Politically incorrect since 1966

AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby

Wer bei der Sicherheit von Atomkraftwerken keine Kompromisse machen will,
darf Kernenergie gar nicht erst nutzen.
Wer sie doch betreibt,
ignoriert ihr Risiko für uns und Zehntausende weitere Generationen.
Financial Times

Erst vor wenigen Wochen habe ich anlässlich der Mühleberg Abstimmung hier die Frage gestellt und wie ich hoffe beantwortet: Braucht die Schweiz ein neues AKW und verwies dort unter Anderem auf einen alten Blogbeitrag der eine Reihe von AKW-Störfällen auflistete – und nun, wenige Wochen später, ist es wieder soweit – einmal mehr.

Grund genug, nochmal auf die Frage einzugehen, ob Atomkraftwerke wirklich so sicher sind, wie uns die Heerscharen an Lobbyisten der Atomindustrie ständig einzureden versuchen. Betrachten wir mal, wie die Atomindustrie und ihre AKW-Lobbyisten uns jahrzehntelang systematisch belogen wurden………

AKW sind sicher, ein Reaktorunfall ist nur alle 10’000 Jahre möglich, hiess es zu Beginn des Atom-Desasters – doch es kam anders – immer wieder.

  • Am 21. Januar 1969 kam es im schweizerischen Versuchsatomkraftwerk Lucens zu einer partiellen Kernschmelze. Ach das ist nur ein Versuchsreaktor, bei richtigen AKWs kann das nicht geschehen.
  • Am 17. Oktober 1969 kam es im französischen AKW in Saint-Laurent zu einer partiellen Kernschmelze, der Reaktor wurde im gleichen Jahr stillgelegt. Ach aller Anfang ist schwer, hiess es da wohl.
  • Am 22. Februar 1977 kam es im slowakischen Kernkraftwerk Bohunice zu einer Kernschmelze. Ach wen interessiert schon was in der Slowakei geschieht, dachte man da wohl.
  • Am 28. März 1979 kam es im Kernkraftwerks Three Mile Island im amerikanischen Harrisburg zu einer totalen Kernschmelze, weil zu spät bemerkt wurde, dass das Notkühlsystem nicht funktionierte. Die Kernschmelze stoppte jedoch während dem Durchfressen des Reaktorkernmantels, was man ja als Erfolg verbuchen kann, sogar Kernschmelzen haben wir im Griff, cool was?
  • Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk in Tschernobyl zur totalen Kernschmelze samt Wasserstoffexplosion, die ganze Umgebung wurde kilometerweise totalverseucht, radioaktive Strahlung verteilte sich über ganz Europa (und ist heute noch beispielsweise in hiesigen Pilzen messbar), zehntausende von Menschen starben in den Folgejahren an Krebs. Ach diese russischen AKWs sind halt nicht so gut wie unsere, wir haben viel bessere Sicherheitsmassnahmen, es war menschliches Versagen, bei uns könnte das nie geschehen.
  • Am 12. März 2010 kam es in mehreren Reaktorblöcken im japanischen AKW Fukushima-Daiichi zu einer Reihe von unkontrollierbaren Reaktorkatastrophen. Ausgelöst wurden die Katastrophen durch ein Erdbeben gefolgt von einem Tsunami, infolgedessen es so wie es momentan gerade aussieht in mehreren Atomkraftwerken zu Kernschmelzen kam. Das Ausmass ist noch nicht abzuschätzen, weil die betroffenen Reaktoren nachwievor ausser Kontrolle sind. Dies obwohl gerade japanische AKWs den höchsten Sicherheitsstandard haben für Erdbebenfolgen.

Achja, da waren ja noch ein paar “kleine Kernschmelzen”

  • Am 12. Dezember 1952 im NRX-Reaktor in Ontario, Kanada
  • Im Jahr 1955 in Idaho, USA, im Experimental Breeder Reactor I (EBR-I)
  • Am 10. Oktober 1957 in Windscale (siehe Windscale-Brand)
  • Im Juli 1959 im Santa Susana Field Laboratory, Kalifornien, USA
  • Am 3. Januar 1961 beim militärischen Forschungsreaktor SL-1 (Stationary Low-Power Reactor Number One), Idaho Falls,
  • Am 5. Oktober 1966 im Prototyp des Schnellen Brüters ‘Enrico Fermi 1′ in Michigan, USA

Und wer immer noch nicht genug hat, findet hier noch weitere Störfälle in Atomkraftwerken.

Drei totale Kernschmelzen, drei partielle Kernschmelzen und ein ganzes Rudel von Störfällen, die mit etwas Glück doch nicht zum AKW-Unfall wurden? Alle 10’000 Jahre ein AKW-Unfall? Drei und Drei und ein Rudel in einem halben Jahrzehnt – irgendwie kapier ich diese Rechnung nicht.

Atomkraftwerke sind sicher, wir können den Super-GAU ausschliessen, das verspricht man uns seit Beginn bis heute. Obwohl ja angeblich alles im Griff ist, sind Atomkraftwerke seltsamerweise nicht mal zu 1% versichert. Ein Schadenfall in der Schweiz wird auf 4’000 Milliarden geschätzt, 1,8 Milliarden sind versichert, der Rest des angeblich nicht existierenden Risikos werden gegebenenfalls wir bezahlen, was pro Kopf rund eine halbe Million Franken ausmachen wird. Soviel ist sicher – immerhin da bietet Atomenergie Sicherheit.

Gesamthaft gesehen erleben wir seit Jahrzehnten immer dasselbe Muster. Man behauptet, Atomkraftwerke seien kontrollierbar, Risiken könnten nahezu ausgeschlossen werden, man hätte höchste Sicherheitsmassnahmen ergriffen. Und immer wieder kracht es, immer findet man neue Ausreden, warum es ausgerechnet dort gekracht hat und versichert, dass das bei uns natürlich nicht passieren kann…….. Warum nicht? Erdbeben gibt es auch bei uns, selten aber unter Umständen nicht weniger heftig. Menschliches Versagen gibt es auch bei uns, wir sind ja nicht unfehlbar. Und Systemfehler kann ebenfalls niemand mit Sicherheit verhindern. Auch hier gibt es Überschwemmungen die Notstromaggregate ersäufen können. Auch hier können Terroristen zuschlagen und auch hier stürzen ab und zu mal Flugzeuge ab. Die Risiken waren seit je her da und sie werden für immer bleiben, solange bis wir mit diesem grössenwahnsinnigen Irrsinn aufhören.

