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Und los geht’s in diesem neuen Blog

Es mag etwas irrwitzig klingen, wenn ich nach rund vierzig Blogbeiträgen hier verkünde, es würde losgehen mit dem Blog, aber a bisserl isses ja schon so. Ende dieser Woche habe ich nun endgültig mein erstes Blogtagebuch geschlossen, weil für mich die Geschichte einer “transsexuellen Frau” beendet ist. Für den Wechsel des Blogs gab’s mehrere Gründe, ich möchte die hier nochmal kurz zusammenfassen:

Warum dieses neue Blogtagebuch?

1. Das “Tagebuch einer transsexuellen Frau” sollte den Prozess beschreiben den eine transsexuelle Frau durchlebt während einer “Geschlechtsangleichung”. Diese Geschichte begann mit dem Entscheid, ging über das Outing quer durch den zweijährigen Alltag bis hin zur genitalangleichenden Operation, der Personenstandsänderung und letztendlich dem Ankommen im richtigen Leben. Diese Geschichte ist in sich abgeschlossen und es macht wenig Sinn, wenn dieses Tagebuch dann plötzlich über Atomkraftwerke berichtet oder Bibelkunde erteilt. So Themen waren zwar auch da manchmal vorhanden, aber der Kern und das Zentrum des Themas war von Anfang an bis zum Schluss Transsexualität.

2. Gerade weil das alte Tagebuch dieses Kernthema hatte, spürte ich immer mehr, dass mich dieses Themenzentrum zu sehr beeinträchtigt. Je mehr ich aus diesem Prozess heraus wuchs, umso mehr bekam ich das Bedürfnis, vermehrt über all das zu schreiben, was mir sonst so am Herzen liegt, sei es ökologische, spirituelle, philosophische oder was weiss ich für Themen. Das alles passte dort nur am Rande rein und ich merkte immer mehr, dass ich mich von diesem Thema loslösen musste. Das heisst natürlich nicht, dass Transsexualität in diesem neuen Tagebuch nicht auch seinen Platz bekommen wird, wie ich mehrmals versprach, werde ich mich auch zukünftig beispielsweise für Transsexuellenrechte einsetzen. Aber dieses Thema darf nicht mehr das Zentrum meines Lebens sein. Ich habe meine Freiheit gefunden, ich kann und will mich nicht darauf beschränken, “eine Transsexuelle” zu sein, wie das Medien so gerne tun. Ich bin eine vielseitig interessierte Frau, die in all ihren Fascetten aufleuchten möchte, das wäre im alten Blog irgendwie nicht möglich gewesen.

3. Ein anderer wesentlicher Grund war rein technischer Natur. Mir war enorm wichtig, dass das alte Tagebuch chronologisch ist, so dass Betroffene die dieses Blog finden diese Geschichte eben wie ein Tagebuch durchlesen können und das eben im Vorwärtsgang und nicht rückwärts. Aber Google und Konsorten bekamen damit langsam ihre liebe Mühe, weil die davon ausgehen, dass Blogs umgekehrt sortiert sind und mit einem Umfang von fast 500 Beiträgen verschluckten sie sich immer mehr. Mein neues Tagebuch soll nun umgekehrt sortiert sein, wie es sich für Blogs gehört. Das ist ein entscheidender Vorteil für regelmässige LeserInnen, die nun nicht ständig die neuen Beiträge suchen müssen, das Neuste steht immer zuoberst. In meinen zukünftigen Schreibereien ist die Reihenfolge auch nicht mehr so essentiell wie im alten Tagebuch und wie eine Umfrage zeigte, ist eine der Aktualität entsprechend sortierte Auflistung von einer klaren Mehrheit erwünscht.

4. Für mich persönlich war es aber auch ein Akt der Psychohygiene, sozusagen eine Symbolhandlung, mit der ich bewusst in mein neues Leben treten will. Gerade wenn einem so ein Thema ein Leben lang verfolgt und gequält hat, ist die Gefahr gross, dass man darin kleben bleibt, selbst wenn man längst daraus entwachsen ist. So wie Kriegsveteranen noch Jahre nach dem Krieg den Klang der Schüsse und Schreie hört, so kann einem auch so ein Lebenshandycap bis zum jüngsten Tag verfolgen. Für mich ist es bedeutsam, bewusst einen Schlussstrich zu ziehen, nicht weil ich die Vergangenheit leugnen will oder das Thema Transsexualität verwerfen möchte sondern weil meine transsexuelle Vergangenheit mein Leben nie mehr bestimmen darf und wird. Dazu verhilft mir so ein Neuanfang.

