Politically incorrect since 1966

Diana im Gitarren-Himmel

Wie hier im letzten Blogbeitrag versprochen, hier noch die neusten Neuigkeiten aus unserer Gitarren-Welt…….

Diana im Gitarren-Rausch

Es kam natürlich wie es kommen musste – wie immer, wenn ich etwas tue, dann mach ich das in der Regel voller Enthusiasmus und wenn ich es auch noch gern mache, dann kann das auch ins Exzessive ausufern – und so kam es eben auch mit der Gitarren-Spielerei.
Meine neue Gitarre hat mich richtiggehend süchtig gemacht und so wird mein tägliches Denken und Handeln in vielerlei Hinsicht stark vermusifiziert. Und das ist gut so, denn das Musizieren hat mir die letzten paar Jahre arg gefehlt und es wurde höchste Zeit, dass ich wieder einen Draht zur Muse finde.

Juliets neue Klampfe

iban320pgsklMittlerweile sind unsere Ausrüstungen komplett, Juliet hat sich eine neue Gitarre gekrallt (eine Ibanez RG 320 PG), weil ihre Gichtfingerchen mit dem Gitarrenhals der Squier-Strat nicht klar kamen. Das kam irgendwie lustig zustande, wir waren vor einigen Wochen an einem Flohmarkt/Ausverkauf unseres lokalen Gitarren-Dealers und als wir uns dort schlau machten betreffend Juliets Pfötchen-Problem, wurde uns gesagt, dass wir nicht die einzigen sind, die mit dem relativ dicken Hals einer Stratocaster Probleme haben – wir sollten für Juliet was suchen das flacher ist – und genau sowas stand da so sinnlos rum, eben diese Ibanez, mit einem ultraflachen sogenannten Wizard-Hals – und siehe da, die lag viel besser in Juliets Hand und dann hat das Teil auch noch einen monströsen Killer-Sound der für Hardrock einfach perfekt ist – und das Teil war 50% runtergeschrieben – naja, kann man da noch nein sagen? Sagten wir natürlich nicht und deshalb dackelten wir dann halt mit einer neuen Gitarre unter dem Arm nachhause. Das ist irgendwie wie beim Schuhe kaufen, egal was man sucht, selbst wenn man gar nix sucht, man findet garantiert etwas Anderes und wird damit noch glücklicher :-)

Gitarren-Effektgeräte

dodyjm308bIch meinerseits habe mir noch das ultimative Gitarren-Effektgerät zugelegt, einen Booster namens DoD YJM308, ebenfalls wieder eine Spezialanfertigung für meinen Gitarren-Gott Malmsteen und damit habe ich definitiv den perfekten Sound. Das Teil ist unterdessen eine Rarität, weil es nicht mehr hergestellt wurde, aber ich konnte über eBay aus dem Amiland eins ergattern.

Doch dann kam vorerst Ernüchterung, es gab kein Netzteil dazu, also besorgte ich mir eins das ich für passend hielt, das natürlich nicht funktionierte und so kam die Befürchtung auf, dass ich jetzt zwar endlich mein ersehntes Effektgerät hab, dieses aber nie hören werde *grmpf*.

Um allfälliger Totalfrustration vorzubeugen, bestellte ich mir dann halt meinen zweiten Favorit, ein “MXR Distortion III“, das ebenfalls einen traumhaften Klang hat. Mit derselben Bestellung wagte ich nochmal einen Versuch mit einem weiteren Netzteil für mein DoD und siehe da, das funktionierte tatsächlich und so habe ich halt jetzt zwei so Dinger. Aber lieber zwei als keins, also bin ich nun im Frieden mit dieser Welt :-)

Das Wunder der Plektrumse

vpickpsychoUnd als ob das alles noch nicht genug wäre, fand ich eher zufälligerweise einen Plektrum-Hersteller, der alles in den Schatten stellt, was es je gab in der Welt der Plektrumse :-) Was zum Kuckuck ist ein Plektrum, wird sich der geneigte Leser nun fragen. Nun, wenn man elektrische Gitarre spielt, macht man das in der Regel mit einem kleinen Plastik-Plättchen, das nennt sich Plekrum oder auf englisch Pick. Plektrumse ist übrigens natürlich die falsche Mehrzahl, das heisst korrekterweise Plektren, aber das ist ein Running-Gag bei uns zuhause, seit wir uns bei einer TV-Werbung kaputtgelacht haben über einen Jungen, der Lexikon in die Mehrzahl setzte mit dem Wort “Lexikonse” :-) Ähm, wo waren wir? Ahja die Plektrumse. Also, normalerweise kostet so ein Plektrum 1-2 Dollar, ist ja nur ein Stück Plastik, denkt man, wenn man’s nicht besser weiss. Und ich weiss es nun besser und hab nun ein paar aus dem Amiland bestellt, die bis zu 15 Dollar pro Stück kosten. Wer nun denkt, das sei viel, der denkt eben falsch, denn erstens kann man so Plektrumse monatelang spielen und im Vergleich zum restlichen Equipment sind die geradezu Peanuts – wichtiger ist aber, dass man mit diesen “V-Picks” viel sauberer und schneller spielen kann, weil sie einiges dicker sind. Die gleiten über die Saiten als wären sie in Öl gebadet, schon nach wenigen Tönen war ich mir gewiss: Ich werde nie, niemals nie nicht wieder andere Plektrumse benützen als die. Nach längerem Herumexperimentieren mit ein paar dieser Plektrumse, habe ich meinen vorläufigen Favorit gefunden – und es wundert mich irgendwie nicht so wirklich, dass es ausgerechnet das Modell “Psycho” ist :-)

Wenn der Computer mit-musiziert

audacity2Während meines Sturmfrei-Weekends (siehe letzten Blogbeitrag) nutzte ich die Zeit unter Anderem dafür, herumzuexperimentieren, wie ich den Gitarrensound auf den PC übertragen kann. Das klappte besser als erwartet, ich kann vom Kopfhörer-Ausgang des Verstärkers direkt in den Mikrophon-Eingang des PCs gehen und von dort aus wiederum das Endresultat am TV anhören – und ich kann mich selbst auf dem PC aufnehmen und später in Ruhe hören, was ich da für einen Käse zusammengedudelt hab. Soweit ist das wenig spektakulär, aber man kann ja immer noch einen draufsetzen und das funktioniert etwa so: Zu einem meiner Effektgeräte habe ich ein Mix-Programm namens “Audacity” bekommen. So ein Mix-Programm dient dazu, Musik auf mehreren Spuren aufzunehmen. Ich kann also etwas spielen und aufnehmen, dann das Gespielte abspielen und dazu eine weitere Stimme dazu aufnehmen.

Ich und “meine Band”

Oder was für mich viel interessanter ist: Es gibt im Internet und im Speziellen auf youTube eine Unzahl an sogenannten BackingTracks, das ist Musik, bei der die Hauptstimme fehlt. Bei Gitarren-BackingTracks fehlt also die Lead-Gitarre. Solche BackingTracks habe ich heruntergeladen, in dieses Mix-Programm eingespiesen und kann nun zu diesen Songs dazuspielen und mich dabei aufnehmen, als Resultat erhalte ich dann eine Musikdatei, auf der ich zusammen mit dem Rest erklinge, als hätte ich mit einer Band zusammen gespielt. Ok das nur im weitesten Sinn, denn bisher bin ich immer noch in einer Phase, in der ich zwar klinge, aber nicht im Geringsten so wie ich müsste, ergo klingt dann der Mix so als würde eine Band spielen und die Lead-Gitarristin würde sturzbetrunken auf der Gitarre herumtanzen oder so. Aber auch das ist egal, denn vorerst geht’s mir darum, gute Übungsmöglichkeiten zu haben und vorallem durch nachträgliches Hören herauszufinden, wo es bei mir am ehsten happert. ABER – wenn ich so weitermache wie bisher, könnte es gut sein, dass ich Euch schon in wenigen Monaten erste Songs vorspielen kann, drückt mir die Daumen, ich drück währenddessen die Saiten ;-)

Und ein Zauberer als Gitarren-Lehrer

Wie bereits in einem früheren Blogbeitrag erwähnt, mache ich diesmal nicht mehr denselben Fehler und tüdle da einfach auf der Gitarre rum ohne zu wissen, was ich da eigentlich tue. Anstelledessen versuche ich hartnäckig ein Fundament aufzubauen, das mich in die Lage versetzt, auch zu wissen, was ich da spiele, denn ohne diesem Wissen tüdelt man halt wirklich nur einfach vor sich hin und wirklich coole Gitarrenspielerei ist erst möglich, wenn man das Griffbrett im wahrsten Sinn des Wortes im Griff hat. Auf der Suche nach guten Lernmöglichkeiten fand ich auf youTube den genialsten Gitarrenlehrer der Welt – zumindest für mich – denn erstens bietet dieser unglaublich logische Lernsegmente, die überschaubar sind und einem schnell vorwärts bringen – und zweitens macht er das mit mega guten Videos – und drittens und fast am wichtigstensenst oder so: er hat ein hammermässiges Talent, einem zu motivieren und einem Mut zu geben, dass man selbst das Unmögliche schaffen kann, wenn man denn nur hartnäckig in kleinen Schritten auf ein grosses Ziel zuläuft. Dieser Maestro nennt sich “Wizard of Shred”, Wizard bedeutet Zauberer und damit hat er irgendwie Recht – und Shred lässt sich nicht wirklich wörtlich übersetzen, so nennt man einfach diese Gitarrenzupferei im Überschalltempo. Und damit beenden wir für heute und ich überlasse Euch hörender- und staunenderweise dem Wizard of Shred – enjoy :-)