Wir müssten mit dem Restrisiko leben – sagt man uns lapidar – das Restrisiko, das beispielsweise hier in der Schweiz das halbe Land mit einem Schlag unbewohnbar machen kann (wir rutschen gern alle noch etwas zusammen), tausende von Toten, tausende von Milliarden Kosten……….. da ist das Wort “Restrisiko” schon etwas zynisch.

Nein, wir müssen nicht mit dem Restrisiko leben – aber wir müssen mit dem Restrisiko sterben, falls sich auch bei uns einer dieser Schrott-Reaktoren nicht an die lustigen Wahrscheinlichkeitsberechnungen der Atomindustrie hält.

Alternativen gibt es zu Genüge, die Frage ist nicht ob wir ohne Atomstrom leben können sondern ob wir es tun. Und das schaffen wir nicht, indem wir erst mal noch zwei Stück bauen und damit diese rund zwanzig Milliarden wieder in diese unkontrollierbare Technik stecken. Die ältesten AKWs können schnell abgeschaltet werden, dann haben wir noch einiges an Zeit bis die “neueren AKWs” auch vom Netz müssen. Bis dahin können wir umgestellt haben, das belegen eine grosse Zahl an Studien wie beispielsweise die “drei Energieszenarien” des Bundes aufzeigen.

Es ist unser Land, über das wir bestimmen können und es ist die Zukunft unserer Kinder, die wir allenfalls gefährden. Wir haben ihnen schon das ganze Desaster der nicht wirklich lösbaren Endlagerung radioaktiver Abfälle hinterlassen, auf Generationen hinaus, wir sollten endlich Verantwortung übernehmen und eine Zukunft bauen, in der wir nicht mehr unsere Kinder töten um selber vermeintlich etwas besser zu leben.

Noch ein wenig Realsatire zum Schluss: Gestern wurde ich um 17 Uhr auf einen Textblock einer berüchtigten Schweizer Atomlobby Website aufmerksam gemacht, in der stand:

“Durch sicheres Bauen und die sorgfältige Wahl des Baugrunds können Kernkraftwerke auch sehr starke Beben ohne wesentliche Schäden überstehen. Das belegen die Erfahrungen aus Japan und Kalifornien, wo vergleichsweise oft schwere Erdbeben auftreten”

Drei Stunden später war der Text gelöscht. Das war dann wohl auch für die Atomindustrie ein Schuss zuviel an Surrealismus. Aber es stellt sich schon die Frage: Wenn die Atomlobby bisher behauptete, die Erfahrungen mit Japan seien ein Beleg für die Sicherheit von Atomanlagen, dann darf fortan auch analog dazu das Umgekehrte als belegt betrachtet werden. In diesem Fall ist es sogar mehr als Theorie, es ist geschehen, im Hier und Heute.

Aber man versichert uns weiterhin, die Schweizer Atomkraftwerke seien sicher. Die sind sowas von sicher, dass sie sogar mit 225 Mängeln noch als sicher eingestuft werden. Mit so einer Mängelliste müsste man mal ein Auto beim Strassenverkehrsamt vorführen, die würden einem für völlig gestört erklären.
225 Mängel! Wie sicher sind Schweizer AKW?

Lesenswerter Artikel über die Lügen der Atomlobby in der FAZ:
Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds

Zuguterletzt noch ein guter Kommentar der Financial Times:
Unkalkulierbares Risiko – Super-GAU der Kernenergie

Und zur Frage ob es Alternativen gibt für diese Grossrisikotechnologie:
Beobachter: So schaffen wirs ohne AKWs
Jetzt zählen nur noch erneuerbare Energien

Nachtrag: Diesen Blogbeitrag empfehle ich dringend zum Lesen und vorallem zum Nachdenken – und zum Umdenken:
Weiter, weiter!

Wikingerblut – Die Kriegerin in mir

Dieser Blogbeitrag stammt aus meinem letzten Tagebuch, aber weil er einen meiner wichtigsten Wesensanteile beschreibt, möchte ich ihn hier auch vorstellen, passt grad so schön zum letzten Beitrag……….

Seit je her hatte ich einen Hang zu Kriegermetaphorik. Das Leben ist ein Kampf, diese Welt ein Schlachtfeld, das Leben erfordert Stärke, Widerstand, Tapferkeit, Mut………. Weshalb mir so Bilder wichtig waren, weiss ich nicht mit Sicherheit. Vielleicht war das Kriegertum einfach das einzige “männliche Ideal”, das ich in mir nachvollziehen konnte, vielleicht lag es auch daran, dass ich in meinem Leben viel zu kämpfen hatte….. vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass Wikingerblut in mir fliesst.

Noch heute benutze ich gerne Metaphern aus diesem Themenbereich und in vielen meiner Blogbeiträge findet man Bilder von Kriegerinnen (meist von Vallejo oder Royo), die Frauen in heldenhaften Posen zeigen. Diese Bilder stehen stets im Zusammenhang mit dem Text und wollen bildhaft darstellen, was nach meinem Empfinden die Essenz des Geschriebenen ist. Und diese Bilder geben mir Kraft, mit ihnen kann ich mich identifizieren, gerade wenn ich mich schwach fühle, erinnern sie mich daran, dass eine Kriegerin in mir steckt, die selbst das Unmögliche möglich machen kann.

Kindheitsträume – tapfere Krieger
Als Kind war ich immer fasziniert von tapferen Menschen, Indianer die mit dem Kriegsruf Hokahe (heute ist ein guter Tag zum sterben) in eine aussichtslose Schlacht zogen, Ritter die für die Schwächsten einstanden, alle die für Ideale kämpften und notfalls zu sterben bereit waren, ernteten meine Bewunderung. Damals waren das wohl vorallem kindliche Fantasien eines Mädchens, das ein Junge sein sollte und in der “Männerwelt” nur wenig fand, das erstrebenswert war. Aber das war erst der Anfang, der Kriegermythos würde mich ein Leben lang begleiten und ein grosses Stück weit formen.

Der Pfad des friedvollen Kriegers
Ich war gute zwanzig Jahre alt, als ich irgendwo in der Eso-Ecke eines Buchladens das Buch “Der Pfad des friedvollen Kriegers” von Dan Millman fand. Ein wunderschönes Buch, eine Geschichte voll von Philosophie. Dort fand ich die Kriegermetapher erneut, erstmals jedoch in einem kriegslosen Kontext. Ein Krieger ist jemand, der seinen Weg konsequent geht, der sein Ziel verfolgt und Widrigkeiten aushält. Es würde den Umfang dieses Beitrags sprengen, wenn ich mehr über dieses tolle Buch erzählen würde, die Kriegermetaphorik dort drin ging viel weiter. Aber im Wesentlichen vermittelte mir dieses Buch den Weg des Kriegers, dessen Schlachtfeld das eigene Ich ist, der sich selbst treu ist und für das einsteht, wovon er überzeugt ist. Dieses Buch prägte mein Denken enorm und war wohl auch das Fundament dafür, dass ich später jahrelang für Umweltschutz und gegen faschistoide Politik kämpfte.

