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Gedanken aus der Badewanne – Teil 1

Hach, das Leben kann ja so schön sein, wenn man es denn zulässt. Wie fast jeden Sonntag lag ich vorhin grad eine Stunde lang in der warmen Badewanne, mit kühlem Bierchen zum Ausgleich und entgegen sonstiger Gewohnheiten diesmal mit dem Notebook als Begleitung, der mir diese youTube Playlist von meinem “Cellolehrer” Adam Hurst vorspielte. Wie fast immer bei so Badespässchen schwelgte ich in Gedanken und Gefühlen rum. Das “schweben” im Wasser versetzt einem irgendwie in einen Zustand, den man seit dem Verlassen der Fruchtblase nicht mehr erlebt hat. Einer der heute rumschwimmenden Gedanken veranlasste mich, nun hier diesen ersten Beitrag einer neuen Blogserie zu beginnen…….. der wöchentliche Badewannen-Bericht ;-)

Man ist nur so frei wie man sich zulässt

Vielleicht gerade weil in meinem Leben seit Abschluss meiner “Selbstentfaltung” nicht mehr viel Spektakuläres und Forderndes mehr auftaucht, habe ich endlich den psychisch-emotionalen Freiraum, um auch mein “neues Leben” zu gestalten. Es gibt so Vieles, das ich tun möchte und es ist sowenig Zeit um das zu tun.

Einerseits reisst es mich enorm mit dem Cello, ich glaub ich hab da wirklich etwas gefunden, mit dem ich meine in dieser Lebensphase vorherrschenden Gefühle umsetzen kann, ich hab damit eine Menge Spass, aber es ist einmal mehr eine grosse Herausforderung, die sehr viel Raum beansprucht. Dann träume ich weiterhin davon, endlich mal ein richtiges Buch zu schreiben, aber da fühle ich mich total gehindert, solange zuviel Kram sonst in meinem Kopf rumspukt, das würde einfach mehr Raum brauchen. Und dann ist noch das Blog das ich so gerne regelmässig füttern möchte und auch bei der Arbeit läuft es grad sowas von gut, dass ich auch da voller Enthusiasmus Energie versprühe.

Irgendwie muss ich Prioritäten setzen. Einer der Orte an dem ich Raum freischaufeln kann, ist meine Bloggerei, die in letzter Zeit ja an Regelmässigkeit abgenommen hat. Ich denke, das ist gut so, es wird Zeit, mich vermehrt Anderem zu widmen. Das brachte mich auf die Idee, eine sonntägliche Serie zu beginnen, weil ich am Sonntag am ehsten meinen Ruhetag hab und auch da – eben grad in der Badewanne – oft genug Gedanken zusammen kommen um sie hier umzusetzen. Natürlich werde ich weiterhin hier schreiben, wenn mich was speziell bewegt, aber das alltägliche Blabla werde ich wohl in nächster Zeit auf diese Beadewannen-Beiträge reduzieren.

Diana im Computerfreak-Fieber

Erst grad habe hier ja das Klagelied der untergehenden Computer-Freak Generation besungen und rumgejammert, dass ich mich wieder mal mit so modernen Superhyperwollmilchsau-Komponenten rumschlagen muss anstatt dass ich tue was ich am besten kann, den ganzen Kram selber zu programmieren. Nun kam es wie es kommen musste und die hoffnungsgeschwängerte Komponente hat kläglich versagt, sie bringt nicht annähernd die Performance die wir mit unseren riesigen Datenmengen brauchen würden.

So kam es, dass ich nun doch den Job gefasst hab, das ganze Teil komplett selber zu programmieren, sozusagen von null auf. Und das macht sowas von Spass, da kann ich mal wieder ein richtiges Feuerwerk in meinen Hirnsynapsen fabrizieren. Gestern arbeitete ich den ganzen Tag mit Cellobegleitung in der Firma und programmierte mir die Seele aus dem Leib. Gerade weil diese Art von Knochenarbeit heutzutage immer seltener wird, war es umso mehr ein Genuss. Wenn es so weitergeht wie bisher, wird das eins meiner Meisterwerke, bisher läuft es jedenfalls schnell wie die Sau :-)

Das Cello, die Kuh

Mein eCello ist grad meine beste Freundin abgesehen von meiner liebsten Juliet. Obwohl das nicht selbstverständlich ist, denn das Cello gebärdet sich wie ein frischgefangenes Wildpferd, das zu zähmen wird eine anstrengende Sache. Vorallem diese Vibrato-Geschichte kann einem wirr im Kopf machen. Wie kann man die Hand schütteln ohne dass der gehaltene Gegenstand sich mitschüttelt? Vorallem spür ich aber auch, dass ich enorm gehemmt bin, der Kopf mischt noch immer viel zu sehr mit und so bin ich viel zu verkrampft. Trotz der Widerspenstigkeit dieses Instruments bin ich aber von Tag zu Tag zuversichtlicher, dass wir zu einander finden, ich spüre, dass es genau das ist was ich gesucht habe.