Aber so schön dieses Intro auch klingt, davon muss ich noch ne Weile die Finger lassen und weiterhin schön brav Tonleitern lernen. Dafür habe ich des Zauberers besten Kurs namens “Fredboard Freedom” (Griffbrett-Freiheit) gekauft, in dem er einem das mir bisher unmöglich scheinende Unding lernen kann, nämlich alle gefühlten 7 Milliarden, also real gute hundert Töne auswendig zu lernen. Dass das geht, zeigt der Wizard in nachfolgendem Video eindrücklich (man beachte, wie er nach ca 20 Sekunden mit Reden beginnt ohne mit dem Spielen aufzuhören, DAS ist Fretboard-Freedom :-)

…. und wenn ich mal soweit bin – nein, werde ich nicht während dem Gitarre spielen plappern – sondern mit eben so Liedern beginnen, wie in obigem Intro – und dann so Malmsteen-Zeuchs – und dann habe ich meinen Seelenfrieden ;-)

Man hat nie genug Schuhe äh Instrumente

Schon oft musste ich energisch betonen, dass eine Frau NIE genug Schuhe hat, das ist für Euch ja nichts Neues. Aber Schuhe sind nicht die einzigen Dingens, von denen man nie genug haben kann, dasselbe gilt nämlich auch für Musikinstrumente. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an meine Euphorie letztes Jahr, als ich mir ein elektronisches Cello kaufte, in der wirren Hoffnung, ich könnte das lernen? Naja, konnte ich nicht, aber das soll heute nicht das Thema sein, denn heute möchte ich mein neustes Lieblings-Dingens vorstellen, eine elektrische Gitarre, die ich vorerst mal liebevoll “Fury” (Furie) nenne……. und das kam so……..

….. das wär ein guter Zeitpunkt, Bier und Popcorn zu holen, das dürfte sich mal wieder hinziehen ;-)

Wer mich gut genug kennt, ist bezüglich meiner Schuhleidenschaft äh Musikleidenschaft ja schon öfters verwirrt worden, denn im Laufe meines Lebens habe ich eine beachtliche Anzahl an Instrumenten gekauft, mit mehr oder weniger Erfolg gelernt und dann irgendwann zur Seite gestellt. Das klingt etwas sinnbefreit, aber ich würde nicht einen dieser Käufe bereuen, denn all diese Instrumente bescherten mir unzählige Stunden Lebensfreude und das Musizieren war in vielen Lebensphasen ein unglaublich befreiendes Ventil, durch das ich meine Gefühle umsetzen konnt – selten gut, aber oft mit viel Spass.

Eine zwanzigjährige Reise durch die Welt der Instrumente

Es begann vor einem Vierteljahrhundert mit meiner ersten elektrischen Gitarre, die ich im Alleingang lernte – oder eben auch nicht – und die dann irgendwann abgelöst wurde durch Blues-Harps (Mundharmonika). Diese spielte ich mehrere Jahre, diesmal sogar recht erfolgreich, hatte in dieser Zeit ständig welche in der Jacke und trötete mir bei jeder sich bietenden Gelgenheit das Herz aus dem Leib. Aber irgendwie waren die BluesHarps nicht so ganz das Richtige und so kam dann halt doch irgendwann wieder das Gitarren-Fieber.

Elektrische Gitarren sind abgesehen von aus meiner Sicht nahezu unspielbaren Streichinstrumenten die Königinnen unter den Musikinstrumenten, also kaufte ich mir dann halt eine richtig gute Gitarre, eine königsblaue Levinson Blade. Mit der ging’s dann erstmals so richtig los, ein paar Jahre lang begleitete sie mich, ich nahm sogar lange Zeit Gitarrenunterricht, lernte dabei viel und kam doch irgendwie nie auf einen grünen Zweig. Das Problem dabei war, dass ich – um meinen damaligen Lehrer zu zitieren – die Gitarre in der Hand hielt wie eine Axt. Sei lockerer, ermahnte er mich Woche für Woche, nur um mitzuerleben, wie sich meine Finger noch mehr ins Griffbrett bohrten. Schlussendlich kam es wie es kommen musste, da meine Lernkurve eben aufgrund dieser Verkrampftheit stagnierte, verlor ich die Freude und hatte nun einen weiteren Gegenstand der herumstand.

Während einer Amerikareise kam dann mal noch eine indiansche Flöte dazu (eine red-cedar flute), die aber auch nicht so ganz das Richtige war.

Und dann kam diese ominöse Schottlandreise, die mich mit dem Pipe-Fieber infizierte und so gings dann halt weiter mit einer Great Highland Bagpipe, einem schottischen Dudelsack. Etwa zwei Jahre nahm ich Unterricht in einer Pipes and Drums Band, übte so um die zehn Stunden pro Woche, wurde immer besser und war schlussendlich schon fast Band-tauglich – und dann ging’s mit “meinen Weg” los, der soviel Energie, Zeit und Aufmerksamkeit absorbierte, dass ich die Pipes niederlegen musste – und da liegen sie nun seit diesem Tag.

Tja und dann war eben letztes Jahr das eCello an der Reihe, aber wie befürchtet habe ich mich damit total übernommen, es machte zwar Spass, aber mir fehlt das Talent und die Geduld dazu und ein in der Kindheit gebrochener linker Ringfinger verunmöglichte präzises Spielen, also war wieder ein Instrument bereit für die Ruhmeshalle.

Die eGitarre, die Königin unter den Instrumenten

Aber so ganz ohne Instrument geht es bei mir einfach nicht. Musik ist mein halbes Leben, sei es mit Hören oder sei es eben mit Spielen. Und Letzteres fehlte mir halt einfach schaurig. Und so kam es dann halt, dass es mich wieder packte und diesmal zog es mich nicht zu neuen Ufern sondern wieder back to the roots, zurück zur Gitarre. Nun muss ich kurz erklären, was mich an Gitarren immer so fasziniert hat. Einerseits liebe ich Gitarren, wenn sie so richtig schreien, also im Stil eines Carlos Santana und ähnlichem. Eine Gitarre muss schreien und jaulen, muss weinen und jammern, dann berührt sie mein Herz wie kaum etwas Anderes. Auf der anderen Seite liebe ich Rock-Musik und im speziellen alten Heavy-Metal und im noch spezielleren sogenannten Neoclassical-Metal, das ist eine Art Metal (Hardrock) der sich an klassischer Musik orientiert. Klingt wirr? Isses auch – aber es ist coooooooool und zwar sowas von :-)

Yngwie Malmsteen – der Gitarren-Gott des Neo-Classical

Schon seit einer Ewigkeit bin ich total Fan von einem Schweden namens “Yngwie J. Malmsteen“. Er war zumindest in meiner Wahrnehmung der Erste, der harten Heavy-Metal in perfekter Weise mit Klassik verschmolz. Yngwie spielte schon als Kind täglich stundenlang auf der eGitarre Metal, Bach- und Paganini-Stücke, die selbst für Violinisten eine Herausforderung wären und er spielt diese unglaublich schnellen und schwierigen Songs mit einer noch unglaublicheren Leichtigkeit, die einem einfach in Verzückung geraten lässt. Durch ihn lernte ich eben dieses Neo-Classical kennen und lieben. Wenn jemand ein mir bekanntes und von mir geliebtes Bach-Stück, das eigentlich für Violinen geschrieben wurde, auf einer elektrischen Gitarre hinbrettert, dann krieg ich vor lauter Verzückung Augen wie ein Kleinkind beim ersten Zoobesuch. Tja und ebendieser Malmsteen hat’s mir in letzter Zeit wieder schaurig angetan und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Diana kriegt Yngwie’s Gitarre :-)

Nun ist es so, dass es viele Gitarrenhersteller gibt, aber vorallem zwei Hersteller schwimmen oben auf, einerseits Gibson und anderseits Fender. Zweitere hat seit Urzeiten ein Klassiker-Modell das sich Stratocaster nennt. Diese von Fans liebevoll “Strat” genannte Gitarre ist sehr verbreitet, wegen ihres relativ zarten Klangs aber weniger bei Hardrockern – es sei denn in überarbeiteter Form. Man findet öfters Rock-Gitarristen die eine Strat spielen, die aber andere Tonabnehmer (Pickups) drin hat, eben solche die so richtig kreischen können – oder sie ergänzen den Klang mit Effektgeräten und kräftigen Verstärkern um den für Rock nötigen Donner hinzukriegen. Auch Yngwie spielt meist auf einer Strat und natürlich hat auch er das Teil umgebaut. Und jetzt kommt’s :-)

Die Firma Fender hat schon ein paar mal sogenannte “Signature Series” herausgegeben. Das Prinzip läuft so, dass sie Top-Gitarristen wie beispielsweise Eric Clapton fragen, wie eine gute Strat in seinen Augen sein muss, dann bauen sie genau so ein Modell, pressen sein Autogramm auf die Gitarre und geben sie dann als “Clapton-Strat” oder was auch immer heraus. Und genau das haben sie schon vor einigen Jahren mit Malmsteen gemacht. So entstand die Malmsteen-Stratocaster, die nicht nur ultra-krasse Tonabnehmer drin hat (früher DiMarzio und neuerdings Seymour Duncan) sondern nebst kleinen Veränderungen vorallem ein sogenannt “scalloped” Griffbrett, bei dem die einzelnen Bünde sozusagen ausgefräst wurden. Der Effekt dabei ist, dass man beim Spielen die Finger nicht mehr bis aufs Griffbrett durchdrückt sondern die Finger samt Saite sozusagen in der Luft schweben. Das hat zur Folge, dass man viel weniger drücken muss, eigentlich reicht eine sanfte Berührung und schon geht die Post ab – es bedeutet aber auch, dass der Ton sich grässlich verzieht, wenn man auch nur ein klein wenig zuviel drückt.