Regenbogen-Krieger
Fast ein Jahrzehnt später, als ich mich entschloss, einem Kind das Leben zu schenken, war mein erster Gedanke, dass es eigentlich unverantwortlich ist, ein Kind in diese zerstörerische Welt zu setzen. Wenn ich ein Kind in diese Welt stelle, dann bin ich auch verpflichtet, alles zu tun um diese Welt zu verbessern. Das war der Anfang meines aktiven Kriegertums, ich meldete mich bei Greenpeace als Aktivistin und wurde zur Regenbogen-Kriegerin. Jahrelang kämpfte ich im weissen Overall für eine bessere Welt, kettete mich an Eisenbahngeleise, liess mich vor Gericht stellen, schrieb eine Hundertschaft von Leserbriefen, unterstützte Abstimmungskommitees und tat alles, um die Zerstörung der Umwelt zu verhindern und damit die Zukunft meines Kindes zu verbessern.

Eines Tages erfuhr ich von einer indianischen Prophezeiungen, die der Urspriung war für den Namen des ersten Greenpeace Schiffes, der legendären Rainbow Warrior, die später durch einen terroristischen Bombenanschlag vom französischen Geheimdienst samt einem Fotografen gesprengt wurde.

There will come a time when the Earth grows sick
and when it does a tribe will gather
from all the cultures of the World
who believe in deeds and not words.
They will work to heal it…
they will be known as the “Warriors of the Rainbow.”

etwas frei übersetzt:

Es wird eine Zeit kommen, in der die Erde erkrankt
und ein Stamm sich vereinigen wird
bestehend aus allen Kulturen der Welt
die an Taten und nicht an Worte glauben.
Sie werden daran arbeiten, die Erde zu heilen
man wird sie “Krieger des Regenbogens” nennen.

Mit diesem Mythos identifizierte ich mich sehr, ich folgte einem Ideal, das alle Entbehrungen wert ist und ich war auch irgendwie stolz darauf, eine dieser Regenbogen-Kriegerinnen zu sein, die sich für Mutter Erde einsetzten. Doch nach jahrelangem Kampf folgte die Resignation. Viel zu oft unterlagen wir, weil unser Gegner nicht nur ein paar geldgierige Konzerne waren sondern schlussendlich die gesamte Welt, in der jeder nur sich selbst am Nächsten ist. Es ist eine Sache, Konzerne in die Knie zu zwingen, aber das Denken der Menschen zu verändern, schien eine Unmöglichkeit zu sein. Resignation ist der Tod jedes Kriegers, damit lässt sich nichts mehr gewinnen und so zog ich erstmals besiegt aus einer Schlacht, in der ich jahrelang gekämpft hatte. Ich engagierte mich zwar weiter, erstellte eine Unzahl von Webseiten zu solchen Themen, aber es waren eigentlich nur noch Rückzugsgefechte.

Krieg gegen politische Brandstifter
Wiederum Jahre später wurde die Schweiz erschüttert durch das Grosswerden einer meines Erachtens rechts-faschistoiden Partei, die sich frecherweise Volkspartei nennt. Ich war überzeugt, dass diese Partei, die vorallem durch Volksverhetzung und Brandstiftung gross wurde, eine Bedrohung für dieses Land darstellt. So begann der nächste Krieg und ich investierte wieder Jahre darin, im Internet sozusagen eine Gegenpropaganda aufzubauen. Einmal mehr schrieb ich unzählige Leserbriefe, für die ich dann von SVP-Sympathisanten mit Morddrohungen bedacht wurde, schrieb in Diskussionsforen und vielem mehr. Doch ich verlor auch die Schlacht, an den nächsten Wahlen legten sie 10% zu und seither geht es mit diesem Land immer mehr den Bach runter. Das einst soziale Land wird immer asozialer, Sündenbockmentalität breitet sich aus, es ist ein wahrer Graus was hier passiert und niemand scheint zu bemerken, wie verludert das Denken hierzulande mittlerweile ist. Aber ich war langsam des Kämpfens müde und beendete auch diesen Krieg.

Dianas Wikinger-Blut
Als ich vor einigen Jahren eher zufällig mal eine Woche in Schottland in den Ferien war, musste ich verblüfft feststellen, dass ich mich mit diesem Land, der Kultur, Musik und den Menschen so verbunden fühle, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Es war als sei ich nachhause gekommen. Als ich zum ersten mal eine Great Highland Bagpipe hörte (schottischer Dudelsack), war klar, dass ich dieses Instrument lernen musste, was ich dann zuhause angekommen auch gleich in Angriff nahm. Aber die Frage, weshalb ich von dieser Kultur so berührt wurde, liess mich nicht mehr los. Hatte ich vielleicht schottische Wurzeln? Das Ganze beschäftigte mich so sehr, dass ich eines Tages einen DNA Test machte, der ermitteln sollte, was für genetische Wurzeln ich habe. Das Resultat liess mir das Blut in den Adern gefrieren und mein Dad dürfte beim Lesen der nächsten Zeilen vom Stuhl fallen *grins*. Mütterlicherseits war ich Germanin, das war soweit ja kein grosses Wunder hierzulande. Aber väterlicherseits stamme ich von einem Wikingergeschlecht ab, das sich irgendwann in Schottland breit machte und sich dann über England bis in die Schweiz ausbreitete. Ich stamme also nicht nur von Wikingern ab sondern habe tatsächlich Vorfahren in Schottland und Skandinavien. Manchmal denke ich mir spasseshalber, dass ich vielleicht deshalb mit XY-Chromosomen zur Welt kommen musste, weil diese Welt dringend Wikingerfrauen braucht. Ohne Y-Chromosom hätte ich kein Wikingerblut in mir. So hat doch alles irgendwie sein Gutes ;-)

Der letzte Kampf – für mich
So verbrachte ich also vier Jahrzehnte im Kampf. Zuerst gegen mich selbst, dann gegen Umweltverschmutzung, dann gegen politische Brandstifter……. aber der grösste und schwerste Kampf stand noch vor mir, der Kampf für mich selbst. Vielleicht brauchte ich all diese Kämpfe um stark zu werden, auf jeden Fall war es wohl gut, dass ich bis zum vierzigsten Lebensjahr zu einer erprobten Kriegerin gewachsen war. Nun war ich bereit für den Kampf aller Kämpfe, gegen den Feind in mir, gegen die Angst, gegen die Abhängigkeit, gegen die Feigheit, gegen die Eitelkeit. Ich würde einen Weg gehen, der mir keinen Ruhm einbringt, den ich vielleicht nicht überlebe, der mich möglicherweise um Freunde beraubt – eine Schlacht die aus damaliger Sicht nicht zu gewinnen war. Aber – und das ist eben der Geist des Kriegers – ob man einen Krieg führt ist nicht eine Frage des Erfolgs sondern eine Frage der Notwendigkeit. Und wenn etwas sein muss, dann wird es auch getan, ohne Rücksicht auf Verluste. Und auch wenn ich es nie erwartet hätte, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht nur eine Schlacht gewonnen sondern den gesamten Krieg.