Mal wieder im Pöb

Boah es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, seit ich das letzte Mal in meinem Pub war. Juliet und ich hatten ja zwei Wochen Ferien hier und damals sind wir mal ins Pub gegangen, dann war ich im Spital für die Korrektur-Op und anschliessend war ich wochenlang nicht ausgangsfreudig infolge der Op. Darauf hatte das Pub etwa fünf Wochen Sommerpause und dann wiederum hatte ich eine sehr müde Zeit – jedenfalls konnte ich mir diesen Donnerstag mal wieder einen Tritt in den Hintern geben, ging hin und hatte mal wieder einen super Abend. Glücklicherweise arbeitete zufällig meine Lieblingsbarkeeperin und die brachte mich anschliessend nachhause. Diese Woche geh ich vermutlich wieder hin am Donnerstag und eine Woche später kommt ja Juliet in die Schweiz und dann gehen wir zusammen dahin und hören dort ein Konzert einer irischen Band :-)

Mein Buch, Dein Freund und Helfer

Seit langer Zeit spukt mir durch den Kopf, dass ich so gern ein richtiges Buch schreiben möchte. Dabei habe ich aber die Qual der Wahl und das ist alles andere als einfach. Nebst vielen anderen Themen schweben mir vorallem zwei Dinge durch den Kopf.

Das Eine wäre eine Autobiographie, in der ich meine ganze Lebensgeschichte aufarbeiten möchte. Das Buch wird zwei Zeitebenen haben, aus der heutigen Zeit in der Gegenwart geschrieben mit ständigen Rückblicken in die Vergangenheit. Darauf hätte ich mega Lust und ich stell mir das auch sehr spannend vor.

Auf der anderen Seite möchte ich aber auch eine Art Selbsthilfe-Buch schreiben zu dem Thema, bei dem ich Expertin bin, die Selbstentfaltung oder Selbstzulassung. Ich glaube, dass alle Menschen wesentliche Wesensanteile unterdrücken, weil sie sich einfach nicht ganz zulassen können. Man fragt viel mehr danach, wie man sein sollte als danach, wie man ist. Ich glaube, dass ich da sehr viel “Schlaues” vermitteln könnte, gerade weil mein Leben mich dazu gezwungen hat, da Spezialistin zu werden und in Sachen Ich-sein die Königsdisziplin durchlaufen musste.

Heute im Bad wurde das Gefühl sehr stark, dass ich Zweiteres zuerst machen möchte und dass ich eigentlich jetzt damit anfangen möchte. Sowas lässt sich zwar nicht auf Knopfdruck auslösen, aber ich denke, ich werde mich innerlich mal in diese Richtung bewegen, mal schauen was dabei herauskommt.

Entschuldigung an alle “Liegengelassenen”

An dieser Stelle noch eine kleine Entschuldigung an all diejenigen, die auf was weiss ich von mir warten. Ich hab wie immer noch eimerweise Mails in der Mailbox rumliegen, die teilweise schon seit Monaten auf Abarbeitung warten und vorallem im alten Blogtagebuch hat es bereits eine Reihe von Kommentaren, die ich noch beantworten möchte und werte. Aber wie oben erwähnt, habe ich momentan eine recht egoistische Prioritätensetzung. Aber man darf gewiss sein, dass ich all dem noch nachkommen – versprochen ;-)

Noch mehr unterschätzte Supertalente

Erst grad habe ich ja vorgeschwärmt, was für tolle Supertalente man in so Castingshows findet und wie oft man dort lernen kann, dass man Leute nicht aufgrund von Äusserlichkeiten unterschätzen sollte. Diesbezüglich habe ich ein neues Prachtstück entdeckt. Lukas Mattioli wirkt alles andere als selbstbewusst, in der Schule wird er gemobbt und wegen seiner Musik ausgelacht. Er ging vorallem deshalb in die Castingshow, weil er wissen wollte, ob er nun singen kann oder nicht, ob er mit Recht ausgelacht würde oder………… und eine Halle von 10000 Leuten bestätigten ihm, dass die ihn Mobbenden einfach Deppen sind. Eine traumhafte Stimme und ein Gesang der soviel Gefühlstiefe offenbart, dass mir zumindest die Tränen zuforderst standen…… enjoy……