Und als ich das kürzlich diesen Bericht sah, wurde mir schlagartig klar, dass genau so eine Gitarre das ist, was ich brauche – eine Gitarre die mich zwingt, sanft zu drücken. Das Problem früher war eben, dass ich es zwar immer versuchte, nach wenigen Tönen aber wieder im alten Muster herumquetschte und es erst merkte, wenn mir die Finger weh taten. Aber eine Gitarre, die mich anmeckert sobald ich was falsch mache, das klingt geradezu perfekt für mich – und wenn ich dadurch auch noch deutlich schneller werden kann……… und so träumte Diana halt wieder los.

Diana im Malmsteen-Fieber

Tja, nun hab ich sie seit ein paar Wochen – und bin sowas von glücklich, das kann man sich nicht vorstellen. Diese Strat klingt dank der ultra-krassen Tonabnehmer wirklich genial und das Griffbrett hält genau das was ich mir versprochen habe. Schon jetzt, nach einem knappen Monat üben, spiele ich bereits viel lockerer und schneller als damals und das trotz jahrelanger Pause. Das Ding ist echt Wahnsinn, ein Traum von einer Gitarre :-) und das Geniale ist so ganz nebenbei, dass ich eine eGitarre mit Kopfhörer spielen kann, was gerade in Anbetracht meiner aktuellen täglichen Fingerübungen Juliet seeeeehr entgegenkommt ;-)

Warum meine Strat eine Furie ist

Wer sich am Beginn dieses Beitrags verwirrt gefragt hat, warum ich eine Gitarre Fury nenne, der kriegt jetzt eine Antwort darauf, denn jetzt wird’s Zeit für den technischen Quatsch, der vermutlich nur noch Gitarristen interessiert. Denn diese zauberhaften Tonabnehmer die der Gitarre den typischen Malmsteen-Sound geben, sind von der Firma Seymour Duncan und sie sind ebenfalls Sonderanfertigungen für den Gitarrengott Malmsteen. Und weil eine seiner bekanntesten Platten “Fury” hiess und er so furios spielt, haben sie einen der drei Humbucker-Tonabnehmer eben Fury getauft. Zusammen mit zwei ebenfalls für Yngwie entwickelten YJM-Singlecoils hat man die perfekte Sound-Basis.

malmifret1Am Aussergewöhnlichsten ist wie bereits erwähnt das scallopte Griffbrett und als ob das noch nicht genug wäre, wurde das Griffbrett auch mit richtig fetten (dick und hoch) Bünden (Dunlop super jumbo frets) ausgestattet. Auch Ritchie Blackmore spielt übrigens auf scallpotem Griffbrett, aber in seiner Version sind nur die hohen Tone scalloped, der Rest normal. Jedenfalls ist diese Kombination aus vertieftem Griffbrett und erhöhten Bünden einfach genial zum spielen, die Seiten berühren so nie mehr das Griffbrett sondern liegen schon bei sanftestem Druck auf den Bünden auf.

Gitarren-Interessierten empfehle ich diesen Review, der gab mir persönlich auch den letzten Schubs ;-)
YouTube: Fender Yngwie Malmsteen Stratocaster MN VWT Upgrade

Übung macht die Meisterin

Entgegen meinen früheren Gewohnheiten mache ich jedoch jetzt den fatalsten Fehler nicht mehr. Ich übe seit Wochen die wildesten Dinge, aber ich spiele nicht ein einziges Lied. Alles was ich tue sind Fingerübungen und Techniken in Zeitlupe durchspielen um das “Fingergedächtnis” zu trainieren und mir die nötige Sanftheit anzueignen. Früher spielte ich einfach drauf los ohne eine richtige Basis zu schaffen, nun läuft es umgekehrt, ich spiele nicht sondern erarbeite mir ein anständiges technisches Fundament – und dann wird erst losgespielt, dann aber richtig :-)

So und jetzt muss ich wieder üben gehen – und da ich noch ein paar Jahre brauche bis man mein Gequietsche hören kann, stelle ich “meine Fury” mit diesem Video vor, denn hier spielt der Gitarrengott wie mir scheint genau dieses Modell in genau meiner Farbe…. enjoy ;-)

und weil’s so schön ist, hier noch ein Video aus der guten alten Zeit, als er und ich noch jung und knackig waren und er mit seinen coolen Outfits so richtig den Bach raushängen liess :-)

und wer jetzt immer noch nicht genug hat und Yngwie mal etwas auf die Finger sehen möchte, der soll hier reinschauen – aber Vorsicht, da herrscht akute Schwindelgefahr ;-)

Der Abgrund zwischen Pränataldiagnostik und Eugenik

downeugen Seit einem Jahr ist in der Schweiz ein Test auf Trisomie-21 (Down-Syndrom) frei erhältlich, dieser Gen-Test ermöglicht auf relativ einfache Weise zu erkennen, ob ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt kommen wird. Früher ging das nur mittels Test des Fruchtwassers, was nicht nur aufwändig war sondern auch für das Embryo gefährlich, eines von hundert untersuchten Embryonen wurde geschädigt. Diese Vereinfachung des Tests klingt nett, blickt man jedoch etwas weiter, merkt man schon bald mal, dass wir damit die Grenze zwischen Pränataldiagnostik und Eugenik massiv aufweichen. Was vielleicht gut gemeint ist, entwickelt sich meines Erachtens zu einer Türöffnung für etwas, das wär längst der Vergangenheit angehörend glaubten – der selektionerte Mensch.

Eugenik bezeichnet die Anwendung wissenschaftlicher Konzepte
auf die Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik
mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern
und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik)

Eugenik der Vergangenheit

Mit Schrecken blicken wir zurück in eine Zeit, in der deutsche Nationalsozialisten leidenschaftliche Eugenik betrieben. Der perfekte Arier war gesucht und sollte gefördert werden, gute Gene verbreiten und schlechte Gene ausrotten. Egal ob das nun Juden, Zigeuner, Behinderte oder Homosexuelle waren, wer mal auf der Liste der “schlechten Anlagen” landete, war zum Abschuss freigegeben. Im harmlosen Fall bedeutete das Zwangssterilisierung, im schlimmsten Fall Ermordung. Auch die Schweiz hatte ihre dunklen Kapitel, so wurden bei uns beispielsweise Jenische (Zigeuner) in psychiatrische Kliniken gesteckt und ihre Kinder wurden den Eltern entrissen (Pro Juventute – Kinder der Landstrasse), aber auch andere “Non-Konforme” zwangspsychiatrisiert, mit Elektroschocks “behandelt” oder zwangssterilisiert – alles im Dienste einer “Ausrottung der schlechten Anlagen”.

Down-Syndrom: Kein Recht auf Leben

Dieser Test signalisiert,
dass ein Leben mit Downsyndrom ein unwerteres, leidvolles Leben sei,
obschon man heute weiss, dass auch sie ihr Potenzial entwickeln
und ein glückliches Leben führen können.
(CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz)

Diese Zeiten sind vorbei, dachte ich lange Zeit – wie sehr ich mich doch täuschte. Menschen mit Down-Syndrom gehören zu den Ersten, denen offiziell der Lebenswert aberkannt wird. Warum ausgerechnet die, entzieht sich meinem Verständnis. Wer schon mal Betroffene beobachtet hat, wird auch bemerkt haben, dass die in vielen Fällen ein recht glückliches Leben führen können. Sie brauchen zwar mehr Unterstützung als Andere, aber sie leben, lieben, fühlen und träumen wie wir alle auch. Wer diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, sollte vor dem Weiterlesen wenigstens kurz in nachfolgende Doku reinschauen. Da sieht man eine jener Frauen, die ein Down-Syndrom haben. Wer den Standpunkt vertritt, dass dies ein Grund zur Abtreibung sei, der soll bitte diese Doku anschauen und dann nochmal darüber nachdenken, ob dieses Mädel wirklich kein Lebensrecht hat. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich diese Doku sah, nicht wegen der Doku selbst sondern weil mir ständig im Hinterkopf herumspukte, dass Menschen wie sie von unserer Gesellschaft zur Tötung freigegeben wurden – zumindest solange sie nicht geboren sind.
SF-DRS: Dok – Goethe, Faust und Julia

Der Erlaubnis zum Töten folgt der Zwang zur Tötung

Die Befürworter solcher Tests betonen stets, dass es ja freiwillig sei und niemand davon Gebrauch machen müsse. Stimmt das wirklich? Vor einiger Zeit führte ich eine längere Diskussion in den Kommentarspalten deiner renomierten Tageszeitung. Es dauerte nur wenige Kommentare lang, bis sich einer zu Wort meldete der sinngemäss sagte: “Da solche Tests nun möglich sind, sollten wir uns überlegen, ob wir Eltern, die so einen Test nicht machen lassen, die Unterstützung durch die Krankenkasse verweigern. Sie hätten es ja vermeiden können, also sind sie selber für die Folgen verantwortlich”. Nun, das Positive, die Mehrheit der Kommentierenden war wie ich geschockt über diese Äusserung, aber wie lange noch? Wenn solche Tests mal zum Standard gehören, wird es für so eine Haltung früher oder später eine Mehrheit geben. Je mehr Menschen mit DownSyndrom abgetrieben werden, desto mehr ecken die Überlebenden an. Und nicht zuletzt haben die Krankenkassen ein grosses Interesse daran, solche Leistungen zu verweigern, falls sie dazu die Möglichkeit hätten.
Downsyndrom: Angst vor einem Test oder vor den Kosten?

Dieser Test kann dazu führen, dass Eltern,
die keine Untersuchung vornahmen,
von Versicherungsleistungen ausgeschlossen werden,
wie dies bereits heute in der IV der Fall ist.
Das ist ethisch bedenklich.
(CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz)

Wer ist lebenswert, wer rentiert für diese Gesellschaft?