Zum ersten Mal im Leben habe ich einen Kampf geführt, der Frieden brachte, Frieden in mir, mit mir selbst – und mit dem Rest der Welt.

Die Kraft des Kriegermythos
Der Mensch ist nicht geboren um besiegt zu werden, er ist geboren um zu siegen. Zu Leben bedingt zu Überleben und dazu bedarf es des Kampfes, manchmal gegen Andere, manchmal gegen sich selbst, manchmal gegen das Schicksal. Wir alle haben den Kriegergeist in uns, ohne diesen hätten wir uns in der Evolution niemals durchsetzen können. Der Kriegermythos hat mir ein Leben lang Kraft und Mut gegeben. Wenn ich schwach bin und mich an die Kriegerin in mir erinnere, gibt mir das Wissen um ihre Existenz Kraft. Bin ich hoffnungslos, gibt sie mir Mut. Bin ich verwundet, heilt sie mich. Bin ich ängstlich, gibt sie mir Mut. Sie ist immer da, ich muss sie nur ins Bewusstsein rufen, damit sie ihre Kraft entfalten kann.

Ihr alle habt einen Krieger oder eine Kriegerin in Euch, der/die nur darauf wartet, für Euch eintreten zu können. Seid Euch dieser kraftvollen Energie bewusst und lasst sie zu, wenn sie benötigt wird. So seid Ihr unbesiegbar. Vielleicht verliert Ihr die eine oder andere Schlacht, aber man wird Euch nie auf die Knie zwingen können, weil eine Kriegerin immer wieder aufsteht ;-)

Stand and fight
Live by your heart
Always one more try
I’m not afraid to die
Stand and fight
say what you feel
Born with a heart of steel

(Manowar – Heart of Steel)

A Rainbow Warrior called Diana

There will come a time when the Earth grows sick
and when it does a tribe will gather from all the cultures of the World
who believe in deeds and not words.
They will work to heal it…
they will be known as the “Warriors of the Rainbow”

(Hopi-Legend of Rainbow Warriors)

Es ist bald 15 Jahre her, wir hatten uns dazu entschlossen, einem Kind das Leben zu schenken, als ich vor dem TV sass und hörte, dass der damalige französische Präsident Chirac auf der Insel Moruroa Atombombentests machte. Die ganze Welt schaute hin, niemand unternahm etwas dagegen, nur eine kleine Schar Greenpeace Aktivisten stürmten mit ihren Booten dahin, im Wissen, dass sie es nicht aufhalten können, aber mit der Kraft im Herzen, sich trotz aller Hoffnungslosigkeit gegen diesen Irrsinn zu stellen. Ich erinnerte mich an meine Kindheit, wie ich geweint habe als ich im TV sah, wie Robbenbabys zutode geprügelt wurden und Wale mit Sprengharpunen gejagt wurden und auch damals waren Greenpeace Aktivisten die Einzigen, die versuchten dagegen anzukämpfen.

Kann ich es wirklich verantworten, ein Kind in diese grausam destruktive Welt zu setzen? Eigentlich nicht, und doch wollte ich, was nun? Wenn ich einem Kind schon so eine Welt zumute, dann bin ich in der Verantwortung, dann muss ich mit allen Mitteln versuchen, diesem Kind eine möglichst gute Zukunft zu ermöglichen – ich muss zur Kriegerin werden, zur Kriegerin des Regenbogens. Am anderen Tag kontaktierte ich Greenpeace Schweiz und meldete mich als Aktivistin. Das blonde Ding hinten in diesem Schlauchboot bin übrigens ich. Bei der Kaperung des Gentech-Schiffs im nächsten Bild war ich ebenfalls an Bord.

Es war etwa zwei Jahre später, viele Stunden an Eisenbahngeleise gekettet, ein Schiff gekapert, ein paar Gerichtsurteile wegen Nötigung und Hausfriedensbruch, als ich an einem Philosophiekurs von Greenpeace war und mit Erstaunen erfuhr, was der Name des legendären Greenpeace Schiffs “Rainbow Warrior” wirklich bedeutet. Der Name entstand in Anlehnung an uralte Prophezeiungen der Hopi- und/oder Cree-Indianer, die von der Zerstörung der Natur handelten und das Erscheinen der Regenbogen-Krieger ankündigten, die Mutter Erde wieder heilen würden. Ein paar Jahre nachdem die Rainbow Warrior erstmals in See stach um gegen Atombombentests auf dem Meer zu protestieren, erkannte eine Cree Indianerin in diesen Aktivisten die Erfüllung dieser Legende und der Stamm der Cree bestimmte, dass alle Regenbogen-Krieger sozusagen Ehrenmitglieder ihres Stammes würden. Wow, ich sass da und erfuhr voller Stolz, dass ich damit Cree Indianerin bin.

Es folgten viele Kämpfe als Regenbogenkriegerin, eine Hundertschaft an Leserbriefen, politische Aktionen und schlussendlich schuf ich mein “RainbowNet-Blog“, auf dem ich ursprünglich meine ökologischen Anliegen teilen wollte, doch aufgrund der politischen Lage in der Schweiz leider schnell in politische Themen abgleitete. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich völlig ausgepowert war. Viele Kämpfe hatte ich gekämpft, fast alle hatte ich verloren. Resignation! Ich liess meine Waffen fallen und zog mich gebeugten Hauptes zurück.