Wie geht es weiter in diesem neuen Tagebuch?

Bis vor Kurzem hatte ich ja nebst diesem Blog eben noch das alte Tagebuch und nebenbei noch das GaOp-Tagebuch in dem ich über die genitalangleichende Operation berichtete. Zusätzlich gibt es auch noch das DuoInfernale-Blog in dem ich mit meiner Liebsten gemeinsam schreibe. Damit verzettelten sich die Beiträge immer mehr und ich hatte oft ein Problem damit zu entscheiden, was wohin gehört. Damit ist nun Schluss, nun gibt es zwar noch das Gemeinsame mit Juliet, für meinen eigenen Senf gibt’s aber nur noch dieses Blog. So kann man davon ausgehen, dass sich hier nun die Themenvielfalt einiges erweitern wird. Einerseits werde ich sicher wieder vermehrt Alltagsgeschichten schreiben, die mal lustig, mal traurig, mal vergnügt, mal wütend sind, ausserdem werde ich über viele Themen schreiben die mich bewegen, so wie ich das zu Beginn dieses neuen Blogs auch schon gemacht habe. Die Alltagsgeschichten werden vermutlich ähnlich herauskommen wie Ihr es Euch von meinem alten Tagebuch gewohnt sind. Die Themen die ich anschneide, werden aber voraussichtlich mehr Tiefgang haben. Ich möchte immer mal wieder Themen aufgreifen, die ich in längeren Beiträgen etwas vertieft beleuchte oder sogar in einer Blogserie ganz genau unter die Lupe nehme. Dabei wird es wie man aufgrund der Kapitel hier sieht vorallem um philosophische, spirituelle, religiöse, politische bis hin zu wissenschaftlichen Themen gehen. Das Ganze wird wohl etwas weniger Fastfood sein als in meinem alten Tagebuch, aber ich denke, dass dies den Wert des Blogs nur erhöhen kann und vorallem ist mir halt einfach danach ;-)

Themen der nächsten Zeit

Wie gesagt, möchte ich wieder vermehrt aus dem Alltag plaudern und auch wieder vermehrt herumblödeln. Das Humorvolle kam in den letzten Monaten viel zu kurz, weil ich einfach zuviel Ernsthaftes zu bewältigen hatte und auch ziemlich ausgelaugt bin. Nebst dem geistern momentan einige Themen in meinem Köpfchen rum, die ungeduldig darauf warten, endlich verbloggt zu werden. In nächster Zeit stehen hier Wahlen an und ich fühle mich dazu berufen, diesbezüglich etwas Tacheles zu reden, weil ich der Überzeugung bin, dass gewisse rechtspopulistische Kreise dieses Land komplett an die Wand fahren. Der Radikalisierung und Brutalisierung von Politik und Gesellschaft muss Widerstand geboten werden, genauso wie dem grasierenden Raubtierkapitalismus oder der globalen Entsozialisierung, das zähle ich als eine von meinen zukünftigen Aufgaben. Weiters hatte ich ja schon immer einen Hang zum Umweltschutz und auch da ist absehbar, dass ich in den nächsten Jahren öfters gefragt sein werde, sei es bei einer allfälligen Atomausstiegsabstimmung oder bei sonstigen ökologischen Streitfragen. Weiters beschäftigen mich natürlich Themen rund um Transsexualität, im speziellen die Frage von neuronalen Geschlechtsunterschieden. Diesbezüglich lese ich gerade ein spannendes Buch über die zwei Hirntypen (systematisch=männlich empathisch=weiblich), das mich zu ausgiebigen philosophischen Hirnkapriolen verführt hat.

Herzlich willkommen hier :-)

In dem Sinn heisse ich nun meine LeserInnen herzlich willkommen hier in meinem neuen Tagebuch, das bekloppte Herumsuchen in allen Blogs nach neuen Beiträgen ist zuende, macht es Euch hier gemütlich…….. wir lesen uns ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=QqQ7iCXhTAo

2 Reaktionen zu “Und los geht’s in diesem neuen Blog”

  1. Anika

    Ich habe alle Bloglinks gespeichert und habe tgl hin- und her geklickt ;-)

    Freue mich über Weiberthemen, Fashion, Schuhe :-) und natürlich Fotos wo du deinen Kleiderschrank vorführst;-)

    LG!

  2. Diana

    @Anika: all das wird natürlich nicht zu kurz kommen, halt immer der Laune nach wie man es bei mir gewohnt ist :-)

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