Ein weiterer Einwand der schnell mal kommt, ist die finanzielle Wertbemessung für die Gesellschaft. So Menschen bringen der Gesellschaft nichts, liest man in solchen Diskussionen, warum also solche Menschen zulassen, wenn man anstelle dieses “Behinderten” ja ein anderes, gesundes Kind zur Welt bringen könnte, das der Gesellschaft auch etwas beizusteuern vermag. Oha, wie wertvoll muss ein Mensch der Zukunft sein, damit wir ihn am Leben lassen? Irgendwie kann ich nicht fassen, dass es Menschen gibt, die in der Frage um das Lebensrecht Anderer finanzielle Kriterien einbringen.

Und was ist überhaupt “behindert”?

Die aus dieser Entwicklung resultierenden Fragen gehen jedoch noch viel weiter. Was gilt denn überhaupt als “behindert”? Es gibt viele “Erbkrankheiten” die genetischen Ursprungs sind, neben Down-Syndrom gäbes da auch Autismus, Diabetes, Depression, MultipleSklerose, Schizophrenie, Parkinson, das und vieles mehr gehört zu den Krankheiten, die genetisch bedingt oder verstärkt sind. Konsequent weiter gedacht stellt sich also die Frage, wen wir als nächstes zum Abschuss freigeben. Wenn wir als Gesellschaft sagen, dass man ein Kind abtreiben darf, wenn es ein DownSyndrom hat, warum sollten wir dann nicht weiter gehen und genauso verfahren mit Menschen, die später eine der vielen anderen Krankheiten bekommen? Und um die Frage etwas auf die Spitze zu treiben, wenn wir schon Menschen mit “schlechten Anlagen” vorgeburtlich töten, nur weil sie eben so sind wie sie sind, warum sollten wir dann nicht auch bereits geborene Menschen im Dorfbrunnen ersäufen, wenn sie sich als nicht-rentabel herausstellen? Wer setzt hier Grenzen, wer bestimmt was als “behindert” oder “krank” gilt, wer spricht die Todesurteile?

Wohin führt uns dieser Weg?

Wie lange wird es dauern, bis wir zur Sanierung der AHV entscheiden, dass wir zukünftig Kinder mit einer genetischen Prädisposition für Alzheimer oder Parkinson schon vor der Geburt abschiessen? Kommt irgendwann der Tag, an dem religiöse oder andere Fundamentalisten auch die Abtreibung von homosexuellen oder transsexuellen Menschen fordert (falls sich da wirklich eine genetische Prädisposition findet)?

Diese Entwicklung macht mir echt Angst, nicht weil ich davon betroffen wäre sondern deshalb, weil es in mir die Befürchtung weckt, dass der Mensch sich noch weiter zu einem gefühlskalten Klotz entwickelt, dass der moderne Mensch je länger desto mehr nur noch als Wertschöpfungsobjekt betrachtet wird.

Eugenik ist nicht für sondern GEGEN den Menschen

Denjenigen, die sich vertiefter mit dem Down-Syndrom beschäftigen möchten, empfehle ich diese TV-Sendung:
Leben mit dem Down-Syndrom (Quarks & Co: 08.05.2012)

Diejenigen, die sich in die Geschichte der Eugenik einlesen möchten, finden hier mehr als ein gesunder Mensch ertragen kann:
3. Der Psychiatrie-Holocaust der “zivilisierten” Welt mit Vorreiter Schweiz – Sterilisierungen und Euthanasie in Zürich

Alle Anderen bitte ich, wenigstens diese kurze Video anzuschauen und darüber nachzudenken, ob all diese Menschen wirklich keinen Lebenswert haben.

Neues Jahr, neue Frisur……. und voll auf die Bremse

So, da wäre ich mal wieder – nicht, dass ich etwas ernsthaftes zu berichten hätte, aber nach zwei Monagten Blogpause scheint es mir überfällig, dass ich wenigstens mal ein gutes neues Jahr wünsche – und wenn ich schon dabei bin……….

Neues Jahr, neue Frisur, neue Kleider

In unserem gemeinsamen DuoInfernale-Blog habe ich bereits davon erzählt (guckst Du hier), dass wir Ende Jahr bei unserer Coiffeuse waren und uns neu frisieren liessen. Das wäre soweit keine grosse Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass ich mich von den zwei Mädels dazu überreden liess, einen Pony zu schneiden. Seit Jahren lasse ich die Haare rundum wachsen und niemand durfte auch nur schon daran denken, daran etwas zu ändern. Aber so richtig glücklich war ich nicht damit. Einerseits wird auf diese Weise das halbe Gesicht versteckt, anderseits schwimmt immer ein Teil meiner Frisur im Suppenlöffel und überhaupt, etwas Veränderung kann ja nie schaden. Der Haken bei solchen Veränderungen ist halt, dass man es im Falle eines Bereuens grad schaurig bereut, weil man gleich mal wieder 2-3 Jahre braucht, bis die kurz geschnittenen Strähnen wieder lang genug sind.

Aber es kam ganz anders, ich bin geradezu begeistert ob dem neuen Schopf. Der Unterschied ist zwar an sich nicht gross, aber es macht unglaublich viel aus. So wie die Haare normal fallen, ergibt sich fast ohne mein Zutun eine Art Mittelscheitel, der das Gesicht so richtig schön offenlegt und ich habe eine Menge neuer Möglichkeiten, wie beispielsweise ein Hochstecken der Haare wie auf diesem Foto. Langer Rede kurzer Unsinn, ich freu mich mega über meine neue Frisur und das ist eigentlich Grund genug, dazu passende neue Kleider zu suchen……. was wir dann die letzten Wochen auch ausgiebig vollzogen, wie in obgenannten Blogbeitrag bereits beschrieben. Eine 50%-Aktion bescherte uns sackweise neue Kleider, die nun ungeduldig darauf warten, dass der Frühling endlich beginnt.

Konzerte und so Spasskram

Ansonsten hatten wir die letzten Wochen ein paar sehr spezielle Anlässe. Ein unerwartetes Highlight war ein CD- und Platten-Verkauf in unserem Stamm-Pub, das wir eigentlich nur aufsuchten, weil man ausnahmsweise schon am Samstag Nachmittag nach dem Einkauf noch schnell ein Guinness schlabbern konnte, aber die Auswahl war sowas von genial und die Preise mit 2.50 pro CD sowas von barmherzig, dass wir nicht anders konnten als zwei Dutzend heimzuschleppen – mit dabei so Leckerchen wie beispielsweise die zwei berühmten Doppelalben von Beatles (die Rote und die Blaue), verschiedene BestOf-CDs von Abba über TheWho bis BlackSabbath und vieles mehr.

Des weiteren erlebten wir nebst einer Geburtstagsparty im Pub noch zwei wirklich geniale Konzerte an ebendiesem Ort, zuerst war es die Rock-Band “Spiders and Cockroaches” und dann als Höhepunkt des Jahresanfangs die Irish-Rock-Band “Red Shamrock“, die vorallem mich beglückte mit einer Gaita (galicischer Dudelsack).

Blog-Schreibblockade infolge globaler Sinn-Entlehrung…..

Den regelmässigen LeserInnen sage ich nicht’s Neues, wenn ich erwähne, dass ich eine gehörige Schreibblockade habe. Schon letztes Jahr fiel es mir immer schwerer, mich zum Schreiben zu motivieren und dieses Motivationsproblem wird von Monat zu Monat schlimmer. Eigentlich gäbe es genug Themen über die ich bloggen möchte, aber alle Themen, die mich momentan interessieren, sind mit soviel Ärger verbunden, dass ich mir das einfach nicht antun will.

Es fällt mir beispielsweise schwer, weiterhin Zeit zu investieren um über Transsexualität zu informieren, wenn ich mitansehen muss, wie immer mehr transsexuelle Menschen an die Öffentlichkeit ströhmen und jede nur erdenkliche Gelegenheit nutzen, um mit sinnentlehrten Statements all die Arbeit zunichte zu machen, die Leute wie ich seit Jahren betrieben haben. Was soll ich mir weiter den Mund fuslig reden darüber, dass transsexuelle Frauen keine “umgebauten Männer” sind, wenn dann Andere nichts idiotischeres wissen als bei RTL2 in einer Doku-Soap namens “Transgender” vor ein Millionenpublikum hinzustehen und zu sagen: “Ich bin in WIRKLICHKEIT ein Mann”. Da fehlen mir echt die Worte, da blicke ich einfach nur noch auf einen Scherbenhaufen und frage mich, wozu wir uns all die Jahre angestrengt habe.

Ähnlich wenn auch anders geht es mir bei öko-politischen Themen, die mir auch sehr am Herzen liegen. Dort sind zwar nicht die “Eigenen” die den Schaden anrichten, aber auch da fällt es schwer, sich zu motivieren, wenn man immer und immer wieder erleben muss, wie bezahlte PR-Profis alle öffentlichen Diskussionen zuwalzen und das Hirn der LeserInnen mit soviel Lug und Trug zuschütten, dass man nicht mehr weiss, wo man anfangen soll mit dem Aufdecken all dieser Lügen. Und wenn ich dann noch Leser-Kommentare in Boulevard-Blättern lese, die den Eindruck erwecken, als sei von einem Heer von völlig empathie-befreiten und unerträglich dummen Menschen umgeben, dann frage ich mich schon, was in aller Welt ich da tue und wofür ich Zeit opfere, die ich eigentlich besser auf dem Sofa liegend verbringen könnte.