Später kam dann die Phase meiner “Geschlechts-Transition“, die mich zwei Jahre lang total absorbierte und nach der GaOp erwachte ich mit neuem, gereinigtem Geist und schnell hörte ich wieder den sanften Klang der Spiritualität, den Atem Gottes und schlussendlich wieder die Trommeln in meinem Herzen, die mich eigentlich nie mehr verlassen haben, seit ich auf meiner Hochzeitsreise im Pine Ridge Reservat bei den Oglala-Sioux an einem PowWow war, dort in den heiligen Bergen der Black Hills, da wo mein Geist berührt wurde wie nie zuvor.

Die Erinnerung kam wieder auf, dass ich eine Regenbogen-Kriegerin bin und dass meine Berufung nie geendet hat, dass es da eine Prophezeiung gibt, die mich meint, mich und unzählige Andere und dass sie sich nur erfüllt, wenn wir nicht aufgeben, das Unmögliche zu wagen. Deshalb möchte ich jetzt diese Prophezeiung mit Euch teilen, in der Hoffnung, dass sie sich weiter ausbreitet und dass ich so einen weiteren kleinen Teil dazu beitragen kann, dass Mutter Erde irgendwann doch wieder geheilt wird.

Prophezeiung der Cree – Warriors of the Rainbow

Es war im letzten Jahrhundert, als eine alte weise Cree Indianerin namens “Eyes of Fire” eine Vision hatte. Sie prohezeite folgendes (im Rahmen meiner bescheidenen Fähigkeiten aus diesem Text übersetzt):

Es wird eine Zeit kommen, wenn die Erde ausgebeutet und verschmutzt ist, die Bäume zerstört sind, die Vögel vom Himmel fallen, die Gewässer sich verdunkeln, Fische in den Strömen vergiftet sind und die Wälder nicht mehr länger sein werden. Menschen wie wir sie kennen werden aufhören zu existieren.

Es wird die Zeit kommen, wenn die Erhalter der Legenden, Geschichten, kulturellen Rituale, Mythen und aller alten Stammesangelegenheiten gebraucht werden um unsere Gesundheit wieder instandzustelolen und die Erde wieder grün zu machen. Sie werden des Menschen Schlüssel zum Überleben sein, sie werden die “Krieger des Regenbogens” sein. Es wird der Tag des Erwachens kommen, wenn alle Menschen aller Stämme (Staaten) eine neue Welt aus Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit formen und den Grossen Geist (Gott) anerkennen.

Die “Krieger des Regenbogens” werden diese Prophezeiungen verbreiten und allen Menschen dieser Erde lernen. Sie werden sie lehren wie man “den Weg des Grossen Geistes” lebt. Sie werden ihnen erzählen, wie die Welt von heute sich vom Grossen Geist entfernt hat und dass die Erde deshalb “krank” ist.

Die “Krieger des Regenbogens” werden den Menschen zeigen, dass der Grosse Geist voll ist von Liebe und Verständnis und sie werden sie lehren, die Erde wieder schön zu machen. Diese Krieger werden den Menschen Prinzipien und Regeln lernen ihnen nachzufolgen um die Erde wieder mit Licht zu erfüllen. Diese Prinzipen werden diejenigen sein der alten Stämme. Die Regenbogenkrieger werden die Menschen die alten Praktiken von Einheit, Liebe und Verständnis lehren. Sie werden Harmonie lehren unter den Menschen in allen vier Ecken der Erde.

Sie die alten Stämme werden sie die Menschen lehren zum Grossen Geist zu beten, mit Liebe die fliesst wie ein schöner Bergbach und den Weg entlang fliesst bis in den Ozean des Lebens. Und sie werden wieder fähig, Glück zu empfinden für sich selbst und in der Gemeinschaft. Sie werden frei von Eifersucht und werden alle Menschen als ihre Geschwister lieben, ungeachtet deren Hautfarbe, Rasse oder Religion. Sie werden Glück empfinden dabei, in deren Herzen einzudringen und eins zu sein mit der gesamten menschlichen Rasse. Ihre Herzen werden rein sein und Wärme, Verständnis und Respekt ausstrahlen für alle Menschen, die Natur und den Grossen Geist.

Sie werden ihr Denken, ihre Herzen und ihre Seelen wieder mit reinsten Gedanken füllen. Sie werden die Schönheit des Schöpfers suchen – des Grossen Geistes. Sie werden Stärke und Schönheit finden im Gebet und der Einsamkeit des Lebens.

Ihre Kinder werden wieder fähig sein sich zu befreien und die Geheimnisse der Natur und von Mutter Erde zu geniessen. Frei von der Angst vor Gift und Zerstörung die der weisse Mann durch seine praktizierte Gier gebracht hat. Die Flüsse werden wieder klar, die Bäume wieder reichhaltig und schön, die Tiere und Vögel wieder vollzählig. Die Kraft der Pflanzen und Tiere wird wieder respektiert und die Erhaltung von allem was schön ist, wird wieder zum Weg des Lebens.

Die Armen, Kranken und Hilfsbedürftigen werden wieder gepflegt von ihren Brüdern und Schwestern der Erde. Diese Praktiken werden wieder Teil von ihrem täglichen Leben.

Die Anführer der Menschen werden in der alten Tradition gewählt – nicht durch politische Parteien und nicht diejenigen, die am lautesten brüllen oder durch Dreckschleudern sondern diejenigen, deren Taten die lauteste Sprache sprechen. Diejenigen, die Liebe, Weisheit und Mut zeigten und diejenigen die zeigen, dass sie für das Allgemeinwohl arbeiten können und wollen, werden zu Anführern gewählt. Sie werden aufgrund ihrer “Qualität” gewählt und nicht wegen des Geldes das sie besitzen. Wie die nachdenklichen und demütigen “alten Häuptlinge” werden sie die Menschen mit Liebe verstehen und dafür sorgen, dass ihre Jungen von ihrer Umgebung mit Liebe und Weisheit gelehrt werden. Sie werden ihnen die Wunder zeigen mit denen die Erde von ihren Wunden geheilt werden kann und Gesundheit und Schönheit wiederherstellen.

Die Aufgaben dieser “Krieger des Regenbogens” sind zahlreich und gross. Es werden erschreckende Berge von Unwissenheit zu besiegen sein und sie werden Vorurteile und Hass zu finden. Sie müssen gewidmet werden, unerschütterlich in ihrer Kraft und stark in ihrem Herz. Sie werden Herzen und Köpfe finden die gewillt sind ihnen zu folgen auf diesem Weg, auf dem Mutter Erde wieder zu ihrer Schönheit und Vielfalt zurückkehrt – einmal mehr.

Der Tag wird kommen, er ist nicht mehr weit entfernt.