4 Reaktionen zu “Gedanken aus der Badewanne – Teil 1”

  1. Talia Kay

    Liebe Diana,

    wieder einmal mehr schön von dir zu lesen! Das mit dem “der Kopf mischt noch immer viel zu sehr mit” bei deiner Kuh (hihihihihi) kenne ich nur zu gut, allerdings meistens in anderen Situationen (auch wenn ich schon seit Jahren mit dem Gedanken spiele, meine Hände mal ein Klavier malträtieren zu lassen … *grübel*), wenn einem der Kopf im Wege steht. In meinen zwei Septemberferienwochen war ich dreimal in einer Situation, in der mein Kopf nicht ruhig sein wollte … naja, Übung macht die Meisterin und in allen drei Situationen konnte ich den fiesen Kerl soweit zum Schweigen bringen, dass alles einfach nur super lief, inklusive DAS Gespräch mit meinen lieben Eltern.

    Gerade noch das Video angeschaut … wow … glaub mir, du bist/warst nicht die Einzige, bei denen die Tränen flossen. wow! *sprachlos bin* *video nochmals anguck* was für eine Stimme! und was für Gefühle dieses junge Knäblein mit ihr “transportieren” kann … wow!!!

  2. Diana

    @TaliaKay: Nach meinen Empfindungen ist es völlig unmöglich oder zumindest sinnentleert, wenn man Musik mit dem Kopf macht, das muss von tiefer unten her kommen. Natürlich hilft es, wenn man das rationale Verständnis hat, aber wirklich gute Musik wird mit dem Bauch gespielt. Wenn man beispielsweise dieses Video hier anschaut, dann weiss man zwar, dass der Cellist Musik studiert hat, aber in dem Moment spielt er mit dem Bauch, das zeigt sich wunderschön in seinem Gesichtsausdruck:

    http://www.youtube.com/watch?v=rTso0wYH4f4

    PS: Ich hab noch ein Mail von Dir pendent und ich glaub im alten Blog warten auch noch Kommentare, bin mal wieder im Rückstand, aber das kommt noch ;-)

  3. Talia Kay

    wow … 8-> wunderschönes Stück exzellent gespielt! Da läufts mir wohlig-kalt den Rücken runter!

    Natürlich, ich geb dir völlig recht! Die “nackte” Technik muss man sicher einmal auch mit dem Kopf verstanden haben, aber danach muss Musik aus dem “Bauch” kommen. Vor laaaanger Zeit gab es im Technorama mal einen Schaukasten, der das ziemlich deutlich darstelle. Dasselbe Stück (weiss leider nicht mehr, welches Instrument), einmal von einem Automaten und ein zweites Mal von einer Künstlerin gespielt. Das erstere klang nicht wirklich schlecht, es war einfach nur … hmm … seelenlos.

    Irgendwie beneide ich dich ein bisserl um deine Erfahrungen mit dem eCello! Wer weiss, wenn in ein paar Jahren das “Gröbste” vorbei ist, lernen ein Klavier und ich uns doch noch kennen :)

    Liebs Grüässli,
    Talia

  4. Diana

    @TaliaKay: Ich schmöckere in letzter Zeit öfters auf youTube rum und find da die schönsten Sachen. Von dem Lied hab ich mehrere Versionen gefunden, aber soviel Gefühl wie dieser Amit Peled rüberbringt, ist echt eine Sensation.

    Was Spielautomaten anbelangt, da haste absolut Recht, die können technisch noch so perfekt sein, es fehlt irgendwie die Seele drin. Musik ist viel mehr als die Summe der Töne, da schwingt soviel mit, wenn ich nur schon an das Thema Vibrato denke. Das macht Musizieren auch so schwer, wenn man mal alle Töne trifft und die Melodien intus hat, dann beginnt eigentlich erst die grosse Arbeit, den eigenen Spirit reinzubringen. Bin jedenfalls gespannt ob ich genug Biss hab um dran zu bleiben, ein Cello ist einfach zu schön :-)

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