…… und eine notwendige Vollbremsung

Und solange mir auf diese Frage keine vernünftige Antwort einfällt, lasse ich es lieber. Vielleicht finde ich eine neue Schreibweise oder andere Themen, die mit weniger Ärger verbunden ist, aber fürs Erste habe ich einfach genug von all dem Quatsch und nutze meine Freizeit lieber für das Schöne im Leben – also für Juliet und mich :-)

Aus diesem Grund habe ich nun eine radikale Vollbremsung eingeleitet. Zum einen lese ich seit einigen Wochen aus Prinzip keine Boulevard-Blätter mehr und erst Recht nicht die stupiden Kommentare in diesem Gefilden – zum anderen habe ich mich von allen Trans-Gruppen getrennt (ausser ATME), alle Trans-Blogs aus meinem Blog-Reader entfernt und auch alle Kontakte in Facebook aus diesem Spektrum “entfreundet”. An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass diese Entfreundungs-Aktion nicht persönlich gemeint ist, ich ertrag dieses Thema momentan einfach nicht mehr und werde vorläufig das Internet nur noch für persönliche Gespräche nutzen. Vielleicht kommt es irgendwann wieder anders, aber vorerst muss ich zum Schutz meiner Innereien einfach die Schoten dicht machen.

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Da ich in zwei Blogs gleichzeitig schreibe und an beiden Orten zumindest momentan nur sehr selten etwas zu Lesen ist, möchte ich StammleserInnen nicht ständig ins Leere laufen lassen und habe deshalb eine neue Funktionalität eingebaut. In beiden Blogs kann man sich nun registrieren und bekommt dann bei jeden neuen Beitrag ebendiesen via Mail zugeschickt. So muss man nicht ständig nachschauen ob’s was Neues gibt. Die Anmeldungs-Dingens findet Ihr in nachfolgenden Links, jeweils im letzten Kapitel unter “Abonnierung”:
http://diana.agirl.ch/uber-dieses-blog/
http://duoinfernale.tgirl.ch/ueber-uns/

So und jetzt mach ich’s mir gemütlich – macht’s auch so ;-)

Schon wieder ein Monat rum

Huhu da draussen……. ja wir leben noch, und wie, uns geht’s nachwievor zu gut als dass wir Zeit und Musse hätten um zu bloggen – trotzdem mal wieder ein Lebenszeichen :-)

Freud und Leid aus der Welt der Politik

Die letzten Wochen waren politisch turbulent, vieles das mich sehr freute, ebenfalls viel, das mich überhaupt nicht freute. Auf der einen Seite bejubelte ich die erhoffte Wiederwahl von Obama, wurde gleichtags erfreut durch drei weitere amerikanische Bundesstaaten, die die “gleichgeschlechtliche Ehe” legalisierten – nicht weniger erfreulich war der Entscheid des spanischen Verfassungsgericht, das die dort bereits vor Jahren eingeführte “gleichgeschlechtliche Ehe” als verfassungskonform beurteilte, nachdem Erzkatholiken und Erzkonservative ebendiese zu bekämpfen versuchten.

Wenn man sich vor Augen hält, dass im evangelikal-konservativ geprägten Amerika die “Homo-Ehe” nun bereits in acht Staaten erlaubt ist und dass Spanien, eine Hochburg das Katholizismus, ebenfalls Rechtsgleichheit vor Moraltheologie stellt, wirkt es schon urkomisch, dass ausgerechnet in der Schweiz die CVP eine längst fällige Initiative zur Aufhebung der steuerlichen “Heiratsstrafe” lanciert und diese Gelgenheit dazu missbraucht um klammheimlich einen diskriminierenden Begriff in der Verfassung zu verankern – die Ehe sei Mann und Frau vorbehalten. Es würde zu weit führen, hier jetzt zu erklären, weshalb das für nicht-heterosexuelle Menschen ein herber Rückschlag wäre und inwiefern diese Definition gegen die Würde des Menschen verstösst – vielleicht hole ich das gelegentlich mal nach – jedenfalls war das einer der Meldungen aus der Welt der Politik, die mich innerlich mal kurz kochen liessen.

Transsexualität und Öffentlichkeitsarbeit

In diesem Themen-Bereich hatte ich die letzten Wochen ein wahres Wechselbad der Gefühle. Ich ärgerte mich über grenz-debile Berichterstattungen in Boulevard-Medien, erfreute mich über überraschend wohlwollende Kommentare in ebendiesen Artikeln, ärgerte mich über Transwasweissich-Organisationen und Betroffene, die sich selbst nicht besser verleugnen als sie früher von der Psychiatrie verleugnet wurden – und kam dank dieser “Transgender-Soap” auf RTL2 an einen Punkt, an dem mir dieses Thema wirklich zum Hals hinaushängt. Ich mag gar nicht gross darüber diskutieren, vielleicht hole ich das mal in einem separaten Beitrag nach. Nur soviel: ich habe stark den Eindruck, dass sich langsam aber sicher eine Boulevardisierung des Transsexuellen-Themas ausbreitet und dass diese Entwicklung für uns gefährlicher sein könnte als die Psychopathologisierung, der wir seit Jahren zu entkommen versuchen. Wenn sich die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Transsexualität auf Dschungelcamp-Niveau abspielt, müssen wir uns nicht wundern, wenn man uns nicht ernst nimmt. Aber eben, im Moment habe ich echt keine Lust auf dieses nervige Thema, deshalb gehen wir einfach mal eins weiter ;-)

Das Leben zu Viert

Denn immerhin auf eines ist Verlass: Wir haben’s gut :-) Und wie gut wir es haben. Juliet hat genau den Job gefunden, den sie sich erhoffte, ab Anfang Dezember wird sie für die Spitex hier an unserem Wohnort denselben Haushilfe-Job machen wie erst grad für das Rote Kreuz im Hamburg. Alles Andere ist wie erhofft und erwartet einfach prächtig. Wann immer wir können, liegen wir zu Viert auf dem Sofa, bekuscheln uns gegenseitig und geniessen das Leben als Kleinfamilie ;-) Tequila ist drauf und dran, Juliet durch mich als Haupt-Frauchen zu ersetzen, zumindest ist ihr Lieblingsplätzchen seit Wochen auf meinem Bauch und jeden Abend gegen fünf Uhr beginnt sie Juliet vorwurfsvoll anzuquängeln und starrt ungeduldig zur Tür und wartet auf mich.

Die Rumliegerei wird natürlich gelegentlich auch mal unterbrochen, sei es weil wir wie kürzlich im Pub eine sagenhaft coole Irish-Band namens “No Crows” sehen oder weil wir wie gestern bei meinen Eltern zum Essen waren und dann anschliessend stundenlang mit ihren zwei Lieblingsnachbarn rumsoffen äh plauderten und lachten – oder wir verbringen wie kürzlich an einem Samstag ein paar Stunden mit drei Frauen, die hier waren für eine Schularbeit zum Thema Transsexualität (mehr darüber bei einer anderen Gelegenheit). Doch so schön das alles ist, nichts kann die Zweisamkeit überbieten. Ich wach am morgen auf und meine Süsse liegt neben mir – und ich leg mich nachts Schlafen und sie liegt wieder neben mir – was will ich da mehr :-)

So und jetzt muss ich wieder kuscheln gehen, Juliet ist mit telefonieren fertig – resp. der Akku hat irgendwann aufgegeben, weil er nicht so hart im Nehmen ist wie Juliet und ihre Mama austeilen können :-) Und dann geht’s schon bald ab in die Badewanne – kennt Ihr ja von mir – diese sonntägliche Badewanne-Rumliegerei wird nachwievor enthusiastisch gefeiert und unterdessen ist Juliet schon extremer als ich – während ich früher das Bad beendete, wenn’s langsam kühl wird, lässt sie locker nochmal ne Runde Warmwasser nachlaufen – weil’s grad so schön ist, zu zweit :-)

Ich hoffe, dass es nicht wieder einen Monat geht, bis ich mich hier zu Wort melde – und falls doch, geht davon aus, dass dies ein gutes Zeichen ist ;-)

So und nun noch extra für Rolf, den bekloppten Lieblingsnachbar meines Vaters…….. enjoy :D

Vier Miezen für ein Halleluja

Es tut mir echt leid, dass ich so lange nichts mehr gebloggt habe, aber ey, ich leb mit drei Miezen zusammen, woher soll ich da noch Zeit nehmen? ;-) Und weil wir heute ja noch das sonntägliche Bad vor uns haben und so, fass ich mich etwas kurz, so gut es geht, hab ja viel zu erzählen…….

Das grosse Krabbeln

Das Wichtigste zuerst, ich bin sowas von glücklich – nein, wir sind sowas von glücklich, alle Viere, ich schwörs :-) Aber vorallem für mich ist es zusätzlich auch eine enorme Veränderung des Alltags, weil ich wie im letzten Blogbeitrag beschrieben lange alleine lebte und der tägliche Abend sich anfühlte als lebe man in einer Höhle. Und das hat sich gewaltig geändert, auf so schöne Weise. Es vergeht keine Minute ohne dass sich irgendwas um mich herum bewegt oder die Stille durch ein Mauzen oder Brabbeln unterbrochen wird. Da ist ständig was los und alles was los ist hat etwas vergnügtes oder etwas kuschliges oder etwas familiäres oder was weiss ich. Es ist einfach mega schön und dementsprechend geniesse ich das Leben in vollen Zügen.