Der Tag an dem wir erleben werden, wie wir dankbar sind für die Existenz der Menschen aller Stämme, die ihre Kultur und ihr Erbe gepflegt haben. Diejenigen, die Rituale, Geschichten, Legenden und Mythen lebendig gehalten haben. Es wird dieses Wissen sein, das Wissen das sie erhalten haben, das uns ermöglicht, wieder zurückzukehren zu einer Harmonie mit der Natur, Mutter Erde und der Menschheit. Es wird dieses Wissen sein, in dem wir den Schlüssel zum Überleben finden werden.

Ist diese Zeit wirklich so nah? Den Eindruck habe ich nicht, wenn ich das Verhalten der Menschen beobachte. Wird diese Zeit wirklich kommen? Es fällt mir schwer das noch zu glauben, nach all der Ignoranz die ich in den letzten Zwanzig Jahren erlebt habe. Aber ich erinnere mich immer wieder an die Worte von Carl Jaspers, der sagte: “Hoffnungslosigkeit ist die vorweggenommene Niederlage”. Egal wieviel Hoffnung besteht, wenn wir diese Zeit nicht anstreben, wird sie garantiert nicht kommen, sie kann nicht kommen, weil wir der Weg sind, auf dem sie kommen könnte, wenn wir es zulassen würden.

So mag man mich weiterhin für eine Närrin halten, dass ich auch in diesem Thema das Unmögliche anstrebe, ich bin nicht allein mit meiner Narrerei. Gandhi war so närrisch zu glauben, er könne mit Gewaltlosigkeit einen Krieg gegen einen übermächtigen Feind gewinnen. Martin Luther King war so närrisch wie Nelson Mandela, dass sie glaubten, sie könnten Gleichberechtigung durchsetzen in Kontinenten, die Apartheit und Sklaverei praktizierten. Die Geschichte kennt viele Narren und Närrinnen, die sich erdreisteten, das Unmögliche zu wagen – so Manche haben es wider aller Erwartung doch geschafft. Also will ich weiterhin eine Närrin bleiben – man weiss ja nie ;-)

Braucht die Schweiz ein neues AKW?

Nachdem die Städte St.Gallen und Bern sich vergangenen November für einen Ausstieg aus der Atomenergie geäussert hat, kam es im Kanton Bern bei der Mühleberg Abstimmung zu einem knappen Ja für ein neues AKW.

Wer sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigt, dem fällt auf, dass der relativ hohe Ja-Stimmen Anteil in all diesen Abstimmungen meist auf Unwissenheit beruhgt und Folge einer grossflächigen Desinformationspropaganda und Angstmacherei ist. Die Atomlobbyisten arbeiten seit Jahren an einer kollektiven Hirnwäsche und hämmern uns mit Lug und Trug ein, dass AKWs sauber seien und ohne AKWs die Lichter ausgehen.

Das ist absoluter Quatsch, warum, möchte ich mal kurz erläutern und vorallem aufzeigen, mit welchen Lügen uns die Atomindustrie diese Hochrisikotechnologie erneut schmackhaft machen will.

1. Lüge: Versorgungssicherheit und Stromlücke
Die beliebteste Lüge der Atomlobby ist die Mär der Stromlücke. Keine Diskussion, in der die AKW-Befürworter immer und immer wieder behaupten, ohne AKWs würden wir eines Morgens aufstehen und die Kaffeemaschine läuft nicht mehr, weil kein Strom mehr da ist. Tatsache ist jedoch, dass es kein autonomes Schweizer Stromnetz gibt, dieser Mythos ist so falsch wie er alt ist. Seit je her findet ein Stromaustausch mit dem Ausland statt. Wir holen billigen Strom aus französischen AKW und deutschen oder italienischen Kohlekraftwerken, füllen damit unsere Stauseen und verkaufen dann zu Hochpreiszeiten den Strom wieder ins Ausland.

Eine Autonomie gab es da nie und wird es nie geben. Wir sind in das europäische Stromnetz eingebunden, der produzierte Strom in ganz Europa wird ins europäische Netz eingespiesen und der benötigte Strom wird dort wieder herausgeholt. In diesem europäischen Stromnetz ist vorläufig mehr als genug Strom vorhanden und viele Länder investieren massiv in erneuerbare Energien, das heisst, der europäische Strommix wird von Jahr zu Jahr sauberer. Selbst wenn der Strom irgendwann knapper werden sollte, wovon in Anbetracht des Investitionsvolumens nicht ausgegangen werden muss, würde der Strom nicht einfach ausgehen sondern lediglich teurer werden. Und die Schweiz wäre garantiert nicht das erste Land, dass es sich leisten könnte. Die Mär, uns würde der Strom ausgehen, ist also eine brandschwarze Lüge, mit der man irrationale Angst schürt und uns damit weichkochen will.

2. Lüge: Sicherheit von AKW
Atomenergie ist eine Hochrisikotechnologie. Die Eintretenswahrscheinlichkeit eines atomaren Super-GAU ist zwar relativ gering, bisher kam es erst in zwei Fällen zu einem Super-GAU, in Tschernobyl und in Harrisburg. Aber die Folgen eines solchen Unfalls sind derart gravierend, dass auch mit kleiner Eintretenswahrscheinlichkeit von einem Hochrisiko gesprochen werden muss. Noch heute sind in Europa erhöhte radioaktive Werte messbar, beispielsweise in Pilzen, die wir dem Reaktorunfall von Tschernobyl verdanken. Die Atomlobby versucht uns weiszumachen, dass so ein Reaktorunfall bei uns niemals möglich wäre, aber das ist blanker Unsinn, weil kein Mensch und kein technisches System auf dieser Welt unfehlbar ist. Menschliches Versagen kann niemals ausgeschlossen werden und technisches Versagen sowieso nicht. Egal wie hoch die Sicherheit angestrebt wird, es kann nie hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass uns nicht doch eines Tages so ein Reaktor um die Ohren fliegt. Sollte das der Fall sein, wäre eine Grossteil der Schweiz auf undenkbar lange Zeiten hinaus unbewohnbar. Gerade in einem kleinen Land wie der Schweiz wäre das fatal, weil wir nicht einfach die Hälfte der Bevölkerung in andere Regionen umsiedeln können – es wäre das Ende der Schweiz. Die Atomlobby versucht dieses Risiko zu leugnen, aber die Realität entlarvt ihre Lügerei.

