hier werden schallende Ohrfeigen verteilt, mal ironisch, mal sarkastisch, mal zynisch, je nachdem was angebracht ist.

Ich bin der brennende Komet
der auf die Erde stößt
der sich blutend seine Opfer sucht
Ich bin der lachende Prophet
der eine Maske trägt
und dahinter seine Tränen zählt
(Lacrimosa – Der brennende Komet)

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