Des Lebens zahlreiche Fascetten

Auch sonst hat sich vieles verändert, beispielsweise Essgewohnheiten und so Kram. Zu zweit nimmt man sich gerne Zeit um in der Küche runzustehen – geht auch prima kuschelnderweise, wenn beispielsweise Juliet Kartoffeln schält, löffle ich mich hinten an sie ran, umklammere sie und unterstütze sie so energetisch :-) Und öfters werde ich sogar bekocht, wenn ich von der Arbeit komme. Auch die Abendgestaltung ist natürlich anders, früher sass ich fast ausnahmslos vor dem Computer oder TV, heute verbringen wir ganze Abende nur mit Musik hören oder plaudern oder besser beides zusammen und schon öfters machten wir youTube-Abende bis in die tiefe Nacht hinein, schauen uns ein Musikvideo nach dem Anderen an und erzählen uns Geschichten aus Zeiten, die wir mit diesen Liedern verbinden. Alles in Allem ist das Leben einfach viel fascettenreicher geworden – geblieben ist jedoch eines, wir lachen eimerweise und knuddeln kilometerweit – oder so – und sind einfach glücklich wie bekloppt :-)

Der Griff ins Leere :-)

Tagsüber, während ich am ackern bin, beackert Juliet emsig die Wohnung und ich meinerseits erlebe dann mein tägliches Wunder, wenn ich heimkomme und nicht weiss, was mich heute wieder Neues erwartet. Juliet sucht noch immer nach den idealen Plätzen für all die Dinge des Lebens und das hat zur Folge, dass tagtäglich Dinge von hier nach da wandern. Meist tun sie das auf wirklich sinnreiche Art, wirklich, aber wenn ich frühmorgends völlig verpennt vor dem Spiegel stehe, ist mir nicht nach viel Sinn zumute, da strecke ich einfach den Arm aus und der findet wie gewohnt das was ich zu so unheiliger Stunde brauche……. oder greift ins Leere. Und dann guck ich erst mal blöd, zu so unheiliger Stunde, und dann geht die Suche los. Meist finde ich das Gesuchte natürlich schnell, eben weil es sinnig einsortiert wurde. Aber diese morgendliche Irritation ist schon etwas verwirrend, zu so unheiliger Stunde ;-) Schlimmer ist es in der Küche, da wanderte anfangs auch alles in der Gegend rum, da will ich eine Tasse rausnehmen und halte einen Teller in der Hand, haha. Und so erklingt halt seit zwei Wochen täglich der mittlerweile berüchtigte Ruf durch die Wohnung: “Schatziiiiiiii??????? Wo in aller Welt ist die Schere??????”. Worauf dann etwas im Stil von “Na in der Schublade rechts vom Kochherd, da wo sie hingehört”. Aha! Das muss natürlich nicht heissen, dass die auch morgen noch dahin gehört, so selbstverständlich mein ich, die kann dann auch gut plötzlich sonstwohin gehören, selbstverständlich ;-) Aber Spass beiseite, es ist schon erstaunlich, wieviel Logik man in so einen Haushalt bringen kann und ich fühl mich überraschenderweise wohl in dieser Ordnung.

Juliets Gestaltungseuphorie

Weiters zeigt sich Juliet von einer euphorischen Gestaltungsfreude. Ihr neuster Streich hat im wahrsten Sinn des Wortes mit Streichen zu tun, sie streicht nämlich grad die ganze Wohnung. Also, streichen, naja, ich würd da andere Begriffe wählen um das zu umschreiben, aber wie auch immer, nennen wir es mal streichen *grins*. Alle Zimmer sollen ihr ödes weiss verlieren indem sie in allen Zimmern einzelne Wände oder Teile davon mit einem sanften Farbton streicht. Ich konnte mir sowas gut vorstellen, also legte sie los. Vorstellen konnte ich es mir, joh, aber ich hätte mir nicht vorgestellt, dass es so aussieht :-) Der genialste Streich erfolgte im Schlafzimmer, wie man auf dem Bild sehen kann. Zuerst guckte ich ins Schlafzimmer wie ein Auto, mit weit aufgerissenen Augen. Der erste Kommentar war: “Wenn Kinder sowas tun, legt man sie übers Knie”. Aber wenige Sekunden später kam ein “Ist ja geniaaaaaaal”. Nächste Woche kommt das Wohnzimmer, der wichtigste Teil der Wohnung, weil wir ja 99% des wachen Zustands dort verbringen. Ich weiss noch nicht so Recht, ob ich mich freuen soll oder fürchten, aber ich glaub das kommt gut, die Gute hat wirklich ein Händchen für die verrückte Dimension des Schönseins :-)

Das grosse Kuscheln

Ebenfalls ganz toll ist die Sache mit unseren Pelzgesichtern. Ey ich liebe Katzen ja so und diese Zwei kenne ich ja nun schon lange genug um sie erst Recht zu lieben. Und so wie die sich hier eingelebt haben, ist eine wahre Freude. Wir sind wirklich zu einer Viererfamilie geworden, war ich früher noch Gast, bin ich heute Frauchen. Sei es, dass ich am Morgen zuerst aufstehe und natürlich gleich in die Küche begleitet werde, wo ich nebst meinen Kaffee gefälligst auch das Katzenfrühstück anrichten soll oder sei es beim abendlichen Fell-bürsten oder beim Streicheln während dem gemeinsamen TV-kucken, wir sind einfach eine Familie.

Geld sparen dank Shoppingtour

Anlässlich der Anmeldung in der Gemeinde und einem kleinen Rundgang durch die Gemeinde entdeckten wir zufällig, dass der Chicoree Totalausverkauf oder sowas hatte. Man glaubt’s nicht, für 42 Franken kauften wir sieben Kleidungsstücke, issja Wahnsinn. Dadurch haben wir soviel Geld gespart, dass wir eigentlich gleich nochmal shoppen gehen müssten :D

Endlich – wir haben “die Zwei” :-)

Apropos shoppen, vor einer Woche war hier ein Jahrmarkt und da er keine 5 Minuten von unserem Zuhause entfernt war, gingen wir da natürlich mal hin und durchstöberten die Stände. Ich meinerseits fand zuuuufällig zwei Kleider, die ich unbedingt haben musste und trotz massivem Widerstand von Juliet auch kaufte, höhö, dann fand ich noch ein Whiskey-Bier mit satten elf Umdrehungen, was bei der Scheisshitze dringend nötig war…………. und dann fanden wir sie, die Zwei die wir schon seit einiger Zeit suchen, die Zwei die zum Symbol werden sollen für das Glücklichste in unserem Leben……….. unsere Eheringe :-) Nun, es mag etwas verwunderlich sein, dass ein Paar die Eheringe auf dem Jahrmarkt kauft, Ringe aus Titan anstatt Gold, aber ey, wir sind das DuoInfernale, bei uns wird man sich doch nicht wirklich noch wundern ;-) Aber ernsthaft, das war nicht so ein Billigjahrmarktstand sondern ein richtiger Schmuckdesigndingensmacher. Der Ärmste wird wohl ein paar verwirrte Tage hinter sich haben seit damals, denn es dürfte nicht alltäglich sein, dass zwei Mädels bei ihm Eheringe kaufen und er dürfte vorallem auch Bauklötze gestaunt haben, wenn er herausfindet, was die Gravur heisst, die er uns in die Ringe gravieren musste: Semper Fi :D

Ein letzter Hauch von Einsamkeit

Als ich gestern von der Arbeit zurückkam und meine Wohnung betrat, besprang mich ein wirklich surreales Gefühl, mir wurde schlagartig klar, dass ich soeben das letzte Mal meine Single-Wohnung betrete. Wenn ich das nächste Mal durch diese Tür schreiten werde, ist es nicht mehr meine Single-Wohnung sondern unsere gemeinsame Wohnung und ich trete nicht mehr allein hinein sondern zusammen mit meiner Herzallerliebsten – samt zwei Taschen voll Katzen – krass.

So ging es mir den ganzen Abend und auch heute seit wach bin, ich videophonierte gestern zum letzten Mal mit ihr, guckte zum letzten Mal allein TV und schlief zum letzten Mal allein vor dem TV ein, weil ich es wie so oft nicht ins Bett schaffe – und mir wird immer bewusster, dass mein TV-Schlafen auch genau damit zu tun hat, dass es einfach schmerzhaft ist, allein ins Bett zu gehen, da bleibe ich doch lieber vor dem TV, habe die Stimmen im Ohr die mir vorgaukeln, nicht allein zu sein…….. und heute um Zehn wachte ich zum letzten Mal allein auf, guckte wie jeden Sonntag allein Sternstunde Philosophie……. all diese letzten Male sind unglaublich berührend, weil sie mir noch viel mehr bewusst machen, was bis heute hier fehlte. Die Trostlosigkeit des Alleinwohnens ist gerade jetzt so spürbar, vielleicht weil ich dieses Gefühl ausnahmsweise zulassen darf, weil ich weiss, dass es zuende ist.

Das erinnert mich auf verrückte Art an den Tag vor meiner GaOp, als es auch all diese letzten Male gab, als ich die Tür hinter mir schloss und wusste, dass ich das nächste Mal als glücklicher Mensch in diese Wohnung treten werde – so wie ich übermorgen nun als wahrhaft glücklicher Mensch erneut hierher komme um noch einmal zu erleben, um wieviel schöner das eh schon schöne Leben sein kann.

Und wie damals freue ich mich unglaublich auf all die ersten Male die vor uns liegen. Nie wieder allein aufwachen oder ungeküsst zur Arbeit gehen, nie wieder den Abend unbekuschelt herumliegen und mich vor der Stille des trostlosen Schlafzimmers fürchten……. an Juliet geklammert einschlafen, neben ihr aufwachen, mit ihr essen, kuscheln, plaudern, zusammen etwas unternehmen……. es war damals schon ein riesiges Wunder, das mich unvorstellbar beglückte, nun geschieht schon wieder so ein Wunder und meine Vorfreude ist von ähnlichem Ausmass wie damals – es ist vollbracht, geht mir einmal mehr durch den Kopf – verdammt, wir haben’s wirklich geschafft :-)

Es ist still um mich herum, doch ausnahmsweise geniesse ich diese Stille heute sehr, sie ist der letzte Hauch einer Einsamkeit, die mich seit vielen Jahren einhüllte. Eigentlich mag ich Stille und Einsamkeit sehr, für eine kurze Zeit, wenn sie gewünscht ist und jederzeit aufgelöst werden kann. Aber die erzwungene Einsamkeit und die Unmöglichkeit, zwischendurch mal wieder einen grossen Eimer voll Zärtlichkeit zu tanken, diese Form von Einsamkeit ist alles andere als schön. Und gerade deshalb ist diese Stille heute so ein Genuss, weil sie sich vor meinen Augen auflöst und mir durch ihre Anwesenheit ein letztes Mal vor Augen hält, was gefehlt hat und was diese Leere nun auffüllen wird.