Die Liste von Beinahe-Unfällen in Atomkraftwerken ist so lang, dass sie den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde, deshalb verweise ich auf einen alten Blogbeitrag von mir, der zwar auch nur eine kleine Liste von Zwischenfällen aufzeigt, aber es sollte deutlich machen, dass es keine Sicherheit in Atomkraftwerken gibt. Die Frage ist nicht, ob es zu einem Super-GAU kommt, die Frage ist nur wann und wo: AKW Unfälle – AKW Störfälle

Zur Sicherheit/Sauberkeit von Atomreaktoren sei auch noch diese Beiträge und Studien erwähnt:
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby
Erhöhtes Krebsrisiko in der Umgebung von AKW
Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke
AKW Haftpflicht – nicht einmal 1 Prozent versichert
Der vergessene Schweizer Atom-GAU

3. Lüge: CO2-freier Atomstrom
Da man uns mit neuen AKW faktisch ein nicht vertretbares Risiko andrehen will, muss man sich ein grünes Kleid anziehen, Greenwashing nennt man das in Fachkreisen. So versucht die Atomlobby seit Jahren die Mär zu verbreiten, Atomenergie sei CO2-frei. So vergleicht man dann gern die CO2-Bilanz mit den schlimmsten Stromproduktionen, den Kohlekraftwerken. Das ist Sand in die Augen gestreut, denn niemand redet heute noch davon, dass wir Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzen, dieser Vergleich ist völlig weltfremd und zeigt wie unlauter die AKW-Propaganda abläuft. Zum Einen wollen AKW-Gegner eben keine Kohlekraftwerke sondern erneuerbare Energien, die dann wirklich sauber und nachhaltig sind und zum Anderen ist Atomstrom eben nicht CO2-frei. Der Betrieb eines Reaktors selbst fördert tatsächlich wenig CO2, aber damit hat es sich eben nicht. Der Uranabbau, Transport der Brennstäbe, Bau und Abbau von Reaktoren bis hin zur noch ungelösten Endlagerung, produzieren eifrig CO2, so dass die Gesamtbilanz alles andere als grün ist. Unter dem Strich produziert Atomstrom doppelt soviel CO2 wie Wasserkraft, wie in nachfolgenenden Links nachzulesen ist. Merkt Euch also, wenn wieder mal ein AKW-Lobbyist sagt, Atomstrom sei CO2-frei, dann belügt er Euch brühwarm.
Neue Studie belegt: Atomkraft ist nicht CO2-frei
Wie CO2-frei sind die AKWs wirklich?

4. Lüge: Erneuerbare Energien sind zu kostspielig
Atomstrom sei ja so günstig, lügt uns die Atomindustrie seit je her vor, was sie uns verschweigt ist unter Anderem, dass der noch relativ tiefe Preis nur deshalb zustande kommt, weil AKW ihre Risiken nicht versichern müssen. Ein Schweizer AKW muss weniger als 1% der Schadenssumme eines Reaktorunfalls versichern! Müsste die Atomindustrie ihre Reaktoren so versichern, wie jeder Schweizer sein Auto, also den Worst-Case Fall abdecken, wäre Atomstrom die mit Abstand teuerste Energieform der Welt. Atomstrom ist faktisch nur deshalb bezahlbar, weil das Risiko ausgelagert wird.
Tagi – AKW-Unfall könnte über 4000 Milliarden kosten
NZZ – Pandoras Atomkraftwerke

Aber es kommt noch dicker, denn einerseits wird erneuerbare Energie aufgrund des Investitionsvolumens von Jahr zu Jahr günstiger, während auf der anderen Seite aufgrund der zuneige gehenden Uranvorräte die Brennelemente für AKW jährlich teurer werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bilanz kippt und so wären wir gut beraten, in die Zukunft zu schauen wenn es darum geht, in welche Technologie wir diese Milliarden stecken, die wir in den nächsten Jahrzehnten investieren müssen.
UNEP-Bericht: Investitionsboom in Erneuerbare Energien – Alternative zu Atomenergie

5. Lüge: Erneuerbare Energien sind nicht effizient genug
Um uns diese Risikotechnologie wider aller Vernunft doch noch anzudrehen, wird nach üblich politischem Muster vorgegangen, man diffamiert den Gegner resp. in diesem Fall die konkurierende Technologie. Erneuerbare Energie sei nicht effizient genug, wird uns gebetsmühlenartig vorgepredigt. Auch da zeigt sich die Rückwärtsgewandtheit der Stromindustrie, denn die Effizienz von erneuerbaren Energien nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Wirksamkeit von Solarstrom hat sich beispielsweise im Vergleich zur Anfangszeit verzehnfacht und neue Technologieformen werden erfunden, eine nach der Anderen. Solarenergie, Windenergie, Biomasse, Geothermie, Gezeitenkraftwerke, herkömmliche Wasserkraft, die Liste von Technologien ist riesig und die Effizienz nimmt von Generation zu Generation zu. Es ist eine Frage der Investitionen, je mehr wir in diese Technologien investieren, umso effizientere Methoden werden gefunden. Aber solange wir die ganzen Entwicklungsgelder weiterhin in Atomenergie stecken, werden wir die Ziele nicht erreichen, hier braucht es den Willen zur Veränderung. Die Technologien sind da, es liegt an uns, in diese zu investieren.
Effizient Strom produzieren
Jetzt zählen nur noch erneuerbare Energien

6. Lüge: Wiederaufarbeitung = Recycling?
Die Atombefürworter behaupten gerne, sie würden Recycling betreiben mit der sogenannten Wiederaufarbeitung von Brennstäben. Was sie dabei verschweigen ist einerseits, dass sie zwar tatsächlich ein wenig Material wiederverwenden können, dass aber das Volumen des Abfalls dabei massiv vergrössert wird und mit den Castor-Transporten nach LaHague und Sellafield weitere Risiken eingegangen werden. Viel schlimmer ist jedoch die gern verschwiegene Tatsache, dass diese sogenannten Wiederaufbereitungsanlagen sowohl in LaHague als auch in Sellafield die Umwelt massiv verseuchen. Infolgedessen ist beispielsweise in der Umgebung von Sellafield die Kinderleukämierate zehn mal höher als im Landesdurchschnitt und in ganz England konnte in Milchzähnen von Kindern Plutonium nachgewiesen werden, das nur in der Wiederaufarbeitung entsteht. Diese sogenannte Wiederarbereitung diente nie dem Recycling sondern militärischen Zwecken, weil man nur so waffenfähiges Plutonium herstellen kann. Wer also im Zusammenhang mit Atomenergie von Recycling spricht, ist ein brutaler Zyniker, weil er die Verseuchung und Krankmachung von Mensch und Umwelt als ökologisch sinnvoll darstellt.
Kinder-Krebsrate und Atomkraftwerke

7. Lüge: Es gibt kein sowohl-als-auch
Die scheniheiligste Lüge ist jedoch die sowohl-als-auch Lüge. Kein Atomlobbyist der nicht blauäugig behauptet, er sei ja total für erneuerbare Energien, er wolle nur neue Atomkraftwerke als Übergangslösung, in der Zwischenzeit könnten wir dann die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien aufbauen. Joh ist klaaaaaar, wir sind ja blöd genug das zu glauben. Wenn wir neue Atomreaktoren hinklotzen, haben wir soviel Strom, dass schlicht und ergreifend kein Bedarf mehr da ist für erneuerbare Energien, das heisst, es gibt keinen Anreiz mehr, in diese zu investieren. Hinzu kommt, dass der Bau eines neuen AKWs je nach Schätzung oder Lügerei zwischen 5 und 10 Milliarden kostet, dieses Geld ist dann weg, es steht nicht mehr zur Verfügung für Investitionen in erneuerbare Energien. Es gibt eben kein sowohl als auch, es gibt nur ein entweder oder, weil wir dasselbe Geld nicht zweimal zur Verfügung haben. Die Atomlobbyisten wissen das ganz genau, aber sie halten uns für naiv genug, dass wir ihnen diese Mär abkaufen. Schlussendlich hat das Stimmvolk die Entscheidungsmacht. Entweder wir geben ihnen einen Freibrief für eine Wiederholung des AKW-Risikos oder wir zwingen sie, ihre Milliarden andersweitig zu investieren. Beides können wir nicht haben. Wenn das Volk Ja sagt zu einem neuen AKW, dann wird die nächsten 50-60 Jahre kein Geld mehr in erneuerbare Energie investiert……… und in 50 Jahren werden sie uns dann wieder sagen, wir bräuchten ein neues AKW als Übergangslösung.

Die Propaganda-Heuschrecken der Atom-Lobby
Wie systematisch die Hirnwäsche der Stromproduzenten ist, zeigt sich, wenn man ihren Lobbyisten mal auf die Finger schaut. Einerseits ist etwa ein Drittel unseres Parlaments mit der Atomindustrie verbunden, keine Industrie in der Schweiz hat soviele Lobbyisten und Lakaien in der Regierung wie die Atomindustrie. Ausserdem verfügt die Atomindustrie über ein riesiges Netzwerk von Propaganda-Organisationen wie beispielsweise die AVES, die sich ironischerweise “Aktion vernünftige Energiepolitik Schweiz” nennt und sich den Anschein geben möchte, ein neutrales Forum zu sein – wie auch das Nuklearforum und wie sie alle heissen. Finanziert werden diese Organisationen von der Atomindustrie. Wer wie ich jahrelang Leserbriefspalten im Auge hat, staunt Bauklötze, wieviele Leserbriefe von angeblich privaten Leuten da auftauchen, die nach kurzer Recherche als Handlanger ebendieser Organisationen erkennbar werden. Ich könnte hier eine ganze Reihe von Lobbyisten aufzählen, die ich mittlerweile namentlich kenne, die jahrein jahraus Leserbriefspalten und Diskussionsforen mit ihrem Gewäsch fluten, ohne je zuzugeben, dass sie im Dienste dieser Organisationen schreiben. Auch die Gentech-Industrie verfügt über solche Netzwerke, auch bei diesen kenne ich eine Reihe von Namen, die immer wieder auftauchen. Aber was die Atomindustrie hier abzieht, ist einmalig in diesem Land und es zeigt, mit welch unlauteren Mitteln sie agieren.
Schwarze Liste von Energieorganisationen in der Schweiz
Beobacher: Die Atomlobby macht Dampf
Tagi – Die Atomlobby hat das Parlament fest im Griff

Lesenswerter Artikel über die Lügen der Atomlobby in der FAZ:
Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds

Und das Wichtigste zum Schluss, ein Ausstieg resp. Umstieg auf erneuerbare Energien ist möglich, wie beschreibt der Beobachter:
Beobachter: So schaffen wirs ohne AKWs

So, damit schliesse ich für heute und warte nun gespannt auf die Heuschrecken, die hier ihre Standard-Textchen deponieren ;-)

Nachtrag: Fortsetzung dieses Themas hier:
AKW-Sicherheit – Das Lügengebäude der Atomlobby

Das Kapitel Ökologisches

Unser kollektives Ego schmeichelt sich
in narzistischer Selbstbespiegelung mit dem Gedanken,
wir seien die Krone der Schöpfung,
die einzig intelligenten Lebewesen.
Dem ist aber nicht so!
(Wolf-Dieter Storl)

Umweltschutz war mir ein Leben lang ein grosses Anliegen. Schon als Kind erschreckte mich die Art wie wir die Umwelt zerstören und schon damals waren Greenpeace Aktivisten meine grossen Vorbilder. Viele Jahre war ich dann bei Greenpeace als Aktivistin aktiv, schrieb hunderte von Leserbriefen, engagierte mich in Abstimmungskommitees, diskutierte in Foren und vieles mehr. Im Rahmen dieser Aktivitäten führte ich mein erstes Blog, das RainbowNet-Blog, in dem ich ursprünglich vorallem über ökologische Themen schrieb, im Verlauf der Zeit jedoch mehr über politische Themen.

Die letzten Jahre musste ich diese Themen etwas vernachlässigen, die Behandlung meiner Transsexualität erforderte all meine Kraft und so blieb keine Energie mehr für diese Themen, die mir nachwievor wichtig sind. Trotzdem war ich immer wieder schockiert über das Unwissen oder viel mehr die Ignoranz einer gesellschaftlichen Mehrheit, die selbst einen möglichen Klimakollaps mit einem kalten Lächeln quittiert. Noch mehr erschreckte mich, immer wieder zu erleben, wie Lobbyisten ökologische Themen platt walzen.

In diesem Kapitel möchte ich über so Themen wie Atomenergie, Gentechchnologie, Klimawandel und sonstige Umwelt- oder Tierschutzthemen reden und vorallem die Lügen der Propagandisten und ihren politischen Lakaien aufdecken. Das RainbowNet-Blog ist seit Jahren geschlossen – hier darf es wieder ein wenig aufleuchten.

Am Ende vernichtete der Mensch Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und es war finster in der Tiefe.
Und der letzte Mensch schrie: ‘Es werde Licht!’
Aber es blieb dunkel.
So ward aus einem Abend ohne Morgen die letzte Nacht.
(Michael Ende – Der Spiegel im Spiegel)

Copyright © 2017 by: A girl called Diana • Template by: BlogPimp Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.