Sie, dieses bezaubernde süsse Ding, das mindestens so zärtlichkeitsbedürftig ist wie ich, das vermutlich noch viel verrückter ist als ich, dieses süsse Ding das ich so sehr liebe……….. in wenigen Stunden bin ich in Hamburg, noch heute Abend endet die Distanz zwischen uns, von heute Abend an sind wir wahrlich vereint………. und übermorgen beginnt diese neue Epoche in unserem gemeinsamen Leben, die Epoche der uneingeschränkten Zweisamkeit.

Ein Lied von Celine Dion durchdringt meine Hirnwindungen, ein Lied das mir in diesen zweieinhalb Jahren Fernbeziehung immer wieder Kraft und Zuversicht gab. “Wenn ich Dich brauche, dann schliesse ich einfach meine Augen und dann bin ich bei Dir”, singt sie und tröstet mich mit diesen Worten – “Meilen von leerem Raum stehen zwischen uns, ein Telefon kann Dein Lächeln nicht ersetzen, aber ich weiss, ich werde nicht ewig herumreisen, es ist kalt da draussen, aber halte es aus und mach’s wie ich”………… ja, tausend Meilen waren zwischen uns und es war kalt da draussen, aber wir wussten, dass wir diese Distanz irgendwann auflösen, daran glaubten wir und das gab uns Zuversicht…….. wir hatten Recht, wir haben’s geschafft…………. I love you, Darling……….. bis gleich am Hamburger Flughafen :-)

Ein Wirbelsturm namens Diana

Meine Nerven, ich sag Euch, ich steh sowas von unter Strom, wenn man die Energie anzapfen könnte, bräuchten wir keine zusätzliche Energieversorgung im ganzen Land ;-) Das hat einerseits damit zu tun, dass ich auf 180 bin weil ich meine Liebste in drei Tagen in Hamburg abholen kann und wir dementsprechend in fünf Tagen unser erstes gemeinsames Zuhause betreten. Nach zweieinhalb Jahren Fernbeziehung fühlt sich das einfach atemberaubend an und das wiederum macht mich sowas von aufgedreht, dass ich ständig lieber hüpfen als laufen würde und stets dem fast unwiderstehlichen Drang widerstehen, Konfetti um mich zu schmeissen. Auf der anderen Seite habe ich soviel von Arbeit am Hals, dass ich eigentlich nonstop am rumwuseln bin, solange bis ich gar nicht mehr mag und den Rest des Tages liegend und ruhend verbringe.

Euphorische Programmier-Trance oder so ;-)

In der Firma macht das Ganze ne Menge Spass, weil ich gleich mehrere Programme hinzaubern soll, die sehr bizarre Datenstrukturen benötigen, was mir bei der Entwicklung gordische Knoten in meine Hirnwindungen dreht. Und sowas liebe ich ja so, nichts ist schöner in diesem Job als wenn man wirklich vor komplizierten Aufgaben steht. In so Projekte kann ich sowas wie reinwachsen und mich so reingeben, dass ich fast zum Programm werde resp. das Programm aus mir heraus wächst oder so. Schwer zu beschreiben, ist ja auch egal, auf jeden Fall blühe ich dabei immer auf und krieg Energieschübe, die mich immer wieder erstaunen. Aber das brennt aus, vorallem wenn man so unter Zieldruck steht wie wir jetzt grad. Momentan arbeite ich sechs Tage pro Woche und war beispielsweise auch gestern am 1. August am Werk. Aber eine Zeit lang in so einem Euphorietaumel herumzuschwirren ist wirklich berauschend, anstrengend aber erfüllend.

Murphy, der Depp

Das würde eigentlich reichen, die Begeisterung über das baldige Zusammenziehen und dieser Programmierexzess, da geht die Zeit wie im Fluge und beflügelt durch körpereigene Drogen äh Hormonen, ist das spassig wie eine Achterbahn – aber Murphys Gesetz ist ja ein Naturgesetz, was schief gehen kann, das geht auch schief. Und so kam’s dann auch *seufz*.

Webseiten-Umzug mit argen Nebenwirkungen

Vor einigen Wochen schrieb ich ja, dass ich meine Webseiten auf einen neuen Server zügle, weil der alte Server immer unzuverlässiger wurde und zudem immer häufiger von Hackern attackiert wurde. Da der Umzug auf einen anderen Server unter Umständen gewisse Umprogrammierung der Seiten bedingt, war ich vorsichtig und habe eine Webseite nach der Anderen gezügelt. Zuerst kam diese hier, dann tgirl.ch und dann reichte es mir fürs Erste mit Ackern und so liess ich den Rest noch stehen. Vor zwei Wochen als mal wieder Probleme mit dem alten Server auftauchten, habe ich die Notbremse gezogen und den Rest auch rübergerettet und weg war ich vom alten Server.

Murphy ist wirklich ein Depp

Naja, Murphy eben – irgendwie ist beim Download der Webseiten etwas schief gelaufen und Teile vom RainbowNet sind im Internet-Nirvana gelandet. Und nun läuft da einiges nicht mehr, unter Anderem die einzige Seite die nicht von mir ist, mein Gast sozusagen. Und so habe ich beispielsweise letzten Sonntag den ganzen Tag an diesem Seiten rumgebastelt und hab versucht rauszufinden, was für ein Teufel mich geritten hat, als ich diesen Quatsch damals programmierte. Ich krieg zwar immer mehr zusammen, aber das Ganze läuft immer noch nocht so, dass man es wirklich brauchen könnte. Hab ja nix zu tun, haha *augenverdreht*

Im gestreckten Galopp in eine glückliche Zukunft

Und so sprinte ich also von einem Gefecht ins Andere, resp. hüpfe, zumindest innerlich, bin dabei quietschvergnügt aber auch aufgedreht wie nur etwas. Und die ganze Zeit flüstert’s mir ins Ohr: noch drei Tage, in drei Tagen sind wir zusammen, jeden Tag, bis ans Ende aller Zeit – nur noch drei Tage…….. :-)

So und jetzt muss ich abwaschen, Papier bündeln, Küche umräumen, mit Juliet zwei Stunden videophonieren, TV einschalten und aufgenommene Serie starten……. und einschlafen :-)

Joh, ich denke das war’s, der letzte Blogbeitrag der allein wohnenden Diana, der nächste Blogbeitrag wird dann der Erste sein von der mit dem süssesten Dingens dieser Welt zusammen wohnenden Diana – uiiiiiiiiim, das Duo-Infernale zusammen, issssssja Wahnsinn, aber sowas von :D

So und hier noch ein Lied für Euch, das etwas nachempfinden lässt, wie ich mich fühle, Musik kann das halt doch irgendwie besser als jeder Text……… enjoy :-)

Noch eine Wochenzusammenfassung

Jaaahaaaa, ich weiss, ich sollte auf Fotos mehr lächeln, aber ernsthaft, versucht mal den Fotoapparat aufs Fenstersims zu legen, den Auslöser zu drücken und innert ein paar Sekunden durch den Raum zu stöckeln ohne auf der anderen Seite mit Schwung in die Wand zu klatschen, dann umdrehen, schick hinstellen, hübsch lächeln……….. glaubt mir, ich bin froh, wenn ich nur schon auf der anderen Seite bin, wenn das Foto geknipst wird, ich kann da echt nicht noch mehr rausholen ;-) Aber bald ist ja Juliet hier, vielleicht gibt’s dann endlich bessere Bilder. Aber worum ging’s eigentlich? Achja……….

Im letzten Blogbeitrag erzählte ich ja von meinem Entschluss, wieder vermehrt “Tagebuch” zu schreiben anstatt an grösseren Beiträgen zu arbeiten, die dann nie fertig werden. Das bedeutet vorallem, dass ich wieder vermehrt aus dem Tag heraus schreiben möchte, also nicht so wie jetzt hier grad eine Wochenzusammenfassung sozusagen nacherzähle, sondern wieder wie früher dann schreibe wenn die Gefühle auftauchen, sprich, wieder aktueller zu werden. Ich werde demnächst mal mehr über all das plaudern. Gerade diese Woche wäre gut gewesen, da war wirklich viel Positives, das unter die Haut geht. Aber weil ich grad so unter Druck bin, fehlt mir einfach grad die Energie oder Zeit und so bleibt halt nur, nochmal eine Zusammenfassung zu machen – jä dänn, here we go…….

Zwei mega schöne Weiberabende ;-)

Ich geh ja eigentlich eher selten aus, ich war schon immer ein Gernzuhausrumliegtier – ausserdem komm ich ja auch nie zu was, weil ich ständig mit Juliet am videophonieren bin ;-) Aber gerade weil ich nicht ständig im Ausgang bin, ist es dafür auch immer ein besonderer Genuss, vorallem wenn ich wie diese Woche mit so liebenswerten Menschen zusammen bin.

Anfang Woche war ich an die Geburtstagsparty meiner Freundin eingeladen (meine ex-Logopädigin) und verbrachte glaub etwa fünf Stunden zusammen mit ihr und ihrem Mann und enem dutzend coolen Mädels auf deren Gartensitzplatz – mit lecker Bole und Essen und Wein und gaaaanz viel Gespräch und Gelächter. Ein Wahnsinnsabend, echt, danke Euch Mädels ;-)

Am übernächsten Tag gings dann wieder los, diesmal zum Nachtessen mit meiner ehemaligen Lebenspartnerin, die seit da zu meinen besten Freundinnen gehört. Wie wir es nicht anders kennen, wurde es ein toller Abend mit sehr vielen Gesprächen – halt so ne Plauderorgie wie es unter BestFriends vorkommt ;-) Und da wir uns recht lange nicht mehr gesehen hatten, war’s natürlich eine besondere Freude.

Eine kleine Verschwörung zum Mitmachen

Zu erwähnen wäre höchstens noch …… *verschwörerischguckt*…….. Juliet ist ja grad nicht da……. *irrkichert*…….. na so unter uns, beim ersten Ausflug, als ich über Zürich fuhr, naja dann halt dort auch zuuuuuufällig an dem Chicoree-Laden vorbei kam, in dem ich erst grad dieses geniale Kleid kaufte………. *hüstel*……….. naja, ich mein, die waren runtergesetzt, es war ja schon günstig, diese 40 Franken für dieses Kleid……. und nun nur noch dreissig……….. naja, was soll ich sagen, ich hab’s halt jetzt auch noch in lila :D ………. aber ey, psssst, nicht Juliet weitersagen, von wegen ich hätt genug anzuziehen, also echt, die hat ja sowas von keine Ahnung *augenverdreht*…………. aber hab ich nicht Recht? DIESES Kleid? In lila? Für 30? ………… Du hast schon so eins, würd sie jetzt rumzicken *seufz*, ja, hab ich, aber ich hab nicht das in lila, was ist daran so schwer zu begreifen? *entnervtdenkopfschüttelt*

Uiiiiiiii, apropos Juliet, in 12 Tagen und 2 Stunden bin ich bei ihr in Hamburg, knappe 2 Tage später sind wir hier, isssssja Wahnsinn, aber sowas von Wahnsinn. Langsam aber sicher werde ich auch hibbelig, das hab ich normalerweise etwa drei Tage vor Abflug. Aber diesmal nehm ich sie ja mit nachhause, jajajasjaja, das ist so eine beglückende Erwartung, dass ich jetzt schon merke, wie ich aufgedrehter werde, da kommen harte Tage auf meine Arbeitskollegen zu ;-)

Wenn die Sonne strahlt, dann wärmt’s das Herz :-)

Wie in jedem guten Text kommt das Beste natürlich zum Schluss – und das ist sowas von das Beste :-) Denn am Sonntag besuchte mich nach längerer Zeit zum ersten Mal meine Tochter wieder. Ich versuch schon gar nicht, Worte zu finden für das Gefühl das ich hatte, als sie mit strahlendem Lächeln in meine Wohnung eintrat und wir drei Stunden zusammen waren, zusammen mit ihrer Mutter. Wir plauderten über viele Themen, unter Anderem auch über mich und das Thema Transsexualität. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl, dass uns allen wohl war, klar ist die Situation nachwievor nicht einfach, aber ich glaub, an diesem Sonntag ist eine Tür aufgegangen – ich glaub, wir haben einen grossen Schritt aufeinander zu gemacht, in eine wirklich gute Richtung………… ich freu mich so, so, so…….. kann man nicht erklären, einfach so, so, so……………….. :-)

Dianas Tagebuch sinnt über den Lebenssinn eines Blogs

Letztes Wochenende in der Badewanne – wo auch sonst sollte einem die Weisheit wie ein Blitz treffen – fand ich endlich die Antwort auf die Frage, die mich seit Monaten beschäftigt – was ist der Sinn meines Blogtagebuchs? In der Tat ist mein Blogtagebuch resp. meine Tätigkeit dahinter arg ins Stocken geraten, seit ich vom alten Tagebuch aufs Neue gewechselt habe. Was zu dieser “Schaffenskrise” führte, wurde mir soeben klar – der unsinnige Versuch, mehr Sinn in den Unsinn zu bringen, bewirkte eine Sinnentleerung – oder so – mündete jedenfalls in diesem Lösungsvorschlag: Bloggen wider aller Ernsthaftigkeit……..

Das alte Tagebuch – eine persönliche Lebensgeschichte

Mein altes “Tagebuch einer transsexuellen Frau” sollte vorallem eine Chronik bilden, ein Tagebuch das einen Menschen von A bis Z durch einen sehr ungewöhnlichen Lebensprozess hindurch begleitet und Einblicke gibt in das, was für Andere unvorstellbar ist. Dabei ging es zwar auch um Information, mehr jedoch um Authentizität. Der Sinn des Blogs stand und fiel mit der Frage der Offenheit. Nur wenn ich kompromisslos offen über alles was mich berührt erzähle, ist ein wirklicher Einblick möglich. Ich glaube, dass mir das einigermassen gelungen ist. Doch diese “Geschichte einer Transition” war zuende erzählt, es war Zeit für den Neubeginn.
Die Eröffnung dieses neuen Blogs war einerseits ein bewusstes Grenzenziehen zu meiner transsexuellen Vergangenheit, anderseits auch der Versuch, mehr Ernsthaftigkeit und Tiefe in meine Schreiberei zu bringen.

Dianas Blogs – wie alles begann

Im Web zu schreiben ist für mich eine uralte Technik um zu informieren und aufzuklären, das, was ich gern mal etwas zynisch “Information-Warfare” nenne, also Informationskriegsführung. Meine ersten Webseiten waren nichts Anderes als Informationsbehältnisse, in denen ich auf Dinge hinwies, die der Allgemeinheit nicht so bekannt waren. So war es kein Wunder, dass mich das Bloggen natürlich auch von der Seite her gewinnen konnte und so wurde mein erstes Blog auch ein typisches thematisch-orientiertes Polit- resp. Öko-Blog, das RainbowNet.

Das erste Blogtagebuch – wenn man selbst im Mittelpunkt steht

Mein “Tagebuch einer transsexuellen Frau” war jedoch etwas ganz Neues, da standen meine ganz persönlichen Erfahrungen und Empfindungen im Mittelpunkt, es ging weniger um ein Thema als um mich und meine Person resp. den Weg den ich gehe. Diese Art von Bloggen ist natürlich viel näher an einem selbst als ein rein “technisches” Informationsblogging. Es ist sehr befreiend, so ein Tagebuch zu führen und man muss nicht mal ständig Recht haben, ich darf mich auch irren, ich bin keine Information sondern ein Mensch.

Dieses neue Blogtagebuch – zurück zum “Themen-Blog”

Beim diesem neuen Blog hier hatte ich das Bedürfnis, mich wieder in diese Richtung zu verändern und vermehrt Themenbeiträge mit Tiefgang zu schreiben. Infolgedessen wurden die Beiträge auch öfters mal länger und eben auch vertiefter und das machte auch Spass………. aber es verlor diese persönliche Note, die Verbindung zwischen mir und meinem Blog wurde irgendwie platonischer. Mit der Anforderung an mich selbst, vermehrt ernsthafte Artikel mit Tiefgang zu schreiben, wuchs auch der Grad meines Kritischseins. Mein Anspruch auf “vollendete Beweisführung” und “abschliessende Information” führte dazu, dass ich nun 88 unvollendete Entwürfe in meinem Blogsystem habe und niemand was zu Lesen kriegt – toll, nicht?

Warum blogge ich eigentlich?

Und warum genau tu ich das? Ich mein, sorry, aber auch wenn es toll ist, dass hier schon Tausende gelesen haben und wohl Hunderte öfters hierher kommen, dann ändert das nicht viel mehr als nichts in der Gesamtheit der Gesellschaft. Mein altes Weltrettungsbedürfnis narrt mich hier doch einmal mehr.

Klar ist es gut und soll auch in Zukunft so sein, dass hier auch Informationsbeiträge mit Biss erscheinen, aber wenn ich mir und wie ich vermute auch den meisten von Euch einen Dienst tuen will, dann sollte ich wieder ein Tagebuch aus diesen Blog machen – also meine persönlichen Gefühle und Erfahrungen wieder vermehrt einbringen und mich nicht mehr durch die Anforderung von “Sachlichkeit” einzuschränken.

Ist das Unspektakuläre erzählenswert?

Ein Grund, der für eine Veränderung in ein primär als Informationsblog funktionierendes Blog, war unter Anderem auch, dass mein Alltag unterdessen glücklicherweise so wenig Spektakuläres bietet, dass von der Seite auch nicht mehr soviel zu berichten ist. Wenn ich da an gewissen Schuhkäufe der Anfangszeit zurück denke, all den Quatsch den ich erlebt habe, dann ist das wirklich irgendwie grosses Kino im Vergleich zu meinem heutigen Alltag, eben gerade weil alles so gut gekommen ist. Da war es auch ein Gebot der Vernunft, mich eben mehr ins “Themenblogging” zu begeben.

Wer nicht lacht, lebt auch nicht

Aber offenbar habe ich mich auch diesbezüglich in den letzten Jahren verändert, dieser ganze Infoscheiss kekst mich immer mehr an. Ich halte solches Engagement zwar für notwendig, aber ich sollte das nicht zum Kern meines Lebens werden lassen, egal ob es um Transsexuellenrechte oder Atomkraftwerke geht. Zuviel Ernsthaftigkeit verhärtet den Menschen, echt, ohne Lachen gibt es kein wirkliches Leben!

Mal wieder Vorsätze – back to myself

Hmmmmm, hatten wir all diese Erkenntnisse nicht schon oft? Aber das macht nichts, Erkenntnisse dürfen sich gern wiederholen und ergänzen, sie werden immer ein wenig vertiefter und irgendwann kapiert’s sogar eine Blondine wie ich ;-)

Immerhin habe ich einen neuen Vorsatz: meine Anforderungen an mich selbst müssen wieder herunter geschraubt werden. Wir sind hier nicht bei Wikipedia, das hier ist nur mein eigenes ganz persönliches Leben und all das was ich schreibe ist mehr als alles Andere einfach meine ganz persönliche Sichtweise.

in dem Sinn…….. Back to myself – oder so – wir lesen uns ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=2_FYq-TqP34

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